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Laufmotivation: was mich wirklich antreibt

Laufmotivation

Was mich wirklich antreibt

Obwohl Laufen meine Lieblingssportart ist (ja, wirklich), habe ich es nicht immer so mit meiner Laufmotivation. Heute verrate ich dir, was mich wirklich antreibt. 

Laufmotivation

Zwischen dem inneren Schweinehund und Bewegungsdrang

In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich mich zu einer leidenschaftlichen Läuferin gemausert. Unfassbar, wenn man bedenkt, dass ich als 10-jährige bei einem Schülerlauf fast nicht ans Ziel kam und den letzten Platz belegte. Damals betrug die Distanz -wenn überhaupt- nicht einmal 2 km. Heute laufe ich längere Strecken problemlos. 7 km sind Standard, manchmal sind sie kürzer, manchmal richtig ausgedehnt. Die wichtigste Sache ist jedoch: ich habe Spaß dabei.

Doch die Laufmotivation ist bei mir nicht immer gegeben. Meistens kostet mich jeder Lauf Überwindung – aus den unterschiedlichsten Gründen:

  • ich bin müde
  • das Wetter passt nicht (zu heiß, zu kalt, Regen, Schnee)
  • ich fühle mich lustlos
  • oder ich habe keine Kraft.

Letzteres ist für mich wirklich ein Grund, zu pausieren und nicht laufen zu gehen. Doch manchmal fällt es mir schwer, zwischen Lustlosigkeit und Kraftlosigkeit zu unterscheiden. Je besser wir unseren Körper kennen, umso besser können wir auch einschätzen, ob wir kraft- oder lustlos sind. 

Den Wind aus den Segeln nehmen

Laufen ohne Druck und Konkurrenzdenken

Oft habe ich mich beim Laufen unter Druck gesetzt. Gerade bei meiner Lieblingssportart sind mein Konkurrenzdenken und mein Wettbewerbsdrang unfassbar ausgeprägt. Regelmäßig muss ich mich selbst bremsen, denn in erster Linie geht es um Bewegung. Sich zu bewegen ist ein gutes Hauptziel, um die persönliche Laufmotivation zu steigern. Frei nach dem Motto: „Ich WILL mich bewegen!“ 

Natürlich sieht die ganze Sache als professioneller Läufer anders aus. Aber ich gehe mal davon aus, dass sich kein professioneller Läufer Tipps bei mir holt. 

Bereits mehrmals habe ich miterlebt, dass sich viele Läufer hauptsächlich auf ihre Pace fokussieren. Bei der Pace handelt es sich um die Laufgeschwindigkeit, sprich wie viel Zeit für einen Kilometer benötigt wird. Ich liege derzeit bei 05:37 min/km. Eigentlich ziemlich schnell. Doch die Pace der anderen sollte nie ein Fokuspunkt sein. 

Seitdem ich aufgehört habe, das Laufen als Konkurrenzsport zu betrachten, habe ich an Laufmotivation dazu gewonnen. Vor allem liegt der Kern der Wahrheit auch darin, dass Pace nicht alles ist. Vernachlässigen sollte man sie trotzdem nicht. Beim Trainingseffekt spielt sie eine wichtige Rolle. Das heißt: wird zu langsam gelaufen, wird kein optimaler Trainingseffekt erzielt. Das gleiche Schema gilt aber auch, wenn zu schnell gelaufen wird. Bei einer Überanstrengung droht im schlimmsten Fall sogar das Übertraining. Übertraining gilt es zu vermeiden – ansonsten kann es schnell zu einer Zwangspause oder permanenter Müdigkeit kommen. 

Merke: deine eigene Pace ist schnell genug. Laufe so, dass du den Lauf gut durchhältst und führe die Läufe je nach Trainingseinheit (Intervall-Läufe, Langstreckenläufe etc.) in geeigneter Intensität aus, damit du überhaupt einen Trainingseffekt erzielen kannst. 

Ich persönlich habe mein optimales Lauftempo herausgefunden, indem ich nach Körpergefühl laufe. Das benötigt natürlich eine gehörige Portion an Erfahrung und Fingerspitzengefühl, aber ich bin drangeblieben und kann mich inzwischen gut einschätzen. Auch die Herzfrequenz ist ein guter Orientierungspunkt, um das persönliche Tempo zu definieren.      

