Tag : Reisetagebuch

Travel Throwback: eine kleine Hommage an meine Reiseerinnerungen

Travel Throwback

Eine kleine Hommage an meine Reiseerinnerungen

Auch wenn wir momentan nicht reisen können: die Reiseerinnerungen von vorherigen Trips bleiben! 

The world is big and I want to have a good look at it before it gets dark.
John Muir

Die Welt ist ein Buch und all jene, die nicht gereist sind, haben nur eine Seite gelesen. Das sagt man zumindest. Und ja, dem stimme ich zu. Die Reiselust hat mich erst in meinem Studium so richtig gepackt. Fasziniert hat mich die Welt schon davor. Mit all ihren Eigenheiten, Charakteristiken, Schönheiten, aber auch Makeln. Ich habe gelernt, dass die Welt in ihrem natürlichsten Kleid am schönsten ist. Aber auch, dass sie eine spannende Kultur besitzt, durch die sie geprägt wurde. Es zieht mich in einen Bann, wenn ich all das, was ich in meinem Geographiestudium gelernt habe, mit eigenen Augen sehen kann. Jedes Mal ist es ein Erlebnis voller Einzigartigkeit. Eine Magie, die mich festhält und mir durch den Körper fährt. Magie, die es schafft, für Orte zu brennen, für die ich vorher vielleicht nicht gebrannt hätte. Wenn sie mich umgibt, ich das Fremde zulasse, dann merke ich erst, wie besser ich mich selbst kennenlerne. Dass es immer wieder neue Wege und Möglichkeiten gibt, mehr zu sich zu finden. Was mir das Reisen gibt, kann ich nur schwer beschreiben. Doch ich weiß, dass es mich verändert. Jedes Mal. Jedes Mal eine neue Erkenntnis. Ein neues Gefühl. Neue Träume und Ziele. Es macht etwas mit mir. 

Heute wäre ich nach Tel Aviv geflogen. Jetzt bleibt die Welt verschlossen. Aber vielleicht ist das auch gut so. Vielleicht hat sie das gebraucht. So schön das reisen ist, es belastet unsere Erde. Das dürfen wir nicht schönreden. Ich selbst bin keine Weltenbummlerin. Ich reise gezielt und wenige Male im Jahr, doch vielleicht hält genau das den Reiz aufrecht. Wenn ich könnte, würde ich mehr reisen. Das stimmt und muss ich nicht abstreiten. Aber es ist schön zu sehen, wie sich die Welt erholt. Wie glasklar das Wasser im Canal de Grande ist. Wie glücklich die Delphine in der Adria schwimmen. Und ich atme nun eine Luft, die sich viel reiner in meinen Lungen anfühlt. Das ist schön und zeigt mir auch, dass ich mein Reisverhalten vielleicht nicht ändern und mir weiterhin gezielt nur wenige Destinationen im Jahr aussuche soll. Dass ich nicht jedes Land mit dem Flugzeug bereisen muss.

Trotzdem bin ich dankbar für all die wunderbaren Momente. Für all die Magie, die mir geschenkt wurde, selbst wenn mein Travel Diary nicht so gut gefüllt ist, wie das der anderen. Aber für mich sind es Erlebnisse, auf die ich mit Dankbarkeit zurückblicke und ich weiß, dass ich in einer absolut glücklichen Lage befinde, doch schon etliches gesehen zu haben. 

Jetzt, wo das Reisen erstmals aus der To Do Liste gestrichen wurde, möchte ich diese Augenblicke nutzen, um sie Revue passieren zu lassen. Gemeinsam mit euch. Noch einmal alle Gefühle hervorholen. Sie spüren und gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. 

Bella Italia, Bella Roma

Der Duft einer frischen Pizza – direkt aus dem Steinofen. Der eisgekühlte, sahnige Geschmack von Gelato. La Dolce Vita! Wenn ich nur noch in ein Land reisen dürfte, würde ich mir Italien aussuchen – mein absolutes Lieblingsland. Roma Amore Mio. Ich weiß noch ganz genau, wie sich die Wärme angefühlt hat, als die Abendsonne hinter dem Colosseo verschwand. Wie die Stadt durch sonnengetauchtes Orange noch antiker und anmutiger wirkte. Das mulmige Gefühl, als ich die ganzen Menschenmassen an dem Fontana di Trevi erblickte. Wie wir wegen der sengenden Stadthitze nach Lido di Ostia geflüchtet sind. Und dort hat mich sofort wieder der Herzschmerz nach Rom gepackt. Die Traurigkeit, als ich Rom „Arrividerci“ sagen musste und die Vorfreude, die Stadt irgendwann wiederzusehen. 

