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Warum du noch heute ein Journal starten solltest

Warum du noch heute ein Journal starten solltest

Es gibt unzählige Gründe, warum du dir ein Journal zulegen solltest. Welche Vorteile das Journaling hat, möchte ich dir in diesem Beitrag verraten. 

Wer mir auf Instagram folgt, der weiß, dass ich nun wieder regelmäßig in mein Journal schreibe. Die Lust nach dem analogen Schreiben hat mich wieder gepackt und so bin ich mittendrin in meiner Journaling Journey. Diese Journey teile ich auch regelmäßig in meinen Stories. Wer einige Sequenzen verpasst hat, kann auch in meinem Highlight nachschauen. Weil ich wieder richtig im Journal Fieber bin, möchte ich dieses Thema nun auch öfters in Blogbeiträge verpacken. 

Ein Journal hilft dir, fokussiert zu bleiben

Fällt es dir manchmal auch schwer, fokussiert zu bleiben und deine Ziele im Auge zu behalten? Ein Journal hilft dir dabei, Prioritäten zu setzen und diese schriftlich festzuhalten. So hast du immer wieder Anhaltspunkte und kannst jederzeit in deine Ziele reinlesen, wenn du mal vom Pfad abgekommen bist. Mir hilft es auch, gleiche Ziele öfters neu aufzuschreiben. Damit es spannend bleibt, ändere ich jedes Mal die Gestaltung. 

In deinem Journal kannst du dich kreativ austoben

Einer der Hauptgründe, warum ich in mein Journal schreibe: das kreative Austoben. In deinem Journal kannst du zum Beispiel deine Kalligraphie- und Zeichenskills ausbauen. Gerade bei der Schönschrift wirst du geübter. Inspirationen hole ich mir oft über Pinterest. Inzwischen übe ich fleißig an meiner Handschrift. In der Gestaltung dauert das zwar länger, aber der Vorteil ist, dass du dich viel intensiver mit deinen Gedanken, Zielen, etc. auseinandersetzt. So bleiben sie noch besser im Gedächtnis. 

Entspannung ohne schlechtes Gewissen

Entspannung fällt mir schwer. Vor allem, weil ich oft ein schlechtes Gewissen bekomme. Beim Journaling hingegen kann ich entspannen und ich habe das Gefühl, etwas sinnvolles getan zu haben. Wenn es auch dir schwerfällt, abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen, weil du schnell ein schlechtes Gewissen bekommst, versuche es mal mit einem Journal. Mir persönlich kommt vor, ich hätte etwas Produktives getan, ohne mich auszulaugen. 

Du sortierst deine Gedanken

Manchmal kann man seine Gedanken nicht von der Seele reden, hat aber das Gefühl, man müsste sie dringend loswerden. Dann weiche ich immer auf mein Journal aus. Es entstehen dabei oft viele Texte und Gedichte. Manche davon inspirieren mich sogar für einen Blogpost oder für ein Audio Book. 

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Instagramzwangsurlaub: Was ich daraus lernte

Nach dem ersten Schock und einem zugegeben sehr emotional verfassten Blogbeitrag zu meiner Instagramsperre, folgte eine Zeit, die mir im Nachhinein betrachtet sehr gut getan hat. „Instagramzwangsurlaub“ habe ich diese Zeit genannt, die letztendlich doch ein paar erholsame Tage mit sich brachte. Diese erholsamen Tage waren wichtig, denn wie ich des Öfteren in meinen Blogposts erwähnt habe: Ich möchte wieder mehr auf mich achten. Dieses Vorhaben ist bis dato stets im Sand verlaufen, doch gerade meine Social Media Pause brachte mich wieder zurück. Zurück zu den Momenten der Achtsamkeit, die ich dringend notwendig hatte.

 

Unfreiwillig auf Social Media Detox gesetzt

…und daraus einige Lehren gezogen

Meinen „Instagramzwangsurlaub“ nutzte ich allen voran dazu, mein Social Media Verhalten zu reflektieren. Insbesondere in den letzten fünf Monaten hat es sich deutlich verändert. Mein Fokus verlagerte sich immer mehr auf meinen Instagramaccount. Ich missachtete sogar meine eigene Regel:

 

Du darfst dich nicht von Zahlen abhängig machen. Zahlen sagen nichts über das aus, wer du bist und was du leistest.

 

Trotzdem habe ich mich zu sehr von Zahlen leiten lassen, weil ich manchmal auch das Gefühl hatte, auf Zahlen reduziert zu werden. Nicht nur von anderen, sondern inzwischen weiß ich: auch von mir selbst. Ich schrieb mir selbst einen Wert zu, der sich aus Zahlen zusammensetzte. Nicht nur aus den Zahlen meiner Social Media Accounts, sondern auch aus anderen: Kleidergröße, Gewicht, Uninoten, die Dauer meiner Sporteinheiten usw. Gerade mein wiederholt aufkeimendes Essproblem, von welchem ich euch im vorherigen Post erzählt habe, führte dazu, dass mein Selbstbewusstsein erneut einen massiven Knick erlitt und ich mich unwohl fühlte. Dieses Unwohlsein kompensierte ich mit Zahlen:

 

Mit Likes und Follower.

 

Somit ging es bereits um mehr, als nur um die Tatsache, als Bloggerin arbeiten zu können.

Ich bin die Sache zu verbissen angegangen und genehmigte mir selbst keine Pausen mehr. Es lag schon immer in meinem Naturell, dass ich alles, was ich tue, aus Liebe, Leidenschaft und viel Herzblut tue. Daher auch meine Reaktion, die auf viele überdramatisch wirkte. Aber wenn irgendwo mein Herz dranhängt, dann hängt es dran und dann bedeutet es mir etwas. Instagram ist für uns Blogger so viel mehr, als nur eine App. Auch wenn es von vielen nach wie vor nicht ernst genommen, gar belächelt wird, aber dahinter steckt eine Leidenschaft, etwas zu kreieren und sich in diesem Sinne kreativ austoben zu können. Man kann dahinter etwas Fiktionales sehen, aber hinter jeder meiner Ideen steckt ganz viel Persönlichkeit.

