Tag : Erfahrungsbericht

Erhol dich im Lebensquell Bad Zell (OÖ)

*DISCLAIMER: Der Beitrag „Erhol dich im Lebensquell Bad Zell (OÖ) beinhaltet bezahlte Werbung und entstand in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsresort Lebensquell Bad Zell****S in Oberösterreich.* 


Ende Oktober bzw. Anfang November verschlug es mich ins oberösterreichische Bad Zell, einem Kurort, an dem man noch dieses gewisse Etwas an Heimatgefühl und Regionalität findet. Ich folgte einer von Herzen kommenden Einladung und bekam so die Möglichkeit, meinem stressigen Alltag für ein paar Tage im Gesundheitsresort Lebensquell Bad Zell****S zu entfliehen.

 

 

Mein Aufenthalt im Gesundheitsresort Lebensquell Bad Zell****S

Über Allerheiligen nutzte ich somit die Gelegenheit, wieder ein paar Gänge runterzufahren. Dass es wichtig war, mich ein bisschen zu bremsen, merkte ich vor allem dann, als ich gut erholt nach Hause fuhr. Insgesamt erwarteten mich drei Gesundheits- bzw. Spabehandlungen, die mein Wohlbefinden wieder verbessern sollten, um meinen Körper und Geist zu stärken. Darüber hinaus durfte ich den neu umgebauten Spa Bereich kennenlernen, ein bisschen plantschen und ausgezeichnetes Essen genießen. Gerade in solchen Momenten merke ich, wie wichtig es ist, sich regelmäßig eine Auszeit zu gönnen, um etwas für Geist und Seele zu tun. Dann ist es auch ein Leichtes, wieder den Reset-Knopf zu drücken und von vorne zu starten.

 

 

Das Hotel

Inmitten des oberösterreichischen Naturparks Mühlviertel liegt das modern ausgestattete Hotel Lebensquell Bad Zell****S. Bei der Gestaltung des Gesundheitsresorts wurde bewusst auf eine moderne Ausstattung gesetzt. Darüber hinaus befindet es sich in ruhiger Lage, sodass den Gästen die optimalen Rahmenbedingungen geboten werden, um wieder mehr zur Ruhe zu kommen. Gerade für einen Kurort ist eine ruhige Lage essentiell, denn schließlich dienen Kuren der puren Erholung und sollen zu einem ganz besonderen Wohlfühlerlebnis führen.

Kurtourismus wird öfters mit einem etwas älteren Publikum assoziiert, was bei diesem Resort nicht zutrifft. Das Angebot beschränkt sich somit nicht auf eine bestimmte Zielgruppe. Ganz im Gegenteil. Ins Gesundheitsresort Lebensquell Bad Zell****S kommen somit nicht nur Kursuchende, sondern auch Tagesgäste (z.B. Familien) oder Sportler. Davon hauptsächlich Ausdauersportler. Beispielsweise liegt hier auch das Trainingscamp der ukrainischen Fußballnationalmannschaft und auch die ehemalige Profi-Schwimmerin Jördis Steinegger hat das gesundheitsfördernde Angebot des Resorts für sich entdeckt.

 

 

Die Zimmer

Insgesamt kann man im Lebensquell Bad Zell****S zwischen drei verschiedenen Zimmerklassen wählen:

  • Doppelzimmer
  • Junior Suite
  • Lebensquellsuite

Während meines Aufenthaltes nächtigte ich in einem 28m2 großen Doppelzimmer mit guter Raumaufteilung. Die Zimmer sind mit einem Doppelbett, einem Balkon, sowie mit WLAN/LAN, einem SAT-TV und einem Badezimmer mit Föhn ausgestattet. Ich fand es gut, dass die Toilette vom Badezimmer getrennt war. Weiters findet man in den Doppelzimmern ein Telefon, einen Safe und eine gefüllte Minibar. In meinem Doppelzimmer gab es darüber hinaus auch noch einen Schreibtisch. Farblich wurde hierbei auf Rottöne gesetzt.

 

 

Kulinarik im Lebensquell Bad Zell****S

Das Frühstück

Als Breakfastlover achte ich immer auf ein variationsreiches Frühstück. Je größer die Auswahl, desto besser. Das Frühstücksbuffet im Lebensquell Bad Zell****S ließ dabei keine Wünsche offen und war wirklich ausgezeichnet. Seinen Kaffee konnte man sich selbst an der Kaffeemaschine herunterlassen. Dabei hatte man die Wahl zwischen diversen Kaffeespezialitäten, wie beispielsweise Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato. Auch diverse Teesorten der Marke Sonnentor waren vorhanden. Außerdem gab es verschiedene Aufschnitt- und Käsespezialitäten, sowie frischen Lachs, knackiges Gemüse und diverse Obstsorten. Insbesondere bei der Obstauswahl muss ich ein großes Lob aussprechen. Neben den Klassikern wie Ananas, Wasser- und Honigmelone gab es weitere exotische Früchte, wie Passionsfrucht oder Litschis in der Schale.

Wer auf sein Eigericht am Morgen nicht verzichten möchte, muss das im Lebensquell Bad Zell****S ebenfalls nicht tun. Auswählen kann man zwischen Spiegelei, Eierspeis und gekochten Eiern. Ansonsten gab es noch diverse Joghurtsorten, verschiedene Cerealien, Birchermüsli, verschiedene Aufstriche sowie frisches Brot und Gebäck. Die Süßen unter uns können sich am Kuchenbuffet bedienen oder zwischen verschiedenen Marmeladen- und Honigsorten wählen. Auch eine kleine Auswahl an Säften war vorhanden. Wer im Urlaub gerne mit einem Glas Prosecco in den Tag startet, wird auch hierbei voll und ganz auf seine Kosten kommen.

 

Lebensquell Bad Zell

 

Nachmittagskuchen

Nachmittags hat man die Möglichkeit, im Barbereich des Hotels Kaffee und Kuchen aus der eigenen Patisserie des Hauses zu genießen. Auch dieses Angebot nutzte ich. Bei der überschaubaren, aber doch vielfältigen Auswahl an hausgemachten Mehlspeisen war es gar nicht so einfach, sich für einen Kuchen zu entscheiden. Am liebsten hätte ich sie natürlich alle probiert, beschränkte mich jedoch auf einen Mohnkuchen mit Topfencreme und Himbeerspiegel und eine Cremeschnitte. Beide waren sehr gut, darum sollte man den Nachmittagskuchen nicht auslassen.

 

Lebensquell Bad Zell Lebensquell Bad Zell

 

Abendessen

Abends gab es ein 5-Gänge-Menü, wovon man bei der Hauptspeise zwischen drei verschiedenen Gerichten wählen konnte (Fleisch, Fisch oder Vegetarisch). Man merkt und schmeckt auch, dass das Hotel auf frische, saisonale und sofern es möglich ist auch auf regionale Produkte großen Wert legt. Ich konnte mich selbst von der Hochwertigkeit der Produkte überzeugen. Alle Gänge haben hervorragend geschmeckt und auch wenn es sich bei dem Abendessen um Menüs handelte, wurden kleine Sonder- bzw. Änderungswünsche problemlos entgegengenommen.

Das Menü beginnt mit einer kleinen Vorspeise, welches vom Kellnerpersonal serviert wird. Anschließend kann man sich am reichhaltigen Salatbuffet bedienen. Auch die Suppen werden am Buffet bereitgestellt, wovon man zwischen zwei verschiedenen Suppenvariationen mit verschiedenen Suppeneinlagen wählen konnte.

Hauptgang und Dessert werden wieder vom Personal serviert. Abrunden kann man das Menü mit diversen Käsesorten, welche wieder am Buffet, gemeinsam mit diversen „Toppings“ zu finden sind. Da ich ein kleiner Cashewnuss-Junkie bin, fand ich es besonders toll, dass man seine Käsevariationen mit Cashews toppen konnte.