Eivissa

Eivissa – der katalanische Name für Ibiza. Diese Reise werde ich nie vergessen. Sie war meine erste richtige Pressereise in ein anderes Land. Ich spüre heute noch die kalten Fliesen unserer Finca. Das frische Wasser des Pools nach einer 24-stündigen Anreise (fragt nicht, wieso) und wie es mich wieder mit neuer Energie belebt hat. Ich fühle heute noch den frühlingsfrischen Sand, das kalte Meerwasser, das nur warm genug fürs „Füße reinhalten“ war. Immer noch habe ich den salzigen Geruch in der Nase, als wir am Hafen saßen und Eis in Rosenform schleckten. Das Kribbeln im Bauch, als wir durch die Altstadt schlenderten. Ich höre immer noch die Drums der Sundownparty, irgendwo in einer einsamen Bucht, die dann doch nicht mehr ganz so einsam war. 

Desert in Marrakech

The Beautiful Desert of Marrakech

Buntes Treiben. Ohrenbetäubende Musik. Kulturschock. Hingegen 40 km vom Stadtzentrum entfernt ein Ort des Nichts. Nur kleine Camps ragen empor in den scheinbar ewig wirkenden Breiten der Agafay Steinwüste. Stille. Nur leichte Windböen erzeugen eine Geräuschkulisse. Das Gefühl der harten Steine auf den nackten Füßen. Die Hitze, die durch einen zarten, wiederkehrenden Lufthauch erträglich gemacht wird. Marrakech war anders, als ich es mir vorgestellt habe. Aber genau richtig wie es war. 

Amour Côte d'Azur

Ein bisschen Leichtigkeit hat mich umgeben, als ich das erste Mal in meinem Leben nach Frankreich gereist bin. Nizza, eine Stadt voller Leben. Umgeben von Düften der Provence und Retro-Postkarten. Das Meer – so klar, so türkis, dem Namen Côte d’Azur alle Ehre gemacht. Der Versuch, ein bisschen Gemütlichkeit am Steinstrand zu finden und dann das Pendant dazu: Cannes. Sandstrand und noch mehr Luxus. Und dann war da noch Monaco. Ein Ort, an dem ich mich nicht ganz so wohlgefühlt habe. Vielleicht sogar ein bisschen fehl am Platz. Aber es war spannend, in eine Welt einzutauchen, die ich sonst nur aus Glamourzeitschriften und -reportagen kenne. 

Croatia - Always

Eine ganz besondere Reise. Die erste gemeinsam mit meiner Familie nach langer, langer Zeit. Die erste gemeinsame Reise mit meinem Neffen. Und die erste Reise nach meinem Uniabschluss. Es war ein Zeitpunkt voller gemischter Gefühle. So vieles hat sich verändert. Ein neuer Lebensabschnitt stand mir bevor und von dieser Zeit an sollten so viele neue Abschnitte folgen. Das war nur der Beginn. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe. Die Erleichterung nach einer anstrengenden Studienzeit. Aufkeimende Gefühle des Verliebtseins, aber auch Unsicherheit. In Kroatien habe ich viel losgelassen und viel neues begonnen. 