Dennoch – es war nicht der richtige Weg, mein Selbstbewusstsein nach oben zu treiben, denn schlussendlich gibt es neben all dem Online-Wirr-Warr eine Realität. Und Selbstbewusstsein, auch wenn man es nicht angreifen kann, ist Teil der Realität und keine Sache, die man hinter einem virtuellen Vorhang verstecken kann. Ich habe mich in dieser instagramfreien Zeit vermehrt auf die Dinge konzentriert, die mir helfen sollen, mein Unwohlsein zu überwinden. Ich habe noch mehr Sport gemacht und mich so intensiv mit meiner Ernährung auseinandergesetzt, wie schon lange nicht mehr. Mein Schlafverhalten entwickelt sich langsam wieder in eine positive Richtung. Um zehn Uhr war meistens Sense und ich schlief von da weg gute acht Stunden. Nicht an der Social Media Welt teilzunehmen und die Momente der Achtsamkeit auszukosten waren genau das, was ich gebraucht habe, um wieder in die richtige Richtung gelenkt zu werden.

 

Trotzdem wird Instagram für mich wichtig bleiben

Doch der Fokus liegt auf mir und meinem Blog

Als mein Account nach dem ganzen Support Chaos endlich wieder freigeschalten wurde, war ich gar nicht mehr so euphorisch, wie ich dachte, ich würde es sein. Natürlich freute ich mich, dass all die Bilder, hinter denen viel Liebe steckt, nicht ins ewige virtuelle Nirvana verschwunden sind und all die Arbeit doch nicht ausgelöscht war. Dennoch möchte ich den Raum, den ich Instagram in meinem Leben als Bloggerin gewidmet habe, eingrenzen. Instagram wird nach wie vor wichtig für mich bleiben, denn als Blogger ist man heutzutage nun einmal auf diesen Social Media Kanal angewiesen. Und ich bin gerne auf Instagram. Angewiesen sein hin oder her.

Außerdem liebe ich es, in meinen Storys meinen Alltag zu zeigen, Bilder zu posten und wunderschöne Bilder von anderen anzusehen, doch ich möchte nicht mehr so verbissen und strategisch vorgehen. Regelmäßig ja, aber der Fokus soll wieder mehr auf den Blog per se liegen.

Früher habe ich erst meine Beiträge geschrieben und danach passende Fotos gemacht – mal mit Konzept, mal ohne. Inzwischen war es so, dass ich zuerst meine Bilder machte und mir danach angestrengt überlegte, für welche Beiträge ich sie verwenden kann. Dass das massiv meine Kreativität beim Schreiben einschränkte, merkte ich dadurch nicht. Dabei war es schon von klein auf mein Traum, später im Beruf mal „irgendwas mit schreiben“ zu machen. Denn im Schreiben liegt meine Liebe, auch in der Fotografie, doch wie meine liebe Freundin Kerstin kürzlich auf Instagram schrieb:

 

They say a picture is worth a thousand words. To me, however, one written word will always beat a million photos. Especially in a world where pictures are staged to perfection, writing feels more real and raw than ever to me.

Kerstin von Miss Getaway

 

Sie hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Mein Textbuch, das ich immer dabei habe, vegetiert seit geraumer Zeit in meinem Nachtkästchen. Ich habe es wieder ins Leben geholt, mich in die Natur gesetzt und geschrieben. Und plötzlich hatte ich dieses ganz besondere Gefühl:

 

Freiheit

 

Das ließ mich auch mein Blogkonzept überdenken. In welche Richtung will ich mit My Café Au Lait? Ist es immer noch die Richtung, in die ich gehen will? Ich bin mit all meinen Beiträgen, die ich in den letzten Monaten veröffentlicht habe, zufrieden. ABER es fehlt etwas. Noch mehr Persönlichkeit. Zwar schreibe ich meine persönlichen Kolumnen, doch es fehlt etwas Entscheidendes. Einen Teil von mir, den ich unbewusst ausgemerzt habe: Meine Erfahrungen mit Anorexie und der Weg, ein normales Leben trotz Essstörung zu führen. Weil ich mein eigenes Essproblem ignoriert habe, habe ich das Thema auch auf meinem Blog ignoriert, obwohl gerade meine Anorexia Recovery Kategorie die war, mit der ich schon vielen Menschen helfen konnte.

Ich will auf meine „Inspirationsbeiträge“ nicht verzichten, genauso wenig wie auf Ästhetik. Manchmal muss eine Flucht aus dem Alltag einfach her. Doch ich möchte auch diesen Teil meines Lebens nicht mehr verstecken, wie ich es in letzter Zeit getan habe. Gerade deswegen, weil ich selbst auf mehr Achtsamkeit bedacht bin.

In diesem Sinne hoffe ich, dass mein „Instagramzwangsurlaub“ mir dabei geholfen hat, eine Balance zwischen Bloggerlisa und Privatlisa zu finden. So einen Social Media Detox werde ich mir nun öfters gönnen. Zwar keine Woche durchgehend, aber ab und zu bleibt das Smartphone Smartphone und Instagram Instagram.

 


 

Beitragsbild via Unsplash

 

Das Zeitalter des Perfektionismus

 

Wir Blogger sind wahre Meister darin, das perfekte Leben vorzugaukeln. Es mag schon sein, dass es auch Teil unseres Jobs oder unserer Tätigkeit als Blogger ist. Daran ist nichts verwerflich, denn viele Menschen nutzen Blogs, um den Alltag zu entfliehen. Blogs sind dazu da, um andere Menschen zu inspirieren. Teils liebe ich diese Welt, teils frage ich mich jedoch auch, ob es wirklich sein muss, seine Schwächen zu überspielen. Ist es okay, sich selbst ständig zu perfektionieren? Vielleicht schon, denn wir sind im Zeitalter des Perfektionismus.

