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Fehler die ich als Bloggerin gemacht habe

10 Fehler, die ich als Bloggerin gemacht habe

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10 Fehler, die ich als Bloggerin gemacht habe

Seit über 7 Jahren bin ich Bloggerin. Ein langer Zeitraum, der vor allem Platz für Entwicklung lässt. Besonders am Anfang habe ich genügend Fehler gemacht. Allen voran als die ersten Kooperationsanfragen eintrudelten. Heute möchte ich euch von meinen 10 Fehlern als Bloggerin berichten - mit der kurzen Sidenote, dass ich auch jetzt bestimmt noch den einen oder anderen Fehler mache. Letztendlich bin ich ja auch nur ein Mensch.

Quantität vor Qualität

Gerade zu Bloggerbeginn ist die Euphorie groß. Man möchte posten was das Zeug hält. Ich habe im Grunde genommen über jeden Mist einen Beitrag gemacht. Über diverse Lebensmittelneuheiten, Hauls bis hin zu seltsamen Kauderwelsch. Hauptsache präsent sein.

Heute: Ich mache mir Gedanken, ob der Blogbeitrag auch einen Mehrwert für euch hat. Zwar gibt es auch mal persönliche Gedanken, die vielleicht keinen Informationscharakter haben, aber ich überlege mir ganz genau, was ich poste. Die Frequenz meiner Beiträge hat abgenommen. Aus zwei Gründe: eben dieser Mehrwertaspekt und auf der anderen Seite sind Blogs seit der Instagramrevolution nicht mehr so populär, was ich schade finde.

Kooperationen über Kooperationen

Die ersten Kooperationsanfragen trieben mich in einen wahren Euphorierausch. Zwar hatte ich mit Westwing einen starken Partner bei meiner ersten Kooperation, aber ansonsten habe ich auch mit anderen Firmen kooperiert, die überhaupt nicht zu mir gepasst haben. Ich fands halt einfach „cool“, Kooperationen zu haben.

Heute: Ich nehme nicht mehr alles an, sondern nur Partner, die zu mir passen und hinter denen ich zu 100% stehe.

Fehler Anfängerfehler Blogposts Herbstkorb

Ich habe mich unter meinem Wert verkauft

Ein Problem, welches auch heute in der Bloggerwelt weiterhin präsent ist: sich unter dem Wert zu verkaufen. Dienstleistungen sind teuer und sollten auch dementsprechend vergütet werden. Früher habe ich auch Kooperationen gemacht, die nicht angemessen bezahlt oder nur mit Produkten vergütet wurden. Ich kann nur jedem raten, sich nie unter dem Wert zu verkaufen. Reichweite ist ein wichtiger Indikator zur Preisermittlung. Logischer Schluss: je höher die Reichweite, desto mehr kann man verlangen. Stimmt! ABER: neben all der Statistik sollte man nie vergessen, dass hinter einem Posting auch viel Arbeit steckt. Und Arbeit kostet (genauso wie Spesen).

Heute: Weiß ich ganz genau, was meine Leistung wert ist. Bei jeder Kooperationsverhandlung gehe ich offen damit um, woraus sich mein Preis zusammensetzt. Ich argumentiere, liste genau auf, welche Leistungen dafür erbracht werden und arbeite generell professioneller. Nur so hilft man diesem Business, zu wachsen.

Ich habe zu wenig interagiert

Communitybuilding ist wichtig. Anfangs habe ich allen voran auf Instagram zu wenig mit anderen interagiert. Natürlich hat es unter diesen Umständen lange gedauert, einen Wachstum verbuchen zu können.

Heute: Mir ist die Interaktion mit meinen Followern immens wichtig. Wegen meines Vollzeitjobs zwar nicht immer so einfach zu handhaben (ich möchte mich noch mehr bemühen), aber wenn man sich die Zeit nimmt, findet man sie auch.

Fehler 5

Ich habe mich ausnutzen lassen

Durch das Bloggen habe ich tolle Freunde gefunden, aber leider trifft man auch auf Menschen, die dich nur als Mittel zum Zweck sehen. Man muss höllisch aufpassen, wen man vertraut und ganz wichtig: nicht ausnutzen lassen.

Heute: Inzwischen habe ich ein Gespür dafür, wer sich auch für mich als Mensch interessiert und wer mich eigentlich nur für „Eigenzwecke braucht“. So mache ich zum Beispiel keine kostenlose Fotos von Bloggern mehr, welche die Bilder für Kooperationen nutzen (natürlich gibt es Ausnahmen wie Kerstin, Luisa und Simone). Auch meine PR-Kontakte gebe ich nur denjenigen weiter, bei denen ich mir sicher bin, dass ihnen gegenseitige Unterstützung genauso wichtig ist, wie mir. Nur weil ich jetzt vorsichtiger bin, heißt das nicht, dass ich niemanden mehr unterstützen möchte. Ganz im Gegenteil. Ich helfe, wo ich kann. Nur wenn von mir Arbeitsleistung verlangt wird, dann möchte ich das neben Vollzeitjob, Selbstständigkeit und wenig Freizeit nicht for free tun. Vor allem, wenn andere dafür bezahlt werden. Finde ich legitim (ich würde auch bezahlen).

Meine Bildsprache war nicht gut

Kein Kommentar, was meine Bilder von damals betrifft. Meine Fotos waren wirklich nicht gut, hatten keine tolle Bildsprache und ich hatte auch nicht das beste Equipment – wobei das Equipment nur einen kleinen Teil guter Fotos ausmacht. Meine nicht so tollen Bilder würde ich allerdings nicht als Fehler per se betrachten, denn Fotografieskills müssen sich erst entwickeln. Aber bei ein paar Fotos hätte ich mir vielleicht zweimal überlegen sollen, ob ich sie poste.

Heute: Meine Bildsprache hat sich enorm verbessert. Natürlich geht da noch mehr. Ich habe inzwischen auch schon eine bessere Kamera, überlege aber gerade, mir eine Vollformatkamera zu kaufen, um noch mehr Professionalität in meine Bilder zu bringen.

Keine Überschriften

Früher waren meine Blogposts wirklich unübersichtlich. Ich habe mir keine Gedanken um Überschriften oder Zwischenüberschriften gemacht. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich sie verwendet habe.

Heute: Jeder Blogpost ist inzwischen gegliedert. Ich überlege mir aussagekräftige Überschriften und versuche „alles in einer Wurscht“ zu vermeiden.

Fehler Anfängerfehler Blogposts

Ich habe Instagram & Facebook nicht ernst genommen

Für mich war Instagram früher die App zum Schnappschüsse teilen. Während auf meinem Blog Ästhetik oberste Priorität hatte, freute ich mich, auf Instagram echte Einblicke zu zeigen. Gepostet habe ich allerdings nicht häufig. Auch Facebook behandelte ich stiefmütterlich. Facebook hat heute zwar keine so große Relevanz mehr, wie Instagram. Aber ich finde die Plattform immer noch wichtig.

Heute: Der oberste Fokus liegt leider nicht mehr auf dem Blog, was schade ist. Aber durch den immer stärker werdenden Instagramtrend, habe ich erkannt, wie wichtig Social Media ist und investiere wesentlich mehr Zeit in Content, Kommunikation und Qualität.

Mein Design war grässlich

Ihr könnt ja gerne einmal die Wayback Machine verwenden, um meinen Blog in jungen Tagen zu sehen. Lohnt sich, wenn ihr etwas zu lachen haben wollt. Mein Design war unästhetisch, farblich eine Katastrophe und alles andere als professionell.

Heute: Seitdem ich meinen Blog auf WordPress selbst hoste, kaufe ich meine Designs. GUTE ENTSCHEIDUNG.

Fehler 10

Ich habe nicht investiert

Was ist ein wesentlicher Bestandteil, um ein Business zu starten? Ganz genau: Kapital und Investition. Zwar hatte ich eine gute Kamera, aber sie war definitiv nicht die Beste. Außerdem bezieht sich Investition nicht nur auf Materielles, sondern auch auf Zeit. An der mangelte es eigentlich selten (außer ich befand mich damals inmitten der Prüfungszeit – meinen Blog habe ich nämlich während dem Studium gestartet). Aber ich finde, wenn man das Bloggerbusiness beruflich betreiben möchte, muss man auch bereit dazu sein, (finanziell) zu investieren: in gutes Equipment, Bearbeitungsprogramme, Weiterbildungen etc.

Heute: Mittlerweile investiere ich recht viel in meinen zweiten Job (sprich Blog & Instagram). Bildbearbeitungsprogramme, Werbung, Visitenkarte, Weiterbildung (Fotografie, Bildbearbeitung, Grafik), Give Aways (nicht alle meine Give-Aways sind gesponsert, ich bezahle sie manchmal auch selbst) und Fotoausstattung. Besonders letzteres ist wichtig. Das bezieht sich nicht nur auf die Requisiten, sondern vor allem auf die Kamera. Inzwischen habe ich meine dritte DSLR. Ich möchte nun endlich auf eine Vollformatkamera umsteigen. Das wird mich viel kosten, darum habe ich mich noch nicht entschieden, welche Kamera es werden soll.

Keiner ist perfekt

Wir alle machen Fehler

Manchmal frage ich mich, wo ich heute stehen würde, wenn ich es damals schon besser gewusst hätte. Auf der anderen Seite gab es das Bloggerbusiness zu meinen Anfangszeiten noch gar nicht so wirklich. Das hat sich alles entwickelt und wir mussten alle reinwachsen. Darüber hinaus ist es doch schön, an einer Sache zu wachsen, die man gerne macht. Darum sind solche Fehler auch vollkommen okay bzw. sogar gut. Es ist spannend, dass man sich die Jahre hinweg entwickelt. Ich hoffe, dass ich mich immer weiterentwickeln werde. Ich muss zugeben, momentan bin ich wieder an einer Übergangsschwelle, an der ich unbedingt besser werden möchte. Darum stecke ich momentan trotz Vollzeitjob viel Zeit ins Planen und Tüftel. Erstelle Konzepte über Konzepte usw. Apropos Konzept – mir fällt gerade ein, dass auch das noch ein Fehler von damals war: ich habe keine Konzepte erstellt. Wie ihr ein Konzept für Kooperationen erstellt, erkläre ich euch in einen meiner nächsten Blogposts.

Mehr über mich und mein Bloggerleben findest du hier

IG Promotion – Zahlen um gesehen zu werden

 
 
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So erstellst du ein professionelles Media Kit

Blogger Tipps

So erstellst du ein professionelles Media Kit

Ein professionelles Media Kit gehört zum Standardrepetoir eines jeden Bloggers. Nicht nur Personen, die einen professionellen Blog betreiben, sollten eines besitzen. Meiner Meinung nach sollte jeder digitale Gestalter, egal ob reiner Influencer oder Content Creator, ein solches Kit besitzen. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie du dir dein professionelles Media Kit erstellst.  

Prolog

Ich habe bereits vor Jahren einen Blogpost über die Erstellung eines Media Kits erstellt. Da ich mein eigenes heute noch professioneller gestalte und es nicht mehr so wie damals machen würde, habe ich mir gedacht, der ganzen Thematik einen neuen Beitrag zu widmen. 

Früher habe ich mir mein Media Kit mit Power Point erstellt. Danach baute ich auf Photoshop. Inzwischen habe ich das richtige Programm gefunden, welches qualitativ unschlagbar ist. Damit kreierst du noch hochwertigere Media Kits. 

Was ist ein Media Kit und wofür brauche ich es?

Kurzum: ein Media Kit ist eine Art Pressemappe. Man kann es auch als Bewerbungsmappe/Portfolio eines Freelancers betrachten. Damit ermöglichst du Unternehmen, einen Einblick in deine wichtigsten Kennzahlen zu geben. Potentielle Kooperationspartner können sich dadurch ein Bild von dir, deiner Arbeit und deiner Reichweite machen und somit entscheiden, ob du für eine Zusammenarbeit interessant bist. Wenn du das Bloggen oder deinen Instagram Account professionell betreiben möchtest, solltest du unbedingt ein Media Kit besitzen, denn die Nachfrage seitens der Unternehmen steigt kontinuierlich. Praktisch ist es, wenn du bereits eine Vorlage hast, die du laufend mit den neuesten Zahlen und Statistiken aktualisiert. Das spart Zeit, aber vor allem etliche Nerven. 

Welches Programm ermöglicht ein professionelles Design?

Damit dein Kit besonders hochwertig wird, empfehle ich dir das Programm InDesign. Damit kreierst du ein Media Kit auf höchstem Niveau. Photoshop ist zwar ein nettes Programm, mit dem man tolle Sachen machen kann, doch gerade bei Media Kits nicht vorteilhaft. Sobald eine Datei in Photoshop gespielt wird, wird die Grafik in Pixeldateien umgewandelt. In einem Media Kit arbeitest du auch mit Schriften, die im Photoshop auch verpixelt werden. Eine höhere Qualität erzielst du mit InDesign. InDesign ist ebenfalls ein Programm von Adobe, welches für Flyer, Layouts, Plakate etc. entwickelt wurde. Die Dateien werden hier nicht in Pixel umgewandelt. Du arbeitest hierbei mit Vektoren, welche du beliebig größer oder kleiner skalieren kannst, ohne einen Qualitätsverlust in Kauf nehmen zu müssen. 

Über InDesign

InDesign ist ein kostenpflichtiges Programm von Adobe. Damit kannst du hochwertige Designs erstellen. Wenn man den Dreh raus hat, ist es leicht zu handhaben. InDesign bietet tolle Bearbeitungsmöglichkeiten für eine professionelle Gestaltung. Wenn du dir unsicher bist, ob InDesign etwas für dich ist, hast du Möglichkeit, es kostenlos zu testen. Damit kannst du dir dein erstes Media Kit erstellen. Bitte bedenke, dass ein Media Kit laufend aktualisiert werden muss. Darum lohnt sich die Investition in ein Abonnement. Mit InDesign erstellst du nicht nur hochwertige Media Kits, du kannst damit auch ästhetisch ansprechende Storytemplates kreieren. Damit ist InDesign ein interessantes Tool für Blogger und Influencer. 

Die Gestaltung

Das muss rein!

  • Titelblatt
  • Vorstellung
  • Referenzen
  • Statistiken

 

Ein Media Kit ist kurz und knackig. Es umfasst wenige Seiten, muss aber trotzdem detaillierte Informationen liefern. Keine leichte Aufgabe. Ich selbst habe zwei Media Kits. Eines für den Blog und eines für Instagram. Die ersten beiden Seiten sind dabei identisch. Meine Kits unterscheiden sich nur hinsichtlich der Statistik.  

Titelblatt

Auf meinem Titelblatt befindet sich ein aussagekräftiges Bild in hoher Auflösung von mir. Es beinhaltet mein Logo, meinen Namen, meine Berufsbezeichnung, meine Blog URL und meine Social Media Kanäle.