Traveling around Europe

Schon so viel von Europa gesehen und irgendwie das Gefühl, es ist noch nicht genug. Dabei spüre ich trotzdem die Dankbarkeit, dass ich doch schon so viel sehen durfte. Die Reise nach Prag, die mir durch mein Studium ermöglicht wurde. Zwei Reisen nach Deutschland, die ich dank meinem Blog erleben durfte. Gemeinsame Trips mit meiner Mama nach Portorose und Trieste. Und nicht zu vergessen: die vielen Reisen, die ich schon vor meiner Tätigkeit als Bloggerin gemacht habe und deswegen hier nicht präsent sind. London, Tunesien, die Türkei… und mein Arbeitsaufenthalt im schweizerischen Zermatt. Das erste Mal war ich auf mich alleine gestellt und musste mich selbst versorgen. Ich musste erwachsen werden und das in einem anderen Land. Oder eine Reise, die ich während meiner Tätigkeit als Bloggerin gemacht habe, die ich aber für mich erleben wollte. Eine Zeit, die ich quasi als „Nicht-Bloggerin“ genoss – ohne den Drang, sie auf Instagram oder meinem Blog zu teilen. Das Kribbeln im Bauch während dieser Zeit in Bratislava. Ich gestehe es mir nicht gerne ein, aber ich denke noch ziemlich oft dran. Ziemlich gerne sogar. 

Die Welt stand für mich weit offen und ich habe viele Chancen genutzt. Jetzt hat sich all das verändert, aber eines Tages wird die Welt wieder für uns offen stehen. Ich hoffe, dass wir unsere Welt danach achtsam behandeln, mit Maß und Ziel unsere Reisen bewusst konsumieren. So verliert Reisen nie seinen Reiz. 

Traveling around Austria: Osttirol

 

Meine Geo-Exkursion nach Osttirol war wohl die anstrengendste Exkursion, die ich im Laufe meines Studiums gemacht habe. Okay, okay, das klingt beim ersten Hinlesen überdramatisch, denn eigentlich müssen wir nur zwei machen, aber im Vergleich zu meiner letzten Exkursion nach Prag (-HIER-), war die Sommerexkursion deutlich anspruchsvoller. Zumindest wenn man von dem „sportlichen“ Aspekt ausgeht, denn meine Kondition wurde ziemlich auf die Probe gestellt.

 

Panorama

 

Osttirol

Dort, wo die Natur noch Natur ist

Ich habe es bereits des Öfteren erwähnt, dass ich im Zuge meines Geographiestudiums zwei Exkursionen machen muss. Für ein Mädchen, dessen Herz ständig nach der Ferne schreit, ist das eine optimale Grundvoraussetzung, um mehr von der Welt zu sehen – auch wenn es „nur“ Österreich ist. Natürlich unterscheiden sich universitäre Exkursionen deutlich von einem Urlaub, denn davon kann ich nicht wirklich sprechen. Die Exkursion war verbunden mit zahlreichen Fußmärschen und Wanderungen, sowie kurzen oder manchmal auch längeren Stops, um Wissen vermittelt zu bekommen. Im Grunde genommen ist es nichts anderes, als eine Lehrveranstaltung außerhalb der Hörsäle und Seminarräume, darum bleibt für Erholung auch keine Zeit. Natürlich beschäftigt man sich abends mit außeruniversitären Tätigkeiten, die klischeehaft nach Studenten schreien (man kann sich denken, wovon ich spreche 😉 ), doch der Tag gehört einzig und alleine der Wissensvermittlung. Ich erspare euch Details zur Geologie, zum Tourismus oder anderen Themen, die wir behandelt haben, sondern versuche euch meine persönlichen Eindrücke, die ich von Osttirol gesammelt habe, zu vermitteln.

Für typische Stadtkinder, die nichts anderes gewohnt sind, als hohe Bauten und viel Verkehr, mag der Besuch in einer derartigen Gegend zu allererst ein kleiner „Kulturschock“ sein. Auch wenn ich selbst in einer Kleinstadt wohne und es nicht weit in ländliche Gebiete habe, so ist das Talleben, eingeschlossen von zahlreichen Bergen, ebenso für mich etwas ganz anderes. So gerne ich auch am Land bin, aber selbst ich kann mir nicht vorstellen, eingeschlossen in einem Tal zu leben, da ich mich ansonsten zu sehr von der Außenwelt abgeschottet fühlen würde. Für mich persönlich ist es ideal für Kurzurlaube, denn ich bin, wenn auch selten, gerne in den Bergen, aber dauerhaft wäre es nichts für mich. Osttirol ist definitiv ein Fleckchen Erde, wo die Natur noch Natur ist. Dort wo man Alm- und Landwirtschaft noch hautnah erleben kann, wo aber auch der Tourismus dominant vertreten ist.

