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I Wish I Was Brave Enough To Love You

Eine zaghafte Berührung, die immer fordernder wurde. Seine Arme um mich geschlungen. Und er sah mich an. Einschlägig. Intensiv. Er musterte mich mit seinen stahlgrauen Augen. Sie waren so wundervoll. Zu wundervoll, um mich nicht darin zu verlieren. Zu wundervoll, um dennoch hineinzuschauen.

Ich wusste nicht ganz genau, was er mir gerade offenbarte. Aber ich hatte es im Gefühl. Dieser Blick. Sein Blick. Sein Blick brachte mich in ein Bedrängnis. Ich fühlte mich unwohl, als er seine Arme immer fester um meinen Körper schlang. Mir stockte der Atem. Er hielt mich fest. Seine Berührungen wurden noch fordernder. Zu fordernd. Er hielt mich fest. So fest, wie mich schon lange keiner mehr festhielt. Und ich wusste: Er meinte es liebevoll. Er wollte mir signalisieren, dass ich nicht gehen sollte. Aber ich konnte nicht. Konnte es nicht ertragen. Nicht ertragen, wie fest er mich gefangen hielt. Er hielt mich fest. So fest. Physisch. Psychisch. Nicht nur mit seinen Armen, sondern auch mit seinen Augen. Seinen stahlgrauen Augen. Sie waren so wundervoll. Zu wundervoll, um mich nicht darin zu verlieren. Zu wundervoll, um dennoch hineinzuschauen.

In meinem Inneren brodelte es. Mein Atem stockte. Immer mehr. Die Luft blieb mir weg. Weggeschnürt. Es gab keine Möglichkeit zu atmen. Denn er hielt mich immer fester. Und ich wusste nun in vollster Klarheit, was er wollte. Zumindest gestand ich es mir jetzt ein. Und es machte mir Angst. Große Angst. Ich hatte das Gefühl, mich von ihm losreißen zu müssen. Besser jetzt, als nie. Diese Augen machten es nicht besser. Seine stahlgrauen Augen. Sie waren wundervoll. Zu wundervoll, um mich nicht darin zu verlieren. Zu wundervoll, um dennoch hineinzuschauen.

Ich musste Reisaus nehmen. Besser jetzt, als nie. Besser an einem Zeitpunkt, an dem ich noch flüchten konnte. Flüchten, bevor es zu spät wäre. Ich wusste, was er wollte. Ich spürte es. Er signalisierte mir, dass da mehr war. Viel mehr. Von seiner Seite aus. Und ich mochte ihn. Ich mochte ihn sogar sehr. Aber -und das wünschte ich mir wirklich- ich konnte ihn nicht lieben. Ich war nicht mutig genug. Ich wollte es, aber war nicht mutig genug. „I’m sorry“, flüsterte ich bruchstückhaft:

What we had was beautiful
I didn’t want to wreck it all
Every Day I think about the truth.
And I wish I was – I wish I was
Brave enough to love you*

Und ich ging. Riss mich von dieser festen, fordernden Berührung los. Schenkte seinen stahlgrauen Augen keine Beachtung mehr. Diese Augen. Dieser einschlägige Blick. Dieser einschlägige Blick der wundervollsten stahlgrauen Augen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Sie waren so wundervoll. Zu wundervoll, um mich nicht darin zu verlieren. Zu wundervoll, um dennoch hineinzuschauen. Denn ich verdiente es nicht. Ich verdiente diesen Anblick nicht. Diesen Anblick in diese wundervollen, atemberaubend schönen stahlgrauen Augen. Weil mir der Mut fehlte. Weil ich nicht mutig genug war, um ihn zu lieben und gehen musste, bevor mir eine sich aufwallende Panikattacke die Luft weg schnürte.

Ich hörte ihn nur noch ein „Why“ wispern, doch ich reagierte nicht. Ich ging. Weil ich nicht mutig genug war, um ihn zu lieben.

 

I wish I was brave enough to love you

*Das englische Zitat wurde aus diesem Song entnommen und stammt nicht von mir. 


 

Photography by Miss Getaway

 

Auf ein Single Date mit Poreč

Wenn die frische Meeresbrise mir um die Haare weht und ich das Salz des Ozeans auf meinen Lippen schmecke, es sogar spüre, dann habe ich das Gefühl, meine Arme ausbreiten zu können, um diesen Moment voll und ganz zu genießen. Ich habe das Gefühl, ich kann ihn auskosten. Diesen Moment. So lange. So unendlich lange.

Ich halte inne, beobachte den Wellengang und fühle mich angekommen. Angekommen und das, obwohl ich in einem fremden Land bin. Aber ich fühle mich angekommen. Habe zu mir selbst gefunden. Diese Leichtigkeit -ich kann sie nicht mit Worten beschreiben- ist das Gefühl, was mich momentan so glücklich macht. Und manchmal läuft mir eine Träne über die Wangen, weil ich es nicht glauben kann. Nicht glauben kann, dass dieser Moment gekommen ist. Dieser Moment, in welchem ich mit mir im Reinen bin. Bedingungslos. Dieser Moment, in welchem es gar nicht notwendig ist, dass irgendwelche Bedingungen erfüllt werden müssen. Ich habe so viel dazu gelernt. Gelernt, dass das Leben Schattenseiten hat, aber das gute Tage und gute Momente keine Mythos sind. Für diese Erkenntnis bin ich unendlich dankbar. Sie hat mir die Augen geöffnet. Früher war es so, als wäre ich einer dieser Höhlenmenschen aus Platons Höhlengleichnis gewesen. Aber ich habe mich aus dieser dunklen, kalten Höhle gewagt. Nach draußen, wo das Licht auf mich wartete. Es hat mich geblendet. Es hat mich lange geblendet. Unendlich lange. Doch als mein Blick sich klärte, war ich wach. Hellwach. Und ich sah sie. All diese Schönheit, die ich früher nicht erkannt habe.