Tipps zur Laufmotivation

Trainiere dein Mindset und schaffe dir Rituale

Mit Psychologie zur Laufmotivation

Da Motivation von unserer Psyche ausgeht, war es für mich naheliegend, mein Mindset lauftauglich zu machen. Ich habe einige Denkmuster, Verhaltensweisen und Rituale entwickelt, die meine Laufmotivation boosten. Diese sind ganz simpel. Manchmal trickse ich mich sogar selbst damit aus. Heute möchte ich diese Tipps teilen, die für alle umsetzbar sind: 

1. Erstelle dir eine Playlist

HALT! Bitte nicht gelangweilt weg klicken. Denn ob ihr es glaubt oder nicht: die Erstellung einer Lauf- bzw. Sportplaylist kann zur richtigen Wissenschaft werden. Musik hat eine enorme Einflusskraft auf meine Läufe. Beispielsweise vermeide ich Drum & Bass Songs, weil mich diese immer schneller laufen lassen, als ich kann. Erstellt für den Anfang eine Playlist mit Songs, die auch mit eurem Lauftempo korrelieren. Was jedoch noch hilft: malt euch eine Geschichte zu dem Song aus. 

Ich habe ein paar Songs auf meiner Playlist, zu denen ich mir eine bestimmte Geschichte ausgedacht habe. Diese Geschichten habe ich inzwischen in meinem Kopf manifestiert und sind im Zusammenhang mit den Songs jederzeit abrufbar. Quasi: Gehirnjogging fürs Joggen. Die Geschichten können Zukunftsvisionen oder auch schöne Erinnerungen sein, die ihr im Kopf durchspielt. Wenn ich merke, dass ich mich zu stark auf den Lauf fokussiere und mich dieser ergo dessen anstrengt, gebe ich diese Songs rein, um mit meinen Gedanken abzudriften. Das hilft mir, meine Laufmotivation aufrecht zu erhalten.  

2. An das Gefühl danach denken

Das Gefühl danach ist inzwischen einer der Hauptgründe, warum ich laufen gehe. Ja, wirklich. Das Gefühl nach einem Lauf ist unbeschreiblich angenehm, sodass mich alleine der Gedanke daran motiviert, mir meine Laufschuhe anzuziehen. 

3. Du machst es für dich, deine Gesundheit und nicht, um abzunehmen

Zugegeben: eigentlich habe ich mit dem Laufen angefangen, um möglichst viele Kalorien zu verbrennen. Das hat ganz schön auf meine Laufmotivation gedrückt. Inzwischen habe ich mir andere Motive gesucht, warum ich laufen gehe. Darüber hinaus bin ich auch nicht mehr allzu streng mit mir und bin nicht böse auf mich, wenn der eine oder andere Lauf weniger gut funktioniert. Das gehört dazu. Mein Hauptmotiv, warum ich laufen gehe: ich weiß, dass mein Körper Bewegung braucht und das ihm diese gut tut. 

4. Pausen sind erlaubt, nicht verboten

Oft fällt es mir schwer, mir Pausen einzugestehen. Aber manchmal sind Pausen während einem Lauf notwendig. Obwohl ich hinsichtlich des Laufsports mittlerweile gut trainiert bin, muss auch ich manchmal Geh-, Steh- oder Sitzpausen einlegen. Das kann bereits nach 2 km oder nach +8 km der Fall sein. Früher habe ich mich immer dazu gezwungen, weiterzulaufen. Pausen waren nicht erlaubt. Heute hingegen nehme ich sie mir bei einer Überanstrengung. Das macht meinen Lauf nicht weniger effizient. Im Übrigen stoppe ich dann meine Running App, wenn ich pausiere. 

