Tag : Essstörung

Körperschemastörung: Ich sehe was, was du nicht siehst

Anmerkung zu meinem Artikel „Körperschemastörung“: Ich bin keine Ärztin, Psychologin geschweige dem Expertin. Dieser Beitrag bezieht sich auf Inhalte, die ich aus sorgfältiger Recherche gewonnen habe sowie auf das klitzekleine Wissen, welches ich aus meinem Psychologiestudium mitgenommen habe und aus meinen eigenen Erfahrungen. Darum ist es wichtig, diesen Artikel auch kritisch zu lesen. Für Anmerkungen und Ergänzungen bin ich immer offen.


„Das glaube ich erst, wenn ich es mit meinen eigenen Augen sehe.“ Sicherlich hast du diesen Satz schon einmal gehört oder ihn gar selbst ausgesprochen. Mehrmals. Was sagt er aus? Er sagt aus, dass du dich selbst von der Wahrheit überzeugen musst. Dass du Sachverhalte, Geschehnisse und eventuell auch Gerüchte selbst wahrnehmen musst, um ihnen Glauben zu schenken. Meistens funktioniert das. Aber was ist, wenn es um dich geht? Um deinen eigenen Körper? Um deine Selbstwahrnehmung. Bist du immer noch der felsenfesten Überzeugung, dass dein Sehsinn weiterhin zu 100% funktioniert? Oder glaubst du mir jetzt, dass deine Augen vielleicht doch lügen können.

Du nimmst dich wirklich so wahr, wie du bist? Du kannst realistisch einschätzen, wie du aussiehst? Kennst deine Stärken und deine Schwächen? Lange Rede, kurzer Sinn: wenn du weißt, dass das, was du im Spiegel siehst, echt ist, dann herzlichen Glückwunsch. Du stehst an einem Punkt, an dem viele nicht stehen.

Wir werden beeinflusst

…und zwar nonstop. Dazu brauchst du weder deine Wohnung verlassen, noch dein Smartphone in die Hand nehmen. Alles, was wir durch unsere Sinne aufschnappen, wirkt sich auf uns aus und beeinflusst uns. Selbst wenn wir nicht davon ausgehen, aber unser Unterbewusstsein hat nicht umsonst seine Daseinsberechtigung. Besonders in unserem digitalisierten Zeitalter werden wir einer Vielzahl an Reizen ausgesetzt, die es früher nicht gab. Und das große Problem an der ganze Sache ist, dass alles, was wir konsumieren, virtuell und nicht die Realität ist. In der Realität können wir nicht schnell ein paar Speckrollen verschwinden lassen oder die Akne weichzeichnen. Auf unseren Onlineauftritt hingegen können wir uns vorbereiten. Das ist der springende Punkt.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin froh, dass es heutzutage so einfach ist, sich zu vernetzen. Instagram und alle anderen sozialen Netzwerke sind wunderbare Funktionen in unserer heutigen Zeit und trotz Bodypositivity und Selflove Bewegung sollten wir diese Plattformen nicht verteufeln, wenn es darum geht, ein falsches Selbstbild zu implizieren. Wir dürfen nicht vergessen: wir sind für uns selbst verantwortlich, wie wir neue Medien konsumieren und wir sind auch diejenigen, die zwischen Virtualität und Realität unterscheiden können müssen. Ein Tag hat 24 Stunden und diese Zeit geht nie im Leben dafür drauf, um einmal schnell den perfekten Schnappschuss zu machen.

Trotzdem – es ist genauso wichtig die Einflusskraft der sozialen Netzwerke kritisch zu betrachten und wozu sie führen können. Besonders junge Mädchen (und auch Burschen) in der Pubertät sind anfällig dafür, sich von falschen Körperidealen leiten zu lassen. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass die ganze Geschichte mit den Selbstzweifel nach der pubertären Entwicklung (und gegebenenfalls nach der Adoleszenz) abgeschlossen ist. Eine 26-jährige berufstätige, erfolgreiche Frau kann genauso unter einem falschen Body Image leiden, wie eine 16-jährige Schülerin oder Auszubildende.

Körperschemastörung

Was ist Body Dysmorphia (Körperschemastörung)?

Body Dysmorphia oder im Deutschen als Körperschemastörung bezeichnet ist laut meinen Recherchen und gemäß ICD-10 eine eigenständige Krankheit, die in die F-Kategorie des internationalen Klassifizierungsschemata für Krankheiten fällt. Somit zählt Body Dysmorphia zu den psychischen Störungen und wird der Schizophrenie sowie schizotypen und wahnhaften Störungen zugeordnet. Keine Angst, du bist NICHT schizophren, wenn du dich nicht so wahrnehmen kannst, wie du bist. Doch dir wird ein falsches Bild vorgegaukelt.

Body Dysmorphia muss aber auch nicht als eigenständige Krankheit auftreten, sondern kann auch ein Symptom oder eine Begleiterscheinung einer anderen Krankheit sein. Das klassische Beispiel sind dabei Essstörung. Womöglich hast du schon einmal ein Video gesehen, wie anorektische PatentInnen sich selbst wahrnehmen. Im Spiegel wird ihnen ein Trugschlussbildes eines übergewichtigen Menschen präsentiert, obwohl sie in der Realität nur noch Haut und Knochen sind. Das kann man sich oftmals als gesunder Mensch gar nicht vorstellen, aber aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass es wirklich so ist und man sich extrem verzerrt wahrnehmen kann.

Und das ist der springende Punkt. Man sieht im Spiegel vielleicht das, was man wirklich ist. Man sieht den ausgemergelten Körper, aber trotzdem wird all das, was man im Spiegel sieht, komplett anders, verzerrt und falsch wahrgenommen. Vielleicht, weil das eigene und persönliche Ideal, wie man gerne sein möchte, sich im Laufe der Zeit verändert hat. Zumindest war es bei mir so und ich kann in der Hinsicht, wie bereits erwähnt, nur aus meinen eigenen Erfahrungen sprechen.

Body Dysmorphia kann aber auch die gegenteilige Wirkung haben und einen normalgewichtigen Menschen überhaupt einmal in die Anorexie katapultieren. Es ist eine sehr komplexe Thematik, wie alles andere auch, das sich in unserer Psyche abspielt.

Was kann ich gegen eine Körperschemastörung tun?

Als Nicht-Psychologin kann ich euch kein Allheilmittel verschreiben. Ich kann euch nur sagen, was mir geholfen hat und es sind teilweise auch Ansätze, die ich aus meiner Therapie mitgenommen habe.

Was positiv an einem Klinikaufenthalt während seiner Anorexie-Recovery ist, dass es auch spezielle Therapien für die eigene (Körper)-Wahrnehmung gibt. Wichtig ist, dass du überhaupt erst einmal herausfindest, ob du dich richtig wahrnimmst oder nicht. Wir mussten damals unseren Hüftumfang mit einem Seil einschätzen und auslegen, ohne uns zu messen. Danach wurde mit einem weiteren Seil (ohne Zahlen natürlich) gemessen und das realistische Bild gezeigt. Herausgekommen ist, dass wir uns ALLE um etliche Zentimeter verschätzt haben. Bei 1-2 cm ist das noch nicht so tragisch, aber wenn es dann ganze 10-15 cm werden, sollten die Alarmglocken schrillen. Wenn ich das Gefühl habe, ich nehme mich verzerrt wahr, mache ich diese Übung auch heute noch.

Wichtig ist jedoch meiner Meinung nach, dass wir endlich aufhören müssen, gegen uns selbst zu arbeiten. Wir müssen einen Weg finden, um kooperativ mit uns gemeinsam zu arbeiten. Es spricht nichts dagegen, etwas an sich zu verändern, wenn man das möchte. Aber man sollte in der Hinsicht ehrlich zu sich selbst sein und sich folgende Fragen stellen:

Warum möchte ich etwas an mir verändern?

Ist das, was ich verändern möchte, wirklich etwas, das mich unglücklich macht?

Wird mir die Veränderung WIRKLICH dabei helfen, meine Unsicherheiten abzubauen?

Oder liegt das tatsächliche Problem womöglich ganz woanders?

Diese Sätze sollen verdeutlichen, wie wichtig Selbstreflexion ist. Sie sollen auch zeigen, dass es essentiell ist, stets einen kritischen Standpunkt einzunehmen. Darüber hinaus sollten Veränderungen immer realistisch sein und deine Gesundheit nicht beeinträchtigen. Ich kann es aus meinen persönlichen Erfahrungen mit Magersucht immer wieder sagen: HUNGERN MACHT NICHT GLÜCKLICH UND ES TUT DIR AUCH NICHT GUT!

Wenn wir bereit sind, an unsere Selbstzweifeln zu arbeiten, Akzeptanz und Toleranz aufbauen können, dann wird man für sich persönlich auch einen Weg finden, wie man sich selbst wieder realistisch wahrnimmt. Und es ist keine Schande, dabei auch therapeutische Hilfe anzunehmen.


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Kontrollverlust & der Selbsthass danach

Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Meine Hände zittern. Mein Körper bebt. Ich merke dieses kühle Gefühl. Dieses kühle Gefühl, wie es sich langsam über meine Zunge zieht, meinen Gaumen durchfährt, die Speiseröhre hinabgleitet und es schlussendlich in meinem Magen landet. Ein zuckersüßer Geschmack, der auf der Zunge haften bleibt, beraubt mich um meine Sinne. „Es bleibt bei einem“, sage ich mir. „Es bleibt bei einem.“

Immer wieder merke ich, wie mir diese Wörter durch den Kopf fahren. „Es bleibt bei einem.“ Ich sage es mir sogar vor. Laut und deutlich. So, als ob ich meine eigene Mutter wäre, die mir gerade eine Grenze setzt. Doch es bleibt nicht bei einem. Ich merke, wie sich das Dopamin in meinem Körper ausbreitet. Und mein Körper wird hellhörig. Er will mehr. Viel, viel mehr. Viel mehr, als ich bereit war, ihm zu geben. „Es bleibt bei einem.“ Verzweifelt klammere ich mich an diese Worte. „Es bleibt bei einem.“ Ein Eis und dann war es das. Das Verlangen jedoch wird größer. Was mit einer Kugel Vanilleeis anfing, endet damit, dass ich mich träge auf dem Sofa wälze. Wimmernd vor Schmerzen, die mir so unangenehm gegen die Magenwand drücken. Ich habe die Kontrolle verloren. Schon wieder. 

 

Kontrollverlust

…und der Selbsthass danach

Ich glaube, heute teile ich wohl eine der persönlichsten Momente, die ich in meiner Essstörung je durchlebt habe. Die Momente, für die ich mitunter das meiste Schamepfinden verspüre: Essattacken und der totale Kontrollverlust. 

Hand aufs Herz. Wie sieht das Bild einer klassischen Magersüchtigen aus? Womit assoziiert ihr die Krankheit? Mit eiserner Disziplin, Sport- und Bewegungsdrang und dem restriktiven Verhalten, permanent zu hungern? Falsch! Ich habe euch schon einmal die Subtypen von Magersucht vorgestellt. Fest steht: Insgesamt gibt es zwei verschiedene Typen von Magersucht. Den restriktiven Typus, somit das klassische Bild einer magersüchtigen Person und den Typus Binge/Purge. Die Wahrheit: Nur ein geringfügiger Prozentteil aller an Magersucht erkrankten Personen ist restriktiv. Die meisten leiden unter dem Subtypus Binge/Purge.

 

So auch ich!