Natürlich kann man dieses Design auch mit Photoshop hinbekommen, aber die Schrift wäre nicht so gestochen scharf, wie es mit InDesign der Fall ist.

Tipp: Halte dein Media Kit clean und achte auf harmonische Farben, die sich wie ein roter Faden durch dein Kit ziehen.
Lisas Advice
Media Kit

Kurzvorstellung

Ich stelle immer meinen Blog vor, auch in meinem Kit für Instagram. Schließlich bin ich hauptsächlich immer noch Bloggerin. Beschreibe deinen Blog/Instagram Account in wenigen Sätzen und bringe es schnell auf dem Punkt, WAS du machst. 

In meiner Kurzvorstellung befindet sich auch eine Auswahl bisheriger Kooperationspartner. Setzt dabei auf besonders starke und bekannte Partner. 

Tipp: Auch die Bilder sollten in deinem Media Kit nicht wie wild durcheinander gewürfelt sein. Bilder aus einem Editorial sind ideal.
Lisas Advice
Die wichtigsten Daten

Statistiken

Statistiken sind im Grunde genommen der essentiellste Bestandteil von deinem Media Kit. Das beinhaltet mehrere Gründe:

  1. Deine Preisgestaltung hängt davon ab (aber nicht nur davon).*
  2. Die Unternehmen sehen, wie viele Menschen du im Durchschnitt erreichst.
  3. Die Unternehmen können beurteilen, ob du die passende Zielgruppe für eine Kampagne ansprichst.

*Kurzer Exkurs zum Thema Preisgestaltung: verabschiede dich von dem Gedanken, dass sich dein Preis nur aus deiner Reichweite zusammensetzen muss. Dein Arbeitsaufwand sollte ebenso honoriert werden, darum berücksichtige weitere Faktoren in deiner Preisgestaltung (Aufwand, eventuelle Kosten für Spesen etc.)

Welche Daten müssen rein?

Inhalte

Prinzipiell sollte dein Media Kit drei essentielle Daten enthalten:

  • Reichweite
  • Impressionen
  • Zielgruppe

Die Zielgruppendefinition setzt sich zusammen aus:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Herkunft

Diese Inhalte beziehen sich rein auf Instagram. Für dein Blog Media Kit benötigst du andere Daten:

  • Monatliche Blogaufrufe
  • Verweildauer
Tipp: Fasse die Daten zusammen und verwende Icons. Zum Beispiel kannst du bei der Geschlechterverteilung die entsprechenden Icons einfügen und die Verteilung daneben schreiben. Vergiss trotzdem nicht, Screenshots von deinen Statistiken anzufertigen, ansonsten wird deine Statistik nicht glaubhaft. Der Ästhetik halber gebe ich die Statistiken als Anhang dazu und verweise darauf.
Lisas Advice

Brauchst du Hilfe bei deinem Media Kit?

Eine meiner Leistungen als Freelancerin beinhaltet die Erstellung professioneller Media Kits und Pressemappen. Du kannst dich gerne an mich wenden, wenn du ein professionelles Media Kit möchtest. Melde dich einfach, wenn du mehr Infos brauchst. Ich schicke dir gerne meine Preisliste für die Erstellung eines professionellen Media Kits zu. Du bekommst von mir neben einer PDF Datei auch die InDesign Datei, die du später laufend aktualisieren kannst.

Hier kannst du mit mir Kontakt aufnehmen!

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So habe ich es in Online Marketing geschafft

Online Marketing

So habe ich es auch ohne Ausbildung geschafft

Ich habe eine HLW Matura. Studiert habe ich Lehramt. Eigentlich nicht die klassische Ausbildung für das (Online) Marketing. Trotzdem arbeite ich heute als Online Marketing Managerin für ein österreichisches Start-Up in der Industrie-/Technikbranche. Braucht man somit wirklich ein entsprechendes Studium, um Eintritt in die Marketing-Welt zu bekommen? Oder geht es auch anders? Wenn ja, wie?

Kaum ein Beruf ist näher an meinem zweiten Job als Content Creator, als der einer Online Marketing Managerin. Da ich noch nicht so ganz sorgenfrei von meiner Selbstständigkeit leben kann, war es naheliegend, mir in einem ähnlichen Bereich einen Job zu suchen. Doch Stopp! Die entsprechende Ausbildung dazu habe ich nicht. Ich habe weder BWL noch Marketing studiert. Eigentlich müsste ich als Lehrerin oder in der Gastronomie arbeiten. Beides nichts, womit ich aktuell mein Geld verdienen möchte. Wie habe ich es ohne Ausbildung oder entsprechendem Studium trotzdem ins Online Marketing geschafft? Das Zauberwort lautet: Berufserfahrung. Aber das ist nur einer der wesentlichen Gründe, warum ich heute als Online Marketing Managerin arbeite.

Online Marketing

Das Geheimnis im Marketing

Setze auf kreative Bewerbungen

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Lisa Reiter. Hiermit bewerbe ich mich für Ihre ausgeschriebene Stelle als Online Marketing Managerin. Der Grund für meine Bewerbung ist ein hohes Interesse in diesem Bereich. Schon lange interessiere ich mich für Online Marketing, Social Media, PR und…“

STOP!!!

So wird das nichts mit dem Marketeer Lifestyle. Spätestens jetzt interessiert sich niemand mehr für dich. Mit einer klassischen Mainstream Bewerbung aus den allerfeinsten Deutschunterrichtsstunden sorgst du für geschlossene Tore in der Marketing-Welt. Der Beruf im Marketing verlangt vor allem eines: KREATIVITÄT. Das beginnt bereits bei der Bewerbung.

Übrigens: meine kreative Bewerbung brachte jedes Mal eine Einladung zum Bewerbungsgespräch ein – auch OHNE Studienabschluss oder Ausbildung im entsprechenden Bereich. Nicht nur mein jetziger Arbeitsgeber lud mich ein, sondern auch eine Grazer Werbeagentur. Dabei wurde insbesondere meine Bewerbung stets hervorgehoben. Gerade als Quereinsteiger muss man zusätzlich punkten, um einen Job zu bekommen.

Online Marketing produktiv

Kreativität in allen Ebenen

Trau dich was und hinterlasse Eindruck

Ich weiß, mit dieser Aussage lege ich mich mit meinen ehemaligen Deutschkollegen an. Ich traue mich, ihn trotzdem zu schreiben: vergesst das, was ihr im Deutschunterricht über Bewerbungen gelernt habt! Zumindest wenn der Schreibstil der Bewerbungen antiquiert und nicht modern wirkt. Wichtig ist: eure Bewerbung muss hervorstechen. Meine hat das getan. Das sage ich nicht, weil ich angeben möchte. Nein. Das sage ich, weil ich innerhalb von ein paar wenigen Stunden eine Antwort und eine Einladung zum Gespräch bekommen habe. Begründung: meine CV sei besonders positiv aufgefallen.

Meine Bewerbung habe ich etwas neutraler gehalten. Hier mein Einleitungstext:

„Seit meinem 16. Lebensjahr habe ich die Vision, mich in einem kreativen Job zu verwirklichen. Fehlender Mut in jungen Jahren haben mich jedoch dazu bewogen, Lehramt zu studieren, um mir eine solide Basis für mein Leben zu schaffen. Außerdem war die Relevanz von Social Media zu diesen Zeiten noch nicht gegeben, was sich heute definitiv geändert hat. Dass ich mich im Lehramt nicht verwirklichen kann, habe ich während meines Studiums gemerkt. Ich flüchtete mich immer mehr in mein eigenes Social Media Projekt, um einen kreativen Ausgleich zu meinem sonst sehr strikten Job zu finden. Die Zeit in der Schule war sehr lehrreich. Sie hat mich geprägt und mir gezeigt, was ich nicht will. Sie hat mich mutiger gemacht und mir vor Augen geführt, dass es noch nicht zu spät ist, wahre Träume zu verwirklichen. Das ist der Grund, warum ich mich bei Ihnen bewerbe.“

Meine kreative Seite habe ich jedoch im Motivationsschreiben unter Beweis gestellt:

„Als kleines Mädchen wollte ich unbedingt ein Kätzchen haben. Meine Eltern waren dagegen. Wegen meines jungen Alters vertraten sie die Meinung, dass ich der Verantwortung nicht gewachsen sei, ein Kätzchen zu pflegen. Plötzlich kam mir ein Gedanke: „Ich brauche eine clevere Idee, um Mama und Papa zu überzeugen.“ Der zündende Geistesblitz schoss mir sofort in mein kreatives Köpfchen: eine Werbekampagne für mein Kätzchen, obwohl ich damals mit fast acht Jahren noch nicht wusste, was eine Werbekampagne ist. […]“

„Akribisch tüftelte ich einen Plan aus. Voller Eifer und Elan erstellte ich Plakate mit unwiderstehlich niedlichen Kätzchen. Ich listete meine positiven Eigenschaften auf, die für meine Qualitäten als Katzenmama sprachen. Die Wände unseres Hauses boten sich zudem prima als Werbeflächen an. Meine Eltern konnten meiner kleinen „Kätzchen- Kampagne“ nicht mehr entkommen. Diese Hartnäckigkeit zahlte sich aus. Ich konnte meine Eltern mit meiner Katzen-Kampagne überzeugen. So kam mein erster Kater Robbie in die Familie und lebte ein glückliches Katzenleben. […]“

„Diese Dinge habe ich fast alle umsonst gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, mein kreatives Köpfchen zu nutzen, um damit endlich meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wie es der Zufall so will, habe ich genau zum richtigen Zeitpunkt -nämlich jetzt- von Ihrer freien Stelle als Digital-PR-& Social-Media-Manager erfahren. […]“

„Die Leidenschaft für die Arbeit im Social Media Bereich ist inzwischen so gewachsen, sodass auch meine Arbeitsmaterialien Namen verliehen bekommen. Sie glauben mir nicht? Dann fragen Sie doch meine Kamera Hilde, die sich bestimmt auch freuen würde, wenn Sie mich zu einem Bewerbungsgespräch einladen. […]“

Ja, ich gebe es zu. Es hat mich Mut gekostet, diese Bewerbung abzuschicken. Nicht gerade ein Motivationsschreiben, was bei der Schularbeit gepunktet hätte. Aber es hat sich gelohnt, denn in den Unternehmen haben sie gepunktet! Überall, wo ich mich beworben habe, bekam ich Einladungen.

Das heißt, mit Standardbewerbungen kommt man heutzutage nicht weit. Nicht nur im Marketing, sondern überall. Der Bewerbungsmarkt ist riesig. Ihr müsst hervorstechen. Gerade in einem kreativen Bereich bietet es sich mehr als an. Traut euch. Außerdem: analysiert den Begriff Marketing. Was bedeutet das? Wenn du dich selbst nicht gut vermarkten kannst, wie sollst du das dann für das Unternehmen können? Vermarktung ist dein Job. Wenn es dir bei dir selbst nicht gelingt, dann überlege, ob Marketing das richtige für dich ist.

Online Marketing Managerin

Berufserfahrung ist das A und O

Verbessere deine Jobchancen mit Praktika, Studenten- und Nebenjobs

Eigentlich war Lehramt nie der Plan. Ich wollte Journalismus studieren. Leider bekam ich keinen Platz für das Journalismusstudium. Ich musste auf einen anderen Plan zurückgreifen. So entschied ich mich für das Lehramt. Das Studium war alles andere, als kreativ. Um einen kreativen Ausgleich in mein Leben zu bringen, gründete ich im Jahr 2012 meinen Blog „My Café Au Lait“.

Irgendwann trudelten die ersten Kooperationsanfragen ein. Im Jahr 2015 erstellte ich als kleines Feature meinen Instagramaccount. Und dann, irgendwann im Mai 2015 fand ich mich bei der WKO wieder, um mich als neue Selbständige anzumelden. Seit 2017 habe ich mein eigenes Gewerbe. Damals habe ich eine Werbeagentur angemeldet. Es ist quasi schon seit einiger Zeit mein Job, Werbung und Marketing auf selbstständiger Basis zu betreiben. Und da haben wir sie: meine Berufserfahrung, die durchaus in meinen Lebenslauf darf. Übrigens: mein Lebenslauf ist gelayoutet. Be as creative as possible! Ich habe auch ein gelayoutetes Portfolio.

Ich muss zugeben, ich hatte wirklich Glück. Durch mein Hobby konnte ich unbewusst lange Berufserfahrungen sammeln. Ich habe nie spezielle Praktika in diesem Bereich gemacht. Würde ich heute jedoch tun, wenn ich es besser wüsste. Somit waren es tatsächlich der Blog und meine Tätigkeit als Content Creator, die mir diese Türen geöffnet haben.

Online Marketing

Der Schlüssel zum Erfolg

Beruflich durchstarten

Berufserfahrung rettet quasi alles, ist aber nicht immer alles! Das heißt: ein entsprechendes Studium ist gar nicht so ausschlaggebend, ob und wie man einen Job im Marketing findet. Aber die Chancen erhöht man durch das entsprechende Studium natürlich immer. Vorweg gesagt: wer das entsprechende Studium absolviert hat, hat einen Bonus und einen enormen Vorteil.

Trotzdem: Berufserfahrung ist heutzutage generell DAS, worauf es ankommt. Doch all die Berufserfahrung oder auch ein Studium bringen sich nichts, wenn keine Qualifikationen oder Ambitionen dafür mitgebracht werden. Nichtsdestotrotz plädiere ich immer wieder: arbeitet, sobald ihr gesetzlich dürft. Probiert euch aus! Einen Teil der Qualifikationen kann man erlernen, den anderen Teil hat man oder man hat ihn nicht.

Bereits in jungen Jahren arbeiten gehen heißt nicht, dass man die Schule schmeißen soll. Wer die Matura und ein Studium machen möchte, soll das unbedingt tun. Wer eine Lehre machen möchte, der sollte das tun! Aber dauert eure schulische bzw. universitäre Ausbildung länger, so nutzt die Ferien für Ferialjobs, opfert eventuell ein bisschen Freizeit für Nebenjobs und achtet, dass ihr keine lange Lücke im Lebenslauf habt. Meiner ist beispielsweise seit ich 15 bin fast lückenlos. Vielleicht -und das gilt jetzt für alle Bereiche- habt ihr schon eine Vorstellung, was ihr später machen möchtet. Versucht, Praktika in diesem Beruf zu machen oder schnuppert in unterschiedliche Branchen. Dadurch verringert ihr die Gefahr von Fehlgriffen in eurer späteren beruflichen Karriere.

