Travel Throwback: eine kleine Hommage an meine Reiseerinnerungen

Travel Throwback

Eine kleine Hommage an meine Reiseerinnerungen

Auch wenn wir momentan nicht reisen können: die Reiseerinnerungen von vorherigen Trips bleiben! 

The world is big and I want to have a good look at it before it gets dark.
John Muir

Die Welt ist ein Buch und all jene, die nicht gereist sind, haben nur eine Seite gelesen. Das sagt man zumindest. Und ja, dem stimme ich zu. Die Reiselust hat mich erst in meinem Studium so richtig gepackt. Fasziniert hat mich die Welt schon davor. Mit all ihren Eigenheiten, Charakteristiken, Schönheiten, aber auch Makeln. Ich habe gelernt, dass die Welt in ihrem natürlichsten Kleid am schönsten ist. Aber auch, dass sie eine spannende Kultur besitzt, durch die sie geprägt wurde. Es zieht mich in einen Bann, wenn ich all das, was ich in meinem Geographiestudium gelernt habe, mit eigenen Augen sehen kann. Jedes Mal ist es ein Erlebnis voller Einzigartigkeit. Eine Magie, die mich festhält und mir durch den Körper fährt. Magie, die es schafft, für Orte zu brennen, für die ich vorher vielleicht nicht gebrannt hätte. Wenn sie mich umgibt, ich das Fremde zulasse, dann merke ich erst, wie besser ich mich selbst kennenlerne. Dass es immer wieder neue Wege und Möglichkeiten gibt, mehr zu sich zu finden. Was mir das Reisen gibt, kann ich nur schwer beschreiben. Doch ich weiß, dass es mich verändert. Jedes Mal. Jedes Mal eine neue Erkenntnis. Ein neues Gefühl. Neue Träume und Ziele. Es macht etwas mit mir. 

Heute wäre ich nach Tel Aviv geflogen. Jetzt bleibt die Welt verschlossen. Aber vielleicht ist das auch gut so. Vielleicht hat sie das gebraucht. So schön das reisen ist, es belastet unsere Erde. Das dürfen wir nicht schönreden. Ich selbst bin keine Weltenbummlerin. Ich reise gezielt und wenige Male im Jahr, doch vielleicht hält genau das den Reiz aufrecht. Wenn ich könnte, würde ich mehr reisen. Das stimmt und muss ich nicht abstreiten. Aber es ist schön zu sehen, wie sich die Welt erholt. Wie glasklar das Wasser im Canal de Grande ist. Wie glücklich die Delphine in der Adria schwimmen. Und ich atme nun eine Luft, die sich viel reiner in meinen Lungen anfühlt. Das ist schön und zeigt mir auch, dass ich mein Reisverhalten vielleicht nicht ändern und mir weiterhin gezielt nur wenige Destinationen im Jahr aussuche soll. Dass ich nicht jedes Land mit dem Flugzeug bereisen muss.

Trotzdem bin ich dankbar für all die wunderbaren Momente. Für all die Magie, die mir geschenkt wurde, selbst wenn mein Travel Diary nicht so gut gefüllt ist, wie das der anderen. Aber für mich sind es Erlebnisse, auf die ich mit Dankbarkeit zurückblicke und ich weiß, dass ich in einer absolut glücklichen Lage befinde, doch schon etliches gesehen zu haben. 

Jetzt, wo das Reisen erstmals aus der To Do Liste gestrichen wurde, möchte ich diese Augenblicke nutzen, um sie Revue passieren zu lassen. Gemeinsam mit euch. Noch einmal alle Gefühle hervorholen. Sie spüren und gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. 

Bella Italia, Bella Roma

Der Duft einer frischen Pizza – direkt aus dem Steinofen. Der eisgekühlte, sahnige Geschmack von Gelato. La Dolce Vita! Wenn ich nur noch in ein Land reisen dürfte, würde ich mir Italien aussuchen – mein absolutes Lieblingsland. Roma Amore Mio. Ich weiß noch ganz genau, wie sich die Wärme angefühlt hat, als die Abendsonne hinter dem Colosseo verschwand. Wie die Stadt durch sonnengetauchtes Orange noch antiker und anmutiger wirkte. Das mulmige Gefühl, als ich die ganzen Menschenmassen an dem Fontana di Trevi erblickte. Wie wir wegen der sengenden Stadthitze nach Lido di Ostia geflüchtet sind. Und dort hat mich sofort wieder der Herzschmerz nach Rom gepackt. Die Traurigkeit, als ich Rom „Arrividerci“ sagen musste und die Vorfreude, die Stadt irgendwann wiederzusehen. 

