Wie du mit Bildern Stories erzählst #1

Fotografie ist mehr. Weder eine reine Momentaufnahme noch eine Sammlung aus langweiligem Herumgepose oder Selfies. Fotografie ist eine Lebenseinstellung. Eine Ausdrucksweise, die es uns erlaubt, Geschichten zu kreieren. Fotografie ist ein kreatives Instrument. Wir können so viel aus Bildern herausholen, doch oftmals nutzen wir das Potential nicht aus.

In meinem Jahresrückblick habe ich euch erzählt, dass ich mit meinen Bildern mehr Geschichten erzählen möchte. Geschichten ohne Buchstaben, Wörtern und Sätze. Rein visuelle Geschichten. Geschichten, die man nur ansehen muss, um zu wissen, worum es geht. Bilder berieseln uns, inspirieren. In ihnen kann so viel mehr stecken, als reines Herumgepose vor einer Mauer.

Und doch ist das Storytelling in Pictures nicht einfach. Offen und ehrlich zugegeben bin ich selbst noch dabei, eine Richtung zu finden. Es mag zwar wie eine billige Ausrede klingen, aber der kalte Winter hat es mir erschwert, dieses Storytelling bis dato so umzusetzen, wie ich mir das vorgestellt habe. Wirklich nicht einfach, obwohl andere Blogger und Influencer bereits bewiesen haben, dass es auch bei Minusgraden möglich ist. Vielleicht bin ich noch zu sehr Neuling. Zwar fotografiere ich seit ich vier Jahre alt bin, doch mit dem Storytelling habe ich erst jetzt richtig angefangen.

Nichtsdestotrotz: Ich denke, eine dezente Verbesserung ist bereits erkennbar. Man soll die kleinen Erfolge genauso feiern dürfen und all das, was man bereits gelernt hat, auch schon dann weitergeben, wenn man selbst noch nicht am Ziel angekommen ist. Überhaupt: Gibt es ein Ziel in der Fotografie? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich ist die Fotografie ein ewig währender Lernprozess. Und das ist gut so.

In meinem Vorhaben, mehr Storytelling zu betreiben, habe ich trotz allem schon einige Erkenntnisse gewonnen und etliches für mich mitgenommen. Darum habe ich mir gedacht, ich starte eine kleine, wahrscheinlich noch etwas unregelmäßige Serie und gebe all meine Erkenntnisse an euch weiter.

 

Was euch in dieser Reihe erwarten wird

Zuerst spielte ich mit den Gedanken, einen einmaligen Guide zusammenzustellen. Doch aufgrund der thematischen Komplexität würden daraus endlose Blogposts entstehen. Darum werde ich einzeln Themen aufgreifen, die ich in dieser Serie behandeln möchte. Außerdem: Wie bereits erwähnt ist Fotografie ein ewig währender Lernprozess. Es werden stets neue Erkenntnisse dazukommen, die ich ebenso mit euch teilen möchte.

Heute befassen wir uns mit den Basics: Emotionen/Mimik, Bewegung/Gestik & Hintergründe. 

 

Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund

 

So gelingt euch das Storytelling in Bildern

Lektion 1: Emotionen, Bewegung, Hintergründe

Die wohl wichtigsten Instrumente in der Personenfotografie sind wir Menschen – einzigartige Lebewesen, die etwas Maßgebliches besitzen: Emotionen. Diese Emotionen können wir zum Ausdruck bringen. Und wir sind mit einem Körper gesegnet, der uns viel Spielraum für Kreativität bietet. Last but not Least: Hintergründe. Einen Hintergrund wird es in der Fotografie immer geben, selbst wenn es nur eine weiße Wand ist.

Eine Erkenntnis möchte ich vorab mit euch teilen: Ich habe mir immer gedacht, dass diese drei Basics nicht ausreichen, um ein spannendes Storytelling hinzubekommen. Quatsch! Requisiten sind schön und gut, aber nicht immer notwendig. Warum? Das erkläre ich euch in den nachfolgenden Punkten.

 

Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund

 

Punkt 1: Emotionen/Mimik & Bewegung/Gestik

Alleine mit unseren Emotionen können wir etliches erzählen. Emotionen gewähren anderen einen Einblick in unsere Seele. Nach wie vor ist es für mich tricky, mit Emotionen auf Bildern zu spielen und meine Mimik zu verändern. Grund: Auf Fotos bin ich ein fotografischer Dauergrinser. Aber auch mit einem Lächeln kann man unterschiedliche Geschichten erzählen.

Gestik und Bewegungen bilden einen Spielraum, um Emotionen noch lebhafter rüberzubringen. Wissen wir genau über die Emotionen Bescheid, die wir darstellen wollen, können wir unsere Bewegungen bzw. unsere Gestik anpassen.

 

Goldene Regel
Bei Fotos leichte Bewegungen machen und nicht stocksteif dastehen. So wirkt das Bild natürlicher.

 

Aber Achtung
Zu hektische, ruckartige Bewegungen eher vermeiden. Die Kamera soll schließlich die Gelegenheit haben, euch zu fokussieren.

 

Im Stand ist es besser, geschmeidigere Bewegungen zu machen, anstatt sich wie ein elektrogeschocktes Duracellhäschen zu verhalten. Darum: Nicht zögerlich sein, aber auch nicht übertreiben. Beim Überqueren eines Zebrastreifens oder im Gang ist es natürlich schwierig, ein gutes Tempo zu finden. Insbesondere wenn die Situation schnell über die Bühne gebracht werden muss, wie es beim Überqueren eines Zebrastreifens beispielsweise der Fall ist. Darum versuche ich in solchen Situationen viele Bilder auf einmal zu schießen.

