Tag : Reisen

Triest – Grande Amore in Italy

Triest

Grande Amore in Italy

Italien. Eine ganz große Liebe. La Dolce Vita im Nachbarland, mit zauberhaften Städtchen und Impressionen. Italien ist ein Land, für das mein Cuore schlägt. Für das mein Cuore sogar ganz hoch schlägt. Nicht für jeden Ort, aber für die ganz besonderen Plätzchen ist es eine große Liebe. Ich vermeide die typischen Stranddestinationen. Eingedeutscht und eingeösterreichert. Dort findet man nicht viel Kultur und kaum La Dolce Vita Italiana. Man spürt das Land nicht und es herrscht kein richtiges italienisches Leben. Lignano, Bibione, Jesolo. Schön zum Feiern, aber für mich so gar nichts. Das richtige Italien fehlt und es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass man dort Menschen aus seiner eigenen Umgebung trifft. Irgendjemand ist immer dort. Triest ist für mich das komplette Gegenteil. 

Das „Kleine Wien am Meer“ ist nicht nur eine Hafen- und Großstadt, sie ist eine Stadt für Kreative. Ein bisschen Vienna Feeling vermischt mit italienischer Architektur und Sprache.

 

DSC_0069 Triest

Eine Hafenstadt im Karstgebiet

Triest ist eine Hafenstadt im Nordosten Italiens und Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien. Die Großstadt gehörte einige Jahrhunderte lang sogar zu Österreich. Seit 1918 ist Triest nun ein Teil von Italien, wird aber immer noch liebevoll das „Kleine Wien am Meer“ genannt. Es stimmt! Triest hat starke Ähnlichkeit mit unserer österreichischen Hauptstadt, allerdings finde ich persönlich die Architektur und Kultur mehr italienisch, als österreichisch. Das ist jedoch Ansichtssache, aber eine Ähnlichkeit ist, wie bereits gesagt, definitiv vorhanden. Auf jeden Fall finde ich die Vorstellung eines kleinen Wiens direkt an der Adria mehr als attraktiv. Vielleicht mag es so klingen, als wäre Triest – wie Lignano & Co. –  eingedeutscht und eingeösterreichert, aber dem ist nicht so. Es war sogar richtig schwierig, mit den Einheimischen auf Deutsch zu kommunizieren. Dadurch, dass Triest noch sehr nördlich gelegen ist, war die Kommunikation auf Englisch möglich, was ansonsten in Italien ziemlich schwierig wird, je weiter es nach Süden geht. Ich selbst habe den Aufenthalt auch dazu genutzt, um zu sehen, ob meine Italienischskills noch vorhanden sind.

Über persönliche Eindrücke erzähle ich euch allerdings in einem anderen Triestpost, der noch kommen wird. Heute soll es primär um die Stadt und dessen Besonderheiten gehen.

 

DSC_0013

Die Kaffeehauskultur

Als Kaffeeliebhaberin dürfte es sich von selbst verstehen, dass ich mich damit verstärkt auseinandergesetzt  und mich erkundigt habe, wie es dort mit dem Kaffee so läuft. Kaffee ist in Italien sowieso quasi ein Nationalprodukt und wesentlich günstiger, als bei uns in Österreich (ein Latte Macchiato kostet im Schnitt nur 2 €). Kaffee ist in Triest sogar eines der Spitzenprodukte. Perfekt für mich. Ich glaube, ich sollte einen Umzug in dieses Städtchen in Erwägung ziehen.

In Triest befindet sich der wichtigste Mittelmeerhafen für den Kaffeehandel. Seit dem 18. Jahrhundert ist er sogar ein Freihafen für die Kaffee-Einfuhr. Freihafen bedeutet, dass für den Import von Waren und Güter keine Zölle oder Einfuhrumsatzsteuern bezahlt werden müssen, darum wird in Triest nicht nur für den nationalen Konsum importiert, sondern gar für den Welthandel. 

