Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Auch wenn die Bilder meiner heutigen Anekdoten weihnachtliche Gedanken andeuten, geht es nicht direkt um Weihnachten. Ich zeige sie euch nur, weil ich wahnsinnig glücklich über meine neuen weihnachtlichen Errungenschaften bin!

Eigentlich wollte ich auch gar nicht über das schreiben, worüber sich dieser Post heute drehen wird. Geplant waren Worte zu meiner Alterung, der liebevollen Bezeichnung, die ich meinem Geburtstag gegeben habe. Am 11. November wurde ich 23 Jahre jung (oder alt). Ein Tag, voll gepackt mit Gedanken, die ich wirklich gerne mit euch teilen wollte und der Post zu diesen Anekdoten war auch schon fertig geschrieben, jedoch habe ich mich spontan umentschieden. Warum? Nun ja, einfach aus dem Grund, weil mich das Thema viel, viel mehr beschäftigt, als eine Zahl, die sich verändert hat und es ist mir ehrlich gesagt auch wesentlich wichtiger. Ich hadere noch mit mir selbst, finde keinen richtigen Einstieg und somit fällt es erstmal flach, dass ich euch am Anfang dieses Beitrags einen kurzen Überblick gebe. Hoffentlich macht euch das nur neugieriger, denn es sind Aspekte, die durchaus zum Nachdenken anregen. Es geht um den alltäglich Familienwahnsinn. Sagen wir es mal so. So ganz zufrieden bin ich mit dieser schlichten Beschreibung noch nicht, aber lest einfach selbst. Ich schätze, ein direkter Einstieg ist einfach das Beste, was ich bei dieser Anekdote machen kann.

Kürzlich gab es in meiner Familie einen erheblichen Diskussionsbedarf. Ich mag nicht Streitigkeiten schreiben, denn Streitigkeiten wirken noch negativer als das Wort „Diskussionsbedarf“, aber es gab durchaus etliche Meinungsverschiedenheiten, die das Zusammenleben schwierig gestalteten. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mama und auch zu meiner Schwester. Nichts und niemand ist mir wichtiger, als die beiden (den Käfer mal ausgeschlossen) und es ist nicht schön, wenn einmal nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, aber ich schätze, das kommt in den besten Familien vor.

Welche Gründe eine wesentliche Rolle spielten, die zu diesen Konflikten führten, möchte ich euch nicht erzählen, aber sehr wohl meinen Umgang damit. Wenn ich rückblickend darüber nachdenke, könnte ich mir selbst eine reinhauen, warum ich so mit der ganzen Geschichte umgegangen bin. Dabei muss ich mir sogar selbst auf den Kopf greifen, ja, sogar über mich schmunzeln. Ich mache mir Sorgen um die 30, auf die ich zugehe, wenn auch mit kleinen Schritten und im Endeffekt bin ich im Umgang mit Konflikten noch nicht immer auf dem Niveau eines Erwachsenen. Ich gebe es nicht gerne zu, aber ich kann immer noch ganz schön trotzig werden. Wenn es zu Meinungsverschiedenheiten, Kompromisse und kritische Diskussionen mit meinen Studienkollegen kommt, weiß ich, dass ich kompetent und erwachsen die Probleme klären kann, kompromissbereit und einfach auf gute Zusammenarbeit aus bin, aber bei familiären Angelegenheiten spielt zu sehr die emotionale Ebene eine Rolle und vielleicht sind das Hauptgründe, warum ich auch einmal richtig stur werden kann. Womöglich ist es sogar meine Position als Nesthäkchen. Ich bin es von klein auf gewohnt, dass ich die „Kleine“ bin. Eine Sonderstellung hatte ich zwar nie, aber meine Eltern waren bei mir wesentlich lockerer, als bei meiner Schwester und in manchen Dingen hatte ich es sicher einfacher, als meine Schwester. Wusstet ihr eigentlich, dass die Geschwisterposition einen Einfluss auf unsere Persönlichkeit hat? Wenn nicht, dann wisst ihr es jetzt!