 

Ich habe oft beiläufig erwähnt, dass ich im Laufe meiner Krankheit gelegentlich Essattacken hatte. Jedoch bin ich nie näher darauf eingegangen. Warum? Weil ich mich so sehr dafür geschämt habe und mich immer noch dafür schäme. Weil ich es nie ertragen konnte, nicht rein restriktiv zu sein. Restriktiv war ich am Anfang meiner Krankheit. Doch irgendwann konnte ich diese eiserne Disziplin nicht mehr aufrecht erhalten. Ich verfiel in den Typ Binge/Purge. Obwohl ich sehr selten Essattacken hatte, waren sie trotzdem da. Immer wieder kam es im Laufe dieser Krankheit zu hässlichen Fressanfällen, die für mich persönlich eine größere Qual darstellten, als der Hunger, den ich irgendwann eigentlich gar nicht mehr als Qual empfand. Während einer Essattacke gab ich meine Kontrolle auf. Genau das Attribut, was einer anorektischen Person am wichtigsten ist. KONTROLLE.

 

Essattacken in der Magersucht?

Warum kommt es dazu?

Lange Zeit hatte ich nicht den Mut, über diese Phasen meiner Essstörung zu sprechen. Das Warum habe ich anfangs erklärt. Doch nicht nur die Scham spielt eine Rolle, sondern auch große Schuldgefühle. Gestern jedoch habe ich mir Klaras Podcast angehört, in welchem sie von Binge Eating spricht. Auch Kerstin hat gestern in ihrer Instagramstory das Thema angesprochen. Zwei starke Frauen, die ich persönlich bewundernswert finde. Es ist auch wirklich eine starke Sache offen und ehrlich Binge Phasen zuzugeben.

Auch wenn Binge Eating Disorder für mich nichts neues ist, ich habe mich deswegen so sehr geschämt, weil ich immer folgenden Gedanken im Kopf hatte: „Als Anorektiker DARFST du KEINE Essattacken haben!“ – darum habe ich die Krankheit nie einsehen können. Heute weiß ich: Essattacken sind keine Schande. Im Grunde genommen war es eine natürliche Reaktion meines Körpers, denn: ER WOLLTE NUR ÜBERLEBEN!

Seit Urzeiten an haben wir Menschen Instinkte. Wie der Name schon verrät, hat das nichts mit unserem Verstand, rein gar nichts mit unserem rationalen Denken zu tun. Unsere Instinkte bringen uns zu Handlungen, über die wir nicht nachdenken. Instinkte werden sozusagen von unserem Körper gesteuert, nicht von unserem rationalen Individuum. Selbst eine Magersucht ist bei den meisten Betroffenen nicht stark genug, um menschliche Instinkte zu zerstören. Natürlich haben nicht alle Betroffenen Essattacken. Warum die einen sie bekommen und die anderen nicht, kann ich nicht wirklich beantworten. Doch Fakt ist: Kommt es zu Essattacken in einer Magersucht, will der Körper sein Überleben sichern. Er ist verzweifelt und hat Angst, zu sterben.

Ich habe teilweise in extremen Kaloriendefiziten gelebt. Ausgehend von der empfohlenen Tagesmenge von ca. 2.000 Kalorien, hatte ich nach einer Woche oft ein Kaloriendefizit zwischen 7.000 bis 10.000 Kalorien. Summiert man das auf drei Wochen (so lange lagen die Essattacken meistens auseinander) kommt man auf unglaubliche 21.000 bis 30.000 Kalorien. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass mein Gehirn nicht öfters ausgeschaltet und meinen Instinkten die Kontrolle übergeben hat.

 

Trotz Essattacken

Die Diagnose Magersucht ändert sich nicht

Essstörungen sind ein komplexes Thema. Laut DSM5 oder ICD-10 müssen diverse Kriterien erfüllt werden, um die jeweilige Diagnose zu erhalten. Davon gibt es Grundvoraussetzungen, die erfüllt werden müssen, sowie verschiedene Symptome aus einer ganzen Symptomliste, die auftreten können. Bei niemanden verläuft eine Essstörung exakt gleich. Dass meine Binge Phasen charakteristisch für eine Magersucht sein können, habe ich erst in meinem Studium begriffen, als ich die Vorlesung „Klinische Psychologie“ besucht habe. Erst da wurde mir bewusst, dass ich trotz Binge Phasen wirklich diese Krankheit hatte und sich meine Diagnose dadurch nie verändert hat.

Zwischen den Essstörungsarten Anorexia Nervosa und Bulimia Nervosa gibt es oftmals nur schmale Unterschiede. Ein Beispiel: Nur weil man gelegentlich in der Magersucht erbricht, ist es keine Bulimie. Darum hatte ich trotz Essattacken nie Bulimie. Es gab zwar Momente, an welchen ich erbrochen habe, aber nicht indem ich mir ganz klassisch den Finger in den Hals gesteckt habe, sondern weil ich so voll war, dass es von selbst ging. Außerdem war die Frequenz meiner Essattacken viel zu selten für eine Bulimie (mind. dreimal die Woche). Zum Glück. Mit meiner Anorexie kam ich zumindest psychisch gut zurecht (ich weiß, ich habe es mir nur eingeredet), aber Bulimie hätte mich wahrscheinlich merklich zerstört.

Die nicht sehr hoch frequentierten Essattacken waren der reinste Albtraum für mich. Ein wahrgewordener Horror. Eine Qual. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte diesen Horror mehrmals in der Woche durchleben müssen, wird mir ganz anders. Ich glaube, es hätte mich wesentlich schneller zugrunde gerichtet, als die Anorexie.  

 

Kontrollverlust & der Selbsthass danach

 

Wie fühlt sich eine Essattacke an?

Es ist schwer zu beschreiben, wie sich eine Essattacke anfühlt. Bei mir hat es immer so begonnen, dass ich mir gedacht habe: „Ach ein Eis/Kuchen etc. wird mich nicht gleich dick machen.“ Ich habe dann einfach etwas davon gegessen und dann ist es ausgeartet. Sobald meine Zunge etwas geschmeckt hat, was ich mir sonst immer verboten habe, kam es zu einem totalen Kontrollverlust und ich konnte nicht mehr damit aufhören, bis ich mir irgendwann gedacht habe: „Jetzt ist es auch schon egal.“ Manchmal kamen mir schon während dem Bingen die Tränen vor Verzweiflung, weil ich es stoppen wollte, aber nicht konnte. Ich konnte einfach nicht und habe so lange weitergemacht, bis ich nichts kauen konnte. Und bis es zu diesem Zeitpunkt kam, war ich zuvor schon längst satt.

Ich konnte das Essen nicht wirklich genießen. Man isst einfach. Man isst, isst und isst. Am Anfang noch die Dinge, die man vom Geschmack her mag, danach alles, was verfügbar ist. Und ja, ich habe in diesen Momenten auch Salami, Schinken, Spaghetti Bolognese und Chickenwraps von McDonalds gegessen, obwohl ich sonst kein Fleisch esse. Das heißt, man wirft nicht nur seine Kontrolle über Board, sondern auch seine ethischen Werte, die man vertritt. Ich habe sogar eine Veganerin kennengelernt, die in ihren Binge Phasen ebenso tierische Produkte konsumiert hat.

 

Es wird dir egal. Du isst einfach!

 

Ich habe zu Schokolade gegriffen, obwohl ich sie nicht sonderlich mag, habe Marillenkrapfen verschlungen, obwohl ich Marillenmarmelade hasse – Hauptsache ungesund, fettig und/oder extrem süß. Du willst einfach nur essen. Und ich habe sogar -und dafür schäme ich mich wohl am meisten- meinem Neffen damals den Babyfruchtbrei, die Babykekse und später seine Kinderschokolade und Smarties-Joghurts weggefuttert.

Ich habe diese ganze Esserei nur in Trance erlebt. Je satter ich wurde, umso mehr bekam ich es nicht mehr mit, was ich alles aß. Der erste Essanfall hielt sich noch im Rahmen, doch auch wenn sich die Frequenz ihres Auftretens nie wirklich änderte, so änderte sich doch die Intensität. Das heißt, es wurde immer mehr und mehr. Meistens erreichte ich zwischen 6.000 – 7.000 Kalorien, doch aufgrund dieser tranceartigen Zustände kann ich es nicht konkret sagen, wie viel es wirklich war.

 

Wie fühlt sich das danach an?

Ich glaube, es gibt kein schlimmeres Gefühl, als das danach. Neben Schuldgefühlen und Scham habe ich einen extremen Ekel vor mir selbst entwickelt. Einen riesengroßen Selbsthass. Ich konnte mich im Spiegel nicht mehr ansehen. Mein Bauch spannte, war aufgebläht und ich fühlte mich so widerlich. Widerlich und leer. So leer, dass ich danach oft nicht mehr weinen konnte. Am Tag danach konnte ich kaum aus dem Bett. Ich konnte nur schlafen, schlafen, schlafen. Dadurch habe ich viele Uni-Vorlesungen versäumt. Niemand sollte mich sehen. Es war unmöglich, anderen Menschen unter die Augen zu treten. Ich konnte mich am nächsten Tag nicht mal duschen, weil ich mich selbst nicht einmal nackt sehen konnte. Ich habe mich so sehr vor mir selbst geekelt, mich dann später zu extremen Hochleistungssport gezwungen. Man mag meinen, dass man danach wieder genug Energie hat, aber das war nicht der Fall. Man fühlt sich schwach und träge, so als hätte man einen Kater vom Essen.

Am darauffolgenden Tag konnte ich meistens auch gar nichts essen, bis am zweiten Tag wieder die ganze anorektische Hungerei von vorne losging. So lange, bis mein Verstand irgendwann wieder aussetzte und alles von vorne begann. Erst in der Klinik kam ich von diesen Essanfällen los, doch in den Rückfällen passierte es wieder.

 

Wie werde ich Essattacken los?

Ich bin bestimmt noch nicht so weit, um Tipps gegen Essattacken geben zu können. Dass wir unserem Körper alle Makros und genügend Kalorien, sowie ausreichend Mikronährstoffe zuführen müssen, ist uns allen bekannt. Mehr kann ich euch in der Hinsicht noch nicht mit auf den Weg geben. Aber hört unbedingt mal bei Klaras Podcast rein oder schaut euch das Video von Natacha Ocean an. Zwei inspirierende Frauen, die selbst mit Essattacken Erfahrungen gemacht haben und für sich einen Weg gefunden haben, damit umzugehen.

 


 

Pictures via  Unsplash

 

Hilft das Kalorienzählen in der Recovery?

Es könnte nicht widersprüchlicher sein. Ich mache eine Recovery, aber zähle Kalorien. Die Hintergründe meiner Entscheidung könnt ihr -HIER- noch einmal nachlesen. Dass eine Essstörungs-Recovery und Kalorienzählen auf den ersten Blick nicht wirklich zusammenpassen, ist klar. Ich möchte auch niemanden ans Herz legen, das Kalorienzählen als dauerhafte Lösung zu betrachten. Selbst ich will nicht mein Leben lang davon abhängig sein. Nur war das Kalorienzählen sozusagen die Lösung und mein letzter Ausweg, wieder mit dem Essen anzufangen. Der erste Schritt in die richtige Richtung.

Gut zwei Monate tracke ich nun meine Kalorien. Tatsächlich hat es mir geholfen, neue Nahrungsquellen für mich zu entdecken. Zur Erinnerung: Ich habe mich wochenlang nur von Milch und Sojamilch ernährt, dadurch leider auch zugenommen, weil ich über meinen Grundumsatz kam, aber dennoch gehungert. Obwohl ich dadurch zugenommen habe und wusste, dass ich mit fester Nahrung dem entgegensteuern könnte, hatte ich urplötzlich Probleme damit, diese auch tatsächlich zu essen.

Seitdem ich tracke, gelingt es mir, meine drei Mahlzeiten am Tag zu mir zu nehmen. In fester Form. Milch trinke ich kaum noch. Mein Kaffeekonsum hat rasant abgenommen. Eine deutliche Verbesserung. Trotzdem bin ich gerade drauf und dran, meine Sichtweisen und Perspektiven zum Thema Kalorienzählen zu verändern. Mit der Zeit gewinnt man mehrere Erkenntnisse. Eine dauerhafte Lösung ist das Tracken nicht. Schon gar nicht, wenn es um eine Essstörungs-Recovery geht.