Es ist nichts verwerfliches daran, andere Menschen zu motivieren und ihnen Mut zuzusprechen. Gerade deswegen schätze ich diese Bloggerwelt so. Doch wenn man beobachtet und sieht, dass das Leben einer Person perfekt zu sein scheint, während es das eigene nicht ist, ruft das oftmals ein ganz ungutes Gefühl hervor. Ich sage es offen und ehrlich: Manchmal zweifle ich stark an mir und meiner eigenen Leistung. Dabei frage ich mich oft: gebe ich genug, um meine Ziele zu erreichen?

 

 

Ich bin perfektionistisch und gleichzeitig kotzt mich Perfektionismus an!

Wenn ich meinen eigenen Grad an Perfektionismus einschätzen müsste, würde ich von mir schon behaupten, dass ich perfektionistisch bin. Meine Ziele vor Augen sind klar definiert und ich weiß im Großen und Ganzen, was ich dafür tun müsste, um sie zu erreichen. Nur manchmal merke ich, dass meine Kraft dazu nicht ausreicht. Ich beobachte andere Blogger und lese, wie sie von ihrem eigenen Perfektionismus berichten. Manchen gelingt scheinbar alles perfekt. Sie bringen Uni/Arbeit, das Bloggen, gesunde Ernährung, Sport und Freizeit unter einem Hut und heben dabei einen Faktor immer besonders stark hervor: ihren eigenen Perfektionismus. Es wird von Zeitmanagement berichtet und gejammert, weil man nie wirklich mit etwas zufrieden ist. Das kann ich verstehen. Ich bin auch nie wirklich zu 100% zufrieden, nur frage ich mich auch, wieso das so ist? Ich finde das traurig. Wann hat dieser Moment aufgehört, als „sein Bestes zu geben“ nicht mehr gut genug ist?

Ich bin perfektionistisch, das habe ich schon gesagt. Aber viele von euch werden das vielleicht nicht glauben können, weil ich es nicht schaffe, meine Diplomarbeitsphase mit meinem Blog und Social Media unter einen Hut zu bekommen. Ja, es stimmt auch, dass ich nicht den gesündesten Lebensstil pflege. Ich mache momentan keinen Sport, rauche und ernähre mich zurzeit überwiegend von Mist. Dabei würden sich Sport, Blog, Ernährung und Diplomarbeit gut integrieren lassen, hätte ich eine bessere Zeitplanung. Sagen zumindest alle. Doch ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich dagegen spreche.

 

 

Ich bin perfektionistisch, kann aber nur eine Sache auf einmal perfekt machen!

Vielleicht ist das jetzt eine philosophische Denkweise, die ich mir angeeignet habe, aber ich versuche es, verständlich zu erklären. Ich habe viele Dinge in meinem Kopf, die ich gerne tun möchte und die ich so perfekt wie möglich umsetzen will. Diplomarbeit, Blog & gesunder Lifestyle. Von Freunden und Familie fange ich gar nicht erst an, denn bitte, man kann es nicht selbst beeinflussen, wie es im Privatleben läuft und wenn, dann nur bis zu einem gewissen Grad. Außerdem – perfektionistisch in einer Freundschaft zu sein, ist traurig. Aber nun einmal zurück zu dem, was ich vermitteln möchte. Angenommen, ich möchte all diese Dinge, die ich genannt habe, perfekt machen und das will ich, dann beginne ich, mich selbst und meine eigenen Ressourcen zu überschätzen. Wenn ich was mache, dann will ich immer 100% geben. Aber das ist der Knackpunkt. 100% ist das Maximum an Prozentwerten, die wir besitzen. Keiner von uns hat 200% Ressourcen zur Verfügung oder mehr. Wenn ich vier oder fünf Dinge auf einmal perfekt machen möchte, dann bräuchte ich rein mathematisch 400-500% Eigenressourcen. Aber das besitze ich nicht und kann es mir weder mit Geld kaufen, noch es erlernen. Ich habe, wie jeder andere auch nur 100% zur Verfügung. Mehr geht nicht und ergibt rein rechnerisch auch keinen Sinn.

Das heißt also, dass ich all diese fünf Dinge nur zu 20% perfekt machen kann, wenn ich sie auf einmal mache (wir gehen davon aus, dass das Verhältnis gleich aufgeteilt ist). Das bedeutet wiederum, wenn ich mich nun auch umfassend um meinen Lifestyle kümmere, dann verliere ich all diese Prozentwerte an Eigenressourcen und meine Diplomarbeit wird beispielsweise nur zu 20% so, wie ich sie haben möchte. Klar, ich kann mir einreden, mit einem guten Zeitmanagement kann ich alles zu 100% schaffen, aber das macht für mich in meinen Augen keinen Sinn mehr. Rein rechnerisch. Wenn ich nun eine Stunde für Sport opfere, heißt das gleichzeitig, dass ich in dieser einen Stunde meine Arbeit noch optimieren hätte können und vielleicht entscheidet genau diese eine Stunde um eine Note besser oder schlechter.

 

 

Wir müssen aufhören, uns einzureden, Superwoman oder Superman zu sein!

Ich weiß, es klingt jetzt wie die mega Ausrede, keinen Sport machen zu wollen und bitte seht das, was ich euch gerade erklärt habe, als reine Theorie an. Natürlich weiß ich, dass man auch zwei Dinge auf einmal richtig, richtig gut schaffen kann, sodass beispielsweise Professor und Blogleser beide gleichermaßen zufrieden sind. Ich weiß auch, dass Sport wichtig ist und er vielleicht kein entscheidender Faktor ist, wie ich andere Dinge mache und wie gut letztendlich meine wissenschaftliche Arbeit wird. Das ist mir klar. Dahinter verbirgt sich einfach nur eine Message, die ich vielleicht etwas übertrieben ausdrücke. Aber es ist eine Message, die sagen soll, dass es so etwas wie Perfektionismus schlichtweg nicht gibt oder zumindest in keiner erreichbaren Form. Und das ist okay. Man darf weiterhin danach streben, aber man sollte sich nicht unter Druck setzen. Man sollte nicht verächtlich mit den Zeigefinger auf andere deuten, die es scheinbar nicht so gut machen, wir wir selbst. Manchen gelingt es nicht, alles auf einmal in sein Leben zu integrieren. Manche setzen die Prioritäten auch mal gerne anders. Und das ist okay. Vollkommen okay. Nur sollte man nie anderen einen Vorwurf machen oder es zumindest so andeuten. Und das habe ich leider sehr oft herausgelesen und interpretiert.

