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Life Update #2: Danke, das war’s

 

Da ich dem aktuellen Bloggertrend nicht folgen und zeitbedingt keinen Christmaspost nach dem anderen raushauen kann, habe ich mir gedacht, ich nutze meine virtuelle Schreibfläche für ein kleines Life Update. Vielleicht ist es auch in eurem Interesse, denn ich bekomme hin und wieder zuckersüße Nachrichten, in welchen sich nach meinen Diplomarbeitsfortschritten erkundigt wird. Ein großes Danke dafür. Deswegen gibt es heute wieder eine kleine Anekdote aus meinem Studentenleben. Lange ist es her und die Uni habe ich als Thema weit beiseite geschoben. Zumindest ist es mir nicht mehr aufgefallen, es angesprochen zu haben. Im Unterbewusstsein mache ich es wahrscheinlich doch immer wieder. Aber seit gestern kann ich endlich sagen:

Danke, das war’s!

 

An dieser Stelle: Nein, ich habe noch nicht bei meiner Diplomprüfung brilliert, so wie ich es vorhabe. Vom Magister bin ich noch meilenweit entfernt. Aber gestern habe ich endlich meine letzte Psychologieprüfung geschrieben. Zum dritten Mal. Seit dem Sommer kämpfe ich mich durch dieses Labyrinth der psychischen Störungen und genau bei dem Thema, in welchem ich mich selbst als Expertin gesehen habe, habe ich gnadenlos versagt. Keine Angst – meine Postings über Anorexie besitzen trotzdem ihre Vertrauenswürdigkeit, spreche ich doch viel über eigene Erfahrungen. Hey, ich kenne mich in dem Gebiet aus. Das ist Fakt und daran lässt mich nicht mal diese Prüfung zweifeln. Trotzdem scheiterte ich. Multiple Choice sei Dank. Und es hat mich entmutigt. Seit Wochen zerfressen mich meine Gedanken, wie das nur passieren konnte. Gestern also schrieb ich die Prüfung. Zum dritten Mal. Und ich habe kein gutes Gefühl. Aber trotzdem sage ich: Danke, das war’s.

Anfangs wusste ich gar nicht, ob ich darüber ein Wort verlieren und es auf meinem Blog publik machen sollte. Ich, die einiges über Anorexie schreibt. Ich, die jeden Menschen am Liebsten analysieren und therapieren will. Ausgerechnet ich scheitere bei einer Prüfung, in der es primär um psychische Krankheiten geht! Es ist nicht so, dass ich mich dafür schäme. Ich weiß, dass ich es kann, aber was ich nicht kann ist Multiple Choice. Trotzdem erzähle ich euch davon. Und das ist gut so, denn es hat eine Message.

Was ich damit sagen will: Scheitern ist okay. Es ist vollkommen in Ordnung. Selbst in einem Gebiet, in dem man ansonsten sattelfest ist. Niemand ist perfekt und das verlangt auch keiner von dir. Selbst wenn einem manchmal das Gefühl vermittelt wird. Wir leben in einer Social Media Welt und werden jeden Tag überflutet von Perfektion. Sei es auf optischer, aber auch auf intellektueller Ebene. Reizüberflutung Deluxe. Doch es gibt einen wichtigen Punkt an dieser Sache. Ein Punkt, der das Scheitern vollkommen legitim macht: Man darf sich nicht aufgeben!

 

 

Fünf Minuten heulen und dann weitermachen!

Die Prüfung ist noch keine 24 Stunden her. Vielleicht habe ich sie wieder vermasselt. Vielleicht auch nicht. Trotzdem nehme ich mir jetzt schon das Recht heraus, darüber zu schreiben. Ich nehme mir das Recht heraus, sie als meine letzte Prüfung zu titulieren. Als etwas Endgültiges. Ich kann sagen: Danke, das war’s. Und sollte ich trotzdem wieder gescheitert sein, heule ich fünf Minuten, mache weiter und sage eben später noch einmal: Danke, das war’s!

PS: Wegen der Diplomarbeit: Es geht voran. Schleppend, aber es geht voran 😉 

 

Warum Bloggen eine Erfüllung für mich ist

 

Als ich vor über viereinhalb Jahren mit dem Bloggen begonnen habe, gab es nur eine Person, die hinter den Kulissen arbeitete: ICH! Mittlerweile ist viel Zeit vergangen. Inzwischen hat sich mein Blog verändert. Ich habe mich verändert. Ich bin genauer geworden – besonders, was meine Texte und Bilder betrifft. Früher habe ich nur Zeit in diesen Blog investiert. Heute ist es weitaus mehr: eine bessere Kamera, Photoshop, eine eigene Domain, Dekoration und noch mehr Zeit sind nur einige Dinge, die in diesen Blog hinein fließen. Was sich jedoch noch geändert hat: Hinter Café Au Lait stehe nicht mehr ich alleine, sondern viele, viele weitere Menschen. 

 

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Der Wandel von Einsam zu Gemeinsam!

Warum Bloggen eine Erfüllung für mich ist

Ich habe diesen Blog ins Leben gerufen, weil ich einen Traum hatte. Den Traum, meine Worte nach außen zu tragen. Mittlerweile tue ich das seit über viereinhalb Jahren. Zu Beginn hätte ich mir nie erträumt, dass dieser Blog oder auch mein Bloggerleben viel zwischenmenschliche Bereicherung mit sich bringen wird.

Über diesen positiven Wandel bin ich mehr als glücklich. Begonnen hat alles damit, dass auch meine Freunde ein Interesse daran entwickelten, mir zu helfen. Zumindest wollten sie mich dabei unterstützen, denn sie wissen: Ich liebe das, was ich tue. Und das ist schön, sehr schön sogar. Wenn ich zurückdenke, wird mir klar, dass das Bloggen am Anfang zwar Spaß gemacht hat, es aber nie die Erfüllung war, die es jetzt ist. Warum? Weil ich auf den Rückhalt von unfassbar lieben Menschen vertrauen kann.

 

Die Unterstützung von außen ist wertvoller als eine Kooperation

Diesen Satz nehme ich mir sehr zu Herzen, denn ohne diese Unterstützung von außen wäre kein Durchhaltevermögen gegeben und folglich auch nicht die Tatsache, dass ich diesen Blog dank Kooperationen als Nebenjob ausüben kann. Da ist einerseits Alex, mein treuerster Kumpane, bester Freund und Partner in Crime. Derjenige, der mir schon vor unserer Freundschaft gesagt hat, dass er es cool findet, dass ich einen Blog habe. Und er ist derjenige, der geduldig den halben Tag mit mir durch ganz Graz stapft, um 10.000 Fotos von mir zu machen, ab und zu Korrektur liest und auch mal mit der einen oder anderen Idee ankommt.

