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Life Update #8: Good Vibes

Ich kann es kaum fassen. Mein Uniabschluss liegt nun fast schon zwei Monate zurück und ich blicke auf eine Zeit voller Anstrengung, Tränen, Zweifel, aber auch des Glücks und der Freude, etwas geschafft zu haben, zurück. Diese Zeit war hart für mich, sehr hart. Ich habe mich in ein Terrain gewagt, was für mich unbekannt war. Habe empirisch gearbeitet, eine eigene Forschung geschaukelt und damit gleichzeitig ein Thema, wofür auch gerade eine Dissertation geschrieben wird. Ich bin über meine Fähigkeiten hinausgewachsen, aber es war schwer. So lange habe ich an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt, aber es gab eine ganz bestimmte Sache, die mich immer am Ball bleiben ließ. Tagtäglich habe ich es mir eingeredet und mir so meine Motivation verschafft. Ich habe mir gesagt, dass sich mein Leben von Grund auf verändern wird, wenn ich die Uni abgeschlossen habe. Dass ich ein neues Leben beginnen werde. Glücklich sein werde. Frei. Und es ist eingetreten. Momentan genieße ich mein Leben in vollen Zügen und ich kann eines sagen: Ich bin glücklich. So wahnsinnig glücklich.

 

 

Life Update #8

Good Vibes in August

In den letzten Jahren habe ich viel zurückgesteckt. Vielleicht zu viel. Und vielleicht hätte ich das gar nicht müssen, aber ich gehe mit mir selbst immer sehr streng um. Leider. Ich wünschte mir, ich hätte das Leben vorher auch schon auf die Art und Weise genossen, wie ich es jetzt tue. Aber ich versuche den Gedanken beiseite zu schieben, irgendetwas verpasst zu haben. Denn ich bin jetzt jung. Immer noch. Und ich habe immer noch die Gelegenheit, so viel nachzuholen, was ich früher verpasst habe. Und das ist okay. Das ist mehr als okay. Ich habe meine Erfahrungen früher auf eine andere Weise gemacht. Jetzt ist der Moment gekommen, sie auf eine neue Weise zu machen. Und es fühlt sich gut an. So gut.

 

 

Über mein Bloggerleben, wunderbare Menschen und Bereicherungen

Ich war immer dankbar für all das, was ich durch und mit meinem Blog erleben durfte. Ich durfte neue Länder bereisen, an Presseevents teilnehmen, die Fashion Week in Wien besuchen (dieses Jahr werde ich allerdings absagen) und wunderbare Menschen kennenlernen. Doch momentan läuft alles besser den je. Die wachsende Freundschaft zu Kerstin von Miss Getway ist unter anderem eine Bereicherung, die ich besonders in den letzten Monaten erfahren durfte. Es ist schön, so einen kreativen Kopf kennengelernt zu haben. Eine junge Frau, die eine Leidenschaft mit mir teilt, mit der ich mich auf Anhieb verstanden habe und inzwischen haben wir uns zu einem wunderbaren, eingespielten Team etabliert, welches optimal miteinander harmoniert. Insbesondere euer Lob zu unseren gemeinsamen Zusammenarbeiten zeigen mir, dass wir gemeinsam wunderschöne Projekte auf die Beine stellen.

Momentan habe ich so eine große Freude am Bloggen. Ich kann mir endlich wieder umfassend Zeit nehmen, eure Kommentare zu beantworten und auch Instagram macht langsam wieder mehr Spaß. Darüber hinaus durfte ich seit meinem Uniabschluss an vielen Projekten und Kampagnen mitarbeiten und ich bin einfach dankbar dafür. Dankbar, dass ich diese Leidenschaft habe und dass ich damit auch mein Geld verdienen darf. Das Bloggen ist ein Job, der manchmal ganz schön hart ist und in dem man sich schnell verlieren kann, aber er ist eine Bereicherung. Und ich möchte diese Bereicherung nicht missen. Doch die größte Bereicherung an meinem Bloggerleben sind nicht die Projekte oder Kampagnen, sondern es ist meine Community. IHR. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen, der meine Worte liest und sich die Zeit nimmt, mir Feedback zu geben.

 

 

Ernährung/ Essstörung/ Gesundheit/ Gewicht

Obwohl ich vor kurzem eine Kolumne geschrieben habe, in der ich erklärt habe, dass es mir gesundheitlich gut geht, erreichen mich dennoch mehrmals in der Woche Nachrichten zu meinem Gewicht. Ich weiß, dass ich dünner geworden bin und es bei einigen die Alarmglocken schrillen lässt. Ich kann auch verstehen, dass man es mir vielleicht nicht so ganz abkauft, dass alles in Ordnung ist, denn ich bin genauso dünn, wie vor zwei Jahren, als ich einen immensen Rückfall hatte. Aber es geht mir gut. Es geht mir wirklich gut. Noch nie war ich so im Einklang mit mir selbst. Wenn ihr wollt, kann ich dazu aber gerne noch einen eigenen Post verfassen, in welchem ich näher darauf eingehe. Vorab sei gesagt: Es geht mir gut und ich bin gesund. Magersucht ist gerade kein Thema.

 

Reisen

Nachdem ich im Mai auf Ibiza war, ging es im August wieder ans Meer. Ich habe die Zeit mit meiner Familie verbracht. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie dankbar ich für all die Menschen sein kann, die mich durchs Leben begleiten. Zugegeben – manchmal war es schon ein bisschen langweilig, aber das liegt daran, weil meine Familie und ich unterschiedliche Vorstellungen von Urlaub haben. Nichtsdestotrotz habe ich die Zeit in Kroatien genossen. Immer wenn ich am Meer bin, fühle ich mich unglaublich inspiriert. Das beste am ganzen Urlaub war, dass ich wieder zum Schreiben gekommen bin. Die Momente beim Sonnenaufgang – nur ich und mein Journal- waren magisch. Aber mehr dazu in einem späteren Post.

Ich kann euch sagen, kaum nach Österreich zurückgekehrt, packt mich schon wieder das Fernweh. Am liebsten würde ich heuer noch einmal verreisen.

 

 

Studium/Arbeit

Inzwischen habe ich es schon überwunden, dass ich dieses Jahr nicht unterrichten werde. Wie ihr wisst, haben mich letztendlich doch ein paar Zweifel geplagt, ob es eine gute Idee ist, mein Praktikum erst ein Jahr nach meinem Abschluss zu machen, aber nun bin ich wieder felsenfest der Meinung, dass es richtig war. Ich genieße mein Leben als Bloggerin in vollen Zügen und habe es mittlerweile auch geschafft, richtige Arbeitstage zu gestalten. Auch ich habe nun mein geregeltes Arbeitsleben und es ist schön, eine Aufgabe im Leben zu haben.

Derzeit bin ich noch am koordinieren und überlegen, wie ich es diesmal mit dem Studium besser klarkomme. So einen Druck wie im Lehramtsstudium möchte ich mir nicht mehr machen. Was geht, das geht und ich bin gespannt, wie mir das neue Studium gefallen wird.

 

Good Vibes

 

Postingwünsche?

Wie immer möchte ich auch auf eure Bedürfnisse und Wünsche eingehen. Wenn ihr Postingwünsche habt, könnt ihr mir diese gerne mitteilen. Ich sprudle momentan vor Kreativität, aber ich möchte natürlich auch, dass ihr voll und ganz auf eure Kosten kommt. Ihr habt spannende Themenimpulse? Dann immer her damit. 

 

Life Update #6: Bald geschafft

Zwar wird es noch ein bisschen dauern, bis ich wieder zu 100% für euch da sein kann, aber Leute, fest steht, ich werde bald wieder auf My Café Au Lait präsent sein. Die letzten Wochen hatten es verdammt in sich. Ich habe gelitten, geheult und gezittert. Warum? Das verrate ich euch in meinem heutigen Life Update. Aber so viel sei verraten: Es ist bald geschafft. 

 

Meine Horrorwochen

Horrorwochen trifft es ganz gut. Und nein, ich übertreibe nicht. Oder vielleicht doch. Vielleicht übertreibe ich doch ein bisschen. Aber die letzten Wochen habe ich mich nicht nur deswegen noch rarer als sonst gemacht, weil ich den letzten Unistress bewältigen musste, sondern weil ich -auch unibezogen- durch keine leichte Zeit gegangen bin. Aber alles von Anfang.

Der Fall der Fälle ist tatsächlich eingetreten. Miss Lait hat ihre Diplomarbeit fertig bekommen und offiziell eingereicht. Ja, ich habe es also tatsächlich geschafft, meine Studie zu Papier zu bekommen und abzugeben. Das letzte Kapitel war dabei besonders nervenaufreibend und ganz ehrlich, die Motivation hatte bereits so sehr abgenommen, sodass ich mir bei den letzten Zeilen WIRKLICH schwer tat. Aber die letzten Zeilen wurden geschrieben und ich konnte meinem Betreuer offiziell meine Erstversion schicken. Als ich dann aber erfahren habe, dass die nicht mehr korrigiert wird, bin ich aus allen Wolken gefallen, aber fairerweise muss ich sagen, dass ich die Argumentation meines Betreuers bei einem nachfolgenden Treffen absolut nachvollziehen konnte. Doch für mich bedeutete das trotzdem, dass ich meine Arbeit nun ohne Feedback abgeben musste und absolut keine Ahnung hatte, ob sie nun in Ordnung ist oder (starker) Verbesserungsbedarf herrscht.