 

 

Der neue Spabereich im Hotel Lebensquell Bad Zell****S

Erst kürzlich hat das Hotel Lebensquell Bad Zell****S das Resort erweitert. Die Vergrößerung findet sich sowohl im kulinarischen, wie auch im Erholungsbereich. Unter anderem wurde das Restaurant „Feuerkuchl“ um eine „Kräuterkuchl“ vergrößert. Die zweite Erweiterung bezieht sich auf die Saunalandschaft des Hotels. Im Saunabereich findet sich nun ein exklusiver Ruheraum für die Hotelgäste, während der Außenbereich des Hotels zwei neue Saunen bietet. Fortan kann man auch in einer Salzkristallsauna (Fuchsluck’n) und einer Zirbensauna (Dachsbau) schwitzen. Zusätzlich gibt es im Außenbereich einen neuen beheizten Pool.

Mehr zum Gesundheits- und Spaangebot des Gesundheitsresort Lebensquell Bad Zell****S gibt es in einem nächsten Post.

 

Lebensquell Bad Zell

 

Das Personal

Ich möchte diesen Post nicht beenden, bevor ich nicht das Personal hervorgehoben habe. Die Hotelmitarbeiter haben es nämlich absolut verdient, erwähnt zu werden. Schon bei meiner Ankunft wurde ich überaus freundlich an der Rezeption begrüßt. Auch das Kellnerpersonal war äußerst zuvorkommend. Sobald ein Gang abgeräumt wurde, wurden wir immer gefragt, ob wir bereit für den nächsten Gang sind oder noch etwas warten möchten. An beiden Abenden ließen wir unser Abendessen mit einer Flasche Wein begleiten. Besonders lobenswert ist, dass das Kellnerpersonal mit den Weinsorten auf der Karte bestens vertraut ist und die Weine vor dem Einschenken erklären und vorstellen.

Auch im Gesundheits- und Spabereich fühlte ich mich dank dem freundlichen Personal bestens aufgehoben und pudelwohl.

 

Lebensquell Bad Zell Lebensquell Bad Zell

 

Hotel Lebensquell Bad Zell

Lebensquellplatz 1
44283 Bad Zell
AUSTRIA

Hier mehr erfahren

 


*Die Tatsache, dass es sich hierbei um eine Kooperation mit dem Gesundheitsresort Lebensquell Bad Zell**** handelt, ändert nichts an meiner persönlichen Meinung und Betrachtung, die zu 100% meine eigene ist. Die Review bezieht sich nicht auf das gesamte Hotelangebot, sondern ausschließlich auf die Angebote, die ich persönlich nutzen durfte.

Life Update #4: Ein kleiner Lichtblick

 

Oh Boy! In meinem Leben geht es momentan so etwas von drunter und drüber, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Es prasseln so viele Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse über mich herein, sodass ich gar nicht weiß, wie ich das alles in meinen Gedanken fein säuberlich strukturieren und ordnen soll. Aber alles von Anfang (und auch hier gut strukturiert).

 

Life Update #4

Uni

Gefühlt jedes Life Update beginnt mit dem großen Thema: Uni! Inzwischen bin ich nicht mehr so pessimistisch, wie noch am Anfang des Jahres. Klar, die englischsprachige Primärliteratur ist da und ja, die muss ich so weit auseinander nehmen, bis ich sie verstehe. Aber mittlerweile erkenne und ziehe ich auch die Vorteile daraus. Ich habe gelernt: Man versteht die Texte trotzdem besser, weil man sie intensiver durchliest und man bekommt doch so langsam eine Ahnung von der Materie. Juhu, ein kleiner Lichtblick.

Letztendlich war auch meine „Forschungswoche“ in meinem Untersuchungsgebiet eine wichtige Erfahrung, die ich machen musste, um endlich aus meinem „Diplomarbeitstief“ herauszukommen. Im Zuge dessen habe ich nicht nur fast meine ganzen letzten Daten mitgenommen, sondern auch die Unterstützung gemerkt und es ist toll, dass ich mit dieser Arbeit nicht ganz alleine gelassen wurde. Man sieht also: Der Abschluss ist doch nicht so gefährdet, wie ich anfangs geglaubt habe. Hashtag #graduationindanger werde ich auf Twitter somit hoffentlich nicht mehr wirklich brauchen.

Bedauerlicherweise bin ich mit den Interviews doch nicht ganz fertig geworden. Terminabänderungen kommen immer vor. Gerechnet habe ich damit nicht, aber das heißt für mich, dass ich noch einmal ran muss. Zuerst werden jedoch die bereits bestehenden Interviews transkribiert und das bedarf sowieso unzählige Stunden. Hätte ich mir nicht gedacht.

 

Blog

Der kommt momentan zu kurz. Die Gründe brauche ich nicht erläutern, denn die kennen wir alle. Doch an dieser Stelle DANKE für eure Unterstützung. Ihr macht mir immer wieder so viel Mut und schreibt mich trotz Zeitmangels nicht ab. Das große Verständnis lindert mein schlechtes Gewissen euch gegenüber erheblich. Zwar möchte ich den Blog endlich auf das nächste Level bringen, aber manchmal muss man seine Prioritäten anders setzen.

Trotzdem -und das kann ich schon einmal verraten- meine Grazer Blogger Mädels und ich sind gerade hochmotiviert dabei, unsere gemeinsamen Kooperationen zu planen. Es wird eine langfristige Geschichte sein, also seid gespannt. Wir hatten sogar schon unser erstes Fotoshooting als Grazer Blogger Team und es fühlt sich fast wie ein gemeinsames kleines Unternehmen an.

Außerdem ist es schön, dass ich mich auch auf die Unterstützung der Mädels verlassen kann, vor allem, weil ich mir als Diplomandin gerade ein paar Sonderrechte heraushole, aber auch in dieser Abschlussphase versuche ich, mich in unsere Zusammenarbeit so gut, wie es geht, zu integrieren.

Schaut doch gerne bei unserer Facebookseite vorbei. Wir freuen uns über jede Unterstützung.

 

Fotografie

Natürlich habe ich immer noch nicht genug davon, Menschen zu fotografieren. Ich habe mich in der Hinsicht wieder ein bisschen „weitergebildet“. Als die Bilder für meinen letzten Post gemacht wurden, habe ich selbstverständlich die Chance ergriffen, um auch Fotos von meiner Fotografin zu machen. Eine Hand wäscht die andere, würde ich sagen. Ob ich die Fotos online stelle, weiß ich noch nicht, weil ich sie mir erst ansehen muss, ob ich mit meinem eigenen Werk überhaupt zufrieden bin, aber ich bin glücklich, dass ich wieder ein bisschen mehr Zeit mit der Fotografie verbringen konnte. Die Liebe zur Fotografie wächst einfach von Mal zu Mal. Das habe ich ganz vergessen. Unglaublich, aber wahr.

Nichtsdestotrotz bin ich jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich merke, dass es einfach Dinge gibt, die ich mir nicht selbst beibringen kann. Darum möchte ich nach meinem Abschluss an der Uni unbedingt einen Fotografieworkshop besuchen.

 

Ernährung

Ich weiß, dass ihr immer großes Interesse am Thema Ernährung habt. Ich muss sagen, so ganz gut läuft es immer noch nicht. Jedenfalls nicht so, wie ich es mir wünsche, darum muss ich offen und ehrlich gestehen, dass ich momentan ein paar Schwierigkeiten habe und dass mir oft der Appetit fehlt. Wenn ich trotz Hunger in den Supermarkt gehe, bin ich oft überfordert und weiß gar nicht, was ich überhaupt essen mag. Irgendwie habe ich auf gar nichts Lust und dann doch wieder auf alles. Das wird sicher wieder besser. Ich bin zuversichtlich, dass auch der Appetit wiederkommt und denke, das ist einfach nur stressbedingt und der geht auch einmal vorbei.

 

Februargoals

Einfach überleben. Das wird sich so schnell nicht ändern. Ich bin es gar nicht gewohnt, mich so intensiv mit einem einzigen Thema zu beschäftigen. Nach wie vor ist es interessant, aber ein paar Hürden gibt es immer noch zu meistern. Ansonsten möchte ich es trotzdem schaffen, ein paar gut recherchierte Blogposts für euch rauszuhauen, denn auch wenn es gerade drunter und drüber geht: Seine Leidenschaft darf man einfach nicht auf Eis legen. Das heißt: Ich muss an meinem Zeitmanagement arbeiten. 