Besonders hervorheben muss ich auch Daniel, der bereits dreimal mit mir geshootet hat. Das Timing ist meistens zwar nicht gerade auf unserer Seite, weswegen es noch nicht allzu viele Shootings gab, aber ich freue mich trotzdem, wenn eines zustande kommt und er mir mit seiner Expertise auch Tipps geben kann, wie ich meine eigenen Fotografiefähigkeiten verbessere.

Vergessen darf ich auch meine Mädels nicht, wovon einige ab und zu zur Fotografin mutieren und mir helfen. Die mir geduldig zuhören, wenn ich von meinem Blog rede und die sich immer mit mir freuen, wenn ich etwas cooles erleben darf, was mit dem Blog zu tun hat.

 

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Gemeinsam mit Bloggern

Was ich nicht außen vor lassen möchte: die Zusammenarbeit mit Bloggern. Anfangs war es schwierig, Grazer Blogger zu finden, obwohl es die damals durchaus gab. Sogar schon vor meiner Zeit als Bloggerin. Doch mittlerweile kenne ich wesentlich mehr und einige davon sind mir richtig ans Herz gewachsen. Manche sogar innerhalb kürzester Zeit. Wir teilen eine gemeinsame Leidenschaft und inzwischen ist es auch schon so weit gekommen, dass wir uns gegenseitig unterstützen.

Einen Satz möchte ich dabei jedoch nicht verwenden: Das wir voneinander profitieren. Vielleicht tun wir das, aber ich finde, wenn zwei Wörter nicht zusammenpassen, dann sind das: Profit(ieren) und Freundschaft. Wenn ich von Menschen profitiere, die ich gerne habe, dann ist es auf menschlicher Ebene – und nicht mal das kann man als profitieren bezeichnen, da ich dieses Wort einfach mit Geld und Erfolg assoziiere. Wir vermitteln uns -und das ist wesentlich wichtiger- Werte. Werte, wie Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft.

Bloggern wird oft eine gewisse Stutenbissigkeit nachgesagt. Vielleicht stimmt es auch, denn das Gerücht wird nicht von irgendwo her kommen. Nur hatte ich das Glück, dass ich solchen Bloggerinnen noch nie wirklich begegnet bin bzw. habe ich mich danach nicht mehr näher mit ihnen befasst. Klar, wir reden über typische Bloggerthemen, auch über Followerzahlen und Kooperationen, aber bei denen, die mir ans Herz gewachsen sind, hatte ich nie das Gefühl, dass sie sich damit profilieren oder sich dadurch als etwas Besseres fühlen. Vielmehr geben sie Tipps weiter, stehen einem mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen.

 

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Zwischenmenschliche Kontakte und große Bereicherungen

Mittlerweile kann ich auf wundervolle Erlebnisse und Bekanntschaften mit Bloggern zurückblicken. Da ist zum Beispiel Kerstin, die erste Bloggerin, die ich näher kennenlernen durfte. Ich hätte nie gedacht, dass hinter Miss Getaway (so, wie ich sie damals auf Instagram „kennengelernt“ habe), eine derart liebe Person steckt. Anfangs war immer dieser berüchtigte Hoheitsabstand vorhanden. Kerstin hatte, seit ich sie auf Instagram entdeckt habe, weitaus mehr Instagramfollower, als ich. Ich hatte immer diese Gedanken, dass Blogger, die zahlentechnisch überlegen waren, kein Interesse daran hätten, zahlentechnisch unterlegene Blogger kennenzulernen. Doch diesen Gedanken habe ich sofort beim ersten Bloggertreffen verworfen. Ich durfte sie sogar zu zwei Events begleiten, zu denen sie eingeladen wurde, Fotos von ihr machen und sie interviewen. Außerdem finde ich es schön, wenn Zeit für einen Kaffeeklatsch ist. Sie ist definitiv eine Bloggerin, die andere unterstützt und mir beispielsweise tolle Erlebnisse ermöglicht hat.

Auch Christina und Alina möchte ich namentlich hervorheben. Alina kenne ich zwar noch nicht so gut, aber wir bilden zu viert (Kerstin, Alina, Christina und ich) eine WhatsApp-Gruppe und ich hoffe, dass es sich zeittechnisch bei uns einmal ausgehen wird, ein gemeinsames Projekt zu kreieren.

Besonders schön fand ich auch das Bloggerdinner bei Omas Teekanne. Inzwischen wird ein Netzwerk aufgebaut und dank dieser Idee habe ich noch zwei tolle Mädels kennengelernt: Denise und Stefanie, zwei liebe, herzliche Mädels. Letzten Samstag haben wir uns sogar getroffen, auch im Sinne dessen, uns gegenseitig zu unterstützen. Wir hatten einen produktiven Nachmittag: ich durfte meine Lehrerfähigkeiten raushängen lassen und erklärte ihnen, wie man ein Video schneidet. Und genau darum geht es: Sein Wissen weitergeben, andere unterstützen und sich gemeinsam helfen! Sich gegenseitig zu inspirieren und besonders wichtig: Der Austausch. Übrigens: im Zuge dieses Nachmittags sind auch diese Fotos entstanden. Geendet hat es dann zwar mehr in einem Mädels-Klatsch-und-Tratsch, aber ich hatte trotzdem das gute Gefühl, ihnen geholfen zu haben (hoffe ich zumindest).

Zu guter Letzt möchte ich auch noch ein Erlebnis erwähnen, welches ich letzten Freitag hatte: Das gemeinsame Testessen mit dem Grazer Nonplusultra Genussblog „Testesser“ von Manu. Christina, Stefanie, Denise und ich durften hautnah erleben, wie das Grundgerüst eines Blogposts auf Manus Blog entsteht. Es war wirklich ein gelungener Abend und es ist interessant, auch mal einen Einblick in die Arbeitsweisen von anderen Blogs zu gewinnen.

 

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Bloggen erfüllt mich, wegen den Menschen

Die Frage, warum mich das Bloggen so erfüllt ist damit einfach zu erklären: Wegen den Menschen. All meine Freunde, die mich unterstützen, sind ein Segen. Seien wir uns einmal ehrlich: Nicht jeder Blogger hat einen Freundeskreis, der gegenüber dieser Tätigkeit derart verständnisvoll reagiert. Ich bin dankbar, dass sich meine Freunde hin und wieder einbringen.