 

Und dann kam der Tag der Einreichung

 

Als ich meine Arbeit Ende Mai in den Händen hielt, kam absolut keine Freude auf. Das Lächeln auf den Fotos ist mehr erzwungen. Man sieht mir auch an, wie fertig ich bin. Und dabei haben mir viele versichert, dass genau DAS der Moment sein wird, in dem man für all seine Mühen und harte Arbeit entschädigt wird. Beim Einreichen war mir richtig mulmig. Ich war mir so unsicher. Vielleicht hätte ich doch noch eine Runde Korrektur lesen sollen und das am Besten doch nicht am Bildschirm. Passen die Abbildungen? Ist meine Wortwahl in Ordnung. Hätte ich mehr von der Studie reinbringen sollen? Fragen, über Fragen. Nach dem Gespräch mit meinem Betreuer habe ich übrigens auch eine Woche lang gehadert, meine Arbeit hochzuladen und sie drucken zu lassen. Ich war ein Psychowrack und das hat sich dann eine ganze Zeit lang so hingezogen.

Eine Woche verging. Kein Ergebnis. Gut, Professoren haben auch Stress und andere Dinge zu tun. Nach einer Woche kann man einfach kein Ergebnis erwarten. Schon gar nicht auf eine 144-seitige Diplomarbeit. Zwei Wochen waren rum, immer noch kein Ergebnis. Langsam stieg die Nervosität und ich wusste nicht, ob ich umsonst für die Prüfung lerne oder nicht. Nach drei Wochen begann ich, die Nerven wegzuschmeißen. Da hätte mein Ergebnis schon da sein müssen, damit ich den geplanten Prüfungstermin wahrnehmen kann.

Täglich schaute ich hundert Mal und das ungelogen in meine Unimail. Kein Ergebnis. Langsam fing ich an, zu zweifeln, ob die Arbeit überhaupt gut genug war. Ich rechnete schon mit dem schlimmsten und bildete mir ein, dass ich bald durchfallen werde. Vier Wochen und immer noch kein Ergebnis. Nach langen Gesprächen mit Freunden schöpfte ich den Mut und kontaktierte meinen Professor, um mal nachzufragen. Die „Konfrontation“ wollte ich mir eigentlich ersparen, aber es half nichts. Wir mussten ohnehin einen neuen Prüfungstermin finden, also kam ich da sowieso nicht drumherum.

Nicht mal eine Stunde musste ich warten, dann kam die Nachricht meines Professors. Hinsichtlich Antworten ist er nämlich immer verlässlich und wahnsinnig schnell. Und ihr könnt gar nicht glauben, wie sehr mein Herz geklopft hat. Ich bin fast durchgedreht und hatte Angst, die Mail zu öffnen. Aber mir blieb nichts anders übrig. Und es war gut, dass ich ihm geschrieben habe. Wir hatten anscheinend eine kleine Kommunikationsschwierigkeit und tja, mein Professor dachte, er hätte länger Zeit, die Arbeit anzuschauen. Kann passieren, wenn man Semesterendestress hat und im Gegensatz zu anderen Studenten bleibe ich bei solchen Sachen relativ ruhig. Hey, Profs sind auch nur Menschen, darum besteht da für mich auch kein Grund, auf die Barrikaden zu gehen. Auf jeden Fall war diese Mail eine riesige Erleichterung, denn…

 

Ich habe bestanden!!!!!!!!!

 

Zwar wurde mir zu dem Zeitpunkt noch keine konkrete Note mitgeteilt, aber die Antwort: „Mit deiner Arbeit ist alles in Ordnung.“ ließ mir eine ganze Bergflanke mit einem Volumen von mindestens zehntausend Kubikmeter vom Herzen plumpsen. Ich habe UNGELOGEN (und als hätte ich das während der Wartezeit nicht oft genug getan) zwei Stunden lang vor Erleichterung geheult. Da war der Stress, einen neuen Prüfungstermin zu finden, nur noch nebensächlich. Zwar zögert sich mein Studium jetzt noch ein bisschen raus, aber die paar Tage kann ich verkraften. Ich ziehe das Positive daraus: So habe ich noch mehr Zeit zum Lernen.

Zwei Tage später bekam ich dann auch noch meine Note. Leute, die harte Arbeit hat sich gelohnt. Ich habe nicht nur bestanden, sondern auch noch eine richtig gute Note kassiert. Das macht mich angesichts der Tatsache, dass mein Betreuer eigentlich nur Masterstudenten und Dissertanten betreut, mächtig stolz. Vor allem war ich die erste Lehramtsstudentin, die er betreut hat. Ich habe es also tatsächlich geschafft. Und alle unter euch, die meine alten Life Updates kennen, wissen, wie unsicher ich war. Das ändert zwar nichts an der Tatsache, dass ich eine Heidenangst vor meiner Diplomprüfung habe, aber zumindest habe ich nun eine Sorge weniger.

 

 

Meine Pläne, wenn es dann bald geschafft ist

Ich bin zwar nicht konkret dabei, gerade Pläne für die Zeit danach zu schmieden, aber mir geistern doch ein paar Dinge in meinem Kopf herum, die ich in dieser Zeit danach machen möchte. Mein größter Plan ist dieses Baby hier, auf dem ich meine Worte virtuell zu Papier bringen kann. Ich bin ein sehr kreativer, ästhetikliebender Mensch und wenn ich meine Kreativität nicht ausleben kann, dann merke ich es extrem schnell an meiner Laune. Und mein Blog ist nun mal der Ort, an dem ich meine Kreativität ausleben kann. Genau das ist auch geplant. In der Zeit danach kreativ zu werden und 100% für My Café Au Lait zu geben.

Beruflich sollte ich ab Herbst ja eigentlich als Lehrerin im Klassenzimmer stehen. Unterrichtspraktikum. Aber -und es kann gut sein, dass mich deswegen jetzt einige verurteilen- ich habe mich dazu entschieden, dieses Jahr eine Pause einzulegen. Seit dem 5. Semester arbeite/lerne ich permanent für die Uni, hatte kaum mal eine Woche, an der ich nichts für die Uni zu tun hatte (auch in den Sommerferien) und es war ein durchgehender Prozess, der mich ein bisschen erschöpft hat. Die Diplomandenzeit hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Nein, ich habe kein Burn-Out, aber ich merke, dass ich mir während meinem Studium zu viel Druck gemacht habe. Wenn ich zu unterrichten beginne, dann möchte ich, dass meine Schüler von meinem Unterricht profitieren. Dass sie was lernen und ich möchte den Unterricht so interessant wie möglich gestalten. Und das geht bestimmt besser, wenn ich nicht von einem Stress in den anderen schlittere.

Ich bin kein arbeitsfauler Mensch. Im Gegenteil, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen (und vielleicht revidiere ich sie auch noch, sofern man jetzt überhaupt noch einen Praktikumsplatz bekommt), aber das heißt ja nicht, dass ich in der Zeit nichts mache. Einerseits möchte ich viel Zeit in meinen Blog investieren, damit er, auch in beruflicher Hinsicht, wachsen kann. Und ich werde ein weiteres Studium beginnen. Das hätte ich auch im Unterrichtspraktikum gemacht, aber so kann ich doch schon gut vorarbeiten und hätte keine Doppelbelastung. Wenn ich dann tatsächlich zu unterrichten beginne, werde ich es berufsbegleitend fertig machen. Aber eines habe ich aus meinem Lehramtsstudium gelernt: So einen Druck wie in diesem Studium werde ich mir NIE mehr machen. Das Masterstudium werde ich wesentlich entspannter angehen und wenn es dann länger dauert, who cares? Schließlich habe ich dann ja (hoffentlich) schon ein abgeschlossenes Studium. 

 

…eine Sache noch

Ich bin mir sicher, dass ich nach meinem Studium wieder sehr schnell in das Bloggen reinfinden werde, aber ihr könnt mir die Sache natürlich gerne etwas erleichtern. Wenn ihr irgendwelche Postingwünsche für meine Zeit nach dem Studium habt, dann nur her damit. Egal, ob es sich dabei um Ideen für Kolumnen, Anorexia Recovery Posts, Mode oder um ein ganz anderes Thema handelt. Ich bin für alles offen. Wenn ihr also ein Wunschthema habt, dann nur her damit.

 

Gestern habe ich mal wieder nachgedacht

Gestern habe ich mal wieder nachgedacht. So viele Gedanken überschlugen sich. Nicht wie sonst, sondern ganz anders. Gestern habe ich mal wieder nachgedacht. Über mich selbst. Den ganzen Tag. So viele Gedanken über mich selbst, hatte ich schon lange nicht mehr. Vielleicht klingt das egoistisch, ein bisschen abgedroschen, aber ich finde es nicht egoistisch, auch mal über sich selbst nachzudenken. Selbstfindung war für mich schon immer ein großes Thema. Wir alle kennen diesen Moment, wenn wir über den Sinn des Lebens grübeln. Über den Sinn der eigenen Existenz. Man braucht die Zeit, um sich selbst besser kennenzulernen, weil man sich selbst kennen muss. Ich glaube, der wichtigste Weg zur Selbstfindung ist der, sich selbst, so gut wie es nur möglich ist, kennenzulernen und sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Dabei bin ich zu einer Art Erkenntnis gelangt.