5. Sich zu nichts zwingen

Wenn ich früher Assoziationen zu Laufsport herstellen musste, dann war „Zwang“ oft ein Top-Begriff. Ich habe mich schlichtweg gezwungen. Gezwungen, ständig schneller zu laufen, mehr zu laufen, größere Distanzen zurückzulegen – es überhaupt zu tun. Und wie ich bei Punkt 4 bereits geschrieben habe, habe ich mich auch gezwungen, weiterzumachen, obwohl ich nicht mehr konnte. Heute nehme ich mir den Wind aus den Segeln und setze mich nicht mehr unter Druck. Ich laufe nach Gefühl. Gerade Druck und Zwang zerstören die Laufmotivation.

6. Laufe nur dann, wenn du Kraft hast

Wenn du merkst, dass dir die Kraft ausgeht oder du dich generell kraftlos fühlst, dann lasse den Lauf lieber bleiben. Das geht auch mit dem Punkt 5 einher. Ich denke, sich zum Lauf zu zwingen, vor allem dann, wenn die Kraft fehlt, ist der falsche Ansatz, die Laufmotivation oder die Liebe zum Laufen zu pushen. 

Im Herbst und Winter die richtige Laufmotivation finden

Lustlosigkeit vs. Kraftlosigkeit

Höre und spüre deiner Laufmotivation zuliebe in dich hinein

Manchmal interpretieren wir Lustlosigkeit als Kraftlosigkeit. Wir fühlen uns müde und nehmen die Lustlosigkeit falsch wahr. Wir bilden uns ein, dass wir keine Kraft für einen Lauf haben. Um die Lustlosigkeit von der Kraftlosigkeit unterscheiden zu können, ist es wichtig, dass wir uns selbst gut kennen und einschätzen können. 

Ich persönlich finde es jedoch meistens nur dann raus, wenn ich mir wirklich die Laufschuhe anziehe und ausprobiere, ob ich kraft- oder lustlos bin. Im Endeffekt merke ich das schon nach ein paar Meter. Hinsichtlich dessen hilft wirklich nur eines: den inneren Schweinehund überwinden und es austesten. Man merkt, ob man wirklich keine Kraft hatte oder ein anderes Problem ursächlich für die fehlende Motivation war. Solltet ihr spüren, dass euch tatsächlich die Energiereserven fehlen, dann brecht den Lauf ab und wandelt ihn lieber in einen entspannten Spaziergang um oder kehrt nach Hause zurück. 

Darf ich meinen Körper lieben?

Die Themen Anorexie und mehr Akzeptanz für den eigenen Körper werden in meinem Leben immer einen großen Stellenwert einnehmen. Und doch habe ich in den letzten Monaten mehr unbewusst versucht, diesen Teil meiner Vergangenheit in der Versenkung verschwinden zu lassen. Ich wollte ihn beiseite schieben. Ja, Anorexie wird immer einen großen Stellenwert in meinem Leben haben. Einen riesengroßen sogar. Anorexie macht meine Geschichte aus, denn die Krankheit hat diese geprägt. Und ich werde immer wieder an diesen Punkt gelangen, wo mich die Krankheit wieder mehr beeinflussen wird. Nicht in Form von Rückfällen (die ohnehin immer möglich sind), aber sie wird mich in den Momenten beeinflussen, in denen all die Charaktereigenschaften gefragt sind, die ich mir in dieser Zeit angeeignet habe. Mut. Stärke. Durchhaltevermögen.

Doch einen Raum habe ich der Krankheit in letzter Zeit wenig gegeben. So wenig, wie eigentlich noch nie. Und das, obwohl ich durch die stressigen Zeiten vor meiner Diplomprüfung wieder ein paar Kilos verloren habe, aber dieses Mal habe ich es nicht zugelassen, dass aus dem Stress wieder ein neuer Rückfall wird. Anorexie hat keinen Stellenwert eingenommen. So eine geringfügige Rolle hat die Krankheit noch nie in meinem Leben gespielt.

Und trotzdem bin ich in letzter Zeit wieder verstärkt mit Anorexie in Berührung gekommen. Nicht durch meinen Gewichtsverlust, der stressbedingt ist, sondern durch etliche Momente, die mich an die Krankheit erinnert haben. Sei es nun durch ein höchst unangemessenes Kommentar auf meinem YouTube Channel oder durch die Medien, wo wieder einmal ein Todesfall wegen den Folgen der Magersucht in den Schlagzeilen war. Auf Facebook überschlugen sich die Kommentare zu diesem Fall. Und bei vielen merkte ich, wie wichtig der Aufklärungsbedarf im Bezug auf Essstörungen nach wie vor ist.