Ich möchte meine Blogposts perfekt machen, aber ich weiß auch, dass es da draußen Menschen gibt, die meinen Schreibstil nicht mögen. Für diese Personen ist mein Blogpost nicht perfekt. Nur ein Beispiel, das zeigen soll, warum man nie, wirklich nie alles perfekt machen kann. Wir alle definieren das Wort „perfekt“ anders. Und wir sind menschlich. Durch den ganzen Workflow vergessen wir, wie wichtig es ist, die Dinge auch mal liegen zu lassen. Vielleicht ist das eine Einstellung meinerseits, die nicht sehr erfolgsvorsprechend ist, aber ich habe eingesehen, dass ich mich durch Perfektionismus nicht kaputtmachen darf. Es ist nicht leicht für mich, den Blog so ruhen zu lassen, aber ich habe eine Mission. Die Mission, das Beste bei meiner wissenschaftlichen Arbeit zu geben und das Maximum aus mir herauszuholen. Das geht nur dann, wenn ich meine Prioritäten diesmal anders setze und sichergehe, wirklich mein Bestes getan zu haben.

Und es ist in Ordnung, wenn man einmal eine Erholung braucht. Das ist mehr als okay, auch wenn es mir oft so vorkommt, dass man das heutzutage gar nicht mehr darf. Aber ganz ehrlich: Ich glaube, wenn wir das nicht tun würden, wenn wir nicht einfach mal die Füße hochlegen, dann würde mit uns etwas nicht stimmen. Eigentlich wollte ich sogar bei meinem Thermenwochenende arbeiten. Doch den Laptop habe ich nur obligatorisch für diese Fotos aufgeklappt. Danach habe ich mich erholt. Endlich. Es war bitternötig.

 

Perfektionismus

 

Nobody’s perfect

So abgedroschen dieser Modesatz für 16-jährige auch ist, aber er ist wahr. Als Jugendliche habe ich den Satz in meine Facebookstatusmeldung geschrieben, weil es cool war. Heute begreife ich den Sinn dahinter. Nobody’s perfect. Ich will mich selbst nicht als Superwoman hervorheben, nur damit andere sich schlecht fühlen, nicht so viel auf einmal zu schaffen. Jeder hat sein eigenes Tempo und jeder schafft nur gewisse Dinge gleichzeitig. Und das ist okay. Es ist okay, nicht alles vollkommen und perfekt zu erreichen. Wir haben alle unsere Schwächen und auch mit einem guten Zeitmanagement können wir selbst nicht perfekt sein. Eines nach dem anderen zu erledigen, ist auch in unserem heutigen Zeitalter vollkommen in Ordnung. Sein Bestes zu geben, ist immer noch gut genug. 

 

Wie viel Arbeit steckt hinter einem Post?

 

Bloggen ist eines der schönsten Dinge der Welt. Ich kann es nicht oft genug erwähnen, wie dankbar ich bin, dass sich Café Au Lait zu meinem (Neben)-Job etabliert hat. Es ist meine Leidenschaft und bereitet mir jeden Tag aufs Neue unglaublich viel Freude. Doch hinter einem Blogpost steckt nicht nur die Leidenschaft oder das Herzblut, sondern auch Arbeit. Dabei weiß ich gar nicht so, ob ich das Wort Arbeit überhaupt als solches aussprechen soll. Der Begriff Arbeit wird oft mit etwas Negativem verbunden. Es klingt so trist, karg und traurig. Freudelos. Dabei ist es das gar nicht und das Warum hierfür spare ich mir. Ich denke, das muss ich nicht erklären, denn jeder der bloggt, kann es verstehen.

Trotzdem möchte ich euch heute ein realistisches Bild vermitteln, wie viel Arbeit und Zeitaufwand hinter jedem Beitrag steckt. Ein fertiger Post zeigt nicht das Dahinter oder das Davor, sondern nur das Danach. Das Endprodukt sozusagen. Grundsätzlich soll das auch so sein. Allerdings waren einige von euch so begeistert von dieser Postingidee (Snapchat), sodass ich diesen Post gerne für euch schreibe.

 

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Wenn aus einer Idee ein Resultat wird

So viel Arbeit steckt hinter einem Post

Vorweg: Der Zeitaufwand eines Posts ist nicht immer gleich hoch. Manchmal ist ein Beitrag schneller fertig, mal dauert es wesentlich länger. Doch unter 4 Stunden läuft gar nichts. Im Schnitt steckt hinter jedem Beitrag ein Zeit- und Arbeitsaufwand von ca. 8 Stunden, also ein ganzer Arbeitstag.

 

brainstorming

 

Idee, Brainstorming, Konzept

Ideen sind schnell geboren. Sie schießen wie Geistesblitze ein und et voila: Der Grundstein für einen Post ist gelegt. Schritt Nummer 1: Schnell notieren, damit ich die Idee nicht vergesse. In der Regel lasse ich Ideen etwas länger ruhen, außer es kribbelt mir in den Fingern. In diesem Fall kann es auch vorkommen, dass ich sofort zu schreiben beginne. Doch sowohl Ideen, als auch eventuelles Rohmaterial lasse ich eine Zeit lang ruhen. Mal dauert es ein oder zwei Tage, manchmal sogar eine Woche. Ich muss mir sicher sein, dass der Content meinen Lesern einen Mehrwert bietet oder er zumindest interessant für sie sein könnte.

Finde ich die Idee nach wie vor gut, beginnt das Brainstorming. Wie kann ich diesen Beitrag schreiben? Was benötige ich dafür? Wie sollen die Bilder aussehen? Was ist wichtig? Die Methode Brainstorming wende ich auch gerne an, wenn ich keine Geistesblitze habe, um neuen Content zu entwickeln. Für Kooperationen oder bestimmte Beiträge wird auch noch ein Konzept entwickelt. Personal Posts hingegen benötigen bei mir grundsätzlich kein Brainstorming oder ein Konzept.

