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IG Promotion: Zahlen um gesehen zu werden

*Disclaminer: Der Beitrag „IG Promotion: Zahlen um gesehen zu werden“ enthält sichtbare Firmenlogos und muss daher als Werbung deklariert werden. Es handelt sich jedoch um einen unentgeltlichen Beitrag, was bedeutet, dass er weder gesponsert noch ich dafür bezahlt wurde. 


 

Weltweit wird Instagram von 1 Mrd. Menschen aktiv genutzt. Das ist ungefähr ein Achtel der gesamten Weltbevölkerung (ca. 7,6 Mrd. Menschen leben auf der Erde). Geknackt hat Instagram diese enorme Zahl am 20. Juni 2018 – somit liegt dieser Höhepunkt der Fotoapp noch gar nicht lange zurück. Unter diesen Rahmenbedingungen ist es nicht leicht sich als Einzelner über der Fotowasseroberfläche zu halten. Dass Instagram die Reach ihrer Nutzer enorm gedrosselt hat, ist keine große Sensation mehr. Jede/r BloggerIn oder InfluencerIn, mit der/dem ich mich in letzter Zeit unterhalten habe, egal ob „groß“ oder „klein“, spürt nach eigenen Angaben die Algorithmusänderungen von Instagram. Frustration und die Frage: „Was mache ich nur falsch?“ sind oftmals die Ergebnisse davon.

Auch ich spüre die Änderungen von Instagram. Meine Reichweite hat abgenommen, obwohl sich die Qualität meiner Bilder enorm verbessert hat. Auch mein Aktivitätsverhalten hat sich verändert. Um ehrlich zu sein, möchte ich nicht den ganzen Tag am Handy hängen, um einen Wachstum oder mehr Likes zu generieren, schließlich möchte ich mein Leben immer noch hauptsächlich in der Realität leben und Momente auskosten. Trotzdem ist mir als Bloggerin Instagram weiterhin enorm wichtig. Die App schafft eine Plattform, in der ich mich kreativ austoben und mich mit inspirierenden Menschen vernetzen kann. Außerdem hat mir die App bereits viele Möglichkeiten geboten, für die ich unendlich dankbar bin und die ich ohne Instagram nie erlebt hätte. Schon als Kind wollte ich in einer kreativen Branche arbeiten. Instagram gibt mir die Möglichkeit dazu. Klar, dass ich und viele andere mit demselben Traum permanent unter Druck stehen, entsprechende Zahlen abzuliefern.

 

Von Zahlen abhängig

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man seine Zahlen verbessern kann. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich hier von legalen Möglichkeiten spreche. Dass ich von dem Kaufen von Likes und Followern Abstand halte, habe ich schon einmal angesprochen. Meine alte Strategie, die auch maßgeblich für meinen Wachstum auf 11k Follower eine Rolle spielt, bezog sich darauf, dass ich Stunden damit verbrachte, andere Profile durchzugehen, zu liken und sinnvoll zu kommentieren. Ein Zeitfresser, der mich mehr Stunden mit der App verbringen ließ, als ich es eigentlich wollte.

Allerdings bietet Instagram selbst eine zeitsparende Methode, um sich eine Sichtbarkeit auf der Plattform zu erkämpfen: Das Schalten von Promotions. Zwar investiert man dabei auch einen (selbstgewählten) Betrag, aber ich persönlich finde das Schalten von Promotions aus folgenden Gründen nicht verwerflich:

  • Es ist ein Angebot, welches Instagram/Facebook (kostenpflichtig) zur Verfügung stellt.
  • Es verstößt nicht gegen die grundlegenden Richtlinien und die Nutzerbedingungen, ist somit von Instagram erlaubt und für mich ethisch nicht verwerflich.
  • Man wird auf den Profilen nur angezeigt. Die Nutzer entscheiden immer noch selbst, ob sie dem Beitrag ein Like geben, das Profil besuchen und eventuell folgen wollen. Es sind somit echte „Gefällt mir“ die man damit erreicht und keine gekauften.

 

Meine vorherigen Erfahrungen mit IG Promotions

Ich selbst nutze die Promotion-Funktion von Instagram sporadisch und wenn auch nur dann, wenn ich das Gefühl habe, es könnte für andere sinnvoll sein. Beispielsweise wenn es darum geht, ein Give-Away zu teilen. Um ehrlich zu sein, haben mir die Promotions mit einer Ausnahme (und dazu komme ich gleich) nicht viel gebracht, muss aber auch gestehen, dass ich sie nicht strategisch genug verwendet habe. Ich habe sie einfach geschaltet. Angezeigt wurden sie letztendlich den Personen, die in das Profil meiner Hauptzielgruppe fallen. Letztendlich hat das dazu geführt, dass die gesponserten Beiträge auch den Usern angezeigt wurden, die mir ohnehin folgen.

Vor einer Woche habe ich mich mit der Thematik etwas genauer befasst. Ich habe ein Bild promotet. Einfach so nach Lust und Laune. Doch ich habe mich genauer damit auseinandergesetzt, wie ich das Bild promoten möchte. Das Resultat: Mein Bild hat eingeschlagen wie eine Bombe und nach dem jetzigen Stand (08.07.2018; 11:35 Uhr) 3.677 Likes erzielt, davon 3.431 Likes alleine durch die Promotion.

 

Promotion Ergebnisse

 

Was ich für eine erfolgreiche Promotion gemacht habe

Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich diese Promotion strategisch geschaltet. Dafür habe ich meine Zielgruppe genauer unter die Lupe genommen. Meine Hauptgruppe kommt aus Deutschland, Österreich, USA und Italien. Die meisten meiner Follower leben in meiner baldigen Heimatstadt Graz, dicht gefolgt von Wien. Ich habe mich dazu entschieden, die Promotion NICHT für meine Zielgruppe zu schalten und erkannt, dass sich Promotions wahrscheinlich erst dann auszahlen, wenn sie nicht in den Profilen der Hauptzielgruppe erscheinen. Das brachte mich dazu, zwei Strategien anzuwenden.

1. Ich habe das Bild genauer analysiert. Was ist darauf zu sehen? Welches Thema spricht es an? Für wen könnten Naturbilder relevant sein (schließlich sieht man neben einem Heißluftballon und mich eine atemberaubende Berglandschaft).

Beim genaueren Betrachten des Bildes kam mir sofort in den Sinn, dass es in folgende Schiene passen würde: Tourismus und Erleben in Österreich bzw. ein Erholungsgebiet für Bewohner des urbanen Raumes. Nach dieser Erkenntnis folgte mein zweiter strategischer Schritt:

2. Welche Zielgruppe/Nationen bereisen Österreich am häufigsten? Für wen ist Urlaub in den österreichischen Nah-/Naturerholungsgebieten relevant?

 

Die nächsten Schritte

So führte eines zum anderen: Statistik Austria aufgerufen, Tourismusstatistiken überprüft, meine Zielgruppen aussortiert und dementsprechend habe ich alles eingestellt. Weiters habe ich die Promotion erst dann geschaltet, als das Bild schon fast 200 organische Likes erzielt hatte. Ob das eine Rolle spielt? Keine Ahnung.

Bezüglich des Budgets habe ich für meine anderen Promotions jedes Mal 1 Euro pro Tag investiert und ließ sie meistens über fünf Tage laufen. Diesmal ließ ich zwei Euro pro Tag springen – und das für insgesamt drei Tage. Ob das auch eine Rolle spielt? Ich wiederhole: KEINE AHNUNG! Jedenfalls rechnete ich mit demselben mäßigen Erfolg, den auch meine anderen Instagrampromotions mit sich gebracht haben. Als ich nach nicht einmal 24 Stunden die 1.000 Like Marke geknackt habe (ca. 20% meines Budgets waren dabei erst aufgebraucht), erkannte ich, dass der Erfolg der Promotion dieses Mal nicht mäßig war. Just zu diesem Zeitpunkt begann ich, die ganze Sache als ein wissenschaftliches Projekt zu betrachten und fing an, die ganze Promotion zu analysieren, sowie zu reflektieren. Dadurch entstanden auch interessante Unterhaltungen und Diskussionen mit meinen Freunden (sowohl Blogger/Influencer, als auch jene, die mit der ganzen Materie nichts zu tun haben).

 

Meine bis dato erfolgreichste Promotion bzw. im Zuge dessen auch mein erfolgreichstes Bild auf Instagram

 

Bin ich es nur dann wert, gesehen zu werden, wenn ich zahle?