Die Meinungen klafften weit auseinander. In diesen Kommentaren war alles dabei. Von Anschuldigungen, wie „die ist doch selbst schuld„, bis hin zu höchst unangebrachten Ratschlägen, wie „die hätte einfach mehr essen sollen„, ist mir besonders ein Kommentar ins Auge gestochen. Ein Kommentar, der zwar nicht so schlimm ist, wie die bereits genannten Beispiele, aber der doch zum nachdenken anregt: „Traurig, dass man seinen Körper heutzutage nicht mehr so lieben kann, wie er ist.

 

 

Darf ich mich selbst heutzutage nicht mehr lieben, so wie ich bin?

Ich versuche immer, bodypositiv zu sein. Auch wenn es mir manchmal schwer fällt und auch wenn es mir (oder anderen) manchmal heuchlerisch vorkommt, weil es nicht so ist. Doch ich versuche immer -und das war eine wichtige Lektion, die ich lernen musste- mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin. Ja, ich gebe es zu. Die Zahl auf der Waage vor kurzem hat mir gefallen. Nach meiner Diplomprüfung habe ich mich aus Neugierde gewogen und mein BMI hat nun wieder eine 1 vor der Zahl. Und es hat mich kurzzeitig wahnsinnig glücklich gemacht. Ich habe dann auch schnell wieder gemerkt, wie es mich kurze Zeit später genervt hat, dass es doch nicht noch weniger Kilos sind. Und dann fühlte ich mich wieder zu dick. Es ist verrückt, dass die Krankheit immer noch da ist und das, obwohl ich ihr in letzter Zeit so wenig Raum gegeben habe. Doch dann habe ich mir wieder ins Bewusstsein gerufen, was ich mir vor noch nicht allzu langer Zeit selbst versprochen habe: Man muss kein Ideal verfolgen. Weder äußerlich noch innerlich. 

Ich habe mir in einem Blogpost schon einmal die Frage gestellt: Wann hat dieser Moment aufgehört, als „sein Bestes zu geben“ nicht mehr gut genug ist? Und genauso verhält es mit seinem Aussehen oder generell mit der Person, die man ist. Man ist die beste Version von sich selbst, wenn man so ist, wie man einfach ist. Innerlich und äußerlich. Da ist es doch vollkommen egal, ob man nun gertenschlank ist oder etwas mehr auf den Rippen hat. Viele schreiben der Gesellschaft die Schuld an diesem Ernährungswandel zu, aber ist es nicht zu einfach, die ganze Schuld auf Castingshows wie GNTM abzuschieben? Ich habe es schon einmal gesagt: Anorexie ist so viel mehr als das.

 

 

Eis gibt kein Rezept, wie du deinen Körper lieben lernst, aber du musst wissen: Du darfst ihn lieben

Die Gesellschaft hat vielleicht eine Teilschuld, dass die Prävalenz von Magersucht und anderen Arten von Essstörungen gestiegen ist und sie sind sicherlich ein Einflussfaktor. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viel mehr Faktoren mitspielen. Und ich kann mir vorstellen, dass es sich genauso mit der Unzufriedenheit gegenüber dem eigenen Körper verhält. Oftmals steckt mehr dahinter, als nur der gesellschaftliche Zwang, perfekt zu sein, warum man seinen Körper nicht mag. Vor allem in der Pubertät muss man erst damit klarkommen, dass sich der Körper plötzlich verändert. Nicht jeder kommt mit dieser Veränderung gut klar.