 

 

Mut fassen und das Problem am Schopf packen

Warum das Kalorienzählen am Beginn einer Recovery sinnvoll ist

Menschen mit einer Essstörung sind Kontrollfreaks. Kontrolle ist etwas, das wir nur sehr schwer aus der Hand geben können. Darum sind besonders Essattacken der absolute Tiefpunkt des Kontrollverlustes, egal ob man nun an Anorexia Subtype Binge-Purge, an Bulimie oder an Binge Eating Disorder leidet. Meine größte Angst vor dem Essen war, dass ich sofort in ein Binge-Purge-Muster zurückfalle, sobald ich wieder feste Nahrung zu mir nehme. Zum Glück ist das vom ersten Tag an nie passiert. Die Planung half mir nicht nur dabei, zu essen, sondern auch nichts wegzulassen. Zumindest am Anfang. Dazu aber gleich mehr.

Von heute auf morgen die Kontrolle aufzugeben, ist schwer. Alleine der Gedanke daran ist ein Hindernis. Ich kann mich nicht von heute auf morgen ändern. Insbesondere weil ich nun seit neun Jahren an der Essstörung leide. Die Motivation, etwas zu ändern war und ist groß. Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, war und ist jedoch größer. Gedanken an den Kontrollverlust sind für Essstörungspatienten wahnsinnig schwer auszuhalten, weswegen ich mich am Anfang einer Self-Recovery durchaus für das Kalorienzählen ausspreche.

Ein weiterer Grund: Portionsgrößen einschätzen. Nach wie vor kann ich nicht genau sagen, was eine normale Portion und was zu viel oder zu wenig ist. Es wird jedoch besser, doch am Anfang wäre ich in der Hinsicht besonders hilflos gewesen. Das Tracken alleine reicht dazu jedoch nicht. Nebenbei muss man sich auch schlau machen, was der Körper wirklich braucht.

 

 

Doch Vorsicht: Tracken kann auch ganz schön schief gehen

Verlockende Versuchungen, Bewegungsdrang und starre Fixierung auf Nährwerte

So gut das Tracken für mich zu Beginn funktioniert hat, es gab auch Momente, die suboptimal liefen. Das Tracken hat mich unter anderem ebenso dazu verführt, meine Portionen zu schmälern. Wo kann ich noch mehr einsparen? Das genaue Auflisten der Nährwerte hat mich teilweise sogar in den Wahnsinn getrieben. Ich habe bereits einmal erzählt, dass Kohlehydrate besonders problematisch sind. Sogar problematischer als Fette (die ich nur in Form von reinem Öl und Butter, also „spürbaren“ Fett problematisch finde, aber weniger in Form von Nüssen, Fisch oder Avocados). Da ich Gemüse ebenfalls tracke, dessen Hauptnährstoff meistens Kohlehydrate sind, bekam ich leichte Panikgefühle, als mein Kohlehydratebalken in meiner App immer weiter nach oben schnellte. Das wiederum führte oft dazu, dass ich die Carbs, die wirklich sättigen (wie Getreideprodukte und Kartoffeln etc.) gerne auf ein Mindestmaß reduziert habe.

So wurden die Anteile von sättigenden Lebensmittel wie Couscous, Bulgur oder Kartoffeln immer geringer, der Gemüseanteil jedoch höher. Natürlich ist es gut, wenn man locker auf seine „5 A Day“ kommt und natürlich ist es auch gut, wenn man viel Gemüse isst. Doch es ist nicht gut, hauptsächlich von Gemüse zu leben. In letzter Zeit habe ich auch gemerkt, dass mein Energylevel nach unten gegangen ist. An Tagen, an welchen ich Sport gemacht habe, kam zusätzlich hinzu, dass ich einen richtigen Bewegungsdrang entwickelte. Den Tag darauf konnte man schmeißen, weil ich kaum Energie hatte.

 

 

So soll es nun weitergehen

Welche Steps als nächstes anstehen

So ganz losreißen kann ich mich von dem Kalorienzählen noch nicht. Zwar musste ich mich bei meiner Reise nach Bulgarien damit abfinden, die Kontrolle aus der Hand zu geben und ich habe auch gesehen, dass es klappt, doch zu Hause bin ich an diesem Punkt noch nicht angekommen. Ich habe jedoch für mich beschlossen, dass ich das Tracken von Gemüse langsam aber sicher aufgeben muss. Damit treibe ich meine Kalorien nur unnötig in die Höhe und vermeide Kohlehydrate noch mehr. Hey, es macht keinen Unterschied, ob ich meine Zucchini auf 100 Gramm abwiege oder gleich eine ganze esse. Ich habe auch noch nie erlebt, dass ein Mensch von Gemüse zugenommen hat. Darum möchte ich im nächsten Schritt das Tracken von Gemüse aufgeben.

Außerdem ist es wichtig, mein Energielevel wieder nach oben zu bringen. Die letzten Tage waren geprägt von Müdigkeit und Schwäche. Weil mir Sport wieder so viel Spaß macht, genauso wie das aktive Teilnehmen am Leben, ist es notwendig, verstärkt darauf zu achten. Es ist eben doch schöner, eine energiegeladene junge Frau zu sein, anstatt ein müdes Murmeltier, das nicht aus dem Bett kommt und blass ist.

Darüber hinaus möchte ich mich endlich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Mich gründlich durchchecken lassen, um alle meine Mängel herauszufinden, damit ich sie gezielt bekämpfen kann. Ich selbst rechne insbesondere mit einem Eisenmangel, darum achte ich schon jetzt darauf, mehr Eisen zu mir zu nehmen.

 

 

Wie es mir ansonsten mit dem Essen geht

Was läuft gut? Was eher schlecht? Und welche neuen Erkenntnisse kamen hinzu?

Frühstück ist die Mahlzeit, die mir am leichtesten fällt. Das Abendessen jene, bei denen ich die meisten Struggles habe. Besonders je später es wird. Das heißt nicht, dass ich nach 14 Uhr nichts mehr esse, was ich in meiner Magersucht getan habe, aber ich esse gerne zu Abend, wenn es noch hell ist. Auch „On the Go“ zu essen ist für mich ein absoluter Horror. Zumindest jetzt noch, da ich mich unwohl und beobachtet fühle. Auf der anderen Seite finde ich es jedoch gut, dass ich mir für das Essen Zeit nehmen will und mich hinsetze, anstatt mir etwas im Gehen runterzustopfen.

Ich versuche wirklich, keine Mahlzeiten auszulassen. Halte ich das Hungergefühl zu lange aufrecht, verfalle ich wieder in eine Art Suchtrausch. Genau das ist auch das Problem an Essstörungen. Man ist täglich mit seiner „Droge“ konfrontiert. Bei mir ist es der Hunger. Dauert er zu lange an, beginne ich das Gefühl langsam zu genießen und es versetzt mich tatsächlich in ein High-Gefühl. Mitunter ein Grund, warum Essstörungen auch so schwer heilbar sind. Und gerade da liegt die Gefahr: Wenn ich Mahlzeiten zu lange weglasse, neige ich dazu, sie ganz wegzulassen und das Muster zu wiederholen.

Zum Glück kann ich auf die Unterstützung meiner Freunde und Familie bauen, die genau wissen, wie wichtig es für mich ist, dass ich all meine Mahlzeiten einhalte. Es ist wirklich rührend, wie sehr sie darauf achten, insbesondere auf diese Pausen. Sind wir den ganzen Tag unterwegs, setzen sie sich auch wirklich mit mir hin und schauen darauf, dass ich was zu Essen bekomme. Ich kann ihnen immer erzählen, wann ich mich besonders schwach fühle und von mir aus essen möchte, ohne das Gefühl zu haben, sie würden mich als Fressmonster betrachten, was ja nun wirklich nicht der Fall ist.

Ohne diesen Support wäre die ganze Sache wesentlich komplexer und schwieriger, darum bin ich froh, dass ich in der Self-Recovery Menschen um mich habe, denen es wirklich darum geht, dass es mir besser geht. Das sehe ich nicht als selbstverständlich an.

 

 

Wie lange ich noch Kalorien zählen möchte

Mein Ziel ist es, dass ich das intuitive Essen wieder erlerne, darum weiß ich, dass es auch einen Zeitpunkt geben wird und muss, an dem ich das Kalorienzählen aufgeben sollte. Dass ich Ambitionen dazu habe, auf die Küchenwaage zu verzichten, habe ich bereits gemerkt. Und ich weiß auch, dass ich Ambitionen dazu habe, das Kalorienzählen ganz zu lassen. Schon oft habe ich positive Erfahrungen gemacht, dass ich nicht sofort zunehme, wenn ich mal keine Kalorien zähle oder „so esse, wie andere auch“. Positive Lernerfahrungen nennen wir so etwas in der Psychologie. Ich darf diese nur nicht aus den Augen lassen oder vergessen.

Der Sport läuft übrigens prima. Ich habe in die regelmäßige Bewegung zurückgefunden. Nur weiß ich, dass ich dazu auch ein gutes Energielevel brauche. Je mehr Energie mein Körper hat, umso länger halte ich durch und umso mehr kann ich auch machen. Ich bin echt froh, dass ich inzwischen ein aktiveres Leben führe. Das hilft mir einerseits zu essen. Andererseits bin ich zuversichtlich, dass es mir auch dabei helfen wird, das Kalorienzählen wieder aufzugeben.

 

My Grocery Shopping Desaster

Der Lebensmitteleinkauf war nie ein großes Problem für mich. Als ich mich noch ausschließlich von H-Milch und Sojamilch „ernährte“; mir dazwischen ein paar zuckerfreie Energy Drinks und Cola light hinunterschüttete; Kaugummi lange Zeit das Einzige war, was ich hinter die Beißer bekam, war der Lebensmitteleinkauf schnell erledigt. Zwischendurch nutzte ich die Gelegenheit und prüfte, welche Neuheiten es im Sortiment gibt. Hat Ben & Jerry’s eine hypeverdächtige neue Sorte rausgebracht? Wie ist das aktuelle Angebot an Diätlebensmittel? Kommt das vegane Sortiment mit dem Fortschritt voran?

Manchmal war ich neugierig; überprüfte neurotisch die Kalorien, aber gekauft habe ich, außer meine gewohnten Sachen, nichts. Hin und wieder stellte ich mir an der Kassa die Frage, ob ich den Kassiererinnen bereits auffällig geworden bin. „Hey, das ist ja die mit der H-Milch.“ Machten sie sich Gedanken dazu? Ich versuchte, immer zu einer anderen zu gehen. Manchmal war ich peinlich berührt; manchmal ließ es mich kalt. Ich fühlte mich ein bisschen wie die weibliche Version von James Bond auf einer geheimen Mission.

Auch in den ersten beiden Episoden meiner Anorexie liebte ich es, mich in sämtlichen Supermärkten aufzuhalten. Für mich diente es zur Information, aber auch zur Beruhigung. Eine wahre Oase der Entspannung. Zwischen all den Lebensmitteln, die ich damals nur in Kalorien, Kohlehydrate, Zucker und Fett eingeteilt hatte, fühlte ich mich Zuhause. Gut aufgehoben und irgendwie auch geborgen. Ich aß mich quasi an den Lebensmitteln satt, indem ich sie nur anstarrte und unter die Lupe nahm. Für „Normalsterbliche“ muss das banal klingen; für mich irgendwie auch, wenn ich darüber nachdenke. Doch es war eine Obsession. Quasi eine Zwangsneurose in der Sucht. Mit Argusaugen hielt ich Ausschau nach neuen kalorienärmeren Alternativen; studierte eine Nährwerttabelle nach der anderen, nur um dann wieder alles zurückzulegen und mir meine gewohnte Ration Magertopfen zu holen.

 

Ich verbrachte Stunden in Supermärkten.