Warum ich Instagram Promotions seitdem kritischer betrachte

Es ist wirklich arg, wie Instagram unsere Sichtbarkeit einschränkt, wenn wir nicht dazu bereit sind, Instagram finanziell etwas zurückzugeben “ , schrieb mir beispielsweise meine gute Freundin Vanessa, die auf Instagram einen erfolgreichen Yogaaccount führt. Das brachte mich zum Nachdenken. Bin ich es nur dann wert, gesehen und gezeigt zu werden, wenn ich Instagram dafür Geld zustecke? Obwohl die Promotion erfolgreich lief, fühlte ich mich plötzlich etwas degradiert.

Gezeigt hat mir die Sache vor allem eines: Meine Bildsprache ist gut. Lange Zeit zweifelte ich an meinen Bildern, an meiner Arbeit und ob ich all das gut genug mache. Weder würde ich sagen, dass die vielen Likes mein Selbstbewusstsein gesteigert, noch geschmälert haben. Ich habe mich gefühlt wie immer, aber es war trotzdem auf irgendeine Art und Weise schön zu sehen, dass meine Bilder durchaus Potential haben und nicht schlecht sind. Dass ich meine Arbeit gut mache und es auch anderen gefällt, denn wie gesagt: Die Likes kamen von echten Menschen und nicht von Bots. 

Trotzdem sehe ich es nicht ein, immer wieder Geld in die Hand nehmen zu müssen, damit meine Bilder ein Existenzrecht bekommen. Auch wenn sich nach all den Jahren ein beruflicher Aspekt für mich daraus ergeben hat, so soll mir die App vor allem immer noch eines bringen:

 

Spaß und die Freude am Austausch mit meiner Community!

 

Weiters machte mich meine Freundin Kerstin darauf aufmerksam, dass sich das Schalten von Promotions auch zu meinem Nachteil entwickeln kann. Das System erkennt, dass du bereit dazu bist, finanziell in deine Bilder zu investieren und drosselt deine Reichweite weiter nach unten, damit du weiterhin Promotions schaltest. Davon merke ich nach meiner Promotion jedoch nicht viel. Im Grunde genommen ist alles so geblieben, wie zuvor. Entweder weil ich die Promotion sinnvoll für mich beansprucht und viele Profile besucht habe, die durch die Promotion auf mich zugekommen sind und ich dadurch neue Follower gewonnen habe, oder aus dem einfachen Grund, weil ich Promotions, wie anfänglich erwähnt, eher sporadisch einsetze.

Was ich selbst noch erkannt habe: Ein Ausreißerfoto (sprich ein Bild, das deutlich mehr Likes hat, als die anderen) ist KEIN Indikator dafür, ob sich jemand Likes kauft oder nicht. Klar, in der heutigen Zeit hegt man schnell so seine Verdachte, dass sich jemand Likes gekauft hat, wenn ein Bild urplötzlich mehr „Gefällt mir“ hat, als andere. Ich gebe zu, dass ich diesbezüglich auch oft meine Zweifel hatte. Aber es kann durchaus dadurch hervorgerufen worden sein, dass das Bild entweder viral gegangen ist oder promotet wurde. Das macht es schwieriger, Like- und Followerkäufer zu entlarven.

 

Meine Message an euch

Nach wie vor finde ich das Schalten von Promotions ethisch nicht verwerflich, da es von Instagram erlaubt ist und nicht gegen die grundlegenden Richtlinien verstößt. Wer eine Promotion schalten möchte (und ggf. auch meine Strategie ausprobieren will), kann das meinetwegen auch tun. Ich persönlich möchte da wirklich niemanden reinreden, da ich es selbst für mich beansprucht habe. Trotzdem finde ich, dass jeder Instagramnutzer das Recht hat, mit seinen Bildern auf Instagram zu „existieren“, ohne dafür bezahlen oder 1 Mio. Follower haben zu müssen. Schließlich ist die App zum Download kostenlos und sollte eigentlich zur sozialen Vernetzung dienen. Macht euer Selbstbewusstsein oder den Wert eurer Arbeit/Fotografien nicht von Likes abhängig. Wenig Likes sagen nicht aus, dass euer Bild schlecht ist oder dass ihr nicht genug leistet. Im Gegenteil. Instagram ist eine App, bei der nicht nur der Content zählt, sondern auch Glück eine riesengroße Rolle spielt.

Übrigens: Einen so großen Vorteil, wie man vielleicht denken mag, bringt einem die Promotion nicht. Die Likes werden zwar zusammen angezeigt, aber nicht zusammengezählt. Ebenso wie die Reichweite. Sprich: Im Archiv wird das Bild, auch wenn es die meisten Likes erzielt hat, nicht als erfolgreichstes Bild mit der meisten Reichweite angezeigt, wenn es organisch weniger Likes hat, als andere. Das führt auch dazu, dass das Bild mit Hilfe von Promotions keine Möglichkeit hat, in den Explorbereich zu kommen, wenn es organisch nicht erfolgreich genug ist.

 


 

Besucht mich auf Instagram

 


 

 

Instagramzwangsurlaub: Was ich daraus lernte

Nach dem ersten Schock und einem zugegeben sehr emotional verfassten Blogbeitrag zu meiner Instagramsperre, folgte eine Zeit, die mir im Nachhinein betrachtet sehr gut getan hat. „Instagramzwangsurlaub“ habe ich diese Zeit genannt, die letztendlich doch ein paar erholsame Tage mit sich brachte. Diese erholsamen Tage waren wichtig, denn wie ich des Öfteren in meinen Blogposts erwähnt habe: Ich möchte wieder mehr auf mich achten. Dieses Vorhaben ist bis dato stets im Sand verlaufen, doch gerade meine Social Media Pause brachte mich wieder zurück. Zurück zu den Momenten der Achtsamkeit, die ich dringend notwendig hatte.

 

Unfreiwillig auf Social Media Detox gesetzt

…und daraus einige Lehren gezogen

Meinen „Instagramzwangsurlaub“ nutzte ich allen voran dazu, mein Social Media Verhalten zu reflektieren. Insbesondere in den letzten fünf Monaten hat es sich deutlich verändert. Mein Fokus verlagerte sich immer mehr auf meinen Instagramaccount. Ich missachtete sogar meine eigene Regel:

 

Du darfst dich nicht von Zahlen abhängig machen. Zahlen sagen nichts über das aus, wer du bist und was du leistest.

 

Trotzdem habe ich mich zu sehr von Zahlen leiten lassen, weil ich manchmal auch das Gefühl hatte, auf Zahlen reduziert zu werden. Nicht nur von anderen, sondern inzwischen weiß ich: auch von mir selbst. Ich schrieb mir selbst einen Wert zu, der sich aus Zahlen zusammensetzte. Nicht nur aus den Zahlen meiner Social Media Accounts, sondern auch aus anderen: Kleidergröße, Gewicht, Uninoten, die Dauer meiner Sporteinheiten usw. Gerade mein wiederholt aufkeimendes Essproblem, von welchem ich euch im vorherigen Post erzählt habe, führte dazu, dass mein Selbstbewusstsein erneut einen massiven Knick erlitt und ich mich unwohl fühlte. Dieses Unwohlsein kompensierte ich mit Zahlen:

 

Mit Likes und Follower.

 

Somit ging es bereits um mehr, als nur um die Tatsache, als Bloggerin arbeiten zu können.

Ich bin die Sache zu verbissen angegangen und genehmigte mir selbst keine Pausen mehr. Es lag schon immer in meinem Naturell, dass ich alles, was ich tue, aus Liebe, Leidenschaft und viel Herzblut tue. Daher auch meine Reaktion, die auf viele überdramatisch wirkte. Aber wenn irgendwo mein Herz dranhängt, dann hängt es dran und dann bedeutet es mir etwas. Instagram ist für uns Blogger so viel mehr, als nur eine App. Auch wenn es von vielen nach wie vor nicht ernst genommen, gar belächelt wird, aber dahinter steckt eine Leidenschaft, etwas zu kreieren und sich in diesem Sinne kreativ austoben zu können. Man kann dahinter etwas Fiktionales sehen, aber hinter jeder meiner Ideen steckt ganz viel Persönlichkeit.

Dennoch – es war nicht der richtige Weg, mein Selbstbewusstsein nach oben zu treiben, denn schlussendlich gibt es neben all dem Online-Wirr-Warr eine Realität. Und Selbstbewusstsein, auch wenn man es nicht angreifen kann, ist Teil der Realität und keine Sache, die man hinter einem virtuellen Vorhang verstecken kann. Ich habe mich in dieser instagramfreien Zeit vermehrt auf die Dinge konzentriert, die mir helfen sollen, mein Unwohlsein zu überwinden. Ich habe noch mehr Sport gemacht und mich so intensiv mit meiner Ernährung auseinandergesetzt, wie schon lange nicht mehr. Mein Schlafverhalten entwickelt sich langsam wieder in eine positive Richtung. Um zehn Uhr war meistens Sense und ich schlief von da weg gute acht Stunden. Nicht an der Social Media Welt teilzunehmen und die Momente der Achtsamkeit auszukosten waren genau das, was ich gebraucht habe, um wieder in die richtige Richtung gelenkt zu werden.