Es gibt kein Rezept, wie man seinen Körper lieben lernt, aber man sollte nie diese eine Tatsache aus den Augen verlieren: Man darf seinen Körper lieben. Man darf sich so akzeptieren, wie man ist. Und diese Lektion lernt nicht jeder so schnell. Das ist okay, denn ich glaube, man muss in dieses positive Körpergefühl erst hineinwachsen. Ich selbst würde auch nicht sagen, dass meines sehr stark ausgeprägt ist. Aber zumindest konnte ich endlich diesen Hass gegenüber meinen Körper schüren und so lerne ich jeden Tag mehr, mich anzunehmen. Ich fühle mich zwar nicht immer wohl in meinem Körper, doch ich fühle mich wohl in diesem Leben, das ich gerade lebe. Und ich liebe mein Leben, das ich nie mehr mit meinem Selbsthass und der Ablehnung meines eigenen Körpers beeinträchtigen möchte.

 

Darf ich meinen Körper lieben

 

Picture Information

Für diesen Beitrag habe ich übrigens Fotos verwendet, die wir vor zwei Monaten in Ibiza geshootet haben. Da war ich ein klein bisschen „runder“ als jetzt, aber mindestens genauso glücklich. Okay, nein, ich bin jetzt glücklicher. Aber das hat nichts mit dem Gewicht zu tun, sondern einfach, dass ich endlich meinen Abschluss in der Tasche habe und damals noch zittern musste 😉

Aber ich finde, mein Körper ist auf diesen Bildern vollkommen in Ordnung, so wie er ist. Genauso, wie jetzt auch. Darum: Ein Hoch auf die eigene Körperakzeptanz!

 

Packen wir es an: Motivationscoach

Versonnen und „betrunken“ von viel zu wenig Schlaf schlürfe ich in die Küche. Ich brauche jetzt erstmals einen Kaffee. Die gestrige Lernsession hatte es in sich und ich fühle mich gerädert, so, als hätte ich die ganze Nacht feuchtfröhlich gefeiert. Das einzige, womit ich mein Gehirn malträtiert habe, war allerdings kein Alkohol. Es war ein Buch, dessen glorreichen Inhalt ich mir auf irgendeine dubiose Art und Weise in die Birne pressen wollte oder besser gesagt, sollte! Es scheint so, als hätte ich es endlich hinter mich gebracht. Das Buch ist irgendwie in meinen Gehirnarealen hängen geblieben und schwirrt nun irgendwo zwischen Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis umher. Wie ich das gemacht habe? Ich weiß es nicht! Als ich mich im Halbschlaf durch die Räumlichkeiten unseres Hauses schlängle, bleibt mir ein verdächtiger, weißer Papierstapel im Blickfeld hängen. Ist das nicht? Oh ja! Muss ich nicht noch auch? Oh ja! Mag ich noch? NEIN!!! Der verdächtige Papierstapel ist nichts anderes, als der Pack Papier, vollgeschrieben mit Theorien, den ich mir noch bestenfalls ins Langzeitgedächtnis stopfen sollte muss. Der Stoff, der in wenigen Tagen sitzen muss. Ob er danach vergessen wird, ist egal, aber ich darf ihn jetzt nicht vergessen. Ich könnte just in diesem Moment alles andere tun, nur nicht eines: Lernen. Ich mag nicht mehr! Die Motivation ist flöten gegangen und macht jetzt -fernab von meinem Geist- Urlaub irgendwo auf einer Südseeinsel, schlürft bunte Cocktails und erfreut sich an den schönen Seiten des Lebens. Ohne mich! Ungeniert hat es uns alleine gelassen: mich und meine Synpasen, Axone, Dendriten! Mein Gewissen rennt panisch im Kreis umher, der Klugscheißerteil irgendwo in mir fleht mich an, mehr Wissen zu bekommen, um eben mehr klugscheißern zu können und ich bin einfach nur eines: NICHT MOTIVIERT ZUM LERNEN!

Sind wir uns mal ehrlich. Solche Situationen kennen wir alle. Nicht nur in Bezug auf das Lernen, aber wir beschränken uns heute nur darauf. Jeder, der zur Schule geht oder studiert, weiß, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, die notwendige Motivation aufzubringen, um konsequent zu lernen. Besonders am Anfang des Studiums fiel es mir unglaublich schwer, aber mittlerweile habe ich einen Weg gefunden, sodass solche Situationen, die ich euch schemenhaft oben beschrieben habe, nicht mehr allzu oft vorkommen. Selbstverständlich bin ich kein Roboter. Ich bin alles andere, als dauermotiviert. Zwar mag das manchmal so erscheinen, weil in meinem Terminkalender immer noch Platz für eine weitere Prüfung ist, aber wenn ich in einem Semester 10 Prüfungen oder Lehrveranstaltungen beendet habe, bin ich an dem Grenzwert angelangt, an dem sich meine Motivation spaltet wie ein atomisches Teilchen. Genau dann kommt es immer noch zu solchen Situationen, wie oben beschrieben, aber neben der allgemeinen, inneren Motivation, die ich besitze, gibt es zumindest noch ein paar Tricks, die mir helfen, um mich wieder zu motivieren und diese möchte ich heute mich euch teilen.