Bloggen erfüllt mich, weil ich dadurch so liebe, herzliche Mädels kennenlernen durfte. Mädels, die das Gleiche tun und lieben und mit denen man bestimmt auch coole Ideen umsetzen kann. Ich bin dankbar, dass ich nicht mehr alleine da stehe. Dass ich von allen Seiten Unterstützung bekomme. Auch von meinen Lesern. Ihr seid diejenigen, die das Puzzle erst komplett machen. 

Ich bin in der glücklichen Position, meine Worte nach außen zu tragen, meine Fotografien mit euch zu teilen und ich darf das tun, was ich liebe. Es ist eine Bereicherung, bei dieser Leidenschaft von so vielen Menschen unterstützt zu werden. Gleichzeitig ist es ein Segen, dadurch so viele kreative, herzensgute Menschen kennenzulernen. All das ist die größte Erfüllung, was das Bloggen betrifft. Und ich möchte es nie mehr missen. Darum möchte ich mich an dieser Stelle bei jedem bedanken, der zu dieser Erfüllung einen Teil beigetragen hat.

 

Find what you love and get lucky

 

Was ist Glück? Eine simpel gestellte Frage mit drei Wörtern. Doch kannst du sie auf Anhieb beantworten? Versetze dich kurz in dein Innerstes. Verfolge deine Gedanken. Sei ganz bei dir selbst. Was ist Glück? Hast du die Antwort? Kannst du sie eventuell kurz und prägnant nennen? Ich kann es nicht, denn um ehrlich zu sein, weiß ich nicht ganz genau, was Glück ist. Jeder Mensch strebt nach Glück. Jeder will glücklich sein. Doch woran lässt sich Glück messen? Kann man Glück überhaupt messen? Kann man es erforschen? Es in seine Einzelteile zerlegen? Kann man einen Guide aufstellen, wie man wirklich zum wahren Glück findet?  Geht das?

Die Philosophie ist die Disziplin, die sich am Längsten mit der Frage nach dem anthropogenen Glück auseinandersetzt. Tatsächlich könnte man meinen, dass ich als Philosophiestudentin diese Frage schnell beantworten kann. Aber das ist nicht so. Was ist Glück? How to be lucky? Mit der Frage beschäftige ich mich im Studium, wie auch privat. Nun stelle ich mich endlich dieser Frage und versuche sie zu beantworten.

 

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Being Lucky

Collect Moments – Not Things

Habt ihr euch schon einmal die Frage gestellt, ob ihr jemals richtig glücklich wart? Glücklich im Sinne, dass wirklich alles rund um euch gepasst hat, dass ihr zufrieden und mit euch im Reinen wart. Könnt ihr diese Frage eindeutig mit Ja beantworten? Oder gab es im Endeffekt doch eine Sache, und wenn sie noch so klitzeklein war, die euch trotzdem belastet hat, sodass ihr dieses Glück nicht voll und ganz auskosten konntet?

Was würde mich glücklich machen? Bei unserem ersten Treffen mit Blogger Village ist mir ein Satz besonders im Gedächtnis geblieben. Ich habe ihn schon oft gehört und kenne dieses Zitat, aber ich habe lange nicht mehr darüber nachgedacht.

 

Collect Moments – Not Things

 

Und Momente möchte ich in meinem Leben sammeln. Ganz viele Momente. Nicht das Geld spielt eine Rolle oder ein materieller Besitz. Man besitzt nur etwas, was man erlebt hat. Was einem niemand mehr nehmen oder nachkaufen kann. Etwas ganz Besonderes. Ein Zaubermoment.

 

Wenn das Glücklich-Sein ein Trugbild ist

Ich bin ehrlich. Als ich gemerkt habe, dass ich mit meinem Blog Menschen erreiche und mir Firmen schreiben, ich zu Events eingeladen und wahrgenommen werde, drehte sich alles nur noch um Zahlen. Ich dachte, ich bin nur dann glücklich, wenn ich eine große Bloggerin mit xx Follower auf jedem Social Media Kanal wäre. Wenn ich die tollsten und besten Kooperationen an Land ziehe und wenn ich zu super fancy Veranstaltungen eingeladen werde.

Mein Blog macht mich sehr, sehr glücklich – nach wie vor und ich bin sehr dankbar, dass er mittlerweile zu meinem Nebenjob geworden ist. Um nichts in der Welt möchte ich tauschen. Aber nur mein Blog alleine kann mich nicht glücklich machen. Sicher, es ist toll, mit Firmen zusammenzuarbeiten. Es ist toll, wenn deine Arbeit mit Eventeinladungen und lieben Kommentaren belohnt wird. Gleichzeitig frustriert es jedoch, wenn x oder y Beitrag einmal nicht so gut ankommt, wenn die Followerzahlen stagnieren oder wenn  man im Sommerloch weniger Kooperationen bekommt. Mittlerweile weiß ich jedoch, dass mein Blog nicht der Schlüssel zum ewigen Glück ist, sondern lediglich dazu beiträgt, dass ich ein glücklicher Mensch bin. Wenn ich einmal weniger Kooperationen habe, stagnierende Followerzahlen oder einmal keine Eventeinladung, dann weiß ich, dass ich trotzdem noch etwas in meinem Leben habe, das mich glücklich macht.

 

Echtes Glück

Am Wochenende war ich auf der MQ Vienna Fashion Week, weil ich dazu eingeladen wurde. Voller Euphorie begab ich mich auf den Weg nach Wien. Front Row – das muss natürlich sofort geteilt werden. Der Mensch tendiert dazu, super fancy Dinge (oder Dinge, die sich zumindest super fancy anhören) in den Himmel zu preisen.  Nach wie vor fühle ich mich geehrt, dass ich eingeladen wurde und mit meinem Press-Pass auch weitere Shows besuchen hätte können. Doch ich ging nur zu den Shows, zu denen ich geladen wurde und verbrachte stattdessen den Nachmittag mit meiner in Wien lebenden besten Freundin Lizzie, die ich ein, höchstens zweimal im Jahr sehe.

Während der ersten Show in der Front Row hatte ich eine Art Glücksgefühl und es hat mir auch Spaß gemacht, aber erst als sich meine beste Freundin und ich in den Armen lagen, spürte ich ein ganz anderes Gefühl. Ein vollkommen anderes Glücksgefühl. Und das fühlte sich so viel echter an, als alles andere zuvor. Ich liebe Events, jedoch muss ich nicht um jeden Preis überall sehen und gesehen werden. Ich liebe meine beste Freundin mehr und ich nutze die Chance, wenn ich die Möglichkeit habe, sie zu sehen.