 

Trotzdem wird Instagram für mich wichtig bleiben

Doch der Fokus liegt auf mir und meinem Blog

Als mein Account nach dem ganzen Support Chaos endlich wieder freigeschalten wurde, war ich gar nicht mehr so euphorisch, wie ich dachte, ich würde es sein. Natürlich freute ich mich, dass all die Bilder, hinter denen viel Liebe steckt, nicht ins ewige virtuelle Nirvana verschwunden sind und all die Arbeit doch nicht ausgelöscht war. Dennoch möchte ich den Raum, den ich Instagram in meinem Leben als Bloggerin gewidmet habe, eingrenzen. Instagram wird nach wie vor wichtig für mich bleiben, denn als Blogger ist man heutzutage nun einmal auf diesen Social Media Kanal angewiesen. Und ich bin gerne auf Instagram. Angewiesen sein hin oder her.

Außerdem liebe ich es, in meinen Storys meinen Alltag zu zeigen, Bilder zu posten und wunderschöne Bilder von anderen anzusehen, doch ich möchte nicht mehr so verbissen und strategisch vorgehen. Regelmäßig ja, aber der Fokus soll wieder mehr auf den Blog per se liegen.

Früher habe ich erst meine Beiträge geschrieben und danach passende Fotos gemacht – mal mit Konzept, mal ohne. Inzwischen war es so, dass ich zuerst meine Bilder machte und mir danach angestrengt überlegte, für welche Beiträge ich sie verwenden kann. Dass das massiv meine Kreativität beim Schreiben einschränkte, merkte ich dadurch nicht. Dabei war es schon von klein auf mein Traum, später im Beruf mal „irgendwas mit schreiben“ zu machen. Denn im Schreiben liegt meine Liebe, auch in der Fotografie, doch wie meine liebe Freundin Kerstin kürzlich auf Instagram schrieb:

 

They say a picture is worth a thousand words. To me, however, one written word will always beat a million photos. Especially in a world where pictures are staged to perfection, writing feels more real and raw than ever to me.

Kerstin von Miss Getaway

 

Sie hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Mein Textbuch, das ich immer dabei habe, vegetiert seit geraumer Zeit in meinem Nachtkästchen. Ich habe es wieder ins Leben geholt, mich in die Natur gesetzt und geschrieben. Und plötzlich hatte ich dieses ganz besondere Gefühl:

 

Freiheit

 

Das ließ mich auch mein Blogkonzept überdenken. In welche Richtung will ich mit My Café Au Lait? Ist es immer noch die Richtung, in die ich gehen will? Ich bin mit all meinen Beiträgen, die ich in den letzten Monaten veröffentlicht habe, zufrieden. ABER es fehlt etwas. Noch mehr Persönlichkeit. Zwar schreibe ich meine persönlichen Kolumnen, doch es fehlt etwas Entscheidendes. Einen Teil von mir, den ich unbewusst ausgemerzt habe: Meine Erfahrungen mit Anorexie und der Weg, ein normales Leben trotz Essstörung zu führen. Weil ich mein eigenes Essproblem ignoriert habe, habe ich das Thema auch auf meinem Blog ignoriert, obwohl gerade meine Anorexia Recovery Kategorie die war, mit der ich schon vielen Menschen helfen konnte.

Ich will auf meine „Inspirationsbeiträge“ nicht verzichten, genauso wenig wie auf Ästhetik. Manchmal muss eine Flucht aus dem Alltag einfach her. Doch ich möchte auch diesen Teil meines Lebens nicht mehr verstecken, wie ich es in letzter Zeit getan habe. Gerade deswegen, weil ich selbst auf mehr Achtsamkeit bedacht bin.

In diesem Sinne hoffe ich, dass mein „Instagramzwangsurlaub“ mir dabei geholfen hat, eine Balance zwischen Bloggerlisa und Privatlisa zu finden. So einen Social Media Detox werde ich mir nun öfters gönnen. Zwar keine Woche durchgehend, aber ab und zu bleibt das Smartphone Smartphone und Instagram Instagram.

 


 

Beitragsbild via Unsplash

 

Instagram hat mich aus dem Spiel gekickt

Instagram hat mich aus dem Spiel gekickt

Ein harmloser Mittwochabend. Plätscherndes Wasser im Badezimmer. Da der Frühling anklopft und die Temperaturen nach oben klettern, möchte ich mir ein letztes Bad genehmigen. Völlig fertig vom Sport und dem bereits spürbaren Muskelkater freue ich mich auf einen entspannten Abend. Es ist kurz vor 18 Uhr. Nicht ein Gedanke, dass heute noch etwas Negatives passieren wird.

Während sich die Badewanne mit Wasser fühlt, checke ich meinen Instagramaccount „mycafeaulait“. Dass es das letzte Mal sein wird, weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich gehe baden und mit mir auch mein Instagramaccount mit knapp 11k ehrlich verdienten Followern und knapp über 350 Bildern.

Noch mit Bademantel bekleidet, will ich kurz vor 19 Uhr wieder wie automatisiert einen Blick auf meinen Instagramaccount werfen. Über zwei Tage lang habe ich kaum Aktivität auf meinem Account gezeigt. Lediglich ein paar Stories gepostet, das wars. Doch mycafeaulait lässt sich nicht öffnen.

Ich denke mir nichts großartiges dabei. Einloggschwierigkeiten kommen ab und an mal vor und passieren nicht zum ersten Mal. Ich logge mich aus mycafeaulait aus und möchte mich gleich wieder einloggen. Funktioniert nicht. Habe ich ein falsches Passwort eingespeichert? „Egal„, denke ich mir. Auch das kam schon einmal vor. Zuerst versuche ich noch zwei weitere Passwörter. Vielleicht habe ich mich auch vertippt. Funktioniert nicht. „Gut, ich habe wieder einmal mein Passwort vergessen„, denke ich mir. Auch schon einmal vorgekommen, aber ich weiß, was man in solchen Situationen zu tun hat. Ich will mir mein Passwort per E-Mail schicken lassen. Plötzlich ploppt ein „User Not Found“ auf. Wie bitte? Gut, dass ich meinen Account doppelt authentifizieren lassen habe. Lasse ich mir mein Passwort eben per SMS schicken. Leicht nervös tippe ich meine Handynummer ein. „User Not Found.“ Waaaaaaaaaaaaas?

Ich bekomme einen Schock und versuche mein Profil zu suchen. Es existiert nicht mehr. Mycafeaulait ist weg. Einfach so.

 

…und plötzlich ist mycafeaulait von der Bildfläche verschwunden

Wenn Instagram dich aus dem Spiel kickt und dich nicht mehr mitspielen lässt

Genau das ist mir vorgestern passiert. Zuerst dachte ich, ich wäre gehackt worden und jemand hat meinen Account gelöscht. Doch in meinem E-Mail Postfach befand sich keine Mail, dass mein Account gelöscht wurde. Hat Instagram etwa meinen Account bewusst gelöscht? Mich eiskalt aus dem Spiel gekickt? Aber warum? Was habe ich mir zuschulden kommen lassen? Seit Mittwochabend quäle ich mich mit zigtausenden Fragen. Was habe ich nur falsch gemacht? Nachdem mir die Sache bewusst wurde, tippte ich gleich die erste verzweifelte WhatsApp Nachricht an Kerstin: „Ich glaub, ich bin gehackt worden. Mein Instagram Account ist weg. Er existiert nicht mehr!

Ich kann absolut nicht verstehen, warum mycafeaulait eliminiert wurde. Sollte ich gegen die Richtlinien verstoßen haben, dann nicht bewusst, denn ich habe:

  • …mir in meinem ganzen Leben noch keine Follower gekauft
  • …nie Likebots eingesetzt
  • …kein Follow-Unfollow-Spielchen betrieben

Das einzige, was ich gemacht habe: ich war überaktiv. Habe viel geliked, kommentiert und auch Kommentare an mich beantwortet. Aber alles manuell und ohne unfaire Bothilfe – das ist für mich auch der Sinn von und hinter Social Media. Kann es sein, dass Instagram mich als Bot gewertet hat, weil ich zu oft „Danke“ unter meinen Kommentaren geschrieben habe? Darf man sich heute nicht mehr bedanken? Oder habe ich generell zu viel geliked und kommentiert? Ich bin übrigens keine, die immer nur mit „Schönes Bild“ kommentiert, sondern mache mir Gedanken zu den Bildern. Meine Kommentare sind mindestens zweizeilig. Immer. Gerade deswegen frage ich mich an dieser Stelle: „Warum ausgerechnet ich?!“

Ansonsten habe ich noch zwei weitere Accounts, die aber keine Fake-Accounts sind. Weil ich ab und an gerne meine Fotografien von anderen Menschen teilen möchte, habe ich meinen Account Novembre Photography ins Leben gerufen. Für private Momente und Randompostings, die ich nur mit Freunden und meiner Familie teilen möchte, gibt es einen privaten Account. Ich gebe zu, ich habe damit auch auf mycafeaulait geliked, folge meinem Hauptkanal mit den anderen beiden Konten, aber machen zwei Extralikes aus meiner Hand das Kraut schon so fett? Verglichen mit jenen, die sich Tausende von Followern und Likes kaufen? Ich glaube nicht. Ich glaube auch nicht, dass ich in dem Sinne unmoralisch handle und euch etwas vormache. Was habe ich mir also zuschulden kommen lassen?