 


 

 

Volim te, Hrvatska

Zuerst war ich einsam…

Wenn ich auf Reisen bin, dann meistens nicht alleine. Und das ist schön, denn ich teile die Momente gerne. All diese Erfahrungen und Erlebnisse, die ich in einem fremden Land bzw. einer fremden Stadt sammeln darf. Es ist schön, diese Momente gemeinsam genießen zu können. Sie gemeinsam auskosten zu können. Jedoch -und diesen Luxus, diese Freiheit nehme ich mir immer- ich muss auch mal alleine sein. Ich muss die Momente für mich alleine genießen können. Ein fremdes Land, eine fremde Stadt alleine kennenlernen. Meistens stehe ich dafür extra früher aus, streife durch die Straßen oder Strände, genieße den Sonnenaufgang und beobachte, wie die Stille, die Ruhe, die Einsamkeit langsam zum Leben erwacht. Wie das bunte Treiben beginnt und ihren Lauf nimmt. Ich brauche diese Momente. Einfach für mich. Ich muss für mich Erfahrungen und Erlebnisse sammeln, die ich nur mit mir selbst teilen kann.

Poreč auf eigene Faust zu erkundigen, war nicht geplant. Ich stehle mir diese Momente eigentlich immer morgens. Und Poreč wollte ich mit jemanden teilen. Mit meinen Lieben teilen. Ich wollte Poreč nicht alleine kennenlernen und doch habe ich es getan, weil ich niemanden dazu überreden konnte, diesen Moment mit mir zu teilen. Und das ist okay. Ich habe mich in der kroatischen Stadt einsam gefühlt. Ein bisschen verloren. Habe beobachtet und gesehen, dass ich so ziemlich die einzige war, die alleine durch die Straßen und Gassen streifte. Alleinsein ist ein Gefühl, mit dem ich gut umgehen kann. Einsamkeit nicht. Denn Einsamkeit ist etwas anderes, als Alleinsein. Alleinsein brauche ich, manchmal zumindest, Einsamkeit nicht.

 

 

…und dann nur noch alleine

Ich habe da jemand kennengelernt und dieser jemand heißt Poreč

Doch ich habe mich gesammelt, mir eingeredet, dass ich jetzt hier bin. Dass ich den Moment zählen lassen muss und nicht die Einsamkeit. Habe mich angestrengt bemüht, die Einsamkeit von mir wegzudrängen. Ich habe Poreč um ein Date gebeten, um nicht einsam zu sein. Und Poreč hat ja gesagt. Zumindest hatte ich das Gefühl, denn plötzlich entdeckte ich all die Schönheiten dieser malerischen Altstadt. Bin durch die Gassen flaniert, habe fotografiert und Poreč hat mich einfach gelassen. Mich gelassen, seine Schönheit einzufangen. Wir haben gemeinsam diesen Moment festgehalten, obwohl ich alleine war. Und weil man diese Momente nicht mit Worten beschreiben kann, möchte ich es zumindest in Bildern versuchen.

 


Poreč und ich hatten ein Date…

…und es war wunderschön

Mehr als das. Es war perfekt!


 

 


 

Mehr Single Dates mit einer Stadt

Triest

 

Life Update #8: Good Vibes

Ich kann es kaum fassen. Mein Uniabschluss liegt nun fast schon zwei Monate zurück und ich blicke auf eine Zeit voller Anstrengung, Tränen, Zweifel, aber auch des Glücks und der Freude, etwas geschafft zu haben, zurück. Diese Zeit war hart für mich, sehr hart. Ich habe mich in ein Terrain gewagt, was für mich unbekannt war. Habe empirisch gearbeitet, eine eigene Forschung geschaukelt und damit gleichzeitig ein Thema, wofür auch gerade eine Dissertation geschrieben wird. Ich bin über meine Fähigkeiten hinausgewachsen, aber es war schwer. So lange habe ich an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt, aber es gab eine ganz bestimmte Sache, die mich immer am Ball bleiben ließ. Tagtäglich habe ich es mir eingeredet und mir so meine Motivation verschafft. Ich habe mir gesagt, dass sich mein Leben von Grund auf verändern wird, wenn ich die Uni abgeschlossen habe. Dass ich ein neues Leben beginnen werde. Glücklich sein werde. Frei. Und es ist eingetreten. Momentan genieße ich mein Leben in vollen Zügen und ich kann eines sagen: Ich bin glücklich. So wahnsinnig glücklich.

 

 

Life Update #8

Good Vibes in August

In den letzten Jahren habe ich viel zurückgesteckt. Vielleicht zu viel. Und vielleicht hätte ich das gar nicht müssen, aber ich gehe mit mir selbst immer sehr streng um. Leider. Ich wünschte mir, ich hätte das Leben vorher auch schon auf die Art und Weise genossen, wie ich es jetzt tue. Aber ich versuche den Gedanken beiseite zu schieben, irgendetwas verpasst zu haben. Denn ich bin jetzt jung. Immer noch. Und ich habe immer noch die Gelegenheit, so viel nachzuholen, was ich früher verpasst habe. Und das ist okay. Das ist mehr als okay. Ich habe meine Erfahrungen früher auf eine andere Weise gemacht. Jetzt ist der Moment gekommen, sie auf eine neue Weise zu machen. Und es fühlt sich gut an. So gut.

 

 

Über mein Bloggerleben, wunderbare Menschen und Bereicherungen

Ich war immer dankbar für all das, was ich durch und mit meinem Blog erleben durfte. Ich durfte neue Länder bereisen, an Presseevents teilnehmen, die Fashion Week in Wien besuchen (dieses Jahr werde ich allerdings absagen) und wunderbare Menschen kennenlernen. Doch momentan läuft alles besser den je. Die wachsende Freundschaft zu Kerstin von Miss Getway ist unter anderem eine Bereicherung, die ich besonders in den letzten Monaten erfahren durfte. Es ist schön, so einen kreativen Kopf kennengelernt zu haben. Eine junge Frau, die eine Leidenschaft mit mir teilt, mit der ich mich auf Anhieb verstanden habe und inzwischen haben wir uns zu einem wunderbaren, eingespielten Team etabliert, welches optimal miteinander harmoniert. Insbesondere euer Lob zu unseren gemeinsamen Zusammenarbeiten zeigen mir, dass wir gemeinsam wunderschöne Projekte auf die Beine stellen.