Online Marketing produktiv

Endstation Zero Berufserfahrungen & falsche Ausbildung

Wie der Quereinstieg trotzdem gelingen kann

Zum Thema Online Marketing bekam ich viele Nachrichten auf Instagram. Als ich geschrieben habe, dass ich ohne entsprechende Ausbildung und Studium in der Marketing Branche gelandet bin, weckte ich bei vielen die Hoffnung auf einen Quereinstieg. Ich glaube, vielen war es gar nicht bewusst, dass ich als Selbstständige viele Berufserfahrungen sammeln konnte. Dadurch musste ich auch einige Visionen nehmen, doch auch ohne Berufserfahrungen habt ihr noch Chancen. Ihr müsst dazu kein ganzes Studium nachholen, wobei ich das immer noch empfehlen würde. Ein Bonus schadet nie!

Eine weitere Möglichkeit: es gibt zahlreiche Firmen und Agenturen mit Traineeprogrammen in diesem Bereich. Die sind zwar meistens trotz Vollzeitbasis mies bezahlt, aber können eine echte Chance sein. Wenn man sich besonders gut anstellt und überzeugt, wird man vielleicht sogar übernommen. Es ist ein Weg und eine Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen. Ich würde trotzdem jedem raten, ein Studium einem Traineeprogramm vorzuziehen oder dies in Kombination zu machen. Vielleicht findet ihr Traineeprogramme auf Teilzeit oder geringfügiger Basis. Das hat auch den Vorteil, dass ihr so nicht nur ein Studium in diesem Bereich absolviert, sondern auch gleichzeitig Berufserfahrung sammelt. Diese Kombination ist einfach unschlagbar. 

Online Marketing Arbeiten und Produktiv

Jobchancen Online Marketing

Zusammenfassung

  • Studium + Berufserfahrungen sind die beste Option, um im Marketing zu arbeiten.
  • Berufserfahrung zählt oftmals mehr, als ein Studium – es kommt auf deine Referenzen an.
  • Sammle schon während deiner Schulzeit/ im Studium Berufserfahrung.
  • Traineeprogramme können den Quereinstieg ermöglichen.
  • Punkte mit kreativen Bewerbungen.
  • Zeige, dass du dich selbst vermarkten kannst.
  • Tipp: erstelle auch ein Portfolio mit bisherigen Arbeiten/Referenzen.
  • Layoute deine Bewerbung – zumindest den Lebenslauf!
  • KEINE SCHACHTELTEXTE in der Bewerbung.

Wie du mit der Vergangenheit abschließt

Wie du mit der Vergangenheit abschließt

So machst du die offene Schleife endlich zu

"Hätte ich mal...", "Wenn ich 2018 nicht...", "Warum habe ich damals nicht?" Kennst du diese Sätze? Sie beschreiben vor allem eines: unabgeschlossene Kapiteln aus unserem Leben. Aus unserer Vergangenheit. Wir können ihnen auch einen Namen geben, denn diese Gedankenspiralen heißen Energiefresser.

Sich von Altlasten befreien

...und die Vergangenheit hinter sich lassen

In meinen letzten beiden Blogposts habe ich mich intensiv mit der Thematik „Vertrauensprobleme“ beschäftigt. Dabei wurden auch erste Tendenzen erkennbar, die in Richtung „mit etwas abschließen“ gehen. Wenn mir in meinem Leben etwas viel bedeutet hat, dann fällt es mir immer schwer, ein Ende zu akzeptieren. Ob in Freundschaften, Beziehungen oder Schwärmereien. Wo das Ende eintritt, ist im Grunde genommen egal. Solange mein Herz daran hängt oder hing, werde ich mir nie leichttun, einen endgültigen Cut darunter zu setzen.

Dass nachtrauern am Anfang eine wichtige Phase ist, sich auf Dauer jedoch nichts bringt, muss uns klar sein. Verstanden habe ich das schon immer. Darum weiß ich auch, wie wichtig es ist, mit der Vergangenheit abzuschließen. Für mich jedoch eine richtige Lebensaufgabe, aber wie in vielen Bereichen des Lebens benötigt man eine richtige Taktik, um doch noch ein Kapitel zu Ende zu schreiben. Das ist wichtig, denn wie sollen wir ein neues anfangen, wenn das alte noch auf unseren Schultern lastet?

Die Problemanalyse

...der erste Schritt

Um ein Problem zu lösen, ist es essentiell, sich damit genau auseinanderzusetzen. Das habe ich zumindest für mich herausgefunden. Gerade was zwischenmenschliche Beziehungen betrifft. In letzter Zeit habe ich mir oft die Frage gestellt, warum ich noch an dieser oder jenen Person hänge? Warum ich nicht abschließen kann? Was mich immer noch an diese Person bindet? Und ich habe mich damit beschäftigt, wie ich diese Person wahrnehme. 

Solche Analysen helfen mir, meinen klaren Blinkwinkel zurückzuerobern. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich viele Personen in meinem Leben oftmals überidealisiert habe. Natürlich. Ist die rosarote Brille einmal aufgesetzt, wird die Wahrnehmung immer verzerrter. Bekannt aus der ersten Phase des Verliebtseins oder den Beginn einer scheinbar tollen Freundschaft. Das ist nichts schlimmes. Prinzipiell hilft uns das sogar, uns für eine Person zu entscheiden, da Fehler, die unsere Entscheidung eventuell negativ beeinflussen, unsichtbar werden. Später und in einer gefestigten Beziehung oder Freundschaft akzeptiert man diese Fehlerchen viel eher. Nur – wenn die rosarote Brille den Blick auf Dauer trübt, sollte man irgendwann den Hintern hochkriegen und an einem realistischen Bild arbeiten. Gerade dann, wenn eine aufkeimende Beziehung oder Freundschaft aus welchen Gründen auch immer in die Brüche gegangen ist.

Mit der Vergangenheit abschließen
Mit der Vergangenheit abschließen

Überidealisierung

Das rosarote Brille Problem

Ich glaube, wir alle haben Erfahrungen damit gemacht, dass Personen, die wir besonders wertschätzen, auf uns makellos wirken. Niemand ist schöner, toller oder hat einen besseren Charakter als er oder sie. Das sind jedoch unrealistische Bilder. Natürlich besitzt der angehimmelte Mensch viele Attribute, die ihn oder sie liebenswert machen. Aber kein Mensch ist perfekt. Imperfektion ist mit der rosaroten Brille kaum bis gar nicht erkennbar. Gerade die berüchtigte rosarote Brille macht uns gerne einen Strich durch die Rechnung, wenn es darum geht, neuen Menschen eine Chance zu geben. Das hat an dieser Stelle noch gar nichts mit Vertrauensproblemen zu tun. Ich weiß, wenn man ein Auge auf jemanden geworfen hat und diese Person einen verdammt wichtigen Stellenwert in unserem Leben einnimmt, dann ist es schwer, getrennte Wege zu akzeptieren. Doch wenn es auf Dauer hinderlich ist, neue zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen, dann ist das höchst ungesund.

Ich habe mit diesem rosarote Brille Syndrom oft gehadert. Glücklich hat mich das auf Dauer nicht gemacht, weil man sich auf irgendeine perfide Art und Weise immer weiter in die Illusion hineintreibt. Da ich jedoch nicht mein Leben lang verflossenen Beziehungen oder Freundschaften nachtrauern und irgendwann auch bereit für etwas Neues sein möchte, war ich mir im Klaren, dass ich dieses Problem lösen musste. Diesen Weg gibt es. 

Vertrauen und Vergangenheit

Tschüss rosarote Brille

...lasse die Vergangenheit hinter dir & sei bereit für etwas Neues

Hand aufs Herz. Wann sind wir wirklich bereit für etwas Neues? Simple Antwort: wenn wir ein altes, gar belastendes Kapitel abgeschlossen haben. Aber wenn die alten Geschichten so sehr nagen, dass man zu keinem Vergangenheitsabschluss kommt, ist es hilfreich -und ich weiß, wie schwer das manchmal ist- anderen Menschen eine Chance zu geben. Gerade in dieser Überidealisierungsproblematik scheint es oft unmöglich, anderen Menschen überhaupt eine Chance zu geben. Aber ich bin der Meinung, dass sich Gelegenheiten, tolle Chancen zu verpassen, viel zu oft bieten. Leider. Vielleicht hätte die nette Bekanntschaft der Beginn von einer ganz tollen Sache sein können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch mir das bereits passiert ist und ich einfach zu blind hinter meiner rosaroten Brille war. Sich einzugestehen, dass der Mensch, für den man Gefühle hat, nicht der Herzmensch ist, ist schwer. Aber dieses Eingeständnis, so hart es auch sein mag, bringt dich einen Schritt weiter. Dieser Schritt ist ganz wichtig, denn man lernt, wieder auf andere Menschen zuzugehen. Mal ehrlich, wir wollen alle nicht alleine sein. Was bringt es sich somit, jemanden nachzutrauern, der es wirklich nicht wert ist und wo keine Zukunft vorhanden ist? Gar nichts. Dadurch verpasst man nur wertvolle Lebenszeit und wir vereinsamen. Wie gesagt, eine Trauerzeit ist wichtig und bereinigend, aber sie sollte nicht Überhand nehmen. So müssen wir unser Leben nicht gestalten. Echte Chancen ergeben sich nur dann, wenn man bereit für etwas Neues ist. 

Mit der Vergangenheit abschließen

Du bist nicht der Nabel der Welt

Wie ich das Überidealisierungsproblem unterbunden habe

Überidealisierung unterbinden. Ist leichter geschrieben oder gesagt, als getan. Vielleicht mögen meine Wege komisch klingen, aber mir haben sie geholfen, auch wieder andere Menschen wahrnehmen zu können, auch wenn ich mich das eine oder andere Mal in eine Bubble begeben musste. Was machen wir, wenn wir überidealisieren? Wir betrachten diese Menschen als die schönsten Menschen der Welt, die zudem den tollsten Charakter haben. Oh mein Gott, was habe ich nur für ein Glück, dass sich so ein Mensch mit mir abgibt? Das muss ich festhalten! Stop! Falscher Gedanke. Es gibt so viele optisch, wie auch innerlich schöne Menschen auf dieser Welt. 

In rein optischer Hinsicht habe ich mir extrem oft Bilder von Menschen auf Pinterest angesehen, die wirklich verdammt gut aussahen. Ich weiß, das klingt sehr oberflächlich und das ist es auch. Aber es ist kein Geheimnis, dass Attraktivität (und zwar nicht in objektiver, sondern in subjektiver Hinsicht) eine wesentliche Rolle bei der Partnerwahl und auch bei der Wahl der Freundschaft spielt. Und nochmals: ja, es ist oberflächlich, doch wahre Schönheit ergibt sich oft erst mit dem Charakter, also in vielen Fällen nicht auf den ersten Blick. So betrachtet ist es dann nicht mehr ganz so oberflächlich. Ich habe mich mit Bildern von Personen beschäftigt, welche körperliche Attribute aufwiesen, die ich sehr attraktiv finde, aber die Person Toxic nicht hat. Eigentlich ist es mir ja egal, ob jemand einen Sixpack hat, einen Kopf größer ist, als ich und einen Bart hat (okay, das vielleicht nicht), aber wir brauchen unsere Präferenzen dadurch nicht leugnen, doch es ist der erste Schritt, dass wir erkennen: hey, auf dieser Welt existieren noch viel mehr optisch schöne Menschen. Person Toxic ist nicht die Beauty der Welt. 

Loslassen funktioniert allerdings nicht mit dieser Erkenntnis, sondern erst dann, wenn wir auch aufhören, den Charakter zu idealisieren. Wenn wir aufhören, die Fehler oder die nicht so schönen Dinge/Erlebnisse schön zu reden. Dadurch muss man sich auch mit dem Erlebten noch einmal genauer auseinandersetzen. Dabei müssen wir es zulassen, ehrlich zu uns zu sein. Wow, das gemeinsame Wochenende war das tollste, was ich je erlebt habe – ein Satz, den ich vielleicht früher zum Besten gegeben hätte. Aber dass da auch Dinge passiert sind, die mir gegenüber wirklich unfair waren, blendete ich zuvor aus, weil ich ja mit dem tollsten Menschen der Welt dieses Wochenende verbracht habe. Heute kann ich viel reflektierter sagen, dass das Wochenende zwar schön war, aber dass mich gewisse Verhaltensweisen sehr verletzt haben. Punkt. Und plötzlich ist der Charakter dieses Menschen doch nicht mehr so lupenrein. An dieser Stelle möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass man zwischen kleinen Makeln (die wir alle haben) und extremst unfaires und gemeines Verhalten unterscheiden muss. Und dass wir alle unterschiedliche Gesichter haben. Dass wir Menschen, die wir wirklich lieben, anders behandeln, als Personen, mit denen wir nur eine rein körperliche Beziehung haben wollen. Wobei ich der Meinung bin, dass man auch letzteres viel erwachsener und respektvoller lösen kann, aber das hängt vom persönlichen Reifegrad ab. 

Du denkst und betrachtest subjektiv

Aber du brauchst Objektivität, um die Vergangenheit gehen zu lassen

Unsere Emotionen bewirken, dass wir Menschen sehr subjektiv denken und wahrnehmen. Doch was wir genau in so einer Situation brauchen, ist Objektivität. Objektivität bekommst du von Außen. Bei deinen Freunden ist die Wahrnehmung nicht getrübt. Sie können einen Menschen, für den sie keine Gefühle haben, realistisch wahrnehmen. Der weitere Vorteil: deine Freunde bekommen mit, was in deinem Leben passiert. Sie kennen also die Geschichte und können dir ganz unverblümt sagen, wenn ein Verhalten nicht okay war. Baue und vertraue auf die Ehrlichkeit deiner Freunde. Großes Problem: vieles will man gar nicht hören, schüttelt es vielleicht sogar von sich ab, aber ehrliche Freundschaften sind nie auf einem Lügenkonstrukt aufgebaut. Sie sind auf Vertrauen aufgebaut, auf dem Wissen, dass das Wohlbefinden des jeweils anderen immer an oberster Stelle steht. Warum sollten dir deine Freunde Märchen erzählen? Ich weiß zum Beispiel ganz genau, dass mir meine Freunde immer die Wahrheit erzählen und mich auch in die Schranken weisen, wenn ich unfair gegenüber einer anderen Person bin. Darum analysiere ich mit ihnen auch Probleme. Ich weiß auch, dass meine Freunde ein Feingefühl besitzen und auch mal das Nachtrauern über sich ergehen lassen, wenn sie merken, dass ich das jetzt gerade wirklich brauchen. Aber sie lassen mich nie in dieser Nachtrauerei versinken und holen mich raus, wenn es zu eskalieren droht. Baue auf den Rat von Menschen, denen du wirklich vertrauen kannst.