 

Immerhin -und das muss ich mir auf eine seltsam bizarre Art und Weise lobend eingestehen- habe ich feste Nahrung gegessen. Das Wort „lobend“ klingt hier genauso banal, wie der Mythos, Fett würde dick machen. Dennoch -und das sage ich nun aus einer retrospektiven Perspektive- war ich damals fortschrittlicher gesinnt, als ich es jetzt lange Zeit war.

Nun stehe ich wieder am Anfang. Auf der Suche nach der richtigen Richtung in ein gesünderes Leben ist es unumgänglich, mich mit dem Lebensmitteleinkauf auseinanderzusetzen. Als ich mich dazu entschlossen habe, meine Ernährung in die richtigen Bahnen zu lenken, freute ich mich sogar darauf, wieder wie ein „normaler“ Mensch einkaufen zu gehen.

Der erste Einkauf lief problemlos. Gewappnet mit einer Einkaufsliste mit vorerst „sicheren“ Lebensmittel, die mir trotzdem genügend Nährstoffe geben würden, machte ich mich auf ins fröhliche Shoppinggetümmel. Doch mit dem zweiten und dritten Einkauf wurde die Sache plötzlich schwieriger. Auf unerklärliche Weise fühlte ich mich unwohl zwischen all den Lebensmitteln, die mir zu einer gesünderen Lebenseinstellung verhelfen sollen. Es begann mit leichteren Unbehaglichkeitsgefühlen, gemischt mit einer Unsicherheit, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte. Von Mal zu Mal dauerten die Einkäufe länger – bis es zu meinem letzten Lebensmitteleinkauf kam. Und dieser hatte es in sich.

 

 

Planlos im Supermarkt

Zwei Stunden gefangen im Labyrinth der Kalorien

Ich schäme mich fast, es hier zu offenbaren, aber mein letzter Lebensmitteleinkauf hat fast zwei Stunden gedauert. Klingt erstmal nicht ungewöhnlich, ABER: Es war weder ein Groß-, noch ein Wocheneinkauf. Oder irgendwie schon, habe ich mir doch anfangs brav einige Vorräte angehäuft, die immer griffbereit im Vorratsschrank stehen, damit ich nicht einmal in die bittersüße Versuchung des Hungers komme. Trotzdem betrug die Endsumme mickrige zehn Euro. Von großen Sprüngen und vollen Einkaufswägen kann man somit nicht sprechen.

Schon bei den letzten Einkäufen fühlte ich mich leicht überfordert, brachte es jedoch noch zustande, einen klaren Kopf zu behalten. Ich weiß nicht, welche chemische Reaktion plötzlich in meinem Kopf ausgelöst wurde oder ob die anorektische Stimme in mir wieder zum Vorschein gekommen ist. Meine Synapsen haben sich bei diesem Einkauf grob verschalten. Da gab es keine rationale Lisa mehr, sondern ein hilfloses kleines Kind, das vor dem Süßigkeitenregal stand und überlegte, welche eine Süßigkeit es nehmen soll, die Mama erlaubt hat. Nur dass die Süßigkeiten bei mir Magerjoghurt war.

 

Wenn alte Verbote wieder aufleben

Ein plötzlicher Throwback zu meiner Verbotsliste

Es begann beim Regal des veganen und vegetarischen Sortiments. Wie automatisiert studierte ich die Nährwerttabelle. Etwas, das in mir einprogrammiert ist, wie sonstige genetisch bedingte oder angeeignete Verhaltensweisen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, meine Lebensmittel nur noch nach dem Proteingehalt zu überprüfen. Nachdem ich eine enorme Masse an Muskeln einbüßen musste, wollte ich für den Anfang auf eine High Protein Ernährung setzen, Kohlehydrate und Fette jedoch nicht meiden. Der Fokus lag jedoch auf Proteinen. Irgendwie wollte es mir noch nicht so ganz gelingen, genügend davon zu mir zu nehmen.

Wie in Trance blieb ich dann doch bei den Kalorien hängen. Und bei den Fetten. Und beim Zucker. Über 100 Kilokalorien bei 100 g? Meine alte Verbotsliste aus schweren anorektischen Tagen ploppte in meinem inneren Auge auf. Diese imaginäre Liste stürzte mich ins Grübeln. Soll ich oder soll ich nicht? Der Proteingehalt stimmte, die Kalorien weniger. Zwischendurch überlegte ich mir, wie ich es am Vortag schaffte, spontan die Baby Bells zu kaufen, als ich mir nur mal schnell was zu trinken holen wollte. Wie konnte ich mich nur innerhalb von 24 Stunden so gravierend ändern?

 

Grocery Shopping Desaster

 

Es gibt keine verbotenen Lebensmittel mehr

Wenn man seinen eigenen Schwur nicht brechen möchte

Ich nahm die Produkte immer wieder in die Hand. Legte sie zurück. Nahm sie wieder in die Hand und entschied mich, sie ins Einkaufskörbchen zu legen. Ich ging weiter. Irrte von Regal zu Regal. Überlegte, durchdachte, ging wieder zurück. Überlegte nochmal, legte wieder zurück. Ein Gefühl von Panik überkam mich. Die Luft wurde mir zugeschnürt.

Es klingt wie die Übertreibung des Jahrhunderts, war es doch nur ein simpler Lebensmitteleinkauf. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, wird mir klar, wie verrückt sich das alles für euch anhören muss. Ich muss sogar ein bisschen über mich selbst schmunzeln. Gleichzeitig treibt es mir auch die Schamröte ins Gesicht. Aber -und das muss ich dazu sagen- diese Dinge steuere nicht ich. Diese Dinge steuert die Unsicherheit, die eine Essstörung in mir ausgelöst hat. Ich bin deswegen nicht verrückt, auch wenn es sich so anhört. Es ist ein typisches Symptom dieser Krankheit und gehört dazu, wie der Schnupfen zur Grippe.

Irgendwann -und da war ich schon eine ganze Weile im Supermarkt- wurden meine Gedanken klarer, nachdem ich zum x-ten Mal in der Nudelabteilung stand und mich mit Low-Carb-Pasta beschäftigte.

 

„Was mache ich da?“

 

Grimmig legte ich die Low-Carb-Pasta ins Regal, stapfte trotzig zum veganen Sortiment und nahm mir endlich das pflanzliche Schnitzel, das zuvor „viel zu viele“ Kalorien hatte; auf das ich aber, um ehrlich zu sein, wirklich Lust hatte. Ich habe mir fest vorgenommen, meine Ernährung zu ändern, blogge am Vortag noch fröhlich darüber und dann zittere ich wegen einem veganen Schnitzel, das pro 100 g mehr als 100 Kilokalorien hat? Nein, Lisa, so fangen wir gar nicht erst an. Werde endlich zu dem Vorbild, das du im Kampf gegen Anorexie sein willst. Zeig den Leuten, dass es möglich ist, wieder in ein normaleres Leben zurückzufinden. Zeig, dass es möglich ist, wieder den Genuss zu finden und zu empfinden. Du hast es doch immer wieder geschafft. Zwar bis jetzt noch nicht dauerhaft, aber geschafft ist geschafft.

Schnell sammelte ich meine gesunden Lebensmittel zusammen, traute mich sogar, Mandeln zu nehmen und marschierte mit eisernem Willen an die Kassa. Erst im Auto wurde mir bewusst, wie viel unnötige Zeit und Energie ich mit diesem Einkauf verplempert habe. Ich ärgerte mich über mich selbst. War eher wütend auf mich, als traurig. Dieses Desaster war ein massiver Rückschritt. Es trieb mir die Tränen in die Augen. Ich weiß nicht, ob es vor Zorn oder Enttäuschung war.

Fest steht jedoch, dass ich noch ein ganzes Stückchen Arbeit vor mir habe. Aber ich habe Mut geschöpft und gelernt, dass es mit Unterstützung besser funktioniert. Gehe ich mit Freunden oder meiner Familie einkaufen, bleibt nicht viel Zeit zum herumdrucksen oder nachdenken. Zumindest habe ich mir in solchen Situationen bereits bewiesen, dass der Lebensmitteleinkauf doch nicht in einen Hindernisparcours zwischen Kalorien und Nährwerttabellen ausarten muss. 

 

Mehr zum Thema Anorexie und Recovery

 

Warum ich Kalorien zähle & Sport mache

Ein ausgelassener Tag in Wien. Klirrende Kälte. Ein Outfit, welches nicht an die damals vorherrschenden Minusgrade angepasst war. In der Hand eine dekorative Schachtel. Und in dieser Schachtel ein Cupcake. Eine lachende junge Frau, die allen Anschein nach ausgelassen in diesen Cupcake beißen wird, ohne sich groß darüber Gedanken zu machen. Das suggeriert mein Beitragsbild. Doch was so ausgelassen aussieht, bedeutete für mich in Wahrheit etwas ganz anderes: Stress! Das Kalorien-Chaos hat mich wieder.

 


 

 

Back on Track!

Mein Perspektivenwechsel zum Thema Ernährung und Sport

Als ich in meinen Instastories eine App gezeigt habe, mit welcher ich meine Kalorien und mein Aktivitätslevel tracke, erreichten mich Nachrichten, warum ich wieder Kalorien zähle und plötzlich Sport thematisiere – was sonst nie wirklich vorgekommen ist. Das hat durchaus seine Gründe. Einen dieser Gründe konnte ich mit der Beschreibung des Beitragsbildes und der Wahrheit dahinter durch die Blume erklären: Essen stresst mich!

Wenn es um persönliche Meinungen zum Thema Kalorienzählen geht, scheiden sich die Geister. Für die einen ist nichts Verwerfliches dran, die anderen assoziieren damit eine Essstörung. Natürlich war Kalorienzählen in der Magersucht mein tägliches Ritual. Ich habe nichts gegessen, ohne die Kalorienanzahl exakt zu kennen – GRAMMGENAU. Wichtig ist jedoch, dass man zwischen normalen und abnormen Verhaltensweisen unterscheiden kann. Nicht nur Menschen mit Essstörungen zählen Kalorien, sondern auch Sportler oder Menschen mit einem gesunden Ernährungsbewusstsein.

Zum Tracken gehört nicht nur das Zählen von Kalorien, sondern auch das Überprüfen der Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln. Heutzutage verstecken sich in Lebensmittel Unmengen an Zucker, Transfette, E-Nummern etc. weswegen ich es nicht falsch finde, über den Tellerrand zu blicken. Darum: Nicht nur blind vertrauen, sondern sich auch fragen: „Was ist drin?“ 

 

 

Why I Count My Calories

Darum habe ich wieder begonnen, meine Kalorien zu zählen

Ernährung ist ein unglaublich persönliches Thema. Mir fällt es immer noch schwer, darüber zu schreiben. Ich selbst bin kein Paradebeispiel und möchte niemanden etwas vorleben, das in Wahrheit nicht leicht zu handhaben ist und sogar die Lebensqualität verringert. Mit meiner Ernährung werde ich lebenslänglich kämpfen müssen. Nun ist es so, dass ich wieder einige Probleme hatte. Noch im September schrieb ich über meine Verzweiflung, unbewusst weiter abzunehmen. Schlussendlich gab ein Ernährungstagebuch Aufschluss über meine Abnahme. Es war keine plötzliche Schildrüsenüberfunktion oder ein anderer Effekt meines Körpers. Ich nahm deswegen ab, weil ich meinem Körper trotz nicht gerade gesunden Nahrungsmitteln immer noch zu wenig Energie zuführte. Ich dachte, ich würde über meinen Grundumsatz essen, weil mein Essen nicht gerade gesund war. Tatsächlich erreichte ich trotzdem nicht meinen Grundumsatz.

Als das Zunehmen dann klappte, hatte ich plötzlich unglaubliche Probleme mit der steigenden Zahl. Man malt sich die Dinge anders aus, als sie dann letztendlich sind. Ich dachte, ich würde mich über eine Zunahme freuen. Das Endresultat war, dass ich damit überhaupt nicht klar kam, als ich plötzlich eine höhere Zahl sah. Alte Angstgefühle, wie ich sie noch aus Therapiezeiten kannte, keimten unmittelbar in mir auf.