Momentan habe ich so eine große Freude am Bloggen. Ich kann mir endlich wieder umfassend Zeit nehmen, eure Kommentare zu beantworten und auch Instagram macht langsam wieder mehr Spaß. Darüber hinaus durfte ich seit meinem Uniabschluss an vielen Projekten und Kampagnen mitarbeiten und ich bin einfach dankbar dafür. Dankbar, dass ich diese Leidenschaft habe und dass ich damit auch mein Geld verdienen darf. Das Bloggen ist ein Job, der manchmal ganz schön hart ist und in dem man sich schnell verlieren kann, aber er ist eine Bereicherung. Und ich möchte diese Bereicherung nicht missen. Doch die größte Bereicherung an meinem Bloggerleben sind nicht die Projekte oder Kampagnen, sondern es ist meine Community. IHR. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen, der meine Worte liest und sich die Zeit nimmt, mir Feedback zu geben.

 

 

Ernährung/ Essstörung/ Gesundheit/ Gewicht

Obwohl ich vor kurzem eine Kolumne geschrieben habe, in der ich erklärt habe, dass es mir gesundheitlich gut geht, erreichen mich dennoch mehrmals in der Woche Nachrichten zu meinem Gewicht. Ich weiß, dass ich dünner geworden bin und es bei einigen die Alarmglocken schrillen lässt. Ich kann auch verstehen, dass man es mir vielleicht nicht so ganz abkauft, dass alles in Ordnung ist, denn ich bin genauso dünn, wie vor zwei Jahren, als ich einen immensen Rückfall hatte. Aber es geht mir gut. Es geht mir wirklich gut. Noch nie war ich so im Einklang mit mir selbst. Wenn ihr wollt, kann ich dazu aber gerne noch einen eigenen Post verfassen, in welchem ich näher darauf eingehe. Vorab sei gesagt: Es geht mir gut und ich bin gesund. Magersucht ist gerade kein Thema.

 

Reisen

Nachdem ich im Mai auf Ibiza war, ging es im August wieder ans Meer. Ich habe die Zeit mit meiner Familie verbracht. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie dankbar ich für all die Menschen sein kann, die mich durchs Leben begleiten. Zugegeben – manchmal war es schon ein bisschen langweilig, aber das liegt daran, weil meine Familie und ich unterschiedliche Vorstellungen von Urlaub haben. Nichtsdestotrotz habe ich die Zeit in Kroatien genossen. Immer wenn ich am Meer bin, fühle ich mich unglaublich inspiriert. Das beste am ganzen Urlaub war, dass ich wieder zum Schreiben gekommen bin. Die Momente beim Sonnenaufgang – nur ich und mein Journal- waren magisch. Aber mehr dazu in einem späteren Post.

Ich kann euch sagen, kaum nach Österreich zurückgekehrt, packt mich schon wieder das Fernweh. Am liebsten würde ich heuer noch einmal verreisen.

 

 

Studium/Arbeit

Inzwischen habe ich es schon überwunden, dass ich dieses Jahr nicht unterrichten werde. Wie ihr wisst, haben mich letztendlich doch ein paar Zweifel geplagt, ob es eine gute Idee ist, mein Praktikum erst ein Jahr nach meinem Abschluss zu machen, aber nun bin ich wieder felsenfest der Meinung, dass es richtig war. Ich genieße mein Leben als Bloggerin in vollen Zügen und habe es mittlerweile auch geschafft, richtige Arbeitstage zu gestalten. Auch ich habe nun mein geregeltes Arbeitsleben und es ist schön, eine Aufgabe im Leben zu haben.

Derzeit bin ich noch am koordinieren und überlegen, wie ich es diesmal mit dem Studium besser klarkomme. So einen Druck wie im Lehramtsstudium möchte ich mir nicht mehr machen. Was geht, das geht und ich bin gespannt, wie mir das neue Studium gefallen wird.

 

Good Vibes

 

Postingwünsche?

Wie immer möchte ich auch auf eure Bedürfnisse und Wünsche eingehen. Wenn ihr Postingwünsche habt, könnt ihr mir diese gerne mitteilen. Ich sprudle momentan vor Kreativität, aber ich möchte natürlich auch, dass ihr voll und ganz auf eure Kosten kommt. Ihr habt spannende Themenimpulse? Dann immer her damit. 

 

Das Glück kann man nicht festhalten.

Gestern, als du so neben mir saßt – ich weiß auch nicht warum – konnte ich meine Augen nicht von dir lassen. Es war nicht so, als hätte ich dich angestarrt, oder dich von oben bis unten gemustert. Ich habe dich nicht mit meinen Augen gelöchert. Ich wollte dich nur ansehen. Ansehen.
Still.
Schweigsam.
Ansehen, ohne etwas zu sagen. Ohne ein Wort, einen Laut, ohne irgendetwas, was meine Lippen hätte verlassen können. Ansehen, ich wollte dich nur ansehen, dich nicht mit meinen Augen ausziehen. Mein Blick, ich konnte ihn nicht von dir wegnehmen. Und dir war es nicht unangenehm. Du hast die Augen gespürt. Den scharfsinnig Blick. Du hast gemerkt, dass ich dich nicht loslassen kann. Dass ich auf dich aufpasse. Dich bewache. Und trotzdem – dir war mein Blick nicht unangenehm. Du hast mich auch angesehen.
Lange.
Scharfsinnig.
Schwerelos.

Ein Lächeln fuhr mir über die Lippen und ich musste kurz meine Augen schließen. Du hast mich berührt. Ganz leicht. Hast mir über den Arm gestreichelt und mich irgendwie ganz fest gehalten, auch wenn es nur eine federleichte Berührung war. Und so zaghaft. Ich musste weiterlächeln. Konnte nicht damit aufhören. Konnte meine Mundwinkel nicht nach unten fallen lassen. Ich lächelte einfach nur. Denn ich fühlte mich anders. Irgendwie befreit. So locker. Leicht. Wie auf Wolken gebettet. Schwerelos. Und es zieht mich immer weiter nach oben. Weit hinauf. So weit. Und ich schmunzelnde, weil es sich gut anfühlte. So unendlich gut.