Auch mit meinen Freunden möchte ich wieder mehr machen, darum freue ich mich riesig darauf, wenn wir uns im Kino den zweiten Teil von Shades of Grey ansehen. Wer sieht sich den Film noch an?

 

Ernährungsumstellung Update #2

 

Endlich! Ein längst überfälliger Post geht online. Mein Update zur Ernährungsumstellung. Natürlich möchte ich es beibehalten, euch über meine Schritte auf dem Laufenden zu halten. Mögen sie auch noch so klein sein. Mittlerweile sind fast zweieinhalb Monate seit meiner Umstellung vergangen. Im ersten Update konnte ich euch einen überwiegend positiven Bericht erstatten. Ob ich das auch beim zweiten Update kann? Lest selbst.

 

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Wie lief der zweite Monat meiner Umstellung?

Ich muss sagen: Der zweite Monat war ein Auf und Ab. Darum ist es sinnvoll, den Monat September zu halbieren. Das liegt vor allem daran, weil ich in der zweiten Hälfte mehr an meine Grenzen gestoßen bin. In der ersten Hälfte ging es nahtlos gut weiter. Eben so, wie es auch im August der Fall war. Ob mich das entmutigt hat? Das verrate ich euch ganz zum Schluss.

 

So liefen die ersten beiden Septemberwochen

Nach wie vor ging ich oft selbst einkaufen. Ich hatte mir eine kleine Routine angeeignet und sie funktionierte. Das machte mich so unendlich glücklich, quasi nach dem Motto, dass ich nun endlich den Dreh raushatte. Es gelang mir, wie auch schon im August, weiterhin drei Mahlzeiten am Tag zu essen. Dabei orientierte ich mich stets an meinem eigenen Hungergefühl. Etwas zu essen, wenn ich keinen Hunger verspürte, betrachtete ich als sinnlos. Intuitives Essen nennt man das und ich finde, es ist eine gute Sache, wenn man auf seinen Körper hört. Besonders in der Ernährung sehe ich das als wichtig an.

So kochte ich weiterhin munter mein Mittagessen, wenn der Magen zu grummeln begann und richtete mir nach dem Aufstehen mein Frühstück her. Denn der Hunger am frühen Morgen war meistens da. Wenn nicht, dann gab es eben nur den klassischen Café Latte mit viel Milchschaum. Von den Zutaten her war es immer sehr gesund. Ich achtete auf eine ausgewogene Balance zwischen Gemüse, aber auch Kohlehydrate und genügend Eiweiß. Genascht wurde in diesen zwei Septemberwochen fast gar nicht. Außerdem aß ich viel vegan. Ein bisschen mehr Bewegung kam auch in meinen Alltag und so tastete ich mich wieder langsam an Sport heran.

 

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So liefen die letzten beiden Septemberwochen

Am Tag der Fashion Week in Wien fing es an. An diesem Tag hatte ich ohnehin nicht viel Zeit zum Essen und ich habe es einfach „vergessen“. Nach meiner Ankunft in Wien habe ich mir erstmals einen großen Matcha Frappuccino gegönnt. Dann gab es lange Zeit gar nichts. Das Sushi am Abend bei meiner besten Freundin war zudem das letzte, was ich an diesem Tag gegessen habe. Das geschah allerdings nicht bewusst, sondern unbewusst. Von der Menge her war es natürlich viel zu wenig. Schon klar.

Als ich wieder zu Hause war und allmählich der Alltag einkehrte, verschlimmerte sich das Ganze etwas. Ich musste viel lernen, war nervös vor meinen beiden Prüfungen und irgendwie genehmigte ich mir zu wenig Pausen zwischen dem Lernen. Zudem musste eine Seminarpräsentation vorbereitet werden und so nahm alles seinen Lauf. Mahlzeiten wurden achtlos gecancelt und dann gab es wieder so eine Zeit, wo ich statt einer vernünftigen Mahlzeit ein paar Kinderriegel von meinem Neffen gemopst habe. Zudem feierte der kleine Zwerg seinen zweiten Geburtstag und die Jause, sowie die mächtige Olaf-Torte findet man eher auf der Spitze der Ernährungspyramide. Heißt: Man sollte es in Maßen essen. Das habe ich natürlich getan, allerdings war es so wenig in der Gesamtmenge, sodass mir ein paar Vitamine gut getan hätten.

Und wie man sieht, gab es oft Sushi. Das ist natürlich nichts Schlechtes, allerdings driftet es langsam in eine Richtung einseitige Ernährung ab und das ist ebenfalls nicht so gut und schon gar nicht in meinem Sinne.

 

Stress + Gesunde Ernährung

Funktioniert das?

Ich bin der Meinung, dass es durchaus funktioniert. Und das tut es mit Sicherheit. Warum gelingt es sonst so vielen, sich auch in Stresssituationen ausgewogen und gesund zu ernähren? Allerdings ist das eine Sache, die man sich dann doch aneignen muss. Stattdessen habe ich meinen Neigungen nachgegeben. Es war eine große Sorge von mir, dass ich diese beiden Dinge nicht koordinieren kann und letztendlich ist das eingetroffen, was ich befürchtet habe. Trotzdem will ich nicht, dass es so weitergeht. Ich will mir wieder mehr Zeit lassen, was das Kochen betrifft. Es ist mir wichtig, dass ich weiß, was in meinen Mahlzeiten drin ist und darum versuche ich auch, mir keine fertigen Produkte mehr zu kaufen, wie beispielsweise die fertig gefüllten Wraps von Spar.

In jederlei Hinsicht muss ich mir noch einen Masterplan überlegen, wie ich meine Ernährung auch innerhalb des Semesters gesund und ausgewogen halten kann. Das ist wirklich alles andere als einfach, aber aufgeben werde ich nicht. Somit hat sich auch diese Frage beantwortet. Weiterkämpfen lautet die Devise.

 

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Und was ist mit der Waage?

Wiegen will ich mich nach wie vor nicht. Ich kann es einfach nicht. Sollte ich abgenommen haben, dann nicht viel. Ich habe nicht gemerkt, dass meine Klamotten wieder um ein gutes Stück weiter geworden sind und hey, das ist auch okay. Ich will auch nicht radikal abnehmen, sondern meine gesunde Körperbalance finden. Das ist zwar nicht möglich, wenn ich so weitermache, wie in der zweiten Hälfte des Septembers, aber möglich, wenn ich nicht aufgebe und mich wieder bemühe.

 

Meine Therapie gegen Magersucht

Meine Therapie gegen Magersucht

Meine Erfahrungen und Erlebnisse

 

Achtung! Es wird ein langer Post. Darum danke ich jedem, der sich die Zeit nimmt, ihn durchzulesen.

 

„Ich habe wieder darüber nachgedacht, eine Therapie zu machen“, habe ich vorletzten Freitag zu meinen Freunden gesagt. Vielleicht sprach die große Dose Bier aus mir, vielleicht habe ich das auch nur gesagt, weil ich wieder einmal einen megasentimentalen Moment hatte. Eigentlich habe ich mich immer vehement gegen eine zweite Therapie gewehrt. Zu tief sitzen die Wunden der Ersten. Ich bin durch die Hölle gegangen. Gleichzeitig betitle ich sie oft als eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr frage ich mich: War es das überhaupt? Ich zweifle daran. Wenn es so schön war, dann frage ich mich, warum ich jetzt nicht mehr dazu bereit bin, eine weitere Therapie zu wagen? Liegt es daran, weil ich momentan wieder ziemlich viel zugenommen habe und nicht mehr zu dünn bin? Habe ich etwa Angst davor, mich so vor anderen Betroffen zu präsentieren, die wie die „klassischen Magersüchtigen“ aussehen? Womöglich rede ich mich auch immer raus. Ich habe doch keine Zeit dafür. Das Studium geht vor. Ich habe ohnehin schon so viel Zeit mit der ersten Therapie „vergeudet“. Ja, vergeudet, denn gebracht hat sie letztendlich nichts! Dank meiner Krankheit werde ich mit meinem Studium erst ein oder zwei Semester später fertig. Ich will endlich ausziehen! Das geht nur mit einem Abschluss und einem geregelten Job in der Schule. Oder sehe ich die Zeit nur deswegen als schön an, weil ich unglaublich liebe Menschen kennengelernt habe, die mir innerhalb kürzester Zeit ans Herz gewachsen sind? Wahrscheinlich war ich die ganze Zeit blind. Doch je mehr der Kontakt verblasst ist, umso klarer sehe ich die Situation jetzt. Knapp vier Jahre danach reflektiere ich die Zeit immer noch. Momentan mehr denn je.