 

Das Hungern begann erneut

So führte eines zum anderen. Lange Hungerperioden begannen, in denen ich mich nur noch flüssig ernährte. Ich hatte im Spätherbst/Winter einige Hotelkooperationen, bei welchen ich dann wieder einmal feste Nahrung zu mir genommen habe. Schlechtes Gewissen inklusive. Zusätzlich der Stress, meine Essproblematik vor anderen geheim zu halten. Ich wollte niemanden miteinbeziehen. Nur ein paar wenige wussten davon, weil ich mit ihnen über alles rede.

Das ging eine Zeit lang gut und führte auch dazu, dass ich wieder dünner wurde. Erneut war ich in einem Hamsterrad gefangen. Über Weihnachten nahm ich durch den gesteigerten Konsum von Glühwein rasant zu. Kleine „Cheatdays“ am 24. und zu Silvester wurden mir zum Verhängnis. Generell: Jede feste Nahrung wurde mir zum Verhängnis. Weil mein Körper auf Sparflamme gesetzt wurde, nahm ich logischerweise wieder zu. Gewogen habe ich mich seit November nicht mehr, aber so objektiv kann ich mich selbst noch wahrnehmen, dass ich es auch ohne Waage weiß. An Hungertagen ernährte ich mich nur von Milch und Sojamilch. Unbewusst steigerten sich die Mengen, sodass ich wieder über meinen ohnehin schon auf Sparflamme gesetzten Grundumsatz kam – all das, ohne es zu merken.

 

 

…dann der Cut

Obwohl ich hungerte, blieb ich nicht so schlank, wie ich es im Sommer war. Eine Zeit, als ich gegessen habe, ein wenig Sport trieb und relativ schmal wurde. Ich begann umzudenken; merkte, dass eine schöne Figur vor allem aus zwei Dingen resultiert: Regelmäßiges, gesundes Essen und Sport. Das führt nicht nur zu einem gesunden, schlanken Leben, sondern auch zu einer verbesserten Lebensqualität. Logisch.

Natürlich war mir das stets bewusst. Nach jedem überstandenen Rückfall und in essstörungsfreien Phasen wusste ich es. Sogar mittendrin wusste ich es. Doch ihr müsst verstehen: Wann immer ich in die Fänge meiner Essstörung gerate, verdränge ich das. Ich vergesse, welche schlechten Auswirkungen es tatsächlich auf mich hat, wie mein Wohlbefinden darunter leidet etc. Darum vertrete ich auch stur den Glauben, alles sei in Ordnung und es mir gut geht. Ein Einreden, das so lange andauert, bis ich felsenfest davon überzeugt bin. Ich manipuliere mich quasi selbst und befinde mich in einer Traumblase. 

Als mein Spiegelbild unerträglich wurde, ich nicht damit klarkam, wieder an Gewicht zuzulegen, obwohl ich trotz Unmengen an Sojamilch und Milch permanent Hunger hatte und auch die körperlichen Symptome wie Amenorrhoe, Haarausfall, Herzbeschwerden, trockene Haut und brüchige Nägel nicht lange auf sich warten ließen, schrillten die Alarmglocken. Besonders bei Verletzungen wurde mir mein körperlicher Zustand bewusst. Meine Wundheilung hat sich quasi eingestellt. Ich habe immer noch Kratzer und blaue Flecken vom Vorjahr, die einfach nicht verheilen möchten. Mein Gesicht ist aufgeschwemmt – und nein, das liegt nicht nur an dem erhöhten Glühweinkonsum während der Adventszeit. Das dachte ich zwar noch vor zwei Monaten, doch inzwischen weiß ich: die Gründe liegen in meiner Mangelernährung. Ich habe, wie gesagt, nur noch von aufgeschäumter Sojamilch und fettreduzierter H-Milch gelebt – und das in Massen. Gegebenenfalls gab es Gemüsesuppe, aber alles bitte nur flüssig. Kaum war eine ganze Erbse drin, wurde sie püriert. Ich entwickelte regelrecht eine Phobie vor festen Nahrungsmitteln.

 

 

Die Angst vor dem Neustart

Ich hatte Angst, wieder mit dem Essen zu beginnen, aber ich will nicht mein Leben lang ständig von meiner Essstörung abhängig sein. Sie wird zwar immer da sein, aber ich will die Kontrolle haben. Aufgrund meiner schlechten Therapieerfahrungen bin ich nicht dazu bereit, wieder in die Klinik zu gehen, doch ich bin offen für alternative Therapiekonzepte. Die inzwischen fünf Rückfälle haben mir vor Augen geführt, dass ich mir eine weitere Therapie durch den Kopf gehen lassen sollte. Gerade auch deswegen, weil ich nach wie vor ein paar Probleme bei meinen Einkäufen habe. Sie dauern ewig und manchmal überkommt mich auch das Gefühl von Panik und Überforderung. Immer wieder hole ich mich selbst aus meiner Essstörung heraus. Das ist der Fehler. Neue Rückfälle sind dadurch vorprogrammiert. Das „Sich-Selbst-Herausholen“ bringt Linderung, löst aber nicht das Problem per se.

Momentan versuche ich, selbstständig mein Problem in den Griff zu bekommen. Im Laufe der Jahre habt ihr diesbezüglich schon oft mein Scheitern erlebt, was es jedes weitere Mal definitiv schwerer macht, darüber zu schreiben. Doch dass ich immer wieder Rückfälle habe und scheitere, zeigt auch meine Menschlichkeit. Scham hin oder her, aber ich habe meine Essstörung seit meiner Klinikentlassung nicht überwunden, auch wenn ich es dachte. Einige Zeit lang ging es gut, doch das Problem war, ohne es zu merken, permanent da und dauert inzwischen schon neun Jahre.

 

 

Probleme lösen, statt weiter hineinrutschen

Schluss mit der Warterei

Es geht mir darum, zu lernen, ein normales Lebens zu führen. Ein normales Essverhalten zu entwickeln und sportlich aktiver zu werden. In meiner Klinik habe ich das nicht gelernt. Kalorien waren irgendwie immer in meinem Kopf.

Ich gebe nicht auf, doch ich will nicht auf die Lösung des Problems warten, sondern es gleich in Angriff nehmen. Darum zähle ich Kalorien – aus dem Grund, weil ich sie nicht mehr als meine Feinde betrachten will. Es gibt mir ein Gefühl der Sicherheit. Die Motivation auf ein normales Leben, wie ich es für mich führen möchte, ist auch der größte Antrieb, um wieder Sport zu machen. Außerdem hilft mir meine App, genügend Wasser zu trinken, weil sie den Wasserkonsum trackt. Und es gibt gesunde Rezepte. Durch meine Essstörung weiß ich nicht mehr, was eine normale Portion ist. Normale Portionen kamen mir oft gigantisch vor. Dementsprechend ausgeprägt war auch mein schlechtes Gewissen danach.

 

Wie es mir mit dem Tracken geht

Mit dem Tracken habe ich erst vor wenigen Wochen angefangen. Sport treibe ich mittlerweile seit Ende Dezember regelmäßig. Weil es inzwischen doch schon ein paar Monate gut läuft, traue ich mich auch, offen darüber zu sprechen. Früher war ich am ersten Tag sofort übereuphorisch, teilte es am Blog mit und musste mir später erneut mein Scheitern eingestehen. Das wollte ich um alles in der Welt vermeiden. Jetzt, wo ich eine Routine gewonnen habe, fühle ich mich selbstsicherer, darüber zu sprechen, was ein Scheitern natürlich nach wie vor nicht ausschließt.

Mittlerweile geht es mir auch wieder viel besser. Nicht nur die Motivation auf ein ausgeglicheneres Leben helfen mir. Ich habe erkannt, dass ich Energie brauche, um die alltäglichen Aufgaben zu meistern. Dazu zählt der bevorstehende Umzug Anfang Herbst. Ohne Energie kann man keinen Haushalt (alleine) führen. Auch meine berufliche Verpflichtung als Lehrerin ab September und jetzt als Selbstständige gaben mir einen Anstoß, die Sache anzugehen. Man kann es sich schwer vorstellen, aber selbst das Bloggen ist eine immense Herausforderung, wenn man kaum Energie hat. Unterrichten geht sowieso nicht. Unser Gehirn braucht nicht umsonst sein Nahrung, um leistungsfähig zu bleiben. Dabei habe ich große Ziele in meinem Unterrichtsjahr: Ich will eine gute Lehrerin sein und den Kids tolle Unterrichtskonzepte bieten.

 

Kalorien zählen

 


 

Ihr Lieben

Es ist mir schwer gefallen, diesen Beitrag zu schreiben. Da ich offene Fragen jedoch beantworten wollte, habe ich es trotzdem getan. Auch wenn ich kurz davor war, den Kampf gegen meine Essstörung endgültig aufzugeben und sie als fixen Bestandteil meines Lebens hinzunehmen, habe ich mich wieder aufgerappelt. Denn wie sage ich immer so schön: Die Essstörung ist stark, aber ich bin stärker! One step back gives you the chance to take two steps ahead.

PS: Der Cupcake wurde tatsächlich gegessen und schwesterlich mit Alex geteilt.

 

Hier findet ihr mehr zum Thema Anorexie

 

 

Life Update #10: Turbulent

Der Oktober ist zwar erst knapp zur Hälfte vorbei, aber dennoch eignet sich die Zeit bereits, um zu resümieren. Er war schon jetzt ein unglaublich ereignisreicher Monat. Ein Monat, in dem ich für meine harte Arbeit belohnt wurde und gleichzeitig wieder mit harter Arbeit begonnen habe. Ein Monat, der schön anfing und momentan etwas turbulent und durchwachsen für mich läuft. Der Oktober hatte es somit bereits jetzt schon ordentlich in sich. Da ich meine Life Updates immer gerne nach Lust, Laune und Bedürfnis schreibe und es auch jetzt schon viel zu erzählen gibt, möchte ich heute wieder einmal aus dem Nähkästchen plaudern.


 

 

Life Update #10

Mein Oktober – Turbulent und durchwachsen

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich beginnen soll. Alleine für den Titel dieses Life Updates brauchte ich Stunden, habe immer wieder editiert und verändert. Doch würde mich jemand nach meiner spontanen Antwort fragen, wie mein Oktober bis jetzt so verläuft, wären es wohl zu 100% die Worte: „Turbulent und Durchwachsen.“ Die vielen Eindrücke, die immer noch, wie auch schon in den Monaten zuvor, auf mich einprasseln, nehmen kein Ende. Das macht mein Leben zwar nicht immer einfach, aber dafür spannend.

 

 

Meine Sponsion

Drei Monate lang habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Nachdem ich im Juli mein Studium beendet habe und aufgrund des Datums knapp die Frist für den Sponsionstermin im Sommer verpasst habe, musste ich fast exakt drei Monate lang warten, um endlich meine Sponsionsrolle entgegenzunehmen. Doch am 06. Oktober war es endlich soweit. Ich habe euch an diesem besonderen Tag natürlich via Instastories teilhaben lassen, obwohl ich gleichzeitig versucht habe, viele Eindrücke und Momente so privat wie möglich zu halten. Darum herrschte striktes Social Media Verbot bei der Zeremonie per se und auch beim gemeinsamen Essen mit meinen Freunden. Dafür möchte ich euch jetzt ein bisschen davon erzählen.

Der Festakt an sich ist ganz schön, allerdings nicht wirklich spektakulär und persönlich. Man wird als Absolvent einzeln vorgestellt, welches Studium man absolviert hat und welchen akademischen Grad man verliehen bekommt. Anschließend hält der Dekan oder die Dekanin des jeweiligen Instituts eine Rede und ganz zum Schluss hat man als Absolvent seinen großen, aber sehr kurzen Auftritt und nimmt seine Sponsionsrolle entgegen. Mit dem traditionellen „Gaudeamus Igitur“ endet die ganze Zeremonie und das wars.