 

Kaum Hilfe von Instagram

Alleine als Nemo im großen Teich von dicken Instagramfischen

Natürlich habe ich sofort alles unternommen, was ich nur unternehmen konnte. Ich habe dem Support geschrieben, doch bis jetzt kam noch keine Antwort. Mittlerweile erreichten mich unzählige Beileidsbekundungen oder Fragen, wo mein Instagramaccount hin ist. Er ist weg und ich bekomme von Instagram kaum Hilfe. Logisch. Sie sind auf mich nicht angewiesen, ich aber auf Instagram.

Nun warte ich und hoffe, dass ich meinen Account wiederbekomme. Es steckt so viel Herzblut, Arbeit und vor allem Lebenszeit drin. Zuerst habe ich meinen 11k Followern nachgetrauert, jetzt weine ich um die Zeit, die ich für Nichts verloren habe, sollte ich mycafeaulait nicht zurückbekommen. Heute Morgen bin ich aufgewacht und in einem Meer von Tränen gelandet. Es tut mir in der Seele weh und auch wenn das vielleicht einige nicht nachvollziehen können: Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Meine berufliche Existenz steht auf dem Spiel und es fühlt sich so an, als wäre ein Teil von mir gestorben. Nicht mal meinen Namen mycafeaulait würde ich zurückbekommen, müsste ich mich nun neu anmelden und von Null beginnen. Somit wurde mir nicht nur mein Account, sondern auch meine Identität genommen.

Ich werde euch definitiv mit weiteren Updates auf dem Laufenden halten. Darum: Pray for mycafeaulait.

 


 

Beitragsbild via unsplash 

 

Lügenkonstrukt

Wir leben in einem Lügenkonstrukt

 

Liebe Like-Einkäufer und Follower-Erwerber!

 

Das ist ein offener Brief an euch. Normalerweise halte ich mich mit kritischen Beiträgen lieber bedeckt. Ich ecke nicht gerne an und vermeide, so gut es eben geht, den negativen Dingen Raum zu geben. Doch manchmal ist ein Punkt erreicht, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ein bestimmter Punkt, der mich so wütend und rasend macht, sodass ich nicht mehr schweigen kann oder will. Und auch jetzt, an dieser Stelle, in dieser Situation, möchte ich nicht mehr schweigen, denn es gibt da einige Dinge, die mir gehörig gegen den Strich gehen. Es geht um das leidige Thema, um das unfaire Spiel, welches inzwischen schon seit jeher auf Instagram getrieben wird. Es kommt mir fast so vor, als wäre das zu einer Alltäglichkeit geworden, welche die Social Media Welt betrifft und beherrscht.

 

Das käufliche Erwerben von Likes und Follower!

 

Um ehrlich zu sein, fiel es mir schwer, eine nette Beschreibung für all diejenigen zu finden, die es tun. Ich hätte euch lieber Like- und Followererschwindler genannt. Oder Betrüger. Ja, Betrüger trifft es ganz gut. Denn ernsthaft: Das Kaufen von Likes und Follower ist nichts anderes, als Betrug. Es ist reiner Betrug! Schon mal auf die Idee gekommen, dass Betrug strafbar ist? Über das genaue Strafmaß habe ich mich nicht erkundigt, doch es scheint so, dass man in der Social Media Welt mit diesem Betrug ungeschoren davonkommt. Leider, denn das Kaufen von Likes und Follower wird nicht unter Strafe gestellt.

Dabei betrügt ihr nicht nur eure Follower, die euch aus ernsthaftem Interesse verfolgen, sondern allen voran euch selbst. Was für arme Seelen müssen in euch schlummern, dass ihr es nötig habt, euch euer Selbstbewusstsein künstlich aufzuwerten? Könnt ihr es nicht ertragen, wenn ihr nicht eine bestimmte Mindestanzahl an Likes ergattert? Zerstört das euer Ego? Was bringt es sich, sein Ego künstlich zu pushen? Ihr betrügt euch selbst im höchsten Maße. Wie wenig muss man sich selbst wert sein? Für mich persönlich ist das wohl das allerschlimmste an diesem Betrug: Die Tatsache, dass man sich selbst belügt. Doch dem nicht genug. Wenn ihr nur euch selbst in diesen Betrug involvieren würdet, könnte ich noch damit leben, denn das würde nur euch selbst betreffen, aber keinen anderen.

 

Aber das tut ihr nicht! Und das geht auch nicht!

 

Nicht nur ihr seid in diesem Lügenkonstrukt verwickelt, sondern auch unschuldige Parteien, die ihr nach Strich und Faden verarscht und die durch euch einen Schaden erleiden (können).

Auf der einen Seite wären das Unternehmen, mit denen ihr zusammenarbeitet. Unternehmen, die im guten Glauben mit euch kooperieren, weil sie denken, dass sie von dieser Zusammenarbeit profitieren und sich Erfolge versprechen. Sie investieren Geld in euch, das ihr nicht verdient habt, weil es die Reichweite, dessen Existenz ihr vorgaukelt, gar nicht gibt. Ohne es zu wissen, erleiden die Unternehmen durch euch einen Schaden. Der erhoffte Erfolg bleibt aus. Wie soll dieser auch zustande kommen, wenn man sich seine Zahlen kauft? Wie?

 

Seit wann leben wir in einem Zeitalter, in dem ehrliche Arbeit nichts mehr wert ist?

 

Die nächste Gruppe, die ihr mit eurem Fehlverhalten hintergeht, sind all diejenigen, die sich ihren Erfolg selbst erarbeitet haben. Damit ein Instagram Account und folglich auch ein Blogger oder ein Influencer wachsen kann, ist viel Arbeit notwendig. Zeitintensive Arbeit. Es gibt etliche Influencer, die sich ihre Zahlen ehrlich verdient haben, weil sie ihrer Community etwas bieten und/oder stets darum bemüht sind, Kontakt zu halten. Vielleicht verdanken sie ihren Erfolg auch dem Glück, das sie hatten, weil sie den richtigen Zeitpunkt erwischt haben. Natürlich spielt dieser Faktor immer ein bisschen mit. Trotzdem – wenn keine Mühe dahinter steckt, kann man auch nicht natürlich wachsen. Punkt.

Ihr hintergeht auch all diejenigen, die immer noch versuchen, natürlich zu wachsen, aber noch keine großen Influencer oder Blogger sind. Die, die durch ehrliche Arbeit versuchen, ihren Traum und ihre Ziele zu erreichen. Diejenigen, die noch so etwas wie moralischen Anstand besitzen und wissen, dass es nicht in Ordnung ist, zu betrügen. Großen Influencern wird diese Likes- und Followerkauferei nicht viel anhaben. Sie haben sich etabliert und Unternehmen werden immer wieder auf sie zukommen. Doch diejenigen, die sogenannten Mikroinfluencer, die natürlich wachsen wollen, schauen ins Leere, weil sie nicht die Zahlen mitbringen, die Unternehmen sehen wollen, obwohl sie in Wahrheit vielleicht sogar mehr echte Likes erzielt haben, als Likekäufer. Mit eurem Lügenkonstrukt legt ihr gerade diesen Menschen Steine in den Weg.

 

Ich kann verstehen, der neue Instagram-Algorithmus ist gemein…

 

…und macht es noch verlockender, einen Like- und Followerkauf zu tätigen. Aber hat man das wirklich so notwendig? Diejenigen, die auf ehrliche Weise wachsen wollen, gehen durch EUCH unter, weil sie keine Chance haben, ihr Bild ganz oben im Feed zu behalten. Mit 10k oder weniger Follower hat man eben nicht binnen 5 Minuten über 200 Likes, um sich über Wasser zu halten. Und dann kommt ihr daher, kauft euch schnell die geforderten Likes, um sichtbar zu bleiben und katapultiert all jene, die das nicht notwendig haben, ins Nirvana. Ich finde das mies, scheiße und extrem tief.

