Den Stress machen wir uns oft nur selbst

Den Stress machen wir uns oft selbst

Wir leben im Stress. Doch wie hoch müsste unser Stresslevel eigentlich sein? Machen wir uns den Stress oft selbst? 

Als ich letztens zu einem Coffee Date hetzte, verlor ich mich in meinen Gedanken. Ich hatte erst seit zwei Stunden Feierabend, es war Freitag und ich freute mich auf das Wochenende. Gleichzeitig spürte ich einen innerlichen Drang, meinen Content wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Ich wusste, dass ich in Zeitnot war, denn solange es nicht bis mindestens 20 Uhr hell ist, beschränken sich meine Contentproduktionstage auf ein Wochenende. Circa 22 Sonnenstunden für 5-7 Bilder, die ohnehin nur kurz konsumiert werden. That’s the Gram, Baby!

Wieder erinnerte ich mich an die Zeit vor einem Jahr, als ich gerade inmitten meines Unterrichtspraktikums war. Ich musste vier Stunden unterrichten, ein paar Stunden hospitieren und hatte eine Sprechstunde pro Woche. Das war nicht viel und ich kam, mit Ausnahme von Konferenz- und Elternsprechtagen spätestens um halb zwei oder zwei aus der Schule – meistens früher. Donnerstags ging ich sogar schon um ca. 10 Uhr nach Hause, freitags hatte ich frei. Zuhause erwartete mich noch die Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen, die ich jedoch meist auf die Abendstunden verschob. Ab und an gab es noch Seminare, auf die ich gehen musste. Die hielten sich jedoch in Grenzen, auch wenn viele Unterrichtspraktikanten jammerten, wie „stressig“ das alles doch sei. 

Kurz gesagt: ich hatte damals eigentlich viel Freizeit. Wesentlich mehr als jetzt, nachdem ich meine Vollzeitstelle angetreten bin und 38,5 Stunden (meistens mehr) im Büro verbringe. Doch wenn ich genauer in mir gehe, wird mir bewusst, dass ich damals als Unterrichtspraktikantin ein genauso hohes Stresslevel hatte, wie jetzt. Und da wurde mir bewusst, dass wir uns den Stress wohl oft selbst machen und ihn meistens unnötig aufbauschen. 

Den Stress machen wir uns oft selbst

Das Problem, sich selbst zu entspannen

Entspannung ist definitiv mein Defizit. Ich kann schwer abschalten. Mein Kopf ist ständig voll mit Dingen, die ich noch zu erledigen hätte. Dann ging mir irgendwie ein Licht auf. Ich war in letzter Zeit unzufrieden mit meiner Work-Life Balance und auch mit den Ergebnissen meiner Arbeit bzw. wie meine Arbeit voranschritt. Ich bin von Grund auf ein kreativer Mensch und lebe meine Kreativität gerne aus, aber in letzter Zeit fiel es mir schwer, mich inspirieren zu lassen und spürte immer wieder einen Druck in meiner Brust. Montag bis Freitag arbeiten und am Wochenende muss ich mich um Job Nummer zwei kümmern. Der Haushalt macht sich auch nicht von alleine und irgendwann sollte auch noch Zeit für ein Sozialleben sein. Meine Familie habe ich schon seit Dezember nicht mehr gesehen. Ich glaube, ich brauche wirklich einmal ein paar Momente, um runterzukommen. Wochenenden sind keine Entspannung mehr für mich, weil meine Me-Time praktisch nicht mehr vorhanden ist. 

Sicherlich bin ich selbst dafür verantwortlich und viele von euch werden das vielleicht nicht verstehen können, weil ich mir die Situation selbst ausgesucht habe und ich zum anderen auch nicht auf meinen zweiten Job als Content Creator angewiesen bin. Nur ist die Sache die, dass ich darauf hinarbeite, mehr Freiheit in meine beruflichen Situation zu bringen und mir Content Creation am meisten Spaß macht. Zwar mache ich das auch in meinem Job, aber gerade die Vielseitigkeit und Branchenvielfalt (Mode, Reisen & Tourismus, Beauty, Kulinarik etc.) reizen mich.

Das erfordert natürlich, top aktuell zu sein und mir ein beeindruckendes Portfolio aufzubauen. Trotzdem weiß ich, dass ich meinen Stress dennoch reduzieren kann, indem ich einfach gezielter und organisierter werde. Neue Situationen erfordern immer eine Umstellung. Ich bin ein Mensch, der sehr lange dafür braucht. Mein Unterrichtspraktikum war fast zu Ende, als ich mich an die Situation so richtig gewöhnte, doch danach ging es schon ins Vollzeitarbeitsleben. 

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Ausbruch

Stellt sich nun die Frage, wie man aus dieser Situation ausbrechen kann? Ich habe das Gefühl, dass ich die ersten Schritte dafür schon getan habe, indem ich auf mein Schlafverhalten achte. Früher war ich bis spät in die Nacht produktiv, oder habe es versucht. Ich habe versucht, zu arbeiten, aber oftmals kam ich nicht voran. Zwar habe ich in den Abendstunden nun weniger Zeit, weil ich versuche, früh ins Bett zu kommen, dafür gelingt es mir jetzt bereits umso besser, tagsüber viel mehr voran zu bringen. Außerdem bin ich nun meistens schon um 7 Uhr, statt um 8 auf der Arbeit und kann somit auch früher Feierabend machen, was mir wieder zusätzliche Stunden geschenkt hat. 

Eine innere Balance zu erlangen und aus Stresssituationen auszubrechen, ist nicht leicht. Man muss sich selbst an der Nase nehmen und sollte versuchen, es nicht zu einem Teufelskreis werden zu lassen. Deswegen ist es erforderlich, dass man sich auch einmal wirklich hinsetzt und resümiert. Sich fragt, woher der ganze Stress und der innere Druck kommen. Ob es notwendig ist oder ob man die Situation besser lösen könnte. Und gerade deswegen ist es essentiell, strukturiert zu sein und auch seine Freizeit mitzuplanen. Außerdem sollte man Prioritäten setzen. Ich habe oft viel Zeit in meinen Haushalt investiert. Dabei ist es nicht schlimm, wenn an einem Abend mal nicht gesaugt und geschrubbt wird. Ich habe mir dafür einen Time Table mit Prioritäten erstellt. Was muss wirklich erledigt werden? Wo lege ich meinen Fokus hin? Wann brauche ich Zeit für mich? 

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Ist der Stress echt oder machst du ihn dir selbst?

Ich kann euch empfehlen, dass ihr in euch geht und euer eigenes Stresslevel durchdenkt. Welcher Stress ist gerechtfertigt und welchen macht ihr euch selbst? Ich habe erkannt, dass es wichtig ist, sich gerade von den Stressfaktoren zu lösen, die man sich nur selbst auferlegt. Für ein bisschen mehr Freiheit. Natürlich gibt es auch Stress, den man nicht vermeiden und für den man nichts kann. Aber wir neigen dennoch dazu, auch diesen unnötig aufzubauschen. In der Hinsicht glaube ich, dass die Kraft wirklich in der Ruhe liegt und man versuchen sollte, sich nicht so leicht aus der Bahn werfen zu lassen. 

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