Setze dir realistische/nähere Ziele

Manchmal sitze ich vor meinem Buch, den Kopf in die Hände gestützt, verziert mit einem verträumten Gesicht und zufriedenen Seufzern. Das ist die Situation, in der ich mich im Tagtraumland befinde und mir vorstelle, wie ich in wenigen Jahren heißen werde. Gedankenverloren kritzle ich Frau Mag. rer. nat. Lisa Reiter auf meinem Collegeblock, überschreibe damit wichtige Lerninformationen und träume weiter. HALT! Ja, der Magister kann mir in kommender Zukunft gehören, sofern ich weiterhin brav lerne, angemessen viele Prüfungen mache und mich anstrenge, ABER der Magister ist noch weiter von mir entfernt, als eine schwierige Prüfung, die mir morgen bevorsteht (ihr erinnert euch an das orangene Buch, das sich öfters in einem Post der Lernreihe geschlichen hat) und ohne die es eben keine Möglichkeiten gibt, Zugang zur Diplomarbeit, geschweige dem überhaupt Zugang zur Diplomprüfung zu bekommen. Realistische Ziele werden Step by Step gemacht. Geht eine Hürde nach der nächsten an. Mein realistisches Ziel besteht jetzt darin, dass ich heuer in Psychologie und Philosophie mit den ersten Studienabschnitt fertig werde. Dafür fehlen mir noch insgesamt 5 oder 6 Prüfungen, ein Ziel, das in einem Semester machbar ist. Ziele, die in allzu weiter Ferne sind, frustrieren, weil es länger dauert, bis wir sie erreichen können und dementsprechend eliminieren wir damit selbst das schöne Gefühl eines Erfolgserlebnis. Natürlich sollten auch Ziele, die noch etwas weiter von einem entfernt liegen, nicht aus den Augen verloren werden, aber konzentriert euch lieber auf nähere Ziele. Womöglich könnt ihr diese dann sogar übertreffen. Mein Ziel im letzten Semester war es, mindestens zehn Lehrveranstaltungen zu besuchen und alle zu bestehen, egal, mit welcher Note. Das Endresultat war letztendlich, dass ich fast 20 Lehrveranstaltungen und Prüfungen absolviert und die meisten davon mit den Noten Sehr Gut oder Gut bestanden habe.

 

Belohne dich – aber nicht zu oft!

Belohnungen gehören einfach dazu, aber ich bin ein strikter Gegner davon, wenn man sich nach jeder Prüfung materiell belohnt. Für eine einzige Prüfung belohne ich mich so gut, wie nie, es sei dem, es handelt sich hierbei wirklich um eine happige Prüfung, bei denen bereits andere Studenten vor mir in die Verzweiflung getrieben wurden. Wenn ich mir etwas Teureres, Materielles wünsche, dann gönn ich es mir in der Regel nach 5 Prüfungen, jedoch muss es nicht immer etwas Materielles sein. Schöne Ausflüge oder eine Partynacht sind auch schöne Belohnungen. Das lässt nun wahrscheinlich darauf schließen, dass ich am Wochenende nicht so oft fortgehe. Das stimmt. Seitdem ich studiere, bin ich höchstens alle drei Monate unterwegs. Für mich ist es auch Belohnung genug, wenn ich meine Mutter über gute Noten informiere. So ein Lob tut gut und nein, das ist kein „Fishing for Compliments“ und wenn doch, dann erfüllt es zumindest seinen Zweck.