Aber natürlich ist deine subjektive Wahrnehmung auch wichtig, um die Vergangenheit zu bewältigen. Schließlich ist es das Ziel, deine subjektive Wahrnehmung von Illusionen zu befreien. Was mir dabei hilft: beruhigende Musik hören, mir einen Moment zu stehlen und schreiben. Ich schreibe alles auf, was mich verletzt hat und was den Charakter von Person Toxic nicht mehr im hellen Glanz erstrahlen lässt. Immer, wenn ich abdrifte, lese ich mir die Zeilen durch. Und wenn ich mit Person Toxic nie über diese Dinge gesprochen habe, schreibe ich Briefe. Lange Briefe, die ich zwar nie abschicke, die ich für einen Abschuss aber brauche. Ich bekomme dadurch das Gefühl, dass ich noch einmal mit Person Toxic spreche. Dass ich einen Cut darunter setzen kann. Dass ich alles aussprechen kann, was ich in mich hineingefressen habe. Es befreit und hilft mir, die Vergangenheit loszulassen.

Die Vergangenheit hinter sich zu lassen, erfordert harte Arbeit und einen eisernen Willen. Es geht nicht von heute auf morgen, aber es geht, wenn man bereit dazu ist, etwas zu ändern. Und mit abgeschüttelten Ballast lebt es sich besser. Viel besser! 

Vertrauensängste Vertrauen

Die Kunst, Vertrauen zu können

Die Kunst, Vertrauen zu können

Normalerweise schließe ich mit einem Blogpost auch ein Thema ab. Aber das Thema Trust Issues hat mich nicht mehr ganz losgelassen. Für mich ist es auch nicht ganz abgeschlossen. Darum habe ich beschlossen, mich weiter mit dem Thema Vertrauen zu beschäftigen.

 

Trust Issues

Nachdem ich meinen Blogpost zum Thema "Trust Issues" online gestellt habe, konnte ich meine Gedankenspirale nicht ganz schließen. Das Thema hat mich weiter beschäftigt. Vielleicht auch deswegen, weil ich mich in meinem ersten Blogpost nicht mit dem Thema per se beschäftigt habe, sondern vielmehr das (in einer verkürzten Form) ausgesprochen habe, was ich zu sagen gehabt hätte. Diese Worte mussten raus, aber es war keine konkrete Auseinandersetzung mit dem Problem.

Vielmehr bin ich gewillt, mich weiterhin intensiver mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Und mit all den Ängsten, die daraus entstanden sind.

Sidenote: ich bin keine Psychologin. Ich habe Psychologie lediglich auf Lehramt studiert. Ich gebe keine Gewähr auf die Richtig- und Vollständigkeit dieser Inhalte.

Trust takes years to build

Seconds to break

And Forever to repair

Bevor ich mich dieser Thematik nun voll und ganz widme, möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich mich in keine Opferrolle drängen möchte. Genauso wenig möchte ich Vorwürfe hervorrufen, á la „Wie konnten diese Menschen nur…“.

Ich selbst bin bestimmt nicht als Mutter Theresa geboren worden. Fehler habe ich zu genüge gemacht. Auch ich bin mit dem Vertrauen anderen Menschen nicht immer sorgsam umgegangen. Wir alle machen unsere Fehler. Das heißt aber nicht, dass mich meine eigenen Erfahrungen nicht belasten. Trotzdem – es hat mich erkennen lassen, dass vielleicht nicht immer böse Absichten dahinterstecken, wenn ein Mensch mich seelisch verletzt. Die Erlebnisse, von denen ich euch erzählt habe, sind sehr selektiert. Im Laufe meines Lebens gab es immer wieder Konfrontationen und Dinge, die mich sehr verletzt haben. Aber das sind auch die Erlebnisse, die ausgesprochen wurden und unter denen ich einen Cut setzen konnte.

 

Thantophobia

the fear of losing someone you love

Pistanthrophobia

the fear of trusting people due to past experiences with relationships gone bad

Philophobia

the fear of emotional attachment; the fear of being in, or falling in love

Die Angst vor dem Vertrauen?

Wie Vertrauensängste entstehen und warum Vertrauen essentiell ist.

Angst im Allgemeinen entsteht durch eine Kombination vielerlei Faktoren. Sie kann entweder genetisch bedingt sein (Vulnerabilität), durch schwierige Lebensereignisse oder Lernerfahrungen entstehen. Darum gibt es viele verschiedene Arten der Angst. Vertrauens- und Bindungsängste entstehen durch Enttäuschungen, Traumata oder schmerzhaften Erfahrungen wie Fremdgehen. Auch unsere Eltern können Vertrauens- und Bindungsängste bei uns schüren, unabhängig davon, ob wir aktiv, passiv oder gar nicht beteiligt sind: Scheidungen, viel Streit zwischen den Eltern, aber auch Missbrauch, Alkohlabhängigkeit bei Eltern, Gewalt usw. – schwierige Kindheiten enden oft in Pistanthrophobie. Die Kindheit spielt eine entscheidende Rolle. In dieser Entwicklungsphase bilden wir unser Urvertrauen. Doch genauso können schwierige Beziehungen im Jugend- und Erwachsenenalter ein wesentlicher Faktor für Pistanthrophobie sein.

Pistanthrophobie – das ist das Fachwort für die Angst zu Vertrauen. Eine Angst, die wie alle anderen Phobien, ein Hindernis in unserem Leben darstellt. Vertrauen ist ein essentieller Bestandteil unseres Lebens. Zum einen münden Vertrauensängste ganz oft auch in andere Ängste. Dadurch entstehen:

  • Versagensängste
  • Ängste, Nähe zuzulassen
  • Bindungsängste
  • soziale Phobie

Schauen wir uns diese Ängste genauer an. Versagensängste können hinderlich in unserer beruflichen Karriere sein. Bindungsängste und die Angst, Nähe zuzulassen führen dazu, dass wir uns Steine in den Weg legen, jemanden zu finden, den wir lieben. Es führt dazu, dass Partnerschaften nicht eingegangen werden oder wir es überhaupt nicht einmal zulassen, neue Menschen in unser Leben zu lassen.

Meine Bindungsangst wurde schon im letzten Blogpost mehr als deutlich:

"Wie ich es irgendwie vor jedem Date tue, plante ich, nach einer Stunde zu gehen."
Black and white Photography Trust Issues
"Trust Issues"
20. Oktober 2019

Dieser Satz bringt deutlich zum Ausdruck, wie schwer es mir fällt, wirkliche Nähe zuzulassen. Klar, lockere erste Dates haben noch nicht viel mit Nähe und Bindung zu tun. Dennoch bedeutet es eines: man lässt einen Menschen in sein Leben. Für wie lange und ob es nur bei einem Date bleibt ist dabei nicht relevant. Außerdem gibt es da noch das Ungewisse. Wie wird sich das ganze entwickeln? Werden daraus Gefühle entstehen? Auf beiden Seiten? Nichts tut mehr weh, als einseitige Liebe. Genau das schürt Ängste. Natürlich muss man in seinem Leben immer wieder gewisse Risiken eingehen. Das Kennenlernen einer neuen Person ist kein Garant dafür, dass man letzten Endes gleiche oder ähnliche Ziele, Wünsche und Vorstellungen hat. Wir alle kennen den Satz: „Jetzt hatte ich so viel Pech. Darum muss es jetzt einfach einmal klappen.“ Der Satz hat zwar eine positive Message, denn er weist auf Hoffnung hin. Doch negative Erfahrungen in der Vergangenheit garantieren nicht, dass man fortan verschont wird, erneut einen toxischen Menschen kennenzulernen.

Blumen Vertrauensängste Blogpost

Missbrauchtes Vertrauen hat viele Gesichter

Pistanthrophobie ist eine spezifische Angststörung, die eng an unsere Emotionen gekoppelt ist. Daraus können sich weitere spezifischere Ängste ergeben. Wie beispielsweise die Philophobie – die Angst, emotionale Gefühle wie Liebe überhaupt zuzulassen. Solche Unsicherheiten kommen bei mir oft in der Zeit zwischen dem Kennenlernen und der „ich lasse mich emotional auf dich ein“-Entscheidung vor. Zum Glück ist das bei mir keine Phobie, sondern nur eine Unsicherheit. Ich kenne jedoch Menschen, die eine stark ausgeprägte Angst davor haben, sich zu verlieben und alles tun, was in ihrer Macht steht, um emotionale Gefühle vehement von sich fernzuhalten.

Womit ich jedoch öfter hadere ist die Thantophobie. Thantophobie ist die Angst, jemanden zu verlieren, den man liebt und bezieht sich eigentlich auf die Angst vor dem Tod (eigener oder der Tod einer geliebten Person). Ich kam mit dem Thema „Tod“ schon sehr früh in Berührung, darum war ich bereits in jungen Jahren mit Verlustängsten konfrontiert. Aber auch in Beziehungen zeigte sich dieses Muster nach und nach. Früher war es rein auf das Thema „Tod“ bezogen, was sich heute definitiv verändert hat, nachdem ich meine erste Trennung erlebt habe. Inzwischen haben sich Verlustängste bei mir ebenso auf zwischenmenschlicher Ebene manifestiert:

"Ich ertappte mich oft dabei, wie ich zu meinen Freunden sagte: „Ich will nicht, dass es endet.“ Ich hatte Angst, dass es endet."

Mit Veränderungen tue ich mir oft schwer. Inzwischen arbeite ich daran, Veränderungen als neue Chancen zu sehen. Doch wenn ich jemanden wirklich gern mag, werde ich mit einer ganz bestimmten Veränderung wohl nie klar kommen: wenn es endet bzw. nicht von meiner Seite aus vollster Überzeugung beendet wurde. Lasse ich mich auf jemanden ein, dann habe ich es eigentlich bereits geschafft, die Pistanthrophobie abzubauen. Nur wenn es einmal nicht so gut läuft, entstehen bei mir Verlustängste. Es tut weh, Menschen zu verlieren, die man gerne hat und davor habe ich auch Angst.

Atelophobia

the fear of not being good enough

Athazagoraphobia

the fear of forgetting, being forgotten or ignored, or being replaced

Dystychiphobia

the fear of hurting someone

Bin ich gut genug?

Das Vertrauen in sich selbst

Liegt es an mir, wenn es endet? Bin ich schuld, weil ich nicht gut genug bin? Ich muss so oder so sein, dann bekomme ich schon das, was ich will (Beziehung, Liebe, Freundschaft). Ich habe mich oft selbst gequält, um bestimmten Idealen zu entsprechen, die ich nie im Leben erreichen kann. Oft auch nur deswegen, weil ich mir eingebildet habe, irgendwann zu genügen, wenn ich nur „so“ wäre, wie ich geglaubt habe, sein zu müssen. Das soll nicht heißen, dass meine Magersucht oder meine Essstörung per se darauf fundieren. Es stecken immer noch tiefgreifendere Trigger dahinter, aber es ist kein Geheimnis, dass Liebeskummer und zerbrochene Freundschaften meine Trigger-Faktoren Nummer 1 waren und sind.

Ist die Beziehung oder die Freundschaft zerbrochen, bereitet es mir oft Sorgen, nun plötzlich ersetzt zu werden. Besonders dann, wenn noch Gefühle im Spiel sind und ich noch nicht abgeschlossen habe.

"Denn du warst gut darin, mich zu ersetzen. Mich links liegen zu lassen, wenn ein anderes Mädchen cooler war als ich. Das hast du oft gemacht. Ziemlich oft sogar."

Ist diese Angst ausgeprägt, nennt man sie Athazagoraphobie. Es ist Weißgott nicht schön, wenn man im Leben des anderen nur noch eine unbedeutende bzw. gar keine Rolle mehr spielt. Insbesondere dann, wenn man noch Hoffnung auf ein Happy End hat. Besonders weh tut es auch, wenn man das Gefühl hat, ersetzt zu werden, z.B. mit einer neuen besten Freundin oder einem/einer neuen Partner/in. Als mein Ex-Freund plötzlich eine neue Freundin hatte, war das für mich besonders schlimm, weil ich einfach noch keinen Cut unter diese Beziehung setzen konnte bzw. weil er mich auch wegen ihr verlassen hat. 

Blumen Vertrauensängste Blogpost

Wie kann ich meine Ängste abbauen?

Und wieder vertrauen?

Ich bin gerade selbst dabei, Strategien zu entwickeln, meine Vertrauensängste zu bewältigen. Ein gesundes Misstrauen ist meiner Meinung nach wichtig. Man sollte nicht immer sofort blind vertrauen, sondern auch kritisch sein. Warum ich nun endlich an diesem Probelm arbeiten möchte, fundiert darauf, dass ich mein Leben davon nicht mehr beeinflussen lassen möchte. Es hemmt mich in zwischenmenschlichen Beziehungen. Zwar gibt es genügend Menschen, denen ich vertraue (sogar blind), aber gerade beim Thema Liebe und Partnerschaft steht mir die Pistanthrophobie im Weg. Dabei ist es das gar nicht wert, dass die toxischen Menschen aus meiner Vergangenheit mein Leben derart beeinflussen. Ich bin diejenige, die mein Leben beeinflussen soll, nicht andere.

Im Übrigen möchte ich an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass ich nicht alle der aufgezählten Phobien habe. Sie sind lediglich in einer abgeschwächteren Form in meinem Leben präsent, aber nicht phobisch. Ich denke, all das sind Ängste, die wir alle kennen – und das ist auch kein Wunder. Denn mit negativen Ereignissen, falschen Freunden und Liebeskummer werden wir alle im Laufe unseres Lebens konfrontiert. Genau deswegen ist es so wichtig, jede Chance zu ergreifen, um mit solchen Geschichten abzuschließen. Der Face-to-Face Kontakt ist dafür immer noch die nachhaltigste Lösung von allen. Verpasst diese Chance nicht, denn es führt nur dazu, dass ihr eure Trust Issues füttert und es letztendlich in eine Pisanthrophobie mündet. Als studierte Psychologielehrerin weiß ich jedoch, dass Ängste dazu da sind, um sie zu überwinden. Genau das möchte ich jetzt angehen. Ich beschäftige mich schon länger mit Strategien zur Bewältigung von Pistanthrophobie. Das heißt, das Thema ist auf diesem Blog noch nicht durchgekaut und wird fortgesetzt. Stay tuned!

Trust Issues

Die nicht ganz chronologische Reihenfolge meiner...

