My Year in a personal Review 2014

Ich weiß nicht, wie lange es schon her ist, als ich das letzte Mal im Esszimmer gesessen bin und dort einen Blogpost verfasst habe. Eigentlich ist es ein Raum, in dem man sich vorkommt, wie ein Persönlichkeit aus dem Adel. Wie eine Prinzessin fühle ich mich, wenn ich auf einen der sechs Stilmöbelsesseln aus Kirschholz sitze, während ich auf meinem Macbook tippe, der auf dem ovalen Tisch steht. Mein Blick ist zwischen dem Getippe mahnend an die große, geöffnete Terrassentür gerichtet. Der kalte Wind, der den Raum durchzieht und meine Finger mittlerweile in Eiszapfen verwandelt hat, lässt mich zittern. Bei jeder Windböe, die mir ins Gesicht peitscht, fluche ich in Lexis Richtung, die vor der geöffneten Tür steht, wartet und mich mit ihren großen Kulleraugen mitleidig ansieht. Ich zittere, als ich die mahnenden Wörter über meine Lippen presse, dass sie endlich reinkommen soll, damit ich die Tür schließen kann. Sie verhält sich wirklich wie eine Prinzessin. Eine kleine Diva, die ich aus ihr gemacht habe. Und trotzdem fühle ich mich in diesem kalten Raum gerade am Wohlsten.

Ich schreibe meine Blogpostings immer in Räumen, in denen ich mich wohl fühle. Nicht nur erst seit 2014, schon immer. Und dieser Raum bietet mir hoffentlich die richtige Atmosphäre, denn der Jahresrückblick ging mir nirgends von der Hand. Überall habe ich es versucht, in nahezu allen 13 Zimmern, die unser Haus zu bieten hat, aber es fällt mir schwer, mein Jahr zusammenzufassen. Vielleicht will ich es nicht loslassen, dieses 2014, obgleich mir klar ist, dass der 1. Januar 2015 kein anderer Tag sein wird, als der 31.12.2014. 2014 war anders! Besser! Ja, viel besser als 2013. Aber 2013 hat die Messlatte nicht sonderlich hoch gelegt. Es konnte nur besser werden. 

Jetzt sitze ich also in diesem Zimmer. Ich starre auf die Decke und frage mich gerade, warum ich so gemeckert habe, als sich meine Mama vor zehn Jahren mit Stilmöbel eingerichtet hat. Sieht doch ganz edel aus. Ich denke wirklich an alles, aber nicht an den Jahresrückblick. Nur – als Blogger macht man das halt. Nahezu jeder schreibt einen Jahresrückblick. Möglicherweise erwartet das ein Leser von der Bloggerin. Vielleicht, ja, vielleicht ist das so. Vergessen wir diese Annahme schnell wieder. Ich will den schwarzen Peter nicht den anderen zuschieben, die im Grunde genommen wahrscheinlich gar nichts von mir erwarten. Mir wird klar. Ich erwarte es von mir selbst. Jedoch – sollte ich nicht jetzt -just zu diesem Zeitpunkt- die Musterstudentin mimen, die an ihrer Arbeit über die Entwicklung Wiener Neustadts nach dem zweiten Weltkrieg schreibt? Über Demographie, Verkehrsgeographie und Historie? Ja, die sollte ich sein, aber ich will mich auch blogtechnisch würdig von 2014 verabschieden. Au Revior, Cherié, Merci beaucoup! Adieu! Du warst ein tolles Jahr!

Das sollte jetzt aber nicht der Abschied von 2014 sein. Ich habe mir ein kleines System zusammengestellt, denn ohne System funktioniert in meinem Leben nichts mehr. Nicht, seitdem ich „erwachsen“ bin. Bevor ich das Jahr bis aufs kleinste Detail durchkaue, beschränke ich mich lieber auf das Gröbste. Bingo! Der Vogel ist gelandet! Ich weiß jetzt, wie ich meinen Jahresrückblick gestalte. Aufs Gröbste beschränken. Und doch ist das Gröbste das Wunderbarste, was ich mir nur vorstellen könnte. Denn das waren sie. Die Zaubermomente. Nicht wirklich etwas blogtechnisches, aber Bereicherungen in meinem Leben. Warum alles durchkauen und den Post in eine Endloswelle verwandeln, wenn nicht alles erwähnenswert ist? Zumindest nicht so, wie der wichtigste Zaubermoment. Also, raus mit den unwichtigen Dingen und vielleicht auch mit den wichtigen, die aber für mein Leben nur nebensächlich relevant sind. Nichts mit Uni, oder generell Irrelevanz. Weg damit!

