Tag : Kolumne

Mit offenen Karten spielen

Mit offenen Karten spielen

„Ich wünschte mir, du wärst von Anfang an ehrlich gewesen“, murmle ich leise in mich hinein. Mein Blick ist von dir abgewendet, denn es fällt mir schwer, dir in die Augen zu schauen. Ich bin wütend. Enttäuscht! Traurig und auch irgendwie verletzt. Von Mut fehlt jede Spur, doch den versuche ich jetzt gerade zusammenzunehmen, um meinen Blick aufzurichten. Eigentlich, ja eigentlich will ich dir in die Augen schauen. Dich genau beobachten und analysieren. Analysieren, wie du reagierst, wenn ich dir offenbare, was ich wirklich denke. Auch wenn es schwer fällt, aber vielleicht, ja vielleicht genau deswegen wage ich es. Wage einen Blick in deine Augen und ich sehe sofort, dass du mit dir haderst. Mit dir kämpfst und irgendwie einen Weg suchst, dem ganzen auszuweichen. So, wie du es immer getan hast. So, wie du es immer tust. Und so, wie du es immer tun wirst. Was du gerade tust. Schon wieder. Das macht mich nur noch wütender. Es lässt meine Enttäuschung nur noch größer werden. Mehr Traurigkeit und wieder ein Stich ins Herz. Obwohl ich genau das nicht zulassen wollte. 

Ich merke, dass du nicht ganz ehrlich bist. Nicht zu mir, sondern vielleicht zu dir selbst. Meine Augen fokussieren deine. Du wirkst nervös. Nervös und ein bisschen hilflos. Dabei wolltest doch du immer derjenige sein, der stark ist. Vielleicht hast du dich nach einem lockeren, unbeschwerten Leben gesehnt. Nach all den gescheiterten Beziehungen, die du durchgemacht hast. In denen du mal glücklich warst, dich dann letztendlich aber doch nur gefangen gefühlt hast. So hast du mir das zumindest erzählt. Du wolltest frei sein, deine Freiheit genießen. Keine Verpflichtungen haben. Einfach das tun, wonach dir ist. Hat nur nicht so ganz geklappt, was? Aber weißt du, was du mir damit gezeigt hast? Man kann gegen alles ankämpfen, auch gegen seine Gefühle, doch Körpersprache lügt nicht. 

„Es wäre schön gewesen, wenn du von Anfang an mit offenen Karten gespielt hättest. Mir gesagt hättest, was du wirklich willst. Mir die Freiheit gegeben hättest, selbst zu entscheiden, ob ich das wirklich will oder nicht. Und jetzt stehe ich vor vollendeten Tatsachen. Das ist nicht fair!“ Du bist sprachlos. Kein einziger Satz wandert über deine Lippen. Doch dann merke ich, wie du tief Luft holst und zu einem Wort ansetzt. Aber bevor ich mir anhören kann, was du zu sagen hast, stehst du nicht mehr vor mir. Plötzlich befinde ich mich in einem anderen Raum. Alleine. In einem Raum, der mir so vertraut ist. Den Raum, den ich als erstes sehe, wenn ich am Morgen schlaftrunken meine Augen aufschlage. 

Es war schon wieder nur ein Traum

Heute habe ich dich seit langer Zeit wieder gesehen. Selbst wenn es nur in meinem Unterbewusstsein geschehen ist. Selbst wenn es nur geträumt war. Und ich muss an dich denken. Ich muss an dieses Gespräch denken, das es niemals gab, aber geben hätte sollen. Ich bin mir ziemlich sicher, du hättest genauso reagiert. Mit offenen Karten spielen war nie deine Stärke. Schon von Anfang an nicht. Aber weißt du was? Ich kann es hinter mir lassen. Vielleicht noch nicht zu hundert Prozent, denn sonst wärst du nicht in meinem Traum aufgetaucht, doch ich kann es. Irgendwie. In meinem inneren Auge versuche ich, mir dich vorzustellen. Wie du vor mir stehst und wie ich dir neckisch grinsend meine Karten ins Gesicht halte. Siehst du? ICH habe IMMER mit offenen Karten gespielt. 

Karten
Karten
Karten
Karten
Karten
Karten

Du bist meine große Liebe!

Du bist meine große Liebe!

Heute bin ich Gast. Gast auf meinem eigenen Blog. Gedankenverloren scrolle ich durch die Beiträge vergangener Tage. Veränderung! Es hat sich etwas verändert. Vielleicht fällt nur mir das auf. Vielleicht spüre nur ich das. Die Leere der letzten Monate? Sie ist gegangen. Es ist fast, wie früher – die Zeit, in der mein Hauptfokus auf diesem kleinen Ort voller Buchstaben, Wortfetzen, aber auch Beiträge mit Mehrwert, schönen Fotografien und vielem mehr lag. Seit Kindheitstagen war und ist das Schreiben meine große Liebe. Bevor ich es wirklich beherrschte, wollte ich es bereits können. Und dann – irgendwann. Als ich sechs Jahre alt und Tafelklasslerin war, lernte ich es. Ich lernte das, was ich immer können wollte. Das, was mich für mein Leben prägte. Das, was meine Zukunft sein sollte. Das, womit ich Geschichten lebendig werden lasse. Und das, was ich tue, seitdem ich es kann. Schreiben. 

Ich schreibe, seitdem meine Hand die richtigen Buchstaben formen kann. Seitdem ich dazu in der Lage bin, aus einzelnen Buchstaben Wörter zu konstruieren. Seitdem ich dazu in der Lage bin, aus diesen einzelnen Wörtern sinnvolle Sätze lebendig werden zu lassen. Diese Liebe hat sich nie verändert. Nie ist sie kleiner geworden oder hat sich gar in Luft aufgelöst. Wenn, dann schlägt mein Herz noch schneller für diese Leidenschaft. Pulsierend. Ununterbrochen. Mit jedem einzelnen Wortfetzen wächst sie.
Die Liebe zum Schreiben.
Die Liebe zu Buchstaben.

Die Liebe zu Wörtern.
Die Liebe zu Geschichten.

Diese Leidenschaft hat dazu geführt, dass einst vor vielen Jahren dieser Blog ins Leben gerufen wurde. Liebe steckt drin. Viel Liebe. Und Wortmalerei. Und Pixelmalerei. Es würde mich interessieren, wie viele Buchstaben sich auf diesem Datenkonstrukt befinden. Wie viele Wörter hier ihr Unwesen treiben. Millionen? Millarden? Wie auch immer. Mein Fokus lag zu Beginn darauf, dieses kleine Baby am Leben zu halten. Lebendig werden zu lassen. Mit Buchstaben. Mit Worten. Mit Geschichten. 

Irgendwann ging der Fokus verloren. Obwohl ich immer wieder nach nach der richtigen Abzweigung gesucht habe. Einmal falsch abgebogen und im Labyrinth gefangen. Ich wollte zurückfinden. An dieser Beziehung, dieser Symbiose festhalten. Nur so kann ich meine Gedanken loslassen. Meinen Gedanken Leben einhauchen. Nur so. Denn meine Gedanken sind wie ein Pinsel. Mit diesem Pinsel male ich. Aber keine Bilder. Ich male Wörter und auch nur dann, wenn ich es zulasse. Wenn mein Fokus darauf liegt. Wenn ich nicht starr die Dinge verfolge, die vielleicht erfolgsversprechender sind, mich aber nicht so sehr erfüllen, wie das geschriebene Wort auf meinem Medium. Auf meinem Onlinejournal. An einem Ort in einer ewig weiten Sphäre. Ein Ort, der mir gehört, den ich aber nicht für mich alleine habe. Den ich teile. Einen Ort, an dem ich gerne Platz mache. Platz für Freunde, Follower, Besucher – Platz für dich. Aber Blogs haben in den letzten Jahren die Relevanz verloren. Darum habe auch ich mich -wohl eher unbewusst- neu orientiert. Mich neu fokussiert. Und ich habe es vermisst. Habe vermisst, dass mein Fokus nicht mehr auf dem geschrieben Wort lag. Nicht mehr auf dem Blog. Und ich wollte es immer wieder. Immer wieder zurückfinden. Vielleicht habe ich auch meine Muse verloren. Denn Schreiben wollte ich wieder öfter. Ich wusste nur nicht, was.

