Lookbook #22: Between Summer & Autumn

Für meinen Opa

Mein Großvater war ein unglaublich großzügiger Mann. Er liebte es, den Menschen, die ihm besonders wichtig waren, Schmuck vom Juwelier zu schenken. Dass meine Omi den Traum vieler Frauen lebte, dürfte hinsichtlich dessen nicht verwunderlich sein. Aber nicht nur seine Frau beschenkte er gerne mit edlem Schmuck, auch wir Enkelkinder kamen unter anderem in den Genuss seiner Großzügigkeit. Ihm war es wichtig, dass wir etwas Wertvolles besitzen, das von Herzen kommt und es uns ermöglicht, uns immer an ihn zu erinnern. Opa war ein einfacher Mann. Er war nicht steinreich, auch wenn das augenscheinlich so klingen mag, aber er war sparsam. Für uns – die Menschen, die er liebte, damit er uns mit diesem kleinen Luxus eine Freude machen konnte. Das hat er, obwohl nicht das Materielle das ist, was mich gerne und oft an ihn denken lässt. Er war gutmütig, großherzig und ein wundervoller Opa. Es waren seine Persönlichkeit, seine Menschlichkeit und die schönen Kindheitsmomente, die er uns beschert hat, die mich mit einem Lächeln an ihn zurückdenken lassen. Aber das Armband, welches er mir geschenkt hat, ist trotzdem eines meiner wertvollsten Besitztümer.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als er es mir vor etwa 14 Jahren übergab. Gekauft hatte er genau drei Stück: eines für meine Cousine, eines für meine Schwester und eines für mich. Da meine Schwester diejenige war, die ihm am Öftesten einen Besuch abstattete, durfte sie ihres als erstes aussuchen. Ich war als zweites an der Reihe und meine Cousine bekam das letzte Armband, welches selbstverständlich nicht minder schön oder wertvoll war, obwohl ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wie es aussah. Ich weiß noch, wie unglücklich ich darüber war, weil ich nicht das bekam, was meine Schwester wählte. Als Kind mochte ich Silber viel lieber, als Gold. Das Armband meiner Schwester ist überwiegend weißgold und sieht moderner aus. Weißgold – die Farbe, die optisch aussieht, wie Silber, nur reiner. Meines ist überwiegend gelbgold und nur dezent mit weißgoldenen Elementen bestückt. Dadurch, dass das Gelbgold dominiert, merkt man das Weißgold nicht wirklich und so sieht es optisch gold aus. Und ich war eifersüchtig. Eifersüchtig, weil meine Schwester ihres zuerst aussuchen durfte. Ich glaube, das sind jene Faktoren, die mich damals so unglücklich gemacht haben. Dabei muss ich mir auf den Kopf greifen. Wie materialistisch Kinder sein können. Heute liebe ich es und finde es sogar schöner, als das meiner Schwester.

Mit 10 Jahren war mir das Armband viel zu groß. Ich konnte es lange nicht tragen – und ich durfte auch nicht. Erst bei meiner Firmung im Alter von 14 Jahren erlaubte mir meine Mutter, es auszuführen. Danach habe ich es lange nicht getragen – mit Ausnahme von Opas Beerdigung. Damals war ich 15. Wieder verging viel Zeit. Viel mehr als nur ein Jahr. Erst seitdem ich studiere, trage ich es. Und ich trage es oft. Sehr oft. Das Armband ist mein Talisman, mein Glücksbringer, mein Seelentröster und es bestärkt mich. Während der Prüfungszeit nehme ich es sogar gar nicht ab.

Der Ursprung, warum ich euch diese Geschichte erzähle, liegt in den heutigen Shootingfotos. Ein Freund von mir macht gerade eine Ausbildung an einer Fotoakademie und hatte die Aufgabe, Fotos zum Thema Schmuck zu machen. Ich brauche eigentlich keinen Anlass, um das Armband meines Opas zu tragen, aber ich hoffe trotzdem, dass das Armband die Bilder besonders macht. Doch schon alleine das Armband selbst ist etwas Besonderes! 

 

Die Location
Seit langer Zeit träume ich davon, eines meiner Outfits in Graz zu shooten. Gelegenheiten gäbe es dafür eigentlich öfter. Viele Freunde von mir wohnen in Graz und eine meiner liebsten Studienkollegin und sehr gute Freundin freut sich immer, wenn ich ihr meine Kamera für das eine oder andere Foto übergebe. -HIER- (Foto 5, 6, 11, 13 und 14) und -HIER- (Foto 15) hat sie unter anderem mitgewirkt. Bisher hat es sich leider nie ergeben, ein Outfit in Graz zu shooten. Jetzt war es endlich soweit und das nächste ist schon in Planung.

Graz, die zauberhafte Hauptstadt der Steiermark und für mich auch die schönste Stadt in Österreich. Obwohl man mich meistens an der Uni oder im Zentrum antrifft, ist Graz doch eine Stadt, deren Charme in den Seitengassen liegt. Das wurde mir vor allem bei unserem Shooting wieder deutlich vor Augen geführt. Unter anderem waren wir in der Sporgasse, womöglich eine der bekanntesten Seitengassen in Graz. Ich muss mir unbedingt die Zeit nehmen, diese zauberhaften Gassen zu erkundigen – natürlich mit der Kamera. Gerade dort findet man außergewöhnliche Läden und besondere Restaurants, sowie Cafés. Der Charme liegt in der exquisiten Kulinarik, viele verschiedene Küchen aus aller Welt sind vertreten, in der Architektur, dem Vintage – nennen wir es Seitengassenromantik. Hättet ihr Lust, mehr von Graz kennenzulernen? In meinen Hirnwinden schwebt Rohmaterial für ein kleines Projekt.