Ich grub meine Füße in mein kühles Bettlaken und senkte meinen Blick. Es fühlt sich alles so leicht an. So locker. So unbeschwert. Denn das Leben ist schön. „Das Leben ist schön!“, schreie ich innerlich laut. Doch vor dir ist es so leise. Denn ich sage es nicht in lauten Worten. Ich sage es still. Innerlich. Ich sage es nur mir und nicht dir. Aber du spürst es. Manchmal gibt es nicht die richtigen Worte, die man ansprechen kann. Auch nicht für das Glück, das man empfindet. Und ich bin glücklich. So wie es jetzt ist. Und das ist nicht oft so. Das war bis jetzt eigentlich nie so. Einfach die Arme ausstrecken, frei sein. Es ist pures Glück, welches mir durch die Venen fährt und doch… – es mischt sich ein Gefühl dazu, ich kann es nicht beschreiben. Aber ich kenne es. Ich kenne es zu gut. Es ist Angst. Leichte Angst, dass dieser Moment nicht anhält, denn das Glück kann man nicht festhalten.

Gestern hast du neben mir gesessen und ich habe dich gemustert. Gemustert, obwohl du unsichtbar bist. Doch dieses Gefühl, dieses Gefühl von purem Glück ist momentan so greifbar, dass ich dich mustern kann. Auch wenn ich dich nicht sehen kann. Aber ich merke, dass du da bist. Dass du neben mir sitzt, dass du mich begleitest und mich festhältst. Ich weiß, ich kann nicht flehen, dass du da bleibst und nicht mehr fortgehst. Und ich weiß, du wirst auch mal kurz weggehen. Abstand halten von mir. Mich traurig sein lassen, weil ich das muss. Weil ich auch erkennen muss, dass das Leben nicht immer ein Wunschkonzert ist. Oder ein Zuckerschlecken. Weil ich erkennen muss, dass ich nicht immer auf einer rosaroten Wolke sitzen kann. Es ist nicht nötig, dass ich meine Augen vor der Wahrheit schließe, denn ich kann sie inzwischen vertragen. In allen Facetten. Auch in den Facetten der Traurigkeit. Aber momentan… – Ja, momentan ist es gut so, wie es ist. Denn auch wenn du unsichtbar bist, irgendwie kann ich dich ja doch sehen. Denn ich sehe, was ich fühle. Ich fühle Glück. Ich fühle dich und so schwer es mir fällt, weiß ich, dass ich dich nicht festhalten. kann. Aber das ist okay. Denn mittlerweile habe ich gelernt: Das was zählt, ist der Moment. Der jetzige Moment.

Ich habe das Gefühl, du kennst mich besser, als ich mich selbst. Du weißt, wann ich klarkomme. Wann ich ohne dich klarkomme. Doch momentan habe ich das Gefühl, dass ich ohne dich nicht klarkommen würde. Und vielleicht hast du dieses Gefühl auch, denn ansonsten wärst du jetzt nicht mehr hier. Glück, ich weiß, ich kann dich nicht festhalten, aber danke, dass du jetzt da bist.

Glück, gestern hast du neben mir gesessen. Wir haben uns angesehen. Lange. So lange. Und irgendwann konnte ich dich nicht mehr ansehen, obwohl ich es wollte. Die Müdigkeit brach über mich hinein. Ich habe mich gezwungen, wach zu bleiben, aber ich konnte nicht mehr stark bleiben. Meine Augen fielen zu. Ich schlief ein. Tief und fest. Meinen Kopf an deinen Schultern angelehnt. Du bist gestern einfach nur so dagesessen. Neben mir. Hast mich weiter angesehen. Mich im Schlaf beobachtet. Und als ich heute aufwachte, saßt du immer noch neben mir. Ich habe das Glück nicht festgehalten. Aber du bist da. Immer noch.

 

Selbstliebe & Selbstvertrauen

 

Viel zu oft, viel zu lange bin ich am Rand gestanden. Habe beobachtet. Ganz still und schweigsam. Aus sicherer Entfernung. Dort, wo ich ICH sein kann! Ganz bei mir sein kann. Habe mich in diesem Schneckenhaus verkrochen. Meinem Schneckenhaus. Wollte nur dieses Gefühl der Sicherheit haben. Alles unkompliziert gestalten. Flüchtete vor Angst und Unsicherheit. Die Welt da draußen ist gefährlich, argwöhnisch, kritisch. Und ich – ich traue mich nicht, diese Komfortzone, mein Schneckenhaus zu verlassen. Weil ich Angst habe. Angst, bewertet zu werden. Angst, der Welt mein Ich zu zeigen. Und weil ich Angst habe, nicht wertgeschätzt zu werden. Ich bin unsicher. Vorsichtig. Schwach.  

Ich stehe vor dem Spiegel. Ein kritischer Blick. Mein Gegenüber stumm. Das Gegenüber, das bin ich. Meine Augen mustern mich. Skeptisch. Langsam. Von oben bis unten, von links nach rechts. Und sie bleiben hängen. Fixieren Stellen, die ich eigentlich nicht genauer betrachten will. Stellen, die ich als störend empfinde. Weil sie mir im Weg sind. Weil ich mir selbst im Weg bin. Und doch – ich verberge meine Zweifel vor mir selbst. Meine Selbstzweifel. Meine nagenden Gedanken, wie schwer es ist, mich selbst zu lieben. Selbstliebe – ich kann damit nicht umgehen. Weil es so schwer ist. Schwer, Schritt für Schritt auf sich selbst zuzugehen. Schwer, seine Selbstakzeptanz zu finden. Weil ich nicht weiß, ob ich das kann, soll, darf. Oder sogar muss. 

Es ist einfach, auf die Welt zu kommen. Es ist einfach, sie auch wieder zu verlassen. Doch das dazwischen -das Leben- ist eine Herausforderung. Eine Achterbahnfahrt. Das haben wir immer alle gesagt. Weil wir wissen, dass es nicht leicht ist. Uns werden Steine in den Weg gelegt – von anderen, behaupten wir. Doch machen wir es uns mit dieser Ansicht nicht zu einfach? Vielleicht sind wir es selbst, die die Steine in den Weg gelegt haben. Und all das beginnt bereits auf den wichtigsten Weg unseres Lebens. Der Weg zu uns selbst. Und ich spüre, dass ich ihn gehen muss. Jetzt! 

