7 Years of My Café Au Lait

7 Jahre. Wieder ist ein ganzes Bloggerjahr vergangen. Wie bei uns Menschen wird auch mein Blog „My Cafè Au Lait“ nicht jünger. Inzwischen steckt mein kleines Baby nicht mehr in den Babyschühchen, denn sieben Jahre sind eine lange Zeit, die hinter mir liegt. Für mich sind die Anfänge meines Bloggerlebens irgendwie schon in weiter Ferne. Es ist unglaublich, was sich in der Zwischenzeit alles entwickelt hat und wie fortschrittlicher unsere Welt in dieser Zeit geworden ist. Rückblickend kommt mir 2012 so vor, als wäre es ein ganz anderes Zeitalter gewesen. Es fühlt sich so an, dass ich mein Leben bewusster lebe, seitdem ich Bloggerin bin. Oder es liegt daran, weil ich selbst auch älter und dementsprechend reifer werde.

Anfangs war der Blog eine Art Kompensation. Ich befand mich gerade am Anfang meines zweiten Semesters und versuchte meine Enttäuschung über das gescheiterte Bewerbungsgespräch für das Journalismusstudium zu kompensieren. Außerdem vermisste ich in meinem Studium meine größte Leidenschaft: das Schreiben. Inzwischen hat sich meine größte Leidenschaft ganz schön erweitert. Fotografiert habe ich schon immer gerne, aber erst mit dem Blog wurde die Fotografie eine noch größere Leidenschaft für mich, als das Schreiben. Endlich hatte ich einen Weg gefunden, wie ich meine Kreativität trotz wissenschaftlich gehaltenem Studium wieder ausleben konnte.

Wahnsinn, wie sich das alles entwickelt hat. Damals war es nur ein Hobby einer zweitsemestrigen Lehramtsstudentin. Heute ist es ein kleiner Nebenerwerb geworden. Hauptberuflich arbeite ich inzwischen als Lehrerin. Krass, wenn man bedenkt, dass ich mir im zweiten Semester nicht einmal ansatzweise vorstellen konnte, mit der Uni irgendwann fertig zu werden. Genauso wenig konnte ich mir damals auch vorstellen, dass ich dank dem Blog mit tollen Firmen kooperieren werde oder auch mal die eine oder andere Reise machen darf. Dank dem Blog war ich unter anderem in Frankfurt, in Berlin und auf Ibiza. Ich durfte ein paar österreichische Hotels kennenlernen, wurde zu Wellnessaufenthalten eingeladen, durfte dabei auch noch kreativ werden und spannende Beiträge mit tollen Bildern schreiben. Auch heute ist das für mich noch ein bisschen unvorstellbar, da ich in mir einfach ein normales Mädchen sehe, das Spaß daran hat, was es tut. Und ja, ich sehe mich immer noch als Mädchen und bezeichne mich trotz meiner 27 Jahren nicht als Frau. Manche Dinge ändern sich nie.

Und auch wenn diese sieben Jahre von Glücksmomenten geprägt waren, gab es trotzdem Schattenmomente. In dieser Zeit erlebte ich die schlimmsten Dinge, die ich bisher erleben musste. Ein paar Rückfälle in die Magersucht, mein Zusammenbruch wegen dem Untergewicht und am allerschlimmsten: der Tod meines Vaters. Das hat mich immer wieder runtergezogen, aber ich denke, gerade meine Leidenschaften zum Schreiben und zur Fotografie haben mich aus diesem Loch geholt. Dabei konnte ich immer auf die Unterstützung meiner Freunde und Familie zählen, die das Bloggerbusiness anfangs zwar nicht ganz so ernst nehmen konnten, es inzwischen aber tun und mich noch mehr unterstützen, als sie es früher taten.

Diese Schattenmomente hatten aber auch etwas Gutes. Ich bin daran gewachsen, sodass mein anfangs etwas oberflächlicher Blog viel mehr an Tiefe gewonnen hat. Ich bin kritischer und reflektierter geworden, kratze eben nicht mehr an dieser Oberfläche und kann inzwischen auch über Themen schreiben, die zum Nachdenken anregen oder anderen helfen. Außerdem habe ich weitere Interessen entwickelt und entdeckt. Nischendenken gibt es bei mir nach wie vor nicht. Ich schreibe über das, was mir gefällt und mich aktuell beschäftig.

Mein größter Erfolg? Als mir eine Anorexiepatientin geschrieben hat, dass ihr meine Beiträge dabei geholfen haben, ihre Magersucht zu überwinden. Auch wenn ich zu dieser Zeit selbst inmitten eines Rückfalls war, so hat es mir doch die Tränen in die Augen gedrückt und ich war stolz, dass ich ihr helfen konnte. Solche Momente machen das Bloggen für mich persönlich noch lukrativer, als Geld daran zu verdienen. Trotzdem verleugne ich nicht, dass es für mich persönlich eine Erfüllung ist, mit Firmen, die ich mag, Kooperationen einzugehen. Denn seien wir uns mal ehrlich: jeder von uns will einen Job haben, der uns erfüllt und glücklich macht.

In diesen sieben Jahren ist wirklich viel passiert. Privat, wie auch blogtechnisch. Und es ist schön, diese Entwicklungen mitzuerleben. Inzwischen lebe ich nicht mehr in der Vergangenheit, so wie ich es früher getan habe. Und ich bin auch nicht mehr allzu zukunftsfokussiert, wie ich es einmal war. Ich lebe mehr in der Gegenwart und versuche, diese auch mehr zu genießen. Ich habe mich persönlich weiterentwickelt. Besonders, aber nicht nur wegen dem Blog. 2012 war ich irgendwie noch ein Kind. Inzwischen bin ich mit der Uni fertig, zweifache Tante und auch mein Umfeld ist erwachsen geworden. Meine beste Freundin ist verheiratet, kriegt ein Baby, meine Schwester heiratet dieses Jahr, ich lebe endlich in Graz und habe eine erfolgreiche Recovery hinter mich gebracht. Diese Momente wurden auch ein Teil meines Blogs, denn ich begann, euch auch Einblicke in mein Privatleben zu geben. Ich bin hinsichtlich meines Contents anspruchsvoller geworden, achte mehr auf Qualität und ich bin einfach dankbar, dass sich mein Leben so entwickelt hat.

Und ohne euch wäre das sowieso nicht möglich geworden. Darum möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich für eure Treue bedanken. Egal, ob ihr seit Anfang an dabei seid oder erst innerhalb dieser sieben Jahre irgendwie und irgendwann zu mir und dem Blog gestoßen seid. Ohne euch würde ich meine Leidenschaft bestimmt nicht mehr leben und das wäre schade. Darum ein großes DANKESCHÖN!

Um euch meine Dankbarkeit zu zeigen, gibt es auf Instagram auch ein Gewinnspiel. Hier erfährt ihr mehr.

7 Jahre

https://www.instagram.com/p/BvhNwA0hO1C/

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