Tag : Angstbewältigung

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Wie ich meine Ängste loswurde (Angst vor Hunden & Flugangst)

Angst vor Hunden? Flugangst?

Wie ich meine Ängste loswurde

Jahrelang litt ich unter diversen Ängsten. Ich hatte panische Angst vor Hunden und vor dem Fliegen. Inzwischen hat sich meine Angst gelegt und in Respekt umgewandelt. Ich kann mit beiden Ängsten gut umgehen. Sie haben kaum noch einen Einfluss auf mein Leben. Wie ich das geschafft habe, möchte ich euch gerne verraten.

Wie meine Angst entstanden ist

In unserer Entwicklung durchlaufen wir diverse Phasen, in welchen wir besonders anfällig für verschiedene Formen der Ängste sind. Diese Ängste entstehen wahrscheinlicher, wenn man genau in dieser Entwicklungsstufe negative Erfahrungen sammelt. Generell spielen Erfahrungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Ängsten, sind jedoch kein notwendiges Kriterium zur Bildung von Ängsten. Bei mir hingegen spielen sie sehr wohl eine Rolle. Weder meine Flugangst, noch meine Kynophobie (Angst vor Hunden) entstanden willkürlich, sondern sind mit schlechten Erfahrungen behaftet.

 

Kynophobie (Angst vor Hunden)

Mein erstes Haustier war ein Hund. Er hieß Boris, war ein Münsterländer und ein richtiger Beschützerhund. Er hat immer auf mich aufgepasst und sich quasi auf mich geprägt. Boris und ich waren dicke Freunde. Niemand hätte sich je gedacht, dass ich einmal eine Kynophobie entwickeln würde. Doch es sollte anders kommen, als ich sechs Jahre alt war (übrigens – ein Alter, in welchem man besonders anfällig für die Entwicklung einer Tierphobie ist). Zu diesem Zeitpunkt war mein Hund Boris schon längst verstorben. Wir waren inzwischen auf Katzen umgestiegen, doch Hunde mochte ich noch genauso gerne. Mein Onkel entschied sich dazu, einen Schäferhundwelpen namens Rolly nach Hause zu holen. Sofort schloss ich Rolly ins Herz. Da er noch sehr jung war, war er dementsprechend verspielt. Als ich einmal einen Tennisball zu lange in der Hand hielt, wurde Rolly ungeduldig und schnappte zu. Dabei erwischte er leider meine Hand. Seitdem fürchtete ich mich vor Hunden. Es wurde sogar so schlimm, dass ich immer die Straßenseite wechselte, wenn mir einer entgegenkam.

Komischerweise hatte ich nie Angst vor Rolly – obwohl er den Biss verursachte. Auch mit der Hündin meiner damaligen besten Freundin kam ich klar (wahrscheinlich weil ich sie schon vor dem Biss kannte). Mit beiden Hunden konnte ich problemlos spazieren gehen. Dennoch hatte ich vor beiden bereits wahnsinnigen Respekt. Alle großen Hunde, die danach kamen, waren mir nicht mehr so geheuer. Mit kleinen „Kläffen“ komme ich super klar, aber alles was über die Größe eines Beagles hinausging war schlimm für mich.

Flugangst

Meine Flugangst manifestierte sich bei meinem ersten Flug, der aufgrund eines starken Gewitters extrem turbulent war. Ich war ohnehin schon super nervös vor meinem ersten Flug. Damals ging es nach Tunesien. Weil ich am letzten Tag unseres Urlaubs Magenprobleme bekam, war auch der Rückflug alles andere als schön, um zumindest ein paar positive Flugerfahrungen zu sammeln.

Angst vor Hund Ängste
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So wurde ich meine Angst vor Hunden los

Meine Angst beschränkte sich nur auf große Hunde. Wenn sie mir auf der Straße (natürlich angeleint) begegnet sind, machte ich immer einen großen Bogen um sie oder wechselte die Straßenseite. Ansonsten wurde ich mit Hunden nie wirklich konfrontiert, denn wie gesagt: mit Rolly kam ich danach weiterhin klar – auch wenn ich danach viel mehr Respekt vor ihm hatte.