 

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You can make your own luck

Every single minute of every day

Es sind nicht die materiellen Güter, die einen glücklich machen. Auch nicht Einladungen zu großen Events. Klar, man freut sich darüber, doch Freude ist nicht gleichzeitig Glück. Glück ist, wenn man Menschen um sich hat. Mit diesen Menschen Momente teilen kann. Wenn man seine Sorgen frei aussprechen kann und wenn man jemanden hat, der einem beisteht. Sei es nur mit Zuhören. Das alleine reicht. Oder wenn man gemeinsam neue Länder, Städte und Kulturen erkunden kann.

 

Traveling is the only thing that you buy that makes you richer

 

Um noch einmal auf die Events zurückzukommen. Tatsächlich gibt es auch welche, die glücklich machen. Es sind solche, in denen man eine Nähe zum Menschen hat und keine Distanz. Events, bei denen man tolle Persönlichkeiten kennenlernen kann. Egal, ob es nun ein größeres oder kleines Event ist. Mir ist Kommunikation mit anderen sehr wichtig und auf diesem Wege durfte ich bereits wunderbare Leute kennenlernen.

Nach wie vor ist es mir wichtig, meinen Blog weiter wachsen zu lassen. Es liegt mir am Herzen, dass er professioneller wird und sich steigert. Sogar dass sich meine Reichweite erhöht, ist mir wichtig. Ebenso wie Kooperationen und auch ein bisschen die Followerzahlen. Nur ist mein Glück davon nicht vollkommen abhängig. Glücklich bin ich dann, wenn ich nicht alleine durchs Leben gehen muss und meine Worte nach außen tragen kann.

 

Blogger Village Beiträge

Dieser Beitrag fand im Rahmen der ersten Blogger Village Parade statt. Auch die anderen Mädels haben sich Gedanken zum Thema Glück gemacht. Schaut doch mal auf der Facebookseite von Blogger Village vorbei. 

 

1 Woche Internet Detox – Fazit

Das Internet ist meine Welt. Hier lebe ich meine Leidenschaft des Schreibens und Fotografierens aus. Hier vernetze ich mich mit wundervollen Menschen und lerne immer wieder neue Gesichter kennen. Nichtsdestotrotz hatte ich das Gefühl, dass ich einmal eine kleine Auszeit brauchte. Man sagt, für Blogger ist es tödlich, sich eine Pause von nun schon bereits einer Woche zu gönnen. Ein „normaler“ Arbeitnehmer hingegen hat fünf Wochen Urlaub im Jahr. Warum dürfen dann auch nicht einmal Blogger Zeit für sich haben? Klar, der Blog gehört ganz alleine mir. Ich bin verantwortlich, dass der Laden läuft und ich bin verantwortlich, dass mein Studentenbudget mit dem Blog ein bisschen aufgestockt wird, das sage ich offen und ehrlich. Firmen und Leser verlieren schnell das Interesse, wenn man sieben Tage lang nichts von sich hören lässt, nicht wahr?

 

1 Woche Internet Detox

Warum ich das gemacht habe

Ich war mir bewusst, dass Gefahren lauern, wenn ich mich zurückziehe. Nichtsdestotrotz brauchte ich einmal Zeit für die reale Welt. Ich verbringe viel Zeit im virtuellen Kosmos – auch im realen Leben. Wenn ich nicht an einem Beitrag arbeite oder meinen Instagramfeed aktualisiere, brainstorme und fotografiere ich. Alles für eine Welt, die aus Systemen, Kabeln und zu viel Technik, von der ich ohnehin nichts verstehe, besteht. Mit Internet Detox meine ich übrigens nicht, dass ich in dieser Woche keine YT-Videos angesehen oder mich auf meinem privaten Facebook Account nicht auf den neuesten Stand gebracht habe, was mein echtes Leben betrifft. Es bezog sich ganz alleine auf den Blog und auf die ganzen Social Media Kanäle drumherum. Ganz so strikt war es zwar nicht, denn ich habe in dieser Zeit mal das eine oder andere Bild auf Instagram und ein neues Video auf Youtube hochgeladen, aber ich wollte mich diesbezüglich nicht mehr unter Druck setzen lassen. Nichts posten, weil ich das Gefühl hatte, ich muss jetzt. Ich wusste, dass ich mich in eine Gefahrenzone begebe, dass viele Menschen schnell das Interesse an mir und meinen Blog verlieren können, aber ich habe gemerkt, dass ich die Welt nur noch durch einen Bildschirm oder durch eine Kameralinse betrachte. Mein Leben ist drauf und dran, sich in den nächsten Monaten radikal zu verändern, aber eines kann ich euch versprechen – es wird sich nicht auf den Blog beziehen. Trotzdem muss ich meinen Blog in diese Veränderung miteinbeziehen, denn er ist ein maßgeblicher Faktor, wie ich diese Veränderungen meistern werde. Dabei wurde mir bewusst: Ich habe meine Ziele aus meinem realen Leben aus den Augen verloren, sie vernachlässigt und habe nur noch auf meinen Blog und dessen Erfolg geachtet. Mir ist es immer noch wichtig, regelmäßig zu Bloggen und ihn nach vorne zu bringen, allerdings möchte ich meine anderen Ziele, wie beispielsweise mein Studium abzuschließen, auch erreichen. Das geht nur dann, wenn ich eine Balance, eine Ausgeglichenheit finde. Während meiner „freien Zeit“ habe ich mich auf die Suche nach dieser Ausgeglichenheit gemacht. Mir Konzepte einfallen lassen, Ideen usw.

 

Was habe ich in dieser semi-internetfreien Zeit gemacht?