 

...und dann schlug die Uhr Mitternacht

…und plötzlich passierte es von selbst. Am 01.01.2020 schrieb ich einfach los. Wort für Wort, Taste für Taste, welche behutsam gedrückt wurden. Zuerst langsam. Zaghaft. Dann immer schneller und schneller. Selbstbewusster. Mutiger. Ich habe wieder angefangen. Viel mehr als das. Ich erwischte mich dabei, dass ich es öfter tat. Immer wieder. Immer mehr. Immer mehr Buchstaben. Immer mehr Wörter. Immer mehr Sätze. Immer mehr Geschichten. Und ich spürte es immer wieder. Spürte, wie meine Finger über die Tastatur tanzten. Spürte, wie sie wieder einen Stift umklammerten. Denn auch das analoge Schreiben habe ich vernachlässigt. Wenig in mein Jounal geschrieben. Dabei hatte ich es früher immer dabei. Immer griffbereit in meiner Tasche, um meine Gedanken loszulassen. Um aus meinen Gedanken ein Schriftstück zu kreieren. Manchmal auch, um aus meinen Gedanken zu fliehen. Ich wurde mit neuen Ideen beschenkt. Mit neuen Inspirationen. Meine Muse ist zurückgekehrt. Ich habe die Idee nicht verfolgt, aber es passierte. Es passierte irgendwie. Ungeplant. Spontan. Aber mein Kopf war wieder voll. Voller Ideen.

Heute bin ich Gast. Gast auf meinem eigenen Blog. Gedankenverloren scrolle ich durch die Beiträge vergangener Tage und ich stelle fest. 10 Beiträge haben es im Januar auf My Café Au Lait geschafft. Gerade tippe ich den 11. Für diese Anzahl an Beiträgen habe ich im letzten Jahr gefühlt sechs Monate gebraucht. Hier herrscht wieder Leben. In meinen Gedanken herrscht wieder Leben. Und ich fühle mich wieder erfüllt. Es macht mir wieder Spaß. Auch wenn Blogs für die breite Masse an Relevanz verloren haben. Hingegen für mich hat das Bloggen wieder an Relevanz gewonnen. Meine große Liebe – ich habe es wieder zugelassen. Ich habe sie wieder in mein Leben gelassen.

Liebe
Liebe

Größenwahnsinn und Zahlenchaos

Ich hasse es, Jeans online zu bestellen. Generell hasse ich es, neue Jeans zu probieren. Ich trage gerne Jeans, aber es dauert, bis ich mich darin wohl fühle. Die Suche nach der perfekten Hose ist sowieso eine Mission Impossible. Eine Mission Never Accomplished. Jedes Mal ein ungutes Gefühl, sich in den Umkleidekabinen bei grellem Neonlicht in eine Skinny Jeans zu zwängen – auch als relativ schlanke Person. Jeans Online shoppen? Versuche ich zu vermeiden so gut es geht. Und doch habe ich mich dieses Mal dazu hinreißen lassen, mir eine Jeans online zu bestellen. Ich habe noch gehadert. „Ist das wirklich so eine gute Idee?“, fragte ich meine innere Stimme, als ich zwischen den Größen hin und her scrollte. Ich entschied mich für M, obwohl die meisten meiner Jeans und Hosen zu Hause eine Nummer kleiner sind.

Wenn sie dann genau passt oder schlimmer, gar nicht passt, wirst du dich schlecht fühlen. Richtig schlecht!“, wollte mir meine innere Stimme mahnend ins Gewissen reden. Aber da war es schon zu spät. Die Hose landete in meinem Warenkorb und ich klickte auf „Bestellen“. Meine Gedankenspinnerei ging aber weiter. Schlimmer: Sie ging erst so richtig los. 

Liefertag. Die Hose kam an. „Lass es lieber. Pack sie gar nicht erst aus. Es war eine blöde Idee, online Jeans zu bestellen!“, plapperte meine innere Stimme mit Nachdruck weiter, während ich zaghaft die Plastikverpackung aufriss und die Hose erstmal begutachtete. „Puh, sieht eng aus. Lisa, bitte. Tu dir und mir einen Gefallen. Lass es!“ Unaufhörlich quatschte die innere Stimme weiter, doch ich beschloss, ihr keine Beachtung zu schenken. „Ach, da komme ich schon rein. Erst gestern habe ich von der gleichen Marke eine Hose in S getragen. Die sieht nur kleiner aus, als sie tatsächlich ist. Sie ist Stretch und High Waist. Pfeif drauf!“, versuchte ich meine innere Stimme zu beruhigen, doch ich sah sie quasi vor mir. Skeptisch mit einer hochgezogenen Augenbraue.

 

Dann kam der glorreiche Moment…

 

…die Hose passte. Schlimmer: Die passte ganz genau und ich musste schon kräftig daran ziehen, um sie hoch zu bekommen. Aber der Reisverschluss ging ohne Probleme zu und die Hose schmiegte sich an meine Beine. Irgendwie frustrierte es mich. In meinem Schrank hängen Klamotten in XS und S. All diese Teile passten doch vor kurzem noch. Warum brauche ich bei dieser Hose eine M? Da merkte ich: Ich war im Größenwahnsinn und Zahlenchaos der Fashion Industrie gefangen. Und es beeinflusste mich, auch wenn mir an dieser Stelle bewusst werden hätte sollen, dass dies ein klares Indiz dafür ist, was Zahlen tatsächlich über deine Schönheit aussagen: Nämlich nichts!

 

 

Heute Morgen schrieb ich auf Instagram:

Isn’t it insane? It seems that our whole life depends on numbers. We care about how many likes we get, how many followers we have and how many blog clicks we receive per second. The higher the better, right? On the other hand we care about how much we weight, how tiny our waist is and in which sizes we fit. The lower the better, right? Well, yesterday I realized that we should care less about numbers – especially when it comes to sizes. A size doesn’t say anything about your beauty – sizes are the decision of the fashion industry and every brand decides differently (and these decisions are sometimes really rude and hurtful). Honestly, we are all beautiful just the way we are. I hate numbers – but I love words and letters. I hate calculating – but I love talking and telling & writing stories. We all should change numbers to words, which means we all have one size and this size is called: BEAUTIFUL.
SPECIAL.
GORGEOUS.

[…]

 

 

Diese Worte möchte ich mir selbst zu Herzen nehmen, obwohl ich ganz genau weiß, wie schwer es manchmal ist, die inneren Gedanken ruhen zu lassen. Unsere Kleidergröße beeinflusst uns, doch ich weiß auch: Es gibt Brands, die schneidern wirklich gemein. Namen möchte ich an dieser Stelle nicht nennen, aber euch eher dazu auffordern, euer Selbstbewusstsein nicht in die Hand der Fashion Industry zu legen und euer Leben nicht von Zahlen abhängig zu machen. In jederlei Hinsicht:

  • Likes sagen nichts darüber aus, ob wir wertvoll und eine interessante Person sind. Das sagt unser Charakter über uns aus.
  • Follower sagen nichts darüber aus, ob unser Leben lebenswert ist, weil keine Zahl unser Leben lebenswert macht, sondern wir selbst.
  • Blog Klicks sagen nichts darüber aus, ob unsere Gedanken und unsere Meinung relevant ist. Denn das ist sie immer.
  • Dein Gewicht sagt nichts darüber aus, ob du eine gute Figur hast. Denn Gewicht ist in der Tat irrelevant.
  • Es ist kein Lebensziel, eine schmale Taille oder Tigh Gaps zu haben. Gesundheit und Lebensqualität sind viel wichtiger und das kann man nicht in Zahlen messen.
  • Größen sagen nichts über deine Schönheit aus, denn DU bist schön.

 

Größenwahnsinn und Zahlenchaos

 

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I’m more than just a number

 


 

Bilder by Miss Getaway

 


 

 

Boost your Confidence + Zara Sale Outfit

An mein kleines Shoppingverbot für Januar habe ich mich nicht ganz gehalten. Der Zara Sale war zu verlockend, um nur am Schaufenster vorbeizugehen. Letztendlich habe ich mich doch dazu entschieden, mir etwas zu gönnen. Mit Ausnahme von den vier Teilen, die ich schon länger habe (Pullover, Blazer, Tasche und Mantel) besteht das Outfit weiters aus Sale-Teilen von Zara. Und irgendwie, so habe ich festgestellt, war es gut, dass ich etwas für mich getan habe. In letzter Zeit geriet mein Selbstbewusstsein und -vertrauen wieder etwas in den Keller. Meistens habe ich mich in meiner Haut nicht wirklich wohl gefühlt – und in meinen Outfits schon gar nicht. Doch dieser Look ist der erste seit Ewigkeiten, den ich nach langer, langer Zeit wieder selbstbewusster ausführen konnte.

 

 

Confidence Struggles

Warum mein Selbstbewusstsein leidet…

Als Mensch mit einer langen und weitreichenden Essstörungsgeschichte bin ich extrem auf meinen Körper fixiert. Das wird wohl immer ein Teil von mir sein und sich wahrscheinlich nie mehr wirklich ändern. Noch im Sommer habe ich geschrieben, dass ich mich wohl in meiner Haut fühle und gelernt habe, meinen Körper in allen erdenklichen Formen zu lieben. Natürlich ist das immer noch der Fall, doch es gibt Tage, an denen mir das einfach schwerfällt und Selbstakzeptanz eben doch keine Selbstverständlichkeit ist.