 

Es war ein steiniger Weg…

…aber er war notwendig

Ich möchte meine Therapie in keinem schlechten Licht darstellen. Heute weiß ich, dass sie damals notwendig war. Vielleicht bin ich überdramatisch, wenn ich sage, dass ich ohne diese Therapie heute wahrscheinlich nicht mehr da wäre. Zu dem Zeitpunkt, es war im Mai 2012, war ich in einer unglaublich schlechten Verfassung. Zu meinem starken Untergewicht kamen Depressionen hinzu. Üblich bei einer Essstörung. Im Grunde genommen habe ich nur noch existiert. Keine Freude mehr im Leben verspürt. Bin nur noch meinem Alltag nachgegangen. Habe versucht, meine Verpflichtungen zu erfüllen und irgendwie über den Tag zu kommen. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, wie meine Therapie begonnen hat. Ich möchte nur so viel sagen, dass ich nach einem Zusammenbruch in der Intensivstation aufgewacht bin. Dort wurde mir zum ersten Mal klar, was ich meiner Familie, meinen Freunden und mir damit antue. Wie viele Freunde ich damit verloren habe. Obwohl ich mich noch nicht dazu bereit fühlte, spürte ich, dass es richtig war, etwas dagegen zu unternehmen. Nicht mir zuliebe, sondern viel eher meiner Familie und meinen Freunden zuliebe. Dadurch habe ich alte Freunde zurückgewonnen, aber leider auch etwas verloren. Vor meiner Therapie habe ich mich mit jemanden getroffen, in dem ich mich während meines Krankenhausaufenthaltes verliebt habe, nachdem er mich das erste Mal besuchte. Er hat mir versprochen, mir beizustehen und gesagt, dass wir das gemeinsam überstehen werden. Danach hielten wir viel telefonischen Kontakt, bis er mir damals gegen Ende meiner Therapie plötzlich geschrieben hat, dass er jemand anderes kennengelernt hätte. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals darüber spreche. Davon wissen nur sehr wenige. Jetzt erzähle ich es der Öffentlichkeit. Schon verrückt. Womöglich ist das auch ein Grund, was mich davor abschreckt, es noch einmal zu probieren. Angst vor dem Verlassen werden. Dabei weiß ich ganz genau, dass mich mein jetziges Umfeld NIE im Stich lassen würde. ER hat es damals getan und ja, es tat weh. Es tat verdammt weh. Sogar heute noch tut es weh, wenn ich darüber nachdenke. Er war der Erste, bei dem sich eine Beziehung richtig angefühlt hat. So kann man sich täuschen. Allerdings habe ich mir lange Zeit selbst die Schuld gegeben, warum all das in die Brüche ging. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben. Auch nicht nach diesem Schlag ins Gesicht. Heute denke ich mir nur: „Fuck you!“, wenn ich an ihn denke und bin froh, es durchgezogen zu haben. Zwar war die Überredungskunst einiger Freunde notwendig, aber ich habe in den sauren Apfel gebissen. Das ist alles, was zählt.

 

So war die Therapie

Meine Station

First: Ich werde die Klinik nicht namentlich nennen, in welcher ich Patientin war. Das liegt nicht daran, weil ich mich dafür schäme, sondern weil ich nicht weiß, ob ich zunehmend positiv darüber sprechen kann. Es ist mir nicht peinlich zu sagen, dass es sich hierbei um eine psychiatrische Klinik gehandelt hat. Im Grunde genommen sollte das logisch sein, denn eine Essstörung ist -BINGO- eine Krankheit, die sich im Kopf abspielt. Dementsprechend wird sie auch in solchen Kliniken behandelt. Wir hatten damals sogar eine eigene Gruppe, die nur aus Patienten mit Essstörungen bestand. Auf der Station befanden sich noch Menschen mit Depressionen oder Burnout, aber keine, die unter noch schlimmeren Krankheiten litten, wie beispielsweise Schizophrenie. Auch andere Patienten mit Suchterkrankungen, wie Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit, waren in unserer Station nicht vorhanden, obwohl man eine Essstörung durchaus als solche einstufen könnte. Sie heißen umgangssprachlich schließlich nicht umsonst MagerSUCHT, Ess-Brech-SUCHT oder EssSUCHT. Nur unterscheidet sich unser „Entzug“ dann doch sehr stark von den anderen. Somit war unsere Station recht angenehm, was nicht heißen soll, dass ich Probleme mit Menschen mit „schwierigeren“ psychischen Erkrankungen habe. Ich käme nicht einmal im Traum darauf, Menschen zu klassifizieren. Jeder, der unter einer Erkrankung leidet, egal ob psychisch oder physisch, trägt eine große Last mit sich. Nur stelle ich es mir schwierig vor, damit umzugehen, wenn ich tagtäglich damit konfrontiert gewesen wäre. Dadurch, dass ich Psychologie studiere, weiß ich zumindest theoretisch, wie sich beispielsweise ein Drogenentzug äußert. Ich hätte es psychisch wahrscheinlich nicht ausgehalten, diesem Leidensweg Tag für Tag ausgesetzt zu sein. Zudem habe ich in der ersten Klinik eine Frau kennengelernt, die einen kalten Morphiumentzug gemacht hat. Es war kein schöner Anblick, sie leiden sehen zu müssen.

 

Mein erster Tag

Mein erster Tag in der Klinik hinterließ bereits prägende Spuren. Ich bekam den Alltag einer Psychiatrie faustdick mit. Beispielsweise mit schreienden Patienten, Polizeiaufgebot und einer Patientin, die mich die ganze Zeit umarmen wollte und mir nachlief, als ich auf einer bestimmten Station auf meine Einweisung wartete. Leider befindet sich die Anmeldung genau in jenem Gebäude, in welchem mitunter schwierigere Fälle eingeliefert wurden. Am Liebsten hätte ich zu meinem Vater gesagt, dass er mich sofort wieder mit nach Hause nehmen sollte, denn durch diese verschiedenen Szenen wurde ich wahnsinnig abgeschreckt. Ich wollte nicht hierbleiben.

Die Einweisung verlief an und für sich ganz kurz. Ich wurde in ein Praxiszimmer gelotst, wo ich gemessen und gewogen wurde. In meiner ersten Klinik habe ich bereits einige Kilos zugenommen. Bei meiner Entlassung aus der ersten Klinik wog ich um die 50 kg. In der zweiten Klinik war es beim Wiegen etwas weniger, aber mehr als früher. Natürlich war ich megaunglücklich über diese Gewichtszunahme, sodass ich mich selbst nicht kontrollieren konnte und erstmals einen tiefen Seufzer ausstieß. Die behandelte Ärztin zeichnete sich nicht gerade durch Freundlichkeit aus, sondern ermahnte mich, dass ich nicht so eine Szene machen sollte wegen meinem Gewicht. Obwohl ich das meines Wissens nicht getan habe. Danach wurde ich augenblicklich ins kalte Wasser geschmissen. Ich sollte mich in den Speiseraum setzen und etwas essen. Durch Vorgespräche wusste ich bereits, dass dienstags Wiegetag war. Meine Einweisung war an einem Montag. Dadurch, dass ich mein Gewicht schon kannte und ich unglaubliche Ängste ausstand, am nächsten Morgen noch mehr zu wiegen, wollte ich selbstverständlich nichts mehr essen. Da hatte ich die Rechnung allerdings ohne die Stationsschwester gemacht. Sie blieb so lange bei mir, bis ich den letzten Bissen dieser verdammten Kürbislasagne aufgegessen hatte. Es klingt vielleicht übertrieben, aber für mich waren es Höllenqualen, die ich Bissen für Bissen ausstand.