Um Emotionen rüberzubringen und die passenden Bewegungen zu finden, helfen mir Fragen, die ich mir vorab stelle. Fragen, die auch immer zu einer Antwort führen und das Spielen mit Emotionen wesentlich vereinfachen. Meine Bilder aus Sofia sind dafür gute Beispiele.

 

Emotionen anhand des Beispiels Reisen:

  • Wie fühle ich mich auf Reisen/ Was bedeutet es für mich? Reisen bedeutet für mich Freiheit.
  • Wie sieht Freiheit für mich aus? Gelassenheit, ausgestreckte Arme, glücklicher oder zufriedener Gesichtsausdruck.

 

Überlegt euch passende Fragen zur Situation. Das macht es einfacher, Emotionen auf Bildern rüberzubringen. Bleiben wir beim Beispiel Freiheit: Um Geschichten vielseitig zu erzählen, helfen minimale Veränderungen. Ich habe einfach die Schuhe ausgezogen. So konnte ich das Gefühl „Freiheit“ noch besser darstellen. Spielt mit dem was ihr habt. Setzt die Sonnenbrille ab, behaltet sie aber in der Hand. Schwingt euer Kleid, berührt euren Schmuck, bindet die Tasche aktiv ein etc. Solche kleinen Veränderungen machen viel aus.

 

Extratipp
Shootet ihr für Blogposts, ist es einfacher, das Thema des Beitrages zu kennen. So bringt ihr auch die passenden Emotionen rüber, mit welchen ihr euren Beitrag visuell schmücken möchtet.

 

Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und HintergrundWie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund

 

Tipp
Gekonnt Handlungsabläufe einbauen. Was macht man auf Reisen? Was kann passieren?

 

Auf den nachfolgenden Bildern seht ihr, wie ich gerade ein Taxi rufe. Okay, ich tue nur so, aber das kommt bei mir auf Reisen gerne mal vor – auch wenn es eher NYC-Style ist und nicht wirklich mit Sofia assoziiert wird.

 

Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund

 

Punkt 2: Hintergründe

Sich alleine mit dem Hintergrund zufrieden geben? War mir anfangs ein Dorn im Auge, als ich mein Vorhaben Storytelling in die Tat umsetzen wollte. Meine Reise nach Sofia hat mir jedoch einleuchtend gezeigt, dass manchmal der Hintergrund für die Geschichte im Bild vollkommen ausreicht.

Seht euch nur die Alexander-Newski-Kathedrale an. Das Gebäude ist imposant und derart beeindruckend, dass man auf jeglichen Schnickschnack verzichten kann, weil es per se eine Story erzählt. Das Spielen mit Emotionen und Bewegungen reicht vollkommen aus. Gut, es funktioniert besser bei Hintergründen, die eine geringere Bekanntheit genießen. Gerade bei Tourismushotspots wie dem Eiffelturm oder dem römischen Colloseum hat man oft das Gefühl, mehr machen zu müssen, damit das Bild nicht 08/15 wird. Doch selbst dort können gekonnt eingesetzte Emotionen und Bewegungen für ein gutes Storytelling ausreichen. Noch besser: Weltberühmte Bauwerke zwar im Hintergrund haben, aber auch in den Hintergrund rücken. Ihr müsst präsenter sein.

 

Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund

 

Tipp bei Bauwerken
Stellt euch vor, wie ihr dem Bauwerk im echten Leben/ beim Sightseeing begegnen würdet. Versucht das in den Bildern rüberzubringen.

 

Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund

 

Und wenn wir schon beim Thema Reisefotografie sind: Vergesst dabei nie, die Reise wirklich zu erleben. Beim nächsten Fotografiebeitrag erzähle ich euch dann, wie ich das Reisen trotz Bloggerdasein vollkommen auskosten kann und dennoch genügend Content zusammenbekomme, ohne zu fixiert auf Bilder zu sein.

 

Wie du mit deinen Bildern Geschichten erzählst #1: Basics - Emotionen/Mimik, Bewegungen/Gestik und Hintergrund

 

Outfitdetails

Dress*: Orsay (Same Here)
Boots*: Tommy Hilfiger (Same Here)
Sunnies*: RayBan (Same Here)
Jewellery: New One (Hier gibt es meine Earth Kette)

 


(*) PR Samples

 

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3 Comments

  1. […] In meinem letzten Post zu dieser Thematik habe ich euch erklärt, dass wir oftmals nicht viele Dinge benötigen, um mit unseren Bildern ein Storytelling zu betreiben. Für ein gutes Storytelling reichen das Spiel mit Emotionen und ein guter Hintergrund. Ein Hintergrund, der von selbst eine Story erzählt. Nun ist es aber so, dass wir uns wahrscheinlich alle nicht nur darauf beschränken wollen. Wir wollen Vielseitigkeit, keine Langeweile. Darum ist es auch spannend, mit verschiedenen Aspekten der Fotografie zu spielen, um ein gutes Storytelling zu kreieren. Ich selbst sehe Instagram als Storyboard. Ein kleines Buch sozusagen. Doch statt Texte findet man auf den ersten Blick Bilder. So weit, so bekannt. […]

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