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Life Update #8: Good Vibes

Ich kann es kaum fassen. Mein Uniabschluss liegt nun fast schon zwei Monate zurück und ich blicke auf eine Zeit voller Anstrengung, Tränen, Zweifel, aber auch des Glücks und der Freude, etwas geschafft zu haben, zurück. Diese Zeit war hart für mich, sehr hart. Ich habe mich in ein Terrain gewagt, was für mich unbekannt war. Habe empirisch gearbeitet, eine eigene Forschung geschaukelt und damit gleichzeitig ein Thema, wofür auch gerade eine Dissertation geschrieben wird. Ich bin über meine Fähigkeiten hinausgewachsen, aber es war schwer. So lange habe ich an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt, aber es gab eine ganz bestimmte Sache, die mich immer am Ball bleiben ließ. Tagtäglich habe ich es mir eingeredet und mir so meine Motivation verschafft. Ich habe mir gesagt, dass sich mein Leben von Grund auf verändern wird, wenn ich die Uni abgeschlossen habe. Dass ich ein neues Leben beginnen werde. Glücklich sein werde. Frei. Und es ist eingetreten. Momentan genieße ich mein Leben in vollen Zügen und ich kann eines sagen: Ich bin glücklich. So wahnsinnig glücklich.

 

 

Life Update #8

Good Vibes in August

In den letzten Jahren habe ich viel zurückgesteckt. Vielleicht zu viel. Und vielleicht hätte ich das gar nicht müssen, aber ich gehe mit mir selbst immer sehr streng um. Leider. Ich wünschte mir, ich hätte das Leben vorher auch schon auf die Art und Weise genossen, wie ich es jetzt tue. Aber ich versuche den Gedanken beiseite zu schieben, irgendetwas verpasst zu haben. Denn ich bin jetzt jung. Immer noch. Und ich habe immer noch die Gelegenheit, so viel nachzuholen, was ich früher verpasst habe. Und das ist okay. Das ist mehr als okay. Ich habe meine Erfahrungen früher auf eine andere Weise gemacht. Jetzt ist der Moment gekommen, sie auf eine neue Weise zu machen. Und es fühlt sich gut an. So gut.

 

 

Über mein Bloggerleben, wunderbare Menschen und Bereicherungen

Ich war immer dankbar für all das, was ich durch und mit meinem Blog erleben durfte. Ich durfte neue Länder bereisen, an Presseevents teilnehmen, die Fashion Week in Wien besuchen (dieses Jahr werde ich allerdings absagen) und wunderbare Menschen kennenlernen. Doch momentan läuft alles besser den je. Die wachsende Freundschaft zu Kerstin von Miss Getway ist unter anderem eine Bereicherung, die ich besonders in den letzten Monaten erfahren durfte. Es ist schön, so einen kreativen Kopf kennengelernt zu haben. Eine junge Frau, die eine Leidenschaft mit mir teilt, mit der ich mich auf Anhieb verstanden habe und inzwischen haben wir uns zu einem wunderbaren, eingespielten Team etabliert, welches optimal miteinander harmoniert. Insbesondere euer Lob zu unseren gemeinsamen Zusammenarbeiten zeigen mir, dass wir gemeinsam wunderschöne Projekte auf die Beine stellen.

Momentan habe ich so eine große Freude am Bloggen. Ich kann mir endlich wieder umfassend Zeit nehmen, eure Kommentare zu beantworten und auch Instagram macht langsam wieder mehr Spaß. Darüber hinaus durfte ich seit meinem Uniabschluss an vielen Projekten und Kampagnen mitarbeiten und ich bin einfach dankbar dafür. Dankbar, dass ich diese Leidenschaft habe und dass ich damit auch mein Geld verdienen darf. Das Bloggen ist ein Job, der manchmal ganz schön hart ist und in dem man sich schnell verlieren kann, aber er ist eine Bereicherung. Und ich möchte diese Bereicherung nicht missen. Doch die größte Bereicherung an meinem Bloggerleben sind nicht die Projekte oder Kampagnen, sondern es ist meine Community. IHR. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen, der meine Worte liest und sich die Zeit nimmt, mir Feedback zu geben.