 

Das Outfit
Between Summer & Autumn bringt es wohl auf den Punkt. Die Shorts stehen definitiv für den Sommer. Ich bin kein Typ, der im Herbst noch Shorts trägt (außer es ist wirklich megaheiß oder im momentan vorherrschenden meteorologischen Herbst – im Volksmund auch als Altweibersommer bekannt). Auch nicht mit dicken Strumpfhosen. Apropos Strumpfhose. Ich trug zum Shooting eine dünne. Die hat ordentlich mitgemischt und zeigte sich gerne mal :). Ist uns leider erst später aufgefallen, aber so what: Ich bin schließlich KEINE Fashionbloggerin ;). Zum Glück gibts solche tollen Programme wie Lightroom und Photoshop :). Fürs nächste Mal haben wir definitiv gelernt.

Diese Shorts, die ich heute trage, ist schon vor Ewigkeiten bei mir eingezogen. Wenn ich von Ewigkeiten spreche, dann meine ich wirklich eine Ewigkeit. Gekauft habe ich sie vor 4 Jahren für meinen ersten elternfreien Urlaub: Die Maturareise. Damals war ich verrückt nach Shorts und ich besaß unendlich viele. Neben dieser Shorts besitze ich immer noch eine aus dieser Zeit. Zwei Jahre später hat sich meine Vorliebe für Shorts eher gelegt, doch heuer habe ich sie wieder für mich entdeckt.

Die luftige Tunika kennt ihr bereits aus diesem Outfitpost und die Schuhe entstammen noch aus dem letzten Winter. Da es morgens bereits richtig frisch ist und ich mit dem Fahrrad zur Bushaltestelle fahren muss, muss ich alte Frostbeule schon zu einer etwas wärmeren Montur greifen. Im Laufe des Tages wurde es allerdings richtig heiß, darum würde ich jetzt normalerweise noch nicht zu Boots greifen, aber farblich haben sie zu den Accessoires im Outfit am Besten gepasst. Glaubt es oder nicht, aber ich besitze nur ein paar Schuhe in rehbraun, obwohl ich diese Farbe bei Schuhen wirklich wunderschön finde.

I’m wearing…
Tunika: Forever 21
Shorts: New Yorker
Boots: Deichmann
Bag: H&M
Belt: H&M
Necklace: PrincessMari
Leather Bracelet: H&M
Gold Copper Alloyed Bracelet: H&M
Golden Bracelet: Heirloom
Earrings: H&M


Photos by: Daniel Eibl
Location: Graz 

By the way! Was verleiht mehr Sommerfeeling, als Eis? Nichts, Nada, Niente! Die liebe Leonie von Ohh Couture hat neulich wundervolle Fotos hochgeladen -HIER-. Wir haben die Szene nachgestellt und da mir die Fotos so gut gefallen, möchte ich sie euch nicht vorenthalten. Die Originalidee entstammt allerdings nicht von mir und ich finde, das sollte auch gesagt werden. In meinen Augen ist es okay, wenn man sich hin und wieder von anderen Bloggern inspirieren lässt. Auch auf Pinterest findet man tolle Inspirationen für Outfitfotos. Trotzdem sollte man immer ehrlich gegenüber sich selbst und anderen sein und es erwähnen, wenn man eine Idee von einer anderen Bloggerin übernommen hat. UND man sollte bei den tollen Inspirationen in der Blogosphäre trotzdem noch seiner eigenen Kreativität treu bleiben und viele eigene Ideen einbringen. Ihr seid schließlich das Original und ihr seid mitunter der Grund, warum eure Leser euren Blog lesen. 

Bei Leonie findet ihr übrigens wirklich wundervolle Fotos und grandiose Mode.

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18 Comments

  1. Was für ein wunderschöner Post und so ein einfühlsamer Text. Das Armband ist wirklich ein tolles Erinnerungsstück. Und dein Look gefällt mir ja auch total gut. Du hast so einen tolle Figur bekommen, die kannst du ruhig öfter zeigen 🙂

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

    PS: Momentan gibt es auf meinem Blog eine Kleinigkeit zu gewinnen.

  2. Hallo Lisa!

    Ich bin gerade so begeistert von deinen wunderschönen Fotos, dem tollen Text und den sehr schicken Fotos! Die Bilder sind so schön und auch die Klamotten passen auch sehr gut zu der Location. Ich hab garnicht gewusst, dass Graz sich so gut für Shootings eignet, aber wenn ich einmal dort bin, werde ich sicher ein paar Fotos machen 🙂
    Das Eis sieht unglaublich lecker aus, aber ich hätte es bestimmt nicht geschafft, es aufzuessen 😀

    Alles Liebe,
    Very

  3. Liebe Very!

    Vielen Dank für das liebe Kommentar. Oh mein Gott, Graz ist der ideale Shootingort 🙂 erkundige doch mal die ganzen Seitengassen 🙂 Einfach ein Traum für Fotos, vor allem, wenn du es urban magst. Aber sie haben auch etwas romantisches. In Graz findest du einfach alles 🙂

    Übrigens: Das Eis durfte ich nur halten. Es hat meinen Fotografen gehört und ich fungierte zwischenzeitlich als lebender Eishalter 🙂 🙂

    Liebste Grüße
    Lisa :-*

    • Hallo Leonie!

      Oh, vielen Dank. Es freut mich wirklich sehr, dass dir mein Blog gefällt. Ich fotografiere mit der Nikon D7200. Aber ich glaube, ich werde dazu noch einen Post machen, weil ich ziemlich oft gefragt werde.

      Liebste Grüße
      Lisa

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