Ich mache viel von der Art meines Aussehens abhängig. Manchmal wünschte ich mir, ich wäre nicht so stark darauf fixiert, aber diesen Schalter in meinen Kopf kann ich nicht so leicht umlegen. Auch die Art wie ich mich kleide ist ein Indiz, ob ich mich gerade wohl fühle oder nicht. Natürlich ist das sehr objektiv, ja, sogar oberflächlich und oft verstehe ich selbst nicht, warum das so ist, aber einen inzwischen fast neun Jahre alten Essstörungsbackground und die daraus entstandenen Verhaltens- und Denkweisen kann man eben auch nicht von heute auf morgen über Board werfen.

Die letzten paar Wochen war ich mit meiner Kleiderwahl, so absurd das auch klingen mag, wahnsinnig überfordert. Egal, was ich trug, ich mochte mich nicht im Spiegel ansehen, weil ich mir selbst nicht gefiel. Deshalb habe ich mich auch eher in weitere, bequemere Sachen geschmissen – allen voran aus dem Grund, weil ich mich aktuell eher als „zu dick“ wahrnehme, als umgekehrt. Mich selbst objektiv und nicht subjektiv zu betrachten, kommt mir manchmal wie ein Ding der Unmöglichkeit vor. Hinzufügen muss ich jedoch auch, dass diese Struggles inzwischen meistens nur noch in den kälteren Jahreszeiten vorkommen und es mir im Sommer generell besser in meiner Haut geht – auch wenn man das wegen der „Bikini-Saison“ gar nicht so glauben möchte.

 

 

Confidence Boost

Warum es mir schwerfällt, mein Selbstbewusstsein zu steigern…

Meine Confidence zu boosten ist kein leichtes Unterfangen. Ich kann von meinen Freunden in Dauerschleife hören, dass ich nicht zu dick bin – es würde in einem Ohr hineingehen und im anderen wieder hinaus gleiten. Ich vertraue meinen Freunden, nur hilft mir ihre Meinung wenig, wenn es um meinen Körper geht. Diesen Kampf fechte ich immer noch mit mir selbst aus und ich bin schließlich diejenige, die sich wohlfühlen muss. Wie ich zu diesem enormen Selbstbewusstsein im Sommer gelangt bin, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr. Vielleicht, weil ich mich gerade in einer Hochphase meiner Glücksgefühle befand und ich mich mit den richtigen Leuten umgab, die mir persönlich auch ein gutes Gefühl gegeben haben, was dazu beigetragen hat, mich selbst besser wahrzunehmen.

Natürlich umgebe ich mich immer noch mit den richtigen Menschen, denn die Freunde, die ich habe, gibt es kein zweites Mal. Nur bin ich momentan leider so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass es mir trotzdem schwerfällt, auf ihre Worte, in dem Sinne natürlich nur diejenigen die mich betreffen, zu hören und darauf basierend zu vertrauen. Da wurde mir bewusst, dass ich die Art, wie ich mich fühle oder mein Selbstbewusstsein steigere, nicht von externen Faktoren abhängig machen darf. Ansonsten stürze ich mich selbst in eine Abhängigkeit. Ich darf nur von einer Person abhängig sein und das bin ich selbst.

 

 

…und was ich gegen Confidence Tiefs unternehme

Ich habe beschlossen, mir selbst wieder mehr Gutes zu tun. Mir genau zu überlegen, wie ich es schaffe, mich wieder wohl zu fühlen, denn Jammern ist nicht mehr mein Ding. Ich nehme die Sache lieber selbst in die Hand. In erster Linie habe ich damit begonnen, wieder mehr auf mich selbst zu achten. Ich nehme mir Zeit, um meine Beautyrituale durchzuführen, wie ich es auch im Sommer gemacht habe. Meine Haut ist dadurch wieder besser geworden, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich zurzeit keinen Tropfen Alkohol anrühre. Das ist schon einmal viel wert.

Außerdem habe ich damit begonnen, mehr Bewegung in meinen Alltag zu integrieren und mir sogar bewusst dafür Zeit eingeplant, mehr für meine Fitness zu tun. Klappt momentan ganz gut. Deshalb habe ich mich auch wieder getraut, die weiten Pullis im Schrank zu lassen, um mich figurbetonter zu kleiden. Das war wirklich eine Herausforderung, aber zu merken, dass sich meine Kleidergröße nicht wirklich verändert hat, hat mir auch gut getan. Ich will damit nicht die Message versenden, dass man nur toll ist, wenn man in die kleineren Größen passt und figurbetonte Kleidung tragen kann. Auf keinen Fall.

Was ich damit sagen möchte, ist vielmehr, dass man sich nicht verkriechen soll, wenn es einmal nicht so optimal läuft oder man sich selbst im Spiegel nicht wirklich sehen möchte. Ich habe mich die ganze Zeit in weiten Hoodies versteckt – kein Wunder, dass ich mich nicht so leicht aus meinem Tief rausholen konnte und mein Alltag eher trist aussah.

 

 

Feelin‘ Free

Mich wieder in einen engen Rock zu werfen und Overknees anzuziehen war in der Tat eine kleine Herausforderung, aber für mich ist es mein „Confidence Booster“-Outfit, denn zum ersten Mal seit langem gefiel mir wieder, was ich im Spiegel sah. Der Gedanke, „zu dick“ zu sein, verflog zwar nicht ganz, aber es ist eine Befreiung, sich selbst wieder ein bisschen realistischer zu betrachten. Ich weiß, es klingt wirklich absurd, sein Selbstbewusstsein so sehr von einer Äußerlichkeit oder einem Outfit leiten zu lassen. Doch gerade Mode ist ein Ausdruck seiner Individualität und trägt, zumindest für mich, sehr viel zu meinem Selbstbewusstsein bei. In der Hinsicht war es also nicht ganz so verkehrt, mein Shoppingverbot beim Zara Sale fulminant über den Haufen zu werfen.

 

Confidence

 

I’m wearing

Coat: Wallis (Same here – SALE)
Jumper: Only (Similar here – SALE)
Overknees: Zara (Same here – SALE)
Blazer: Vero Moda (Same here – SALE)
Necklace: New One (Same here)
Bag: Valentino Handbags

 


 

Location

Vienna / Falkensteinerhotel Wien Margareten 

 

Life Update #11: So Exciting!

Es ist verrückt, wie es momentan in meinem Leben zugeht. Wirklich verrückt, aber ich liebe es. Jeden einzelnen Moment davon liebe ich. Zurzeit ist mein Leben gerade alles andere, als langweilig. Ich erlebe aktuell wahnsinnig viel, gewinne so viel Eindrücke und kann sagen, dass mein Leben noch nie so abwechslungsreich und spannend war. Trotzdem muss ich zugeben, dass es manchmal doch ein bisschen viel auf einmal war. War ich vor einem Jahr noch in meinem Alltagstrott gefangen, ist jetzt genau das Gegenteil der Fall. Aber ich möchte nicht jammern. Gejammert habe ich damals, als mein Leben langweilig war. Jetzt hat sich alles von Grund auf gewandelt und manchmal kommt es mir so vor, als würde ich in einer komplett neuen Welt leben. Life is so exciting at the moment.

 


 

 

So Exciting: Traveling around Austria

Wer mich auf Instagram verfolgt, wird schon mitbekommen haben, dass ich in letzter Zeit viel unterwegs war. Begonnen hat alles mit dem Mister Austria Finale in Wien, welches ich als Begleitung von meiner lieben Freundin Kerstin miterleben durfte. Danach ging es auch schon weiter nach Linz ins Hotel Lebensquell Bad Zell (Beitrag folgt), ehe es genau eine Woche später in die Therme Loipersdorf ging, wo ich auch meinen Geburtstag zum Teil gefeiert habe. Wie ihr inzwischen wisst, hege ich eine große Liebe für meine Heimat, sodass all diese Momente für mich etwas ganz Besonderes waren. Ich komme wirklich wahnsinnig gerne in Österreich herum, doch fürs Erste habe ich jetzt genug von der Herumfahrerei und freue mich doch auf ein paar Wochen zu Hause, auch wenn ich einige Eventeinladungen schweren Herzens absagen musste. Doch ich habe eines gelernt: Ich muss auf meinen Körper hören. Vor allem dann, wenn ich merke, dass es mir doch ein bisschen zu viel wird.