Und dann glaubt ihr auch noch ernsthaft, es würde keiner merken? Schon seltsam, wenn man innerhalb von 10 Minuten über 150 Likes hat, aber sich die Zahl danach nicht mehr wirklich oder nur noch sehr langsam erhöht. Bilder, die ich irgendwann, nach ein oder zwei Stunden liketechnisch überhole, obwohl ich nach 10 Minuten bei Weitem noch keine 150 Likes hatte. Komisch ist es auch, wenn es plötzlich, nach 20 Minuten, zu Hundertersprüngen kommt, obwohl man die 20 Minuten zuvor noch nicht einmal 100 Likes hatte. Oder wenn das Like-und-Kommentar-Verhältnis überhaupt nicht stimmt. Über 1.000 Likes und dann nur 5 Kommentare? Passt irgendwie nicht so ganz zusammen, oder? 

 

…und wisst ihr, was so richtig armselig ist?

 

Ihr belügt eure Community. Die Menschen, die euch aus ehrlichem Interesse verfolgen. Fake it ‚till you make it. Aber so läuft das nicht. Wie kann man nur die Menschen belügen, die uns unterstützen und uns dabei helfen, den Social Media Traum zu leben? Wie? Warum pulvert man sein Geld in Likes oder Follower, anstatt es vielleicht in ein nettes Dankeschön für seine Community zu investieren oder wohltätige Zwecke damit zu unterstützen? Ich persönlich würde -bevor ich auch nur einen Cent für Likes ausgebe- mit dem Geld ein Give-Away veranstalten, um mich bei den Menschen zu bedanken, die mich aus ehrlichem Interesse unterstützen, bevor ich mir Fake Menschen kaufe, nur damit es so aussieht, als wäre ich ein interessanter Mensch. Lieber einem echten Menschen eine Freude machen, anstatt sich selbst in eine Scheinwelt zu katapultieren.

 

Warum bemüht ihr euch nicht einfach?

 

Damit meine Bilder gesehen werden und ich selbst weiter wachsen kann, muss ich auf Instagram aktiv sein. Ich investiere viel Zeit in eine Sache, die einst nur eine Foto-App war. Zum Zeitpunkt, als ich diesen Beitrag geschrieben habe, hatte ich 10.875 Follower – eine Zahl, die ich mir selbst aufgebaut habe. Aufgebaut, in dem ich bildbezogene und lange Kommentare geschrieben habe, anstatt mir einen Bot zuzulegen (das ist ja das nächste). Einen Bot, der für mich unter jedem zweiten Bild dieser Instagramwelt das Wort „Beautiful“ raushaut.

Ich habe mir Accounts angesehen, Bilder geliked, kommentiert und war auch stets bemüht, Kommentare, die ich bekommen habe, zu beantworten. Klar, manchmal geht auch etwas unter, aber das passiert nun mal und ist bestimmt keine Absicht. Ich weiß zwar, dass ich beim Folgen selbst sehr kritisch bin (zum einem folge ich beispielsweise auch nur Accounts, die auf meine Kommentare antworten) – aber ich verlange auch von niemanden, dass er mir folgt, nur weil ich kommentiere oder like. Mir geht es per se am meisten um den Austausch und darum, ob mir eine Person sympathisch ist und/oder mir die Bilder gefallen. Darum hasse ich beispielsweise auch diese dubiosen Folgen-Entfolgen-Spiele.

Das mache ich übrigens auch heute noch so und, meine lieben Like- und Followerkäufer, das ist viel Arbeit und Zeit. Zeit, die ich manchmal auch lieber in meinen Blog oder in mein Privatleben investieren möchte. Aber ich beschwere mich nicht, weil ich es erstens gerne tue und zweitens weil ich mit My Café Au Lait nichtsdestotrotz etwas erreichen möchte. Instagram gehört heutzutage eben dazu und ist ein maßgeblicher Teil.

Meine Arbeitsmoral habe ich von meinem Vater geerbt. Mit Fleiß und Anstrengung hat er in seiner Firma mehr erreicht, als viele seiner Arbeitskollegen. Er hat mich gelehrt, dass man für seine Erfolge ehrlich arbeiten muss, anstatt zu betrügen. Und genau deswegen ärgert es mich auch so dermaßen, weil es sich andere so einfach machen. Natürlich ist es heutzutage schwierig, auf Instagram voranzukommen, aber warum können wir Social Media nicht mehr als das sehen, wofür es ursprünglich gedacht war? Warum werden Ellbogen ausgefahren und warum verteilt man virtuelle Fouls? Ich sage nichts dagegen, wenn man sich in gemeinsamen Gruppen unterstützt und seine Beiträge bewirbt – das mache ich auch ab und zu. Solange man es selbst tut und keinen Bot dafür kauft, ist das doch nichts Schlimmes – Hauptsache es stecken echte Menschen aus Fleisch und Blut dahinter. Das hat zumindest noch etwas mit Social Media zu tun.

 

Es wäre einfach schön, wenn wieder mehr Ehrlichkeit in diese ohnehin schon vorherrschende Scheinwelt kommt.

 

Jeder muss selbst wissen, für welche ethisch-moralischen Werte er einsteht. Dadurch, dass ich Ethik studiere, habe ich ein hohes Moralbewusstsein – ohne mich jetzt als Mutter Theresa darstellen zu wollen, denn perfekt bin ich bestimmt nicht und ich mache genügend Fehler. Aber ich kann zwischen richtig und falsch unterscheiden. Mir ist mein eigenes Gewissen viel wert. Ich selbst verschenke keine Likes an Bilder, bei denen es offensichtlich ist, dass etliche Likes gekauft wurden (zumindest wenn ich es merke). Warum soll ich Menschen gratis unterstützen, die lieber Geld für künstliche Unterstützung ausgeben? Ich denke,  sie sind auf meine Hilfe nicht mehr angewiesen.

Umso lieber unterstütze ich Menschen, die immer noch auf ehrliche Art und Weise die Instagram-Community bereichern. Es ist schön, dass dieser Teil, zumindest das, was ich mitbekomme, immer noch überwiegt. Und all diesen Menschen gönne ich es von Herzen, dass sie vorankommen. Da ist es mir persönlich auch Wurscht, ob das Bild eine Werbung beinhaltet oder nicht (am schlimmsten finde ich es nämlich immer noch, wenn man sich die Likes für Bilder kauft, mit denen man für ein Unternehmen Werbung macht).

Da dieser offene Brief nun schon eine exorbitante Länge erreicht hat, muss ich endlich zu einem Schluss finden. Für mich hat sich die Sache dann zumindest etwas erledigt, obwohl ich noch ewig lange weiterschreiben könnte. Aber eine Frage bleibt mir noch offen, die ich all den lieben Like- und Followerkäufern stellen möchte:

 

Wie könnt ihr das mit eurem Gewissen vereinbaren?

 


 

Beitragsbild by freestocks.org via unsplash

 

Naked Stories: Wie viel Haut darf ich zeigen?

„Wie kann man sich nur so halbnackt im Internet präsentieren? So eine Schlampe!“

Letzte Woche habe ich ein Bild auf Instagram gepostet. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn Instagram ist dazu da, um Bilder zu posten. Dennoch war es für mich eine kleine Premiere, auch wenn schon über 300 Bilder meinen Instagramfeed zieren. Auf diesem Bild zeige ich eine andere Seite von mir. Eine komplett andere Seite, die viele von mir nicht gewöhnt sind:
Sexy statt süß. 
Lasziv statt lieb.
Verrucht statt verlegen. 

Mehr Haut statt viel Stoff. 

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich ein Bild gepostet, auf welchem ich nicht mehr trage, als ein Bralette bzw. einen Lace Body. Ich wusste nicht, wie die Reaktionen sein würden, geschweige denn ob es so eine gute Idee sein würde, mehr von meinem Körper zu zeigen, als ich es bisher getan habe. Mehr Haut zu zeigen. Eine neue Seite von mir zu präsentieren. Durchaus hätten solche Reaktionen kommen können, wie ich sie zu Beginn dieses Beitrages beschrieben habe. Aber sie sind nicht gekommen. Oder vielleicht doch? Reaktionen, die sich lediglich gedanklich in den Köpfen der Betrachter abgespielt haben? 

Nächstes Jahr werde ich als Lehrerin im Klassenzimmer stehen und unterrichten. Ich werde eine Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche haben. Und Eltern sehen es bestimmt nicht gerne, wenn sich Frau Professor nur in Lingerie online zeigt. Denn auf das Internet hat jeder Zugriff. Auf meinen Instagramaccount auch, denn er ist öffentlich, genauso wie mein Blog. Ich habe lange darüber nachgedacht: Kann ich das tun? Werde ich mir damit etwas verbauen? Doch die Wahrheit ist: Ich wollte es tun. Schon so lange. Habe mir selbst gewünscht, Tabus zu brechen. Meine eigenen, aber auch die gesellschaftlichen Tabus.

