Prall gefüllte Schatzkiste

Ich bin kein Freund von Gutscheingeschenken. Oft finde ich sie einfach viel zu unpersönlich (obwohl ich mich doch irgendwie immer über Gutscheingeschenke freue, aber selbst schenke ich lieber etwas anderes). Ich mache mir gerne Gedanken um den Beschenkten und da kann es auch schon mal vorkommen, dass ich schon Wochen davor ewig lange grüble. Meistens fällt mir etwas ein, aber nicht immer. Meine Schwester feierte gestern ihren 23. Geburtstag (Alles Gute nochmal, Schwesterherz) und mir wollte beim besten Willen nichts einfallen, was ich ihr schenken könnte.

Zuerst dachte ich an einen Engelsrufer. Ich finde sie wirklich hübsch, aber da ich ihr voriges Jahr zu Weihnachten bereits eine Kette von Swarovski schenkte, wollte ich diesmal kein Schmuckstück verschenken. Klamotten sind auch so eine Sache. Den Pullover von Hollister, ein Geschenk zu ihrem 22. hat sie kaum getragen, also fiel das auch flach.

Da ich kurz vor ihrem Geburtstag noch immer keine Idee hatte, musste ich wohl oder übel zu den Gutscheinen zurückgreifen. Anhand der Verpackung sollte man aber trotzdem sehen, dass ich einen Hauch Persönlichkeit in das ganze Geschenk zaubern wollte und siehe da. Auf einmal bin ich überrascht, dass man mit Gutscheinen auch kreativ sein kann. Man muss sie keineswegs nur in einem langweiligen Umschlag verschenken, sondern kann sich richtig Gedanken darüber machenIch besorgte mir Gutscheinmünzen und Parkmünzen. Die kann man ja immer brauchen. Ich habe absichtlich keine Gutscheincards oder Gutscheine in Papierformat gewählt, denn ich hatte eine klare im Idee im Kopf: Eine Schatzkiste.

Ich bin ehrlich. Zuerst wollte ich eine fix fertige Schatzkiste im Baumarkt kaufen, nur dummerweise hatte ich ziemliches Pech. Die Schatzkisten im Baumarkt waren ziemlich groß und teuer. Ich bräuchte Münzen für mehrere tausend Euro, um die voll zu bekommen und das kann ich mir mit meinem kleinen Nebenjobgehalt nicht erlauben. Natürlich ist mir meine Schwester mehr wert, als ich je bezahlen könnte, aber man braucht es bei den Geburtstagsgeschenken nicht übertreiben, oder?

Eine Alternative musste her. Verzweifelt suchte ich in den Regalen der Bastelabteilung Utensilien. In der Hoffnung, eine kleinere Schatzkiste zu finden, die ich in der Not auch selbst gestalten würde. Ein Regal, voll mit diversen Holzschachteln, beinhaltete das gesuchte Objekt der Begierde und bevor ich euch die ganze Story von diesem Tag aufschwatze, beginnen wir lieber mit dem DIY.

Um eine eigene Schatzkiste zu gestalten benötigt ihr eine Schatzkiste, dunkelbraune Acrylfarbe, goldene Acrylfarbe und zwei Pinsel (dick und dünn). Natürlich müsst ihr euch keine goldene Acrylfarbe kaufen. Ihr könnte die Schatzkiste auch einfärbig anstreichen, doch ich fand es ganz hübsch und edel. Als ich die Acrylfarbe im Regal sah, war ich ganz hin und weg und wollte sie unbedingt haben. Goldene Acrylfarbe könnt ihr nämlich immer wieder gebrauchen (Weihnachten).

Abb. 1
Abb. 2

Die Anwendung ist auch ganz einfach. Ich glaube, jeder kann Flächen ausmalen, zumal wir das schon im Kindergarten immer gemacht haben. Ich habe es so gemacht, dass ich die zwei äußeren Flächen der Schatzkiste in einem dunklen braun angemalt habe (Abb. 1 und Abb. 2)

Abb. 3

Vorsicht bei den Rillen! Die sind ein bisschen knifflig. Um das so sauber wie möglich zu machen, lege ich euch einen extrem dünnen Pinsel ans Herz, mit dem ihr die dünnen Rillen ausmalt (Abb. 3). Das ist nicht einfach und auch ich habe ziemlich über den Rand gemalt, aber man kann das mit der goldenen Acrylfarbe gut abdecken.

Abb. 4
Abb. 5

Danach könnt ihr die mittlere Fläche mit der goldenen Acrylfarbe ausmalen (Abb. 4). Um die Schaniere habe ich auch mit dem dünnen Pinsel gemalt, damit keine Farbe darauf kommt (Abb. 5)

Abb. 6
Abb. 7

Danach die Schatzkiste gut trocknen lassen. Der nächste Schritt bleibt euch selbst überlassen, doch ich finde es immer schöner, wenn auch die Unterseite ausgemalt wird, darum habe ich diese auch mit brauner Farbe angemalt. Wieder alles gut trocknen lassen. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Kiste auch innen ausmalen. Das habe ich mit goldener Farbe getan.

Ganz zum Schluss möchte ich euch noch zeigen, wie ich die Schatzkiste gefüllt habe. Im Tourismusbüro unserer Stadt habe ich mir Einkaufsmünzen besorgt, die in fast jedem Geschäft in unserer Stadt eingelöst werden können. Da diese nur ab 10 € erhältlich sind, habe ich mir zusätzlich noch 10 Parkmünzen besorgt. Die kann man schließlich immer brauchen.

Zusätzlich habe ich die Schatzkiste mit Papillon gefüllt (wer kennt noch diese Werbung mit dem Schmetterlingssong?) und eine Fizzerskette beigelegt. Abschließend habe ich eine Schachtel Lindt Hello Schokolade eingepackt, worauf ich die Schatzkiste gestellt habe. Am Ende wurde alles mit Cellophan eingepackt und eine Karte dazugelegt.

Published by

Prev Lookbook #8: Pink and Black Stripes
Next My Trip to Portorose (Slovenia)

5 Comments

Leave a comment