 

 

So Exciting: A new age

Wie jedes Jahr bin ich auch dieses Jahr wieder gealtert. Macht Sinn, oder? Wer wissen möchte, wie alt ich geworden bin, liest sich am Besten diesen Beitrag durch. Vielleicht kommt das jetzt so rüber, als hätte ich Probleme, diese Zahl niederzuschreiben, aber dem ist nicht so. Ich komme mit meinem aktuellen Alter wirklich gut klar. Sogar mehr als das. Es ist großartig, 26 zu sein. Ich weiß, ich gehe langsam Richtung 30, aber dennoch ziehe ich so viele Vorteile aus dem Alter. Jetzt sehe ich mich wirklich als Frau an und ich merke doch immer wieder, wie wenige Erfahrungen man mit Anfang 20 noch hat und wie jugendlich zum Teil noch die Persönlichkeit ist. Inzwischen fühle ich mich erwachsen. Im Herzen bin ich trotzdem noch ein Kind, aber ich fühle mich nicht mehr wie ein Teenie. Meine ganzes Wesen hat sich verändert. War ich mit 21 noch ein richtiger Grünschnabel, stehe ich jetzt mit beiden Beinen fest im Leben. Zumindest meistens.

 

 

So Exciting: University & Job

Ich kann gar nicht glauben, dass das Semester schon wieder bald bei der Halbzeit angelangt ist. Applied Ethics ist wirklich ein abwechslungsreiches Studium mit vielseitigen Perspektiven. Es ist spannend, wirtschaftliche und medizinische Themen in einer ethischen Sichtweise zu betrachten und ich lerne so auch viel über meine persönlichen Werte. Definitiv ist es ein Studium, welches wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt und meine Entwicklung ist mit Sicherheit noch längst nicht abgeschlossen. Leider musste ich das Studium im November bis dato etwas vernachlässigen, weil für den Blog doch einiges zu tun war. Wäre ich noch in meinem alten Studium, wäre es wohl umgekehrt. Wie man sieht, habe ich meine Prioritäten verlagert. Das Studium ist mir wichtig, vor allem ist es mir wichtig, es abzuschließen, aber ich merke immer mehr, dass es nicht meine Nummer 1 ist und ich die ganze Sache doch lockerer angehe, als zu Beginn gedacht.

Mein Traum war es immer, in einer kreativen Branche zu arbeiten, weil es einfach meine Berufung ist. Darum kam das Studium etwas zu kurz, aber ich kann immer noch sagen, dass es mir Freude bereitet und ich damit leben kann, wenn sich der Abschluss nun doch hinauszögert. Immerhin habe ich schon ein abgeschlossenes Studium.

Auch an meiner Zukunft als Lehrerin arbeite ich gerade. Ich habe schon einige Bewerbungen abgeschickt, allerdings ist es mit meiner Fächerkombination nach wie vor schwierig. Es hat mir nicht viel genützt, dass ich für das kommende Schuljahr eine der ersten Bewerberinnen bin. Die meisten Unterrichtspraktikumsplätze werden erst frühestens im März vergeben. Bis dahin heißt es durchhalten und bewerben, bewerben, bewerben. Mein großes Ziel, in Graz zu unterrichten, gebe ich nicht auf. Allerdings habe ich meine Ansprüche etwas heruntergeschraubt. Beharrte ich im Sommer noch darauf, an meiner Wunschschule zu unterrichten, ist das heute nicht mehr die Top Priorität. Hauptsache Graz. Da kann ich mit jeder Schule leben. Zumindest habe ich schon eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch im März an einer Schule, an welcher ich bereits unterrichtet habe. 

 

 

So Exciting: Let’s say welcome back to an old friend

Eine kleine Ankündigung habe ich auch noch zu machen. Nachdem ich auf Instagram eine Umfrage gestartet habe, ob der Snapshot Sunday wieder zurückkommen soll, kann ich jetzt verkünden: Er wird zurückkommen. Die meisten haben für „Ja“ gestimmt, sodass ich monatlich einen Snapshot Sunday machen möchte und zwar immer am Ende des Monats. Das heißt, er kommt am 26. November wieder zurück, wird im Dezember jedoch pausieren, weil der Sonntag genau auf Silvester fällt. Aber im neuen Jahr wird er wieder kontinuierlich durchgezogen. Momentan feile ich noch am Konzept, da ich ihn etwas refreshen möchten.

Der Grund, warum er zurückkommt: Ich habe so viele Fotos, die nicht gezeigt werden und das finde ich einfach schade.

 

 

Advent auf My Café Au Lait

Fielen die weihnachtlichen Postings im Vorjahr aufgrund meiner Diplomarbeit etwas dürftig aus, möchte ich heuer wieder mehr Adventszauber auf My Café Au Lait bringen. Zwar nicht in Form von 24 Postings, sprich eines eigenen Adventskalenders, aber es soll doch ein bisschen Weihnachtsstimmung auf dem Blog aufkommen. Jedoch werde ich mit 23 anderen lieben Bloggerinnen einen Fashion-Adventskalender starten. Und in den Genuss meines Postings kommt ihr ziemlich früh: Ich verstecke mich nämlich hinter dem ersten Türchen. Mehr Infos wird es bald auf Instagram und auf meiner Facebookseite geben.

 


 

Photo Credits

Miss Getaway

 


 

Location

Grand Etagé / Hotel Grand Ferdinand

 


 

 

Freundschaft trotz 183 km Distanz

„Bist du nicht die Lizzie aus dem Forum?“ Dieser unscheinbare Satz war der Beginn einer großartigen Freundschaft, die bis heute anhält. Über elf Jahre ist es her, als dieser Satz vor der Stadthalle in Wien ausgesprochen wurde, inmitten einer Menge von aufgescheuchten Hühnern, die sich darauf freuten, endlich ihre Lieblingsband live zu sehen. Auch dieses wundervolle Mädchen mit den langen, dunklen Haaren und den unschuldigen Rehaugen wartete an diesem Tag vor der Konzerthalle. Nicht so aufgescheucht, wie die anderen, sondern ganz ruhig und unscheinbar. Und ich kannte sie. Ich kannte sie von Fotos aus dem Internet. Sie fiel mir sofort auf und ich hatte einfach diesen Drang, sie anzusprechen. Und das war gut so, denn nur weil ich mir damals diesen Mut fasste, habe ich heute einen Menschen an meiner Seite, den ich nie mehr missen möchte und der mein Leben in all den Jahren so unglaublich bereichert hat: Meine beste Freundin Lizzie. 

183 km trennen uns voneinander. Ich habe es ausgerechnet. Und es ist eine weite Strecke, eine lange Distanz, die für viele Freundschaften bereits das Aus bedeuten würde. Nicht so bei uns. Wir halten unsere Freundschaft trotz 183 km Distanz. Und das schon jahrelang.


 

 

Wie ein Mädchen aus dem Internet zu meiner besten Freundin wurde

Bevor ich Lizzie das erste Mal live gesehen habe, kannte ich sie aus dem Internet. Wir haben sogar ein paar Worte ausgetauscht, doch ich rechnete nie im Leben damit, sie persönlich kennenzulernen. Noch weniger rechnete ich damit, sie eines Tages als meine beste Freundin an meiner Seite zu haben. Die Distanz hat es uns nicht immer leicht gemacht, legte uns Steine in den Weg und führte nach einem Jahr Freundschaft sogar zu einem verheerenden Streit, der uns für einige Zeit lang getrennte Wege gehen ließ. Doch dieser Streit hat uns nicht unsere Freundschaft gekostet. Ganz im Gegenteil. Heute wissen wir, dass er notwendig war, denn seit unserer Reunion ist unsere Freundschaft beständiger und das Band, das uns verbindet, enger verknüpft, als zuvor. Wir haben aus Fehlern gelernt, schätzen den anderen und wissen, was wir an uns und unserer Freundschaft haben. Lizzie wurde zu meiner engsten Vertrauten und sie hat mir nicht nur einmal bewiesen, wie wertvoll ich für sie bin. Und sie war immer da. In den dunkelsten Stunden, aber auch in den glücklichen Momenten. Lizzie war immer da und ließ mich nie im Stich. 

Nach meinem Zusammenbruch aufgrund meiner Magersuchtserkrankung war sie innerhalb weniger Tage bei mir im Krankenhaus, um mich zu besuchen. Die Fahrt zu mir ins Krankenhaus dauerte länger, als die Besuchszeit. Wir konnten uns nur kurz sehen, aber sie war da. Sie war da, als ich nur mehr schwarz sah und war auch davor eine große Stütze. Ihr Ohr war und ist immer offen für mich. Sie verstand meine Erkrankung, machte mir nie einen Vorwurf und stand mir bei. Auch wenn wir uns während meiner Therapie nicht sahen, trug sie dazu bei, dass ich die Therapie überstand. Und all das trotz 183 km Distanz. 