Zu allererst habe ich mich wieder mehr um mein Studium gekümmert und mir einen Plan zurechtgelegt, wie ich die letzte Hürde bestreiten möchte. Ich habe mich auf das Lernen und die anstehenden Arbeiten fokussiert, mich mehr mit der Uni auseinandergesetzt, aber nicht nur, denn ich brauchte von allem eine kleine Erholung. Ich bin zwar kein Mensch, der in der Vergangenheit leben möchte, aber ich bin auch in meine Vergangenheit zurückgereist. Weit zurückgereist. Nicht in die Zeit, an der ich an Anorexie litt oder die schwierig für mich war. Ich habe mein Augenmerk weiter zurückgelegt. Mich gefragt, wie mein Leben damals so war und ich habe mich intensiv damit beschäftigt. Ich habe versucht, die Gefühle, die ich damals hatte, in meine Erinnerung zurückzurufen. Teilweise ist es mir sogar gelungen, diese Gefühle auf psychischer und physischer Sicht wieder zurückzuholen. Ich habe mich gefragt, was mir damals wichtig war. Worin mein Fokus lag und bin dankbar, dass ich vor allem meine Jugend nicht überwiegend durch einen Bildschirm oder einer Kameralinse erlebt habe. Damals bestand meine einzige Sorge darin, wann meine damalige Lieblingsband einen Auftritt in Österreich hatte und wann ich endlich ein verdammtes Foto mit meinen einstigen Idolen ergattern konnte. Der Fokus der Fotografie lag einzig und alleine darin. Alex hat einmal gesagt, dass die Momente, die nicht bildlich festgehalten werden, die besten sind. Er hat Recht. Ich war zwar nicht leicht zu handhaben, als ich in der Pubertät war, aber ich war damals schon der Mensch, der immer für seine Ziele gekämpft hat, solange bis ich mein damaliges Ziel endlich erreicht hatte. Ich weiß auch nicht, warum ich plötzlich wieder an diese Zeit zurückdenke. Meine beste Freundin würde an dieser Stelle bestimmt verständnislos den Kopf schütteln, denn als dieser ganze Boybandhype vorbei war, war ich mehr als nur froh darüber. Ein paar Jährchen später jedoch bin ich so dankbar, dass ich diese Zeit damals erlebt habe, weil es viele gute Erinnerungen beinhaltet und ich mein altes Ich komplett anders sehe, als ich mich damals gesehen habe. Ich war nichts von dem, für das ich mich gehalten habe. Ich war ein stinknormales, pubertierendes Mädchen, das sich auch so verhalten hat. Vielleicht nicht so exzessiv, wie andere, aber ich lebte schon in einer Illusion, jedoch immer noch in der Realität (Okay, manchmal bin ich schon abgedriftet). So half mir diese Woche, auf der ich mich einzig und alleine auf mich fokussiert habe, mich selbst besser kennenzulernen. Mein bisheriges Leben zu analysieren und wenn ich diese Zeit für einen Tag nochmal erleben könnte, würde ich nicht nein sagen. Es war eine schnelllebige Zeit, aber intensiv.

Ich habe mir die Bilder aus früheren Zeiten angesehen, die besagten Fotos, die ich nach so langer Zeit endlich bekommen hatte, habe sogar die Musik wieder gehört (auch wenn es heute so gar nicht mehr mein Geschmack ist) und all das hat mir irgendwie ein Lächeln auf meine Lippen gezaubert. Ich habe mich an meine Schulzeit zurückerinnert und habe gemerkt, dass es eine unbeschwerte Zeit war, selbst wenn ich es damals nicht so gesehen habe. Ich rief mir in Erinnerung, was ich mit meiner besten Freundin alles durchgemacht hatte, wie wir uns kennenlernten und dass wir im Laufe unserer Freundschaft mehr gemeinsame Interessen entdeckten, sodass sie heute trotz Distanz immer noch hält und das nach zehn Jahren. Durch diese kleine Reise in die Vergangenheit und durch die Schritte, mit denen ich wieder nach vorne gegangen bin, bis ich im Heute erneut angekommen bin, habe ich einige Erkenntnisse gewonnen. Ich habe mich gefragt, wie ich damals meine Ziele formuliert habe, wie ich zum Lehramtsstudium gekommen bin und warum ich zu Bloggen begonnen habe. Und dann ganz plötzlich vermisste ich es wieder: Das Schreiben, die Fotografie, die Zeit, die ich in meine kleine, aber feine virtuelle Welt investiere. Meine Ziele, die den Blog betreffen, haben immer noch Priorität. Es ist genau das, was ich machen möchte, aber die anderen Ziele, die ich habe, meine ganzen Erinnerungen an die Zeit davor, sind wichtiger geworden. Ich habe jetzt nur noch einen Prioritätsstatus. Das eine ist nicht mehr minder wert, als das andere. Nur darf ich dabei nicht vergessen, auch mal die Momente zu leben. Ich bin nicht gut darin, alles auf einmal unter einen Hut zu bekommen, aber gerade bezüglich des Blogs und der Uni hat es meistens funktioniert. Vor kurzem zwar nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, aber das liegt einzig und alleine daran, weil ich meinen Fokus verlagert und mich nur noch auf eine Sache konzentriert habe. Langsam bin ich dabei, diese Balance wiederzufinden.

 

Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt

Schon lange nicht mehr hatte ich dieses Gefühl. Als mein Blick auf den nachtschwarzen, mit Sternen behangenen Himmel fällt, meine Augen den hellleuchtenden Mond taxieren, versuche ich mir ins Bewusstsein zu rufen, was ich gerade fühle. Je mehr ich mich anstrenge, je genauer ich meine Gedanken zu sortieren versuche, akribisch in die Tätigkeiten meines Präfrontalcortex‘ einzugreifen versuche, umso mehr wird mir bewusst, dass ich es nicht beschreiben kann. Es ist keine Leere in mir, obwohl ich mich manchmal leer fühle, aber es ist eine Ungewissheit da. Ich merke zunehmend, wie mein Leben gerade dabei ist, sich zu verändern. Vor mir liegen die letzten Schritte einer großen Hürde. Ich schaue nicht zurück. Vergesse die Steine, die mir in den Weg gelegt wurden. Die Hindernisse, die ich überwinden musste, nur um jetzt da zu stehen, wo ich gerade bin. Doch die Wahrheit ist: Manchmal möchte ich gerne zurück. Wieder in der Vergangenheit leben. Weil ich weiß, wie das war. Weil es mich nicht ins Ungewisse blicken lässt. Dabei fällt mir ein Zitat von Albert Einstein ein, welches ich wehmütig schmunzelnd und mit einem seufzenden Schulterzucken unter den Klängen von Bachs „Cello Suite Nr.1“: „Preludé“ in meinen nicht vorhandenen Bart murmle:

 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Albert Einstein

 

Er hat Recht. Er hat so Recht. Auch wenn er Physiker war und mich mit seiner Relativitätstheorie in den Wahnsinn trieb, Einstein haute philosophentaugliche Sprüche raus, die Gelehrten wie Konfuzius alle Ehre machen. Behaupte ich, denn dieses Zitat bleibt hängen. Es hat die Informationsübertragung in meinem Kopf passiert und sich in mein Gehirn eingebrannt: Gedenken, in der Zukunft zu leben. Irgendwann. Ich bin ein Gegenwartsmensch. Eigentlich. Eigentlich auch nicht. Für gewöhnlich blicke ich gerne nach vorne und will nicht in der Vergangenheit hängen bleiben. Manchmal tue ich es doch. Hängenbleiben – dort, wo schon längst alles vorbei ist. Wo nur noch Erinnerungen existieren. Aber es ist eine Komfortzone; keine Ungewissheit. Die Zukunft hingegen ist ungewiss und genau das macht mir Angst. In mir sträubt sich etwas.
Weigert sich!
Prokrastiniert!
Ist stehen geblieben.