Obwohl der Festakt etwas unpersönlich ist, genoss ich es, dass einige Menschen, die mir so viel bedeuten, sich die Zeit genommen haben, diesen Tag mit mir zu verbringen. Meine beste Freundin kam für diesen Anlass sogar extra von Wien nach Graz. Es waren die Momente mit meinen Lieben, die ich so genossen habe.

 

 

Mein neues Studium

Inzwischen habe ich auch mein neues Studium aufgenommen. Pünktlich zu Studienbeginn am 2. Oktober stand ich auf der Matte und besuchte meine erste Vorlesung seit ich weiß nicht wie vielen Jahren. Ich fühlte mich voll und ganz wie ein Studienneuling. Ein neues Institut, neue Räumlichkeiten, neue Professoren. Es war ein bisschen so wie damals, als ich ganz frisch von der Schule an die Uni kam und als Neuling verwirrt quer über den Campus irrte. Tja, auch das war ziemlich turbulent und durchwachsen, aber da ich schon eine alte Häsin bin, was das studieren betrifft, fand ich mich schnell zurecht. Fun Fact: Meine erste Vorlesung hatte ich genau im selben Hörsaal, wie meine erste damals beim Lehramtsstudium. Wenn das kein gutes Omen ist. 

Nach zwei Wochen ist es vielleicht noch ein bisschen früh, um zu resümieren, wie mir das Studium gefällt, aber bis jetzt finde ich es unglaublich interessant und ich entdecke etliche Facetten der Ethik, die ich aus meinem Philosophiestudium gar nicht kannte. Das Studium an sich ist wirklich spannend, aber nach wie vor muss ich mich zu Vorlesungen quälen. Manche Dinge ändern sich wohl eben nie 🙂 . Dafür bin ich auch bei einigen Seminaren angemeldet und wenn ich anwesend sein muss, fällt es mir natürlich wesentlich leichter, auch dort zu erscheinen.

 

 

Eine kleine Veränderung

Neben einem neuen Studium hat sich in meinem Leben noch etwas verändert. Ich habe mich dazu entschieden, das Grazer Blogger Team zu verlassen. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber es gibt momentan so viele Dinge in meinem Leben, für die ich Zeit brauche und die einfach die höchste Priorität genießen. Einerseits mein Studium, andererseits mein Blog. Doch das Allerwichtigste von allem ist mein Privatleben. Aus diesen Gründen habe ich mich dazu entschlossen, das Team zu verlassen. Trotzdem möchte ich mich an dieser Stelle bei den Mädels für die spannende Zeit und die tollen Projekte bedanken und jede für ihre Zukunft alles erdenklich Gute wünschen.

 

Turbulent und Durchwachsen

 

Eine kleine Downphase

Vielleicht werden sich einige von euch nun denken: „Na endlich.“ oder „Dieses Dauerhappysein ging mir an ihr sowieso schon so auf die Nerven.“ Wie ihr wisst, hatte ich einen unglaublich schönen Sommer, der aus puren Glücksgefühlen bestand. So gut, wie zu dieser Zeit ging es mir noch nie und ich habe es auch oft erwähnt, dass ich einfach nur glücklich bin. Es gab im Grunde genommen kaum einen Tag, an dem ich nicht mies gelaunt war. Versteht mich nicht falsch, glücklich bin ich nach wie vor, denn ich habe in diesem Sommer so viel gelernt. Gelernt, welche Facetten das Leben hat und dass man den Kopf nicht immer gleich in den Sand stecken soll. Ich habe diese Negativbrille abgelegt, die ich so lange auf hatte. Und sie ist immer noch abgelegt.

Trotzdem hatte ich jetzt ein paar Phasen, in denen ich einfach ein kleines Down hatte. Ich sage ja, der Oktober ist etwas turbulent und durchwachsen. Woher diese Downphase kommt, weiß ich nicht. Vielleicht, weil der Sommer vorbei ist und ich mich nun wieder langsam an die kalte Jahreszeit gewöhnen muss. Und weil ich seit Studienbeginn wieder in ein paar alte Muster gefallen bin, die ich unbedingt vermeiden wollte. Darauf möchte ich aber aktuell nicht wirklich eingehen. Dennoch merke ich, dass ich mich davon nicht mehr so leicht beeinflussen und unterkriegen lasse, wie noch zu früheren Zeiten. Außerdem half mir ein langes Gespräch mit meiner lieben Freundin Kerstin, um wieder einmal einen klareren Kopf zu bekommen. Genauso wie das Wissen, dass ich auch auf meine anderen Mädels und meine beiden besten Freunde bauen kann, wenn ich mal mit jemanden über kleine Problemchen oder Wehwehchen reden möchte. Ich glaube, ich habe wieder einmal mehr begriffen, WEN ich wirklich als Freund/Freundin bezeichnen kann und wer einfach nur eine Bekanntschaft ist.


 

Meine letzten Life Updates aus dem Jahr 2017

September

Life Update#9: Hello New Chapter!

August

Life Update #8: Good Vibes

Juli

Life Update #7: Magistra rerum naturalium

Juni

Life Update #6: Bald geschafft!

März

Life Update #5: Es wird ernst!

Februar

Life Update #4: Ein kleiner Lichtblick

Januar

Life Update #3: Über Pläne & Ziele

 

Heute vor genau fünf Jahren…

Heute vor genau fünf Jahren wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, in welchem ich fast ein halbes Jahr lang gegen meine Magersucht angekämpft habe. Heute vor genau fünf Jahren, am 5.10.2012. Unglaublich, wie viel Zeit vergangen ist und dabei kommt es mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen. Ich stand mit zwei vollen Koffern vor der Station, verabschiedete mich von meinen Leidensgenossinnen und es fühlte sich ein bisschen nach Wehmut an. Wehmut, weil ich gehen musste und weil ich einen wichtigen Teil von mir gehen lassen musste. Und es fühlte sich gar nicht so toll an. Ich wusste, dass ich nicht geheilt war, dass mein Rückfallsrisiko bei 90% lag und dass ich immer noch Untergewicht hatte. Es machte mir Angst, wieder in die große weite Welt hinausgehen zu müssen, weiterzustudieren, den Alltag wieder aufzunehmen. Das war heute vor genau fünf Jahren. 

 

Heute vor genau fünf Jahren

 

Meine Magersucht und die Zahl 5

Die Zahl Fünf steht anscheinend in einem großen Zusammenhang mit meiner Krankheitsgeschichte. Am 5.2.2009 begann ich mit meiner ersten Diät, die wohl den Grundstein für diese Krankheit gelegt hat. Ich nahm jedoch wieder zu. Allerdings – fast genau zwei Jahre später, am 5.3.2011 begann ich erneut mit einer Diät, die mich in die schlimmste Krankheitsphase meines Lebens rutschen ließ. Am 5.5.2012 hatte ich den schlimmsten Magersuchtstag meines Lebens und exakt fünf Tage später war ich so schwach, dass ich mein Dasein nur noch in einem abgedunkelten Zimmer fristete. Wenige Wochen später, am 25.5.2012, hatte ich meinen Zusammenbruch und ich wurde in die Klinik eingeliefert. Am 5.6. kam ich in eine spezialisierte Klinik und nahm meine Therapie gegen die Magersucht auf. Und am 5.9. wurde ich von meiner damaligen Liebe verlassen und musste einen weiteren Monat in der Klinik bleiben. Doch dann, am 5.10. konnte ich endlich gehen. 

Ich glaube nicht an Schicksal, Karma oder anderen Hokus Pokus, aber es ist verrückt, wie diese Zahl mit meiner Krankheit einhergeht. Ich begann langsam, die Zahl Fünf als meine Unglückszahl zu betrachten, doch den Bann, an den ich eigentlich gar nicht glaube, habe ich wohl am 5.7.2017 gebrochen, als ich mein Studium erfolgreich abgeschlossen habe. Und heute, am 5.10. stehe ich da und blicke auf eine schier unglaubliche Zeit zurück. Ich frage mich noch heute, wie ich das geschafft habe. Meine Therapeutin sah mich wiederkommen, doch ich blieb von der Klinik fern. Bis heute. Bis heute bin ich nicht zurück, habe nie wieder eine Therapie aufgenommen, obwohl ich in diesen fünf Jahren drei Rückfälle hatte. Doch aus jedem Rückfall konnte ich mich selbst wieder herausziehen, hatte immer einen Anker, der es möglich gemacht hat. Irgendwie.

 

Heute vor genau fünf Jahren

 

Die Ups and Downs in diesen fünf Jahren

Ich bin dankbar, dass ich in diesen fünf Jahren ein halbwegs normales Leben führen konnte. Dass ich in dieser Zeit gelernt habe, mich selbst zu lieben. Es hat fünf Jahre gedauert. Jetzt bin ich 25 und im Einklang mit mir selbst, trotz kleiner Problemchen, die immer noch mein Gewicht betreffen. Rückfälle gehören zu meinem Leben mit einer unheilbaren Krankheit wohl dazu. Das habe ich gelernt, wobei ich es jetzt nicht mehr darauf ankommen lassen will. Die Magersucht war eine harte Zeit, der Kampf, wieder rauszukommen, noch härter.

Heute habe ich mehr Vertrauen in mich selbst. Downs rufen immer noch Appetitlosigkeit in mir hervor, aber wie gesagt, ich lasse es nicht mehr darauf ankommen. Auch wenn ich jetzt immer noch Gewichtsprobleme habe. Dafür ganz andere, als damals in der Zeit meiner Anorexie. Aber auch hier gibt es gute Nachrichten. Seit drei Wochen habe ich nicht mehr wirklich etwas abgenommen. Ein Anfang. Und mein Körper scheint in seine Balance zurückzufinden. Das ist okay für mich. Hauptsache keine Magersucht mehr. Denn die habe ich vor fünf Jahren im Krankenhaus gelassen. Heute vor genau fünf Jahren habe ich das getan. Nicht für immer, denn sie kam ab und zu auf Besuch, aber ich habe sie hinter mir gelassen. Heute vor genau fünf Jahren.

 

Heute vor genau fünf Jahren Heute vor genau fünf Jahren

Outfitdetails

Hoodie: Levi’s
White Basic: Zalando Essentials
Overknee Tights: H&M
Ankle Boots: Deichmann (Similar)

Red Lipstick: Catrice Long Lasting Lip Pencil „170 Plumplona Olé“

Picture Credits: Miss Getway

 

Gewichtsprobleme und Magerwahn

Sie meinen es ja nur gut, ich weiß. Und ich nehme es keinem übel. Aber es fühlt sich so an, als würde das Wort „Anorektiker“ permanent auf meiner Stirn prangen. Tief eingebrannt mit schwarzer Tinte und egal was ich mache, ich kann dieses Label nicht von meiner Stirn waschen. Und das tut weh. Weil ich schon wieder nur auf eine Zahl reduziert werde.

 

Gewichtsprobleme

 

Diese Zeilen schrieb ich am 28. Juli 2017 auf meinem Blog. Wie immer habe ich mich in dieser persönlichen Kolumne mit einem Thema befasst, welches mich zu diesem Zeitpunkt beschäftigte. Ein Thema, welches mich bis heute beschäftigt. Ich habe mich für meinen durch den womöglich auf den Uniabschlussstress zurückzuführenden Gewichtsverlust gerechtfertigt. Gerechtfertigt, weil ich wieder darauf angesprochen wurde. Ich dachte, damit würde sich das Thema ein für alle mal als gegessen erklären. Tat es aber nicht. Angesprochen werde ich weiterhin. Inzwischen geht es so weit, dass ich bei Instagram bei meinen Direct Messages sogar wüst beschimpft wurde. Dass ich meiner Community nur etwas vormache und dass ich ein schlechtes Vorbild bin. Dass ich meinen erneuten „Magersuchtsrückfall“ langsam nicht mehr leugnen sollte, weil es ohnehin offensichtlich ist, dass ich wieder Essprobleme habe.