 


Danke!


 

Als mein Vater gestorben ist (ein Thema, über das ich öffentlich nicht gerne rede, darum kostet mich das gerade Überwindung), zögerte sie keine Sekunde und kam mich am Wochenende sofort besuchen, während andere „Freunde“, die in meiner Nähe lebten, mir versprachen zu kommen, nie auftauchten und sich bis heute nicht mehr bei mir gemeldet haben. Doch das ist mir heute egal, denn Lizzie war da. Sie tröstete mich, trocknete meine Tränen, hörte sich Anekdoten über meinen Vater an und in diesen Momenten war ich einfach nur dankbar, dass sie ihn kennenlernen konnte. Sie sorgte für die nötige Ablenkung und begleitete mich durch die Trauerzeit. Trotz 183 km Distanz. 

 


Danke!


 

Auch wenn uns so viele Kilometer trennen, Lizzie war immer da. Ich habe schlimmen Liebeskummer mit ihr überstanden. Meine Selbstzweifel mit ihr besprochen. Wenn ich bei rauschenden Partynächten über meine Grenzen stieß, brachte sie mich sicher nach Hause. Sie stützt mich immer, wenn es nötig ist und auch darüber hinaus. Bei meiner Sponsion stand sie mir zur Seite und hat einen der wichtigsten Momente in meinem Leben miterlebt. Ich bin dankbar, dass sie dabei sein konnte. Sie unterstützt mich mit meinem Blog, hat immer ein positives und lobendes Wort parat, obwohl sie sich in dieser Online Welt alles andere, als Zuhause fühlt.

Sie ist eine Freundin, die sich so viele wünschen und nicht jeder hat. Darum bin ich dankbar, dass mir dieses Glück zuteil wurde, sie an meiner Seite zu wissen.

 


Danke!


 

 

Trotz 183 km Distanz ist unsere Verbindung stärker als alles andere

Lizzie und ich sind der beste Beweis, dass man nicht Tür an Tür wohnen muss, um eine aufrichtige Freundschaft aufzubauen. Diese Freundschaft besteht aus Feinarbeit. Sie war damals, als wir noch Teenager waren zerbrechlich und letztendlich ist unser Gerüst auch kurzfristig zusammengefallen, aber jetzt ist diese Freundschaft robust. Wir haben nicht jeden Tag Kontakt, sehen uns vielleicht zwei-, maximal dreimal im Jahr und es kann auch schon mal passieren, dass wir einen Monat mal nichts voneinander hören. Inzwischen hält das unsere Freundschaft problemlos aus, was für mich der Beweis ist, dass ich in Lizzie eine echte Freundin gefunden habe.

Auf uns kommt noch so viel zu und ich freue mich auf diese gemeinsame Zukunft mit ihr. Wir werden uns zwar nach wie vor selten sehen, aber jeder dieser Momente, in denen wir uns sehen, ist magisch und es wird noch magischer. Das größte Glück für mich ist momentan, dass ich bei ihrer Hochzeit ihre Brautjungfer sein darf. Ich kenne keinen Menschen, der es mehr verdient hat, so glücklich zu sein. Und es freut mich zu sehen, wie gut es ihr momentan geht, wie sehr sie strahlt und wie erfüllend ihr Leben gerade ist.

 

Wie funktioniert eine Freundschaft trotz Distanz?

Wir mussten kämpfen, dass diese Freundschaft funktioniert. Und ein Geheimrezept, warum diese Freundschaft trotz 183 km Distanz hält, gibt es wohl nicht. Wir harmonieren einfach miteinander, aber natürlich benötigt eine Freundschaft auch Arbeit, damit sie hält. Wichtig ist, dass man viel Verständnis füreinander aufbringt. Wir sind uns nicht böse, wenn wir länger mal nichts voneinander hören, denn jede von uns hat ihren Alltag und der kann auch einmal stressig sein. Aber auch die Unterstützung aus der Ferne ist das A und O, damit diese Freundschaft funktioniert. Und dass Ehrlichkeit sowieso für jede Freundschaft eine Selbstverständlichkeit darstellt, dürfte wohl klar sein.

 

Das Glück kann man nicht festhalten.

Gestern, als du so neben mir saßt – ich weiß auch nicht warum – konnte ich meine Augen nicht von dir lassen. Es war nicht so, als hätte ich dich angestarrt, oder dich von oben bis unten gemustert. Ich habe dich nicht mit meinen Augen gelöchert. Ich wollte dich nur ansehen. Ansehen.
Still.
Schweigsam.
Ansehen, ohne etwas zu sagen. Ohne ein Wort, einen Laut, ohne irgendetwas, was meine Lippen hätte verlassen können. Ansehen, ich wollte dich nur ansehen, dich nicht mit meinen Augen ausziehen. Mein Blick, ich konnte ihn nicht von dir wegnehmen. Und dir war es nicht unangenehm. Du hast die Augen gespürt. Den scharfsinnig Blick. Du hast gemerkt, dass ich dich nicht loslassen kann. Dass ich auf dich aufpasse. Dich bewache. Und trotzdem – dir war mein Blick nicht unangenehm. Du hast mich auch angesehen.
Lange.
Scharfsinnig.
Schwerelos.

Ein Lächeln fuhr mir über die Lippen und ich musste kurz meine Augen schließen. Du hast mich berührt. Ganz leicht. Hast mir über den Arm gestreichelt und mich irgendwie ganz fest gehalten, auch wenn es nur eine federleichte Berührung war. Und so zaghaft. Ich musste weiterlächeln. Konnte nicht damit aufhören. Konnte meine Mundwinkel nicht nach unten fallen lassen. Ich lächelte einfach nur. Denn ich fühlte mich anders. Irgendwie befreit. So locker. Leicht. Wie auf Wolken gebettet. Schwerelos. Und es zieht mich immer weiter nach oben. Weit hinauf. So weit. Und ich schmunzelnde, weil es sich gut anfühlte. So unendlich gut.

Ich grub meine Füße in mein kühles Bettlaken und senkte meinen Blick. Es fühlt sich alles so leicht an. So locker. So unbeschwert. Denn das Leben ist schön. „Das Leben ist schön!“, schreie ich innerlich laut. Doch vor dir ist es so leise. Denn ich sage es nicht in lauten Worten. Ich sage es still. Innerlich. Ich sage es nur mir und nicht dir. Aber du spürst es. Manchmal gibt es nicht die richtigen Worte, die man ansprechen kann. Auch nicht für das Glück, das man empfindet. Und ich bin glücklich. So wie es jetzt ist. Und das ist nicht oft so. Das war bis jetzt eigentlich nie so. Einfach die Arme ausstrecken, frei sein. Es ist pures Glück, welches mir durch die Venen fährt und doch… – es mischt sich ein Gefühl dazu, ich kann es nicht beschreiben. Aber ich kenne es. Ich kenne es zu gut. Es ist Angst. Leichte Angst, dass dieser Moment nicht anhält, denn das Glück kann man nicht festhalten.

Gestern hast du neben mir gesessen und ich habe dich gemustert. Gemustert, obwohl du unsichtbar bist. Doch dieses Gefühl, dieses Gefühl von purem Glück ist momentan so greifbar, dass ich dich mustern kann. Auch wenn ich dich nicht sehen kann. Aber ich merke, dass du da bist. Dass du neben mir sitzt, dass du mich begleitest und mich festhältst. Ich weiß, ich kann nicht flehen, dass du da bleibst und nicht mehr fortgehst. Und ich weiß, du wirst auch mal kurz weggehen. Abstand halten von mir. Mich traurig sein lassen, weil ich das muss. Weil ich auch erkennen muss, dass das Leben nicht immer ein Wunschkonzert ist. Oder ein Zuckerschlecken. Weil ich erkennen muss, dass ich nicht immer auf einer rosaroten Wolke sitzen kann. Es ist nicht nötig, dass ich meine Augen vor der Wahrheit schließe, denn ich kann sie inzwischen vertragen. In allen Facetten. Auch in den Facetten der Traurigkeit. Aber momentan… – Ja, momentan ist es gut so, wie es ist. Denn auch wenn du unsichtbar bist, irgendwie kann ich dich ja doch sehen. Denn ich sehe, was ich fühle. Ich fühle Glück. Ich fühle dich und so schwer es mir fällt, weiß ich, dass ich dich nicht festhalten. kann. Aber das ist okay. Denn mittlerweile habe ich gelernt: Das was zählt, ist der Moment. Der jetzige Moment.