 

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Berge, Seen und Wandern

Im Zuge dieser Exkursion waren wir in einigen Osttiroler Gemeinden. Unser „Basislager“ hatten wir in der Gemeinde Lienz, der mit Sicherheit bekannteste Ort in Osttirol. Wir besuchten noch andere Gemeinden, welche sich im Bezirk Lienz befinden, wie beispielsweise Matrei, Kals am Großglockner (der Großglockner ist übrigens mit  3798 m der höchste Berg in Österreich) oder Prägraten am Großvenediger. Einen weiteren Besuch statteten wir den größten Nationalpark Österreichs ab: Nationalpark Hohe Tauern. Da es während der Exkursion leider immer wieder geregnet hat, habe ich meine Kamera bei diesem Besuch im Bus gelassen. Schade für euch, denn dieser Ort ist wirklich mehr als sehenswert. Dafür habe ich andere Momente für euch festgehalten und genügend Gebirge und Gewässer gibt es trotzdem zu sehen.

Obwohl wir während unserer Osttirol Exkursion viel zu Fuß gegangen sind und einige Höhenmeter erreicht haben, haben wir erst am Tag unserer Abreise einen Gipfel bestiegen. Wer mir auf Snapchat folgt, hat bestimmt gesehen (bzw. gehört), dass mir diese „kleine“ Wanderung mit 300 Höhenmetern einiges abverlangt hat und ich nur noch schnaufend den Gipfel des Rauchkofels (1910 m) erreicht habe (zumindest nicht als Letzte). Dass ich an meiner Kondition stark arbeiten muss, um noch weitere steile und vor allem höhere Gipfel zu erreichen, habe ich bei dieser Besteigung mehr als deutlich gemerkt, aber ich muss auch dazu erwähnen, dass mein letzter Berg schon über ein halbes Jahr her war und die Besteigung des Grazer Hausberges Schöckl (1445 m) ist für mich persönlich auch nicht die größte Herausforderung.

 

Osttirol LienzOsttirol Häuser Osttirol Mountains

 

Empfehlung?

Definitiv. Vor allem wer gerne in der Natur und den Bergen ist. Besonders empfehlen kann ich euch den Nationalpark Hohe Tauern, dort hat es mir persönlich am Besten gefallen. Wenn ihr gut essen gehen wollt, dann geht unbedingt ins Gösser Bräu. Für Vegetarier ist die Auswahl zwar nicht so groß, aber alleine schon wegen dem Dessert (Schokokuchen mit flüssigem Kern #foodporn) einen Besuch wert.

 

Osttirol Hütte Osttirol River c Osttirol Lienz

 

Travel Diary: Prague (Nov 2k15)

Travel Diary

I Love Prague

I am back! Nicht nur hier auf meinem Blog, den ich aufgrund diverser technischer Probleme ruhen lassen musste, sondern auch aus Prag. Wer mir auf Instagram folgt, hat es schon mitbekommen: Miss Lait verweilte einige Tage in Prag. Wieder eine europäische Hauptstadt auf meiner Liste, die ich abhaken kann, denn im Rahmen meines Geographiestudiums durfte ich an einer spannenden Exkursion in die Tschechische Republik teilnehmen.

 

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Life Goal: Die Europäischen Hauptstädte

Bevor ich zum Wesentlichen komme, möchte ich euch kurz etwas über mein „kleines“, feines Lebensziel erzählen. Wer den Blog von Anfang an mitliest, weiß womöglich bereits, dass ich davon träume, jede europäische Hauptstadt zumindest einmal in meinem Leben besucht zu haben. Nun ja, meine Reiseliste trägt noch nicht so viele Häkchen, denn nach Wien und London reiht sich Prag erst als dritte Hauptstadt auf meiner „Abgehakt“-Liste ein. Nichtsdestotrotz habe ich schon einige Länder besucht: Kroatien, Ungarn, Italien, die Schweiz, Deutschland und noch einige mehr. Doch in die Hauptstädte habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft. Als es zum ersten Mal in meinem Leben in die Tschechische Republik ging, führte mich mein Weg (oder der Zug) direkt in die europäische Hauptstadt Prag.