Mein Kopf fühlt sich leer an. Ich mache mir ständig Gedanken. Um alles und wieder um nichts. Die Gedanken um die Zukunft haben alles andere beiseite geschoben. Sie nehmen mich ein; umkreisen mich. Ich fühle mich nicht mehr inspiriert. Erlaube es mir nicht, an andere Dinge zu denken. Die Texte für meinen Blog gehen mir schwer von der Hand, obwohl ich (und das auch jetzt) nichts lieber tue, als das. Ich gehe mit Scheuklappen durch die Welt. Der Blick starr nach vorne gen Zukunft gerichtet, obwohl ich Angst davor habe. Ich sehe nicht mehr das, was ich sonst immer sehe. Dinge, die mich beflügeln und die ich in einem Bild für die Ewigkeit festhalten möchte. Es kommt mir fast so vor, als hätte ich diesen Blick verloren. Dabei sind das die Dinge, die ich liebe und immer noch liebe. Die ich gerne mache. Die mir Spaß machen. Die mir eine so unendlich Freude bereiten, dass ich diese Bereicherungen in meinem Leben nicht mehr missen möchte.

Licht und Schatten liegen oft nahe beieinander. Während mich mein Umfeld glücklich macht, mich das Bloggen trotz kleiner Schreib- und Ideenblockade nach wie vor unheimlich erfreut, bin ich in Gedanken momentan fast ausschließlich bei dem, was mich bald erwartet. In großen Schritten nähere ich mich dem Erwachsenwerden. Dem richtigen Erwachsenwerden. Nicht dem Erwachsenwerden auf dem Papier, denn das habe ich schon längst hinter mir. Mein Studium beschäftigt mich aktuell mehr als alles andere. Es ist bald vorbei. Nur noch wenige Seminare, die letzten drei lästigen Vorlesungsprüfungen und ein Praktikum muss ich noch hinter mich bringen. Dann ist es vorbei. Fast. Denn mein rotes Tuch, mein Dorn im Auge, steht mir auch noch bevor: Die Diplomarbeit. Und dieser Gedanke, dass ich mich bald darum kümmern muss, mir einen Betreuer und ein Thema suchen muss, bereitet mir große Ängste. Normalerweise bin ich ein Mensch, der genau weiß, was er will. Der Ziele hat. Ich wusste schon lange, in welchem Fach ich meine Arbeit schreibe und ungefähr welches Thema es sein soll. Warum ich mich jetzt davor ziere? Ich weiß es nicht. Ich würde es gerne wissen. Ich habe Angst davor, obwohl es nichts ist, wovor ich Angst haben müsste. Es ist der letzte Schritt und doch weigert sich in mir etwas, ihn zu gehen. Widersprüchlich ist, dass ich all meine anderen Studienkollegen beneide. All jene, die schon wissen, worüber sie schreiben sollen, die schon einen Betreuer haben und all jene, die bereits fertig oder am Fertigwerden sind. Schon lange nicht mehr habe ich mir derartige Gedanken um mein Studium und vor allem nicht um diese blöde Diplomarbeit gemacht. Weil ich mein Ziel klar vor Augen hatte. Weil ich wusste, was ich wollte. Doch diese Sicherheit verschwimmt langsam; ist nur noch ein vager Schatten seiner selbst. Ich frage mich selbst, woher das kommt und tief in meinem Inneren kenne ich die Antwort. Ich habe Angst vor dem, was mich erwartet und vor dem, was danach kommt. Weil ich nicht weiß, was danach kommen wird. Weil es auf einem Schlag vorbei ist und ich ein neues Segel setzen muss. Dabei fällt mir unweigerlich ein anderes Zitat ein:

 

Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.

Victor Hugo

 

Über dieses Zitat von Hugo mache ich mir noch viel mehr Gedanken, als über die Sätze, die eins über Einsteins Lippen glitten. Ich will weder die Schwache, noch die Furchtsame sein. Natürlich habe ich Angst vor dem, was mich erwartet und ich fühle mich dadurch zunehmend wie ein kleiner Funken in den ewigen Weiten des Horizonts, aber ich weiß, dass ich genauso mutig sein kann. Darum versuche ich, das Zitat Hugos für mich umzuformulieren: Nur wer seine Schwächen eingesteht, ist mutig. Nur wer seine Furcht überwindet, ist mutig. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr wird mir klar: Wenn ich das tue, bin ich  die Mutige in Victor Hugos Zitat. Und dann wartet auch eine neue Chance auf mich! Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber ich werde es wissen. Immer dann, wenn die Zukunft Vergangenheit ist. 

 

Photocredits: unsplash.com

 

Manchmal wär ich gern ein Magnolienbaum…

Manchmal wär ich gern ein Magnolienbaum. Dann müsste ich keine Angst davor haben, in welchem Licht mich die anderen sehen. Ich wüsste, wie sie mich sehen. Sie würden mich bewundern. Ich könnte mir meiner Schönheit sicher sein. Muss mir keine Gedanken machen. Bin nicht unsichtbar. Für niemanden! Ich würde all die anderen Bäume des Frühlings in den Schatten stellen. Oh, wäre ich doch nur ein Magnolienbaum. Ich wäre befreit. Von all den Komplexen, der Unsicherheit und den Selbstzweifeln, die mich manchmal quälen. Jeder, wirklich jeder der mich ansieht, tut dies mit einer unendlichen Bewunderung. Ich würde die Menschen in einen magischen Bann ziehen. Sie mit meiner weiß-rosanen Blütenpracht festhalten. Mein Anblick würde sie nur schwer loslassen. Und ich weiß, dass jeder alles dafür tun würde, mich im besten Licht zu fotografieren. Ich würde die Menschen inspirieren. Sie in Frühlingsgefühle versetzen. Ich würde endlich den Sinn herausfinden, warum ich existiere. Einfach, um die Menschen um mich herum glücklich zu machen. Um ihnen Freude zu schenken. Um ihnen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Und ich würde wahrgenommen werden. Überall! Jeder Blick würde mich treffen, denn ich bin nicht unsichtbar. In der vollsten Blüte wäre ich präsenter den je. Denn ich falle auf – positiv. Es würde mir nichts ausmachen, angestarrt zu werden. Denn ich weiß, warum die Menschen das tun. Sie tun es aus einem schönen Grund. Aus dem Grund, weil sie mich bewundern. Weil ich makellos bin. Weil es für jeden Baum in meiner Umgebung erstrebenswert wäre, so zu sein, wie ich. Nur kann es nicht jeder.