Trust Issues

We found each other
I helped you out of a broken place
You gave me comfort
But fallin' for you was my mistake.
I put you on top, I put you on top
I claimed you so proud and openly
But when times where rough
When times where rough
I made sure I held you close to me.
I want you to stay, I want you to stay
Even though you don't want me

We found each other

Es war so, als hätten wir uns gesucht und gefunden. Wir waren unzertrennlich. Beste Freundinnen. Uns gab es nur im Doppelpack. Und dann auch wieder nicht. Denn du warst gut darin, mich zu ersetzen. Mich links liegen zu lassen, wenn ein anderes Mädchen cooler war als ich. Das hast du oft gemacht. Ziemlich oft sogar. Dann hast du mich ausgeschlossen. Aber ich? Ich sah in dir immer noch meine beste Freundin. Habe um dich gekämpft und dich immer erfolgreich zurückbekommen. Jedes Mal hat es mich traurig gemacht, wenn du wieder jemand besseren gefunden hast. Aber ich habe dir immer verziehen. Bis ich älter wurde und erkannte, dass du mich immer wieder aufs neue ersetzen würdest. Ich habe dir vertraut, aber irgendwann konnte ich es nicht mehr.

I helped you out of a broken place

Wir wurden nicht sofort Freundinnen. Vielleicht lag es daran, weil ich zuerst mit deiner ehemaligen besten Freundin befreundet war. Ihr konntet euch bis auf den Tod nicht mehr ausstehen. Ihr wart zerstritten wegen einem Typen. Er hat mit euch beiden nur gespielt. Gott sei Dank habt ihr das beide später erkannt. Deine ehemalige beste Freundin hat mich genauso enttäuscht, wie sie dich. Das schweißte uns zusammen. Wir wurden Freundinnen. Und irgendwann verbrachten wir jede freie Minute miteinander. Wir hatten Spaß. Wir waren lockere Teenager, kannten nicht immer unsere Grenzen, lebten uns aus, waren teilweise echt verantwortungslos und taten all dies gemeinsam.

In den Sommerferien nach der Matura gingen wir weiterhin viel gemeinsam weg. Wir tanzten uns durch die Nächte, wickelten Typen um den Finger und es fühlte sich so gut an, deine Freundin zu sein. Du warst beliebt bei den Männern. Zuerst stand ich in deinem Schatten, doch ich wurde fast so wie du. Dir immer ähnlicher. Und so schien es, als würden sie mich beachten. Wir waren laut, wild und wir kümmerte uns nicht darum, was andere über uns dachten.

Wir wurden uns immer ähnlicher. Aber es gab eine Sache, die uns voneinander unterschied. Ich lebte realistischer. Du in einer Traumblase. Ich habe dich oft aus der Scheiße gerettet. Viel zu oft. Vor Problemen bist du weggerannt. Für dich gab es nur die schönen Seiten des Leben. Und wenn die Dinge mal nicht so viel Spaß machten, hast du sie von dir weggeschoben. Und du hast mich weggeschoben, als ich dich wirklich gebraucht habe. Du hast mich in der schwersten Zeit meines Lebens einfach im Stich gelassen. Aber ich hätte es besser wissen müssen. Denn du warst schon immer so. 

 

You gave me comfort

Ich bin dir nie wirklich aufgefallen. Du warst einer von den Jungs, den alle Mädchen hinterherrannten. Ein Bad Boy. Und du warst dir dessen bewusst, dass du alle haben konntest. Du bist mir schon aufgefallen, aber ich hatte nie Interesse an dir. Oder ich war mir dessen bewusst, dass ich dich nie haben könnte. Wahrscheinlich wusste ich genau, dass ich nicht die Art von Mädchen war, die in dein Beuteschema passte. Ich war nicht sonderlich schlank, meine Haare waren nach meinem Frisörunfall kaputt. Für dich war ich bestimmt nicht genug. Und dann… als die Jahre vergingen und ich mich veränderte.
Mich entwickelte.
Ein anderer Mensch wurde.
Plötzlich in dein Beuteschema passte…

Da hast du mich beachtet. Ich habe dich zappeln lassen. War nicht wirklich an dir interessiert. Ich hatte zu den Zeitpunkt jemand anderes im Visier. Und dann – eines Abends. Vielleicht war das eine Glas Passoa Orange zu viel des Guten. Ich war leicht angeheitert. Aber du hast mich fasziniert. Ich gab nach. Du hast mich geküsst. Inmitten einer Menschenmenge. Und es passierte mehr. Für mich war es etwas einmaliges. Doch wenige Monate später hast du dich wieder gemeldet. Es wurde intensiver. So intensiv, dass ich dir blind vertraute. Du warst mein Zufluchtsort. Ich habe mich so beschützt gefühlt. Aber das war deine Masche. Und du hast es geschafft. Ich verliebte mich in dich. Aber du? Du hast es nur ausgenutzt. Und als ich das begriff, war es schon zu spät, um wieder unbeschadet aus dieser Sache herauszukommen. Aber ich habe es geschafft. Ich habe dich irgendwann vergessen. Zumindest habe ich es irgendwie geschafft, mich von dir zu befreien, sodass ich dann auch ohne dich gut klar kam und wieder glücklich wurde.

Trust Issues black and white photography
Trust Issues Girl Black and White

But fallin' for you was my mistake

Erstes Date. Wir kannten uns noch nicht gut. Haben ein paar Worte gewechselt. Ich wusste nicht viel von dir. Und du nicht viel von mir. Aber wir verstanden uns gut. Wir waren uns irgendwie sympathisch. „Lass uns doch auf einen Kaffee gehen.“ Es war kurz vor Mitternacht, als du diese Zeilen in dein Smartphone getippt hast. „Klar, wann?“, schrieb ich zurück. Ich verschwendete keinen Gedanken daran, wie es mir kurz vor dem Treffen gehen wird. Dass ich Angst bekommen würde. In ein Gedankenchaos versinken würde. „Morgen?“ Ich überlegte. Überlegte kurz, ob ich etwas geplant hatte. Eigentlich hatte ich Zeit. Kurz Kinderdienst, aber der Rest des Abends gehörte mir. „Oder ist dir das zu spontan?“, fragtest du, während ich immer noch überlegte. „Nein“, schrieb ich zurück. „Morgen, 17 Uhr?“, fügte ich als Frage hinzu. „Perfekt“, kam es von dir gleich zurück. Also, morgen 17 Uhr.

Wir schrieben auch am Tag des Dates ununterbrochen. Ich war nervös. Irgendwie aufgeregt. Die Zeit verging. 14 Uhr. 15 Uhr. 16 Uhr. Ich wurde immer unsicherer. Unsicher, ob ich mich überhaupt mit dir treffen sollte. Ich hatte Angst. Aber so kurz vor einem Date konnte ich nicht mehr absagen. Ich konnte nicht unhöflich sein. Also ging ich hin. Wie ich es irgendwie vor jedem Date tue, plante ich, nach einer Stunde zu gehen. Aber eine Stunde musste ich aushalten. Aus Solidarität. Oder Höflichkeit. Oder wie auch immer. Aber es wurde mehr, als nur eine Stunde. Mehr als zwei. Mehr als drei. Wir verquatschten uns im Café, bestellten mehr als nur einen Drink und ich ließ es sogar zu, dass du mich nach Hause bringst. Es war ein gutes Date. Ich mochte dich, auch wenn mein erster Gedanke war, als ich dich sah: „Gut, du bist echt nicht mein Typ.“ Aber dann lernte ich dich kennen und ich schüttelte all das Oberflächliche von mir ab. 

Irgendwann passierte mehr. Wir hatten eine schöne Zeit. Du warst meist nahbar, aber manchmal dann doch nicht mehr. Manchmal warst du richtig kühl. Ich ertappte mich oft dabei, wie ich zu meinen Freunden sagte: „Ich will nicht, dass es endet.“ Ich hatte Angst, dass es endet. Darum sagte ich nichts. Ließ mir alles gefallen. Manchmal dachte ich auch, es wäre nicht nötig, etwas zu sagen. Weil sich dann alles wieder zum Schönen gewandelt hat und du wieder so nahbar warst. Mir ein gutes Gefühl gegeben hast. Zumindest bewahrtest du den Schein, dass ich dir nicht egal bin. Ob das echt war oder nur Show? Ich kann es nicht beantworten. Zumindest hast du es auch nicht geschafft, mir zu sagen, was du wirklich willst. Du hast es per WhatsApp getan, mir aber nie dabei in die Augen gesehen. Erst später habe ich gemerkt, wie feige und schwach das war. Das habe ich nicht verdient! Und letztendlich? Letztendlich hat es doch geendet. Ohne ein Abschiedswort. 

I put you on top

Wir trafen uns im ersten Semester. Du sagtest, ich sei dir sofort aufgefallen. Wir kamen ins Gespräch. Es dauerte nicht lange und wir wurden zu Freundinnen. Wir kämpften uns durch Vorlesungen, jammerten über Elementare Logik und hingen am Campus ab. Durch dich wurde das Studium erst schön.

Wir lernten auch andere Komilitoninnen kennen. Wir formierten uns zu einer Gruppe, doch du warst immer die Nummer 1. Ich habe dir vertraut. Sah so viel Gutes in dir. Du schienst eine Stütze zu sein. Hast mich sogar unterstützt, als es mir wegen meiner Krankheit nicht gut ging. Ich hatte das Gefühl, ich könnte dir alles anvertrauen. Hatte das Gefühl, dass du mich verstehen würdest. Doch hinterrücks hast du Intrigen gesponnen.

Du warst eifersüchtig. Eifersüchtig auf eine andere Komilitonin und mich. Du wolltest bei jedem die Nummer 1 sein. Nicht nur bei mir. Und du hast uns gegeneinander ausgespielt. Dadurch sind Freundschaften zerbrochen.

Aber mit der Zeit wurden wir schlauer. Wir erkannten, dass du nur so unschuldig getan hast. Dass du wie ein Wolf im Schafspelz warst. Ich bin froh, dass ich erkannt habe, wer damals die ehrlichen Menschen waren und wer nicht. Und du warst nicht von dieser Sorte. Aber trotzdem hat es mich enttäuscht, was du hinter unserem Rücken gemacht hast. Es hat mich enttäuscht und mich nachhaltig misstrauisch gegenüber anderen Menschen gemacht.

Trust Issues Black and White
Black and white Photography Trust Issues

I claimed you so proud and openly

Ich habe dich zuvor noch nie gesehen, als du mich auf Facebook geaddet hast. Normalerweise nehme ich nie jemanden an, den ich nicht kenne. Aber ich sah mir dein Profil an. Dein Lächeln hat mich irgendwie sofort in einen Bann gezogen. Ich fand dich sympathisch. So sympathisch, sodass ich dir sogar schrieb, nachdem ich die Freundschaftsanfrage bestätigt hatte. „Kennen wir uns?“, schrieb ich frech. Du hast sofort geantwortet. „Nein, aber das können wir ja noch ändern.“ Das fand ich süß. Ich war 20 und naiv.

Eine richtige Beziehung hatte ich zuvor noch nicht so wirklich. Nur lockere Geschichten. Und eine Enttäuschung. Ich war schon etwas vorsichtiger, aber ich fand dich wirklich süß. Du hast nach einem Date gefragt und ich habe „Ja“ gesagt. Doch je näher es kam, desto unsicherer wurde ich. Ich hatte Bindungsängste. Oder leichte Trust Issues.

Ich ging mit dem Vorhaben zu diesem Date, nach einer Stunde wieder zu gehen. Aber dann hast du mich angelächelt. Und mir gezeigt, was hinter deiner schönen Fassade steckte. Ich fand dich anziehend und hatte ernsthaftes Interesse an dir. Was ich jedoch noch hatte: ein Geheimnis.

Ich war krank, als wir uns das erste Mal begegneten. Und ich versuchte es am Anfang zu vertuschen. Ich mochte dich wirklich. Aber es fiel mir nicht leicht, mich immer bei dir zu melden. Die Magersucht zog mich manchmal in ein dunkles Loch. In Depressionen. Du dachtest, ich würde mit dir spielen, also gestand ich dir die Wahrheit. Ich dachte, du würdest gehen. Du würdest das nicht mitmachen wollen. Aber du bist geblieben und wir waren zusammen. Du bist geblieben, nur um später doch zu gehen und mich alleine zu lassen. Was habe ich nur geglaubt? Warum habe ich dir geglaubt. Du hast gesagt: „Wir stehen das gemeinsam durch.“ Letztendlich musste ich es ohne dich durchstehen.

But when times where rough

Ich weiß nicht, was ich getan habe, aber du hattest schon von Anfang an etwas gegen mich. Du hast mich nicht gekannt und vielleicht war es auch ein bisschen deine kindliche Naivität. Dein kindlicher Leichtsinn. An der Tatsache, dass du ein kleiner Junge warst. Oder an der Tatsache, dass Kinder nicht über den Tellerrand hinausdenken. Es schien dir Spaß zu machen, mich zu ärgern. Das ist auch irgendwie normal. Jungs ärgern Mädchen. Und umgekehrt. Aber du hast über das Ziel hinausgeschossen. Du hast mir Schneebälle mit Eisklumpen ins Gesicht geschossen. Du hast mir ins Gesicht gerotzt. Und dabei hast du gelacht. Laut gelacht. Alle anderen haben mitgemacht, weil du sie dazu animiert hast. Du hast dich über mich lustig gemacht. Meine schwächere Position ausgenutzt. Und irgendwann bist du mir im Fahrradkeller unserer Schule aufgelauert, hast mich fest gegen die Wand gedrückt und mir gedroht. Aus welchen Gründen auch immer, aber du wolltest mich fertig machen. Dabei waren wir beide damals erst 12 und 13 Jahre alt. 

Ich hatte Angst vor dir. Hatte Angst, dass du mich hauen würdest. Ich war dir deutlich unterlegen. Alterstechnisch. Körperlich. Nie im Leben hätte ich mich gegen dich wehren können. Ich habe dir nie etwas getan, aber du mochtest mich einfach nicht. Das wäre noch okay, wärst du nicht zu weit gegangen. Du hast mich nicht geschlagen. Du hast mir nur gedroht und mich dann wuchtig an die Seite geschubst, sodass ich hingefallen bin. Das hat gereicht, um meine Trust Issues nachhaltig aufzubauen. Und auch Jahre später habe ich es nicht vergessen. Ich habe deinen Blick nicht vergessen. Das hasserfüllte Glitzern in deinen Augen. Deine zuckende Oberlippe. Du warst im Angriffsmodus und ich hatte Angst. Wirklich Angst. Und auch heute noch habe ich Angst, dass ich Gewalt jemals wieder am eigenen Körper spüren muss. 