 

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A Geography Students Life

Im Rahmen meines Geographiestudiums müssen oder dürfen wir Studenten an Exkursionen teilnehmen. Zwei davon sind Pflicht. Jetzt, wo sich mein Studium dem Ende zuneigt und ich nur noch zweieinhalb Semester studieren werde/möchte, habe ich es endlich auf meine erste Exkursion geschafft. Als ich bei den Anmeldungen Prag entdeckte, stand für mich sofort fest: Da will ich hin. Dank harter Arbeit, viel Fleiß, Ehrgeiz und leider auch Stress, durfte ich mir diesen Wunsch erfüllen und hatte genügend Prüfungen, Seminare und andere Lehrveranstaltungen absolviert, um an der Exkursion teilzunehmen. Juhu!

 

Meine erste Exkursion war ein Erlebnis, welches ich nicht mehr vergessen werde! Ich habe nicht nur eine tolle und vor allem wunderschöne Stadt kennengelernt, sondern auch wieder zahlreiche neue Studenten und Studentinnen meiner Studienrichtung, die ich vorher nicht kannte.

 

Geographische Exkursionen lohnen sich nicht nur, weil sie unser eigenes Fachwissen erweitern oder wir auf Reisen sind, sondern auch, weil man neue Leute kennenlernt, mit denen man zumindest eine Gemeinsamkeit, das gleiche Studium, teilt. Wir waren eine coole Truppe, die an und für sich wirklich gut miteinander harmoniert hat.

 

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Das war meine erste Exkursion

Mein erster Eindruck

Ich muss sagen: Prag hat mich positiv überrascht. Ich selbst habe mir unter einer ostmitteleuropäischen Stadt etwas vollkommen anders vorgestellt. Natürlich weiß ich, dass sich die Hauptstädte oftmals von den anderen Gebieten eines Landes unterscheiden, aber wie bereits erwähnt habe ich mir unter Prag etwas vollkommen anderes vorgestellt. Gerade wenn man noch nicht im Osten Europas war, verlässt man sich auf das, was man vom Hören kennt. Man malt sich innerlich sein eigenes Bild aus und verankert dieses Bild in seinem Kopf.

Trotzdem merkt man, dass das Stadtbild anders ist, als jene im westlichen Teil Europas. Prag ist etwas düsterer, als Graz, Wien oder Triest, wo ich Mitte September war. Während Triest vor Helligkeit nur so strahlte, war das Stadtbild in Prag gedämpfter.

 

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Das historische Erbe der Stadt

Prag ist moderner, als ich mir gedacht hätte. Besonders auffällig fand ich die Straßen. Ich habe kaum Asphalt entdeckt. Stattdessen dominierten Pflastersteine. So gut wie die halbe Stadt ist verpflastert, was mir persönlich ein komplett neues Stadtbild gezeigt hat. Außerdem ist Prag eine Stadt mit enormen historischen Hintergrund. Wir besichtigten zahlreiche Bauwerke in den unterschiedlichsten Baustilen. Barock, Renaissance, Postmoderne, Kubismus, Klassizismus und vieles mehr. Darunter zahlreiche Palais, die wir am letzten Tag kartieren und den diversen Baustilen zuordnen mussten. Und wir legten unser Augenmerk auf zahlreiche weitere Besonderheiten der Stadt: Stadtzerfall, Satellitenstädte, Stadterneuerung, physiognomische und funktionelle Aufwertungen und vieles mehr. 

 

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So habe ich Prag erlebt

Obwohl wir mitten im Geschehen waren, war es gar nicht so einfach, die Stadt kennenzulernen. Natürlich waren wir jeden Tag fleißig on Tour und schauten uns viel an, aber dadurch, dass es eine Studienreise war, stand die Uni im Vordergrund. Es blieb wenig Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkundigen und so war es schwierig, das Leben der Stadt einzufangen. Dafür konnten wir die Vergangenheit der Stadt einfangen und lernten viel über die Geschichte Prags kennen, was uns einen enormen Input vermittelte. Sollten wir einst als Lehrer und Lehrerinnen mit unseren Klassen zurückkehren, können wir ihnen viel historisches über die Stadt erzählen.