Ich weiß nicht, ob ich mich damit zu weit aus dem Fenster lehne, aber ich habe das Gefühl, dass ich so langsam weiß, wer ich bin. Ich kenne die Dinge, die mich ausmachen, die mein Leben geprägt haben. Weiß nur nicht, was noch alles kommen wird. Was mich weiterhin prägen wird, welche Dinge mich in Zukunft ausmachen werden. Aber für das Hier und Jetzt, ja, da habe ich das Gefühl, dass ich so langsam weiß, wer ich bin.

Ich gehe selten den leichten Weg, suche immer die Herausforderung, nur um dann sagen zu können: ich bin stolz auf mich. Ich bevorzuge es, mir die Ziele hoch zu setzen, besitze aber immer genug Willensstärke, um es durchzuziehen. Ich steigere mich gerne in Dinge hinein, wenn sie mir wichtig sind und gehe dabei oft an meine Grenzen, nur um mir selbst zu beweisen, was in mir steckt. Ich jammere mit Vorlieben, aber weiß immer ganz genau, dass ich mir meine Wege, Vorgehensweisen, Methoden und Ziele selbst ausgesucht habe, aber ich will wissen, was ich alles schaffen kann. Ich habe erkannt, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Dass es langweilig wäre, wäre es ein Wunschkonzert. Aber ich bin dankbar, für das, was ich habe. Was schon da war, was mir ermöglicht wurde und was ich selbst erreicht habe, auch wenn ich das manchmal nicht erkennen kann. Ich kenne inzwischen viele meiner Talente, weiß aber, dass noch etwas in mir schlummert. Dass das Leben ein Lernprozess ist und man trotzdem nicht immer die beste Version von sich selbst sein muss, die man sein kann. Und diese Erkenntnis war wohl eine der wertvollsten, die ich bis dato in meinem Leben gemacht habe.

Ich bin stark genug, die Dinge auszuhalten und schwach genug, sie nicht aushalten zu müssen. Ich finde Intelligenz cool und artikuliere bevorzugt hochgestochen. Für manche Menschen bin ich deswegen womöglich ein Klugscheißer. Nicht jeder mag mich, nicht jeder kommt mit meiner Art klar, aber die, die es doch tun, wissen mich zu schätzen. Und ich sie. Sie halten es sogar aus, dass ich einen Ästhetikzwang habe, auch wenn ich einigen damit auf die Nerven gehe.

Ich dachte immer, ich hätte eine gute Menschenkenntnis. Sie ist vielleicht doch nicht so gut, wie ich dachte, aber gut genug, um wahr und falsch voneinander unterscheiden zu können. Ich vertraue nur dann schnell, wenn ich das Gefühl habe, ich könnte es. Menschen hasse ich nur dann, wenn sie vor mir schlecht Autofahren oder in der Fußgängerzone den Gehweg als Schleichzone missbrauchen. Aber ich gebe jeden eine Chance.

Ich lache lieber auf Fotos, obwohl ich weiß, dass ein kühles, ernstes Gesicht more fashionable ist. Ich lache immer auf Fotos. Es passiert automatisch. Wenn ich traurig bin, lasse ich mich nicht fotografieren. Vielleicht lache ich deswegen immer auf Fotos. Ich schaffe es nicht mal, bei ernsten Postings ein ernstes Gesicht aufzusetzen. Aber ich will das noch lernen.

Ich bekomme Herzrasen, wenn ich Angst habe. Wie viele andere auch, aber es ist schön, ein Herz zu haben. Ein gesundes, menschliches Herz. Und meines ist noch menschlich. In mir schlummert eine erhöhte Dosis Empathie. Ich bin mitfühlend. Manchmal zu mitfühlend. Wenn mich die Dinge berühren, weine ich. Wenn ich traurig bin, auch. Alex hat mir mal erzählt, dass es in Japan verpönt ist, offen seine Traurigkeit zu zeigen. Ich bin froh, dass ich in einem Land lebe, wo es nicht gleich als Schwäche gilt und dass ich Menschen habe, bei denen ich jede Emotion zeigen darf.

Gestern habe ich mal wieder nachgedacht. Über mich selbst. Über den Menschen, der ich bin. Über die Dinge, die mich geprägt haben, die mich ausmachen. Und über die Dinge in der Zukunft, die mich prägen und die mich ausmachen werden. Wenn wir jeden Tag eine Bilanz unseres Tuns ziehen, wird uns klar, wie wir wirklich sind. Das hat einst der 14. Dalai Lama gesagt. Und ich glaube, ich verstehe, was er damit meint. Wir sollen über uns nachdenken, über unsere Handlungen, Entscheidungen, Erfahrungen. Nur so lernen wir uns kennen. Und so finden wir zu uns selbst, wobei wir uns selbst nie vollkommen kennenlernen werden, denn der Selbstfindungsprozess ist ein Prozess, der das ganze Leben anhält.

 

gestern habe ich nachgedacht

I’m Wearing

Blouse: Glamorous (Same)
Shoes: Adidas (Same)
Pants: H&M

 


 

Ihr Lieben!

Wenn ihr diesen Text bis zum Schluss gelesen habt, dann danke ich euch. Es war mir wichtig, diese Gedanken niederzuschreiben. Sie haben sich gestern überschlagen. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein Life Update online stellen, aber ich habe beschlossen, dass ich mein Leben momentan nicht updaten möchte. Momentan läuft alles so weiter, wie es ist. Und das ist auch gut so, auch wenn es herausfordernd ist. Die Distanz zu meiner aktuellen Verpflichtung zu schaffen, ist nicht leicht. Mein Life Update handelt immer von meinem letzten Schritt des Erwachsenwerdens. Ich finde es rührend, wie sich viele von euch stets erkundigen, wie es mir in meiner Schreibphase gerade so geht, aber ich möchte meine Life Updates nicht ständig wiederholen, da ich das Gefühl habe, es bringt weder euch, noch mir etwas. So viel sei verraten: Momentan eigentlich ganz gut. Danke für die Unterstützung und auch, dass ihr mit mir mitfiebert, ja sogar diesen Weg gemeinsam mit mir geht. Bis jetzt. Ich glaube, ich schaffe das letzte Stück alleine, werde aber Erfolgserlebnisse, kleine Frustrationen, Ärger und Freude weiterhin gelegentlich auf meinen Social Media Kanälen mit euch teilen. Ich habe gemerkt, ich muss auf diesem Blog nun Distanz zu meinem Leben als Diplomandin schaffen, weil ich ansonsten meine Inspiration verliere. Aber ich denke, ihr versteht das und freut euch, wenn wieder inspirierendere Postings online kommen. 

 

Das Zeitalter des Perfektionismus

 

Wir Blogger sind wahre Meister darin, das perfekte Leben vorzugaukeln. Es mag schon sein, dass es auch Teil unseres Jobs oder unserer Tätigkeit als Blogger ist. Daran ist nichts verwerflich, denn viele Menschen nutzen Blogs, um den Alltag zu entfliehen. Blogs sind dazu da, um andere Menschen zu inspirieren. Teils liebe ich diese Welt, teils frage ich mich jedoch auch, ob es wirklich sein muss, seine Schwächen zu überspielen. Ist es okay, sich selbst ständig zu perfektionieren? Vielleicht schon, denn wir sind im Zeitalter des Perfektionismus.

Es ist nichts verwerfliches daran, andere Menschen zu motivieren und ihnen Mut zuzusprechen. Gerade deswegen schätze ich diese Bloggerwelt so. Doch wenn man beobachtet und sieht, dass das Leben einer Person perfekt zu sein scheint, während es das eigene nicht ist, ruft das oftmals ein ganz ungutes Gefühl hervor. Ich sage es offen und ehrlich: Manchmal zweifle ich stark an mir und meiner eigenen Leistung. Dabei frage ich mich oft: gebe ich genug, um meine Ziele zu erreichen?

 

 

Ich bin perfektionistisch und gleichzeitig kotzt mich Perfektionismus an!

Wenn ich meinen eigenen Grad an Perfektionismus einschätzen müsste, würde ich von mir schon behaupten, dass ich perfektionistisch bin. Meine Ziele vor Augen sind klar definiert und ich weiß im Großen und Ganzen, was ich dafür tun müsste, um sie zu erreichen. Nur manchmal merke ich, dass meine Kraft dazu nicht ausreicht. Ich beobachte andere Blogger und lese, wie sie von ihrem eigenen Perfektionismus berichten. Manchen gelingt scheinbar alles perfekt. Sie bringen Uni/Arbeit, das Bloggen, gesunde Ernährung, Sport und Freizeit unter einem Hut und heben dabei einen Faktor immer besonders stark hervor: ihren eigenen Perfektionismus. Es wird von Zeitmanagement berichtet und gejammert, weil man nie wirklich mit etwas zufrieden ist. Das kann ich verstehen. Ich bin auch nie wirklich zu 100% zufrieden, nur frage ich mich auch, wieso das so ist? Ich finde das traurig. Wann hat dieser Moment aufgehört, als „sein Bestes zu geben“ nicht mehr gut genug ist?