Ich habe das Gefühl, du kennst mich besser, als ich mich selbst. Du weißt, wann ich klarkomme. Wann ich ohne dich klarkomme. Doch momentan habe ich das Gefühl, dass ich ohne dich nicht klarkommen würde. Und vielleicht hast du dieses Gefühl auch, denn ansonsten wärst du jetzt nicht mehr hier. Glück, ich weiß, ich kann dich nicht festhalten, aber danke, dass du jetzt da bist.

Glück, gestern hast du neben mir gesessen. Wir haben uns angesehen. Lange. So lange. Und irgendwann konnte ich dich nicht mehr ansehen, obwohl ich es wollte. Die Müdigkeit brach über mich hinein. Ich habe mich gezwungen, wach zu bleiben, aber ich konnte nicht mehr stark bleiben. Meine Augen fielen zu. Ich schlief ein. Tief und fest. Meinen Kopf an deinen Schultern angelehnt. Du bist gestern einfach nur so dagesessen. Neben mir. Hast mich weiter angesehen. Mich im Schlaf beobachtet. Und als ich heute aufwachte, saßt du immer noch neben mir. Ich habe das Glück nicht festgehalten. Aber du bist da. Immer noch.

 

Gestern habe ich mal wieder nachgedacht

Gestern habe ich mal wieder nachgedacht. So viele Gedanken überschlugen sich. Nicht wie sonst, sondern ganz anders. Gestern habe ich mal wieder nachgedacht. Über mich selbst. Den ganzen Tag. So viele Gedanken über mich selbst, hatte ich schon lange nicht mehr. Vielleicht klingt das egoistisch, ein bisschen abgedroschen, aber ich finde es nicht egoistisch, auch mal über sich selbst nachzudenken. Selbstfindung war für mich schon immer ein großes Thema. Wir alle kennen diesen Moment, wenn wir über den Sinn des Lebens grübeln. Über den Sinn der eigenen Existenz. Man braucht die Zeit, um sich selbst besser kennenzulernen, weil man sich selbst kennen muss. Ich glaube, der wichtigste Weg zur Selbstfindung ist der, sich selbst, so gut wie es nur möglich ist, kennenzulernen und sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Dabei bin ich zu einer Art Erkenntnis gelangt.

Ich weiß nicht, ob ich mich damit zu weit aus dem Fenster lehne, aber ich habe das Gefühl, dass ich so langsam weiß, wer ich bin. Ich kenne die Dinge, die mich ausmachen, die mein Leben geprägt haben. Weiß nur nicht, was noch alles kommen wird. Was mich weiterhin prägen wird, welche Dinge mich in Zukunft ausmachen werden. Aber für das Hier und Jetzt, ja, da habe ich das Gefühl, dass ich so langsam weiß, wer ich bin.

Ich gehe selten den leichten Weg, suche immer die Herausforderung, nur um dann sagen zu können: ich bin stolz auf mich. Ich bevorzuge es, mir die Ziele hoch zu setzen, besitze aber immer genug Willensstärke, um es durchzuziehen. Ich steigere mich gerne in Dinge hinein, wenn sie mir wichtig sind und gehe dabei oft an meine Grenzen, nur um mir selbst zu beweisen, was in mir steckt. Ich jammere mit Vorlieben, aber weiß immer ganz genau, dass ich mir meine Wege, Vorgehensweisen, Methoden und Ziele selbst ausgesucht habe, aber ich will wissen, was ich alles schaffen kann. Ich habe erkannt, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Dass es langweilig wäre, wäre es ein Wunschkonzert. Aber ich bin dankbar, für das, was ich habe. Was schon da war, was mir ermöglicht wurde und was ich selbst erreicht habe, auch wenn ich das manchmal nicht erkennen kann. Ich kenne inzwischen viele meiner Talente, weiß aber, dass noch etwas in mir schlummert. Dass das Leben ein Lernprozess ist und man trotzdem nicht immer die beste Version von sich selbst sein muss, die man sein kann. Und diese Erkenntnis war wohl eine der wertvollsten, die ich bis dato in meinem Leben gemacht habe.

Ich bin stark genug, die Dinge auszuhalten und schwach genug, sie nicht aushalten zu müssen. Ich finde Intelligenz cool und artikuliere bevorzugt hochgestochen. Für manche Menschen bin ich deswegen womöglich ein Klugscheißer. Nicht jeder mag mich, nicht jeder kommt mit meiner Art klar, aber die, die es doch tun, wissen mich zu schätzen. Und ich sie. Sie halten es sogar aus, dass ich einen Ästhetikzwang habe, auch wenn ich einigen damit auf die Nerven gehe.

Ich dachte immer, ich hätte eine gute Menschenkenntnis. Sie ist vielleicht doch nicht so gut, wie ich dachte, aber gut genug, um wahr und falsch voneinander unterscheiden zu können. Ich vertraue nur dann schnell, wenn ich das Gefühl habe, ich könnte es. Menschen hasse ich nur dann, wenn sie vor mir schlecht Autofahren oder in der Fußgängerzone den Gehweg als Schleichzone missbrauchen. Aber ich gebe jeden eine Chance.

Ich lache lieber auf Fotos, obwohl ich weiß, dass ein kühles, ernstes Gesicht more fashionable ist. Ich lache immer auf Fotos. Es passiert automatisch. Wenn ich traurig bin, lasse ich mich nicht fotografieren. Vielleicht lache ich deswegen immer auf Fotos. Ich schaffe es nicht mal, bei ernsten Postings ein ernstes Gesicht aufzusetzen. Aber ich will das noch lernen.

Ich bekomme Herzrasen, wenn ich Angst habe. Wie viele andere auch, aber es ist schön, ein Herz zu haben. Ein gesundes, menschliches Herz. Und meines ist noch menschlich. In mir schlummert eine erhöhte Dosis Empathie. Ich bin mitfühlend. Manchmal zu mitfühlend. Wenn mich die Dinge berühren, weine ich. Wenn ich traurig bin, auch. Alex hat mir mal erzählt, dass es in Japan verpönt ist, offen seine Traurigkeit zu zeigen. Ich bin froh, dass ich in einem Land lebe, wo es nicht gleich als Schwäche gilt und dass ich Menschen habe, bei denen ich jede Emotion zeigen darf.

Gestern habe ich mal wieder nachgedacht. Über mich selbst. Über den Menschen, der ich bin. Über die Dinge, die mich geprägt haben, die mich ausmachen. Und über die Dinge in der Zukunft, die mich prägen und die mich ausmachen werden. Wenn wir jeden Tag eine Bilanz unseres Tuns ziehen, wird uns klar, wie wir wirklich sind. Das hat einst der 14. Dalai Lama gesagt. Und ich glaube, ich verstehe, was er damit meint. Wir sollen über uns nachdenken, über unsere Handlungen, Entscheidungen, Erfahrungen. Nur so lernen wir uns kennen. Und so finden wir zu uns selbst, wobei wir uns selbst nie vollkommen kennenlernen werden, denn der Selbstfindungsprozess ist ein Prozess, der das ganze Leben anhält.

 

gestern habe ich nachgedacht

I’m Wearing

Blouse: Glamorous (Same)
Shoes: Adidas (Same)
Pants: H&M

 


 

Ihr Lieben!

Wenn ihr diesen Text bis zum Schluss gelesen habt, dann danke ich euch. Es war mir wichtig, diese Gedanken niederzuschreiben. Sie haben sich gestern überschlagen. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein Life Update online stellen, aber ich habe beschlossen, dass ich mein Leben momentan nicht updaten möchte. Momentan läuft alles so weiter, wie es ist. Und das ist auch gut so, auch wenn es herausfordernd ist. Die Distanz zu meiner aktuellen Verpflichtung zu schaffen, ist nicht leicht. Mein Life Update handelt immer von meinem letzten Schritt des Erwachsenwerdens. Ich finde es rührend, wie sich viele von euch stets erkundigen, wie es mir in meiner Schreibphase gerade so geht, aber ich möchte meine Life Updates nicht ständig wiederholen, da ich das Gefühl habe, es bringt weder euch, noch mir etwas. So viel sei verraten: Momentan eigentlich ganz gut. Danke für die Unterstützung und auch, dass ihr mit mir mitfiebert, ja sogar diesen Weg gemeinsam mit mir geht. Bis jetzt. Ich glaube, ich schaffe das letzte Stück alleine, werde aber Erfolgserlebnisse, kleine Frustrationen, Ärger und Freude weiterhin gelegentlich auf meinen Social Media Kanälen mit euch teilen. Ich habe gemerkt, ich muss auf diesem Blog nun Distanz zu meinem Leben als Diplomandin schaffen, weil ich ansonsten meine Inspiration verliere. Aber ich denke, ihr versteht das und freut euch, wenn wieder inspirierendere Postings online kommen. 