 

 

Ernährung/ Essstörung/ Gesundheit/ Gewicht

Obwohl ich vor kurzem eine Kolumne geschrieben habe, in der ich erklärt habe, dass es mir gesundheitlich gut geht, erreichen mich dennoch mehrmals in der Woche Nachrichten zu meinem Gewicht. Ich weiß, dass ich dünner geworden bin und es bei einigen die Alarmglocken schrillen lässt. Ich kann auch verstehen, dass man es mir vielleicht nicht so ganz abkauft, dass alles in Ordnung ist, denn ich bin genauso dünn, wie vor zwei Jahren, als ich einen immensen Rückfall hatte. Aber es geht mir gut. Es geht mir wirklich gut. Noch nie war ich so im Einklang mit mir selbst. Wenn ihr wollt, kann ich dazu aber gerne noch einen eigenen Post verfassen, in welchem ich näher darauf eingehe. Vorab sei gesagt: Es geht mir gut und ich bin gesund. Magersucht ist gerade kein Thema.

 

Reisen

Nachdem ich im Mai auf Ibiza war, ging es im August wieder ans Meer. Ich habe die Zeit mit meiner Familie verbracht. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie dankbar ich für all die Menschen sein kann, die mich durchs Leben begleiten. Zugegeben – manchmal war es schon ein bisschen langweilig, aber das liegt daran, weil meine Familie und ich unterschiedliche Vorstellungen von Urlaub haben. Nichtsdestotrotz habe ich die Zeit in Kroatien genossen. Immer wenn ich am Meer bin, fühle ich mich unglaublich inspiriert. Das beste am ganzen Urlaub war, dass ich wieder zum Schreiben gekommen bin. Die Momente beim Sonnenaufgang – nur ich und mein Journal- waren magisch. Aber mehr dazu in einem späteren Post.

Ich kann euch sagen, kaum nach Österreich zurückgekehrt, packt mich schon wieder das Fernweh. Am liebsten würde ich heuer noch einmal verreisen.

 

 

Studium/Arbeit

Inzwischen habe ich es schon überwunden, dass ich dieses Jahr nicht unterrichten werde. Wie ihr wisst, haben mich letztendlich doch ein paar Zweifel geplagt, ob es eine gute Idee ist, mein Praktikum erst ein Jahr nach meinem Abschluss zu machen, aber nun bin ich wieder felsenfest der Meinung, dass es richtig war. Ich genieße mein Leben als Bloggerin in vollen Zügen und habe es mittlerweile auch geschafft, richtige Arbeitstage zu gestalten. Auch ich habe nun mein geregeltes Arbeitsleben und es ist schön, eine Aufgabe im Leben zu haben.

Derzeit bin ich noch am koordinieren und überlegen, wie ich es diesmal mit dem Studium besser klarkomme. So einen Druck wie im Lehramtsstudium möchte ich mir nicht mehr machen. Was geht, das geht und ich bin gespannt, wie mir das neue Studium gefallen wird.

 

Good Vibes

 

Postingwünsche?

Wie immer möchte ich auch auf eure Bedürfnisse und Wünsche eingehen. Wenn ihr Postingwünsche habt, könnt ihr mir diese gerne mitteilen. Ich sprudle momentan vor Kreativität, aber ich möchte natürlich auch, dass ihr voll und ganz auf eure Kosten kommt. Ihr habt spannende Themenimpulse? Dann immer her damit. 

 

Life Update: Uni, Blog & Plans

 

In den letzten Wochen kamen meine Posts leider nur bedingt regelmäßig online. Die Uni hat mich gefordert, sodass ich es nicht einmal am Wochenende geschafft hätte, adäquate Beiträge zu schreiben. Das ist nichts, wofür ich mich entschuldigen möchte. Die Gründe hierfür habe ich schon des Öfteren erläutert. Da ich nun aber offiziell „Ferien“ habe und nur noch zwei Arbeiten vollendet werden müssen, habe ich mir gedacht, ich gebe euch einen kleinen Rückblick, was in den letzten Wochen bei mir alles los war. Außerdem versuche ich eher unpräzise Zukunftsprognosen aufzustellen, was innerhalb eines Jahres noch auf mich zukommen wird. Auf jeden Fall freue ich mich, dass ich nun wieder für euch und den Blog da sein kann.

 

Life Update

Life Update

Uni, Blog & Plans

Puh! Geschafft! Das Semester ist offiziell zu Ende, wenn auch noch nicht ganz abgeschlossen. Zumindest nicht für mich. Während andere bereits ihre Ferien genießen können, muss ich noch für ein paar Noten ackern. Aber was tut man nicht alles, wenn der Magister nicht mehr allzu weit entfernt ist. Nicht wahr?