Ich bin perfektionistisch, das habe ich schon gesagt. Aber viele von euch werden das vielleicht nicht glauben können, weil ich es nicht schaffe, meine Diplomarbeitsphase mit meinem Blog und Social Media unter einen Hut zu bekommen. Ja, es stimmt auch, dass ich nicht den gesündesten Lebensstil pflege. Ich mache momentan keinen Sport, rauche und ernähre mich zurzeit überwiegend von Mist. Dabei würden sich Sport, Blog, Ernährung und Diplomarbeit gut integrieren lassen, hätte ich eine bessere Zeitplanung. Sagen zumindest alle. Doch ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich dagegen spreche.

 

 

Ich bin perfektionistisch, kann aber nur eine Sache auf einmal perfekt machen!

Vielleicht ist das jetzt eine philosophische Denkweise, die ich mir angeeignet habe, aber ich versuche es, verständlich zu erklären. Ich habe viele Dinge in meinem Kopf, die ich gerne tun möchte und die ich so perfekt wie möglich umsetzen will. Diplomarbeit, Blog & gesunder Lifestyle. Von Freunden und Familie fange ich gar nicht erst an, denn bitte, man kann es nicht selbst beeinflussen, wie es im Privatleben läuft und wenn, dann nur bis zu einem gewissen Grad. Außerdem – perfektionistisch in einer Freundschaft zu sein, ist traurig. Aber nun einmal zurück zu dem, was ich vermitteln möchte. Angenommen, ich möchte all diese Dinge, die ich genannt habe, perfekt machen und das will ich, dann beginne ich, mich selbst und meine eigenen Ressourcen zu überschätzen. Wenn ich was mache, dann will ich immer 100% geben. Aber das ist der Knackpunkt. 100% ist das Maximum an Prozentwerten, die wir besitzen. Keiner von uns hat 200% Ressourcen zur Verfügung oder mehr. Wenn ich vier oder fünf Dinge auf einmal perfekt machen möchte, dann bräuchte ich rein mathematisch 400-500% Eigenressourcen. Aber das besitze ich nicht und kann es mir weder mit Geld kaufen, noch es erlernen. Ich habe, wie jeder andere auch nur 100% zur Verfügung. Mehr geht nicht und ergibt rein rechnerisch auch keinen Sinn.

Das heißt also, dass ich all diese fünf Dinge nur zu 20% perfekt machen kann, wenn ich sie auf einmal mache (wir gehen davon aus, dass das Verhältnis gleich aufgeteilt ist). Das bedeutet wiederum, wenn ich mich nun auch umfassend um meinen Lifestyle kümmere, dann verliere ich all diese Prozentwerte an Eigenressourcen und meine Diplomarbeit wird beispielsweise nur zu 20% so, wie ich sie haben möchte. Klar, ich kann mir einreden, mit einem guten Zeitmanagement kann ich alles zu 100% schaffen, aber das macht für mich in meinen Augen keinen Sinn mehr. Rein rechnerisch. Wenn ich nun eine Stunde für Sport opfere, heißt das gleichzeitig, dass ich in dieser einen Stunde meine Arbeit noch optimieren hätte können und vielleicht entscheidet genau diese eine Stunde um eine Note besser oder schlechter.

 

 

Wir müssen aufhören, uns einzureden, Superwoman oder Superman zu sein!

Ich weiß, es klingt jetzt wie die mega Ausrede, keinen Sport machen zu wollen und bitte seht das, was ich euch gerade erklärt habe, als reine Theorie an. Natürlich weiß ich, dass man auch zwei Dinge auf einmal richtig, richtig gut schaffen kann, sodass beispielsweise Professor und Blogleser beide gleichermaßen zufrieden sind. Ich weiß auch, dass Sport wichtig ist und er vielleicht kein entscheidender Faktor ist, wie ich andere Dinge mache und wie gut letztendlich meine wissenschaftliche Arbeit wird. Das ist mir klar. Dahinter verbirgt sich einfach nur eine Message, die ich vielleicht etwas übertrieben ausdrücke. Aber es ist eine Message, die sagen soll, dass es so etwas wie Perfektionismus schlichtweg nicht gibt oder zumindest in keiner erreichbaren Form. Und das ist okay. Man darf weiterhin danach streben, aber man sollte sich nicht unter Druck setzen. Man sollte nicht verächtlich mit den Zeigefinger auf andere deuten, die es scheinbar nicht so gut machen, wir wir selbst. Manchen gelingt es nicht, alles auf einmal in sein Leben zu integrieren. Manche setzen die Prioritäten auch mal gerne anders. Und das ist okay. Vollkommen okay. Nur sollte man nie anderen einen Vorwurf machen oder es zumindest so andeuten. Und das habe ich leider sehr oft herausgelesen und interpretiert.

Ich möchte meine Blogposts perfekt machen, aber ich weiß auch, dass es da draußen Menschen gibt, die meinen Schreibstil nicht mögen. Für diese Personen ist mein Blogpost nicht perfekt. Nur ein Beispiel, das zeigen soll, warum man nie, wirklich nie alles perfekt machen kann. Wir alle definieren das Wort „perfekt“ anders. Und wir sind menschlich. Durch den ganzen Workflow vergessen wir, wie wichtig es ist, die Dinge auch mal liegen zu lassen. Vielleicht ist das eine Einstellung meinerseits, die nicht sehr erfolgsvorsprechend ist, aber ich habe eingesehen, dass ich mich durch Perfektionismus nicht kaputtmachen darf. Es ist nicht leicht für mich, den Blog so ruhen zu lassen, aber ich habe eine Mission. Die Mission, das Beste bei meiner wissenschaftlichen Arbeit zu geben und das Maximum aus mir herauszuholen. Das geht nur dann, wenn ich meine Prioritäten diesmal anders setze und sichergehe, wirklich mein Bestes getan zu haben.

Und es ist in Ordnung, wenn man einmal eine Erholung braucht. Das ist mehr als okay, auch wenn es mir oft so vorkommt, dass man das heutzutage gar nicht mehr darf. Aber ganz ehrlich: Ich glaube, wenn wir das nicht tun würden, wenn wir nicht einfach mal die Füße hochlegen, dann würde mit uns etwas nicht stimmen. Eigentlich wollte ich sogar bei meinem Thermenwochenende arbeiten. Doch den Laptop habe ich nur obligatorisch für diese Fotos aufgeklappt. Danach habe ich mich erholt. Endlich. Es war bitternötig.

 

Perfektionismus

 

Nobody’s perfect

So abgedroschen dieser Modesatz für 16-jährige auch ist, aber er ist wahr. Als Jugendliche habe ich den Satz in meine Facebookstatusmeldung geschrieben, weil es cool war. Heute begreife ich den Sinn dahinter. Nobody’s perfect. Ich will mich selbst nicht als Superwoman hervorheben, nur damit andere sich schlecht fühlen, nicht so viel auf einmal zu schaffen. Jeder hat sein eigenes Tempo und jeder schafft nur gewisse Dinge gleichzeitig. Und das ist okay. Es ist okay, nicht alles vollkommen und perfekt zu erreichen. Wir haben alle unsere Schwächen und auch mit einem guten Zeitmanagement können wir selbst nicht perfekt sein. Eines nach dem anderen zu erledigen, ist auch in unserem heutigen Zeitalter vollkommen in Ordnung. Sein Bestes zu geben, ist immer noch gut genug. 

 

Life Update #5: Es wird ernst

 

Nicht nur wegen seiner Kürze ist der Monat Februar verdammt schnell vergangen. Dieser Monat war intensiv. Im engeren Sinne arbeitsintensiv. So viel Zeit muss bleiben, um ins Detail zu gehen. Nun, ich habe mich nicht nur um meine Unisachen gekümmert, sondern auch gemeinsam mit 7 wunderbaren Ladies unser Projekt nach vorne gebracht. Der Startschuss für unser Projekt GRAZER BLOGGER ist gesetzt und uns steht jetzt schon einiges bevor. Der Startschuss für die Diplomarbeit hingegen ist schon länger gesetzt und da hoffe ich, endlich mal zu einem Ende zu kommen, obwohl es ganz und gar nicht danach aussieht. Neugierig? Dann solltest du dir unbedingt mein März Life Update durchlesen.

 

Diplomarbeit

Diesen Punkt nenne ich bewusst nicht mehr Uni, denn auf der lasse ich mich nur noch äußerst selten blicken. Wenn dann nur zu diesen betreffenden Diplomarbeitsterminen. Aktuell habe ich (ich traue es mich fast nicht sagen) 15 von 80 Seiten Minimum geschrieben. Nur bei mir ist die Vorbereitungszeit so intensiv, sodass ich mich auf das Schreiben noch gar nicht wirklich konzentrieren kann. Darum habe ich beschlossen, der Vorbereitung mehr Zeit zu widmen, denn ohne Datenanalyse keine Ergebnisse. Keine Ergebnisse = kein Textmaterial. Und auch das Einlesen nimmt unglaublich viel Zeit in Anspruch. Ich bin leider der Typ Mensch, der alles genau wissen möchte und nicht gleich vom Buch heraus umformuliert. Besonders unpraktisch, wenn die Texte auch noch alle auf Englisch sind.