 

Das Zeitalter des Perfektionismus

 

Wir Blogger sind wahre Meister darin, das perfekte Leben vorzugaukeln. Es mag schon sein, dass es auch Teil unseres Jobs oder unserer Tätigkeit als Blogger ist. Daran ist nichts verwerflich, denn viele Menschen nutzen Blogs, um den Alltag zu entfliehen. Blogs sind dazu da, um andere Menschen zu inspirieren. Teils liebe ich diese Welt, teils frage ich mich jedoch auch, ob es wirklich sein muss, seine Schwächen zu überspielen. Ist es okay, sich selbst ständig zu perfektionieren? Vielleicht schon, denn wir sind im Zeitalter des Perfektionismus.

Es ist nichts verwerfliches daran, andere Menschen zu motivieren und ihnen Mut zuzusprechen. Gerade deswegen schätze ich diese Bloggerwelt so. Doch wenn man beobachtet und sieht, dass das Leben einer Person perfekt zu sein scheint, während es das eigene nicht ist, ruft das oftmals ein ganz ungutes Gefühl hervor. Ich sage es offen und ehrlich: Manchmal zweifle ich stark an mir und meiner eigenen Leistung. Dabei frage ich mich oft: gebe ich genug, um meine Ziele zu erreichen?

 

 

Ich bin perfektionistisch und gleichzeitig kotzt mich Perfektionismus an!

Wenn ich meinen eigenen Grad an Perfektionismus einschätzen müsste, würde ich von mir schon behaupten, dass ich perfektionistisch bin. Meine Ziele vor Augen sind klar definiert und ich weiß im Großen und Ganzen, was ich dafür tun müsste, um sie zu erreichen. Nur manchmal merke ich, dass meine Kraft dazu nicht ausreicht. Ich beobachte andere Blogger und lese, wie sie von ihrem eigenen Perfektionismus berichten. Manchen gelingt scheinbar alles perfekt. Sie bringen Uni/Arbeit, das Bloggen, gesunde Ernährung, Sport und Freizeit unter einem Hut und heben dabei einen Faktor immer besonders stark hervor: ihren eigenen Perfektionismus. Es wird von Zeitmanagement berichtet und gejammert, weil man nie wirklich mit etwas zufrieden ist. Das kann ich verstehen. Ich bin auch nie wirklich zu 100% zufrieden, nur frage ich mich auch, wieso das so ist? Ich finde das traurig. Wann hat dieser Moment aufgehört, als „sein Bestes zu geben“ nicht mehr gut genug ist?

Ich bin perfektionistisch, das habe ich schon gesagt. Aber viele von euch werden das vielleicht nicht glauben können, weil ich es nicht schaffe, meine Diplomarbeitsphase mit meinem Blog und Social Media unter einen Hut zu bekommen. Ja, es stimmt auch, dass ich nicht den gesündesten Lebensstil pflege. Ich mache momentan keinen Sport, rauche und ernähre mich zurzeit überwiegend von Mist. Dabei würden sich Sport, Blog, Ernährung und Diplomarbeit gut integrieren lassen, hätte ich eine bessere Zeitplanung. Sagen zumindest alle. Doch ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich dagegen spreche.

 

 

Ich bin perfektionistisch, kann aber nur eine Sache auf einmal perfekt machen!

Vielleicht ist das jetzt eine philosophische Denkweise, die ich mir angeeignet habe, aber ich versuche es, verständlich zu erklären. Ich habe viele Dinge in meinem Kopf, die ich gerne tun möchte und die ich so perfekt wie möglich umsetzen will. Diplomarbeit, Blog & gesunder Lifestyle. Von Freunden und Familie fange ich gar nicht erst an, denn bitte, man kann es nicht selbst beeinflussen, wie es im Privatleben läuft und wenn, dann nur bis zu einem gewissen Grad. Außerdem – perfektionistisch in einer Freundschaft zu sein, ist traurig. Aber nun einmal zurück zu dem, was ich vermitteln möchte. Angenommen, ich möchte all diese Dinge, die ich genannt habe, perfekt machen und das will ich, dann beginne ich, mich selbst und meine eigenen Ressourcen zu überschätzen. Wenn ich was mache, dann will ich immer 100% geben. Aber das ist der Knackpunkt. 100% ist das Maximum an Prozentwerten, die wir besitzen. Keiner von uns hat 200% Ressourcen zur Verfügung oder mehr. Wenn ich vier oder fünf Dinge auf einmal perfekt machen möchte, dann bräuchte ich rein mathematisch 400-500% Eigenressourcen. Aber das besitze ich nicht und kann es mir weder mit Geld kaufen, noch es erlernen. Ich habe, wie jeder andere auch nur 100% zur Verfügung. Mehr geht nicht und ergibt rein rechnerisch auch keinen Sinn.

Das heißt also, dass ich all diese fünf Dinge nur zu 20% perfekt machen kann, wenn ich sie auf einmal mache (wir gehen davon aus, dass das Verhältnis gleich aufgeteilt ist). Das bedeutet wiederum, wenn ich mich nun auch umfassend um meinen Lifestyle kümmere, dann verliere ich all diese Prozentwerte an Eigenressourcen und meine Diplomarbeit wird beispielsweise nur zu 20% so, wie ich sie haben möchte. Klar, ich kann mir einreden, mit einem guten Zeitmanagement kann ich alles zu 100% schaffen, aber das macht für mich in meinen Augen keinen Sinn mehr. Rein rechnerisch. Wenn ich nun eine Stunde für Sport opfere, heißt das gleichzeitig, dass ich in dieser einen Stunde meine Arbeit noch optimieren hätte können und vielleicht entscheidet genau diese eine Stunde um eine Note besser oder schlechter.

 

 

Wir müssen aufhören, uns einzureden, Superwoman oder Superman zu sein!

Ich weiß, es klingt jetzt wie die mega Ausrede, keinen Sport machen zu wollen und bitte seht das, was ich euch gerade erklärt habe, als reine Theorie an. Natürlich weiß ich, dass man auch zwei Dinge auf einmal richtig, richtig gut schaffen kann, sodass beispielsweise Professor und Blogleser beide gleichermaßen zufrieden sind. Ich weiß auch, dass Sport wichtig ist und er vielleicht kein entscheidender Faktor ist, wie ich andere Dinge mache und wie gut letztendlich meine wissenschaftliche Arbeit wird. Das ist mir klar. Dahinter verbirgt sich einfach nur eine Message, die ich vielleicht etwas übertrieben ausdrücke. Aber es ist eine Message, die sagen soll, dass es so etwas wie Perfektionismus schlichtweg nicht gibt oder zumindest in keiner erreichbaren Form. Und das ist okay. Man darf weiterhin danach streben, aber man sollte sich nicht unter Druck setzen. Man sollte nicht verächtlich mit den Zeigefinger auf andere deuten, die es scheinbar nicht so gut machen, wir wir selbst. Manchen gelingt es nicht, alles auf einmal in sein Leben zu integrieren. Manche setzen die Prioritäten auch mal gerne anders. Und das ist okay. Vollkommen okay. Nur sollte man nie anderen einen Vorwurf machen oder es zumindest so andeuten. Und das habe ich leider sehr oft herausgelesen und interpretiert.

Ich möchte meine Blogposts perfekt machen, aber ich weiß auch, dass es da draußen Menschen gibt, die meinen Schreibstil nicht mögen. Für diese Personen ist mein Blogpost nicht perfekt. Nur ein Beispiel, das zeigen soll, warum man nie, wirklich nie alles perfekt machen kann. Wir alle definieren das Wort „perfekt“ anders. Und wir sind menschlich. Durch den ganzen Workflow vergessen wir, wie wichtig es ist, die Dinge auch mal liegen zu lassen. Vielleicht ist das eine Einstellung meinerseits, die nicht sehr erfolgsvorsprechend ist, aber ich habe eingesehen, dass ich mich durch Perfektionismus nicht kaputtmachen darf. Es ist nicht leicht für mich, den Blog so ruhen zu lassen, aber ich habe eine Mission. Die Mission, das Beste bei meiner wissenschaftlichen Arbeit zu geben und das Maximum aus mir herauszuholen. Das geht nur dann, wenn ich meine Prioritäten diesmal anders setze und sichergehe, wirklich mein Bestes getan zu haben.

Und es ist in Ordnung, wenn man einmal eine Erholung braucht. Das ist mehr als okay, auch wenn es mir oft so vorkommt, dass man das heutzutage gar nicht mehr darf. Aber ganz ehrlich: Ich glaube, wenn wir das nicht tun würden, wenn wir nicht einfach mal die Füße hochlegen, dann würde mit uns etwas nicht stimmen. Eigentlich wollte ich sogar bei meinem Thermenwochenende arbeiten. Doch den Laptop habe ich nur obligatorisch für diese Fotos aufgeklappt. Danach habe ich mich erholt. Endlich. Es war bitternötig.