Nachdem die ganze Prozedur überstanden war, wurde ich auf mein Zimmer gebracht. Dort traf ich das erste Mädchen, welches ebenfalls und sichtbar unter Magersucht litt. Am Anfang erschien sie mir suspekt, ein bisschen spooky, doch sie wurde in der Klinik zu meiner wichtigsten Vertrauten und wir hielten auch nach unserer Therapie Kontakt, der mittlerweile bedauerlicherweise abgebrochen ist. Sie hatte auch nicht gerade den besten ersten Eindruck von mir und erzählte mir später, dass sie mich für eine Tussi hielt, als ich mein Nail Care Paket auspackte und  begann, mir vor ihr meine Nägel zu machen. Allerdings haben wir uns im Laufe der Therapie kennengelernt und sind zu einer richtigen Einheit zusammengewachsen.

 

Die Mahlzeiten

Die ersten Tage fielen mir unglaublich schwer. Ich musste mich erst einfinden und mit all dem zurechtkommen. Ich musste bei allen Mahlzeiten brav anwesend sein und mitessen. Dadurch erhöhte sich die Kalorienangabe, die ich tagtäglich zu mir genommen habe, ohne dass ich es selbst auf irgendeine Art und Weise steuern konnte. Zusätzlich musste ich hochkalorische Flüssignahrung trinken. Es waren etwa um die 1500 Kalorien mehr, die ich von heute auf morgen zu mir nehmen musste bzw. sollte, um zuzunehmen. Freiheiten hatten wir beim Abendessen. Die letzte bzw. vorletzte Mahlzeit des Tages nahmen wir gemeinsam mit „Nicht-Essstörungspatienten“ ein – eine optimale Voraussetzung fürs Schummeln. Unsere Tabletts wurden oft kontrolliert, um die eingenommene Essensmenge abzuschätzen. Wer weniger aß, musste am Abend noch eine Jause essen. Ich habe OFT mein ganzes Essen einem anderen Patienten gegeben. Man findet schnell seine Verbündeten. Anfangs habe ich viel in Servietten eingewickelt und dann schnell weggeschmissen. Das ist bereits ein Aspekt, den ich kritisiere. Generell wurde uns beim Essen nie wirklich eine Richtung vorgegeben. Bezüglich der Menge hatten wir oft Freiheiten, sodass ich anfangs nach wie vor zum Frühstück nur ein Naturjoghurt und einen Apfel aß. Auch zu Mittag durften wir uns so viel ( oder besser gesagt so wenig ) auf den Teller laden, wie wir wollten. Nur bei der Flüssignahrung waren sie happig. Die musste ausgetrunken werden. Ich frage mich, warum man nicht mehr Unterstützung bekommt, da man gerade dabei ist, sich eine normale Ernährung anzueignen. Besonders am Anfang hätte ich gerne eine Richtung gehabt. Freiheiten kann man nach und nach geben, aber nicht zu Beginn. Natürlich habe ich diese Freiheit ausgenutzt. Natürlich habe ich meine Kalorien so niedrig wie möglich gehalten. Natürlich habe ich nur Gemüse gegessen oder Joghurt. Im Grunde konnte ich so weitermachen, wie zuvor. Ich verstehe die ganzen Widersprüche nicht. Entweder man wurde mit Argusaugen kontrolliert und beobachtet, oder man konnte tun und lassen, was man wollte. Besonders sauer wurde ich oftmals durch Aussagen der Ernährungstherapeutin. Sie schob meine Abneigung gegenüber Marillen oder Vollfetttopfen auf meine Essstörung, was absoluter Quatsch ist. Auch vor meiner Krankheit hätte ich mich geweigert, selbstgemachte Marillenmarmelade zu essen. Ich hasse Marillen seit jeher, genauso wie Halb- oder Vollfetttopfen. Ich mag kein bröseliges Milchzeugs, darum habe ich bereits als Kind nur Magertopfen gegessen. Ich empfand es als ungerecht, dass sie meine persönlichen Präferenzen mit meiner Essstörung in Zusammenhang brachte. Sie kennt mich nicht. Woher soll sie wissen, dass sie Recht hatte? Ich lasse mir nicht gerne Dinge unterstellen, die nicht so sind.

 

Therapien gegen Essstörungen müssen reformiert werden

Ich habe mich bereits genau über weitere Therapiemöglichkeiten informiert. Aber keine sagt mir wirklich zu. Zumindest keine, die in der Nähe ist. Therapien gegen Essstörungen müssen reformiert werden. Es kann wohl nicht wahr sein, dass man ständig Gruppentherapien hat, aber nie die Möglichkeit zu einem Einzelgespräch bekommt. Darum muss man sich selbst kümmern – was ich lange Zeit nicht wusste. Es hat mir niemand gesagt, darum hatte ich meine erste Einzeltherapie erst gegen Ende meines Krankenhausaufenthaltes. Zuvor musste ich mir ständig die Probleme von anderen in der Gruppe anhören. Es kann helfen, aber es kann auch enorm runterziehen. Vor allem, wenn gewisse Patienten ständig das Wort an sich reißen und man kaum die Möglichkeit hat, zu sprechen. Darüber hinaus gibt es so viele intime Sachen, die man nicht vor aller Menschheit ausplaudern möchte. Das geht nicht einfach so. Klar, man unterstützt sich gegenseitig, aber eine gewisse Distanz ist notwendig, um die ganze Krankheit und die Probleme, die davor und dadurch entstanden sind, aufzuarbeiten.

Ich habe lange überlegt, ob ich darüber sprechen soll. Ich will niemanden beeinflussen, nun keine Therapie zu machen. Es gibt durchaus wunderbare Therapieangebote und für viele Menschen, die unter Essstörungen leiden, ist dies notwendig. Ich würde mir nur wünschen, dass allen voran der Staat auch auf diese Krankheiten achtet. Dass endlich etwas dagegen unternommen wird. Dass das Gesundheitssystem besser aufgebaut wird und dass Rücksicht auf diese Krankheiten genommen wird. Mir ist klar, dass es andere, vielleicht sogar schlimmere Krankheiten gibt und es ist schwierig, es jedem gerecht zu machen. Doch in unserer Gesellschaft rutschen immer mehr Menschen, allen voran junge Mädchen, in diese furchtbare Krankheit. Es fehlt der Aufklärungsbedarf und es fehlen die Optionen, ein besseres Selbstwertgefühl aufzubauen. Das beginnt bereits in der Schule. Mein Psychologieunterricht war zum Kotzen. Über Magersucht wurden wir nur wenig aufgeklärt und das, obwohl wir eine reine Mädchenklasse waren. Die Schule wurde ohnehin überwiegend von Mädchen besucht, deswegen sollten gerade hier Essstörungen, wie auch andere Tabuthemen (u.a. Depressionen, Borderline usw.) gut besprochen werden.

 

Coming next: Mein Therapieablauf

Da dieser Post wirklich zu lang werden würde (obwohl er ohnehin bereits eine exorbitante Länge aufweist), werde ich einen gesonderten Post zu meinen Therapieabläufen schreiben.