Zumindest habe ich alle meine Daten erhoben und jetzt bin ich gerade dabei, sie auszuwerten. Alleine zu forschen bringt einige Vor- und Nachteile mit sich. Aktuell bin ich in der Phase der Nachteile angelangt, aber ich bin mir sicher, sobald die Daten ausgewertet sind, werde ich diejenige sein, die am Besten lacht, denn das Zitieren, ja, die Sache, die alle Studenten am meisten hassen, kann ich mir dann getrost sparen (zumindest bis zu einem gewissen Grad), denn ICH habe es erforscht. Irgendwie fühlt man sich dann wie der Überflieger-Wissenschaftler, doch momentan hoffe ich nur, dass ich es einfach richtig mache, so wie ich es mache. Ich bin nach wie vor guter Dinge, dass ich beim Schreiben ziemlich schnell sein werde, sobald ich die Daten analysiert und ausgewertet habe, denn die eigene Forscherin kennt ihre Ergebnisse immer noch am Besten 😉

Wie du siehst: Es wird ernst! Die Stunden am Laptop steigern sich ins Unermessliche. 

 

Es wird ernst

 

So erging es mir die letzten Tage/Wochen

Obwohl ich mich wirklich bemühe, komme ich ein bisschen schleppend voran. Das liegt nicht daran, weil ich eine langsame Schnecke bin, sondern weil ich alles genau machen möchte. Geärgert habe ich mich in dieser Woche zudem auch und zwar über einige Mitstudenten. Ich war die ganze Zeit am herumgranteln, wie wir in Österreich so schön sagen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich die Meisterin im Vergleichen bin und es mich einfach ärgert, dass einige, die noch vor kurzer Zeit im Studium hinter mir waren bald die Diplomprüfung absolvieren werden. Das hat auch einen einfachen Grund. Nein, ich habe mich nicht auf die faule Haut gelegt, sondern wer es sich mit seiner Diplomarbeit leicht macht, wird eben schneller fertig. Mich ärgert es einfach nur, dass genau diese Menschen den gleichen akademischen Grad bekommen, wie ich, obwohl sie vielleicht 10% (!!!) der Arbeit hatten, die ich hatte.

Dennoch habe ich gemerkt, dass ich viel zu viele Gedanken daran verliere und verschwende. Das möchte ich unbedingt abstellen, aber es fällt einem eben wirklich schwer. Natürlich hätte ich es mir auch leichter machen können, keine Frage. Es hätte sich sowohl in Geographie, als auch in Philosophie angeboten. Aber das wollte ich nicht. Ich bin so ein typischer „Ich muss es mir erstmals verdienen, um richtig stolz darauf sein zu können“-Mensch und dieser Perfektionismus steht mir leider wirklich oft im Weg. Darum arbeite ich eben ein Jahr an meiner Arbeit und andere fetzen ihre in zwei Wochen hin. Versteht mich nicht falsch bzw. denkt bitte nicht, dass ich neidisch bin, nur es ärgert mich, dass an unseren Unis das Niveau immer mehr in den Keller sinkt und man billige Arbeiten als wissenschaftliche Publikation verkauft. Glaubt mir, an dem Gerücht: „Jeder Depp könnte eine Uni abschließen“ ist in der Tat was dran. Und das finde ich traurig. Ich sage nicht, dass jeder so wie ich selbst empirisch arbeiten muss. Ich habe es mir selbst ausgesucht, dennoch: Ein gewisses Mindestniveau sollte trotzdem vorherrschen. 

 

 

Grazer Blogger

So, aber jetzt ist wirklich genug mit dem herumgranteln (herumgranteln bedeutet übrigens so viel wie meckern.). In diesem Beitrag muss auch Platz für schöne Dinge sein. Wie ihr hier oder auf anderen Plattformen mitbekommen habt, haben wir endlich unsere GRAZER BLOGGER Website gelauncht. Es läuft bereits jetzt sehr gut. Wir haben unzählige Ideen und schon einige Projekte am Start. Vor kurzem waren wir sogar in den Medien und wurden mit einem dreiseitigen Bericht vorgestellt. Es ist einfach schön, in der Gemeinschaft zu arbeiten und ich habe das Gefühl, dass es wirklich jede von uns weiterbringt. Klar, aller Anfang läuft schwer und ich möchte euch nicht die Illusion verkaufen, dass alles perfekt läuft. Aber ich finde es wirklich schön, dass wir alle so erwachsen kommunizieren können und jede von uns bezüglich kleinerer Anfangsschwierigkeiten bemüht ist, Lösungen zu finden. Ehrlich gesagt bin ich das von so einer großen Mädelsgruppe nicht gewohnt, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass es dann immer in einem Zickenkrieg ausartet. Aber so wie es aussieht, werden wir wohl alle mal erwachsen. Und wir wachsen gerade in unserem Team hinein und GRAZER BLOGGER aus den Kinderschühchen heraus.

 

Year 2017 – Veränderung? Neustart?

 

In wenigen Stunden schlägt die Uhr Punkt Mitternacht. Nichts besonderes, denn das tut sie jeden Tag. Doch dieses Mal ist es etwas anderes. Das Gefühl ist anders. Ganz eigen und irgendwie seltsam. In meinem Bauch kribbelt es. Zigtausende Schmetterling breiten ihre Flügel aus, fliegen in Schwärmen umher und lassen mich zittern. Es bricht ein neuer Tag an. Wie immer. Doch mit diesem neuen Tag kommt ein neues Jahr dazu. Das Jahr 2016 ist Geschichte. Vorbei! Wir schließen das letzte Kapitel unseres Buch „2016“, 365 Seiten vollgeschrieben – bis zur letzten Zeile. Die Tinte des Kugelschreibers ist leer. Nach diesem Glockenschlag beginnen wir ein neues Buch. Auf seinem Cover steht in goldener Schrift „2017“. Ein neues Jahr, zwölf weitere Kapitel und 365 noch leergeschriebene Seiten in unserem Buch des Lebens. Wir holen einen neuen Kugelschreiber aus unserem Federpennal, beginnen ganz von vorn. Ein Neustart.

 

Neustart

 

Reset

Neues Jahr. Neues Glück. Neustart!

Nur wehmütig lasse ich das alte Jahr gehen. Es ist nicht so, dass es ein einfaches Jahr war. Es war auch nicht mein Lieblingsjahr. Die Jahre davor waren besser. Nicht alle, aber manche davon. Sie waren besser. Irgendwie mehr zum Festhalten. Eigentlich sollte ich das Jahr 2016 gerne gehen lassen. Eigentlich sollte ich froh sein, dass es an mir vorbeigezogen ist. Doch das bin ich nicht. Wenn ich durch die ganzen Social Media Kanäle scrolle, sticht mir immer wieder ins Auge, was für ein schlimmes Jahr 2016 war. Zahlreiche Künstler, starke und prägende Persönlichkeiten mussten gehen. Ihr Leben lassen. Dann diese ganzen Terroranschläge. 2016 war nicht einfach. In vielerlei Hinsicht nicht. Aber es fällt mir schwer, es gehen zu lassen. Sehr schwer. Dabei sollte Neujahr ein Neustart sein. Ein ziemlich wichtiger sogar. Und gerade vor diesem Neustart habe ich Ehrfurcht. Angst. Respekt.

2017 – mein Neustart. Ich weiß, dass sich in meinem Leben einiges ändern wird. Ein letzter Schritt in Richtung vollständiges Erwachsensein. Nie mehr Vollzeit studieren, ein geregelter Beruf – zumindest für ein Jahr. Ein neues Leben weg von meinem Zuhause. Und ich fürchte mich vor all dem. Weil ich nicht weiß, wie dieses neue Jahr für mich beginnen und ausgehen wird. Natürlich rede ich so vor mich hin: Ich werde mein Studium abschließen. Das Jahr muss nicht mal zur Hälfte vergehen und es ist vorbei. Eine Sache ist vorbei, für die ich mittlerweile so viel Zeit und Arbeit aufgewendet habe. Könnte vorbei sein. Irgendwie.

 

 

Loslassen und ein neues Kapitel beginnen

Inzwischen schreibe ich seit 5 Jahren meine Anekdoten aus dem Studentenleben. Ein primäres Thema in meinem Leben, das mich in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Aber wenn ich ehrlich sein muss: Ich weiß nicht, ob ich es hinbekommen werde. Meine ganze Arbeit, die mich zum Abschluss führen soll, schiebe ich seit Tagen auf. Und wenn ich darüber nachdenke, was mir im neuen Jahr alles blühen wird, wird mir schwarz vor Augen. Doch eigentlich möchte ich dieses Kapitel abschließen. Zu einem Ende kommen. Weil ich es selbst nicht mehr schreiben oder lesen kann. Weil ich genug davon habe.