DSC_0044 DSC_0045

Wenn man in Triest etwas mit Kaffee in Verbindung bringt, dann ist es die Literatur. Es gibt zahlreiche literarische Cafés in der Hafenstadt. Gastfreundschaft wird sowieso groß geschrieben. Egal, in welchen gastronomischen Betrieb man geht, sei es eine Bar oder ein Café, die Italiener servieren immer etwas zu den Getränken dazu. Zu Kaffee gibt es die klassischen Amarettini, ein leckeres Gebäck aus Mandeln (gelegentlich auch aus Aprikosenkernen – aber nicht so in Italien) und zu alkoholischen Getränken, wie Aperol Spritz oder Wein, wird Fingerfood, wie Oliven, Erdnüsse, Prosciutto, Käse oder Chips serviert. Top!

Geschmacklich ist der Kaffee selbstverständlich nicht zu übertreffen. Die Italiener verstehen etwas vom Baristahandwerk. 

 

DSC_0034

Shopping

Oh Italien, du Shoppingparadies. Triest ist ein kleines Schlaraffenland. Nicht wirklich günstig, aber trotzdem ein Einkaufshimmel der Extraklasse. Egal, ob Standardstores, die wir bei uns auch finden oder zahlreiche kleine Boutiquen, bis hin zu Feinkostläden. Dort gibt es wirklich alles. Die Boutiquen sind im Großen und Ganzen leider wirklich nicht erschwinglich. Für mich war es in der Tat sehr schwer, etwas zu finden, was ich mir auch leisten konnte und wollte. Trotzdem war es schön, in diese Shoppingwelt einzutauchen und mehrere Boutiquen und exklusive Läden auszuforschen.

Für die Jugend gibt es ansonsten noch kleinere Kaufhäuser, in denen sich mehrere Labels konzipieren. Als Einkaufscenter würde ich es noch nicht bezeichnen, denn dafür wäre die Größe noch nicht gegeben. Aber Triest ist für mich ohnehin ein Städtchen der Gassen, so wie auch mein geliebtes Graz. Ihr könnt euch schon denken, dass es nur eine Frage von Sekunden war, bis ich mich in die charmante Seitengassenromantik verliebt habe.

DSC_0065 DSC_0068_2

Triest soll zwar angeblich immer noch die preiswertesten und schönsten Schuhe Italiens haben, aber das kommt auch darauf an, was man darunter versteht. Vielleicht definiert eine Studentin „preiswert“ etwas anders, wie jemand, der Vollzeit arbeitet. Bei Schuhen wurde ich leider nicht fündig. Dass sie sehr schön sind, stimmt, ich hätte am liebsten die ganzen Negozi di Scarpe leergekauft, aber preiswert? Na ja. Ich sollte wieder hierher kommen, wenn ich mit dem Studium fertig bin. Jedoch – wer suchet, der findet. Ich habe eine italienische Boutique gefunden, in der ich mir die Sachen leisten konnte und die von der Qualität her top sind. Wie der Laden hieß, weiß ich leider nicht mehr.

DSC_0108DSC_0098

Richtig cool finde ich übrigens, dass es in Triest einen Stradivarius gibt. Den haben wir in Graz leider nicht.

 

DSC_0105

Straßenkunst

Triest ist eine Stadt für Kreative. Kunst und Literatur wird hier allen Anschein nach groß geschrieben, genauso wie die Straßenkunst. Einfallsreichtum und perfektionierte, künstlerische Umsetzung. Das trifft man auf „La Piazza dell’Unitá d’Italia“ („Platz der Einheit Italiens“ – Hauptplatz). Egal, wie die Künstler versuchen, ihrer Kreativität Ausdruck zu verlieren, man sieht und spürt: Es steckt ein Gedanke dahinter. Straßenkünstler tragen maßgeblich zu dem Flair der Stadt bei und sind nicht mehr wegzudenken.