 

Gewichtsprobleme der anderen Art

Ich leide unter keinem Magerwahn!

Im Gegensatz zu dem Post damals soll das heute kein Rechtfertigungspost werden, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass ich diese aktuelle Situation erklären möchte. Weil sie mich selbst auf eine gewisse Art und Weise belastet. Ich nehme ab und kann nichts dagegen machen. Nach meiner Diplomprüfung war ich unendlich glücklich mit meiner Figur. Von der ist allerdings nicht mehr viel übrig. Inzwischen sehe ich aus, wie eine großbewachsene 14-Jährige. Der Blick in den Spiegel verschafft mir schon längst kein Lächeln mehr, sondern ruft zwanghafte Überlegungen in mir hervor, wie ich endlich wieder ein paar Kilo mehr auf die Rippen bekomme. Nie in meinem Leben hätte ich mir gedacht, dass ich einmal Gewichtsprobleme der anderen Art haben werde.

Normalerweise muss ich einen Donut nur ansehen und seinen Duft einatmen, um zuzunehmen. Während meiner Diplomarbeit- und Diplomprüfungszeit habe ich mich überwiegend von Pizza ernährt und dabei abgenommen. Ich dachte, es liegt daran, weil die Ernährung zu einseitig war. Mit gesundem Essen wollte ich dieses dadurch entstandene Gewicht behalten, denn für mich war es endlich perfekt. Daraus wurde nichts. Ich nahm weiter ab. Ich begann, meine Ernährung wieder mehr schleifen zu lassen. Half auch nichts. Ich nahm trotzdem ab. Inzwischen bin ich an einem Punkt angekommen, an dem mir der Kilostress manchmal so zu schaffen macht, dass ich dadurch sogar meinen Appetit verliere, was auch nicht gut ist. Keinen Hunger, weil ich so oder so abnehme. Und weil es mich stresst. Das Seltsame an der ganzen Sache ist jedoch: Wenn ich wieder einmal einen Tag unter Appetitlosigkeit leide oder unter Dauerstress stehe, sodass ich dadurch einfach weniger zum Essen komme, nehme ich zu. Aber ich kann doch nicht Hungern für ein paar Kilo mehr.

 

Gewichtsprobleme

 

Kein gutes Vorbild mehr im Kampf gegen Magersucht?

Ich weiß, die ganze Sache klingt so surreal. Das tut sie auch für mich und ich kann es mir selbst nicht mehr erklären, was gerade mit meinem Körper falsch läuft. Es tut mir nur so verdammt weh, wenn mir Dinge unterstellt werden, die einfach nicht so sind. Ich habe sogar selbst Angst, dass ich ein schlechtes Vorbild bin, weil ich von mir selbst momentan nur Bilder in diesem Zustand posten kann. Das schlimmste ist jedoch: Ich fühle mich überhaupt nicht mehr fraulich, sondern eben, wie bereits erwähnt, wie eine Erwachsene in einem großbewachsenen 14-jährigen Körper. Der größte Schock war für mich, als ich bei unserem Trachtenshooting eine Trachtenjacke in einer Größe fernab von 36 tragen musste, weil alles andere zu groß für mich war. Eine Kindergröße für eine fast 26-jährige Frau mit einer Größe von über 1,70 m ist doch nicht normal. Der einzige Trost: Trachten müssen halt eng anliegend sitzen. In normalen Stores brauche ich diese Größe zum Glück noch nicht, sondern habe gerade noch eine normale Größe, was hoffentlich so bleibt.

Und dann noch diese ungute Gefühl bei Bloggerevents, wenn man zuvor gegessen hat und später beim Event nichts isst, weil man einfach keinen Hunger mehr hat. Da kommt es natürlich besonders glaubwürdig rüber, wenn man zuvor auf den angesprochenen Gewichtsverlust beteuert, dass alles in Ordnung ist. Nämlich NOT. Zugegeben: Ich habe mir schon Gedanken gemacht, was die anderen jetzt von mir denken werden. Inzwischen kann ich meine Nahrungsaufnahme nämlich sehr gut kontrollieren. Ich esse nur mehr, wenn ich Hunger habe, obwohl ich mich jetzt auch manchmal dazu zwinge, zu essen, auch wenn ich keinen Hunger habe. Aber ich will mich auch nicht überessen müssen, denn dann liege ich wie eine Boa Constrictor auf dem Sofa und krümme mich vor Bauchschmerzen. Auch nicht schön.

 

Gewichtsprobleme

 

Wie soll es jetzt weitergehen?

Irgendwann muss auch einmal Schluss sein. Ich denke, mein Körper kann nicht ewig abnehmen. So habe ich einen Pakt mit mir selbst geschlossen. Ich will zwar zunehmen, aber wenn das Gewicht jetzt so bleibt und nicht weiter runtergeht, dann kann ich damit leben. Dann kann ich es irgendwie akzeptieren, denn ich habe gelernt, meinen Körper zu lieben. In allen erdenklichen Formen und Größen. Nur wenn das Gewicht weiter runtergeht, weiß ich nicht mehr, ob ich meinen Körper so akzeptieren kann bzw. geht es hier dann auch schon um die gesundheitlichen Aspekte.

Momentan habe ich das Glück, dass alles im grünen Bereich ist. Meine Haare sind gesund, glänzend und gehen mir nicht aus. Hätte ich einen Rückfall, wäre dem nicht so. Ich bekomme weiterhin ganz normal meine Periode in der selben Intensität und Dauer, wie davor. Hätte ich einen Rückfall, wäre dem nicht so. Ich fühle mich (meistens) fit und (meistens) nicht müde. Hätte ich einen Rückfall, wäre dem nicht so. Meine Haut ist nicht ausgetrocknet. Hätte ich einen Rückfall, wäre dem nicht so. Ich habe keine verbotenen Nahrungsmittel. Hätte ich einen Rückfall, wäre dem nicht so. Wenn ich nach langem Sitzen schnell aufstehe, wird mir nicht schwarz vor Augen. Hätte ich einen Rückfall, wäre dem nicht so. Ich kann mich gut konzentrieren. Hätte ich einen Rückfall, wäre dem nicht so. Einzig und alleine das mir dauerkalt ist, ist ein kleines Problem, aber ich bin so oder so eine Frostbeule.

 

Doch eine Sache kann ich trotzdem nicht ganz leugnen…

 

…ja, ich gebe es zu: Es gibt auch Tage, an denen ich mich unförmig, hässlich und als zu dick empfinde. Selbstverständlich habe ich das ab und an, ich meine, ich bin eine ehemalige Anorektikerin. Das Gefühl taucht nichtsdestotrotz immer wieder einmal auf und jeder hat diese Tage, an denen er sich verzerrt im Spiegel wahrnimmt. Das hat mit Anorexie an sich nichts zu tun. Dennoch – im Grunde genommen weiß ich, dass ich zu dünn bin und das stört mich.

Um noch einmal zu dem Pakt mit mir selbst zurückzukommen: Nehme ich weiter ab, wird mir wohl nichts anderes mehr übrig bleiben, als zum Arzt zu gehen. Davor drücke ich mich ganz schön, denn bei solchen Sachen habe ich IMMER Angst vor Hiobsbotschaften. Ich will mich nicht damit konfrontieren müssen, dass etwas nicht in Ordnung mit mir ist. Gerade jetzt, wo mich das pure Leben eigentlich wahnsinnig glücklich macht. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren und verlieren liegt mir überhaupt nicht. Schon gar nicht, wenn es um mein Gewicht geht, denn das Kriegsbeil ist begraben und ich habe keine Lust, es wieder auszugraben.

Seid also versichert: Es geht mir gut. Diese Dauerabnahme macht mir zwar ab und zu ein bisschen zu schaffen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich mein Lachen nicht verloren habe. Andere Dinge haben in meinem Leben mehr Priorität. So vergesse ich diese „kleine Übel“ auch Tag für Tag und fühle mich nichtsdestotrotz großartig. Weil ich Frieden mit mir selbst geschlossen habe. Und darum möchte ich nach all den nostalgischen Bildern zuvor diesen Post mit einer „Happy smiling Lisa“ beenden. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, diesen Post zu lesen.

 

Gewichtsprobleme Gewichtsprobleme

 

Life Update #9: Hello New Chapter!

Die Blätter verlieren ihr sattes Grün und erstrahlen in den prächtigsten Herbstfarben: Rot, gelb, orange und braun. Am Boden stapeln sich Laubhaufen, die ich als Kind immer durcheinander gewirbelt habe. Manchmal überkommt es mich sogar noch heute. Dann kommt das Kind in mir zum Vorschein und lässt die alten Zeiten wieder hochleben. Zumindest gedanklich, denn jetzt, wo ich erwachsen bin und selbst auch gelegentlich den Gartenrechen schwinge, weiß ich, wie viel Arbeit es ist, das Laub zusammenzukehren. Ja, eine neue Jahreszeit ist angebrochen und langsam, aber sicher verschwindet die Wehmut, den Sommer gehen zu lassen. Okay, das rede ich mir nur ein. Doch irgendwie habe ich auch nicht die Zeit dazu, mir Gedanken zu machen, dass mich die Sonne nun nicht mehr beim Aufwachen kitzeln wird.

A new chapter in my life is about to begin. Every single month, every single week, every single day, every single moment.

Es passiert gerade so viel in meinem Leben. Viel zu viel. Und all diese Eindrücke überrennen mich manchmal. Es ist schön, gerade so viel zu erleben. Zu erleben, wie jeder Tag etwas neues mit sich bringt. Darum wird es auch wieder einmal Zeit für ein kleines Life Update.


 

Life Update #9

Let’s start a New Chapter

Mein Neuanfang hat bereits im Juli begonnen. Das habe ich hier und auch hier und sowieso oft genug erwähnt. Aber Herbst ist eine Jahreszeit, die sich für mich auch immer wie etwas Neues anfühlt. Neue Herausforderungen erwarten mich und ich nehme Abschied von meiner liebsten Jahreszeit, dem Sommer. Ist der Sommer erst einmal vorbei, fühlt es sich an, als hätte ich ein Kapitel geschlossen. Jetzt bin ich gerade dabei, ein neues Buch anzufangen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mein altes Journal hat seine Dienste getan. Auch wenn es noch nicht voll ist, ist es momentan nur noch mein Begleiter für To Do Listen. Ich habe ein neues angefangen und werde alle Gedanken, alle Worte, die mir im Kopf umschwirren fortan in mein neues Journal schreiben. Und mit Gedanken und Worten bin ich aktuell voller den je.

 

 

New People

Momentan befinde ich mich gerade in einem Stadium meines Lebens, in dem ich dazu bereit bin, neue Menschen in mein Leben zu lassen. Das fiel mir lange Zeit unheimlich schwer. Und irgendwie tut es das immer noch. Es fällt mir schwer, neue Menschen kennenzulernen (im Sinne von richtig kennenlernen – kurze Talks sind immer drin) oder andere Menschen, die bereits mit einem Fuß in meinem Leben stehen, näher an mich heranzulassen. Es ist immer wieder eine Premiere, wenn es gelingt. Aber ich merke immer mehr, wie gut mir soziale Kontakte tun und vor allem, wie schön es ist, diese auch zu festigen. Die Angst, verletzt oder enttäuscht zu werden, ist bei mir immer gegeben. Ich vertraue nicht schnell, aber ich rede gerne und viel, bin sogar bereit, mehr von mir preiszugeben, was jedoch nicht bedeutet, dass das ein Freifahrtschein in mein Leben ist. Ich schraube Erwartungen niedrig. Immer. Auch wenn es manchmal nicht so rüberkommt.

Doch eines kann ich mit Sicherheit sagen: Die Menschen, die es in mein Leben geschafft haben, waren und sind es wert.