 

Graduation
Dress by Orsay*

 

Uni

Erstmals möchte ich an dieser Stelle meiner guten Freundin Nicole zu ihrem Magister gratulieren. Sie hat diese Woche ihre Diplomprüfung mit Bravour gemeistert und steht im kommenden Schuljahr endlich im Klassenzimmer. Ich bin mir sicher, dass sie eine fantastische Lehrerin wird und ihre SchülerInnen vor allem für das Fach Geschichte begeistern kann.

Mir stehen noch ca. 2 Semester bevor. Von der Uni habe ich euch auf meinem Blog in letzter Zeit oft erzählt. Primär ging es dabei immer um das Thema: Diplomarbeit. Eure Unterstützung ist rührend. Ich fühle mich geschmeichelt, dass einige von euch mit mir gelitten und gebangt haben. Zahlreiche Nachrichten haben mich erreicht, da viele von euch neugierig waren, wie es mir dabei ergeht und ob sich endlich ein Thema gefunden hat. Jetzt kann ich es euch endlich verkünden: Ich habe ein Thema für meine Diplomarbeit!!!

Okay, wir müssen es noch ausformulieren, aber die Grobplanung steht und ich kann, wie gewünscht, ein physiogeographisches Thema aufarbeiten. Lange war es mein Plan, mich intensiver mit der Thematik „Naturgefahren“ auseinanderzusetzen. Tsunamis oder Seebeben sind es zwar leider nicht geworden, aber mit einem Thema, was vor allem „mein“ Bundesland Steiermark betrifft, konnte ich mich gut anfreunden. Allzu viel werde ich euch jedoch noch nicht verraten, weil das Thema noch eingereicht werden muss und ich immer ein bisschen Angst habe, dass mir dann doch noch was in die Quere kommt. Aber der erste Schritt ist getan und ich werde euch bestimmt auf dem Laufenden halten.

 

Blog

Das Wichtigste neben der Uni ist und bleibt mein Blog. Wie wird es hier nun weitergehen? Vor allem dann, wenn es in die heiße Phase meines Studiums geht. Erstmals: jetzt sind Sommerferien. Ich kann mir meine Zeit besser einteilen und werde mir meine Regelmäßigkeit zurückerobern. Café Au Lait wird fortan keine kleine „Geisterstadt“ sein, sondern wieder liebevoll mit Content gefüllt werden. Ob der Snapshot Sunday aus seiner Pause zurückkommt, weiß ich noch nicht. Vielleicht verliert er seine Rolle als regelmäßige Reihe auf meinem Blog, aber es werden bestimmt wieder Postings dazu kommen. Ansonsten möchte ich im Sommer Inspirationen sammeln und vieles mit euch teilen. Auch regionale Posts zu Graz sollen online kommen, denn das war mir schon immer eine Herzensangelegenheit und ich arbeite seit Februar dran.

 

Meer

 

Reisen

Zwar war es mein Wunsch, im Sommer eine weitere Reise anzutreten, jedoch war mein Kopf immer so vollgestopft mit Verpflichtungen, sodass ich keine Zeit hatte, mir Gedanken darüber zu machen. Ob mich mein Weg in eine weitere Destination führt, ist somit ungewiss und wird wahrscheinlich spontan entschieden werden. Auf jeden Fall muss ich wahrscheinlich in mein Untersuchungsgebiet für meine Diplomarbeit fahren, aber ob ich dabei noch Zeit für einen Blogbeitrag habe, ist eher ungewiss.

 

Kamera

 

Fotografie

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber man kann fotografieren verlernen. Zumindest bis zu einem gewissen Grat. Ich persönlich finde, dass meine Skills in den letzten Wochen zunehmend schlechter geworden sind, weswegen ich mich nun wieder vermehrt mit der Fotografie auseinandersetzen möchte. Ich möchte mich auch intensiver damit auseinandersetzen, Menschen zu fotografieren. Wenn jemand aus dem Raum Graz kommt und Lust auf ein kostenloses Shooting hat, bitte einfach melden. Je kreativer die Shootings, umso besser.

 

Pizza

 

Ernährung/Sport/Essstörung

Ein Wunder, dass das ich in der Prüfungszeit nicht zu wenig gegessen habe. Eigentlich habe ich gar nicht auf mein Gewicht geachtet und noch weniger auf meine Ernährung. Kurz bevor die Prüfungszeit losgegangen ist, habe ich es wieder geschafft, brav Sport zu betreiben. Das hat sich jetzt leider wieder geändert, sodass ich mit meiner Figur momentan eher unzufrieden bin. Kämpfen muss ich also immer noch, aber auch dieses kleine Problem möchte ich in den Ferien beseitigen bzw. mich intensiver damit auseinandersetzen.