Wenn ich sauer bin, rede ich, bezogen auf meine Familie, mit keinem mehr oder zumindest mit keinem gerne. Ich will einfach nur mehr meine Ruhe habe, ignoriere es, wenn ich angesprochen werde und würdige niemanden eines Blickes. Jetzt, wo ich darüber schreibe, denke ich mir nur, wie kindisch ich mich manchmal verhalte, denn um ehrlich zu sein, klingt das stark nach einer mangelhaften Sozialkompetenz. An der mangelt es bei mir hoffentlich nicht, auch wenn ich einen richtigen Dickschädel habe, aber ich will in solchen emotionalen Zuständen nicht und mache die Tür zu! Egal, wie stumpfsinnig die Gründe für die Konflikte sind und egal, ob man diese lächerlichen Lappalien mit ein, zwei Worten gleich gelöst hätte. Ich bin stur, leider einer der negativen Eigenschaften, die ich von der mütterlichen Seite meiner Familie geerbt habe.

Der letzte Konflikt war wieder einmal einer dieser typischen und vor allem lächerlichen Lappalien. Eigentlich ist das rückblickend so amüsant, dass ich es euch sogar erzählen muss. Zu meinem Geburtstag bekam ich von Douglas einen 10 Euro Gutschein, den ich auf unserer Kommode im Esszimmer abgelegt hatte. Am Samstag Morgen war er plötzlich weg. Mama hat ihn weggeschmissen! Ihr glaubt gar nicht, wie meine Alarmglocken geschrillt haben. Als mich meine Mama zum Bus gebracht hat, war das werte Töchterchen selbstverständlich übelster Laune und stinksauer. Ich habe Mama vorgeworfen, sie würde nicht respektvoll mit meinem Eigentum umgehen, sie hat umgekehrt mir unterstellt, ich müsste endlich lernen, mein Zeug wegzuräumen. Bei zwei Starrköpfen beharrt jeder auf seinem Standpunkt! Das Recht steht jeweils dem anderen zu und keiner hat auf keinerlei Weise irgendetwas falsch gemacht! Das Ende der Geschichte war, dass ich wortlos aus dem Auto ausgestiegen bin und noch beleidigter war, als zu Beginn.

Die Wut hielt nicht lange an. Als ich im Bus saß, wurde mir bewusst, dass alles so gelaufen war, wie es nicht laufen dürfte. Ich habe sicherlich Sätze ausgesprochen, mit denen ich meine Mama verletzt habe und umgekehrt war es genauso. Einlenken, dass alles nur meine Schuld war, will ich zwar immer noch nicht, aber ein Unschuldslamm war ich auch nicht. Jeder von uns hatte seinen Teil dazu beigetragen, dass dieser Streit so geendet hat, wie er nun einmal geendet hat. Mir wurde klar, es ist nicht schön, im Streit auseinanderzugehen. Ich bin kein Pessimist, aber man kann nie wissen, was das Schicksal für einen vorhergesehen hat. Den Teufel wollte ich selbstverständlich nicht an die Wand malen, aber trotzdem spielte ich mit vielen Gedanken. Mit „Was wäre, wenn…“ -Gedanken. Was wäre, wenn es während der Busfahrt zu einem Unfall käme? Was wäre, wenn ich nach Hause komme und Mama ist nicht mehr da? Dann würde immer etwas Unausgesprochenes im Raum stehen. Dinge, die man auf dem Herzen hat und nicht mehr aussprechen kann. Zu sagen, dass es einem Leid tut, dass man alles nicht so gemeint hat, aber auch seine eigenen Gefühle aussprechen. Wie man sich gefühlt hat. Denkt einmal darüber nach, ist ein lächerlicher 10 Euro Douglas Gutschein das wert, dass man im Streit auseinandergeht und eventuell nicht mehr die Möglichkeit hat, sich auszusöhnen?