Was mir persönlich allerdings aufgefallen ist: in Prag herrscht eine kleine Coffeeshop-Kultur. Von denen habe ich viele entdeckt. Davon nicht nur Starbucks und Costa. Besonders gut gefiel mir auch die Kunst, sowie die hübsch drapierten Fensterscheiben. Es gab so viele Highlights (nicht nur auf die Stadt bezogen), die ich euch nicht vorenthalten möchte.

 

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Mein Geburtstag

Am Mittwoch, 11. November 2015, hatte ich Geburtstag und wurde 24 Jahre alt. Schon lange nicht mehr habe ich meinen Geburtstag so richtig gefeiert und ich war gespannt, wie der diesjährige so werden wird. Begonnen hat der Tag früh, aber das ist kein Wunder. Immer, wenn ich auf Reisen bin, stehe ich sehr früh auf. Nicht gewollt, aber meistens werde ich kurz vor sechs immer wach. Es stört mich aber auch nicht, denn so kann ich die Zeit oftmals für einen Morgenspaziergang nutzen. Das habe ich auch an meinem Geburtstag getan. Mir war das ganz Recht, denn ich wollte einfach noch ein paar Minuten für mich alleine haben. Da ich bereits viel von dem Coffeeshop „COSTA“ gehört habe, habe ich mich in einen hineingesetzt und mir meinen ersten Geburtstagskuchen für den Tag gegönnt und einen weihnachtlichen Gingerbread Latte Macchiato getrunken. Besser hätte mein Geburtstag nicht starten können, vor allem weil sich meine Mama noch bei mir gemeldet hat, während ich meinen Cheesecake gemampft habe.

Der Laden ist übrigens ganz nett, aber im Vergleich finde ich Starbucks etwas besser und von dem gibt es nicht gerade wenig in Prag. Ich bin ständig daran vorbeigelaufen. Komischerweise habe ich aber nie einen gefunden, wenn ich einen wollte.

 

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Anschließend gab es im Hotel Frühstück. Für die Exkursion mussten wir wirklich nicht viel zahlen und trotzdem war das Frühstücksbuffet genial und vielfältig. Es gab wirklich für jeden etwas. Einzig und alleine die Tassen hätten größer sein können. Madame braucht schließlich viel Milchschaum. An meinem Geburtstag gab es übrigens ein reichlicheres Frühstück, als sonst: Spiegelei, Mohnweckerl, Gemüse, Butter, Minitopfengolatsche, Müsli und Pancakes mit Schlagobers und Heidelbeermarmelade. Wie ihr seht, habe ich richtig reingehauen, aber einmal genussvoll frühstücken kann nicht schaden. Dafür war ich den halben Tag lang pappsatt.

 

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Der Vormittag und halbe Nachmittag ging wieder einmal für die Uni drauf. Wir haben uns noch ein bisschen etwas angeschaut. Ein bisschen trist fand ich es, dass wir ausgerechnet zu meinem Geburtstag in eine Satellitenstadt gefahren sind. Das sind sozialschwache Städte mit Plattenbauten und alles andere, als schön. Leben möchte ich dort nicht und es hat mir gezeigt, wie glücklich ich mich schätzen kann, dort zu leben, wo ich lebe. 

Glücklicherweise stand uns der restliche Nachmittag bis 18 Uhr zur freien Verfügung. Ich habe die Zeit genutzt, ein bisschen durch den Weihnachtsmarkt zu bummeln und zu fotografieren, aber dazu später mehr. Abends ging es dann nach unserem täglichen Seminar endlich zu meinem Big Birthday Bash! Schon vor einem Monat habe ich im Hardrock Café reserviert, dem größten in Europa. Bevor es dorthin ging, haben wir noch einen Glühwein getrunken und auf meinem Geburtstag angestoßen. Dort gab es von meinen Studis bereits das erste Ständchen. (DANKE) 

Das absolute Highlight jedoch war im Hardrock Café. Nicht nur, dass an diesem Tag eine ABBA Coverband spielte (es war so genial) und wir ein wahnsinnig leckeres Essen genossen haben (für mich gab es Fried Shrimps mit Fries und OMG KARTOFFELPÜREE, das ich in Ketchup ertränkt habe), es gab auch eine kleine Geburtstagsüberraschung für mich. Zwei Kellner kamen mit einer Birthday Surprise an unserem Tisch und stimmten ein weiteres Ständchen an. Ganz ehrlich: ich habe mich schon lange nicht mehr so besonders gefühlt und es war wirklich schön. Nur – wenn ich gewusst hätte, dass ich noch einen Eisbecher bekomme, hätte ich den Oreo Cheesecake nicht bestellt :D. Danach war mir nämlich ordentlich schlecht und ich hatte einen Zuckerschock. Aber das war es wert! Der Kuchen war genial, genauso wie das Eis.