 

Postingwünsche?

Normalerweise bin ich kein Freund davon, nach Postingswünschen zu fragen. Es ist meine Aufgabe als Bloggerin euch einen guten Content zu liefern. Ich bin für die Inhalte verantwortlich und dass sie von euch angenommen und gerne gelesen werden. Meiner Meinung nach ist immer der/die BloggerIn die Inspiration für andere und nicht umgekehrt. Allerdings hat meine Kreativität ein bisschen gelitten, sodass ich dieses Wochenende brav Brainstorming betreiben werde. Wenn ihr jedoch explizit einen Wunsch habt, lasst es mich trotzdem wissen.

 

*Landschaftsbilder made by Alex 

 

 

How I grew on my experiences

 

Mittlerweile bin ich 24 ½ Jahre alt. Einerseits bereits eine halbe alte Schachtel, andererseits noch kein Alter, in dem man sagen kann, dass man schon viel Lebenserfahrung besitzt. Trotzdem habe ich wie jeder andere auch im Laufe meines Lebens ein kleines Repertoire an Erfahrungen angesammelt. Viele wissen, dass diese Erfahrungen nicht immer durch schöne Ereignisse entstanden sind, doch ich ziehe aus jeder Lebenssituation, so schmerzlich sie auch sein mag, jedes Mal aufs Neue etwas Positives. Dadurch wächst mein Schatz an Erfahrungen und diese bringen mich immer einen Schritt weiter. Dank diesen Erlebnissen bleibe ich nicht stehen, sondern schreite voran; Schritt für Schritt. Ich selbst würde nicht behaupten, dass ich ein Urgestein an Lebensweisheiten bin und ich muss bestimmt noch einiges lernen, aber ich weiß, dass mich negative Dinge nicht so einfach runterziehen. Ich weiß, wie ich meine Stärken aus diesen ganzen Situationen ziehen kann, denn auch wenn ich noch nicht in einem Alter bin, in dem man vor Lebenserfahrungen strotzt, so habe ich schon viel gelernt.

 

Parkhaus3

The only source of knowledge are experiences

Mein Weg mit Erfahrungen umzugehen

Erfahrungen entstehen nicht nur durch positive Momente im Leben, sondern auch durch Tiefschläge. Jeder von uns ist schon einmal auf die Schnauze gefallen. Die einen nur ganz leicht, die anderen jedoch mit schmerzlichen Folgen. Oft werde ich gefragt, wie ich mit all den negativen Dingen umgehe, die ich bereits erleben musste. Dabei wird meistens auf meine Krankheit angespielt, oder auf den Tod meines Vaters vor drei Jahren. Manche bewundern mich für meine Stärke, sehen mich als eine junge, belastungsfähige Frau an. Für mich selbst ist es schwierig, das auch zu sehen. Für mich ist es nichts Besonderes, dass ich eine Essstörung einst überwunden habe, sie jetzt zwar wieder in einer anderen Form habe, damit aber umgehen kann und dass ich mit dem Tod meines Vaters zurechtkommen muss. Viele andere müssen das auch oder tragen sogar noch größere Lasten mit sich, als ich es tue. Ich bin eine normale Frau, die einfach versucht, ihr Leben zu leben und sich nicht leicht unterkriegen lassen möchte, doch in meinem Leben gibt es so viel Schönes, für das ich dankbar bin. Glück, über das ich froh bin, dass ich es habe.

Sicher, es ist nicht leicht, eine Essstörung zu haben. Es ist auch nicht leicht, den geliebten Papa von heute auf morgen zu verlieren. Ohne Vorwarnung, ohne nichts. Es ist nicht schön, mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen zu werden, um zu erfahren, dass ein geliebter Mensch nicht mehr zurückkommt. Ein Mensch, mit dem man noch wenige Stunden zuvor über den nächsten Tag geplaudert hat. Jetzt wo ich darüber schreibe, drückt es mir immer noch die Tränen in die Augen, denn ich vermisse meinen Papi genauso wie vor drei Jahren, als ich ihn endgültig verabschieden musste. Alleine der bloße Gedanke an ihn versetzt mir einen schier unbeschreiblichen Stich in mein Herz, doch ich habe gelernt weiterzuleben und ich habe aus diesem Schicksalsschlag, aus dieser einen Nacht damals, meine Erfahrungen gesammelt und sie zu etwas Positiven umgewandelt. Auch wenn es schwierig war, auch wenn es makaber klingt, aber nur so konnte ich Kraft schöpfen, nun ohne meinen Vater durchs Leben zu gehen.