Im Jahr 2014 ist etwas Wunderbares passiert. Nur ein kleiner Moment, ein winziger Moment, ein einziger Tag, der mein Leben verändert hat. Die Geburt meines Neffen. Ich brauche nicht mehr zu schreiben, denn daneben wirkt alles andere irgendwie mickrig. Die 1 in Physiogeographie II, meine ersten Praktika in meinen Schulfächern und die Anschaffung meiner ersten Michael Kors Tasche. Natürlich hat mich all das im Jahr 2014 auch glücklich gemacht, aber es ist nichts gegen das Gefühl, das erste Mal Tante zu werden. Eine Sache, die nicht mein Verursachen war, für die ich nicht meine Finger im Spiel hatte, sondern ein Geschenk, das mir vom Schicksal (und von meiner Schwester) gemacht wurde. Genauso wie die Tatsache, meine wahren Freunde um mich zu haben. Die seltenen, aber schönen Augenblicke mit meiner besten Freundin, die durchgelachten Mädelsrunden und unsere Whatsapp Konversionen, die binnen weniger Sekunden aufgrund dämlicher Memes, Videos oder anderen Bildern immer sinnfreier wurden. Dinge, für die ich dankbar bin, dass sie so waren und sind, wie sie nun mal waren und sind. Bei denen ich hoffe, dass es 2015 genauso weitergeht. Ich brauche keine großen Reisen, keine teuren Designertaschen und keine Strebernoten (gleichwohl sie mich stolz machen), wenn ich meine Familie und meine Freunde um mich habe, wenn mich mein Neffe anlächelt, wenn er meinen Blick einfängt. Wenn wir gemeinsam Zeit verbringen, neue Orte erkunden oder all diese besuchen, die wir schon immer sehen wollten. Egal, ob sie praktisch vor der Haustüre liegen oder nicht. Momente, die mich aufatmen lassen, wie damals am Grünen See. Die alles Schlechte vergessen lassen. All das ist Leben. All das hat 2014 für mich lebenswert und zu dem schönsten Jahr seit langem gemacht. Durch all diese Dinge bin ich nach schweren Schicksalsschlägen in der Vergangenheit wieder in dieser Welt angekommen, wurde geerdet und mir wurde der Weg geebnet, glücklich zu sein. Zu leben, wie ich leben sollte!

Danke! Thank You! Merci Beaucoup! Obrigado! どうもありがとうございます (Domo Arigato Gozaimasu – hoffentlich mit den richtigen Hiragana :D, es ist nur als „Romaji“ in meinem Wortschatz verankert :D)! Gracias! All diese „Danke“ stehen stellvertretend für ein „Danke“ in all den anderen Sprachen, die es noch auf der Welt gibt!

Damit ihr aber doch noch einen ordentlichen Rückblick bekommt, habe ich ein Video für euch gemacht. Ein bisschen viel bla bla, aber wenn Madame Lait loslegt, dann quasselt sie sich in Grund und Boden. Ziemlich dialektlos, aber seitdem ich an der Schule unterrichtet und sehr viele Präsentationen an der Uni habe, ist das „Schönreden“ schon ziemlich normal für mich geworden, darum fühl ich mich auch überhaupt nicht „künstlich“. Wenn ihr das Video sehen wollt, einfach auf das Bild klicken.

Coat: Only via Zalando (-Same here-)
 
Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr! 
 

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9 Comments

  1. Ein wunderschöner Look 🙂
    Ich freue mich, dass 2014 besser war als 2013. ber das ist verständlich !

    Ich wünsche dir alles Gute dieser Welt für das kommende Jahr und hoffe, dass wir zwie uns vielleicht doch irgendwann einmal treffen 🙂

    Liebst
    Svetlana

  2. I am reaⅼly impressed wіth your writing
    skills as well as ѡith the ⅼayout on your blog.
    Is this a paid theme or did you modify it yourself? Anyᴡay keep up the nice quality writing, it’s rare to see a great
    blog like thіs one nowadays.

    • Hey! 🙂

      Thank you so much! I bought this theme last year. I think I’m not talented enough to modify my own 😀

      Thank you for your nice compliment.

      xx
      Lisa

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