 

Trust Issues Black and White Portrait

I made sure I held you close to me

Mit diesem Blogpost habe ich vieles aus meiner Vergangenheit aufgearbeitet. All diese Erfahrungen haben mich geprägt. Geprägt und mich verändert. Verändert insofern, dass es mir heute schwer fällt, Menschen zu vertrauen. Wir alle gehen durch schwere Zeiten. Und wir alle begegnen im Laufe unseres Lebens Menschen, die toxisch für uns sind. Von denen wir loslassen müssen. Denen wir viel Vertrauen geschenkt haben und letztendlich doch nur enttäuscht worden sind. Und dabei kommt es gar nicht auf die Frequenz der Enttäuschungen an. Enttäuschungen tun weh. Vertrauen ist ein hohes Gut und nicht jedem von uns gelingt es, nach zwischenmenschlichen Enttäuschungen einen Cut darunter zu setzen. So leider auch mir. Ich bin zu emotional veranlagt und manchmal, ja manchmal, da distanziere ich mich davor, diese Geschichten aufzuarbeiten. Doch das führt nur dazu, dass es weiterhin an mir nagt. Ob es ein Fehler war, mich nie wirklich mit diesen Erlebnissen auseinanderzusetzen? Alles in mich hineinzufressen oder doch weiterhin zu hoffen, dass alles gut wird? Vielleicht. Aber es ist nie zu spät, mit der Vergangenheit abzuschließen. Es ist nie zu spät, sich noch einmal bewusst damit auseinanderzusetzen, auch wenn es schon lange her ist und nicht jeder verstehen kann, dass man nach so einer Ewigkeit immer noch daran denkt. Ich habe immer versucht, all diese Erfahrungen von mir abzuschütteln. Ich kann über Dinge sprechen, auch über Probleme, die mich selbst betreffen. Aber kaum sind andere Menschen involviert, die mir wehgetan haben, verschließe ich mich lieber. 

Danke, falls ihr bis hierhin gelesen habt. Ich habe dieses virtuelle Papier gebraucht, um zumindest den Prozess des Abschließens einzuleiten. Manche dieser Geschichten sind sogar mehr als 10 Jahre her. Sie beeinflussen mich immer noch. Aber ich habe beschlossen, dass ich nicht mehr möchte, dass sie mich beeinflussen. Inwieweit ich das selbst steuern kann, weiß ich nicht. Aber es war Zeit, diesen Erlebnissen ins Auge zu blicken und zu reflektieren. Das habe ich hiermit getan. Ich bin keinem mehr böse, aber trotzdem wünschte ich mir, dass ich diese Menschen anders in Erinnerung hätte. 

Casa Lillywood: Küche und Essbereich

Casa Lillywood

Küche und Essbereich

Gesunde und ausgewogene Ernährung ist mir wichtig. Ich koche meistens frisch. Dementsprechend brauche ich genügend Platz. Meine Küche muss nicht riesengroß sein, um mich austoben zu können. Entscheidend ist die Einteilung und die verfügbare Arbeitsfläche. Die war zu meinem Einzug definitiv zu wenig. Mit einer einzigen kleinen Arbeitsfläche konnte ich nicht viel anfangen. Die Fläche wurde zudem bereits von meiner Kaffeemaschine ausgefüllt. Das Kochen war ein Kampf.  Jetzt, wo die Küche fertig ist, kann ich mich kulinarisch austoben. Das Kochen macht wieder Spaß - und das, obwohl meine Küche sehr klein ist.

Farbschema

schwarz, grau, dunkelgrün, weiß und gold/silber

Ursprünglich wollte ich keinen Metallmix machen. Aber bei der Küche passierte es zwangsläufig doch. Meine Geräte und die Griffe an den Schränken sind silber. Doch als ich meine Lampe für diesen Bereich entdeckte, wagte ich mich doch an einen Metallmix – und es harmoniert.

Der Essbereich ist auch der einzige Raum, der sehr ikealastig ist. Ansonsten habe ich es vermieden, viel beim Schweden einzukaufen. Nicht, weil es mir „nicht gut genug“ ist, sondern weil ich nicht wollte, dass meine Wohnung jeder zweiten gleicht. Aber manchmal führt der Weg an dem Schweden doch nicht vorbei.

Ich hätte es mir nicht gedacht, aber der Tisch war wohl die größte Herausforderung beim Möbelkauf. Umso glücklicher war ich, als ich ihn endlich gefunden habe, auch wenn ich ihn mir heute nicht mehr kaufen würde. Besonders zäh war die Tatsache, dass die Küche wenig Arbeitsfläche bot und nur das notwendigste eingebaut wurde. Deswegen musste ich mir noch eine Anrichte dazu kaufen, auch wenn sie farblich nicht optimal dazu passt. Auch die Höhe passt nicht ganz, aber ich kann damit leben. 

So, jetzt aber einmal ganz von vorne. Es folgt eine ausgiebige Vorstellung meiner Küche und meines Essbereiches. Es ist übrigens auch der Raum, in dem ich die meiste Zeit verbringe, da ich im Essbereich arbeite.

Küche und Essbereich

Räume sinnvoll nutzen...

...und Stauraum schaffen

Ich brauche in der Küche relativ viel Stauraum, weil ich eine unverbesserliche Fanatikerin bin, was Vorräte betrifft. Der Stauraum war nicht von Beginn an vorhanden. Leider. Ich will mich nicht beschweren, aber mein Geschirrspüler ist für eine Ein-Frau-Wohnung relativ groß. Inzwischen habe ich zumindest so viel Geschirr, um ihn ganz gut ausfüllen zu können. Aber um ehrlich zu sein: mehr Stauraum wäre mir lieber gewesen. Ich weiß: Luxusproblem, denn zumindest habe ich einen Geschirrspüler. Trotzdem musste ich mich um den Stauraum selbst kümmern. Bei Möbelix kaufte ich mir noch einen Schrank mit Anrichte. Eigentlich vermeide ich Möbelix so gut es geht, aber da ich in dieser Wohnung sowieso nicht mein Leben lang wohnen werde und dementsprechend die Küche für ein Mietobjekt so irrelevant ist, war es mir relativ egal. Auch wenn es qualitativ nicht gerade das hochwertigste Produkt es, es erfüllt seinen Zweck und sieht ganz okay aus.

In dem Schrank von Möbelix bewahre ich neben meinem Geschirr und Kochutensilien noch Backformen, Auflaufformen, Teller und meine Geschirrtücher auf. In den anderen Schränken befinden sich meine Weingläser, Sektgläser, Wassergläser, Tassen, Schüsseln und Eierbecher. Der Schrank oberhalb meines Kühlschrankes bietet Platz für Vorräte. Unterhalb befinden sich meine Töpfe, Mixer und Pürierstäbe sowie Vorratsdosen. Unterhalb der Spüle hingegen sind meine Putzsachen und Mülleimer.

Küche

Das optimale Feeling in einer Küche

Über Gewürze und Vorratsdosen

Meine Anrichten wollte ich nicht ganz leer lassen, obwohl ich wirklich jeden erdenklichen Platz für das Kochen benötige. Ein bisschen Leben musste jedoch schon in die Küche. Auf meinem Möbelix Schrank stehen meine Kaffeemaschine, ein großes Schneidbrett sowie Vorratsgläser. Obwohl ich einen Vorratschrank habe, liebe ich es, dass man ein paar davon auch in solchen hübschen Gläsern sieht. Außerdem ist es mehr als praktisch, wenn man alles griffbereit hat.

Oberhalb meines Möbelix Schrankes habe ich eine Halterung für Kochutensilien montiert. Basilikum oder irgenwelche anderen Gewürze sorgen dabei immer ein bisschen für Farbe. Daneben befindet sich ein Regal aus echtem Marmor von Westwing. Ihr glaubt gar nicht, was für eine Prozedur dahintersteckte, dieses Regal in meine Stahlbetonwand zu montieren (fast so schlimm, wie die Vorhänge). Ich spielte mit dem Gedanken, ein zweites zu montieren, aber nach der Odysee reicht mir das eine. Auf dem Regal stehen zwei Vorratsdosen: eine grüne aus Marmor von Westwing (für Zimt) und eine schwarze Blechdose (für Kaffee), die mir meine Freunde letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt haben. Last but not least habe ich alles mit Kerzen dekoriert. Oh – und meinen heißgeliebten Sonnenspiegel von H&M Home dürfen wir als dekoratives Detail nicht vergessen.

Neben meinem Schrank von Möbelix habe ich noch eine Halterung in Form eines messingfarbenen Hirschkopfes für meine Schürze montiert.

Regal Essbereich Küche
Gewürze Küche Detail
Küche Essbereich Gewürze
Regal Detail

Der Essbereich

Der Kampf um jeden Zentimeter Platz

Wer voriges Jahr meinen Umzug in meinen Instagramstories verfolgt hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich echte Schwierigkeiten dabei hatte, einen Tisch zu finden. Ich war beim Möbelkauf wirklich wahnsinnig gut vorbereitet. Die wichtigen Möbel bestellte ich mir bereits viele Wochen vorher. Doch beim Tisch machte es einfach nicht klick. Nach der Schlüsselübergabe und mitten im Umzug habe ich meinen dann bei Ikea gefunden. Ich muss zugeben, es war nicht die Lösung, mit der ich zu 100% zufrieden war, aber für mich in Ordnung. Ich kann definitiv mit meinem schwarzen Tisch leben. So viel Platz ist auch nicht vorhanden. Ich mag mein Wandteil, aber bei der Einrichtung meines Wunschessbereiches hat es mir etliche Freiheiten genommen. Der Tisch ist vollkommen okay und sieht auch toll aus. Grobes Holz wäre mir im Nachhinein zwar lieber, würde aber nicht in diesen kleinen Raum passen.

Damit mein Essbereich nicht zu düster wurde, entschied ich mich bei meinen Sesseln (ebenfalls von Ikea) für hellere Polsterbezüge. Kurz spielte ich mit den Gedanken, sie in dunkelgrau zu kaufen, doch da mein Wandteil auf dieser Seite ziemlich dunkel gestrichen wurde, blieb ich bei den hellen Bezügen. Aufgewertet habe ich den Tisch mit einer Vase von Bolia und Kerzen von H&M Home.

Küche
Essbereich

Pimp my kitchen, pimp my dining room

Auch in der Küche/Essbereich ist ein bisschen Deko erlaubt

Ich entschied mich dazu, den Essbereich mit einem Teppich auszustatten. Bei Mömax fand ich einen mit einer antiken Landkarte. Ich überlegte wirklich lange, ob ich ihn behalten sollte. Ehrlich gesagt überlege ich immer noch. Behalten muss ich ihn zwar, aber ich bin mir nach wie vor unsicher, ob ich es supertoll finden soll oder ob ich den Teppich nicht doch besser ersetze. Aber irgendwie mag ich es sehr, weil der Teppich meinem Raum einen individuellen Charakter gibt und es eben mal nicht zu 100% nach Instagram aussieht.

Meine dunkelgrau gestrichene Wand wurde mit grün-goldenen Prints von Desenio aufgehübscht. Den großen Spiegel wollte ich ursprünglich gar nicht behalten und meiner Mutter zurückgeben. Sie hatte ihn mir während dem Umzug mitgegeben, um einen Spiegel in der Wohnung zu haben. Eigentlich war es als Zwischenlösung gedacht. Da er mir jedoch so gut gefielt, durfte er auf meine Wand. Heute würde ich ihn nicht mehr hergeben.

Neben meinem Kühlschrank hängt ein Wallgrid mit den schönsten Erinnerungen. Den Grid habe ich von hejpix. Früher hing in meiner Küche auch noch ein großes Stück schwarze Tafelfolie. Es war zwar cool, alles auf die Wand schreiben zu können, aber irgendwie hat die schwarze Folie meinen Raum so zusammengedrückt. Nachdem ich sie entfernt habe, durfte ein weiterer Spiegel bei mir einziehen (H&M Home).

Ein auffälliges Schmuckstück ist übrigens meine schwarze Lampe, die ich bei XXXLutz gekauft habe.

Küche Essbereich
Küche Essbereich Lampe
Küche Essbereich
Wohnzimmer

Casa Lillywood: Das Wohnzimmer

Casa Lillywood

Das Wohnzimmer

Das Herzstück meiner Wohnung in Casa Lillywood ist definitiv mein Wohnzimmer. Darum war mir der Wohlfühlcharakter in diesem Raum besonders wichtig. 

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Monate in Casa Lillywood

Erneut darf ich die Pforten zu Casa Lillywood öffnen. Es hat lange gedauert, ich weiß. Ich dachte mir, dass die Wohnung innerhalb von ein bis maximal zwei Monaten fertig sein würde. Dass eine Wohnung mehr Arbeit bedeutet, vor allem, bis man sich wohnlich und zuhause fühlt, hätte ich mir nie gedacht. Letztendlich hat es nun mehrere Monate gedauert, bis ihr erste Einblicke in Casa Lillywood bekommen habt. Den Beginn machte mein Schlafzimmer. Nach 13 Monaten ist auch mein Wohnzimmer fertig. 

Für mich persönlich ist das Wohnzimmer der wichtigste Raum in einer Wohnung. Im Wohnzimmer kommen die Leute zusammen. Im Wohnzimmer erholt man sich auch von einem anstrengenden Arbeitstag. Kurzum: Ein Wohnzimmer muss eine kleine Wohlfühloase für jedermann sein.

Lisa Wohnzimmer Einrichtung

Das Wohnzimmer in Casa Lillywood

Farbschema: Schwarz/Anthrazit, Holz, Rosé(gold) und Blush

Ich weiß gar nicht, ob ich es letztens erwähnt habe, dass jeder Raum in meiner Wohnung ein bestimmtes Farbschema hat. Wenn nein, dann erfährt ihr es jetzt. Im Wohnzimmer dominieren auf jeden Fall die Farben schwarz, rosé bzw. gold und blush. Aber auch weiß findet man dezent in diesem Raum. Holz kommt bei meinem Herzstück zur Geltung: der Geographentisch. Mein wohl berühmtestes Möbelstück und auf Instagram ein magischer Anziehungspunkt bei meinen Followern. 

Auf Instagram erlangte er schon den Berühmtheitsstatus, sodass ich öfters gefragt wurde, wo ich das gute Stück gekauft habe. Um es noch einmal geduldig zu sagen: Bei XXXLutz. Engagierte Follower machten mich jedoch darauf aufmerksam, dass man ihn auch bei Mömax bekommt. Dekoriert habe ich das gute Stück mit einem rosafarbenen Dekoteller (Depot), Kerzen (H&M Home) und einer rosafarbenen Vase (XXXLutz). 

Chillin' me softly

Die Couch nach Wunsch

Besonders wichtig war mir eine Couch in einer dezenten Farbe. Zwar war das Angebot an knalligen Sofas verlockend, doch eine dezente Farbe erlaubt viel mehr Spielraum und Dekorationsmöglichkeiten. Somit ließ ich mir meine Couch gegen einen kleinen Aufpreis in einer anderen Farbe beziehen (anthrazit) und suchte mir passend dazu puderfarbige Kissen aus.