 

 

Sex Sells

Der schmale Grad zwischen Ästhetik und Pornification

Ich habe diese Bilder nicht gepostet, weil ich mir dadurch einen Instagrampush erhofft habe. Ganz im Gegenteil. Schon lange bewundere ich ästhetische Fotografien von Frauen in Dessous und Lingerie. Diese immense Präsenz von purer Weiblichkeit und Sinnlichkeit zieht mich in einen magischen Bann. Und ich wollte es selbst. Für mich. Aber nicht nur für mich alleine. Ich wollte es schon immer teilen. Teilen, weil ich der Welt zeigen möchte, dass ich nicht nur süß, lieb und nett bin. Dass es auch andere Seiten von mir gibt.

Sexualität ist ein Thema, welches nach wie vor in unserer Gesellschaft tabuisiert wird. Dabei finde ich, dass Sexualität auch zum Teil offen ausgelebt werden sollte. Das richtige Maß sollte dabei aber eingehalten werden, denn zur Erregung öffentlichen Ärgernisses möchte ich an dieser Stelle selbstverständlich nicht aufrufen. Natürlich gibt es einen schmalen Grad zwischen Ästhetik und Pornification, aber manchmal kann man Tabus durchaus brechen. Solange man es stilvoll tut und sich von jeglicher Obszönität distanziert. Wir Frauen haben es verdient, uns schön, sexy und weiblich zu fühlen. Doch leider habe ich das Gefühl, dass gerade wir, die Gesellschaft, daran schuld sind, dass so viele Hemmungen zum Thema Sex vorherrschend sind.

 

 

Du bist keine Schlampe, wenn du mehr Haut zeigst

„Schau dir den kurzen Rock an. Man kann ihren halben Arsch sehen. Was für eine Hure.“

„Das ist so etwas von billig. Die geht bestimmt mit jedem Typen ins Bett.“

Das Traurige ist: Solche Sätze werfen wir Frauen uns gegenseitig selbst oft an den Kopf – auch wenn es nur gedanklich oder hinterrücks ist. Dabei ist es doch schön, wenn man sich in seiner Haut so wohl fühlt und das tut, wonach einem ist. Egal, ob man Kolumnen über eine lockere Affäre schreibt, wie es Carrie Bradshaw in den späten 90ern/frühen 2000ern in „Sex and the City“ getan hat oder sich mit wenig Stoff am Körper im Internet präsentiert. Bezüglich meiner eigenen Sexualität möchte ich auch offener sein. Es gibt so viele Themen, die ich gerne ansprechen würde oder Erlebnisse, die ich in Kolumnen verarbeiten möchte. Über Beziehungen, Dating und meine Bindungsängste schreiben, so wie es auch Carrie Bradshaw tut. Und ich finde, ich habe das Recht, das zu tun, ohne degradiert zu werden. Ich habe ein Recht darauf, trotzdem respektvoll behandelt zu werden.

Es macht mich noch lange nicht zu einer Schlampe, offener über ein Tabuthema zu sprechen, meine Datingerfahrungen zu teilen oder mich nur in Lingerie zu zeigen. Es gibt anderen Frauen nicht das Recht, mich als Schlampe zu degradieren. Und es gibt Männern nicht das Recht, alles mit mir zu machen, was sie wollen. Dadurch werde ich nicht zum Sexobjekt und es bedeutet nicht, dass ich leicht zu haben bin. 

 


Denn das bin ich definitiv nicht!


 

Ich weiß ganz genau, wie es sich anfühlt, als Sexobjekt degradiert zu werden. Dieses Gefühl habe ich unter anderem damals bei meinem Nebenjob mehr als deutlich mitbekommen, als ich nur auf meinen Körper und mein Aussehen reduziert wurde. Ich musste es beispielsweise hinnehmen, wenn mir männliche Gäste unter den Rock gegriffen haben. Da gab es keine Widerrede. Der Gast ist König. Und ich? Ich habe mich schäbig gefühlt. Weil jegliche Emanzipation den Bach runterging. Ich wurde abgewertet. Auf meinen Körper reduziert. Und das wurde ich oft genug. Nicht nur in meinem alten Nebenjob, wo teilweise sogar von mir verlangt wurde, offenherzig zu sein, sondern auch von diversen Erfahrungen, die ich mit Männern in meiner Vergangenheit gemacht habe. Doch in diese Opferrolle möchte ich mich nicht mehr begeben.

Ich bin unabhängig und ich habe eine Stimme. Eine Stimme, die genutzt werden kann und die gehört werden soll. Ich fühle mich schön, sexy und attraktiv. Ich habe einen Körper, der gezeigt werden darf. Egal, in welcher Form er sich gerade befindet. Doch es muss eine Bedingung, eine wichtige Voraussetzung erfüllt werden: Ich muss es wollen. Es muss meine freie Entscheidung sein. Wie bei allem im Leben. Ich lasse mich nicht abwerten. Weder von der Gesellschaft, noch von andere Frauen oder Männern, die offensichtlich nur das Eine von mir wollen. Ich bestimme. Ich bestimme ganz alleine über mich selbst und erteile niemanden das Recht, es für mich zu tun. Nur ich selbst habe das Recht, über mich zu entscheiden. Über das zu entscheiden, was ich sagen möchte. Was ich zeigen möchte. Was ich tun möchte. Nein heißt NEIN, auch wenn ich immer noch dabei bin, zu lernen, dieses Wort selbstbestimmend zu nutzen. Es funktioniert ganz gut, nur bei der Durchsetzung hapert es noch ein bisschen. Aber das bekomme ich auch noch hin.

 

 

Ich entscheide…

Ich habe für mich beschlossen: Ab jetzt tue ich nur noch das, was MIR gut tut. Was sich für MICH gut anfühlt und ICH als richtig betrachte. Wer mein Nein nicht akzeptiert und trotzdem das mit mir macht, was ich abgelehnt habe, hat mich nicht verdient. Wer mein Ja nicht schätzt, hat Pech gehabt. Ich verdiene so viel mehr. Die Entscheidung liegt bei mir. Und es war eine gute Entscheidung, diese Bilder zu machen, denn es hat sich verdammt gut angefühlt.

 

 

Shooting Facts


Lingerie

PR SAMPLE: Lace Bra*: LEAH ZOEH
Lace Body: YAS
Dressing Gown: H&M


Location

Hotel Grand Ferdinand


Photography

Miss Getaway


 

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The „Real“ World of Instagram

 

Als ich mir Instagram vor drei Jahren heruntergeladen habe, dachte ich mir: „Yay, endlich eine Plattform, in der ich auch mein Real Life mit meinen Lesern teilen kann.“ Hinsichtlich der Fotografie war es mir damals schon wichtig, dass sie auf meinem Blog ästhetisch ist, auch wenn dies oftmals nicht die Realität per se suggerierte. Inspiration war und ist mir wichtig und ich versuche diese, obwohl ich auch sehr viel Personal Posts raushaue, immer beizubehalten. Das bedeutet, dass man oft nicht mit der Realität konform ist, aber der Blog ist und bleibt auch eine Art Alltagsflucht.

Ursprünglich wollte ich, wie bereits gesagt, mein echtes Leben auf Instagram zeigen. Schnappschüsse sozusagen. Momente schnellstmöglich festhalten – mit den Smartphone und dann teilen. Damals war ich überhaupt nicht die Person, die die Kamera permanent bei sich trug, doch wie wir wissen: Das hat sich von Grund auf geändert.

 

Instagram

Real oder Fake?

Wenn ich über meinen Instagramfeed scrolle, weiß ich, dass viele Fotos gestellt sind. Die Texte sind alle echt, aber manchmal auch doch sehr an diese Inspirationsschiene angepasst. Früher war mein Feed voll mit Momentaufnahmen. Mir war es egal, ob der Feed einheitlich ist oder nicht. Er sollte das echte Leben präsentieren, meinen Lesern quasi einen Einblick geben, was ich außer dem Bloggen noch so mache. Mit meinen Texten gelingt es mir überwiegend zwar nach wie vor, aber wie bereits gesagt: #Inspirationsschiene. 

Inzwischen habe ich das Gefühl, dass ich mein echtes Leben nicht mehr teilen darf, weil ich dann nicht mehr interessant genug bin. Das ist einerseits traurig, andererseits sehe ich es auch so, dass mein Instagramaccount nun noch mehr zu meinem Blog dazugehört, wo ich nun eben auch Inspirationsfotos und einheitlichere Bilder poste. Wenn man seinen Blog, so wie ich zum (Neben)-beruf macht, dann bleibt einem wohl nichts anderes mehr übrig. Unternehmen legen ein starkes Augenmerk auf deine Instagramzahlen. Diese haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des Media Kits etabliert und sind folglich auch für den Blogerfolg essentiell.