 

Picture taken by Alex

 

Living withOUT Anorexia (Update)

Vor nicht einmal ganz drei Jahren habe ich euch einen tiefen Einblick in die wohl persönlichste Geschichte meines Lebens gegeben. Ein Thema, mit dem ich lange gehadert habe und ob ich es überhaupt auf irgendeine Weise online stellen sollte. Ich entschied mich damals dafür. Ich kann offen damit umgehen, denn etwas, das für eine sehr lange Zeit meines Lebens ein Teil von mir war, kann man nicht einfach so totschweigen. Außerdem habe ich mir das Ziel gesetzt, dadurch anderen Betroffenen und Angehörigen zu helfen. Das Ziel wäre für mich bereits erreicht gewesen, wenn ich nur einer Person damit geholfen hätte, aber was ich nach dem Post im Oktober 2012 für Resonanzen bekommen hatte, war für mich einfach nur überwältigend. Sehr viele Betroffene und auch Angehörige haben es sich zum Anlass genommen, mir zu schreiben. Bis zum Anfang des Jahres bekam ich ab und an noch ein paar E-Mails, die sich auf dieses Thema bezogen. Jetzt hat sich das allmählich eingestellt. Kontakt halte ich diesbezüglich zu keinem mehr, da sich einfach alles im Sand verlaufen hat. Dennoch wünsche ich jedem, der sich bei mir gemeldet hat, alles erdenklich Gute. Ich hoffe, dass es allen mittlerweile gut oder zumindest besser geht. -HIER- habt ihr übrigens die Möglichkeit, den Post von damals zu lesen. Stilistisch gesehen nicht gerade ein literarisches Meisterwerk, aber es beschreibt die damalige Gefühlslage ganz gut.

Heute soll es sich aber nicht mehr um die Zeit damals drehen und wie es war, sie zu erleben. Es geht viel mehr darum, euch zu erzählen, wie es mir heute, drei Jahre nach meiner Therapie geht. Wie ich die Zeit danach durchlebt habe, welche Schwierigkeiten es noch für mich gab und die Frage, ob ich heute glücklich bin und ganz ohne diese Last leben kann.

Ich weiß gar nicht so richtig, wo und wie ich überhaupt anfangen soll. Ihr könnt euch schon einmal darauf einstellen, dass dieser Post etwas länger wird, denn drei Jahre sind eine verdammt lange Zeit und natürlich ist in dieser Zeit sehr viel passiert. Ich würde sagen, wir reisen etwas in der Zeit umher und starten bei meinem Neubeginn. Die Zeit, als ich das Krankenhaus verlassen durfte, in dem ich insgesamt fast sechs Monate „lebte“. (Anm.: In dem Post „Federleicht“ steht 4 Monate. Über 4 Monate lang verbrachte ich in der zweiten Klinik. Die restliche Zeit bezieht sich auf eine andere Klinik, in der ich zuvor war.)

Die Zeit nach der Therapie verlief sehr blauäugig. Ich war optimistisch. Seeeehr optimistisch. Vielleicht sogar ZU optimistisch. Auch wenn in mir stets die unerträgliche Zahl meines neugewonnenen Gewichts schwebte, was damals etwa 55 kg ausmachten (von 47 auf 55 innerhalb von 6 Monaten – für mich enorm und ein großer Schritt), so fühlte ich mich auf irgendeine Art und Weise ein bisschen wie „Wonder Woman“. Ich gegen den Rest der Welt. Ich gegen die Krankheit. Ich habe sie besiegt. Ana, wie ich (und zig andere Betroffene) sie nannte(n), war zwar noch auf irgendeine Art und Weise präsent, aber sie war drauf und dran vollkommen aus meinem Leben zu verschwinden. Zumindest glaubte ich das. Dass sie nie verschwunden ist, weiß ich heute, knapp drei Jahre später, wesentlich besser. Ich kann mich immer noch sehr gut an die letzten Worte, die meine Therapeutin mir auf den Weg mitgegeben hat, erinnern. Damals sagte sie zu mir: „Lisa, wir werden uns wieder sehen. Ich wünschte, unter anderen Umständen. Aber das wird wohl nicht passieren.“ Was sie mir da so durch die Blume mitteilte, war im Endeffekt ein philosophisch zusammenkonstruierter Satz, der ins Normalodeutsche übersetzt folgendes bedeutet: „Bis zum nächsten stationären Therapieaufenthalt in xx Wochen mit xx weniger Kilos.“ Sprich – sie rechnete fest damit, dass ich trotz „Fastnormalgewicht“ (bei meiner Größe entsprechen 55 kg immer noch dem Untergewicht) wiederkommen würde und ich alles andere, als geheilt war.

Auch wenn der Krankenhausaufenthalt sehr viele schöne Erinnerungen mit sich bringt (ja, ehrlich!) und ich mich in den Räumlichkeiten oft in Sicherheit wog, beschützt von der Außenwelt, so stand für mich gleich fest, dass ich nie wieder zurück möchte. Während ich dafür kämpfte, mein Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken, verpasste ich auch einiges. Von den zwei Tagen im bewusstlosen Zustand auf der Intensivstation einmal ganz zu schweigen. Der 23. und 24. Mai 2012 sind vollkommen ausradiert. Es ist so, als würde es diese Tage in meinem Leben gar nicht geben. Das schmerzt mir am meisten, denn es ist verlorene Zeit, die ich nicht wirklich leben konnte. Zurückgeben kann mir diese Zeit niemand. Ich muss damit leben, dass diese zwei Tage in meinem Leben fehlen, aber was sind schon zwei Tage?Der frech umschriebene Satz meiner Therapeutin tat sein Übriges. Für mich stand fest: „Nein, du wirst mich NIE wieder sehen! Zumindest nicht als Patientin.“ Und ich habe es geschafft – bis heute.

Ehrlich gesagt habe ich es sogar „besser“ geschafft, als mir lieb war. Ich nahm noch mehr zu. Viel mehr. Am Ende war es so viel, dass ich mich nicht einmal mehr traute, mich zu wiegen. Bis heute weiß ich die Zahl nicht, aber ich kann euch sagen, dass ich ganz schön proper beisammen war und so langsam tatsächlich in die Breite ging, Hamsterbäckchen bekam und ordentlich Speck mit mir rumschleppte. Das war für mich die Katastrophe schlechthin! Erst als mir selbst richtig bewusst wurde, dass ich allen Anschein nach sogar mehr geworden bin, als ich es vor der Krankheit war, machte es Klick. Wie konnte ich mich nur so gehen lassen? Ich glaube, vor einem Jahr habe ich den dicksten Zeitpunkt meines Lebens erreicht. Fotos von damals existieren kaum und ich glaube nicht, dass ich den Anblick meiner Selbst hierbei ertragen könnte. Das Gefühl, das ich damals hatte, ist sehr schwer zu beschreiben. Irgendwie fühlte ich mich, als hätte ich versagt. Anas Stimme wurde dann selbstverständlich wieder ein bisschen lauter. Sie hat mich ordentlich ausgeschimpft und mir eingeredet, ich sei hässlich. Und genauso fühlte ich mich auch. Wie konnte ich es nur zulassen, mich bezüglich der Ernährung und des Sports nur so gehen zu lassen? Der alten Lisa sah das ganz und gar nicht ähnlich. Ich war sauer. Sauer auf mich selbst! Und so langsam begann ich, mich wieder zu hassen. Der Hass kochte empor, weil ich es zuließ, mich so gehen zu lassen, nicht auf mein Gewicht oder den Sport achtete und nun so aussah, wie ich damals aussah. Aber der Hass befand sich auch auf einer ganz anderen Seite: Ich hasste mich selbst, dass ich mein Leben wieder so sehr von Aussehen, Gewicht und Essen abhängig machte, anstatt es zu genießen. Wie auch schon damals in der wildesten Magersucht, wo ich nur noch abgemagerte 47 kg bei 1.73 m Körpergröße auf die Waage brachte.