Nach einem Jahr bin ich wirklich froh, dass ich mich für eine Couch in anthrazit entschieden habe. Ursprünglich war das Sofa hellgrau. Auch eine dezente Farbe, an der ich mich bestimmt noch nicht satt gesehen hätte. Mir gefallen farbige Sofas wirklich gut, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich heute keinen Bock mehr auf eine farbige Couch hätte, hätte ich sie mir nun ein Jahr lang täglich ansehen müssen. Es war somit die richtige Investition. 

Teppiche sind überflüssig...

...oder etwa doch nicht?

Über Teppiche machte ich mir nie wirklich Gedanken. Zugegeben: Ich verstand nie wirklich den Sinn dahinter, dass ein Teppich dafür verantwortlich sein soll, einem Zuhause den gewissen wohnlichen Charakter zu verleihen. Und dann kam der Zeitpunkt, als ich es mit eigenen Augen sah. Als die Couch aufgebaut war und der Geographentisch davor gestellt wurde, war ich einerseits glücklich, dass die Möbelstücke an ihrem rechtmäßigen Platz standen. Auf der anderen Seite jedoch wurde ich mit dem Anblick nicht warm. Etwas fehlte. Etwas ganz entscheidendes, denn der Raum wirkte so leer, obwohl zwei wichtige Essentials endlich eingezogen waren.

Seitdem der Teppich ausgerollt ist, ist Casa Lillywood um einiges wohnlicher. Es wirkt einladender. Der Teppich alleine konnte das Problem nicht lösen, dass meine Wohnung nicht wohnlich genug war. Es fehlte eine zweite entscheidende Sache: Vorhänge. Ich habe große Fensterfronten – davon insgesamt drei Stück. So schön sie auch sind, aber sie machen den Raum auch kahl. Ein weiteres großes Problem: Ich wohne im ersten Stock – somit kann mir schnell wer reingucken. Um das zu verhindern, brauchte ich Vorhänge. Es war ein Kampf, aber endlich sind sie montiert. 

Champagne sil vous plait

Mehr Holz im Wohnzimmer Lillywood

Es gab noch eine leere Ecke in meiner Wohnung, die einfach ein Möbelstück brauchte. Zuerst spielte ich mit dem Gedanken, der leeren Ecke mit einem kleinen Schreibtisch Leben einzuhauchen. Letztendlich wurde es etwas ganz anderes: eine kleine Minibar. Ich wollte schon immer eine Bar haben. Gut, so eine richtige Bar sieht anders aus, aber ich finde, dieses hübsche Regal von Depot ist ein guter Kompromiss zwischen einer Bar und einem Servierwagen (und einem Weinkühlschrank 😀 ).

Dekoriert habe ich meine Bar mit meinen Spirituosen, Moscow Mule Becher, Cocktailutensilien (Depot), Coffee-Table-Bücher und Gläser. Oberhalb hängt ein Bild mit dem Schriftzug: Champagne sie vous plait. 

Kuschelige Stunden

Mein Kaminsims

Ein Wandteil trennt mein Wohnzimmer von meiner Küche und meinem Essbereich. Eigentlich war sie für einen Fernseher gedacht. Da ich aber keinen Fernseher habe, musste etwas anderes her. Vor allem brauchte ich etwas, um meinen hässlichen Wifi-Router zu verstecken. Bei Depot habe ich einen Kaminsims gefunden, der auch Stauraum bietet. Den habe ich mit gold-weißen Knäufen (Zara-Home) aufgehübscht. Da man den Router trotzdem sehen konnte, weil ein Hohlraum zwischen den beiden Kästen war, habe ich auf die Rückseite eine Sperrholzplatte angenagelt. Da Sperrholz bekanntlich nicht sehr hochwertig aussieht, wurde die Platte zuvor mit Tapetenfolie in Steinoptik beklebt. Für das perfekte Kaminfeeling habe ich Brennholz darunter gelegt und Lichterketten umgebunden. Den Sims selbst habe ich mit Kerzen (Depot, H&M Home), einer Vase (Lieb Markt) und Dekoelementen dekoriert. Außerdem wurde die Wand in einem deckenden altrosa gestrichen. Bei den Wänden war Farbe kein Problem, weil man das leicht ändern kann. Last but not least habe ich noch drei Geweihe aufhängt. Ursprünglich wollte ich sie mit rosegoldenem Lack besprühen. Das hat mir ganz und gar nicht gefallen. Darum habe ich den noch nassen Lack schnell abgewischt. In der Struktur ist der Lack jedoch haften geblieben. Das hingegen fand ich echt schön. 

Detail Wohnzimmer
Lisa Wohnzimmer Einrichtung
Kaminsims Wohnzimmer
Hirschen Wohnzimmer Interior

Der letzte Schliff im Herzstück

Bilder, die Geschichten erzählen

Ich liebe Bilder. Sie beleben den Raum. So auch mein Wohnzimmer. Meine Bilderwand kennt ihr bereits. Fast alle Prints sind von Desenio. Auch hier habe ich versucht, eine klare Linie zu finden. Umrahmt wurden die Bilder in schwarz und in roségold. Mein liebstes Print ist definitiv der Stadtplan von Rom. Seitdem ich das erste Mal in Rom war, verbindet mich mit dieser Stadt eine ganz große Liebe (ernsthaft, wenn es so einfach wäre, würde ich dort einfach hinziehen). Das Print erinnert mich an diese große Liebe. Ansonsten gibt es noch dezente Schriftzüge, meine Liebe zu Kaffee ist portraitiert, genauso wie meine Bindung zur Geographie und zum Reisen. 

Ein weiteres Bild befindet sich auf meiner Bildleiste. Das erinnert mich ganz besonders an die Wüste in Marrakech (neben Rom eine zweite große Liebe). Die Leiste habe ich noch mit einigen Bits und Bobs dekoriert, wie zum Beispiel mit einer Globus-Spardose (Nanu Nana). 

 

1 Jahr Graz: Das ist Heimat für mich

1 Jahr Graz

Das bedeutet Heimat für mich

home
(hom) noun
the one place you will alway be surrounded by those who love you. a place or feeling of belonding.

Der Begriff „Heimat“ hatte schon immer eine ganz spezielle Bedeutung für mich. Und es ist ein Begriff, mit dem ich mich schon sehr lange auseinandersetze. Heimat war für mich nicht immer gleich Heimat. Heimat hat auch nicht immer nur ausschließlich einen geographischen Bezug, selbst wenn man es im Grunde genommen ausschließlich damit asoziiert. Mit den Jahren habe ich nämlich für mich gemerkt, dass Heimat ein wesentlich größeres Spektrum an Bedeutung für mich beinhaltet. 

Heimat ist zum Beispiel der Ort, an dem ich mich angekommen fühle. Es ist der Ort, wo ich mich aufgenommen fühle. Wo ich eine Verbundenheit spüre. Und genau dieses „Thing“ habe ich mit Graz, bevor ich überhaupt in die Stadt gezogen bin. Schon während dem Studium wusste ich, dass ich eines Tages in dieser Stadt leben möchte. Unabhängig davon für wie lange. Inzwischen wohne ich nun seit einem Jahr hier. In diesem Jahr hat sich mein Blickwinkel ein bisschen verändert. Ich habe die rosarote Brille abgesetzt und betrachte Graz nun mit anderen Augen, als früher. Die Verliebtheit ist geblieben, aber wie es in jeder Beziehung irgendwann der Fall ist, sieht man nicht nur immer die schönen Seiten. Ganz im Gegenteil. Mein Umzug und das Leben in der Stadt haben meine Augen wieder ein Stückchen weit geöffnet. In jeder Beziehung entdeckt man eines Tages plötzlich Dinge, die man nicht so toll findet. Die einem vielleicht sogar stören. Aber wenn die Liebe echt ist, kann man auch darüber getrost hinwegsehen bzw. lernt, damit umzugehen. 

Meine Heimat Graz
Graz meine Heimat

Dorfkind oder Stadtkind?

Definitiv war nicht alles so wunderschön und eitler Sonnenschein, seit ich hier in Graz lebe. Es gab viele durchwachsene Momente. Manchmal habe ich mich richtig einsam gefühlt. Und dann irgendwann habe ich gelernt, mit mir alleine zurechtzukommen. Habe gelernt, alleine zu sein, ohne einsam sein zu müssen. Und manchmal wollte ich einfach weg. Manchmal wollte ich zurück in mein altes Zuhause. Zurück aufs Land. Weil ich die Natur vermisst habe und doch mehr Dorfkind in mir steckt, als Stadtkind. 

Und dann liebte ich wieder die Freiheit in der City. Die Freiheit, spontan auf einen Drink mit Freunden zu gehen, ohne vorher eine Stunde mit dem Bus fahren zu müssen. Die Freiheit, alles in der Nähe zu haben. Ich liebte es, hier kein Dorfkind zu sein. Ich liebte es, ein Citygirl zu sein. Genauso wie die Distanz zum Land. Eines kann ich auf jeden Fall verraten: es hat länger gedauert, mich einzuleben, als ich dachte. Bereut habe ich es jedoch von Anfang an nie. 

What I said:

"Mehr als drei Monate sind seit meinem Umzug vergangen. Ich habe mir ein vollkommen eigenes Leben aufgebaut und jetzt ist es an der Zeit, mehr darüber zu sagen. Irgendwie ist mir vor meinem Umzug alles zu viel geworden. Ich habe Dinge erlebt, die mich völlig aus der Bahn geworfen haben und sie doch hinter einem Lächeln versteckt. Wenn du wieder lernen musst, neu zu vertrauen, musst du einen Weg finden, wie du das irgendwann wieder schaffen kannst. Ich wusste, was mir dabei helfen würde: alleine zu sein. Alleine zu sein bedeutet nicht, einsam zu sein. Alleine sein zu können bedeutet, dass du irgendwann mit dir selbst zurechtkommst. Dass du von niemanden abhängig bist, dass du auch mit dem Verlassen werden zurechtkommst, dass du dich abgrenzen und eine Weile alleine sein kannst. Ich musste in erster Linie mit mir selbst zurechtkommen Wieder die Liebe zu mir selbst entdecken und mir meinen Wert für mich selbst zurück erkämpfen. Dazu musste ich weg. In eine andere Stadt. In eine eigene Wohnung. Alleine. Alleine einen Neuanfang wagen, aber immer mit dem Wissen, dass ich auf viel Unterstützung zählen kann. Und es hat sich gelohnt. Es hat mir gut getan. Ich habe in Graz ein wunderbares Umfeld, schon etliche neue Leute kennengelernt und ich blühe gerade auf. Ich bin ständig unterwegs, viel in der Stadt und ich lerne mein neues Zuhause kennen. Gemeinsam und alleine. Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung mit dem "alleine leben" mache, denn genau das hat mir geholfen, mich nicht mehr einsam und verloren zu fühlen."
Instagram Posting
3. Januar 2019
Heimat in Graz

Flucht aus der Heimat in die Heimat

Graz war mit Sicherheit eine Art Flucht für mich. Zu dem Zeitpunkt kämpfte ich mit mir selbst. Haderte ein bisschen. Zuvor habe ich so viel erlebt, mit dem ich erst einmal umgehen musste. Zuhause wurde mir alles zu viel. Dabei lag es gar nicht einmal an meiner Heimatstadt per se, dass ich weg musste. Aber ich merkte, dass ich neu starten wollte. Nein, musste! Ganz von vorne. Wer mich schon länger verfolgt, der weiß, dass ich in den letzten Jahren mehrere Neuanfänge durchlebt habe bzw. dass viele Kapitel geendet haben und neue Seiten zu schreiben begonnen wurden. Dabei waren viele alte Kapitel noch nicht zu Ende geschrieben. Vielleicht, weil ich nicht die richtigen Worte fand. Vielleicht weil ich mich an Dinge festgehalten habe, die unaufhaltsam dabei waren, sich so oder so aufzulösen. Es lag nicht in meiner Hand und doch krallte ich mich fest. Und da tat es doppelt so weh, dass all das nicht für die Ewigkeit war. Vielleicht wollte ich auch daran festhalten. Wollte nich, dass es endet. 

Diesmal jedoch wollte ich wirklich meine „tabula rasa“ haben. Mein leeres Blatt Papier. Eine ungeschriebene Geschichte. Eine neue Geschichte, die sich entwickelt, ohne die Vorgeschichte mit einfließen zu lassen. Oder so wenig wie möglich. Und ich musste weg. Ich war inmitten meiner Recovery, kämpfte ein bisschen mit Liebeskummer und ja, ich wollte gewisse Distanzen vergrößern. Ich liebte meine Familie, doch ich wusste auch, dass ich genug davon hatte, sie 24/7 um mich zu haben. Ich musste einen klaren Kopf bekommen. Mich von Anorexia lösen. Mich von dem Menschen lösen, der diesen Liebeskummer verursacht hat. Und mich auch von meiner Familie lösen. Zumindest räumlich. Die Zeit war gekommen, um endgültig zu lernen, alleine zurechtzukommen.

 

Ein Jahr später

Ein Jahr ist eine tolle Zeitspanne, um zu resümieren. Gerade nach einem Umzug braucht man immer ein bisschen Zeit, aber ich konnte schon ein kleines Fazit ziehen. Auch wenn sich das immer wieder verändern kann.

Ich bin froh, dass ich mich damals wirklich dazu entschieden habe, Nägel mit Köpfen zu machen, um nach Graz zu ziehen. Dass ich das getan habe, was ich im Grunde genommen schon immer tun wollte. 

Die Umstellung auf dieses neue Leben fiel mir am Anfang leicht, doch später etwas schwer. Der Umzug war teilweise echt anstrengend und frustrierend. Um ehrlich zu sein: er ist immer noch nicht ganz abgeschlossen. Hier und da fehlen immer noch ein paar Sachen in der Wohnung. Und dann habe ich mich auf einmal ganz fremd in meiner Wohnung gefühlt. Es hat etwas gedauert, bis Casa Lillywood wirklich ein Zuhause für mich wurde. Doch Graz war es schon längst. Auch wenn bestimmt nicht alles meinen Vorstellungen entsprechend gelaufen ist. 

In dieser Zeit habe ich eine extreme Entwicklung durchgemacht. Ich habe eine neue Bedeutung von Heimat kennengelernt und verinnerlicht. Während ich früher aus meiner alten Heimat einfach nur weg wollte, um das alte Leben hinter mir zu lassen, nutze ich heute jede Gelegenheit, um in meine ursprüngliche Heimatstadt zu fahren. 

Dadurch dass ich mich lösen konnte, wurde meine Heimatverbundenheit wieder stärker. Nicht zu Graz, denn die ist im Grunde genommen gleich stark geblieben. Jedoch zu meiner Heimatstadt. Zwar kann ich mir in den kommenden Jahren eine Rückkehr nicht vorstellen, aber ich bin froh, dass ich diese Verbundenheit wiederentdeckt habe. Generell zu ganz Österreich. Graz ist nicht mehr der ultimative Place to be für mich, obwohl es der Place ist, an dem ich am liebsten bin. 