 

DSC_0006

Il Gelato

Italien – Land der kulinarischen Hochgenüsse. Pizza, Pasta, Parmigiano und -ganz wichtig- Gelato. Als Eistigerin habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich durch die Sorten zu probieren. Auf dem Bild hier seht ihr übrigens das Eis meiner Mama: Yogurt con Amarena und Menta. Ich habe mir mein Eis erst abends nach dem Essen gegönnt, allerdings bei der gleichen Eisdiele. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, als ich das erste Mal mein Eis gekostet habe. Nicht nur, dass ich unheimlich stolz auf mich war, das Eis auf Italienisch bestellt zu haben, jede einzelne Kugel war ihren Preis so etwas von wert (wobei ich auch erwähnen sollte, dass das Eis, genauso wie der Kaffee, sehr günstig ist). Diese Cremigkeit und der vollmundige Geschmack, das findet man einfach viel zu selten in Österreich bzw. findet man das überhaupt? Ich war schon der Meinung, das Eis von „Eis Greissler“ sei die genialste Erfindung der Menschheit, aber das musste ich sofort revidieren, als ich mir die Sorten „Nutella, Cioccolata Bianca & Cocco“ -naturalmente con molta panna- bestellt habe. Ice Cream Heaven!

Bekanntlich wird sich gern gestritten, wo es das beste Eis gibt, wahrscheinlich ist es mit den Eisdielen in Triest nicht anders. Der eine findet es dort am Besten, der andere wiederum da. Hört NICHT auf die, hört auf mich. Darum mein Tipp: Gelateria Bar Arnoldo. Wenn es eine High End Kategorie für Eis gäbe, dann würdet ihr sie hier finden.

 

„Gelateria Bar Arnoldo“

Viale D’Annunzio Gabriele 60
34138 Triest
Italien

 

DSC_0158

Triest bei Nacht

Triest bei Nacht ist unfassbar belebt. Es herrscht reges Treiben, laute Musik und trotzdem atmosphärisches Ambiente. Egal, wie viel bereits tagsüber los ist, erst am Abend erwacht die Stadt zu richtigem Leben. Perfekt für Jung und Junggebliebene. Triest ist keine Stadt für Langweiler. Triest ist eine Stadt für Menschen, die etwas erleben wollen. 

Dadurch, dass sich ein Ristorante neben dem anderen reiht, eine ansprechende Bar nicht weit entfernt ist und es selbstverständlich draußen genügend Sitzmöglichkeiten gibt, ist man immer mitten im Geschehen. Auch während des Essens. Ich habe es genossen, mitten im Leben zu Abend zu essen, meinen italienischen Weißwein zu trinken und diese Stimmung voll und ganz einzufangen. Wer auf belebtes Nightlife steht, ist in Triest vollkommen an der richtigen Adresse. 

DSC_0143 DSC_0151

Teil 1 der Triestpostings: Prosciutteria San Daniele

Prosciutteria San Daniele

Follow my blog with Bloglovin

Prosciutteria San Daniele

A Trieste Travel Diary

Über zwei Wochen ist mein kleiner Wochenendausflug nach Triest/Italien schon her. Nun möchte ich euch nicht mehr länger warten lassen und starte endlich mit meinem Traveldiary. Der heutige Post wird nicht der einzige Triestpost bleiben. Da kommen noch einige auf euch zu. Beginnen möchte ich mit unserem ersten Stop in San Daniele. 

DSC_0129

San Daniele

Eine bebende Kleinstadt mit weltberühmten Schinken

San Daniele del Fruili, eine Kleinstadt in der Provinz Udine, ist besonders für eine Sache bekannt und weltberühmt: Für ihren Prosciutto. Aber die Stadt ist viel mehr, als nur eine „Schinkenstadt“, um es salopp zu sagen. Sie hat auch eine kleine Geschichte. 

San Daniele zählt insgesamt über 8.100 Einwohner, ist reich bestückt mit historischen Bauwerken und wurde leider auch schon von dem einen oder anderen Erdbeben heimgesucht. Gravierend waren vor allem die Beben im Jahr 1348 und 1976. 