 

Wie echt ist Instagram?

Wenn man sich die ganzen Profile der großen Instagrammer und Blogger anschaut, bekommt man manchmal schon ein mulmiges Gefühl. Alles scheint so perfekt und akkurat, sodass ich mir doch selbst manchmal die Frage stelle, ob ich nicht hart genug arbeite und warum mein Leben nicht so fancy ist. An dieser Stelle: Mein Leben ist alles andere, als fancy. Ich fühle mich durch Zahlen eingeschüchtert und zweifle an meinen Bemühungen. Mittlerweile stecke ich wesentlich mehr Arbeit in meinen Instagramaccount. Es wäre noch mehr, wenn ich gerade die Zeit dafür hätte. Doch dass das nicht mehr viel mit Realität zu tun hat, ist eine Bürde, die ich tragen und mit der ich leben muss.

Darum: Meine Bilder sind keine Realitätsbilder per se, sondern gehen in der Tat in diese, na? Genau, Inspirationsrichtung. Und ich glaube, ich bin nicht die Einzige, die Instagram nun auf die Art und Weise nutzt. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir einfach immer wieder auf, wie sehr ich mich durch Instagram beeinflussen lasse und wie ich mich dadurch selbst abwerte. Es gibt nur noch wenige Bloggeraccounts, die tatsächlich das wahre Leben posten. (Ein Fünkchen) Wahrheit steckt zwar immer dahinter, aber das Foto ist in den meisten Fällen gestellt. Auch bei mir.

 

Instagram Inspiration Macarons

 

Wie gestellt sind meine Fotos?

Nehmen wir beispielsweise meine letzten beiden Fotos her, die ich auf Instagram geteilt habe. Ihr seht sie auch hier im Post. Für mich sind es gut gelungene Inspirationsbilder. Bilder, die ich früher so für meinen Blog gemacht hätte, aber nicht für Instagram. Es sieht atmosphärisch und eben nach Quality Time aus. Instagramlike sind die beiden Bilder auch noch sehr weiß und hell. Dass es hinter den Kulissen alles andere, als angenehm war, weiß keiner. Soll auch keiner wissen. Doch ich verrate euch nun die Wahrheit dahinter. Auf meinem Bett ist momentan keine weiße Bettwäsche aufgezogen. Das Licht wäre außerdem viel zu mies gewesen, um das Foto in meinem Bett zu machen, darum musste ich mir einen Plan B einfallen lassen.

Dieser Plan B sah folgendermaßen aus: Ich habe kurzerhand die Matratze aus dem Babybett meines Neffen geklaut, inklusive SEINEM weißen Laken. Danach habe ich alles vor dem Fenster platziert. Da Babymatratzen doch sehr klein sind, könnten sie nie das gesamte Foto ausfüllen. Letztendlich habe ich noch ein weißes Laken darunter gehauen und meine Produkte darauf gelegt. Instagramtaugliche Adidas Schuhe angezogen, Fenster aufgemacht, meine Kamera samt Stativ nach draußen vor dem Fenster platziert und ich ebenso meine Füße auf dem weißen Laken. Nähere Details zu den Verrenkungen, die ich gemacht habe, erspare ich euch lieber. Dass ich gefroren habe, mache ich jedoch nicht zum Geheimnis. Oben herum trug ich noch mein Bambi Schlafhirt, aber das sieht ja keiner. Und dann musste nur noch der Fernauslöser seine Arbeit machen – Fertig.

Ich bin stolz auf die Bilder, denn sie gefallen mir super gut. Ich liebe es auch, solche Fotos in meinem Archiv zu haben, mit dem Wissen, dass ich sie gemacht habe, denn ich bin ein Inspirationsfreak, doch real sind sie in dem Sinne nicht.

 

Lass‘ dich von Instagram nicht unterkriegen

Was mit einer App begonnen hat, ist heute viel mehr. Ich weiß, dass ich nicht die einzige bin, bei der Instagram hin und wieder Minderwertigkeitsgefühle auslöst, doch Fotos sind oft Kunst und sie sind auch dazu da, um uns manchmal etwas schöneres vorzugaukeln. So sollten wir Fotos betrachten, als Kunst. Es ist nicht immer die Realität. Ich versuche nun auch die anderen Bilder auf der App so zu betrachten – insbesondere die von den großen Influencern. Und doch möchte ich wieder dieses Stückchen Realität zurückbringen. Zwar nicht in meinen Feed, aber es gibt immer noch Instastories. 

Darum: Von Instagram muss man sich nicht unterkriegen lassen. Klar, man freut sich über steigende Zahlen, das tue auch ich, aber nicht, weil das eine Bestätigung für mich ist, sondern weil ich einerseits das Gefühl habe, dass euch meine Fotos gefallen und auf der anderen Seite bringt es mich mit meinem Blog weiter und das ist nun mal auch ein Traum von mir.

In der Hinsicht sollte man immer auf sich selbst schauen und sich nicht mit den Zahlen der anderen vergleichen. Oftmals weiß man auch nie, wie diese zustande gekommen sind. An dieser Stelle: Ich möchte niemanden etwas unterstellen, denn ich glaube immer an das Gute im Menschen. Trotzdem – mir ist aufgefallen, dass auf Instagram doch auch mit unfairen Mitteln gespielt wird. Sei es mit dem Kauf von Followern oder mit diesem seltsamen Folgen-Entfolgen-Spiel, das momentan sehr populär zu sein scheint. Darum versuche ich mich fortan mehr auf mich zu konzentrieren und es nach wie vor mit der ehrlichen Schiene zu probieren. Ich habe auch kein Problem zuzugeben, wie ich zu meiner leicht steigenden Followeranzahl gekommen bin. Durch die Standardtipps: Viel liken und kommentieren, sowie kommunizieren, obwohl das bei mir auch noch ausbaufähig ist.

 

Instagram Inspiration

 

Fazit

Instagram ist bestimmt nicht mehr das, was es einmal war. Jetzt ist es anders, aber ich mag auch dieses anders. Für mich ist Instagram fortan eine reine Inspirationsquelle – wie die meisten Blogs eben auch. Realität hat man im echten Leben genug, darum finde ich es auch nicht verwerflich, wenn man aus seinem Account eine kleine Oase kreiert, die zur Alltagsflucht gedacht ist.

In dem Sinne: Nein, ich setze mich nicht mit Sneakers ins Bett und esse Macarons. Aber ich mag die Inspiration dahinter. Darum werde ich nicht müde, die Bilder in diesen Post zu hauen, obwohl es in dem Sinne nichts mit Instagram zu tun hat. Die Macarons, die übrigens dank meiner Tollpatschigkeit beschädigt waren, habe ich trotzdem gegessen. Einsam vor meinem Transkript. #reallife  

 

Das Real Life in meinem Smartphone

Das Real Life in meinem Smartphone

Generation iPhone

Wir sind die Generation Smartphone. Heutzutage gibt es für Junge und Junggebliebene wohl nichts Wichtigeres, als das Smartphone. Es ist unser ständiger Begleiter im tagtäglichen Kampf, ein bisschen Aufmerksamkeit von der Außenwelt zu bekommen. Wir teilen unser Leben mit anderen – Menschen, die wir nicht kennen. Und doch sind sie uns wichtig. Sie zeigen uns, dass unser Leben ansprechend ist. Dass sie sich für unseren Alltag interessieren. Ja, wir fühlen uns gut dabei. Wir lieben es, wenn die Followerzahl auf Instagram wächst und fortwährend mehr wird. Tag für Tag. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es bei mir anders ist. Dass mir Instagram und meine Followeranzahl egal ist. Dass es mich nicht juckt, wenn mir wieder eine Person weniger folgt. Instagram ist mir wichtig geworden. Vor allem als Bloggerin. Jeder neue Follower löst ein Hochgefühl in mir aus. Dieser Hochgefühlsrausch mag kurz sein, aber er ist da. Als Bloggerin ist Social Media ein essentieller Bestandteil meiner Arbeit. Aber auch als Privatperson bin ich aktiv in den Social Media Kanälen vertreten. Facebook ist wichtig, um am Leben der Personen im privaten Umfeld teilzuhaben. Facebook verbindet uns durch Gruppen. WhatsApp hilft uns dabei, mit unseren Freunden Kontakt zu halten und Snapchat ist privat sowie als Bloggerin einfach nur lustig und am nächsten am Alltag dran. Nur machen wir unser Leben zu sehr von einem quadratischen Etwas aus Silizium und Kunststoffen abhängig?