Eivissa

Eivissa – der katalanische Name für Ibiza. Diese Reise werde ich nie vergessen. Sie war meine erste richtige Pressereise in ein anderes Land. Ich spüre heute noch die kalten Fliesen unserer Finca. Das frische Wasser des Pools nach einer 24-stündigen Anreise (fragt nicht, wieso) und wie es mich wieder mit neuer Energie belebt hat. Ich fühle heute noch den frühlingsfrischen Sand, das kalte Meerwasser, das nur warm genug fürs „Füße reinhalten“ war. Immer noch habe ich den salzigen Geruch in der Nase, als wir am Hafen saßen und Eis in Rosenform schleckten. Das Kribbeln im Bauch, als wir durch die Altstadt schlenderten. Ich höre immer noch die Drums der Sundownparty, irgendwo in einer einsamen Bucht, die dann doch nicht mehr ganz so einsam war. 

Desert in Marrakech

The Beautiful Desert of Marrakech

Buntes Treiben. Ohrenbetäubende Musik. Kulturschock. Hingegen 40 km vom Stadtzentrum entfernt ein Ort des Nichts. Nur kleine Camps ragen empor in den scheinbar ewig wirkenden Breiten der Agafay Steinwüste. Stille. Nur leichte Windböen erzeugen eine Geräuschkulisse. Das Gefühl der harten Steine auf den nackten Füßen. Die Hitze, die durch einen zarten, wiederkehrenden Lufthauch erträglich gemacht wird. Marrakech war anders, als ich es mir vorgestellt habe. Aber genau richtig wie es war. 

Amour Côte d'Azur

Ein bisschen Leichtigkeit hat mich umgeben, als ich das erste Mal in meinem Leben nach Frankreich gereist bin. Nizza, eine Stadt voller Leben. Umgeben von Düften der Provence und Retro-Postkarten. Das Meer – so klar, so türkis, dem Namen Côte d’Azur alle Ehre gemacht. Der Versuch, ein bisschen Gemütlichkeit am Steinstrand zu finden und dann das Pendant dazu: Cannes. Sandstrand und noch mehr Luxus. Und dann war da noch Monaco. Ein Ort, an dem ich mich nicht ganz so wohlgefühlt habe. Vielleicht sogar ein bisschen fehl am Platz. Aber es war spannend, in eine Welt einzutauchen, die ich sonst nur aus Glamourzeitschriften und -reportagen kenne. 

Croatia - Always

Eine ganz besondere Reise. Die erste gemeinsam mit meiner Familie nach langer, langer Zeit. Die erste gemeinsame Reise mit meinem Neffen. Und die erste Reise nach meinem Uniabschluss. Es war ein Zeitpunkt voller gemischter Gefühle. So vieles hat sich verändert. Ein neuer Lebensabschnitt stand mir bevor und von dieser Zeit an sollten so viele neue Abschnitte folgen. Das war nur der Beginn. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe. Die Erleichterung nach einer anstrengenden Studienzeit. Aufkeimende Gefühle des Verliebtseins, aber auch Unsicherheit. In Kroatien habe ich viel losgelassen und viel neues begonnen. 

Traveling around Europe

Schon so viel von Europa gesehen und irgendwie das Gefühl, es ist noch nicht genug. Dabei spüre ich trotzdem die Dankbarkeit, dass ich doch schon so viel sehen durfte. Die Reise nach Prag, die mir durch mein Studium ermöglicht wurde. Zwei Reisen nach Deutschland, die ich dank meinem Blog erleben durfte. Gemeinsame Trips mit meiner Mama nach Portorose und Trieste. Und nicht zu vergessen: die vielen Reisen, die ich schon vor meiner Tätigkeit als Bloggerin gemacht habe und deswegen hier nicht präsent sind. London, Tunesien, die Türkei… und mein Arbeitsaufenthalt im schweizerischen Zermatt. Das erste Mal war ich auf mich alleine gestellt und musste mich selbst versorgen. Ich musste erwachsen werden und das in einem anderen Land. Oder eine Reise, die ich während meiner Tätigkeit als Bloggerin gemacht habe, die ich aber für mich erleben wollte. Eine Zeit, die ich quasi als „Nicht-Bloggerin“ genoss – ohne den Drang, sie auf Instagram oder meinem Blog zu teilen. Das Kribbeln im Bauch während dieser Zeit in Bratislava. Ich gestehe es mir nicht gerne ein, aber ich denke noch ziemlich oft dran. Ziemlich gerne sogar. 

Die Welt stand für mich weit offen und ich habe viele Chancen genutzt. Jetzt hat sich all das verändert, aber eines Tages wird die Welt wieder für uns offen stehen. Ich hoffe, dass wir unsere Welt danach achtsam behandeln, mit Maß und Ziel unsere Reisen bewusst konsumieren. So verliert Reisen nie seinen Reiz. 

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