  • Zeitaufwand Brainstorming: zwischen 30-60 Minuten (je nachdem, ob ich gerade eine neue Idee entwickle oder schon eine habe.) Für die Berechnung ziehe ich nun 45 Minuten heran, da es der Durchschnittswert ist.
  • Zeitaufwand Konzeptentwicklung: 1 Stunde
  • Zwischensumme: 1 Stunde, 45 Minuten

 

kamera

 

Set & Fotografie

Meine Fotografien entstehen in der Regel vor dem geschriebenen Beitrag. Darum ist mir ein Konzept auch so wichtig. Einen konkreten Zeitwert kann ich leider nicht genau nennen. Es ist immer abhängig vom Thema. (Outfit)-Shootings dauern, wenn ich die Pausen abziehe, zwischen 60 Minuten bis 3 Stunden, exklusive Fahrtzeit nach Graz (i.d.R. 1 Stunde mit dem Bus), wenn wir dort shooten. Wenn ich schon dabei bin, shoote ich nämlich gerne mehre verschiedene Beiträge, darum auch der Zeitaufwand. Manchmal habe ich aber auch Glück und es entstehen schnell brauchbare Bilder (z.B. auf Reisen, auf Veranstaltungen usw.), doch das berücksichtigen wir in dieser Kalkulation nicht. Ansonsten kann ich kein konkretes Ergebnis aufstellen.

Sonstige Fotos dauern in etwa eine Stunde pro Beitrag. Muss ich ein Set aufbauen, kann man noch eine halbe Stunde einkalkulieren.

Zeitaufwand Shootings: 1-3 Stunden. Für die Berechnung gehen wir von ca. 2 Stunden aus. Beispielposts, bei denen die Zeit für das Fotografieren eines einzigen Beitrages mehr als 1,5 Stunden gedauert hat findest du unter anderem HIER, HIER, HIER und HIER. Darum ziehe ich diesen Wert heran.

  • Zeitaufwand (Shootings): 2 Stunden
  • Zeitaufwand (Sonstige Fotos ohne Set): 1 Stunde
  • Mit Set: 30 Minuten
  • Zwischensumme (Shootings): 3 Stunden und 45 Minuten
  • Zwischensumme (Sonstige Fotos ohne Set): 2 Stunden und 45 Minuten
  • Mit Set: 3 Stunden und 15 Minuten

Hinweis: Manchmal verwende ich aus den verschiedensten Gründen Stockfotos – wie man auch hier sehen kann. Das minimiert den Zeitaufwand für das Fotografieren deutlich. Ich versuche jedoch, so wenig Stockfotos wie möglich zu verwenden. Somit ist es eher eine Ausnahme und nicht die Regel.

 

arbeit

 

Bildbearbeitung

Die Bildbearbeitung ist auch ein kleiner Zeitfresser, aber ein Zeitfresser, der mir fast genauso viel Spaß macht, wie die Fotografie. Ich versuche immer, dass meine Fotos trotz Bearbeitung nicht an Ästhetik verlieren. Darauf lege ich stets meinen Fokus, auch wenn ich manchmal mehr und manchmal weniger bearbeite. Sogar wenn ich wenig bearbeite, dauert es ca. 20 Minuten. Ich habe das Gefühl, ich kontrolliere dabei jedes Pixel. Manchmal finde ich das Bild aber auch schon nach einer 5 Minuten Bearbeitung super. Hin und wieder brauche ich sogar 35 Minuten. Das heißt nicht, dass ich alles zu Tode retuschiere, aber zur Bildbearbeitung zählen auch: Zuschneiden, Verkleinern und Speichern. Für die Berechnung ziehe ich nun 25 Minuten pro Bild heran. Meistens verwende ich gerne viel Bilder. Als Durchschnittswert gehe ich von fünf Bildern aus.

  • Zeitaufwand für 5 Bilder: ca. 2 Stunden
  • Zwischensumme (Shootings): 5 Stunden und 45 Minuten
  • Zwischensumme (Sonstige Fotos ohne Set): 4 Stunden und 45 Minuten
  • Mit Set: 5 Stunden und 15 Minuten

 

schreiben

 

Beitrag

Für einen Beitrag lasse ich mir gerne Zeit. Viel Zeit. Ich schaue dabei nicht explizit, wie lange ich pro Wort brauche, aber meistens sind es 2 Stunden, die ich für das Schreiben benötige (je nach Länge). Hinzu kommt das Durchlesen und ausbessern, sowie das Einfügen von Fotos. Auch da kommt gerne eine Stunde dazu.

  • Zeitaufwand Beitrag: 3 Stunden
  • Zwischensumme (Shootings): 8 Stunden und 45 Minuten
  • Zwischensumme (Sonstige Fotos ohne Set): 7 Stunden und 45 Minuten
  • Mit Set: 8 Stunden und 15 Minuten

 

social-media

 

Social Media

Auch das gehört dazu. Allerdings dauert das Teilen eines Beitrages nicht allzu lang. Mehr als 15 Minuten brauche ich dafür in der Regel nicht.

  • Zeitaufwand Social Media: 15 Minuten

 

smartphone

 

Gesamtzeitaufwand

Jeder Beitrag ist individuell. Der Gesamtzeitaufwand ist nur ein grober Richtwert. Es gibt Beiträge, die schneller fertig sind. Andere benötigen sogar länger. Genaue Aussagen kann man diesbezüglich somit gar nicht tätigen. Der grobe Gesamtzeitaufwand beträgt demnach:

  • Für einen Blogpost mit Bildern aus einem Shooting: 9 Stunden
  • Für einen Beitrag mit sonstigen Bildern: 8 Stunden
  • Mit Setaufbau: 8,5 Stunden

Auch wenn das ein sehr langer Zeitaufwand ist: Ich genieße jede Sekunde davon. Und wenn ein Beitrag mehr Zeit benötigt, investiere ich diese mit ganzem Herzen. Jammern beschränke ich nur auf die Momente, in denen etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle. Ansonsten könnte ich mir nichts Besseres vorstellen.