Im Jahr 1976 wurde San Daniele von einem etwa einminütigen Erdbeben heimgesucht, welches starke Übereinstimmungen mit dem besagten Beben aus dem Jahr 1348 aufwies. Auf der Mercalli-Skala, einer zwölfteiligen Skala, welche die Intensität von Erdbeben misst, erreichte das Beben eine Stärke von 10. Trotz der kurzen Dauer, erlitt die Kleinstadt gravierende Schäden und wurde weitgehend zerstört.

Die Gründe für die Erdbeben liegen darin, dass die Landschaft Friaul in einem tektonisch unruhigen Gebiet liegt. Wie in allen typischen Erdbebengebieten, stoßen hierbei zwei tektonische Platten bzw. Lithosphärenplatten aufeinander: Die Afrikanische Platte und die Eurasische Platte. Der Zusammenstoß bewirkt, dass sich die Alpen auffalten. Darum wird das Gebiet immer wieder von Erdbeben heimgesucht.

DSC_0107

Prosciutteria San Daniele

Ein Schinken, wie man ihn noch nie gegessen hat

Der Grund unseres Stops in San Daniele beruhte nicht darauf, weil wir mehr über die Geographie erfahren wollten (leider). Wir stoppten wegen einer Rundführung, die mir persönlich etwas weniger schmeckte. Wir hielten an der Prosciutteria San Daniele, da das kleine Örtchen besonders für ihren Prosciutto bekannt und vor allem weltberühmt ist. Obgleich Prosciutto für mich zur typischen Kulinarik Italiens gehört, war ich von diesem Programmpunkt weniger begeistert. Als Pescetariarin verzichtete ich somit, an dieser Führung teilzunehmen und wartete stattdessen auf die Reisegruppe. Trotzdem verging die Zeit rasend schnell, denn die Prosciutteria beherbergt unter anderem ein Café und einen süßen, kleinen Shop, der viel mehr Leckereien anbietet, als nur Schinken.

Die freie Zeit nutzte ich somit, mir einen herrlichen Latte Macchiato zu genehmigen, den ich nach der Plärre an der Raststation wirklich mehr als dringend nötig hatte und stöberte danach den ganzen Shop durch, den ich am liebsten leergekauft hätte. Vor allem jede einzelne Köstlichkeit, die auch nur irgendwie Vanille, Cashews, Kokos, Weiße Schokolade oder Mandeln enthielt – und wenn es nur eine kleine Essenz war.

DSC_0039 DSC_0049Prosciutteria_San_DanieleDie Verkostung

Prosciutto, Formaggio e Vino Rosso/Bianco

Nach der Führung, die ich sausen ließ, gab es noch eine Verkostung, welche sogar pescetariafreundlich war. Neben dem San-Daniele-Prosciutto, wurde Käse serviert. So eine Verkostung wird nicht nur mit italienischem Weißbrot begleitet, sondern auch wahlweise mit Rot- und/oder Weißwein. Meiner Mama hat der Prosciutto vorzüglich geschmeckt, aber Vorsicht! Der Prosciutto ist roh, darum ist der Geschmack wirklich sehr intensiv. In der Reisegruppe gab es Teilnehmer, die zwar Fleisch essen, mit dem Geschmack des Prosciutti allerdings wenig anfangen konnten und doch lieber zum Käse griffen.

DSC_0067 DSC_0114

Die Prosciutteria war ein Programmpunkt, auf den ich persönlich verzichten hätte können. Trotzdem gefiel mir der Shop und auch der Latte Macchiato war superlecker. Cool finde ich vor allem, dass der Kaffee in Bella Italia wesentlich günstiger ist, als bei uns. Ich glaube, ich bezahlte nie mehr als 2 Euro für einen Latte Macchiato. Nicht nur in San Daniele, sondern auch in Triest. 

Weitere Eindrücke von unserem ersten Stop habe ich euch in einer Bildergalerie festgehalten.