(Tagebucheintrag 06.07.2012)

 

Blogpost-Selbstliebe-1 (c) Daniel Eibl

 

Selbstliebe!

Feind oder Instrument zur Selbsterhaltung?

Diese Zeilen habe ich in einem meiner schwächsten Momente verfasst. Lange ist es her. Wenn ich zurückblicke -zu meinem damaligen Ich- dann sehe ich dieses Mädchen. Schwach, zittrig, verletzlich. Sie sitzt verloren auf ihrem Bett. Versteckt in einer kleinen Nische am Ende des kargen Raumes. Und sie hat sich zurückgezogen. Zurückgezogen von all dem Trubel. Von all dem, was um sie herum geschieht. Weil sie hadert. Mit den Dämonen in ihrem Kopf. Die, die ihr sagen, dass sie nicht gut genug ist, so wie sie ist. Und sie muss es festhalten – in ihrem Tagebuch. All diese Gedanken, die sie nachts nicht schlafen lassen. „Es wird nie wieder besser werden“, heult sie in ihr Kopfkissen. Stille.

Und dann – sie richtet sich auf, wischt ihre Tränen weg und schreibt weiter. Weil sie merkt, dass sie es ist, die sich im Weg steht. Sie ist diejenige, die alles ändern kann. Sie ist diejenige, die kämpfen muss. Für sich selbst – für mehr Eigenliebe und Selbstakzeptanz.

Ich habe im Krankenhaus oft über meinen Selbsthass geschrieben. Über all die Unsicherheit, die an mir genagt hat. Der Blick in den Spiegel war herausfordernder, als eine schwierige Prüfung an der Uni zu schreiben. Denn dieser Anblick, dieser Face-to-Face Kontakt mit mir selbst, war das, wovor ich am meisten Angst hatte. Konfrontation! Ich konnte damit nicht umgehen. Weil ich mich selbst gehasst habe. Weil ich das gehasst habe, was ich bin. Dabei sagte doch schon der französische Philosoph Volontaire, dass Eigenliebe das Instrument zur Selbsterhaltung ist. Vielleicht habe ich mich deswegen verloren. Mein Vertrauen, meinen Selbsthalt, meine Stärke.

 

Blogpost-Selbstliebe (c) Daniel Eibl

 

Selbstvertrauen. Selbstliebe. Selbstakzeptanz.

Mit jedem Gramm, das ich abnahm, nahm ich auch an Selbstvertrauen, Selbstliebe und Selbstakzeptanz ab. Doch ich habe mich zu mir durchgerungen. Habe versucht, meine Wahrnehmung auf all die positiven Dinge, die Charaktereigenschaften, die mich ausmachen, zu lenken. Habe nach und nach sogar nach meinen optischen Vorzügen gesucht – und gefunden. Der Weg zur Selbstliebe und Selbstakzeptanz ist ein Kampf. Eine Herausforderung. Und man scheitert! Sehr oft sogar. Doch wenn man sich selbst nicht abschreibt, sich nicht kampflos geschlagen gibt, dann findet man zu sich selbst. Stück für Stück. Ich weiß, dass ich immer noch nicht am Ziel angekommen bin. Dass ich immer noch kämpfen muss. Aber es ist möglich.

Ich kann niemanden Tipps geben, wie er sich selbst lieben lernt. Jeder muss diese Erfahrung für sich selbst machen. Und jeder muss für sich selbst lernen. Doch es ist keine Mission Impossible. Habe Vertrauen in dich. Kämpfe für dich! Geh den Weg. Deinen Weg für dich selbst. It’s worth it!

 

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I’m wearing

Pullover: Fuxherz
Cape: TomTailor
Dress: C&A
Overknees: Buffalo

Photography by Daniel Eibl

Location

Landhaus-Hof Graz

 

Ich habe mich verändert. Wer bin ich wirklich?

 

Ein Moment! Ein Moment, der so bleiben kann. Sommer. Schlafen unterm Sternenhimmel. Wünsche. Unbeschwert im Sommerregen tanzen. Fröhlich sein. Glücklich! Einfach mal die Zeit anhalten. Locker sein. Spontanität! Mit dem Kopf durch die Wand. Blauäugig sein. Stur. Wutausbrüche. Lachkrämpfe. Pubertät. Das Leben genießen!
Laut!
Schweigsam!
Lachend!
Weinend!
Erwachsen werden! BÄNG! Veränderung!

Wenn mein altes Ich mein Leben und meine Persönlichkeit vor fünf Jahren beschreiben müsste:

Die Schule ist geschafft. Meine Matura mit gutem Erfolg bestanden. Ansehnliche Noten, Freunde, Partys! Die Welt steht mir offen. All die Jahre voller Enttäuschung, Liebeskummer, Trotzphasen und Stress vorbei. Gekämpft und gewonnen. Mit Bravour alle Ziele gemeistert. Es kann nicht mehr besser kommen. Die Zeit bleibt stehen. Meine Persönlichkeit ist aufgeblüht. Werde mich nicht mehr verändern. Der Selbstfindungsprozess abgeschlossen. Ich bin so, wie ich sein will. Erwachsen. Spindeldürr wie ein Solettistangerl. Vielleicht ein bisschen arrogant, doch herzlich zu meinen Freunden. Ich will mich nicht verändern. Will so bleiben. So wie es ist, so ist es perfekt.

Doch das Leben schreibt seine eigenen Geschichten. Wir haben keinen Einfluss auf das Drehbuch. Führen nicht selbst Regie. Das tut jemand anderes. Schicksal? Ich weiß es nicht. Plötzlich verläuft die Spur im Sand. Verweht im Wind. Emporsteigend am Horizont. Ein Sandsturm! Neue Ziele entstehen. Sind weit weg. Scheinen unerreichbar. Bedürfen Veränderungen.
Schleichend.
Plötzlich.
Unerwartet.
Und doch sind Veränderungen fortwährend.