Als es *Klick* gemacht hatte (Ende August 2014), hatte es leider nicht richtig *Klick* gemacht. Es folgten Hungerkuren und meine Ernährung bestand überwiegend aus dosenweise Energy Drinks Sugarfree, die ich in Rekordzeit leerte. Tray für Tray (ein Tray hat 24 Dosen btw., das sind 180 Kalorien pro Tray). Ab und an „gönnte“ ich meinem Körper einen „Cheat Day“, denn auf Dauer hätte ich das bestimmt nicht ausgehalten, so ganz ohne feste Nahrung zu leben, obwohl ich doch schon einen kleinen Rekord aufgestellt habe, auf den ich im Nachhinein betrachtet ganz und gar nicht stolz bin, darum verrate ich nicht, wie lange ich tatsächlich ohne fest Nahrung ausgekommen bin. Dieser Post hier soll nicht triggernd sein, obwohl ich auch gar nicht weiß, wie so etwas überhaupt dazu anspornen sollte, genau das gleiche zu tun, denn mein Körper hat sich gerächt. Bitterlich gerächt. Die Haare fielen mir aus, aber nicht nur ein paar einzelne Härchen, sondern büschelweise. Morgens wachte ich neben Haarballen auf und auch in meiner gesamten Umgebung, in der ich mich aufhielt, hinterließ ich DNA-Spuren. Ganz besonders erschrocken habe ich mich einmal nach einem Unitag. Der Seminarraum war während der gesamten Lehrveranstaltung abgedunkelt (wegen PowerPoint-Folien). Als das Licht wieder anging, war die Tastatur meines MacBooks voll mit blonden Haaren. Innerhalb von anderthalb Stunden ist mir gut eine Hand voll Haare ausgegangen. Warum ich zu der Zeit nicht vollkommen bis aufs Skelett abgemagert bin, liegt wohl an meiner Liebe zu Kaffee mit mehr Milch als Koffein. Auf diese Art und Weise bekam mein Körper seine ganzen Kalorien, aber wir wissen wohl alle, dass eine einseitige Ernährung nicht gut für uns ist, oder? Wobei – kann man hier noch von Ernährung sprechen? Wohl kaum.

So, wie sich die ganze Sache entwickelte, machte es den Anschein, als hätte meine Therapeutin doch recht behalten, mich irgendwann wieder in der Klinik als Patientin zu treffen. Die Magersucht schlang ihre bösen Fäden wieder um mich und hatte mich um Haaresbreite bald wieder in ihren Fängen. Mental war ich sowieso bereits wieder höchst anorektisch. Gefangen in einem Strudel, der mich schier wahnsinnig machte. Die Gedanken kreisten wieder permanent ums Essen und um mein Gewicht. Ich sah mich im Spiegel an und hätte ihn am Liebsten einschlagen können. Anfang des Jahres war das ganz besonders schlimm. Es kostete mich sogar ein bisschen Überwindung, Bilder von mir selbst auf meinem Blog zu stellen. Ganz besonders traurig war ich, als ich nach diesem Post einen anonymen Kommentar bekam, dass ich sehr kräftige (das war jetzt die nette Umschreibung für das tatsächliche Wort „fett“) Oberschenkel hätte und ich dringend etwas gegen mein „Übergewicht“ tun sollte. Autsch, das saß. Und ja, ich habe geweint. Bitterlich geweint. Ich fühlte mich wie ein Walross. Die Gedanken kreisten ständig um die Zeit davor. Die Zeit, als ich stark untergewichtig war. Es war so, als wäre ich dem nicht würdig, mich als „Ex-Magersüchtige“ zu bezeichnen. Und ich fühlte mich so, als hätte ich verloren. Außerdem hatte der anonyme Kommentar einen Nerv getroffen. Ausgerechnet die Körperpartie wurde kritisiert, die ich neben meinem Bauch als größte Problemzone an meinem Körper ansehe. Die 47 kg leichte Lisa hätte mir wahrscheinlich den Kopf umgedreht, wenn sie mich so, wie ich jetzt aussehe, sehen würde. Ich kenne mein „altes“ Ich und ich weiß, wie ich damals war.

Damals war ich genauso, wie die Krankheit in zahlreichen YouTube Videos personifiziert dargestellt wird. Streng, kritisch, machte mich runter und verabscheute andere, die nicht dem Gewichtsstandard entsprachen, den ich als Ideal angesehen habe (mit Ausnahme meiner Freunde). Ideal war für mich damals nämlich nicht eine schöne, schlanke Figur, die gesund aussah, sondern Figuren, die weit unter dem Normalbereich lagen. Figuren, die jeder normale Mensch eindeutig als anorektisch sehen würde. Das war für mich das Ideal schlechthin und diese Idealvorstellung machte etwas mit mir. Ich wurde hochnäsig, arrogant und gemein. Würde man diese Charaktereigenschaften ebenfalls personifizieren, würde im Endeffekt nur ein hässliches Monster dabei rauskommen. Im Nachhinein betrachtet wird mir deutlich klar, dass nicht die äußere Hülle den Menschen macht, sondern das Innere – der Charakter. Mein damaliger Charakter war nicht schön, wobei ich mich auch fragen muss, ob das tatsächlich meine Charaktereigenschaften waren. Denn hätte man damals noch tiefer gegraben, das innere Schutzschild durchbrochen, wäre man zu einem zerbrechlichen, kleinen Mädchen durchgerungen, das im Endeffekt am Liebsten in Mamas Armen gelegen und geweint hätte. Das brachte mich zum Nachdenken. Wollte ich wirklich wieder so werden?

Nein – ich möchte nicht mehr zurück zu dem, was ich einmal war!!!

Ich begann, eine kleine Liste zu erstellen. Eine Liste, die mir klar vor Augen führen sollte, was die Krankheit mit mir macht, was ich geschafft habe und woran ich an schlechten Tagen denken soll. Punkt 1 (und mit Sicherheit der Wichtigste): Ich habe keine 6 Monate umsonst dafür gekämpft, wieder gesund zu werden. Mittlerweile versuche ich, dass diese anorektischen Gedanken keine Übermacht mehr über mich gewinnen. Es ist schwierig, aber es geht. Ich will mein Leben nicht schon wieder so stark von meinem Gewicht, meinem Aussehen und dem Essen abhängig machen, denn im Endeffekt bezahlt man damit nur einen hohen Preis. Einen Preis, den kein Mensch bezahlen sollte. Ich vergleiche mich zwar gerne mit anderen, aber im Grunde genommen ist es wichtig, dass ich mich so akzeptiere, wie ich bin. Kein Mensch ist perfekt. Es ist schier unmöglich, eine Perfektion zu erreichen und gerade deswegen sollte man dafür auch keine Zeit verschwenden. Das, was wirklich zählt und wichtig ist, sind doch die Menschen, die einen so lieben, wie man ist. Und man macht es diesen Menschen ziemlich schwierig, wenn man sich selbst hasst oder ständig unzufrieden ist. Immer wenn ich an meine Lieben denke, wird mir klar, dass ich kein schlechter Mensch bin. Dass ich gut so bin, wie ich bin. Meine Familie und meine Freunde mögen mich, also kann ich wohl kein so schlechter Mensch sein. Daran denke ich nun oft, wenn ich wieder stark mit mir selbst hadere. Manchmal gibt es sie einfach noch. Diese Tage, an denen man sich nicht im Spiegel anschauen kann/möchte oder die ganzen Fotos für den neuen Blogpost mit PhotoShop so überarbeiten möchte, dass zum Schluss ein makelloses Model dabei rauskommt, unabhängig davon, ob man danach noch seiner selbst ist. Solche Tage sind okay, solange man sich dadurch nicht in einen Strudel hineinziehen oder sich auf irgendeine Art und Weise herunterziehen lässt.

Das, was ich damit sagen möchte, ist, dass ich immer noch am Kämpfen bin. Dass ich wahrscheinlich nie wieder komplett geheilt sein werde. Aber ich kann damit umgehen. Es ist ein schwerer Weg, aber ich gehe ihn gerne, weil ich weiß, dass es sich lohnt, zu kämpfen. Ich will mein Leben glücklich führen und momentan bin ich wieder auf der richtigen Bahn. Zwar weiß ich, dass die Lebensqualität nie mehr so sein kann, wie vor der Krankheit, aber das heißt nicht, dass man nie wieder glücklich sein kann. Es verändert sich nun mal viel, wenn man einmal drin war und so ganz loslassen wird einem das Ganze mit Sicherheit nicht. Trotzdem sollte man nicht seine Zukunft davon abhängig machen. Schönheit wird nicht von einer Zahl auf der Waage definiert. Man strahlt Schönheit aus, wenn man glücklich ist und jeder Mensch ist auf seine eigene Art und Weise schön. Ich selbst weiß, dass es Wege und Möglichkeiten gibt, mich irgendwann in meinem Körper wohl zu fühlen. Irgendwann werde auch ich vor dem Spiegel stehen und zufrieden mit dem sein, was ich sehe. Dafür muss ich nicht hungern. Ich muss nur die richtige Balance finden: gesunde, normale Ernährung und ein effektives Work-Out. Ja, daran muss ich wirklich noch arbeiten, aber trotzdem stehe ich dem Ganzen positiv gegenüber. Auch wenn ich den absoluten Wohlfühlkörper noch nicht erreicht habe, ich habe etwas ganz anderes erreicht: ich lerne jeden Tag mehr, mich selbst zu lieben und zu akzeptieren. Darum – Magersucht lohnt sich nicht! 