Außerdem möchte ich mit diesem Beitrag kein Bild suggerieren, dass ich jeden Tag wahnsinnig busy und im Stress bin. Ganz im Gegenteil. Ich finde es auch mal wichtig, sich Pausen zu nehmen und nicht nonstop zu arbeiten. Manchmal arbeite ich an einen Beitrag auch mehrere Tage, aber oft stelle ich die Beiträge auch am Stück fertig. Je nachdem, wie zufrieden ich bin.

 

Videos

Auch wenn ich selten Videos drehe, möchte ich dennoch den Zeitaufwand für ein Video auflisten. Reine Storytimes oder Hauls gehen dabei meistens schneller. Zeit und Arbeit benötigen diese Videos trotzdem. Am aufwändigsten sind die Videos, die viel Schnitt verlangen, wie mein letztes Video. Dafür schätze ich diese Videos mehr, da ich dadurch einfach kreativer sein kann. So sieht der Aufwand für ein Video aus:

  • Dreh: ca. 4,5 Stunden (wenn man die Perspektive oft wechseln und immer wieder neu fokussieren muss)
  • Schnitt: ca. 3,5 Stunden
  • Musiksuche: ca. 1,5 Stunden
  • Infobox: ca. 30 Minuten
  • Gesamtsumme: ca. 10 Stunden
  • Minus Storytime: Dabei kann man ca. 2 Stunden Dreh und 1 Stunde Schnitt abziehen. Daher beträgt die Gesamtsumme ca. 7 Stunden

Das ist übrigens mein aufwändigstes Video. Hier hat alleine der Dreh ganze 7 Stunden gedauert. Der Schnitt hat ca. 5 Stunden verschlungen.

Ich hoffe, euch hat der kleine Einblick gefallen. Für alle, die neugierig sind, wie viel Arbeit hinter diesem Post steckt: ca. 5 Stunden habe ich daran gefeilt. An alle Blogger: Wie viel Zeit investiert ihr pro Beitrag? 

Bilder via: Kaboompics

 

Ich habe mich verändert. Wer bin ich wirklich?

 

Ein Moment! Ein Moment, der so bleiben kann. Sommer. Schlafen unterm Sternenhimmel. Wünsche. Unbeschwert im Sommerregen tanzen. Fröhlich sein. Glücklich! Einfach mal die Zeit anhalten. Locker sein. Spontanität! Mit dem Kopf durch die Wand. Blauäugig sein. Stur. Wutausbrüche. Lachkrämpfe. Pubertät. Das Leben genießen!
Laut!
Schweigsam!
Lachend!
Weinend!
Erwachsen werden! BÄNG! Veränderung!

Wenn mein altes Ich mein Leben und meine Persönlichkeit vor fünf Jahren beschreiben müsste:

Die Schule ist geschafft. Meine Matura mit gutem Erfolg bestanden. Ansehnliche Noten, Freunde, Partys! Die Welt steht mir offen. All die Jahre voller Enttäuschung, Liebeskummer, Trotzphasen und Stress vorbei. Gekämpft und gewonnen. Mit Bravour alle Ziele gemeistert. Es kann nicht mehr besser kommen. Die Zeit bleibt stehen. Meine Persönlichkeit ist aufgeblüht. Werde mich nicht mehr verändern. Der Selbstfindungsprozess abgeschlossen. Ich bin so, wie ich sein will. Erwachsen. Spindeldürr wie ein Solettistangerl. Vielleicht ein bisschen arrogant, doch herzlich zu meinen Freunden. Ich will mich nicht verändern. Will so bleiben. So wie es ist, so ist es perfekt.

Doch das Leben schreibt seine eigenen Geschichten. Wir haben keinen Einfluss auf das Drehbuch. Führen nicht selbst Regie. Das tut jemand anderes. Schicksal? Ich weiß es nicht. Plötzlich verläuft die Spur im Sand. Verweht im Wind. Emporsteigend am Horizont. Ein Sandsturm! Neue Ziele entstehen. Sind weit weg. Scheinen unerreichbar. Bedürfen Veränderungen.
Schleichend.
Plötzlich.
Unerwartet.
Und doch sind Veränderungen fortwährend.

Eines Tages wacht man auf und merkt, dass es nicht mehr so ist, wie es einmal war. Man ist nicht mehr der, der man war. Nur mal schnell die Pubertät überstehen, ist keine Selbstfindung. Persönlichkeit und Charakter sind nicht stagnierend. Studium. Neue Freunde und der Verlust von anderen. Verliebtsein. Große Dinge. Dinge, die zum Leben dazugehören. Dinge, bei denen ich nicht dachte, dass sie meine Persönlichkeit so verändern könnten. Dachte, niemand könnte mich mehr beeinflussen. Mich aus der Bahn werfen oder auf meinen Charakter einwirken.

Ich war naiv. So naiv. Mein Leben bestand aus Partys. Kein Wochenende ohne durchtanzte Nächte, schmerzende Füße und verschlafene Sonntage. Und heute sitze ich da. In meinem 13 Quadratmeter Zimmer. Vor mir ein Stapel Bücher. Das Feiern habe ich schon längst aufgegeben. Mein Handy vibriert. Es ist Freitagabend. Rechne fest mit einem lustigen Meme oder den neuesten Klatsch und Tratsch, aber nicht damit, dass ich auf eine Party gehen soll. „Wie spontan bist du?“, steht drin. Ich resigniere. Spontanität? Ein Fremdwort! Ich werfe einen kurzen Blick auf ein altes Foto, welches eingerahmt auf meiner Kommode steht. Alte Zeiten. Es war ein Party. Eine lustige Party – für die wir uns SPONTAN entschieden haben.
Wir tanzten im abgekühlten Sand.
Tranken pappig süße Softdrink-Wodkagemische.
Genossen die kaltgewordene Nacht.
Hörten das Meer tosen.
Sahen frierend der Sonne beim Aufgehen zu.