Eines Tages wacht man auf und merkt, dass es nicht mehr so ist, wie es einmal war. Man ist nicht mehr der, der man war. Nur mal schnell die Pubertät überstehen, ist keine Selbstfindung. Persönlichkeit und Charakter sind nicht stagnierend. Studium. Neue Freunde und der Verlust von anderen. Verliebtsein. Große Dinge. Dinge, die zum Leben dazugehören. Dinge, bei denen ich nicht dachte, dass sie meine Persönlichkeit so verändern könnten. Dachte, niemand könnte mich mehr beeinflussen. Mich aus der Bahn werfen oder auf meinen Charakter einwirken.

Ich war naiv. So naiv. Mein Leben bestand aus Partys. Kein Wochenende ohne durchtanzte Nächte, schmerzende Füße und verschlafene Sonntage. Und heute sitze ich da. In meinem 13 Quadratmeter Zimmer. Vor mir ein Stapel Bücher. Das Feiern habe ich schon längst aufgegeben. Mein Handy vibriert. Es ist Freitagabend. Rechne fest mit einem lustigen Meme oder den neuesten Klatsch und Tratsch, aber nicht damit, dass ich auf eine Party gehen soll. „Wie spontan bist du?“, steht drin. Ich resigniere. Spontanität? Ein Fremdwort! Ich werfe einen kurzen Blick auf ein altes Foto, welches eingerahmt auf meiner Kommode steht. Alte Zeiten. Es war ein Party. Eine lustige Party – für die wir uns SPONTAN entschieden haben.
Wir tanzten im abgekühlten Sand.
Tranken pappig süße Softdrink-Wodkagemische.
Genossen die kaltgewordene Nacht.
Hörten das Meer tosen.
Sahen frierend der Sonne beim Aufgehen zu.

Eine Standparty, irgendwo in der Türkei auf der Maturareise. Zu der Zeit, als ich mich beflügelt fühlte. Als ich dachte, zu mir selbst gefunden zu haben. Sieben Tage Party Nonstop. Mein persönliches Traumland. Heute wohl eher ein Albtraum. Feiern gehen? Ich? Nein, das bin ich nicht mehr. Ab und zu ist ganz nett, aber dann brauche ich meine Ruhe. Drei Monate. Mindestens.

Ich druckse herum. Weiß nicht so recht, was ich antworten soll. Ich würde mich lieber um meine Verpflichtungen kümmern. Um das, was ich tun muss, um meine Ziele zu erreichen. Treffen mit Freunden? Das verschiebe ich auf später! Sie werden es schon verstehen. Zücke mein Handy. Antworte. „Ich kann leider nicht. Sorry!“ Als hätte ich es nicht geahnt, kommt binnen 30 Sekunden ein „Warum?“ zurück.

Ich denke nach. Uni. Blogposts vorbereiten. Rechnungen ausdrucken und sortieren. All das hat Vorrang. „Das kannst du doch morgen machen.“ Kann ich. Will ich aber nicht. Life is NOT a party! Ich habe mich verändert. Schon wieder. Bin langweilig geworden. Andere Dinge sind wichtiger. Entspannung finde ich nicht mehr bei Cocktailabende. Ich sitze lieber mit einem Glas Wein oder einem Sommercocktail in der Laube. Schreibe meine Texte. ALLEIN und WENN ich mir Freizeit überhaupt zugestehe. Früher hätte ich nicht acht Stunden vor meinen Büchern verbracht. Früher.

Mein Handy klingelt. Ich gehe ran. Verbal ist alles einfacher zu klären. Verbal kann man mich einfacher überreden. Das denken auch meine Freunde. Doch das war früher so. Heute nicht mehr. Ich habe mich verändert. Auf mich wird eingeredet. Druckse wieder herum. „Du bist langweilig geworden.“ Ich weiß. Ich weiß. Ich weiß!!! Ich habe mich verändert.
Stille!
Seufzen!
Jammern und betteln!
Ich würge ab und lege auf.

Kurze halte ich inne. Ganz, ganz kurz. Durchatmen. Ehe ich mich wieder meinem dicken Stapel Bücher widme. In mir rattert es. Wieder schweift mein Blick zurück zu dem Bild. Wie würde die alte Lisa die Neue beschreiben? Ich glaube, sie würde folgendes sagen: Spießig. Uralte Oma. Langweilig! Sie ist genau der Mensch, der ich nie sein wollte. Keine Partys. Zugenommen. Streber.

Es macht mir nichts aus, wenn die alte Lisa das von mir denken würde. Ich habe neue Ziele. Ziele, die sie nicht verstehen könnte. Habe mich in den letzten fünf Jahren laufend verändert. Jeder erneute Rückfall in die Anorexie hat mich verändert. Jede Gewichtszunahme hat mich verändert. Jeder Schicksalsschlag. Jede neue Freundschaft. Jeder Schritt, der mich meinem Ziel näher bringt. Doch irgendwie, vielleicht nur ein bisschen, vermisse ich die unbeschwerte Zeit. Die sozialen Kontakte. Die Balance, die ich in meinem Leben hatte. Als ich Schule, Freunde und Arbeit noch unter einen Hut gebracht habe.

Die Decke fällt mir auf dem Kopf. Ich musste mich verändern. Laufend. Erwachsen geworden zu sein, ist kein Abschluss. Habe mich selbst in eine Rolle gedrängt. Zu wenig zwischenmenschlicher Umgang. Bin weitergewandert und habe irgendwann alle abgehängt. Mir wird klar, ich muss mich wieder verändern. Ein Mittelmaß finden. Die Mauer durchbrechen. Ich bin kein Einsiedler! Wer bin ich wirklich? Nicht der Mensch, der ich jetzt bin. Aber wenn ich aus all dem einmal flüchte und die Balance finde, habe ich womöglich wirklich die Chance, zu mir selbst zu finden.