 

Smartphone Girl

 

Das Leben spielt sich auf dem Touchscreen ab

Der Kauf meines allerersten iPhone vor knapp zwei Jahren war mein Einstieg in die Social Media Welt. Zuvor nutzte ich es eher selten für Social Media Zwecke. Ich hatte immer Handys mit einer miesen Fotoqualität. Mir war es früher nie wirklich wichtig, das beste Handy zu besitzen. Hauptsache ich kann WhatsApp nutzen. Schon waren meine ganzen Anforderungen erfüllt. Das änderte sich, als ich mir mein erstes Äpfelchen zulegte. Nicht schlagartig, weil ich Instagram erst seit Sommer 2015 aktiv nutze, aber es änderte sich. Nachhaltig. Heute ist Instagram aus meiner Welt nicht mehr wegzudenken. Ich war immer der Mensch, der Social Media Trends lange vermieden hat. Snapchat habe ich erst vor Kurzem für mich entdeckt. Doch dann wurde es in meinem Leben immer relevanter. Zu relevant? Spielt sich mein Leben nur noch auf dem Touchscreen ab?

 

Lisa Smartphone2

 

But first let me take a Selfie

Ein Selfie hier! Ein Selfie da! Und dann noch schnell den Moment festhalten. Manchmal sehe ich all das, was ich gerade erlebe, durch den Bildschirm. Wo ist die Wirklichkeit hin? Versteckt sie sich hinter meinem Smartphone? Erlebe ich den Moment überhaupt, wenn ich ihn festhalte? Er wird verewigt, aber so wirklich gelebt habe ich ihn nie. Ich war abgelenkt – von all den Funktionen, die mein iPhone so zu bieten hat. Von Bildbearbeitungsprogrammen und von dem Überlegen einer gelungenen Bildunterschrift, die suggeriert, wie toll gerade alles ist. Dabei habe ich es eigentlich gar nicht richtig mitbekommen, oder?

 

Lisa Smartphone3

 

Nicht schon wieder ein Follower weniger

Die Katastrophe ist perfekt. Gerade noch boomten die Followeranzahlen. Es wurden mehr und mehr. Plötzlich sind einige dieser Follower (oftmals tummeln sich darunter zahlreiche Ghostfollower) weg. Boom! Shocking Moment. Der unersättliche Drang staut sich in einem auf, ein bombastisches Foto hochzuladen, das die Followeranzahl schnellstmöglich wieder nach oben treiben soll. Instagram setzt mich manchmal unter Druck. Manchmal ist es mir nicht so wichtig. Doch ich denke jeden Tag daran: Ich muss ein Foto hochladen. Ja, ich will keine Follower verlieren. Es nervt mich. Dabei frage ist mich: Wann ist mir Instagram so wichtig geworden? Wann ist es mir so wichtig geworden, dass so viele Menschen, jene, die ich nicht kenne, mein Leben verfolgen? 

 

shocked shocking

 

Alles oder nichts!

Die Reichweite

Ja, mir ist die Reichweite als Bloggerin wichtig, doch sie ist nur nebensächlich. Wenn man sich für etwas bemüht, in eine Sache so viel Herzblut hineinsteckt, möchte man auch, dass es von anderen wahrgenommen wird. Instagram hilft uns Bloggern dabei, auf uns aufmerksam zu machen. Aber mir wurde bei all dem Drumherum auch einiges bewusst. Es gibt Momente in meinem Leben, die ich nicht gefangen in meinem Smartphone erleben möchte. Dinge, die sich für mich im echten Leben abspielen sollen. Dinge, die man durchaus fotografisch festhalten kann. Aber hinter denen nicht immer der Grundgedanke steckt: Ich muss es dringend auf Instagram posten. 

Versteht mich nicht falsch. Instagram bleibt mir nach wie vor wichtig. Ich liebe, was ich tue. Ich liebe das Bloggen und ich liebe es, mein Leben mit euch zu teilen. Aber ich will nicht von einer Technikwelt abhängig sein. Manchmal braucht man auch noch ein bisschen dieses Realitätsgefühl. Die Quality Time mit den Freunden. Ich werde nach wie vor vieles aus meinem Leben posten – und das auch in der Regelmäßigkeit, wie ich es bisher getan habe -, aber ich werde mich auch bemühen, das Smartphone mal nicht in die Hand zu nehmen, um meinen x-ten Coffeeshot mit Alex zu posten. Nur manchmal kann ich einfach nicht widerstehen.

Einen weiteren interessanten Post dieser Art findet ihr auch bei Julia. 

 

Café Au Lait – A Lifetime Journey

Café Au Lait

A Lifetime Journey

Mein Blog feiert Ende März seinen 4. Geburtstag. Ich kann gar nicht fassen, dass der Blog schon so lange existiert. Noch immer hege und pflege ich ihn mit viel Liebe. Durch Café Au Lait habe ich tolle Leser gewonnen, liebe Menschen kennengelernt und mir wurden einige Dinge ermöglicht. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass der Blog zu meinem Nebenberuf wird. Angefangen habe ich, weil ich damals keinen Studienplatz für Journalismus und PR bekommen habe. Ich wollte Café Au Lait als eine Plattform nutzen, um meinen Traum von Journalismus doch noch irgendwie ausleben zu können. Doch daraus wurde viel mehr. Obwohl ich damals schon sehr gerne fotografiert habe, wurde es zu meiner großen Leidenschaft. Meine Bilder bedeuten mir heute sogar fast noch mehr, als meine Texte. Ich bin weltoffener geworden, möchte mehr von der Welt sehen, als damals und habe gleichzeitig so viele schöne Ecken in meiner Heimat entdeckt. Der Blog hat es mir ermöglicht, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen – schließlich sucht man immer schöne Locations zum Fotografieren oder jene, die man seinen Lesern zeigen möchte. Mit Café Au Lait habe ich mir auch eine eigene, kleine Welt erschaffen.

 

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Mein kleiner Werdegang

Wir haben viel zusammen erlebt. Ihr habt mich durch Höhen und Tiefen begleitet. Ich hätte nie damit gerechnet, dass das aus meinem Blog wird, was er heute ist. Ihr habt mich mutiger gemacht und mir mehr Selbstbewusstsein gegeben. Früher wäre ich nicht so mutig gewesen, offen über meine Gedanken zu sprechen. Früher hätte ich mich nie getraut, etwas über meine Krankheit zu schreiben und so bereitwillig über Anorexie bzw. Essstörungen zu schreiben. Ich bin sogar ein bisschen stolz. Nicht, dass auf die Tatsache, dass ich eine Essstörung habe. Um Gottes Willen! Wo leben wir? Darauf werde ich nie stolz sein. Aber ich weiß, dass ich mich damit nicht mehr verstecken muss. Dass ich mich dafür nicht schämen muss. Dass ich anderen mit meinen Erfahrungen helfen kann.

Ich bin stolz, dass ich anderen damit Mut machen kann, dass ich aufklären kann und dass es angenommen wird. Das bedeutet mir viel. Mir bedeutet es auch viel, dass euch meine Bilder und Texte gefallen. Ihr schmeichelt mir mit euren lieben Kommentaren, helft mir mit konstruktiver Kritik und Verbesserungsvorschlägen.

 

Café Au Lait

 

Warum dieses Tamtam?

Okay, ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum ich das alles schreibe? Mein Blog feiert weder Geburtstag, noch haben wir heute Silvester. Warum also so eine lange Rede? Nun ja. Ihr findet mich diese Woche in der „Madonna“ – Österreichs größtes wöchentliches Frauenmagazin. Dort gibt es eine komplette Seite zu meinem Blog und meiner Person. Ja, ich habe mich dafür beworben und wurde nicht angeschrieben. Vielleicht ist das kein Grund, um darauf stolz zu sein. Aber es ist trotzdem ein schönes Gefühl, wenn der eigene Blog in einer Zeitschrift vorgestellt wird. Und es ist schön, dass sich mein Umfeld so sehr für mich gefreut hat.

Das Bloggen hat mein Leben verändert – es bereichert. Ich darf das machen, was ich immer machen wollte: Schreiben. Und es gibt Menschen da draußen, die meine Worte gerne lesen und das seid ihr – meine Leser. Das Bloggen erfüllt mich voll und ganz und ich bin ganz gespannt, was noch alles auf mich zukommen wird.

Danke an euch alle!

Hier könnt ihr -falls ihr nicht an die Printversion rankommt- meinen Artikel durchlesen.

Übrigens: Diese Woche befinde ich mich in Budapest. Juhu! Wenn ihr diese Zeilen lest, bin ich bereits unterwegs. Wer nichts verpassen möchte, schaut am Besten bei Snapchat vorbei (lisalait). Aber auch auf Instagram werde ich euch mit neuesten Updates meiner Reise versorgen.