Eine Standparty, irgendwo in der Türkei auf der Maturareise. Zu der Zeit, als ich mich beflügelt fühlte. Als ich dachte, zu mir selbst gefunden zu haben. Sieben Tage Party Nonstop. Mein persönliches Traumland. Heute wohl eher ein Albtraum. Feiern gehen? Ich? Nein, das bin ich nicht mehr. Ab und zu ist ganz nett, aber dann brauche ich meine Ruhe. Drei Monate. Mindestens.

Ich druckse herum. Weiß nicht so recht, was ich antworten soll. Ich würde mich lieber um meine Verpflichtungen kümmern. Um das, was ich tun muss, um meine Ziele zu erreichen. Treffen mit Freunden? Das verschiebe ich auf später! Sie werden es schon verstehen. Zücke mein Handy. Antworte. „Ich kann leider nicht. Sorry!“ Als hätte ich es nicht geahnt, kommt binnen 30 Sekunden ein „Warum?“ zurück.

Ich denke nach. Uni. Blogposts vorbereiten. Rechnungen ausdrucken und sortieren. All das hat Vorrang. „Das kannst du doch morgen machen.“ Kann ich. Will ich aber nicht. Life is NOT a party! Ich habe mich verändert. Schon wieder. Bin langweilig geworden. Andere Dinge sind wichtiger. Entspannung finde ich nicht mehr bei Cocktailabende. Ich sitze lieber mit einem Glas Wein oder einem Sommercocktail in der Laube. Schreibe meine Texte. ALLEIN und WENN ich mir Freizeit überhaupt zugestehe. Früher hätte ich nicht acht Stunden vor meinen Büchern verbracht. Früher.

Mein Handy klingelt. Ich gehe ran. Verbal ist alles einfacher zu klären. Verbal kann man mich einfacher überreden. Das denken auch meine Freunde. Doch das war früher so. Heute nicht mehr. Ich habe mich verändert. Auf mich wird eingeredet. Druckse wieder herum. „Du bist langweilig geworden.“ Ich weiß. Ich weiß. Ich weiß!!! Ich habe mich verändert.
Stille!
Seufzen!
Jammern und betteln!
Ich würge ab und lege auf.

Kurze halte ich inne. Ganz, ganz kurz. Durchatmen. Ehe ich mich wieder meinem dicken Stapel Bücher widme. In mir rattert es. Wieder schweift mein Blick zurück zu dem Bild. Wie würde die alte Lisa die Neue beschreiben? Ich glaube, sie würde folgendes sagen: Spießig. Uralte Oma. Langweilig! Sie ist genau der Mensch, der ich nie sein wollte. Keine Partys. Zugenommen. Streber.

Es macht mir nichts aus, wenn die alte Lisa das von mir denken würde. Ich habe neue Ziele. Ziele, die sie nicht verstehen könnte. Habe mich in den letzten fünf Jahren laufend verändert. Jeder erneute Rückfall in die Anorexie hat mich verändert. Jede Gewichtszunahme hat mich verändert. Jeder Schicksalsschlag. Jede neue Freundschaft. Jeder Schritt, der mich meinem Ziel näher bringt. Doch irgendwie, vielleicht nur ein bisschen, vermisse ich die unbeschwerte Zeit. Die sozialen Kontakte. Die Balance, die ich in meinem Leben hatte. Als ich Schule, Freunde und Arbeit noch unter einen Hut gebracht habe.

Die Decke fällt mir auf dem Kopf. Ich musste mich verändern. Laufend. Erwachsen geworden zu sein, ist kein Abschluss. Habe mich selbst in eine Rolle gedrängt. Zu wenig zwischenmenschlicher Umgang. Bin weitergewandert und habe irgendwann alle abgehängt. Mir wird klar, ich muss mich wieder verändern. Ein Mittelmaß finden. Die Mauer durchbrechen. Ich bin kein Einsiedler! Wer bin ich wirklich? Nicht der Mensch, der ich jetzt bin. Aber wenn ich aus all dem einmal flüchte und die Balance finde, habe ich womöglich wirklich die Chance, zu mir selbst zu finden.

 

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 Dress by Orsay*

 

 

Gedanken – Poesie der Sinne

Gedanken

Poesie der Sinne

Schreiben ist das, was meinem Leben Sinn gibt. Schreiben gibt mir Kraft. Schreiben ist eines der wertvollsten Dinge in meinem Leben. Ich war sechs Jahre alt, als ich schreiben gelernt habe. Seitdem habe ich nie wieder aufgehört. Als ich ganze Sätze bilden konnte, schrieb ich meine ersten Geschichten. Buchstaben faszinierten mich seit jeher. Mit etwa acht oder neun Jahren schrieb ich zum ersten Mal Tagebuch. Ich habe es fortgeführt, bis ich 16 war. Danach habe ich aufgehört. Einfach so. Aber ich habe nie aufgehört, zu schreiben. Ich schrieb Geschichten, ja sogar ganze Bücher. Schon mit vier wollte ich Schriftstellerin werden, weil es auch der Traumberuf einer Figur in einer meiner liebsten Zeichentrickserien war. Mit 16 wandelte ich diesen Berufswunsch um. Ich sah mich im Journalismus. Gelandet bin ich schlussendlich beim Bloggen, wofür ich heute überaus dankbar bin. Buchstaben, Worte und Sätze bezaubern mich. Sie fesseln mich und halten mich in einem Zauberbann gefangen. Und von Zeit zu Zeit verliere ich mich in ihnen.

 

Gedanken Gedankenbuch Writing

 

Ein Buch voller Glück, Momente und Erinnerungen!