Abschließend sind wir noch fortgegangen und haben bis halb fünf gefeiert. Es war der beste Geburtstag seit langem und ich danke allen, die diesen Tag mit mir gefeiert und ihn zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. So ganz vorbei ist meine „Geburtstagssause“ allerdings nicht. Ich habe meine Mädels richtig vermisst und fand es schade, dass wir nicht den Tag zusammen verbringen konnten, aber das wird nachgeholt. To be continued. Zumindest auf Instagram werdet ihr auf dem Laufenden gehalten. Auf jeden Fall soll es ganz gemütlich werden.

 

Das Bier

Bier als Highlight? Na klar! In Prag ist das Bier wahnsinnig günstig – günstiger als Wasser. Als ich davon gehört habe, war ich bereits der festen Überzeugung, dass das Bier nicht sonderlich gut schmecken konnte, aber ich fand es wirklich wahnsinnig gut. Trotzdem mag ich unser „Ösi-Bier“ lieber und spätestens nach meinem Geburtstag konnte ich kein Bier mehr sehen. Das wird jetzt vorerst mal eine ganze Weile so bleiben.

 

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Christmas in Prague

In Prag herrscht bereits Weihnachtsstimmung durch und durch. Zahlreiche Weihnachtsstände haben ihre Zelte aufgeschlagen und alles ist wunderschön beleuchtet. Das Beste: typisches Weihnachtsmarktessen. Der Baumkuchen mit Vanillezucker war göttlich.

 

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An den Weihnachtsmärkten wurde auch deutlich, wie wichtig Kunst und Handwerk für Prag zu sein scheint. Es gab so viele wunderschöne Stände mit selbstgefertigten Sachen: Honiglöffel, Strickwaren, Schnitzereien uvm. Sogar ich bin hier ein bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen.

 

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Weitere Highlights und Besonderheiten

  • Kunst, Handwerk und Straßenmusik
  • Straßenkunst (SEIFENBLASEN!!!)
  • Prag ist -im Vergleich zu anderen Groß-/Hauptstädten-  wahnsinnig ruhig. Die Leute sind viel gelassener, als in anderen Städten
  • Die Aussicht von Hradschin aus
  • Das Hokkaido Kürbis Eis von Angelato 

Übrigens – trotz Zeitmangel blieb sogar ein bisschen Freiraum, um meine Kronen rauszuhauen. Hier meine kleine Ausbeute in Bildern. Wisst ihr, was das süßeste an der ganzen Sache ist? Baby’s erste Tasse! Die habe ich nämlich meinem bezaubernden Neffen mitgebracht (der übrigens schon Laufen und „Goudi“ sagen kann – sein Lieblingswort ist allerdings „Bühe“, damit meint er Kühe)

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Prosciutteria San Daniele

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Prosciutteria San Daniele

A Trieste Travel Diary

Über zwei Wochen ist mein kleiner Wochenendausflug nach Triest/Italien schon her. Nun möchte ich euch nicht mehr länger warten lassen und starte endlich mit meinem Traveldiary. Der heutige Post wird nicht der einzige Triestpost bleiben. Da kommen noch einige auf euch zu. Beginnen möchte ich mit unserem ersten Stop in San Daniele. 

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San Daniele

Eine bebende Kleinstadt mit weltberühmten Schinken

San Daniele del Fruili, eine Kleinstadt in der Provinz Udine, ist besonders für eine Sache bekannt und weltberühmt: Für ihren Prosciutto. Aber die Stadt ist viel mehr, als nur eine „Schinkenstadt“, um es salopp zu sagen. Sie hat auch eine kleine Geschichte. 