 

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Manchmal wäre ich gern ein Magnolienbaum. Dabei muss ich mir die Frage stellen, warum es so erstrebenswert ist, wie ein Magnolienbaum zu sein. Magnolienblüten sind die Schönheit des Frühlings. Es stellt keinen Zweifel dar, warum sie das sind. Sie sind wie kleine Sterne. Genauso magisch. Genauso schön. Genauso fesselnd wie ein tiefschwarzer Nachthimmel, dessen Antlitz von strahlenden, leuchtenden Sternen erfüllt wird. Aber Magnolienbäume sind nicht beständig. Ihre Blüten leben nur kurz. Die Schönheit des Magnolienbaums stirbt. Binnen kürzester Zeit ist sein Glanz weg. Die Blüten sinken zu Boden. Fallen herab, bleiben liegen und verschwinden irgendwann. Dann ist nicht mehr viel übrig von all dem, was die Menschen so magisch finden. So fesselnd. So besonders. All das, was mich einzigartig machen würde, ist weg. Verschwunden. Für eine sehr lange Zeit. Bis der nächste Frühling wiederkommt. Doch dann bin ich unsichtbar. Viel, viel länger, als ich sichtbar war. Der Magnolienbaum ist nicht gestorben. Nur das, was ihn so wunderschön macht, ist gestorben. Für viele Menschen. Dabei sollten wir unseren Fokus auf andere Dinge legen. Nicht nur auf die jungfräulich erscheinenden Blüten. Denn der Magnolienbaum ist auch im Sommer schön. Vielleicht mag er nicht mehr diese Magie besitzen, weil er nicht mehr so unschuldig weiß erscheint. Mit den rosaroten, in sich verschmelzenden Farbverläufen. Er ist grün. Aber der Magnolienbaum lebt. Und er lebt in Schönheit. Auch wenn die Blüten längst vergangen sind. Sie kommen wieder.

 

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Was ich damit sagen möchte: DU BIST SCHÖN! Immer! Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute und auch jede Sekunde. Du musst nicht immer strahlen, wie ein Magnolienbaum in seiner vollsten Blüte. Du musst einfach du sein. Es muss dir egal sein, was die anderen Menschen von dir denken. Diejenigen, die es wert sind, sehen deine Schönheit immer. Denn sie wissen genau, dass du sie aus deinem tiefsten Inneren – aus deinem Herzen – ausstrahlst. Wir müssen uns nicht wünschen, wie ein Magnolienbaum zu sein, denn wir sind genauso, wie er. Schön – zu jeder Jahreszeit! 

 

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Photoshop & die perfekte Welt

Photoshop & die perfekte Welt

Wie essentiell sind Fälschungen?

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich meine Bilder mit Photoshop bearbeite. Photoshop ist ein wundervolles Programm, um das Beste aus den Bildern herauszuholen – aber Photoshop ist auch eines der besten Mittel, um die Realität verschwimmen zu lassen. Insbesondere dann, wenn es darum geht, das eigene Gesicht und den eigenen Körper zu tunen. Es ist nichts Neues mehr, dass Photoshop besonders in der Werbung zum Einsatz kommt. Gesichter sehen makellos aus – der Körper hat die perfekte Form. Und genau diese Bilder tragen dazu bei, dass sich allen voran junge Menschen, jene, die sich noch in der Pubertät befinden, unwohl fühlen, wenn sie solche Bilder betrachten. Kein Mensch sieht in der Realität permanent perfekt aus. Die echte Welt kann man leider nicht photoshoppen. Und doch scheint dieser Grat so schmal zu sein. Perfekt suggerierte Bilder werden geglaubt. Nicht ohne Grund wird in der Werbung so fleißig getuned. Perfektion verkauft sich besser! Genau dieser Trend spiegelt sich auf einem sozialen Netzwerk wider, das bestimmt die meisten von euch nutzen: Instagram. Ihr könnt euch bestimmt noch an Essena O’Neill und ihren Bruch mit Social Media erinnern. Instagram ist zwar nicht die Plattform, in welcher jedes einzelne Bild bis zum Ideal optimiert wird, aber Instagram ist DIE Plattform schlechthin, in der das Leben der User oftmals zum neidisch werden vollkommen erscheint. Das bringt mich auf die Frage: Wie essentiell sind Fälschungen? 

 

Maybe it’s Maybelline? – Maybe it’s Photoshop!

 

Original Fälschung

 

Wenn die Realität verschwimmt

Ich bin dankbar, dass es Photoshop gibt. Gerade für Beauty- und Foodposts ist das Programm essentiell. Bezüglich Beauty nicht deswegen, um sich schöner zu tunen, aber oftmals ist es schwierig, das Augenmake-up auf den Fotos gut rüberzubringen (ein Grund, warum man für Photoshootings meistens etwas stärker geschminkt wird). Was aber, wenn die Bildbearbeitung so weit geht, dass die Realität verschwimmt? Ich versuche immer -insbesondere wenn es um Bilder von mir geht- keine Kunstfigur zu schaffen. Klar sieht man enorme Unterschiede, jedoch würde ich mich nie schlanker machen oder mein Gesicht verschmälern. Doch genau diese Dinge passieren in der Werbung, und ja, ich gebe es zu. Selbst ich als 24-jährige bekomme oftmals schlechte Gefühle, wenn ich diese perfekten Bilder betrachte, obwohl ich genau weiß, dass sie nur dank Adobe so aussehen. Dabei sollten wir unser Leben davon nicht so stark abhängig machen. Wir sind alle schön – in der Realität und nicht dank Photoshop.

 

Photoshop makes your face flawless, but it doesn’t change your personality!

