Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Unglaublich, aber wahr: Heute schreibe ich meine letzten Anekdoten. Aber natürlich nur für das Jahr 2014. Häufig bekomme ich bei meinen Anekdoten immer ganz besondere Kommentare. Deswegen möchte ich mich zu Beginn für alle Kommentare bedanken. Nicht nur für die bei den Anekdoten, sondern generell. Jedoch lese ich die Kommentare bei den Anekdoten ganz besonders gerne, denn ich liebe es, wenn ihr euch über das, was ich schreibe, auch Gedanken macht oder ob ihr euch mit meiner Meinung oder Situation identifizieren könnt. Darum möchte ich die Anekdoten so lange weiter schreiben, bis ich mein Diplom in den Händen halte und ich mich Frau Mag.rer.nat. Lisa Reiter nennen darf. Mittlerweile haben sich die Anekdoten auch zu einem monatlichen Feature entwickelt, somit hoffe ich, dass ihr euch im Jahr 2015 auf 12 (hoffentlich) spannendes Gedankenwirrwarr freut. 

Natürlich wollte ich die letzten Anekdoten für dieses Jahr ganz besonders gestalten. Ich lag die letzten Tage lange wach, habe meine Gedanken kreisen lassen und war wie besessen darauf bedacht, dass es eine weihnachtliche Anekdote werden sollte. Nur frage ich mich jetzt, warum ich mich unbedingt dazu zwingen wollte? Schnell habe ich diesen intrinsischen Zwang in mir verworfen und ja, ich wollte mit diesem Satz gerade die philosophische Seite in mir zum Ausdruck bringen. Erstaunlicherweise kommt es immer zu einem Phänomen, ein Effekt, wenn man den Zwang in sich abschüttelt und nicht mehr zu sehr darüber nachdenkt. Ganz genau, plötzlich sprudelt man nur so vor Ideen. Möchte dieses und jenes mitteilen und muss im Endeffekt dann sogar aufpassen, die Anekdoten nicht mit Buchstabenkombinationen zu überfluten, wo man vorher gar nichts auf virtuelles Papier bringen konnte.

Weihnachten! Die stillste Zeit des Jahres. Stille Nacht, heilige Nacht. Jedes Jahr, wirklich jedes Jahr wird das bei uns gesungen. Außer vielleicht letztes Jahr, aber warum wir da keine sonderlich große Lust hatten, Weihnachten zu feiern, dürfte einigen von euch klar sein. Heuer wird es bestimmt wieder anders, denn wir haben ein neues Familienmitglied. Käfer feiert schließlich zum ersten Mal Weihnachten, wenn auch noch nicht so bewusst. Ich „freue“ mich schon wieder wie wahnsinnig darauf, meinen Ohren von Mamas schiefer Stimme malträtieren zu lassen, während ich daneben stehe und das Lied nur halbherzig zum Besten gebe. Wenn überhaupt ein Ton über meine Stimmbändchen erschallt, denn meistens ringe ich mich nur dazu durch, meine Lippen zu bewegen. Und das eben halbherzig. Ich mag das Lied nicht singen! Warum? Gibt es einen Grund dafür, oder kann ich es nach 23 Jahren meines irdischen Lebens einfach nicht mehr hören? Oder ist ein Widerspruch? Weihnachten hat doch im Grunde genommen gar nichts mehr mit der stillsten Zeit des Jahres zu tun, oder? ODER? Ich persönlich finde die Interpretation von der Ikea Werbung bezüglich der stillsten Zeit des Jahres unglaublich treffend. Ihr kennt sie. Vor einem reichlich geschmückten Baum im gedämpften Licht steht ein kleiner Junge und gröllt sich fast die Lunge aus dem Körper, indem er mit einer Inbrunst „Oh Tannenbaum“ aus seinen Stimmbändern quetscht. Und das in einer Lautstärke, sodass ich zu meiner Mama immer sage, dass ich seit dieser Werbung keine Kinder mehr haben möchte bzw. war der genaue Wortlaut: „Wenn i so an Frotz daham hätt, tarat i mi daschiaßn.“ Wenn wir uns schon mit Details aufhalten, wollte ich zumindest auch noch meinen steirischen Dialekt ein bisschen in diese Anekdoten schmuggeln. Falls irgendwer unter euch keine Ahnung hat, was dieser Satz bedeutet, der möge sich doch bitte an mich wenden und ich werde brav übersetzen.  

Süß ist der Kleine ja, wie er so mit leuchtenden Augen und festlich herausgeputzt sein Bestes gibt, aber bei mir endet das immer in einer schier unerträglichen Odyssee von Kopfschmerzen. Würde ein Rasenmäher meine Hirnwindungen malträtieren, hätte das ungefähr den gleichen Effekt. Nicht nur, dass ich eh schon von einem Tinitus geplagt bin, aber wenn dieses Kind singt, dann kommt es mir so vor, als hätte ich einen tollwütigen Clown im Kopf, der gegen meine Synapsen boxt. Darum bete ich inständig zu Gott, egal ob dessen Existenz gegeben ist, oder nicht, bitte bitte, lass meinen Käfer nicht so werden. In diesem Jahr kann er zum Glück seine Sangeskunst noch nicht unter Beweis stellen. Aber sollte er nächstes Jahr seine Sangeskunst zum Debüt geben und das noch in einem Duett mit meiner Mutter, dann werde ich mich wohl dazu gezwungen sehen, zu einer Religion zu konvertieren, in der kein Weihnachten gefeiert wird. 