 

Perfektionismus

 

Nobody’s perfect

So abgedroschen dieser Modesatz für 16-jährige auch ist, aber er ist wahr. Als Jugendliche habe ich den Satz in meine Facebookstatusmeldung geschrieben, weil es cool war. Heute begreife ich den Sinn dahinter. Nobody’s perfect. Ich will mich selbst nicht als Superwoman hervorheben, nur damit andere sich schlecht fühlen, nicht so viel auf einmal zu schaffen. Jeder hat sein eigenes Tempo und jeder schafft nur gewisse Dinge gleichzeitig. Und das ist okay. Es ist okay, nicht alles vollkommen und perfekt zu erreichen. Wir haben alle unsere Schwächen und auch mit einem guten Zeitmanagement können wir selbst nicht perfekt sein. Eines nach dem anderen zu erledigen, ist auch in unserem heutigen Zeitalter vollkommen in Ordnung. Sein Bestes zu geben, ist immer noch gut genug. 

 

Life Update #3: Über Pläne & Ziele

 

14 Tage ist das neue Jahr nun schon alt. Wow, wie die Zeit vergeht. Ich habe das Gefühl, sie fliegt nur so an mir vorbei, obwohl ich sie momentan am liebsten anhalten würde. Ich fürchte mich ein bisschen vor der Jahresmitte, weil diese Zeit für mich noch so ungewiss wirkt. Das Ende vom Anfang oder der Anfang vom Ende? Wir werden sehen.

 

 

Life Update

Über Pläne & Ziele im neuen Jahr

Okay, okay. Der letzte Satz klingt sehr, sehr pessimistisch. Den Anfang vom Ende wollen wir nicht heraufbeschwören und es wird bestimmt keinen Weltuntergang für mich geben, obwohl es sich momentan so anfühlt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue, wenn ich das Wort Universität nicht mehr in meinem Blog niederschreiben muss, aber inzwischen ist es so ein großes Thema in meinem Leben, sodass dieses Wort doch noch in einigen Life Updates fallen wird. Ja, ja. Ihr als meine Leser wisst am besten, was mich aktuell beschäftigt und es ist immer noch dieses letzte Semester. Und das macht mir wirklich große Sorgen.

Doch kommen wir kurz zum Update: Mit der Uni ist soweit alles geritzt. Die letzte Prüfung habe ich bestanden und imaginär kurz die Sektkorken knallen lassen, bis ich mir wieder diese eine Sache in mein Bewusstsein gerufen habe: Diplomarbeit. Gestern habe ich endlich meine Praktikumsbestätigung abgeholt und somit ist auch die pädagogische Ausbildung meines Studiums abgeschlossen. Nächste Woche machen wir die letzte Seminararbeit fertig. Ich bin damit sozusagen scheinfrei, habe alles geschafft, was ich brauche und dann habe ich wirklich keine Ausrede mehr, mich nicht um meine Diplomarbeit zu kümmern. Weil ich meinen Teil zur letzten Seminararbeit schon so gut wie vollständig abgeliefert habe, bleibt mir momentan sowieso nichts anderes übrig, als mich an meine Abschlussarbeit zu setzen, schließlich möchte meine Wenigkeit doch irgendwann mal den Magister vor dem Namen stehen haben.

Also habe ich diese Woche versucht, meine Gedanken zu strukturieren und mir einen groben Plan zu erstellen. Was muss noch auf die To Do Liste, um ans Ziel zu kommen? Und als ich mir diese To Do Liste zusammengestellt habe, ist mir richtig schlecht geworden. Ich habe zwar schon einige Seiten geschrieben, doch irgendwie komme ich mir momentan echt planlos vor. Rechercheloch! HILFE!!!

 

 

Alles noch einmal von Anfang

Ich war richtig euphorisch, als ich mein Thema bekommen habe. Ich habe es geliebt und war stolz drauf. Obwohl mich mein Thema immer noch brennend interessiert, hasse ich es momentan ein bisschen. Nicht weil ich mich nicht mehr damit beschäftigen möchte, oder weil es mir zu schwer ist, sondern einfach weil ich nicht weiß, wie ich am besten an die Sache herangehen soll. Dabei habe ich mich wirklich gefreut, mich näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich mag es nach wie vor, doch momentan verfluche ich es wirklich. Ich merke gerade den enormen Unterschied zwischen Seminararbeiten und Diplomarbeiten. Zumindest gibt es diesen Unterschied, wenn man es sich nicht allzu einfach macht und irgendein 08/15 Thema nimmt, welches schon x-mal untersucht wurde. Kommt an der Uni ja auch immer wieder vor. Und dann möchte ich mich selbst am liebsten schlagen, weil ich es mir selbst nicht leicht gemacht habe.

Seit Tagen nun schon gebe ich den Suchbegriff „Panik vor der Diplomarbeit“ bei Google ein und zumindest finde ich hier ein paar tröstende Foreneinträge. „Keine Angst – es geht fast jedem so. Jeder weiß am Anfang nicht, was er mit seinem Thema anfangen soll, doch dann geht es wie von selbst.“ Vorstellen kann ich mir das zwar nicht, aber nun gut, kurz vor dem Ende das Studium zu schmeißen, wäre wohl ziemlich bescheuert. Darum alles noch einmal von Anfang! Ich muss mich einfach nur zusammenreißen. Irgendwann wird mir der Knopf schon noch aufgehen und dann fühlt es sich so an, als würde nicht ich die Arbeit schreiben, sondern meine Hände tippen sie wie verzaubert von selbst. Aber das sollte am besten noch vor Mai sein, denn SPÄTESTENS da möchte ich abgeben. Lieber wär es mir natürlich früher.

 

 

Ziele und Pläne: Reisen

Natürlich sieht das Jahr nicht ganz so grau für mich aus. Zumindest gibt es einzelne Lichtblicke, die ich mir erhoffe. Geplant sind Reisen noch nicht, aber ich will unbedingt neue Städte in Europa besuchen. Da ich 2016 drei neue Städte kennengelernt habe, nehme ich es mir zum Ziel, auch im Jahr 2017 drei Städte zu besuchen. Rom wäre eine gute Idee, denn da der Vatikan eine Enklave in Rom ist, könnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Aber große Ziele und Pläne habe ich wirklich nicht, denn am Ende verschlägt es mich dann doch noch zu einem anderen Domizil. Das habe ich vor allem 2016 gemerkt. Am Plan stand Malta, letztendlich besuchte ich dann mit Ungarn, Slowenien und Deutschland doch andere Länder. Darum entscheide ich es spontan, doch bevor die lästigen Pflichten noch nicht abgeschlossen sind, will ich erstmals nicht verreisen. Ich weiß nicht warum, aber ich kann die Reise dann einfach nicht genießen, wenn ich noch andere Dinge im Hinterkopf habe.

 

Ziele

 

Ziele und Pläne: Blog & YouTube

Auch meinen Blog möchte ich wieder ein bisschen nach vorne treiben. Ich kann es immer wiederholen. Die Freude am Bloggen geht einfach nicht verloren. Klar, er wird in den kommenden Monaten wahrscheinlich etwas zu kurz kommen und ehrlich gesagt bin ich schon richtig froh, wenn ich meine Steuererklärung für den Blog pünktlich abliefern kann. Doch Café Au Lait ist gleichzeitig auch ein Lichtblick. Es gibt nichts, auf das ich mich mehr freue, als endlich wieder den Fokus auf mein Baby zu legen. Und wenn dann alles vorbei ist und die Uni dann hoffentlich endlich abgeschlossen wurde, gilt meine ganze Aufmerksamkeit nur noch dem Blog. Darum freue ich mich auf einen tollen Sommer, den ich endlich wieder richtig genießen kann. Ich liebe es einfach, meinen Blog mit Sommerthemen zu bestücken und das ist einfach ein ganz, ganz großes Ziel.

Inzwischen wird auch meine Leidenschaft für das Video drehen immer größer. Mittlerweile hat mein YouTube Kanal schon mehr Follower, als mein Blog bei Bloglovin und es macht mir einfach Spaß, dabei zuzusehen, wie mein Kanal wächst. Auch wenn er nur sehr langsam wächst, aber er wächst. Ich liebe es, mich mit meinem Schnittprogramm Final Cut Pro Trial auseinanderzusetzen und ich habe schon so viel neues entdeckt. Deswegen möchte ich unbedingt regelmäßiger Videos online stellen. Aber keine Angst: Mein Blog ist und bleibt mein Hauptmedium, denn was ist besser, als schreiben und fotografieren? Gar nichts!

 

Diese schönen Fotos hat Christina von Christina Waitforit von mir gemacht!