Trotzdem – ich kann mich nicht darauf fokussieren. Dicke Stapel auf meinem Schreibtisch, ein noch fast leeres Word Dokument. Danksagung, Inhaltsverzeichnis und Titelblatt: Fertig! Dabei sollte ich das erst zum Schluss machen, doch es ist diese Vorfreude. Irgendwie mischt sie sich dazu, aber die Angst zu scheitern ist größer. Diese Vorstellung, den anderen zu sagen, es nicht geschafft haben, lässt mich mehr zittern, als der aufregende Gedanke an einen Neustart im neuen Jahr. Es ist ein neuer Schritt. Ein großer Schritt. Kurz vor dem Ziel. Und wenn ich in die Zielgerade einbiege, weiß ich nicht, ob ich trotzdem dort ankommen werde. Aber was solls? Man darf den Glauben an sich selbst nicht verlieren. 

 

 

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei euch bedanken. Vielen Dank für eure Treue. In diesem Jahr kamen einige neue Leser hinzu und es freut mich immer wieder sehr, wie viel Support ich von euch bekomme. Ich hoffe, ihr habt einen schönen Silvesterabend. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2017. Feiert schön und genießt die letzten Stunden im alten Jahr! 

Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

 

Fotos by Simone

 

Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt

Schon lange nicht mehr hatte ich dieses Gefühl. Als mein Blick auf den nachtschwarzen, mit Sternen behangenen Himmel fällt, meine Augen den hellleuchtenden Mond taxieren, versuche ich mir ins Bewusstsein zu rufen, was ich gerade fühle. Je mehr ich mich anstrenge, je genauer ich meine Gedanken zu sortieren versuche, akribisch in die Tätigkeiten meines Präfrontalcortex‘ einzugreifen versuche, umso mehr wird mir bewusst, dass ich es nicht beschreiben kann. Es ist keine Leere in mir, obwohl ich mich manchmal leer fühle, aber es ist eine Ungewissheit da. Ich merke zunehmend, wie mein Leben gerade dabei ist, sich zu verändern. Vor mir liegen die letzten Schritte einer großen Hürde. Ich schaue nicht zurück. Vergesse die Steine, die mir in den Weg gelegt wurden. Die Hindernisse, die ich überwinden musste, nur um jetzt da zu stehen, wo ich gerade bin. Doch die Wahrheit ist: Manchmal möchte ich gerne zurück. Wieder in der Vergangenheit leben. Weil ich weiß, wie das war. Weil es mich nicht ins Ungewisse blicken lässt. Dabei fällt mir ein Zitat von Albert Einstein ein, welches ich wehmütig schmunzelnd und mit einem seufzenden Schulterzucken unter den Klängen von Bachs „Cello Suite Nr.1“: „Preludé“ in meinen nicht vorhandenen Bart murmle:

 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Albert Einstein

 

Er hat Recht. Er hat so Recht. Auch wenn er Physiker war und mich mit seiner Relativitätstheorie in den Wahnsinn trieb, Einstein haute philosophentaugliche Sprüche raus, die Gelehrten wie Konfuzius alle Ehre machen. Behaupte ich, denn dieses Zitat bleibt hängen. Es hat die Informationsübertragung in meinem Kopf passiert und sich in mein Gehirn eingebrannt: Gedenken, in der Zukunft zu leben. Irgendwann. Ich bin ein Gegenwartsmensch. Eigentlich. Eigentlich auch nicht. Für gewöhnlich blicke ich gerne nach vorne und will nicht in der Vergangenheit hängen bleiben. Manchmal tue ich es doch. Hängenbleiben – dort, wo schon längst alles vorbei ist. Wo nur noch Erinnerungen existieren. Aber es ist eine Komfortzone; keine Ungewissheit. Die Zukunft hingegen ist ungewiss und genau das macht mir Angst. In mir sträubt sich etwas.
Weigert sich!
Prokrastiniert!
Ist stehen geblieben.

Mein Kopf fühlt sich leer an. Ich mache mir ständig Gedanken. Um alles und wieder um nichts. Die Gedanken um die Zukunft haben alles andere beiseite geschoben. Sie nehmen mich ein; umkreisen mich. Ich fühle mich nicht mehr inspiriert. Erlaube es mir nicht, an andere Dinge zu denken. Die Texte für meinen Blog gehen mir schwer von der Hand, obwohl ich (und das auch jetzt) nichts lieber tue, als das. Ich gehe mit Scheuklappen durch die Welt. Der Blick starr nach vorne gen Zukunft gerichtet, obwohl ich Angst davor habe. Ich sehe nicht mehr das, was ich sonst immer sehe. Dinge, die mich beflügeln und die ich in einem Bild für die Ewigkeit festhalten möchte. Es kommt mir fast so vor, als hätte ich diesen Blick verloren. Dabei sind das die Dinge, die ich liebe und immer noch liebe. Die ich gerne mache. Die mir Spaß machen. Die mir eine so unendlich Freude bereiten, dass ich diese Bereicherungen in meinem Leben nicht mehr missen möchte.

Licht und Schatten liegen oft nahe beieinander. Während mich mein Umfeld glücklich macht, mich das Bloggen trotz kleiner Schreib- und Ideenblockade nach wie vor unheimlich erfreut, bin ich in Gedanken momentan fast ausschließlich bei dem, was mich bald erwartet. In großen Schritten nähere ich mich dem Erwachsenwerden. Dem richtigen Erwachsenwerden. Nicht dem Erwachsenwerden auf dem Papier, denn das habe ich schon längst hinter mir. Mein Studium beschäftigt mich aktuell mehr als alles andere. Es ist bald vorbei. Nur noch wenige Seminare, die letzten drei lästigen Vorlesungsprüfungen und ein Praktikum muss ich noch hinter mich bringen. Dann ist es vorbei. Fast. Denn mein rotes Tuch, mein Dorn im Auge, steht mir auch noch bevor: Die Diplomarbeit. Und dieser Gedanke, dass ich mich bald darum kümmern muss, mir einen Betreuer und ein Thema suchen muss, bereitet mir große Ängste. Normalerweise bin ich ein Mensch, der genau weiß, was er will. Der Ziele hat. Ich wusste schon lange, in welchem Fach ich meine Arbeit schreibe und ungefähr welches Thema es sein soll. Warum ich mich jetzt davor ziere? Ich weiß es nicht. Ich würde es gerne wissen. Ich habe Angst davor, obwohl es nichts ist, wovor ich Angst haben müsste. Es ist der letzte Schritt und doch weigert sich in mir etwas, ihn zu gehen. Widersprüchlich ist, dass ich all meine anderen Studienkollegen beneide. All jene, die schon wissen, worüber sie schreiben sollen, die schon einen Betreuer haben und all jene, die bereits fertig oder am Fertigwerden sind. Schon lange nicht mehr habe ich mir derartige Gedanken um mein Studium und vor allem nicht um diese blöde Diplomarbeit gemacht. Weil ich mein Ziel klar vor Augen hatte. Weil ich wusste, was ich wollte. Doch diese Sicherheit verschwimmt langsam; ist nur noch ein vager Schatten seiner selbst. Ich frage mich selbst, woher das kommt und tief in meinem Inneren kenne ich die Antwort. Ich habe Angst vor dem, was mich erwartet und vor dem, was danach kommt. Weil ich nicht weiß, was danach kommen wird. Weil es auf einem Schlag vorbei ist und ich ein neues Segel setzen muss. Dabei fällt mir unweigerlich ein anderes Zitat ein:

 

Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.

Victor Hugo

 

Über dieses Zitat von Hugo mache ich mir noch viel mehr Gedanken, als über die Sätze, die eins über Einsteins Lippen glitten. Ich will weder die Schwache, noch die Furchtsame sein. Natürlich habe ich Angst vor dem, was mich erwartet und ich fühle mich dadurch zunehmend wie ein kleiner Funken in den ewigen Weiten des Horizonts, aber ich weiß, dass ich genauso mutig sein kann. Darum versuche ich, das Zitat Hugos für mich umzuformulieren: Nur wer seine Schwächen eingesteht, ist mutig. Nur wer seine Furcht überwindet, ist mutig. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr wird mir klar: Wenn ich das tue, bin ich  die Mutige in Victor Hugos Zitat. Und dann wartet auch eine neue Chance auf mich! Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber ich werde es wissen. Immer dann, wenn die Zukunft Vergangenheit ist. 

 

Photocredits: unsplash.com

 

Photoshop & die perfekte Welt

Photoshop & die perfekte Welt

Wie essentiell sind Fälschungen?

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich meine Bilder mit Photoshop bearbeite. Photoshop ist ein wundervolles Programm, um das Beste aus den Bildern herauszuholen – aber Photoshop ist auch eines der besten Mittel, um die Realität verschwimmen zu lassen. Insbesondere dann, wenn es darum geht, das eigene Gesicht und den eigenen Körper zu tunen. Es ist nichts Neues mehr, dass Photoshop besonders in der Werbung zum Einsatz kommt. Gesichter sehen makellos aus – der Körper hat die perfekte Form. Und genau diese Bilder tragen dazu bei, dass sich allen voran junge Menschen, jene, die sich noch in der Pubertät befinden, unwohl fühlen, wenn sie solche Bilder betrachten. Kein Mensch sieht in der Realität permanent perfekt aus. Die echte Welt kann man leider nicht photoshoppen. Und doch scheint dieser Grat so schmal zu sein. Perfekt suggerierte Bilder werden geglaubt. Nicht ohne Grund wird in der Werbung so fleißig getuned. Perfektion verkauft sich besser! Genau dieser Trend spiegelt sich auf einem sozialen Netzwerk wider, das bestimmt die meisten von euch nutzen: Instagram. Ihr könnt euch bestimmt noch an Essena O’Neill und ihren Bruch mit Social Media erinnern. Instagram ist zwar nicht die Plattform, in welcher jedes einzelne Bild bis zum Ideal optimiert wird, aber Instagram ist DIE Plattform schlechthin, in der das Leben der User oftmals zum neidisch werden vollkommen erscheint. Das bringt mich auf die Frage: Wie essentiell sind Fälschungen? 