 

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 Dress by Orsay*

 

 

Gedanken – Poesie der Sinne

Gedanken

Poesie der Sinne

Schreiben ist das, was meinem Leben Sinn gibt. Schreiben gibt mir Kraft. Schreiben ist eines der wertvollsten Dinge in meinem Leben. Ich war sechs Jahre alt, als ich schreiben gelernt habe. Seitdem habe ich nie wieder aufgehört. Als ich ganze Sätze bilden konnte, schrieb ich meine ersten Geschichten. Buchstaben faszinierten mich seit jeher. Mit etwa acht oder neun Jahren schrieb ich zum ersten Mal Tagebuch. Ich habe es fortgeführt, bis ich 16 war. Danach habe ich aufgehört. Einfach so. Aber ich habe nie aufgehört, zu schreiben. Ich schrieb Geschichten, ja sogar ganze Bücher. Schon mit vier wollte ich Schriftstellerin werden, weil es auch der Traumberuf einer Figur in einer meiner liebsten Zeichentrickserien war. Mit 16 wandelte ich diesen Berufswunsch um. Ich sah mich im Journalismus. Gelandet bin ich schlussendlich beim Bloggen, wofür ich heute überaus dankbar bin. Buchstaben, Worte und Sätze bezaubern mich. Sie fesseln mich und halten mich in einem Zauberbann gefangen. Und von Zeit zu Zeit verliere ich mich in ihnen.

 

Gedanken Gedankenbuch Writing

 

Ein Buch voller Glück, Momente und Erinnerungen!

Im Zeitalter der Technologie hat die Sache mit dem „Handschreiben“ aufgehört. Während ich als Kind meine Geschichten noch per Hand schrieb, sogar passende Szenen und Bilder dazu gemalt habe, tippe ich nun meine ganzen Geschichten auf meinem MacBook. Dadurch hat sich etwas ganz Entscheidendes in meinem Leben verändert. Ich habe so viele Gedanken verworfen. Sie gingen verloren und haben sich ganz tief in eine unwiderrufliche Vergessenheit gegraben. Einfach deswegen, weil ich sie nicht niedergeschrieben habe. Es ist schwierig, sich all diese Gedanken, welche im Laufe des Tages aufkeimen, zu merken, um sie abends niederzuschreiben. Manche Gedanken sind nicht so prägend, wie andere. Man vergisst sie viel schneller. Unabhängig davon, wie relevant sie während des Moments waren. Das ist schade, denn früher habe ich von der Poesie gelebt. Von meinen Gedanken. Von den Worten, die in meinem Kopf herumschwirrten. Mein gesamtes Oberstübchen bestand aus Buchstaben, welche sich durch meine Synapsen bahnten und sich voll und ganz in meinem Denkapparat verteilten. Kein Wunder, dass ich mich immer in den Worten verloren habe. Es geht gar nicht anders, wenn das Denkorgan ein kompletter Buchstabensalat ist.

Nun spiele ich bereits länger mit dem Gedanken, die alten Traditionen wieder aufleben zu lassen. Inspiriert wurde ich auf einem Ethikvortrag, welchen ich kurz vor Weihnachten besuchte. Es ging um das Thema „Glück“. Was ist Glück? Insbesondere an einer Idee habe ich Gefallen gefunden. Unser Vizerektor erzählte von einem ganz persönlichen Glückstagebuch, in welches täglich ein Moment festgehalten wird, der uns an diesem Tag glücklich gemacht hat. Mir hat die Idee so gut gefallen, sodass auch ich im neuen Jahr ein solches Glückstagebuch führen wollte. Irgendwie habe ich sie dann doch verworfen und mich dazu entschieden, ein Buch auf eine andere Art und Weise zu führen.

 

Gedankenbuch Closeup Gedankenbuch Schmuck 4 Gedankenbuch Eule

 

Ziele, Wünsche, Momente und Gedanken!

Primär soll es um meine Gedanken gehen. Es soll poetisch, gefühlsbetont und kreativ gestaltet werden. Es sollen ehrliche Texte entstehen. Texte, die aus der reinen Inspiration des Moments entspringen. Pur und authentisch. Ich bin keine große Dichterin. Ich möchte mich nicht zwanghaft zum Reimen verführen, sondern ausschließlich von meinen Inspirationen leiten lassen. Meine Gedanken und Gefühle sollen meine Hand führen. Von Zeile zu Zeile gleiten lassen. Ohne große Erwartungen. Wer weiß, womöglich entstehen auch Texte, die ich auf dem Blog teilen werde. Vielleicht -und das ist mein großer Traum an dieser Geschichte- entsteht dadurch sogar ein Inspirationsvideo mit meinen Texten: Frei, poetisch und aufrichtig. 

Das Buch soll mir zudem einen Raum für Ziele und Wünsche bieten. Es sind nicht nur die Momente und Gedanken, die mich nach vorne streben lassen. Es sind auch kleine, mittlere und große Ziele, die ich erreichen möchte. Wünsche, die ich mir erfüllen möchte und irgendwann werde. Auf den ersten Seiten werde ich mein Lebensziel verankern. Eine kleine Liste anfertigen und alle europäischen Hauptstädte auflisten. Aufgebaut wie eine kleine To-Do-Liste. Mit kleinen Kästchen zum abhaken. Trotzdem soll alles ganz zwanglos sein. Dafür liebe ich dieses Freiheitsgefühl, welches ich leider nicht immer zu spüren bekomme, viel zu sehr. Jeder von uns ist in seinem Leben in Zwängen gefangen. Wir nennen sie Verpflichtungen, welchen wir uns stellen müssen. Genau deswegen brauchen wir in unserem Leben einen kleinen Freiraum. Einen Platz, den wir nur für uns haben.

 

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Das Buch

Mein kleines Gedankenbuch muss hübsch, ansehnlich und vielversprechend sein. Ein Büchlein, das ich gerne aufschlage und welches mein vollstes Herzblut verdient. Ein kleines, majestätisches Büchlein, das dazu gemacht ist, Erinnerungen für die Ewigkeit zu schaffen. Endlich habe ich es nach langer Suche gefunden. Es wirkt fast märchenhaft – wie ein mystisches Feenbüchlein. Oder aristokratisch. Es sieht fast so aus, als würde es jemanden gehören, der einen adeligen Familienstammbaum besitzt. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. 