 

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Wie ich anhand meiner Erfahrungen gewachsen bin

Das Negative scheint nur am Anfang negativ. In Wirklichkeit ist es positiv!

Ich habe gelernt, dass das Negative nicht negativ bleiben muss. Ich habe gelernt, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit denselben Erlebnissen konfrontiert wird – neben den individuellen Erfahrungen, die jeder einzelne für sich selbst macht. Ein Verlust gehört zum Leben dazu. Das ist eine der Erfahrungen, die jeder in seinem Leben einmal mitbekommen wird oder hat. Ich bin nicht die Einzige, die mit so etwas umgehen muss. Die einen müssen diesen Weg früher gehen, die anderen erst später. Auch wenn ich gerne noch mehr Zeit mit meinem Papa gehabt hätte, so ist es heute für mich okay, dass ich bereits im Alter von 21 mit so einem schmerzlichen Verlust umgehen musste. Die Zeit nach seinem Tod war kein Zuckerschlecken. An der Uni habe ich total versagt, ich habe mich selbst aus den Augen verloren, bis ich gemerkt habe, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe angefangen, mich an die Zeit mit meinem Vater zu erinnern. An alles, was er mir in meinem Leben mitgegeben hat. Was ich von ihm gelernt habe, was ich eventuell anders machen würde, als er. Und ich habe mich daran erinnert, wie lieb er mich hatte, wie gut er mich immer behandelt hat und dass er mir stets das Gefühl gegeben hat, dass ich ein wertvoller Mensch bin. Ich habe mir ins Bewusstsein gerufen, dass ich dankbar sein kann. Dankbar, dass ich einen Vater hatte, der für mich da war. Andere Kinder haben nicht das Glück, eine schöne Kindheit zu erleben. Wiederrum andere verlieren ihren Vater früher als ich oder lernen ihn gar nicht kennen. Ich musste zwar früh Lebewohl sagen, nur kann ich heute mit einem Lächeln an ihn zurückdenken.

Dasselbe Prinzip wende ich auch bei meiner Essstörung an. Natürlich ist es mit dem schönen Andenken eines geliebten Menschen nicht vergleichbar, denn es ist schwierig, eine angenehme Erinnerung aus dieser Zeit zu finden, doch in solchen Fällen kann man das Prinzip einfach umwandeln. Ich hinterfrage es nicht mehr, warum es mich getroffen hat, sondern sehe es einerseits als Schicksal an, andererseits als Teil meiner Persönlichkeit. Die Persönlichkeit ist das, was mich ausmacht. Sie ist das, was ich bin und würde ich meine Essstörung ständig verurteilen, so würde ich mich selbst genauso verfluchen. Die Essstörung hat mich durch die Hölle gehen lassen, gleichzeitig durfte ich dank ihr wundervolle Menschen kennenlernen. Dadurch habe ich gelernt, was wahre Freundschaft bedeutet und dass nicht jeder dazu in der Lage ist, gemeinsam mit dir durch Tiefen zu gehen. Zwar wird man dadurch misstrauischer, nichtsdestotrotz erfährt man dadurch auch Bereicherungen. Man wächst an Stärke, wird belastungsfähiger und lässt sich von kleineren Übeln nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen, wie früher. Ich wüsste nicht, ob ich heute genauso wäre, wenn ich diese Zeit nicht durchgemacht hätte bzw. durchmache. Wahrscheinlich wäre ich anders geworden. Rückblickend will ich jedoch (fast) genauso sein, wie ich bin.