 

Maybe it’s Maybelline? – Maybe it’s Photoshop!

 

Original Fälschung

 

Wenn die Realität verschwimmt

Ich bin dankbar, dass es Photoshop gibt. Gerade für Beauty- und Foodposts ist das Programm essentiell. Bezüglich Beauty nicht deswegen, um sich schöner zu tunen, aber oftmals ist es schwierig, das Augenmake-up auf den Fotos gut rüberzubringen (ein Grund, warum man für Photoshootings meistens etwas stärker geschminkt wird). Was aber, wenn die Bildbearbeitung so weit geht, dass die Realität verschwimmt? Ich versuche immer -insbesondere wenn es um Bilder von mir geht- keine Kunstfigur zu schaffen. Klar sieht man enorme Unterschiede, jedoch würde ich mich nie schlanker machen oder mein Gesicht verschmälern. Doch genau diese Dinge passieren in der Werbung, und ja, ich gebe es zu. Selbst ich als 24-jährige bekomme oftmals schlechte Gefühle, wenn ich diese perfekten Bilder betrachte, obwohl ich genau weiß, dass sie nur dank Adobe so aussehen. Dabei sollten wir unser Leben davon nicht so stark abhängig machen. Wir sind alle schön – in der Realität und nicht dank Photoshop.

 

Photoshop makes your face flawless, but it doesn’t change your personality!

 

ich photoshop Kopie

 

Fühlst du dich nackt ohne Photoshop?

Ich habe mich gefragt: Würde ich überhaupt ein unretuschiertes Bild von mir online stellen? Ob ich mich das wohl traue? (Anscheinend, sonst würde ich es jetzt nicht tun). Aber hätte ich es getan, wenn ich diesen Post hier nicht schreiben würde? Vermutlich nicht. Ohne Photoshop oder einer anderen Bildbearbeitung fühlt man sich doch irgendwie nackt, oder? Nicht nackt im Sinne von entkleidet. Nackt im Sinne von: „Ich offenbare der Welt mein wirkliches Ich.“ Das ist genau die Art und Weise, wie man sich verletzbar macht. Man erzählt eine Geschichte – eine Geschichte der etwas anderen Art, denn das retuschierte Bild erzählt wieder eine ganz andere Geschichte – auch wenn es das gleiche Bild ist. Die Geschichte von einem unbearbeiteten Gesicht ist ehrlicher. Näher am realen Leben. Man sieht die Augenringe, weil man eine schlaflose Nacht hatte. Die überschlagenen Gedanken, das Herumwälzen im Bett, weil man nicht einschlafen konnte – all das zeichnet sich in diesem müden Gesicht ab.

 

We wear far too much Photoshop these days! But we still won’t look that way in real life.

 

Gerade wenn man nicht perfekt ist, bietet man Hatern eine gute Angriffsfläche. Aber das sollte uns nicht entmutigen. Denn wir sind, wer wir sind. Wir dürfen uns nicht an einer Perfektion messen, die uns die Medien vorgeben. Wir müssen immer das Menschliche im Auge behalten. Ich schminke mich gerne und auch Make-up ist eine Retusche. Das Photoshop im Real Life sozusagen. Und dennoch verstecke ich mich nicht permanent hinter einer dicken Schicht Make-up. Wenn ich schnell etwas vom Supermarkt brauche oder meine Kontoauszüge hole, schminke ich mich nicht extra dafür – egal wie fertig ich aussehe. Ich style mich auch nicht extra für Snapchat. Dort hab ihr mich bestimmt schon das eine oder andere Mal im „Asi-Look“ gesehen. Doch bei meinem Blog ist das anders. Ich schätze, es ist normal in unserer Branche, dass wir uns immer vom besten Licht präsentieren möchten.

 

Photoshop

 

Ich muss mich nicht verstecken

Ich würde nie auf Photoshop verzichten wollen. Mir ist es nicht wichtig, makellos auszusehen, aber ich liebe die Ästhetik. Wer so gerne fotografiert, wie ich, möchte immer das Beste aus seinen Bildern holen. Trotzdem sollen retuschierte Bilder nicht die Richtung sein, an der wir uns orientieren. Schöne Bilder sind immer ein Hauch von Kunst, doch das Leben spielt sich in der Realität ab. Ich muss mich nicht verstecken, auch nicht hinter Photoshop. Aber ich kann Ästhetik schaffen und genau das möchte ich auf meinem Blog verbreiten. Ebenso wie die Ehrlichkeit, nicht makellos zu sein.

 

Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Ich muss gestehen, ich mag Klischees. Bevor ihr euch an den Kopf greift, ihn verständnislos gegen die Tischplatte hämmert, lasst mich kurz erklären, warum. Ich mag Klischees dann, wenn jemand diese eingefahrene Vorstellung über mich in seinen Gedanken mit sich schleppt und ich ihm dann das Gegenteil beweisen kann. Wenn ich zeigen kann, dass ich nicht so bin, wie man mich anfangs eingeschätzt hat. Dass ich überraschen, verblüffen, erstaunen kann. Okay, okay, bevor ich weiterhin abstreite und große Reden schwinge, ja, die Blumenfotos sind „so much cliche“. Aber ich fotografiere sie gerne. Sie strahlen immer etwas Magisches für mich aus, unabhängig davon, dass es schon genügend und wesentlich bessere Fotografien von Blumen gibt. Dieses Klischee schleppe ich gerne mit mir herum und ich streite auch nicht ab, dass ich manchmal nicht einem Klischee entspreche und es erfülle. Klischees in dieser Art und Weise sind mir nicht zuwider. Niemals. Welche Klischees mir allerdings zuwider sind, sind jene, die ich laut den Meinungen anderen Menschen unbedingt zu erfüllen hätte. Ähm, warum sollte ich?

Der Frühling ist hereingebrochen und es liegt da dieser Geruch in der Luft. Dieser penetrante (okay, das Wort übertreibt nun maßlos) Geruch von Liebe. Im Volksmund spricht man gerne von Frühlingsgefühle. Es gibt keine bessere Zeit, sich zu verlieben, als jetzt. I know, I know. Manchmal hat man sogar das Gefühl, als ob sich auch die Vögelchen alle ganz doll lieb haben würden und sich „Vogeline“ in den hübschesten „Vogerich“ verliebt. Schön, schön. Und nun steigen sie, die Erwartungen. „Lisa, jetzt ist die Zeit da, um eine Beziehung einzugehen. Jetzt ist die Zeit, um sich zu verlieben. Love is in the Air.“ Ja, diesen Satz habe ich tatsächlich zu hören bekommen. Ähm, ja schön, okay, fragt sich nur: Mit/in WEN?  

Warum wollen sich alle so zwingen? Es ist schön, wenn man sich verliebt, aber es ist auch nur dann schön, wenn es von sich aus passiert. Von selbst! Wenn es von Herzen kommt! Wenn es sich entwickelt und nicht, weil gerade Frühling auf dem Kalender steht. Ich kenne tatsächlich Menschen, die in der Frühlingszeit (im Übrigen genauso wie in der Weihnachtszeit) eine gewisse Torschlusspanik bekommen, wenn sie noch alleine sind und keinen Partner an ihrer Seite haben. Die suchen dann akribisch nach der „Love of my Life“, auch wenn es nur vorübergangsweise ist. (Das sollte ein kleines Wortspiel für die Übergangszeit sein)

Bestimmt ist es schön, wenn diese Schmetterlinge genau zur Frühlingszeit ins Bäuchlein flattern, dem will ich sicher nicht widersprechen, aber warum bekomme ich so einen Satz an den Kopf geknallt? Bang! Soll ich mich jetzt schlecht fühlen, wenn gerade die ultimative Lovetime Saison hat und ich alleine bin? Verpasse ich irgendetwas? Das heißt doch nicht automatisch, dass ich jetzt als alte Schachtel alleine in irgendeiner heruntergekommenen Bude mit zigtausend Katzen ende. Obwohl die Vorstellung mit zerzausten grauen Haaren, schlechten Zähnen und fetzigen Lumpen schon sehr ansprechend ist. Keine Angst, ich mache nur Spaß! 