Das schlechte Gewissen in mir bahnte sich seinen Weg, nagte an meinen Gedanken und füllte mich mit vollkommener Ungeduld aus. Es war schwierig, den Tag an der Uni zu überstehen. Viel lieber wäre ich gleich nach Hause gefahren, um mit meiner Mama zu reden. Ihr zu sagen, dass es mir Leid tut, aber ihr dennoch nicht das Gefühl geben, dass nur ich die Böse war. Auch sie sollte ihre Fehler einsehen, denn okay war das mit Sicherheit nicht, wie sie mit meinen Sachen umgesprungen ist. Trotzdem hätte ich aus einer Mücke keinen Elefanten machen brauchen. Das sehe ich jetzt auch ein. 

Irgendwie wollte ich auch nicht ohne etwas dar stehen, wenn ich mit meiner Mama Frieden schließe. Als symbolisches Zeichen für ein Friedensangebot habe ich kurzerhand eine Duftkerze ausgewählt, da ich weiß, wie sehr sie Duftkerzen liebt. Außerdem strahlen gerade Kerzen Ruhe und etwas Friedvolles aus. Das Resultat am Ende des Tages war schlussendlich, dass wir uns wieder vertragen haben und nun herrscht wirklich wieder Friede, Freude, Eierkuchen im Hause Lait.

In diesem Post soll nicht ein Streit im Vordergrund stehen, oder dass ich ein trotziger, sturer Dickschädel sein kann, sondern er hat eine ganz spezielle Botschaft, die ich euch gerne ans Herz legen möchte. Geht nie mit jemanden, den ihr gerne habt, im Streit auseinander. Es kann immer etwas urplötzlich, wie aus dem Nichts und völlig unerwartet passieren. Zeitpunkte, an denen es schon zu spät sein kann, um „Es tut mir Leid“ zu sagen. Manchmal ist es schwer, in seiner Wut und dem Ärger, sofort darüber zu reden oder Kompromisse zu schließen, aber es ist doch etwas ganz Essentielles, wenn man bedenkt, dass wir nie wissen können, was in der nächsten Sekunde passiert. Man kann so vieles bereuen. Dinge, die man rückwirkend nicht mehr aussprechen kann. Das ist eine Last, die man sein ganzes Leben mit sich rumträgt. Von den Gewissensbissen ganz zu schweigen. Gerade Weihnachten ist so eine Zeit, in der wir uns auf das Wesentlichste besinnen sollten. Es ist immer schöner, friedlich miteinander zu leben, als zu streiten. Ein Streit führt zu nichts. Im Gegenteil, es tut nur weh und keiner hat etwas davon.

Zum Glück musste ich die Erfahrung noch nie in meinem ganzen Leben machen. Auch ich habe schon wichtige Menschen in meinem Leben verloren, aber ich kann voller Glück darauf zurückblicken, dass immer Frieden und Harmonie zwischen den Personen und mir gestanden haben. Alles, was jemals einen Klärungsbedarf hatte, war geklärt und ich wüsste nicht, wie ich damit umgehen würde, wenn es anders wäre. Natürlich fehlen mir diese Menschen und gerade an Weihnachten wird einem immer wieder aufs Neue schmerzlich bewusst, dass sie nicht da sind, aber dafür habe ich das Glück -und das sollte man nie als selbstverständlich nehmen- dass alle Differenzen, Konflikte und Probleme aus der Welt geschaffen wurden. Wer weiß, ob das immer so bleiben wird und da muss ich mir klar machen, dass ich nicht mehr mit meinen Lieben im Streit auseinandergehen darf. Das oberste Gebot lautet deswegen: bevor ich aus der Tür unseres Hauses trete, wird alles geklärt!

Ich hoffe, dass euch meine Worte zum Nachdenken gebracht haben. Mit diesem Denkanstoß wünsche ich euch ein zauberhaftes Restwochenende. Genießt es mit euren Lieben! 

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4 Comments

  1. Ich finde, dass dieser Post sehr wohl zur Weihnachtszeit passt.
    Es ist die Zeit der Besinnlichkeit, die Familie ist vereint und auch wenn alles harmonisch sein soll,
    gibt es doch gerade in der Zeit viele Streitereien und übermäßige Gereizbarkeit.

    Erkenne mich in deinen Worten gut wieder. Bin bei solchen Dingen auch ein Sturrkopf und lass nicht auf mich einreden, auch wenn ich weiß, dass ich in bestimmten Dingen viel besser anders reagieren sollte. Manchmal geht´s halt nicht.