Im Zeitalter der Technologie hat die Sache mit dem „Handschreiben“ aufgehört. Während ich als Kind meine Geschichten noch per Hand schrieb, sogar passende Szenen und Bilder dazu gemalt habe, tippe ich nun meine ganzen Geschichten auf meinem MacBook. Dadurch hat sich etwas ganz Entscheidendes in meinem Leben verändert. Ich habe so viele Gedanken verworfen. Sie gingen verloren und haben sich ganz tief in eine unwiderrufliche Vergessenheit gegraben. Einfach deswegen, weil ich sie nicht niedergeschrieben habe. Es ist schwierig, sich all diese Gedanken, welche im Laufe des Tages aufkeimen, zu merken, um sie abends niederzuschreiben. Manche Gedanken sind nicht so prägend, wie andere. Man vergisst sie viel schneller. Unabhängig davon, wie relevant sie während des Moments waren. Das ist schade, denn früher habe ich von der Poesie gelebt. Von meinen Gedanken. Von den Worten, die in meinem Kopf herumschwirrten. Mein gesamtes Oberstübchen bestand aus Buchstaben, welche sich durch meine Synapsen bahnten und sich voll und ganz in meinem Denkapparat verteilten. Kein Wunder, dass ich mich immer in den Worten verloren habe. Es geht gar nicht anders, wenn das Denkorgan ein kompletter Buchstabensalat ist.

Nun spiele ich bereits länger mit dem Gedanken, die alten Traditionen wieder aufleben zu lassen. Inspiriert wurde ich auf einem Ethikvortrag, welchen ich kurz vor Weihnachten besuchte. Es ging um das Thema „Glück“. Was ist Glück? Insbesondere an einer Idee habe ich Gefallen gefunden. Unser Vizerektor erzählte von einem ganz persönlichen Glückstagebuch, in welches täglich ein Moment festgehalten wird, der uns an diesem Tag glücklich gemacht hat. Mir hat die Idee so gut gefallen, sodass auch ich im neuen Jahr ein solches Glückstagebuch führen wollte. Irgendwie habe ich sie dann doch verworfen und mich dazu entschieden, ein Buch auf eine andere Art und Weise zu führen.

 

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Ziele, Wünsche, Momente und Gedanken!

Primär soll es um meine Gedanken gehen. Es soll poetisch, gefühlsbetont und kreativ gestaltet werden. Es sollen ehrliche Texte entstehen. Texte, die aus der reinen Inspiration des Moments entspringen. Pur und authentisch. Ich bin keine große Dichterin. Ich möchte mich nicht zwanghaft zum Reimen verführen, sondern ausschließlich von meinen Inspirationen leiten lassen. Meine Gedanken und Gefühle sollen meine Hand führen. Von Zeile zu Zeile gleiten lassen. Ohne große Erwartungen. Wer weiß, womöglich entstehen auch Texte, die ich auf dem Blog teilen werde. Vielleicht -und das ist mein großer Traum an dieser Geschichte- entsteht dadurch sogar ein Inspirationsvideo mit meinen Texten: Frei, poetisch und aufrichtig. 

Das Buch soll mir zudem einen Raum für Ziele und Wünsche bieten. Es sind nicht nur die Momente und Gedanken, die mich nach vorne streben lassen. Es sind auch kleine, mittlere und große Ziele, die ich erreichen möchte. Wünsche, die ich mir erfüllen möchte und irgendwann werde. Auf den ersten Seiten werde ich mein Lebensziel verankern. Eine kleine Liste anfertigen und alle europäischen Hauptstädte auflisten. Aufgebaut wie eine kleine To-Do-Liste. Mit kleinen Kästchen zum abhaken. Trotzdem soll alles ganz zwanglos sein. Dafür liebe ich dieses Freiheitsgefühl, welches ich leider nicht immer zu spüren bekomme, viel zu sehr. Jeder von uns ist in seinem Leben in Zwängen gefangen. Wir nennen sie Verpflichtungen, welchen wir uns stellen müssen. Genau deswegen brauchen wir in unserem Leben einen kleinen Freiraum. Einen Platz, den wir nur für uns haben.

 

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Das Buch

Mein kleines Gedankenbuch muss hübsch, ansehnlich und vielversprechend sein. Ein Büchlein, das ich gerne aufschlage und welches mein vollstes Herzblut verdient. Ein kleines, majestätisches Büchlein, das dazu gemacht ist, Erinnerungen für die Ewigkeit zu schaffen. Endlich habe ich es nach langer Suche gefunden. Es wirkt fast märchenhaft – wie ein mystisches Feenbüchlein. Oder aristokratisch. Es sieht fast so aus, als würde es jemanden gehören, der einen adeligen Familienstammbaum besitzt. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. 

Das Buch von Paperblanks ist eine kleine Hommage an Virginia Woolf (1882-1941). Ihr Name prangt in großer, verschnörkelter Schrift auf dem Cover. Daneben steht ihr Essay „A Room of One’s Own“, welcher im Jahre 1929 verfasst wurde.

 

Our Virginia Woolf cover reproduces a page from “A Room of One’s Own,” a book-length essay written in 1929. It is regarded as a classic feminist work with its iconic and inspiring dictum, that “A woman must have money and a room of her own if she is to write fiction.”

 

Virginia Woolf war eine besondere Schriftstellerin aus dem 20. Jahrhundert. Sie galt als modernistische Pionierin des Feminismus. Sie schrieb mit einer seltenen Sensibilität und Einsicht über die Mystik, Verwirrung und Unsicherheit des täglichen Lebens. Außerdem setzte sie sich stark mit Geschlechterverhältnisse, Psychologie und der Kraft der poetischen Perspektive auseinander.

 

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Ich freue mich, das Buch mit Leben zu füllen. Übrigens: Kein Eintrag wird mit Bleistift geschrieben werden. Ich überlege mir sogar, mir ein externes Journal zuzulegen, um vorzuschreiben. Ich kann mir gut vorstellen, meine Texte mit Tusche zu übertragen. Besonders schön würde ich es finden, die Überschriften kalligraphisch zu gestalten, doch dafür muss ich erst mal die zauberhafte Kunst der Kalligraphie erlernen. Zum Glück habe ich bereits von Haus aus eine recht schöne Handschrift, aber meine Titel dürfen gerne in einer außergewöhnlicheren Schriftart niedergeschrieben werden.

Besitzt ihr auch ein kleines, persönliches Journal oder Gedankenbuch?