 

 

New Experiences

Ich bin ein reflektierter Mensch, der alles gerne und lange analysiert. Planung ist mein halbes Leben, Spontanität oftmals fehl am Platz. Schon lange habe ich mir gewünscht, einen ticken spontaner zu sein. Einfach mal nicht alles durchdenken und im Feinschliff analysieren, reflektieren und durchstrukturieren. Struktur ist wichtig in meinem Leben. Ansonsten würde das Chaos Überhand gewinnen, denn ich bin von Natur aus eine richtige Chaotin. Teilweise hat mich diese viele Planung ziemlich frustriert. Darum bin ich ausgebrochen und ganz spontan in eine Stadt gereist: Bratislava. Kurzerhand habe ich beschlossen, auch Blogger Lisa daheim zu lassen. Die Kamera blieb mit einer einzigen Ausnahme aus. Ein paar Instastories konnte ich mir jedoch nicht verkneifen, denn die Stadt war einfach zu schön. Allerdings wurde ich gefragt, ob ich einen Travelguide über Bratislava mache. Diesmal muss ich leider sagen: NEIN. Ich habe es zu sehr genossen, mal (fast) alles hinter mir zu lassen und diesem Wochenende alles dem Zufall zu überlassen. Dafür komme ich meinem Lebensziel schon ein Stückchen näher: Ich konnte eine weitere europäische Hauptstadt besuchen und zähle nun insgesamt 9 auf meiner Liste.

 

 

New Challenges

Als Bloggerin brauche ich ein dickes Fell, denn es gibt nicht immer lobende Worte für das, was man macht. Nicht jeder mag mich. Und es muss mich auch nicht jeder mögen. Ich mag auch nicht jeden. Es ist verständlich, dass man nicht Everybody’s Darling sein kann. Das sind nicht einmal die größten Influencer unserer Zeit, wie beispielsweise Caro Daur oder Leonie Hanne.

Ich komme mit fiesen Kommentaren gut klar, doch neulich musste ich mich mit einem richtigen Hate gegenüber meiner Person rumschlagen. Das kommt ziemlich selten vor. Das letzte Mal sogar vor zwei Jahren. Ist also wirklich schon ewig her. Richtigen Hate erfahre ich sonst eigentlich nicht, aber dieses Mal war es für mich alles andere, als leicht, mit diesen Kommentaren klarzukommen. Ich will dem Hate hier überhaupt kein Futter geben, aber ich habe das Gefühl, ich muss es niederschreiben, weil es sich um eine Sache handelt, die mir nahe geht: Meine Figur und mein Aussehen. Es ist nicht sehr angenehm, als anorektische Bitch bezeichnet zu werden, die ihrer Community etwas vormacht, indem sie Stories von sich beim Essen oder generell Essen postet. Ich habe damit gerechnet, dass das Thema wieder präsent werden könnte, nachdem von mir nicht mehr so viel übrig ist. Und ich habe nur darauf gewartet, bis ich darauf angesprochen werde.

Ich habe es schon in meinem letzten Life Update angeboten, mehr darüber zu schreiben, bin bis jetzt allerdings nicht dazu gekommen. Nach wie vor kann ich euch aber versichern, dass Magersucht überhaupt kein Thema ist. Ich denke jedoch, dass ich diesem Thema nun wirklich bald einen eigenen Post widmen muss.


 

 

October: A New Chapter

Unglaublich, aber wahr. Jetzt ist auch schon der September bald vorbei und wir starten mit dem 10. Monat im Jahr. Okay, okay. Ich übertreibe, haben wir doch noch 10 Tage, aber die gehen schneller vorbei, als man denkt. Für mich bedeutet das: Back to University. Ich bin ganz gespannt, was das neue Studium für mich bereit halten wird und freue mich vor allem auf eines: Einen geregelten Tagesablauf. Obwohl ich eher die Naturwissenschaftlerin bin, freue ich mich auf dieses geisteswissenschaftliche Studium. Ich bin gespannt, welche Lehrveranstaltungen auf mich warten und letztendlich auch, mit welchem Thema ich mich in meiner Masterarbeit beschäftigen möchte.

Ansonsten ist für Oktober nicht viel geplant. Neben dem Studienbeginn steht nur noch meine Sponsion auf dem Plan. Das bedeutet, ich bekomme meinen akademischen Grad in einem universitären Festakt vor Publikum verliehen. Ich stehe der ganzen Sache jedoch zwiegespalten gegenüber. Es ist komisch, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Auf der anderen Seite ist es auch schön, für die eigene Leistung vor Publikum belohnt zu werden. Und ich kann diesen Tag mit meiner Familie und meinen liebsten Freunden verbringen. Besser kann der Oktober doch gar nicht starten.

 

Life Update #8: Good Vibes

Ich kann es kaum fassen. Mein Uniabschluss liegt nun fast schon zwei Monate zurück und ich blicke auf eine Zeit voller Anstrengung, Tränen, Zweifel, aber auch des Glücks und der Freude, etwas geschafft zu haben, zurück. Diese Zeit war hart für mich, sehr hart. Ich habe mich in ein Terrain gewagt, was für mich unbekannt war. Habe empirisch gearbeitet, eine eigene Forschung geschaukelt und damit gleichzeitig ein Thema, wofür auch gerade eine Dissertation geschrieben wird. Ich bin über meine Fähigkeiten hinausgewachsen, aber es war schwer. So lange habe ich an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt, aber es gab eine ganz bestimmte Sache, die mich immer am Ball bleiben ließ. Tagtäglich habe ich es mir eingeredet und mir so meine Motivation verschafft. Ich habe mir gesagt, dass sich mein Leben von Grund auf verändern wird, wenn ich die Uni abgeschlossen habe. Dass ich ein neues Leben beginnen werde. Glücklich sein werde. Frei. Und es ist eingetreten. Momentan genieße ich mein Leben in vollen Zügen und ich kann eines sagen: Ich bin glücklich. So wahnsinnig glücklich.

 

 

Life Update #8

Good Vibes in August

In den letzten Jahren habe ich viel zurückgesteckt. Vielleicht zu viel. Und vielleicht hätte ich das gar nicht müssen, aber ich gehe mit mir selbst immer sehr streng um. Leider. Ich wünschte mir, ich hätte das Leben vorher auch schon auf die Art und Weise genossen, wie ich es jetzt tue. Aber ich versuche den Gedanken beiseite zu schieben, irgendetwas verpasst zu haben. Denn ich bin jetzt jung. Immer noch. Und ich habe immer noch die Gelegenheit, so viel nachzuholen, was ich früher verpasst habe. Und das ist okay. Das ist mehr als okay. Ich habe meine Erfahrungen früher auf eine andere Weise gemacht. Jetzt ist der Moment gekommen, sie auf eine neue Weise zu machen. Und es fühlt sich gut an. So gut.

 

 

Über mein Bloggerleben, wunderbare Menschen und Bereicherungen

Ich war immer dankbar für all das, was ich durch und mit meinem Blog erleben durfte. Ich durfte neue Länder bereisen, an Presseevents teilnehmen, die Fashion Week in Wien besuchen (dieses Jahr werde ich allerdings absagen) und wunderbare Menschen kennenlernen. Doch momentan läuft alles besser den je. Die wachsende Freundschaft zu Kerstin von Miss Getway ist unter anderem eine Bereicherung, die ich besonders in den letzten Monaten erfahren durfte. Es ist schön, so einen kreativen Kopf kennengelernt zu haben. Eine junge Frau, die eine Leidenschaft mit mir teilt, mit der ich mich auf Anhieb verstanden habe und inzwischen haben wir uns zu einem wunderbaren, eingespielten Team etabliert, welches optimal miteinander harmoniert. Insbesondere euer Lob zu unseren gemeinsamen Zusammenarbeiten zeigen mir, dass wir gemeinsam wunderschöne Projekte auf die Beine stellen.

Momentan habe ich so eine große Freude am Bloggen. Ich kann mir endlich wieder umfassend Zeit nehmen, eure Kommentare zu beantworten und auch Instagram macht langsam wieder mehr Spaß. Darüber hinaus durfte ich seit meinem Uniabschluss an vielen Projekten und Kampagnen mitarbeiten und ich bin einfach dankbar dafür. Dankbar, dass ich diese Leidenschaft habe und dass ich damit auch mein Geld verdienen darf. Das Bloggen ist ein Job, der manchmal ganz schön hart ist und in dem man sich schnell verlieren kann, aber er ist eine Bereicherung. Und ich möchte diese Bereicherung nicht missen. Doch die größte Bereicherung an meinem Bloggerleben sind nicht die Projekte oder Kampagnen, sondern es ist meine Community. IHR. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen, der meine Worte liest und sich die Zeit nimmt, mir Feedback zu geben.

 

 

Ernährung/ Essstörung/ Gesundheit/ Gewicht

Obwohl ich vor kurzem eine Kolumne geschrieben habe, in der ich erklärt habe, dass es mir gesundheitlich gut geht, erreichen mich dennoch mehrmals in der Woche Nachrichten zu meinem Gewicht. Ich weiß, dass ich dünner geworden bin und es bei einigen die Alarmglocken schrillen lässt. Ich kann auch verstehen, dass man es mir vielleicht nicht so ganz abkauft, dass alles in Ordnung ist, denn ich bin genauso dünn, wie vor zwei Jahren, als ich einen immensen Rückfall hatte. Aber es geht mir gut. Es geht mir wirklich gut. Noch nie war ich so im Einklang mit mir selbst. Wenn ihr wollt, kann ich dazu aber gerne noch einen eigenen Post verfassen, in welchem ich näher darauf eingehe. Vorab sei gesagt: Es geht mir gut und ich bin gesund. Magersucht ist gerade kein Thema.

 

Reisen

Nachdem ich im Mai auf Ibiza war, ging es im August wieder ans Meer. Ich habe die Zeit mit meiner Familie verbracht. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie dankbar ich für all die Menschen sein kann, die mich durchs Leben begleiten. Zugegeben – manchmal war es schon ein bisschen langweilig, aber das liegt daran, weil meine Familie und ich unterschiedliche Vorstellungen von Urlaub haben. Nichtsdestotrotz habe ich die Zeit in Kroatien genossen. Immer wenn ich am Meer bin, fühle ich mich unglaublich inspiriert. Das beste am ganzen Urlaub war, dass ich wieder zum Schreiben gekommen bin. Die Momente beim Sonnenaufgang – nur ich und mein Journal- waren magisch. Aber mehr dazu in einem späteren Post.

Ich kann euch sagen, kaum nach Österreich zurückgekehrt, packt mich schon wieder das Fernweh. Am liebsten würde ich heuer noch einmal verreisen.

 

 

Studium/Arbeit

Inzwischen habe ich es schon überwunden, dass ich dieses Jahr nicht unterrichten werde. Wie ihr wisst, haben mich letztendlich doch ein paar Zweifel geplagt, ob es eine gute Idee ist, mein Praktikum erst ein Jahr nach meinem Abschluss zu machen, aber nun bin ich wieder felsenfest der Meinung, dass es richtig war. Ich genieße mein Leben als Bloggerin in vollen Zügen und habe es mittlerweile auch geschafft, richtige Arbeitstage zu gestalten. Auch ich habe nun mein geregeltes Arbeitsleben und es ist schön, eine Aufgabe im Leben zu haben.

Derzeit bin ich noch am koordinieren und überlegen, wie ich es diesmal mit dem Studium besser klarkomme. So einen Druck wie im Lehramtsstudium möchte ich mir nicht mehr machen. Was geht, das geht und ich bin gespannt, wie mir das neue Studium gefallen wird.

 

Good Vibes

 

Postingwünsche?

Wie immer möchte ich auch auf eure Bedürfnisse und Wünsche eingehen. Wenn ihr Postingwünsche habt, könnt ihr mir diese gerne mitteilen. Ich sprudle momentan vor Kreativität, aber ich möchte natürlich auch, dass ihr voll und ganz auf eure Kosten kommt. Ihr habt spannende Themenimpulse? Dann immer her damit.