Die Kupferspirale – Erfahrungsbericht

Die Kupferspirale

Erfahrungsbericht

Im Juli habe ich mir die Kupferspirale einsetzen lassen. In diesem Beitrag berichte ich über meine Erfahrungen.  

Beim Thema Verhütung gehe ich keine Kompromisse ein. Es ist ein wichtiges Thema. Bisher musste ich mir jedoch nicht allzu viele Gedanken darüber machen. Ich habe immer mit Kondom verhütet, da in meinen letzten beiden Beziehungen ein anderes Verhütungsmittel aus diversen Gründen einfach nicht relevant war. Die Gründe muss ich auch nicht näher erläutern. 

Als ich meinen Freund im Juni kennengelernt habe, stand für mich jedoch gleich fest, dass ich nicht mehr mit Kondom verhüten möchte. Die Pille habe ich schon als Jugendliche abgelehnt. Es stand für mich einfach nicht zur Debatte, meinen Körper mit Hormonen vollzupumpen, darum war es auch immer mein Wunsch, eine hormonfreie Alternative zu finden. Schnell fiel die Entscheidung auf die Kupferspirale. Mir ist natürlich klar, dass es unzählige Beiträge auf Blogs gibt. Da man dort jedoch oft Horrorstories findet, habe ich mir gedacht, ich berichte von meinen Erfahrungen. 

Beschönigen werde ich hier allerdings auch nichts, trotzdem ist es mir wichtig festzuhalten, dass meine Erfahrungen mit der Kupferspirale weniger schlimm als erwartet waren/sind. 

Bevor ich die Kupferspirale bekommen habe...

Da sich die Kupferspirale in meinem Körper befindet, stellte es für mich eine Selbstverständlichkeit dar, mich auch umfassend darüber zu informieren. Immerhin wollte ich mir nicht willkürlich etwas einsetzen lassen. Zuerst habe ich die Eigenrecherche aufgenommen. Dabei kamen mir doch mehr Horrorstories unter, als gewünscht. Dennoch wollte ich auch noch ein Fachgespräch mit meiner Frauenärztin führen, das so oder so notwendig ist, wenn man sich die Kupferspirale einsetzen lassen möchte. Bereits Anfang Juli machte ich mir einen Termin zum Erstgespräch aus. 

Um ehrlich zu sein, war das Erstgespräch enttäuschend für mich. Meine Frauenärztin, die ich nun unter anderem wegen diesen Erfahrungen wechseln möchte, nahm sich kaum Zeit für mich. Im Endeffekt erklärte sie mir die Spirale genauso, wie ich es im Internet selbst nachlesen konnte. Nach 5-10 Minuten war das Gespräch vorbei. Sie hat nicht mal untersucht, ob die Kupferspirale geeignet für mich und meinen Körper ist. Dennoch fiel mein Entschluss für die Spirale und ich machte einen Termin aus. 

Der Eingriff und die Tage danach

Am 3. Tag meiner Menstruation wurde mir die Spirale eingesetzt. Einen Tag zuvor holte ich mir noch ein Medikament ab, welches das Einsetzen der Spirale erleichtern soll. Ein paar Stunden vor den Eingriff nahm ich die Tablette ein. Obwohl es bereits der dritte Tag meiner Menstruation war, hatte ich an diesem Tag starke Blutungen, welches die Frauenärztin auch nicht gerade freundlich kommentierte. Der Eingriff selbst hingegen war schnell vorbei, aber für mich persönlich unangenehm bis schmerzhaft. Dennoch waren die Schmerzen weitaus weniger schlimm, als erwartet, doch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren, wäre für mich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. 

Nach dem Eingriff stiegen die Schmerzen. Sie waren etwas stärker als meine „normalen“ Menstruationsbeschwerden, die bei mir doch schon ziemlich ausgeprägt, aber aushaltbar sind. Mein Freund nahm sich extra für meinen Eingriff für den Rest des Tages frei, holte mich ab und kümmerte sich darum, dass ich die Medikamente, welche mir nach dem Eingriff verschrieben wurden, bekomme. Den Rest des Tages verbrachte ich auf der Couch, um mich zu erholen. 