Als ich mich jedoch vermehrt mit Hundebesitzern anfreundete, kam ich auch mit deren Hunden in Berührung. Bevor ich Alex kannte, vermied ich jeglichen Kontakt mit Hunden. Als ich ihn das erste Mal in Kärnten besuchte, lernte ich auch seinen Hund kennen und musste mit der Situation zurechtkommen. Man kann ja schlecht den Hund wegen mir wegsperren. Auch an der Uni wurde ich öfters mit Hunden konfrontiert. Viele Kommilitonen nahmen zur Vorlesung ihre Hunde mit – die allerdings meistens eher kleiner oder mittelgroß waren. Den absoluten Overkill jedoch erlebte ich bei meinem Tierethik Seminar, als plötzlich 4(!!!) Hunde in einem kleinen Seminarraum waren. Darunter auch eine deutsche Dogge, die gefühlt größer war, als ein Pony. Für mich gab es nur zwei Optionen: durchhalten und das Seminar machen oder abmelden. Ich traute mich nicht, Einspruch zu erheben, da der Vortragende selbst seinen Hund mitbrachte (und ich im TIERETHIK Seminar saß). Ich entschied mich fürs Durchhalten und schaffte es am Ende des Seminars sogar, die Dogge zu streicheln.

Die Motivation durchzuhalten rührte daher, dass ich endlich meine Angst überwinden wollte. Per se finde ich Hunde süß. Ich mochte Hunde, hatte aber Angst vor einen weiteren Biss. Je mehr Kontakt ich zu Hunden suchte, desto weniger wurde meine Angst. Bevor ich einen Hund berührt habe, habe ich immer versucht, den Hund kennenzulernen. Ich habe mich mit dem Herrchen/Frauchen ausgetauscht, wie der Charakter des Tieres ist und dem Hund auch Zeit gegeben, sich an mich zu gewöhnen.

Heute habe ich immer noch großen Respekt vor ihnen. Hunde, die ich noch nicht kenne, erschrecken mich meistens, wenn sie zu Beginn verspielt auf mich zukommen oder mich kurz anbellen. Aber wenn ich den oder die BesitzerIn kenne, ich mehr über den Hund erfahre und mich langsam antaste, geht es und ich schließe das Tier sofort in mein Herz. Meine Angst vor Hunden hat sich somit schon länger gelegt – das ist bestimmt schon zwei oder drei Jahre her. Inzwischen spiele ich auch mit dem Gedanken, mir irgendwann einen eigenen Hund zuzulegen (wenn ich Zeit dafür habe und die Wohngegebenheiten stimmen) – wobei ich jedoch immer noch mehr der Katzentyp bin.

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So wurde ich meine Flugangst los

Mittlerweile habe ich gelernt, dass man sich am besten von der Angst löst, indem man mit der Situation konfrontiert ist. So war das bei Hunden – und letztendlich auch bei meiner Flugangst. Die ersten Flüge nach dem Tunesien-Debakel waren für mich noch sehr anstrengend und tränenreich. Inzwischen macht es mir nichts mehr aus, alleine zu fliegen. Vor allem mein erster Soloflug nach Frankfurt hat mir dabei geholfen. Aus Scham versuchte ich, stark zu bleiben. Ich wollte nicht mutterseelenalleine im Flugzeug heulen, deswegen riss ich mich zusammen. Zwar waren spätere Flüge immer noch nicht so einfach, aber der letzte Flug, bei dem ich wirklich eine Träne vergoss, liegt inzwischen drei Jahre zurück. Damals waren wir auf den Rückflug von Berlin nach Graz. Mir ging es generell nicht so gut und somit verstrich der Flug nicht ganz ohne Tränen. Mein nächster Flug war eine Pressereise nach Ibiza. Auch diesen Flug musste ich alleine meistern. Weil der Flug viel Zeit beanspruchte (früher Flug, Zwischenlandung und sechsstündige Wartezeit in Amsterdam), war ich auch supermüde. Ich verschlief fast den ganzen Flug. Durch die Erschöpfung hatte ich nicht viel Zeit, nachzudenken und seitdem gab es keine weiteren Angstvorfälle mehr.

Ich denke, beim Fliegen ist es einfach die Gewohnheit. Ich fliege zwar nicht oft, habe aber schon einige Flüge hinter mich gebracht. Mit Ausnahme der Turbulenzen auf dem Flug nach Tunesien, gab es nie wieder Komplikationen. Das hat sich irgendwie in mein Gehirn eingebrannt und mir vor Augen geführt, dass das Fliegen relativ sicher ist. Außerdem überwiegt inzwischen immer die Vorfreude auf das neue Land bzw. die neue Stadt, die ich kennenlerne, sodass Flugangst meistens kein Thema mehr ist. Manchmal gibt es schon noch Situationen, die Unwohlsein auslösen, aber eine richtige Panik habe ich nicht mehr davor.