 

Sieh das Licht am Ende des Tunnels

Es gibt so Situationen beim Lernen, die scheinen ausweglos und auch, wenn man weiß, dass es irgendwann vorbei ist, dass Licht am Ende des anderen Tunnel sieht man nur sehr schwach, wenn überhaupt. Nützt eure freien Minuten, die euch zur Verfügung stehen für einen Spaziergang und denkt darüber nach, was euch nach der ganzen Lernerei wieder erwartet. Genau, das Leben geht weiter und ihr habt wieder viel mehr Freiheiten, um das zu tun, was ihr gerne tut. Ich freue mich wieder auf mehr Zeit für meinen Blog, für meinen Käfer und meine Freunde, außerdem freue ich mich, wenn in meinen Gedanken wieder viel mehr Platz für Kreativität ist. Die befindet sich gerade wegen Platzmangel im Langzeitgedächtnis in Kisten gepackt im Keller meines Gehirns, aber nur noch exakt 24 Stunden, bis ich sie wieder hervorkramen kann.

Ärgere dich nicht über nicht so gute Noten

Sicher ist es ärgerlich, wenn man für eine Prüfung so viel lernt oder sich für ein Seminar so viel Mühe gibt und am Ende bekommt man eine 4. Natürlich ist man anfangs enttäuscht und ich muss zugeben, dass auch ich von 3 Schandflecken in meinem Zeugnis alles andere als amused war, aber gut, die drei Genügend kommen eben vom Lernen auf dem letzten Drücker, was solls. Davon lasse ich mir nicht die Laune verderben. Zumindest habe ich alles mit einer positiven Note geschafft und eine 4 ist kein Weltuntergang. Darum macht euch nicht zu viele Gedanken, selbst den Besten kann es passieren, dass sie eine 4 bekommen. Wenn ihr euch zu viel ärgert, führt das nur zu negativen Gefühlen und die kann eine Motivation nicht gebrauchen.

 

Kämpfe für dich selbst

Mir geht es momentan so, dass viele meiner Studienkollegen, die zur gleichen Zeit mit dem Studium begonnen haben, wie ich, etwas weiter sind, als ich. Der lange Krankenhausaufenthalt und die anderen ungeplanten Wendungen in meinem Leben haben Spuren hinterlassen. Früher war ich richtig deprimiert, weil ich viele Sachen erst machen muss, die andere im gleichen Semester schon haben. Das hat auch zu einer bestimmten Demotivation geführt, weil ich alles aufholen wollte, aber aufgrund meiner Hektik nicht wirklich vorangekommen bin. Heute habe ich mich damit abgefunden. Die Umstände waren eben da und haben dazu geführt. So what! Und auch wenn es diese Umstände nicht gegeben hätte, würde ich mich heute nicht mehr unterkriegen lassen. Oftmals ist nicht Faulheit dafür verantwortlich, dass man hinterherhinkt. Mangelnde Fixplätze, Studentenstaus und Ähnliches tun ihr übriges. Auch wenn man faul war, so what? Es geht niemanden etwas an. Kämpfe für dich selbst, lasse dich von anderen, vermeintlich „besseren“ oder „schnelleren“ Studenten nicht einschüchtern und finde dein Tempo. Wenn du wirklich etwas für die Uni tust und aus bestimmten Gründen nicht vorankommst, dann lass dich nicht entmutigen. Du kämpfst für dein Ziel und das ist alles was zählt. Jeder studiert von sich aus, für sich und am Ende zählt nur das Endresultat. Dass du das Hauptziel erreichst!

 

Erinnere dich, warum du das machst!

Willst du dir damit deinen Traum von einem bestimmten Job erfüllen? Studierst du dein Fach rein aus Interesse, um deinen Horizont zu erweitern? Oder willst du dich beruflich weiterentwickeln? Arbeitest du später mit Kindern zusammen, was dir bestimmt große Freude bereiten wird? Erinnere dich, warum du dein Studium studierst oder warum du deine Matura machst und selbst die schlimmste Prüfung wird am Ende nicht so schlimm erscheinen, denn du machst diese Prüfung nicht ohne Grund. Du tust es, um etwas zu erreichen, dass später dein Leben erfüllen wird/kann.