Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

 

Wir schufen die Erinnerungen für uns selbst! Wo unsere Augen sich niemals schließen! Unsere Herzen niemals gebrochen werden. Für immer eingefroren und still. (Photograph – Ed Sheeran)

 

Illusionen! Sie sind da. Gaukeln uns vor, wie es sein kann, wie es aber vielleicht nicht ist. Und doch halten wir an ihnen fest. Denn sie sind der Weg, so zu leben, wie man leben möchte. Wir schreiben unser eigenes Drehbuch, führen selbst die Regie. All das, was wir nicht hören, sehen oder fühlen wollen, hören, sehen und fühlen wir nicht. Wir hören, sehen und fühlen das, was uns glücklich macht. Ganz gleich, ob es echt ist.

Es ist der perfekte Moment, auf welchen die nächsten perfekten Momente folgen. In Sekundentakt. Sie sind wie Seifenblasen, die nicht zu zerplatzen drohen. Die robust genug sind, dass sie nicht vergänglich sind. Aber sie sind nicht real. Nicht echt. Auch nicht greifbar. Und sind sie greifbar, ist es auch nur eine Illusion. Doch wir wollen sie festhalten. Klammern uns an sie, weil es das ist, was wir wollen. Manchmal ist es nicht die Realität, die uns glücklich macht. Es ist unser Wunsch, den wir mit aller Kraft zur Realität machen wollen. Ein Wunsch, der nichtsdestotrotz so echt erscheint, so nah, so, als ob er verwirklicht werden könnte. Aber dann bricht alles zusammen. Ein Scherbenmeer. Weil es nicht echt ist. Weil es vielleicht nicht sein sollte. Der Moment schien so perfekt. War er aber nicht. Alles was bleibt, ist ein Foto. Ein Foto, das uns die Welt kurzzeitig so erscheinen lässt, als hätten wir genau das, was wir uns insgeheim wünschen. Als wäre es real. Wir sehen uns dieses Foto an. Es hält genau das fest, was wir sehen wollen. Nicht das, wovor wir unsere Augen lieber verschließen würden. Weil es ewig ist. Nichts und niemand könnte das Bild je ändern. PhotoShop vielleicht, aber man würde immer wissen, was sein Ursprung ist. Wie es entstanden ist. Wir kennen das Original.

 

 Wenn wir auf dem Foto lächeln, dann wirken wir glücklich. So, als könnten wir die ganze Welt umarmen. So, als wären wir zufrieden. Bedingungslos. Wir vergessen vielleicht, dass wir nur wenige Stunden danach unendlich traurig waren. Tränen vergossen haben. Genau aus dem Grund, was uns zuvor so glücklich gemacht hat. Wir haben gelernt, dass die Seifenblase doch nicht so robust ist. Dass sie zerplatzt, wie alle anderen auch. Aber wir haben das Bild. Das Bild, das einen Moment zeigt, der uns das Gefühl gegeben hat, dass uns die Welt zu Füßen liegt. Das Bild ist ein festgefrorener Zeitpunkt und er bleibt. Das Glück bleibt. Wenn auch nicht im Hier und Jetzt. Aber es bleibt auf diesem Bild bestehen. Und dort kann man das, was man in diesem Moment gefühlt hat, nicht mehr revidieren. Es ist beständig. Robust. Auf ewig. Genauso, wie wir uns unsere zerplatzte Seifenblase gewünscht haben. Irgendetwas bleibt immer. Und wenn es nur die Illusion ist. 

 
 
 

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