 
In musikalischer Hinsicht wäre es nun schon einmal geklärt, warum Weihnachten im Endeffekt NICHT die stillste Zeit des Jahres ist. Ich selbst möchte mich mit dem Kapitel „Stille Nacht, heilige Nacht“ auf musischer Basis nun nicht mehr beschäftigen. Stattdessen höre ich lieber meine Drum and Bass Mixe oder diesen ziemlich fragwürdigen Mashup von Justin Bieber und Slipknot. Das Zweite passt so gar nicht zu mir, weil überhaupt nicht mein Musikstil. Beides nicht! Das sonst so unerträgliche Geplärre dieser gruseligen Metalband mit der geschmacklosen Maskierung übertönt das noch unerträglichere Bieber-Baby-Gejaule. Aber es hört sich zumindest besser an, als sämtliche totgespielten Interpretationen von „Stille Nacht, heilige Nacht.“ Okay, ich begebe mich wieder zurück ins Musikterrain, ich geb’s ja zu, ich geb’s ja zu.

 

Jedoch – nicht nur unerträgliches Geplärre macht die Weihnachtszeit laut. Es gibt viele Aspekte, die in einer eindringlichen Wirkung auf mich niederprasseln. Der höchste Weihnachtskiller ist wohl der Stressfaktor. Damit meine ich jetzt nicht den Lernstress, den ich noch vor Weihnachten hatte und der es mir nicht erlaubte in die richtige Stimmung zu kommen, sondern dieser Geschenkestress. Ich gebe es zu, ich bin bestimmt nicht die pünktlichste Biene unter den fleißigen Geschenkesammerln, sondern meistens sogar richtig spät dran. Den Stress mache ich mir womöglich selber, aber vorher geht nicht, weil Prüfung a, b und c sind immer noch wichtiger. Klar, meine Familie und meine Freunde stehen IMMER an erster Stelle, aber ich kann ihnen meine Liebe zu ihnen auch anders zeigen und muss das nicht mithilfe von Geschenken tun. Geschenke sind etwas Materielles, eine stoffliche Materie, eine Substanz, um nun in Richtung Aristoteles zu gehen *hust*. Übrigens – merkt man, dass ich gestern eine Philosophieprüfung geschrieben habe? Mir kommt so vor, als wäre der Post ein bisschen davon inspiriert. Darum machen wir doch gleich weiter mit den Philosophenanekdoten (an dieser Stelle würde ich euch bitten, dass ihr euch mich mit erhobenen Zeigefinger vorstellt, damit die belehrende Wirkung besser rüberkommt). Liebe ist etwas, das in unserem Wahrnehmungsbewusstsein existiert. Vielleicht nicht für die großen Philosophen der Geschichte, aber für mich! Liebe ist spürbar und wenn sie ehrlich, wahrhaftig und bedingungslos ist, wenn sie allgegenwärtig sein sollte, dann kann man das bestimmt besser zum Ausdruck bringen, als mit einer Materie aus sämtlichen Stoffen. Trotzdem kaufe ich Geschenke. Aber nicht, weil ich meinen Freunden und meiner Familie damit zeigen möchte, wie gern ich sie habe (okay, das auch), sondern einfach, weil ich es gerne sehe, wenn sich Menschen, die mir etwas bedeuten, über etwas freuen. Jubelnd darf ich nun auch verkündigen, dass die „Ich-Muss-Noch-Dringend-Geschenke-Kaufen-Prozedur“ am Dienstag sein jähes Ende gefunden hat. Keine Sorge – ich hab auch an euch gedacht, denn ich sehe (oder in diesem Fall besser gesagt erlebe) es gerne, wenn sich auch meine Leser freuen. Ein bisschen müsst ihr euch noch gedulden, denn wie ich bereits erwähnt habe, gibt’s bei mir erst am Heilgen Abend die Bescherung! (Der Zeigefinger, der belehrende Zeigefinger). Das Christkind muss das Give-Away ja noch schön einpacken! 

In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr noch ein paar schöne, stressfreie und vor allem ikeawerbunglose Stunden in der Adventszeit genießen könnt. Denkt an eure Lieben, genießt die Zeit mit ihnen, SCHENKT ihnen Zeit und auch wenn Weihnachten heutzutage ziemlich hektisch ist, macht sie euch SELBST besinnlich! Das schafft nur die Zeit! Zeit, die ihr mit euren Lieben verbringt. Ein Lächeln einer geliebten Person ist mehr wert, als alles andere und wenn ich es so betrachte, darf mir mein kleiner Neffe nächstes Jahr sogar die Ohren volljaulen, wenn er will, ohne dass ich zu einer Stammesreligion konvertiere, denn solange er sich darüber freut, freut sich auch die Tante – selbst wenn diese danach taub ist! Nur auf „Stille Nacht, heilige Nacht“ sollte er trotzdem verzichten. Wie wäre es stattdessen mit „Kling Glöckchen Klingelingeling“?

Kerzen von Glade by Brise
Orange: Winterlicher Gewürzzauber (LE)
Cremé: Vanille (Standardsortiment)
Mint: Gemütliche Winternacht (LE)

 

Außerdem bedanke ich mich bei Kristina von KD-Secret für die hübsche Statementkette, die ich bei einem Give-Away von ihr gewonnen habe. Schaut doch mal bei ihr vorbei. Sie ist gerade von Blogspot nach WordPress umgezogen und zeigt stilvolle Outfitposts. Vielen Dank, liebe Kristina! 
 

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3 Comments

  1. Ich mag deine Anekdoten immer sehr und freue mich schon darauf, sie 2015 wieder zu lesen 🙂
    Aber denk immer: Dein Papa feiert auch mit euch. Auch wenn er nicht körperlich bei euch sein kann, er sieht euch immer vom Himmel aus und freut sich, wenn ihr euch freut 🙂

    Liebst
    Svetlana

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