Lookbook #20: Rosenmädchen

Look Book #20

Rosenmädchen

 

Es war höchste Zeit, dieses Outfit, welches ich euch heute zeigen möchte, zu shooten. Der Rock, in den ich mich auf den ersten Blick verknallt habe, hängt schon seit fast 2 Monaten in meinem Schrank. Angezogen habe ich ihn allerdings noch nie. Das hat einen ganz einfachen Grund: Ich wollte ihn erst anziehen, nachdem ich einen Outfitpost damit gemacht habe. Endlich hat es hingehauen, auch wenn ich an diesem Tag keinen Fotografen hatte. Egal, dann musste eben mal wieder der Fernauslöser her, aber das nächste Mal lasse ich mich doch wieder von jemand anderes fotografieren. Das ist einfach bequemer und die Fotos werden wesentlich schöner. 

Heute möchte ich nicht so viel über den Rock schwafeln, sondern euch eine kleine Geschichte erzählen. Über meine Kette, die ich bei diesem Outfit trage. Eine Kette, die längst verloren geglaubt schien. Eine Kette, die mir so viel bedeutet und die ich schon längst abgeschrieben habe. Aber beginnen wir einmal ganz von vorne. Als ich 20 Jahre alt wurde, bekam ich von meiner Mama meine allererste Swarovski Kette. Ein Herz mit zahlreichen weißen, rosafarbenen und pinken Steinchen. Sie war mir von Anfang an unglaublich wichtig und ich hatte sie beinahe ständig um. Lediglich zum Duschen habe ich sie abgenommen. Normalerweise bin ich ein Mensch, der (Mode)-Schmuck sehr schnell verliert, aber auf die Kette habe ich wirklich aufgepasst. So konnte ich sie anderthalb Jahren mein Eigen nennen. Ich erntete zahlreiche Bewunderungen dafür und ich war sogar ein bisschen stolz auf sie. Diese Kette wollte ich nie mehr in meinem Leben missen.

Selbst im Krankenhaus hatte ich sie ständig um. Sie war mein Beschützer und mein Talisman. Sie hat mir durch die schwere Zeit geholfen, weil sie mich an meine Familie erinnert hat. Wenn ich meine Familie vermisste, wusste ich, dass sie durch die Kette bei mir sind. Ich habe sie gehütet, wie einen Schatz. Es ist zwar etwas Materialistisch, denn die schönsten Geschenke sind für mich immer noch diejenigen, die man nicht kaufen kann, aber trotzdem zählt sie zu eines der schönsten Geschenke, das ich je in meinem Leben bekommen habe. Sie hat mich einfach glücklich gemacht.

Eines Tages war sie weg. Verschwunden. Spurlos. Ich war am Rande des Nervenzusammenbruches. Wo zur Hölle war nur meine Kette? Zuerst dachte ich, ich hätte sie im Krankenhaus liegen lassen und sie in der Zwischenzeit einfach vergessen. Aber das konnte nicht sein. Ich wusste, dass ich sie noch zu einem traurigen Anlass trug und dieser war ein Jahr nach meiner Einweisung. Nach meiner Entlassung waren fast acht Monate vergangen. Sie musste irgendwo in meiner Nähe sein. War sie aber nicht. Nach langem Suchen musste ich mich wohl damit abfinden, dass die Kette weg war und nie wieder auftauchen würde. Das war vor über zwei Jahren.

Hin und wieder dachte ich immer noch an die Kette und wie schön es wäre, sie wiederzuhaben. Trotzdem wusste ich, dass ich sie nie wieder sehen würde. Vor drei Wochen jedoch geschah das Unglaubliche. Ich habe sie wiedergefunden. Sie lag hinter einer Kommode. Ich wusste nicht, warum sie auf einmal da war, denn in dieser langen Zeit hatte ich die Kommode schön öfters beiseite geschoben, um darunter sauber zu machen und staubzusaugen. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Kette immer mitgeschoben wurde, wenn ich die Kommode zur Seite geschoben habe. Egal, was es ist, die Kette ist wieder da. Ich sah es als Zeichen, weil kurz davor eine nicht so schöne Sache passiert ist und ich glaube, sie symbolisiert, dass alles wieder gut wird. Egal, wie alles ausgehen wird, aber es wird so geschehen, wie es sein soll und ich werde mich danach gut fühlen. Vielleicht nicht sofort, aber irgendwann.

Heute trage ich die Kette zwar nicht mehr ständig, aber wenn ich sie ablege, kommt sie sofort in meine Schachtel, die ich bis zuletzt behalten habe und danach wird sie in die Vitrine gestellt. Ich lege sie nicht mehr irgendwo hin, wo sie runterfallen kann. Jetzt kann ich sie wieder hüten, wie einen Schatz. Trotzdem hatte ich sie seitdem wieder sehr oft um.

 

Das Outfit werde ich in der Form nun öfter tragen. So lange ist es ja leider nicht mehr warm. Der Sommer verfliegt viel zu schnell und ich bin immer ganz traurig, wenn wieder ein Tag vorbei ist. Die Kette ist zwar silber und die anderen Accessoires wieder golden, aber ich mag die Kette zu diesem Outfit sehr gerne. Einen kleinen Photobomber hatte ich auch. Lexi war an diesem Tag einfach zu liebesbedürftig und ist mir überall hin gefolgt. Verscheuchen wollte ich sie nicht, denn dafür habe ich sie einfach viel zu lieb. Die Schuhe sind, unglaublich aber wahr, meine ersten nudefarbenen Pumps. Endlich. Ich wollte schon so lange welche. Außerdem – mein Lieblingsarmband, welches ich auch sehr selten ablege, ist mit von der Partie. Eigentlich gehört es immer noch meiner Schwester, aber sie scheint es nicht zu vermissen.

Blouse: Zara {Similar HERE}
Skirt: Dorothy Perkins {Same HERE}
Shoes: Deichmann {Similar HERE}
Bag: Michael Kors {Same HERE}
Necklace: Swarovski {Similar HERE}
Bracelet: H&M
 
Location: Miss Laits Bauerngarten 🙂
Und ganz zum Schluss noch ein Outtakefoto mit dem Lexchen. 🙂

Published by

Prev Anekdoten aus dem Leben einer Studentin
Next Kleines Dankeschön: 500.000

6 Comments

  1. Sehr schöne Bilder und eine süße Mieze!

    Danke für deinen Kommentar zu meinem Beitrag "Zwischen Gestern, Heute und Morgen". Ich kenne dieses Gefühl des Wartens auch sehr gut. Da kann das Hier und Jetzt schonmal in den Hintergrund rücken.

    Viele Grüße,
    Bearnerdette

Leave a comment