Solltest DU von Anorexia Nervosa oder von einer anderen Essstörung betroffen sein (Bulimie, Binge Eating, Adipositas…) und suchst du jemanden, dem du dich anvertrauen kannst, dann darfst du mir unter cafeaulait.blog@gmail.com schreiben. Natürlich können sich auch Angehörige von Betroffenen bei mir melden. Dass alles streng vertraulich behandelt wird, stellt für mich eine Selbstverständlichkeit dar! 

PS: Bitte nicht böse sein, wenn ich nicht in Windeseile antworten kann. Im Juni ist leider Prüfungszeit, aber gerade bei solchen heiklen Themen bin ich bemüht, schnell zu antworten. 

Zu leicht für diese Welt von Emma Woolf

Bücher können faszinieren! Bücher sind unterhaltsam. Aber vor allem können Bücher berühren. 

Ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals ein Buch so berührt hat. Ein Buch, das ich im Ganzen innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe. Bei dem ich nicht aufhören konnte, zu lesen.  Ein Buch, geschrieben von einer Autorin, die ich bei Facebook ausfindig machte, nur um ihr zu schreiben, dass sie mich berührt hat. Ein Buch, das mein Begleiter für die letzten zwei Tage war. Unabhängig davon dass ich eigentlich die Zeit in meinen Lernstoff investieren sollte, als in ein 318 Seiten Buch. Die britische Journalistin Emma Woolf hat es geschafft, mich an ihr Buch „Zu leicht für diese Welt“ zu fesseln. So sehr, dass ich sogar vergaß, dass ich das Lesen beim Busfahren unterlassen sollte, weil mir davon eigentlich immer schlecht wird. So sehr, dass ich Tränen in den Augen hatte. So sehr, dass ich mich an eine Zeit zurückerinnerte, die auch mein Leben stark geprägt hat. Ja, diese Frau spricht mir aus der Seele. Sie teilt meine Gedanken und schreibt im Grunde meine Geschichte nieder. Auf ehrliche Art und Weise erzählt sie aus ihrem Leben, das unter die Haut geht. Nicht nur Menschen, die all das, was sie niederschreibt, nachvollziehen können, sondern auch Menschen, die vorher nicht verstehen konnten, wie es sich anfühlt, wenn man einen schier unendlichen Krieg mit sich selbst führt, obwohl es ein Krieg ist, der nicht in der natürlichen Natur eines Menschen liegt. Emma Woolf schreibt über Magersucht. Eine Krankheit, unter der sie seit Anfang 20 leidet und der sie erst im Alter von 32 Jahren den Kampf ansagte.

Emma Woolf hat nicht das verloren, was der Großteil von Menschen, insbesondere Mädchen, die unter einer Essstörung leiden, verlieren. Ihre Kindheit und ihre Jugend. Unbeschwert konnte sie diese Zeit genießen. Sie genoss ein stabiles familiäres Umfeld und besuchte eine der teuersten Privatschulen Londons. Es ist nicht so, dass nur Menschen, die eine schwere Kindheit durchlebten, eine Essstörung entwickeln oder die einfach nur dünn sein wollen. Es kann genauso Menschen treffen, die im Grunde all dieses nicht durchgemacht haben. Und genau zu so einer Person zähle ich Emma. Denn auch wenn sie nicht direkt durch so einen Wunsch oder Drang magersüchtig wurde, so entwickelte sich die Krankheit doch in eine Richtung, in der sich dünn sein für sie plötzlich großartig anfühlte.

Die Lebensgefährliche Leichtigkeit des Seins. „Nichts schmeckt so gut, wie sich dünn sein anfühlt.“ Dieser Ausspruch von Kate Moss war jahrelang Emma Woolfs Lebensmotto. Erst im Alter von 32 Jahren erkannte sie: Stimmt nicht, Schokolade schmeckt besser. Sie nahm die bislang größte Herausforderung ihres Lebens an und stellte sich endlich ihrer Magersucht. Offen und berührend erzählt sie ihre Geschichte über die große Liebe und das Gesundwerden. Ihre lebensbejahenden Worte machen anderen Betroffenen Mut, ebenfalls in den grünen Bereich der Waageskala zurückzufinden.

Die Autorin ist mir bereits seit längerer Zeit bekannt. Ich kennen sie aus der britischen Channel 4 Show „Supersize vs. Superskinny“, in der es unter anderem um das Ernährungsverhalten der Briten, verrückte Diäten und Essstörungen ging (wer neugierig ist, findet alle Videos der Show auf YouTube). Auch wenn es eine Zeit ist, die ich hinter mich gelassen habe, so konnte ich trotzdem nicht daran vorbeikommen, als ich das Buch von ihr entdeckte. Ich habe es mir gekauft und zehn Minuten später saß ich auf der Parkbank. Ich schmökerte mich durch die Seiten und merkte, dass ich mich sehr gut in Emma hineinversetzen kann. Vom Alter her trennen uns zwar gute 12 Jahre, aber sie fühlte oft genauso, wie ich mich damals fühlte. Teilweise sind auch noch Gedanken vertreten, die ich bis heute manchmal immer noch habe. Es gab zwar eine „Zeit danach“, in der ich mir einige Kilos wieder angefuttert hatte, aber das heißt noch lange nicht, dass man mit Normalgewicht nicht mehr magersüchtig ist. Ich weiß, es klingt absurd, aber Emma bringt es mit einigen Zeilen ganz am Anfang des Buches auf den Punkt.

Der Schlüssel im Kampf gegen Anorexia ist die Gewichtszunahme, nicht wahr? Falsch, falsch, falsch. Die Krankheit ist in meinem Kopf, nicht auf der Waage oder in den Maßen meines Körpers. Wann ich in diesem Buch Gewicht erwähne -von mir gewonnenes oder verlorenes-, wenn ich davon spreche, wie viel wir alle wiegen sollten, von normalen oder anormalen BMI, dann sollte immer Folgendes klar sein: Anorexie ist eine psychische Erkrankung. Gewichtszunahme bedeutet natürlich Heilung in physischer Hinsicht, aber gegen die Krankheit an sich richtet sie nichts aus. Sie glauben mir nicht? Ich kenne eine Frau, die 120 kg wiegt und trotzdem noch magersüchtig ist. Sie hat ihr altes Gewicht (und noch viel mehr) wieder zugenommen, und das bedeutet streng nach medizinischen Kriterien, dass sie nicht mehr anorektisch ist. Aber genau da liegt das Problem: Mental hat sie die Krankheit nie überwunden.

Ein sehr emotionales Buch und ein guter Begleiter für Betroffene und Angehörige. Vor allem würde ich das Buch denjenigen ans Herz legen, die selbst bereit sind und den Kampf gegen ihre Magersucht aufnehmen wollen. Ich wünschte mir wirklich, ich hätte damals, als ich in der Klinik war, dieses Buch gehabt. Ich bin mir sicher, es hätte mir geholfen und mich bestärkt, wenn ich wieder einmal schwache Momente hatte. Ich habe es zwar auch ohne geschafft, dennoch bin ich froh, dass ich es jetzt entdeckt habe und mich wieder in eine Zeit hineinversetzen konnte, die mein Leben geprägt und mich stärker gemacht hat.

Positiv finde ich auch, dass dieses Buch alles andere als triggernd ist. Nein, das ist es nicht (und leider ist das oft bei vielen solchen Büchern der Fall). Es ist das Gegenteil davon. Es ist inspirierend, ermutigend und berührend. Ein tolles, sehr empfehlenswertes Buch.