San Daniele zählt insgesamt über 8.100 Einwohner, ist reich bestückt mit historischen Bauwerken und wurde leider auch schon von dem einen oder anderen Erdbeben heimgesucht. Gravierend waren vor allem die Beben im Jahr 1348 und 1976. 

Im Jahr 1976 wurde San Daniele von einem etwa einminütigen Erdbeben heimgesucht, welches starke Übereinstimmungen mit dem besagten Beben aus dem Jahr 1348 aufwies. Auf der Mercalli-Skala, einer zwölfteiligen Skala, welche die Intensität von Erdbeben misst, erreichte das Beben eine Stärke von 10. Trotz der kurzen Dauer, erlitt die Kleinstadt gravierende Schäden und wurde weitgehend zerstört.

Die Gründe für die Erdbeben liegen darin, dass die Landschaft Friaul in einem tektonisch unruhigen Gebiet liegt. Wie in allen typischen Erdbebengebieten, stoßen hierbei zwei tektonische Platten bzw. Lithosphärenplatten aufeinander: Die Afrikanische Platte und die Eurasische Platte. Der Zusammenstoß bewirkt, dass sich die Alpen auffalten. Darum wird das Gebiet immer wieder von Erdbeben heimgesucht.

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Prosciutteria San Daniele

Ein Schinken, wie man ihn noch nie gegessen hat

Der Grund unseres Stops in San Daniele beruhte nicht darauf, weil wir mehr über die Geographie erfahren wollten (leider). Wir stoppten wegen einer Rundführung, die mir persönlich etwas weniger schmeckte. Wir hielten an der Prosciutteria San Daniele, da das kleine Örtchen besonders für ihren Prosciutto bekannt und vor allem weltberühmt ist. Obgleich Prosciutto für mich zur typischen Kulinarik Italiens gehört, war ich von diesem Programmpunkt weniger begeistert. Als Pescetariarin verzichtete ich somit, an dieser Führung teilzunehmen und wartete stattdessen auf die Reisegruppe. Trotzdem verging die Zeit rasend schnell, denn die Prosciutteria beherbergt unter anderem ein Café und einen süßen, kleinen Shop, der viel mehr Leckereien anbietet, als nur Schinken.

Die freie Zeit nutzte ich somit, mir einen herrlichen Latte Macchiato zu genehmigen, den ich nach der Plärre an der Raststation wirklich mehr als dringend nötig hatte und stöberte danach den ganzen Shop durch, den ich am liebsten leergekauft hätte. Vor allem jede einzelne Köstlichkeit, die auch nur irgendwie Vanille, Cashews, Kokos, Weiße Schokolade oder Mandeln enthielt – und wenn es nur eine kleine Essenz war.

DSC_0039 DSC_0049Prosciutteria_San_DanieleDie Verkostung

Prosciutto, Formaggio e Vino Rosso/Bianco

Nach der Führung, die ich sausen ließ, gab es noch eine Verkostung, welche sogar pescetariafreundlich war. Neben dem San-Daniele-Prosciutto, wurde Käse serviert. So eine Verkostung wird nicht nur mit italienischem Weißbrot begleitet, sondern auch wahlweise mit Rot- und/oder Weißwein. Meiner Mama hat der Prosciutto vorzüglich geschmeckt, aber Vorsicht! Der Prosciutto ist roh, darum ist der Geschmack wirklich sehr intensiv. In der Reisegruppe gab es Teilnehmer, die zwar Fleisch essen, mit dem Geschmack des Prosciutti allerdings wenig anfangen konnten und doch lieber zum Käse griffen.

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Die Prosciutteria war ein Programmpunkt, auf den ich persönlich verzichten hätte können. Trotzdem gefiel mir der Shop und auch der Latte Macchiato war superlecker. Cool finde ich vor allem, dass der Kaffee in Bella Italia wesentlich günstiger ist, als bei uns. Ich glaube, ich bezahlte nie mehr als 2 Euro für einen Latte Macchiato. Nicht nur in San Daniele, sondern auch in Triest. 

Weitere Eindrücke von unserem ersten Stop habe ich euch in einer Bildergalerie festgehalten.