Momentan befinde ich mich wieder stark in einer Nachdenkphase. Oft ertappe ich mich dabei, wie einfach nur so dasitze, egal wo, auf meinem Bett, draußen auf der Terrasse mit einem Kaffee in der Hand oder bei uns in der Nähe, wo sich eine schnucklige Teichanlage befindet, dass ich so abwesend bin und nur nachdenke. Wenn ich aus diesem tranceartigen Zustand aufwache, weiß ich oftmals gar nicht, an was oder vielleicht sogar an wen ich gedacht habe, obwohl meine Abschweifungen in die Gedankenwelt in letzter Zeit viel bewusster und klarer erlebt wurden. Selbstverständlich mache ich mir Gedanken darüber, dafür habe ich mir heute einen bewussten Moment Zeit genommen. Aber nicht darüber, warum ich ausgerechnet JETZT zur Frühlingszeit oder generell schon eine ganze Weile alleine bin, sondern warum es Menschen gibt, die sich in solchen Dingen tatsächlich stressen. Die meinen, dass man jetzt MUSS! Weil es eben ein Klischee ist. Warum? Ich finde es schöner, wenn man es einfach passieren lässt. Wer weiß, vielleicht kennt man den Menschen, mit dem man (irgendwann) gerne zusammen ist, bereits schon, nur man hat noch keinen blassen Schimmer davon. Soll heißen, dass ich an die „Liebe auf den ersten Blick“ schon lange nicht mehr glaube, sondern einfach, dass es passiert. Es passiert, während man sich immer besser kennenlernt. Während man einen tieferen Einblick in den Charakter eines Menschen bekommt und nicht, weil man dem Klischee entsprechen muss, im Frühling in einer Beziehung zu sein. Und dabei finde ich es wundervoll, wie der EINE Mensch immer schöner für einen wird, nur weil man den Charakter so schön/toll findet. Unabhängig davon, ob dieser Mensch im inneren Gedankenbild dem „Mr. Right“ (im Falle der Männer der „Mrs. Right“) entspricht, den/die man sich eigentlich schon immer (wenn auch unbewusst) an seine Seite gewünscht hat.

Außerdem -und das finde ich megawichtig- man ist auch als Single nie allein. Und auch als Single liebt man. Man liebt seine Familie, seine Freunde und ja sogar die verzogene Katze, an deren Divagehabe man im Endeffekt selbst Schuld hat. Man liebt die Momente, die uns ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Man liebt sein Lieblingslied, sein Lieblingsessen, sein Lieblingskleidungsstück. Natürlich ist mir klar, dass all diese Dinge in eine verschiedene Kategorie des Überbegriffs Liebe gehören, aber man liebt, selbst wenn man die Liebe zu einem Partner, zu seinen Freunden, seiner Familie und zum Lieblingskleidungsstück nicht vergleichen kann. ABER MAN LIEBT! 

Und weil der Frühling doch so seine Spuren bei mir hinterlassen hat und ich einfach nur wegen dieser schönen Zeit, den hübschen Cherryblossoms und dem Blümchenduft ein paar Schmetterlinge im Bauch flattern habe, möchte ich euch ein (Liebes)lied „zitieren“, welches ich momentan mit Vorlieben höre. Und wenn man keinen Partner hat, dann kann man dieses Lied auf einen anderen Menschen beziehen (in meinem Fall auf meinen wundervollen Neffen S.) und fertig! Denn dann hat man das Klischee automatisch wieder gebrochen!

Don’t you know you stop the room! And all that I can see is you! I’m standing where the lightning strikes! I know this doesn’t happen twice! You must be my once in a lifetime, in a lifetime!

 

Hört euch das Lied an. Ich muss fast immer ein paar Tränchen vergießen, weil es so schön ist. Das Original ist übrigens von Austin Landon, aber ich träume gerade bei dieser Version vor mich hin. Ich habe es übrigens auch in Dauerschleife gehört, wie ich diesen Post hier verfasst habe.

Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Wenn die Glocke Mitternacht schlägt, versinkt auch der März 2015 in die ewigen Seiten der Geschichtsbücher. Es ist so surreal, wie schnell dieser Monat, März, an mir vorbeigezogen ist. Tage verstrichen, Stunden über Stunden vergingen, der Sekundenzeiger tickte unaufhaltsam und dabei ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich in diesem Monat noch gar nicht meine Gedanken mit euch geteilt habe. Ich sitze hier, überglücklich über die erholsamen Ferien, nein, generell über die momentane Situation und suche gerade nach dem Warum? Gab es in diesem Monat nicht viel zu sagen? Manchmal hat man einfach nicht viel zu sagen und so kann es passieren, dass selbst eine Frau der vielen Worte schweigt. Vielleicht habe ich auch die Tage so bewusst gelebt, genossen und war einfach nur glücklich, sodass es nicht viele Worte gebraucht hat. Und je mehr Gedanken ich mir über das Stillgeschwiegene in meinem Kopf mache, umso mehr finde ich die Nähe zu den Worten, die ich heute mit euch teilen möchte.

Manchmal zwingt man sich, zu sprechen. Man möchte etwas sagen. Die Gedanken überschlagen sich. Selbst sie sprechen direkt zu mir. Du musst jetzt etwas sagen! Schweige nicht! Sei nicht still! Sag was! Verdammt, sag irgendwas! Kämpfe dich durch die Leere, erfülle die Ruhe mit einem Klang. Mit dem Klang deiner Stimme! Du zwingst dich, du stehst hier, willst da sein, weil du meinst, einen Zweck erfüllen zu müssen. Wozu bist du denn sonst da? Bist du nur hier, um zu existieren? Aber ich bin doch viel mehr, als nur eine Hülle, die mit Worten ausgestattet ist. Was bin ich wirklich? WER bin ich wirklich? Wir alle haben so viel zu sagen, aber manche Sätze spricht man nicht aus. Man sagt sie nicht, man verbirgt sie in seinem Inneren, hinter dicken Mauern und verschließt sie in der Truhe seines Herzens. Sind sie ein Geheimnis? Was steckt hinter ihnen? Was hilft das, wenn man so viele Gedanken hat, so viele innere Worte, wenn man sie doch nicht ausspricht? Warum verbirgt man sie? Ist es die Etikette, die uns verbietet, manches nicht auszusprechen? Oder will man äußerlich einen bestimmten Schein erhalten?

Irgendwo in meinem Inneren, tief in mir, weiß ich, dass ich viele Worte nicht ausspreche, weil ich nicht will, dass sie von den falschen Ohren gehört werden. Wer meint es ernst mit mir? Interessiert sich überhaupt jemand für das, was ich denke? Es gibt so viele Gedanken, nur mit wem soll ich sie teilen? Oder will ich manchmal nur Blödsinn sagen, einfach das, wonach mir ist? Über zweideutige Witze oder Kindereien sprechen? Mit wem kann ich das? Wer nimmt mich danach trotzdem noch ernst?

Meine Augen schweifen durch den menschengefüllten Raum, sanfte Klavierklänge umschmeicheln meine Ohren, ich hole tief Luft, atme. Die Menschen sehen so ernst aus. Sie diskutieren. Bestimmt über die ernstzunehmenden Ereignisse, die hier auf unserer Welt geschehen. Oder über Geistes- und Naturwissenschaften. Muss ich mich anpassen? Muss ich ernst sein? Dabei will ich doch nur lachen. Lachen über sinnlose Sätze, Witze, Spielereien. Mit jemanden, den ich auch ernste Dinge anvertrauen kann, denn ebenso kann ich auch so sein. Ich schweige, wenn es nicht viel zu sagen gibt. Es gibt Momente auf dieser Welt, in denen sollte man auch nicht viel sagen. Egal, wie sehr die Sätze innerlich wehtun, wie laut sie danach schreien, gesprochen zu werden. Manchmal gibt es nicht die richtigen Sätze. Manchmal sagt man nichts. Aber was bringt sich das? Ist es schön, wenn die Worte, die Sätze, die Gedanken an einem nagen? Wenn sie schmerzen?

Nicht nur ich soll sprechen. Ich will auch, dass du zu mir sprichst. Hör nicht auf! Bitte sei nicht still. Ich will deine Stimme hören. Für immer. Pausenlos. Ich höre dir so gerne zu, wenn du sprichst. WIE du sprichst, der Klang deiner Stimme. Die Mimik und Gestik, wenn ich dich dabei anschaue. Auch wenn du so viele Gedanken in dir hast, die du nicht aussprechen kannst oder willst, dann sag zumindest irgendwas. Es ist mir egal, ob du mich wahrnimmst, aber ich will dich wahrnehmen. Ich halte Stille nicht aus, selbst wenn ICH still bin. Ich halte deine Stille nicht aus. Egal, wie gerne ich dich ansehe. Schweigend. Deine Stimme zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. 

Worte. Sie sind dazu da, um gesprochen zu werden. Und sie sind genauso dazu da, um geschwiegen zu werden. Sie leben durch uns. Durch unsere Gedanken. Durch unsere Seele. Durch das, was wir sind. Wir leben sie, wir lieben sie, ja, manchmal sogar hassen wir sie. Worte können so viel anrichten. Sie können uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern und gleichzeitig so viel zerstören. Manchmal schwärmt man davon, wie schön momentan alles ist, aber kaum ist das letzte Wort gesprochen, kann sich so viel verändern. Alles kann in die entgegengesetzte Richtung laufen. Es muss dann nicht mehr schön sein. Es kann sich so viel verändern. Vielleicht schweige ich deswegen. Weil ich mit Worten nichts kaputt machen möchte. Nichts hochloben will, sondern einfach nur innerlich hoffe, dass es so bleibt. Nicht für immer, aber momentan! Für das Hier und Jetzt.