Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Wenn die Glocke Mitternacht schlägt, versinkt auch der März 2015 in die ewigen Seiten der Geschichtsbücher. Es ist so surreal, wie schnell dieser Monat, März, an mir vorbeigezogen ist. Tage verstrichen, Stunden über Stunden vergingen, der Sekundenzeiger tickte unaufhaltsam und dabei ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich in diesem Monat noch gar nicht meine Gedanken mit euch geteilt habe. Ich sitze hier, überglücklich über die erholsamen Ferien, nein, generell über die momentane Situation und suche gerade nach dem Warum? Gab es in diesem Monat nicht viel zu sagen? Manchmal hat man einfach nicht viel zu sagen und so kann es passieren, dass selbst eine Frau der vielen Worte schweigt. Vielleicht habe ich auch die Tage so bewusst gelebt, genossen und war einfach nur glücklich, sodass es nicht viele Worte gebraucht hat. Und je mehr Gedanken ich mir über das Stillgeschwiegene in meinem Kopf mache, umso mehr finde ich die Nähe zu den Worten, die ich heute mit euch teilen möchte.

Manchmal zwingt man sich, zu sprechen. Man möchte etwas sagen. Die Gedanken überschlagen sich. Selbst sie sprechen direkt zu mir. Du musst jetzt etwas sagen! Schweige nicht! Sei nicht still! Sag was! Verdammt, sag irgendwas! Kämpfe dich durch die Leere, erfülle die Ruhe mit einem Klang. Mit dem Klang deiner Stimme! Du zwingst dich, du stehst hier, willst da sein, weil du meinst, einen Zweck erfüllen zu müssen. Wozu bist du denn sonst da? Bist du nur hier, um zu existieren? Aber ich bin doch viel mehr, als nur eine Hülle, die mit Worten ausgestattet ist. Was bin ich wirklich? WER bin ich wirklich? Wir alle haben so viel zu sagen, aber manche Sätze spricht man nicht aus. Man sagt sie nicht, man verbirgt sie in seinem Inneren, hinter dicken Mauern und verschließt sie in der Truhe seines Herzens. Sind sie ein Geheimnis? Was steckt hinter ihnen? Was hilft das, wenn man so viele Gedanken hat, so viele innere Worte, wenn man sie doch nicht ausspricht? Warum verbirgt man sie? Ist es die Etikette, die uns verbietet, manches nicht auszusprechen? Oder will man äußerlich einen bestimmten Schein erhalten?

Irgendwo in meinem Inneren, tief in mir, weiß ich, dass ich viele Worte nicht ausspreche, weil ich nicht will, dass sie von den falschen Ohren gehört werden. Wer meint es ernst mit mir? Interessiert sich überhaupt jemand für das, was ich denke? Es gibt so viele Gedanken, nur mit wem soll ich sie teilen? Oder will ich manchmal nur Blödsinn sagen, einfach das, wonach mir ist? Über zweideutige Witze oder Kindereien sprechen? Mit wem kann ich das? Wer nimmt mich danach trotzdem noch ernst?

Meine Augen schweifen durch den menschengefüllten Raum, sanfte Klavierklänge umschmeicheln meine Ohren, ich hole tief Luft, atme. Die Menschen sehen so ernst aus. Sie diskutieren. Bestimmt über die ernstzunehmenden Ereignisse, die hier auf unserer Welt geschehen. Oder über Geistes- und Naturwissenschaften. Muss ich mich anpassen? Muss ich ernst sein? Dabei will ich doch nur lachen. Lachen über sinnlose Sätze, Witze, Spielereien. Mit jemanden, den ich auch ernste Dinge anvertrauen kann, denn ebenso kann ich auch so sein. Ich schweige, wenn es nicht viel zu sagen gibt. Es gibt Momente auf dieser Welt, in denen sollte man auch nicht viel sagen. Egal, wie sehr die Sätze innerlich wehtun, wie laut sie danach schreien, gesprochen zu werden. Manchmal gibt es nicht die richtigen Sätze. Manchmal sagt man nichts. Aber was bringt sich das? Ist es schön, wenn die Worte, die Sätze, die Gedanken an einem nagen? Wenn sie schmerzen?

Nicht nur ich soll sprechen. Ich will auch, dass du zu mir sprichst. Hör nicht auf! Bitte sei nicht still. Ich will deine Stimme hören. Für immer. Pausenlos. Ich höre dir so gerne zu, wenn du sprichst. WIE du sprichst, der Klang deiner Stimme. Die Mimik und Gestik, wenn ich dich dabei anschaue. Auch wenn du so viele Gedanken in dir hast, die du nicht aussprechen kannst oder willst, dann sag zumindest irgendwas. Es ist mir egal, ob du mich wahrnimmst, aber ich will dich wahrnehmen. Ich halte Stille nicht aus, selbst wenn ICH still bin. Ich halte deine Stille nicht aus. Egal, wie gerne ich dich ansehe. Schweigend. Deine Stimme zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. 

Worte. Sie sind dazu da, um gesprochen zu werden. Und sie sind genauso dazu da, um geschwiegen zu werden. Sie leben durch uns. Durch unsere Gedanken. Durch unsere Seele. Durch das, was wir sind. Wir leben sie, wir lieben sie, ja, manchmal sogar hassen wir sie. Worte können so viel anrichten. Sie können uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern und gleichzeitig so viel zerstören. Manchmal schwärmt man davon, wie schön momentan alles ist, aber kaum ist das letzte Wort gesprochen, kann sich so viel verändern. Alles kann in die entgegengesetzte Richtung laufen. Es muss dann nicht mehr schön sein. Es kann sich so viel verändern. Vielleicht schweige ich deswegen. Weil ich mit Worten nichts kaputt machen möchte. Nichts hochloben will, sondern einfach nur innerlich hoffe, dass es so bleibt. Nicht für immer, aber momentan! Für das Hier und Jetzt. 

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3 Comments

  1. Oh wow. Auch wenn ich dir vollkommen zustimme, das Worte etwas schwieriges sind, finde ich hast du dich wundervoll ausgedrückt. Auch ich mache gerade eine schwere zeit durch, und obwohl mir einfach nie die Worte fehlen, halte ich sie doch oft zurück, weil ich einfach weiß dass sie momentan einfach nichts bringen, wenn dann eher alles zunichte machen.
    Mach weiter so, finde deine Texte ganz zauberhaft 🙂 <3
    Ganz viel liebe aus dem Norden !

    Annika

  2. Meine liebe Lisa,
    du hast wie immer recht und alles so wundervoll geschrieben! 🙂
    Wie du beschreibst, dass dir die Worte fehlen, ist wundervoll mit den Worten, die du wählst. Eigentlich habe ich auch immer viel zu sagen, da finde ich Momente, in denen man einfach nicht weiß, was man sagen soll, sehr besonders und auf eine gewisse Weise magisch. Wenn sich das nicht zu doof an hört. Ich hoffe, du weißt was ich meine 😀 Ich wünsche dir noch einen wundervollen Abend! 🙂 Liebst, deine Kate :):**

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