 

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Warum Rückhalt so wichtig ist

Du musst nicht alleine durchs Leben gehen

Wahrscheinlich hätte ich die steinigen Wege ohne meine Familie und Freunde nicht so gemeistert, wie ich es getan habe. Rückhalt ist wichtig. Eine wichtige Lektion fürs Leben war, dass ich alleine schwach bin, doch mit Freunden, die mir den Rücken stärken und eine Familie, die mich liebt, stark werde. Nicht stark im Sinne von: Alle gegen einen. Stark im Sinne von positiver Kraft und positivem Mut. Ich habe die Zeit hinter mir, in der ich alles alleine schaffen wollte, nur damit ich es den anderen zeigen konnte. Ich wollte veranschaulichen, dass ich alles alleine packen kann, dass ich keine Unterstützung brauchte, um meine Ziele zu erreichen. Ich wollte dafür bewundert werden, dass ich alles selbstständig und ohne Hilfe erreiche. Doch alleine geht es nicht. Auch das haben mir meine Erfahrungen gezeigt. Vor allem im Studium ist das eine oder andere Mal Zusammenarbeit gefragt. Ich glaube, die Erfahrung, dass Rückhalt das A und O für ein schönes, zufriedenstellendes Leben ist, ist die Wichtigste die ich gemacht habe und die Erfahrung, an der ich schlussendlich gewachsen bin.

 

Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Manchmal wünsche ich mir, die Welt würde sich aufhören zu drehen. Ich will den Zeiger der Uhr festhalten, der mich mit seinem unerträglichen Ticken wahnsinnig macht. Aus aller Kraft versuche ich, mich selbst in der Zeit gefangen zu halten, in der ich gerade bin. Ich will, dass es so bleibt. Es ist gut so, wie es jetzt ist. Ich will keine Veränderungen, ich will nicht, dass es weitergeht. Ich will nur ein Stop! 

Oftmals wird mir klar vor Augen geführt, wie schnell sich alles verändern kann. Der Tag davor war nicht so, wie es der heutige ist. Es genügt nur ein Bruchteil einer Sekunde, um aus der Bahn geworfen zu werden. Dabei ist man doch glücklich, so wie es jetzt ist. „Ich und Ich“ singen nicht umsonst: „So soll es sein, so kann es bleiben.“ So schön die einzelnen Verse auch klingen, so wunderbar die Vorstellungen sind, aber es geht nicht. Man kann so etwas Unantastbares wie Zeit nicht festhalten, so sehr man auch in einer bestimmten Situation festhängen möchte. Wir können uns an all das festkrallen, aber irgendwann beginnt unsere Hand zu zittern, wird schwach und dann müssen wir loslassen. Loslassen heißt nicht immer, in den Abgrund zu fallen. Es liegt an uns – wir müssen für unser Glück und die Zufriedenheit kämpfen. Permanent! Wir dürfen nicht stehen bleiben, wenn uns ein Moment gerade passt, sondern sollten danach streben, dass er immer wieder kommt. Tiefpunkte sind gut, denn nur die Schattenseiten können uns zeigen, wie schön der Sonnenschein ist. Ansonsten würden wir verlernen, das Glück zu schätzen.

 Ich spüre, dass sich gerade etwas verändert. Eine Veränderung, die mir Angst gemacht hat. Es ist alles so surreal, denn so kenne ich mich gar nicht. Es war so, als hätte ich etwas verloren, was früher einen Teil meiner Persönlichkeit ausgemacht hat. Wo ist nur dieser verdammte Ehrgeiz hin? Ich bin so abgelenkt und kann mich kaum konzentrieren. Mein Kopf platzt beinahe vor lauter Gedanken, ansonsten will nichts hinein. Aber ich habe etwas gelernt: Ich darf mich nicht ständig darauf konzentrieren, was mir nicht passt. Ich darf mein Augenmerk nicht auf diese Wendung legen, sondern ich muss gegensteuern. Ja, der erste Satz stimmt: Manchmal wünsche ich mir, die Welt würde sich aufhören zu drehen. Aber es ist ein Widerspruch. Die Welt sollte sich nicht darum drehen, immer die Beste zu sein. Perfektion klingt verlockend, nur ist es überhaupt wert, danach zu streben? Immer in eine Richtung zu gehen, die zu einem Zielpunkt führen soll, den kein Mensch erreichen kann? Obwohl das manchmal von einem verlangt wird?

Wir haben es in der Hand. Jede Veränderung hat einen Sinn. Egal, wie verschwommen, vage und nebelig die Zukunft aussehen wird – jede Ungewissheit wird irgendwann klar. Ich verstecke mich nicht mehr, halte nicht mehr den Uhrzeiger fest, sondern versuche die Angst vor der Unklarheit zu bekämpfen. Ich lasse nicht zu, dass irgendetwas etwas mit mir macht, sondern ich packe selbst mit an. Norman Vincent Peale hat einmal gesagt: „Change your thoughts and you change your world.“ Und damit hat er Recht!