Heimat in Graz

Die neue Bedeutung von Heimat

Die neue Bedeutung von Heimat ist für mich vor allem die: an einem Ort zu sein, an dem man sich von Dingen lösen kann, die einem nicht gut tun. Flucht bringt sich da gar nicht so viel. Ich habe meine Familie innerhalb kürzester Zeit vermisst. Meine Essstörung drohte auszuarten. Die Gefahr, sie nun plötzlich voll und ganz auszuleben, jetzt wo ich alleine war, war riesengroß. Und die Gefühle für diese eine Person lösten sich auch nicht sofort in Luft auf, nur weil uns jetzt wesentlich mehr Kilometer trennten. Aber durch meine Liebe zu Graz schaffte ich es, durchzuhalten. Mich von meiner Familie nicht zu lösen, aber mich komplett abzunabeln. Anorexia Geschichte sein zu lassen, genauso wie diese eine Person. Letzteres hat bestimmt am längsten gedauert. Aber erst, als ich wirklich loslassen konnte, konnte ich zu der Heimatverbundenheit meiner neuen Heimat richtig hineinfinden. 

Ich habe gelernt, dass es okay ist, auch einmal wegzuwollen und auch wegzugehen, wenn es zu viel wird. Irgendwann hat man wieder einen klaren Kopf und kehrt nach wenigen Tagen gerne zurück. Ich fühle mich zu Graz verbunden. Wohl das größte Zeichen meiner Heimatverbundenheit und wohl auch die wichtigste Bedeutung dafür. 

Tape-In Extensions: Mein Traum von der langen Mähne

Tape-In Extensions

Mein Traum von der langen Mähne

Noch vor wenigen Monaten war der Blick in den Spiegel unerträglich für mich. Aber das hat sich mit meinen Tape-In Extensions inzwischen geändert. 

Der Blick in den Spiegel: er fiel mir schwer. Ich weiß, ich gehöre zu der Fraktion: liebe dich selbst. Akzeptiere dich selbst mit all deinen Ecken und Kanten. Steh zu deinen Unvollkommenheiten. Und dabei gab es etwas an mir, zu dem ich nicht mehr ganz so stehen konnte. Es mag eine Oberflächlichkeit sein. Auch das weiß ich. Aber es fiel mir zunehmend schwer, damit zu leben: meine Haare. 

Meine Haare und ich haben schon viel miteinander erlebt. Das klingt total komisch, schließlich sind es nur Haare. Aber dieses „nur“ Haare ist für mich mehr. Es sind MEINE Haare. Etwas, das mir wichtig ist. Eine Attribut an mir, bei dem ich möchte, dass es mir gefällt. Ich habe schon vieles hinter mir. Von Blondierunfällen bis hin zu völlig ruinierten Haarschnitten. Irgendwie erholten sie sich immer. Doch von der letzten Strapaze erholten sie sich nicht mehr: von meinem Haarausfall. Verursacht durch meine schlechte Ernährung. 

Das Problem wollte ich in Angriff nehmen. Auch wenn dies bedeutete, tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Aber ich tat es. Ich ließ mir Tape-In Extensions einsetzen. 

Meine Haar-Vorgeschichte möchte ich an dieser Stelle nicht mehr durchkauen. Es würde den Rahmen sprechen. Vielmehr möchte ich all die Fragen beantworten, die mich auf Instagram erreichten und die ich euch schon viel zu lange schuldig bin. 

Lange Haare mit Tape In Extensions
Frisur; Lange Haare mit Tape In Extensions

Clip-In Extensions

Warum sie keine Option mehr sind

Lange trug ich Clip-In Extensions, die günstigere Alternative zu einer permanenten Haarverlängerung. Damit kam ich lange gut zurecht, aber aus diversen Gründen möchte ich keine Clip-Ins mehr tragen. 

Mit der Zeit wurden sie mir lästig. Erstens wurde ich trotzdem die ganze Zeit an die Gründe meines Haarausfalles erinnert und zweitens nahm es so viel Zeit in Anspruch. Zwar merkte ich die Haare irgendwann nicht mehr, aber irgendwie war es immer unbequem. Nach einer bestimmten Tragedauer hielten die Clips auch nicht mehr so gut, obwohl die Haare noch schön waren. Ich war mir auch ständig unsicher, ob man sie sehen würde. Der letzte Punkt: ich konnte die Haare nicht zurechtschneiden und an meine Haare anpassen, weil es mir bestimmt nicht gelungen wäre, die Clips immer an die gleiche Stelle zu setzen. Darüber hinaus war auch die Reinigung viel umständlicher.

Tape In Extensions

Tape-In Extensions

Die neue Alternative für mich?

https://www.stefaniegoldmarie.comIn meiner Jugend versuchte ich mich an Bondings und habe es gehasst. Als ich von der Tape-In Methode hörte, wurde ich neugierig. Schon lange wollte ich diese Methode versuchen, doch der Preis schreckte mich ab. Meine damaligen Extensions waren zwar Echthaar, aber hatten nicht die beste Qualität. Inzwischen bin ich in einem Alter, in dem es mir nicht nur darum geht, lange Haare zu haben. Qualität spielt die größte Rolle und ich wusste, dass ich in die Tasche greifen müsste, wenn ich mir diesen Wunsch erfüllen möchte.

Es hat nun einige Jahre gedauert, doch als sich Stefanie von stefaniegoldmarie ihre Haare mit Tape-Ins verlängern ließ, wurde der Wunsch auch bei mir immer größer. Zudem trägt Stefanie ihre Tape-Ins aus den gleichen Gründen, wie ich. Mir gefiel das Ergebnis super und als ich die Haare auch noch in echt bestaunen durfte, war für mich klar: ich möchte Tape-Ins von der gleichen Marke.

Tape In Extensions, Haarverlängerung

Hair Talk Tape-In Extensions

DIE Marke für Tape-Ins

Stefanies Haare sind von der Marke „Hair Talk“. Ich informierte mich über die Marke, durchforstete die Internetseite und kontaktierte anschließend einen Salon in meiner Nähe. Dort machte ich einen Beratungstermin aus, der noch am gleichen Tag stattfand. Ich wurde umfassend über die Hair Talk Tape-In Extensions aufgeklärt, sprich über die Methode, die Qualität und natürlich auch den unangenehmeren Teil: der Kostenfaktor. Eine einzelne Strähne (40 cm) kostet 35 Euro. Meine Frisörin bestellte insgesamt 20 Strähnen, wobei noch nicht klar war, ob wir alle 20 benötigen würden. Man muss im Übrigen nur so viel bezahlen, wie reingesetzt werden. Darum wird der voraussichtliche Preis auch meistens höher angesetzt, als er dann tatsächlich ist. Ich persönlich finde das ganz gut, denn so bekommt man am Ende keinen Schock.

Veranschlagt waren somit vorerst 700 Euro alleine für die Haare. Ich weiß, es ist ein stolzer Preis, aber in meinem ersten Berufsjahr habe ich quasi den einen Teil meines Gehalts in die Wohnung sowie in meine Lebenshaltungskosten gesteckt und den anderen Teil weggespart (für den Ernstfall, falls ich nach meinem UP nicht sofort einen Job gefunden hätte). Nachdem ich allerdings die Zusage für meinen Job hatte, wollte ich mir etwas Gutes tun. Leicht ist mir das nicht gefallen, denn es ist eine Menge Geld, ABER: ich investierte das Geld in mich selbst und in mein Selbstbewusstsein. Darum war es mir das auch mehr als wert.

Insgesamt bestellte meine Frisörin drei oder vier verschiedene Farben. Das Beratungsgespräch ist immens wichtig. Nicht zuletzt wegen der Farbe, sondern auch wegen der Haarstruktur (glatt, lockig, gewellt etc.). Hairtalk hat zwar nur glatte Haare, aber die Tape-In Extensions werden angepasst, wenn man Naturwellen hat.

Last but not least musste ich eine Anzahlung von 50 Euro leisten, die danach allerdings weggerechnet wurde. 

Lange Haare mit Tape In Extensions
Tape In Extensions Haarverlängerung

Der Ablauf

Das haben wir gemacht

Eine Woche musste ich auf meinen Termin warten. Beim Termin wurde zu allererst mein Ansatz gefärbt. Ich entschied mich dazu, eine möglichst ähnliche Nuance zu wählen, wie meine Naturhaarfarbe. Inzwischen bin ich von den ganz hellen Haaren abgekommen. Ich kann mir sogar vorstellen, sie mir ganz auswachsen zu lassen und irgendwann doch noch zu meiner Naturhaarfarbe zurückzukehren. Wer hätte sich das gedacht?

Nachdem die Farbe rausgewaschen wurde, wurden meine echten Haare geschnitten. Ich war zu dem Zeitpunkt schon fast ein halbes Jahr nicht mehr beim Frisör. Dementsprechend viel mussten wir auch abschneiden, aber mir war das ziemlich egal, da ich wusste, ich würde bald lange Haare tragen. Meine echte Haarlänge ist nun eigentlich schulterlang. So lang oder kurz, wie ich sie mir damals nach meinem Frisörunfall abschneiden musste. Aber ich nutze es nun voll und ganz aus, dass meine Haare in der Zwischenzeit wachsen und gesund werden können.

Nach dem Föhnen und Glätten wurden die Tape-In Extensions reingesetzt. Das ging unglaublich schnell, da sie einfach nur in die Haarsträhnchen geklebt werden. Insgesamt bekam ich 17 Strähnen in mein Haar gesetzt. Das bedeutet, dass ich für die Tape-In Extensions alleine ca. 600 Euro bezahlt habe. Danach würden die Haare zurechtgeschnitten und gestylt.

Der Kostenfaktor

So viel habe ich bezahlt

Insgesamt bezahlte ich 800 Euro für die Gesamtleistung. Man muss aber bedenken, dass das Schneiden (weil zweimal geschnitten wurde) und Glätten (weil zweimal geglättet wurde) doppelt verrechnet wurde. Für mich war der Preis definitiv gerechtfertigt, denn die Qualität der Haare ist der Wahnsinn und auch die Farbe wurde top.

Die Pflege

So gehst du mit Tape-In Extensions um

So top die Qualität der Haare auch sein mag, schön bleiben sie nur mit der richtigen Pflege. Wer schon so viel Geld für Extensions ausgibt, sollte meiner Meinung nach auch bei der Pflege nicht sparen. Ganz wichtig: die Shampoos und Conditioner müssen frei von Silikonen, Parabene und Alkohol sein. Diese lösen den Kleber. Ich pflege meine Haare gerne mit Kokosöl. Das darf ich zwar weiterhin verwenden, soll aber nicht an die Verbindungsstellen kommen, da es auch den Kleber löst.

Das erste Mal wusch ich meine Haare mit meiner herkömmlichen Pflege von Balea. Ich merkte allerdings sofort, dass die Produkte nicht das richtige für meine Haare waren. Die Ansprüche haben sich geändert. Man muss bedenken: Extensions werden nicht mehr genährt und trocknen dadurch schneller aus. Zusätzlich habe ich meine Haare durch Sonne und Meerwasser relativ schnell einer hohen Belastung ausgesetzt. Darum ließ ich mich in Graz bei einem Frisör beraten und entschied mich schlussendlich für eine Pflege von Kérastase:

 

Kerastase

Kérastase Paris: Resistance - Brain Force Architecte Strenghtening Shampoo​

Kérastase Paris: Resistance - Ciment Anti-Usure Strenghtening anti-breakage cream

Mit 56 Euro insgesamt nicht gerade die günstige Pflege, aber man braucht extrem wenig, kommt lange damit aus und investiert wirklich in gute Produkte. Ich habe immer noch reichlich von den Produkten zu Hause und wasche meine Haare damit schon seit zwei Monaten. 

Hair Talk hat auch eine eigene Pflegelinie speziell für die Hair Talk Extensions, welche vielleicht noch besser ist, aber ich bin bis jetzt überzeugt von den Produkten von Kérastase. Die Haare fühlen sich an, wie an Tag 1.

Wie fühlt es sich an?

Der Komfort mit Tapes

Inzwischen kann ich sagen, dass Tape-In Extensions die komfortabelsten Extensions sind, die ich jemals hatte. Von Anfang an spürt man sie nicht. Auch wenn man mit der flachen Hand durch das Deckhaar fährt, sieht man sie nicht. Sie behindern mich nicht im Sport und es fühlt sich so an, als hätte ich nichts am Kopf. Nur ein bisschen wärmer ist mir geworden, aber bei der Hitze im Sommer war das auch kein Wunder 😉

Haarverlängerung

Die Haltbarkeit

So lange kannst du deine Tape-In Extensions tragen

Tape-In Extensions halten je nach Pflege und Zustand der Haare bis zu 6 Monate. Alle 6-8 Wochen sollten sie neu gesetzt werden. Zu der Zeit sind die Klebestellen nämlich schon ordentlich raugewachsen. Genau das ist das tolle an den Extensions. Sobald man sie sieht, kann man sie einfach wieder hoch setzen lassen. Man hat auch die Option, eine Zeit lang auszusetzen und die Haare später neu einsetzen zu lassen, wenn man das möchte. So kann man sie den Sommer über beispielsweise kürzer tragen, wenn das angenehmer ist. Je nach Lust und Laune. Ich habe sie mir noch nicht hoch setzen lassen, aber das wird in den nächsten Tagen bald der Fall sein, da ich sie jetzt seit 9 Wochen drin habe und die vorderen Klebestellen langsam meine Ohren berühren. Ich werde hier definitiv noch ein Update über Kosten und Prozedur online stellen.

Tape-In Extensions?

Ja, nein, vielleicht? Mein Fazit!

Ich kann definitiv sagen, dass es für mich persönlich die richtige Entscheidung war, mir Tape-In Extensions ins Haar setzen zu lassen. Sie geben mir nicht nur ein komplett neues Körper- und Lebensgefühl, sondern erfüllen zahlreiche Vorteile:

  • man spürt sie nicht
  • sie stören nicht
  • Stylingfreiheit pur. Die Haare lassen sich glätten, locken, hochstecken etc. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Man kann auch einen Ponytail tragen, sie hochstecken oder zu einem Dutt binden.

Natürlich ist der Kostenfaktor extrem hoch. Das mag wohl überlegt sein, aber wenn man es auf den Zeitraum aufrechnet, sprich wie lange man die Haare trägt, ist es gar nicht mehr so arg teuer. Ich bin froh, mich dafür entschieden zu haben und kann mir auch eine Wiederholung vorstellen.

Sollten noch Fragen bezüglich der Tape-In Extensions offen bleiben, schreibt mir gerne eine E-Mail oder ein Kommentar. Ihr könnt mir auch jederzeit auf Instagram schreiben.

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