Mich zu schonen war an diesem Tag unglaublich wichtig, denn später wurden die Schmerzen noch etwas stärker und ich konnte auch nichts anderes machen, als auf der Couch zu liegen. Auch am nächsten Tag hatte ich noch Schmerzen, die aber bereits stark nachließen. Nachdem meine Periode vollkommen vorbei war, ging es mir auch wieder gut. 

Die Erfahrungen mit der Kupferspirale nach dem Eingriff

Meine Frauenärztin erklärte mir nach dem Eingriff, dass ich trotzdem zwei Wochen mit dem „ungeschützten“ Sex warten und bis zur Nachsorgeuntersuchung noch mit Kondom verhüten sollte. Zwar wird bereits unmittelbar nach dem Eingriff im Ultraschall überprüft, ob die Spirale auch richtig sitzt, doch durchaus wäre es noch möglich, dass sie verrutscht. Zwei Wochen später hatte ich dann meinen Nachsorgetermin und die Kupferspirale saß genau an der richtigen Stelle.

Seitdem ich die Kupferspirale habe, haben sich natürlich auch ein paar Dinge verändert. Meine Periode ist am ersten und zweiten Tag besonders stark, ich spüre meinen Eisprung intensiver und auch meine Menstruationsbeschwerden haben zugenommen. Mit Wärmflasche und Tee sowie leichten Schmerzmitteln bekomme ich das aber gut in den Griff. Schmerztabletten habe ich übrigens schon vor der Kupferspirale genommen, wenn ich Menstruationsbeschwerden hatte. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sich die stärkere Blutung am ersten und zweiten Tag schon sehr stark auf meine Energie auswirkt. Ich fühle mich an diesen Tagen besonders schlapp und mit mir ist wenig anzufangen. Das war davor nicht der Fall. 

Dafür wird meine Periode insbesondere am dritten Tag sehr, sehr schwach und die Blutungen bleiben bis zum Ende meiner Periode extrem leicht. Auch die Schmerzen sind danach nicht mehr vorhanden. Allerdings dauert meine Periode nun einen Tag länger und mein Zyklus hat sich um ein paar Tage verkürzt. Außerhalb meiner Menstruation und den wenigen Tagen davor spüre ich die Spirale nur dann, wenn ich dringend auf die Toilette muss. Eine volle Blase bedeutet leider auch Bauchschmerzen, was ich zuvor nie hatte. Die gehen aber sofort weg, wenn ich auf der Toilette war. 

Was ich dank der Kupferspirale gelernt habe

Zugegeben: ich habe mich wirklich verrückt gemacht, nachdem ich so unterschiedliche Erfahrungsberichte gelesen habe. Doch ich habe eine Sache gelernt: jede Frau ist anders, jeder Körper ist anders und darum reagieren wir auch unterschiedlich auf die Kupferspirale. Es ist ein Fehler, alles zu verallgemeinern. Ich habe Freundinnen, die richtige Probleme nach dem Einsetzen der Kupferspirale hatten, manche wiederum leben genauso, wie vorher und merken überhaupt keinen Unterschied. 

Bei mir kam es zu Veränderungen, die aber durchaus aushaltbar sind und die ich auch in Kauf nehme. Sie schränken meine Lebensqualität überhaupt nicht ein, da ich so oder so unter Menstruationsbeschwerden und PMS leide. Wesentlich stärker wurde der Schmerz nämlich nicht. Sie sind nach wie vor aushaltbar, wenn auch etwas intensiver. 

Was mir jedoch gefehlt hat: eine ausgiebige Beratung und Betreuung von meiner Frauenärztin, die ich deswegen nun auch wechseln werde. Erfahrungsberichte im Internet bzw. auf Blogs oder Instagram sind bestimmt nicht unwesentlich und dienen als wichtige Informationsquelle. Doch letztendlich ist es wichtig, dass ihr euch in Hände begebt, die wirklich wissen, was sie tun. Darum sucht euch einen Frauenarzt oder -ärztin, dem/der ihr wirklich vertrauen könnt, der/die sich Zeit für euch nimmt, euch ordentlich durchcheckt und euch so auch sagen kann, ob die Kupferspirale für euch geeignet ist oder nicht. 

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