Das Buch von Paperblanks ist eine kleine Hommage an Virginia Woolf (1882-1941). Ihr Name prangt in großer, verschnörkelter Schrift auf dem Cover. Daneben steht ihr Essay „A Room of One’s Own“, welcher im Jahre 1929 verfasst wurde.

 

Our Virginia Woolf cover reproduces a page from “A Room of One’s Own,” a book-length essay written in 1929. It is regarded as a classic feminist work with its iconic and inspiring dictum, that “A woman must have money and a room of her own if she is to write fiction.”

 

Virginia Woolf war eine besondere Schriftstellerin aus dem 20. Jahrhundert. Sie galt als modernistische Pionierin des Feminismus. Sie schrieb mit einer seltenen Sensibilität und Einsicht über die Mystik, Verwirrung und Unsicherheit des täglichen Lebens. Außerdem setzte sie sich stark mit Geschlechterverhältnisse, Psychologie und der Kraft der poetischen Perspektive auseinander.

 

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Ich freue mich, das Buch mit Leben zu füllen. Übrigens: Kein Eintrag wird mit Bleistift geschrieben werden. Ich überlege mir sogar, mir ein externes Journal zuzulegen, um vorzuschreiben. Ich kann mir gut vorstellen, meine Texte mit Tusche zu übertragen. Besonders schön würde ich es finden, die Überschriften kalligraphisch zu gestalten, doch dafür muss ich erst mal die zauberhafte Kunst der Kalligraphie erlernen. Zum Glück habe ich bereits von Haus aus eine recht schöne Handschrift, aber meine Titel dürfen gerne in einer außergewöhnlicheren Schriftart niedergeschrieben werden.

Besitzt ihr auch ein kleines, persönliches Journal oder Gedankenbuch? 

 

Gedanken: Sommer! Freiheit! Leben!

Sommer! Freiheit! Leben!

Ein paar Gedanken

 

Sommer & Café Au Lait! I’m so ready for you! Die letzten zwei Wochen Blogabstinenz hatten es richtig in sich. Und all das wurde von vielen Gefühlen begleitet. Gemischten Gefühlen. Während ich mit meinem Kugelschreiber irgendwelche semantischen Bäumchen abgeleitet habe, kribbelte es stets in meinen Fingern. Ich hätte die ganzen Lernunterlagen am Liebsten beiseite geschmissen und stattdessen bevorzugt ein kleines Brainstorming auf meinen Collegeblock gekritzelt, was ich demnächst alles für meinen Blog machen könnte, wenn ich wieder den süßen Duft der Freiheit schnuppern darf. Und Sehnsucht hatte ich. Eben nach dieser. Nach der Freiheit. Viel zu viel habe ich mir wieder aufgelastet und ich bin noch immer nicht ganz fertig, aber der Freiheit ein Stückchen näher. Während meine anderen Studienkollegen bereits im Strandbad liegen, muss ich mich noch ein bisschen plagen. Jedoch – mit jeder Prüfung, mit jedem abgeschlossenen Kurs und Seminar merke ich förmlich, wie all die Lasten von mir abfallen. Ihr kennt sicher das Gefühl, wenn sich ein Berg voller Lasten abbaut und wie gut es sich anfühlt, oder? Vor zwei Wochen war ich am Rande des Wahnsinns, jetzt spüre ich wieder, wie ich langsam beginne, zu atmen. Es ist nicht mehr so viel, was in meinem Kopf rumschwirrt und bald, ja ganz, ganz bald kann ich mich endlich wieder auf die Dinge konzentrieren, die ich liebe: Sommer, Freiheit, Leben! 

 

Es gibt so viel, auf das ich mich momentan freue. Noch vor kurzem hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich an etwas anderes, als an die Uni gedacht habe und ich ließ es auch nicht zu, mir über andere Dinge Gedanken zu machen. Wahrscheinlich, weil ich Angst hatte, etwas, was ich gelernt habe, zu vergessen oder weil ich noch mehr Angst davor hatte, nicht mit meinem Zeitmanagement klar zu kommen. Jetzt ist all das wieder vollkommen anders. Mir ist bewusst, dass noch nicht alles vollkommen überstanden ist, aber ich fiebere dem Sommer entgegen und ich fiebere vielen wunderschönen Momenten entgegen.

Es kommt so viel auf mich zu. Nächste Woche kann ich endlich wieder mehr Zeit mit meinen Freunden verbringen. Außerdem werden mir durch den Blog tolle Dinge ermöglicht (an denen ich euch selbstverständlich teilhaben lassen werde), wir fahren nach Kärnten und nach Wien, werden ganz viel Frozen Yoghurt essen, am See entspannen, grillen, womöglich wieder einen internationalen Abend machen, sowie ein Lagerfeuer. Wir gehen wandern, bezwingen Berge und werden zu Gipfelstürmern. Wir besuchen wieder den grünen See und werden ein paar Ecken in Österreich abklappern. Und es geht wieder ins Ausland für mich. Im September wartet Triest auf mich. Je näher all das kommt, umso ungeduldiger werde ich. Trotzdem weiß ich – bald werde ich all das haben!

 

I’m so ready! Für alles! Nicht nur der Blog soll demnächst ganz im Zeichen des Sommers stehen, sondern auch ich. Meine Endorphine warten förmlich darauf, endlich auszubrechen. Ich bin ganz hibbelig, alleine wenn ich daran denke, wieder all das tun zu können, was ich liebe. Ich kann wieder andere Blogs durchstöbern, meine Freizeit genießen und mich auch endlich unter der heißen Sonne braun braten. Allein der Gedanke daran bringt mich zum lächeln und schwups, die ersten Endorphine haben sich gerade den Weg in die Freiheit gebahnt.

Auch auf Caros Unterstützung kann ich wieder zählen. Wir wollen viel fotografieren und auch ein paar Outfits shooten. Aber es soll nicht nur primär um den Blog gehen, wenn wir fotografieren. Es soll um all die Momente gehen, die wir einfangen wollen. Unseren Sommer! Unsere Freiheit! Unser Leben! 

 Habt ihr schon viele Pläne für den Sommer?