    Lg <3

  2. Liebe Lisa,
    ein sehr schöner Post und du hast mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Eigentlich weiß man ja, dass man nicht im Streit auseinander gehen sollte, aber irgendwie vergisst man das dann trotzdem ab und zu. Ich bin aber auch ein mindestens genauso großer Sturkopf wie du. Ich schäme mich dann oftmals über mein kindisches Verhalten, aber wenn man verletzt wird, kann man halt nicht mehr normal denken. So ist es zumindest bei mir. Jetzt fällt mir auch noch konkret jemand ein, bei dem ich mich endlich mal entschuldigen sollte. Auch wenn natürlich immer zwei dazugehören.
    Um nochmal schnell das Thema zu wechseln, deine Weihnachtsdekoration ist so wunderhübsch. Meine Vorfreude auf Weihnachten wächst durch solche schönen Bilder noch mehr. Juhu! 🙂
    Liebst, deine Kate! :):*

  3. Ein sehr schöner Post! Du hast wirklich Recht, man sollte nicht im Streit auseinandergehen und ich denke da auch oft dran, wenn ich mich mit jemandem gestritten habe. Bei mir ist es übrigens ähnlich, dass ich bei meiner Familie immer viel emotionaler auf Kritik o.ä. reagiere als bei anderen Menschen, aber ich denke das ist normal. Alles in allem kommt mir die von dir geschilderte Situation seeehr bekannt vor… ich finde es aber wirklich gut von dir, dass du dann auch sofort wieder Frieden mit deiner Mama geschlossen hast. Sowas ist, wie schon gesagt, wirklich wichtig!

    Sollte ich deine Torte einmal ausprobieren, schicke ich dir sehr gerne ein Bild! Leider hatte ich in letzter Zeit nicht so viel Zeit, mich an ein solches Projekt heranzuwagen (geschweige denn zu posten oder auf Kommentare zu antworten…), aber du hast in der Zeit ja auch so viele neue Rezepte gepostet, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll 😀 Ich liebe nämlich Brunch und werde sicher das eine oder andere deiner Rezepte ausprobieren! 🙂

  4. Liebe Lisa,

    als ich diesen Post gesehen habe, dachte ich auch zuerst, es geht um Weihnachten und die Dekoration weil man die Bilder ja zuerst sieht. Dann habe ich den Text dazu gelesen und ich finde sogar, dass beide Themen in gewisser Art und Weise zusammen passen. Darum war deine Bildauswahl für diesen Post auf jeden Fall treffend. Weihnachten und die Vorweihnachtszeit sind ja auch ganz arg verbunden mit Familie und schöner, positiver Stimmung <3 Und ich muss dir absolut Recht geben! Ich gehe auch absolut ungern aus dem Haus, wenn ich vorher mit meiner Mama gestritten habe. Auch bei den anderen Familienmitgliedern finde ich es super schlimm, aber bei Mama trifft es mich am meisten. Und ganz schlimm ist es auch, wenn es direkt bei der Verabschiedung an der Tür passiert. Da denke ich mir dann auch immer: Das hätte jetzt auf die letzten Sekunden definitiv nicht sein müssen! Das mit deiner Sturheit kann ich nachvollziehen. In abgeschwächter Form habe ich das tatsächlich auch, aber zum Glück nicht ganz so extrem wie du 😉 Aber ich finde es auf jeden Fall toll, dass du es selber siehst und dir danach auch denkst, dass das nicht hätte sein müssen!
    Und es war super lieb, dass du dich bei deiner Mama mit einem süßen, kleinen Geschenk entschuldigt hast <3

    Vielen ♥-lichen Dank für deinen lieben Kommentar bei mir. Und danke auch für deine netten Worte! Falls du doch mal dazu kommen würdest dein Tattoo entfernen lassen zu müssen, kann ich dir diese Klinik wirklich nur ans Herz legen – aber das wollen wir ja mal nicht hoffen 😉

    Alles Liebe,
    Vanessa

    http://www.cashmerebow.blogspot.de

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