 

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Fühlst du dich nackt ohne Photoshop?

Ich habe mich gefragt: Würde ich überhaupt ein unretuschiertes Bild von mir online stellen? Ob ich mich das wohl traue? (Anscheinend, sonst würde ich es jetzt nicht tun). Aber hätte ich es getan, wenn ich diesen Post hier nicht schreiben würde? Vermutlich nicht. Ohne Photoshop oder einer anderen Bildbearbeitung fühlt man sich doch irgendwie nackt, oder? Nicht nackt im Sinne von entkleidet. Nackt im Sinne von: „Ich offenbare der Welt mein wirkliches Ich.“ Das ist genau die Art und Weise, wie man sich verletzbar macht. Man erzählt eine Geschichte – eine Geschichte der etwas anderen Art, denn das retuschierte Bild erzählt wieder eine ganz andere Geschichte – auch wenn es das gleiche Bild ist. Die Geschichte von einem unbearbeiteten Gesicht ist ehrlicher. Näher am realen Leben. Man sieht die Augenringe, weil man eine schlaflose Nacht hatte. Die überschlagenen Gedanken, das Herumwälzen im Bett, weil man nicht einschlafen konnte – all das zeichnet sich in diesem müden Gesicht ab.

 

We wear far too much Photoshop these days! But we still won’t look that way in real life.

 

Gerade wenn man nicht perfekt ist, bietet man Hatern eine gute Angriffsfläche. Aber das sollte uns nicht entmutigen. Denn wir sind, wer wir sind. Wir dürfen uns nicht an einer Perfektion messen, die uns die Medien vorgeben. Wir müssen immer das Menschliche im Auge behalten. Ich schminke mich gerne und auch Make-up ist eine Retusche. Das Photoshop im Real Life sozusagen. Und dennoch verstecke ich mich nicht permanent hinter einer dicken Schicht Make-up. Wenn ich schnell etwas vom Supermarkt brauche oder meine Kontoauszüge hole, schminke ich mich nicht extra dafür – egal wie fertig ich aussehe. Ich style mich auch nicht extra für Snapchat. Dort hab ihr mich bestimmt schon das eine oder andere Mal im „Asi-Look“ gesehen. Doch bei meinem Blog ist das anders. Ich schätze, es ist normal in unserer Branche, dass wir uns immer vom besten Licht präsentieren möchten.

 

Photoshop

 

Ich muss mich nicht verstecken

Ich würde nie auf Photoshop verzichten wollen. Mir ist es nicht wichtig, makellos auszusehen, aber ich liebe die Ästhetik. Wer so gerne fotografiert, wie ich, möchte immer das Beste aus seinen Bildern holen. Trotzdem sollen retuschierte Bilder nicht die Richtung sein, an der wir uns orientieren. Schöne Bilder sind immer ein Hauch von Kunst, doch das Leben spielt sich in der Realität ab. Ich muss mich nicht verstecken, auch nicht hinter Photoshop. Aber ich kann Ästhetik schaffen und genau das möchte ich auf meinem Blog verbreiten. Ebenso wie die Ehrlichkeit, nicht makellos zu sein.

 

Café Au Lait – A Lifetime Journey

Café Au Lait

A Lifetime Journey

Mein Blog feiert Ende März seinen 4. Geburtstag. Ich kann gar nicht fassen, dass der Blog schon so lange existiert. Noch immer hege und pflege ich ihn mit viel Liebe. Durch Café Au Lait habe ich tolle Leser gewonnen, liebe Menschen kennengelernt und mir wurden einige Dinge ermöglicht. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass der Blog zu meinem Nebenberuf wird. Angefangen habe ich, weil ich damals keinen Studienplatz für Journalismus und PR bekommen habe. Ich wollte Café Au Lait als eine Plattform nutzen, um meinen Traum von Journalismus doch noch irgendwie ausleben zu können. Doch daraus wurde viel mehr. Obwohl ich damals schon sehr gerne fotografiert habe, wurde es zu meiner großen Leidenschaft. Meine Bilder bedeuten mir heute sogar fast noch mehr, als meine Texte. Ich bin weltoffener geworden, möchte mehr von der Welt sehen, als damals und habe gleichzeitig so viele schöne Ecken in meiner Heimat entdeckt. Der Blog hat es mir ermöglicht, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen – schließlich sucht man immer schöne Locations zum Fotografieren oder jene, die man seinen Lesern zeigen möchte. Mit Café Au Lait habe ich mir auch eine eigene, kleine Welt erschaffen.

 

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Mein kleiner Werdegang

Wir haben viel zusammen erlebt. Ihr habt mich durch Höhen und Tiefen begleitet. Ich hätte nie damit gerechnet, dass das aus meinem Blog wird, was er heute ist. Ihr habt mich mutiger gemacht und mir mehr Selbstbewusstsein gegeben. Früher wäre ich nicht so mutig gewesen, offen über meine Gedanken zu sprechen. Früher hätte ich mich nie getraut, etwas über meine Krankheit zu schreiben und so bereitwillig über Anorexie bzw. Essstörungen zu schreiben. Ich bin sogar ein bisschen stolz. Nicht, dass auf die Tatsache, dass ich eine Essstörung habe. Um Gottes Willen! Wo leben wir? Darauf werde ich nie stolz sein. Aber ich weiß, dass ich mich damit nicht mehr verstecken muss. Dass ich mich dafür nicht schämen muss. Dass ich anderen mit meinen Erfahrungen helfen kann.

Ich bin stolz, dass ich anderen damit Mut machen kann, dass ich aufklären kann und dass es angenommen wird. Das bedeutet mir viel. Mir bedeutet es auch viel, dass euch meine Bilder und Texte gefallen. Ihr schmeichelt mir mit euren lieben Kommentaren, helft mir mit konstruktiver Kritik und Verbesserungsvorschlägen.

 

Café Au Lait

 

Warum dieses Tamtam?

Okay, ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum ich das alles schreibe? Mein Blog feiert weder Geburtstag, noch haben wir heute Silvester. Warum also so eine lange Rede? Nun ja. Ihr findet mich diese Woche in der „Madonna“ – Österreichs größtes wöchentliches Frauenmagazin. Dort gibt es eine komplette Seite zu meinem Blog und meiner Person. Ja, ich habe mich dafür beworben und wurde nicht angeschrieben. Vielleicht ist das kein Grund, um darauf stolz zu sein. Aber es ist trotzdem ein schönes Gefühl, wenn der eigene Blog in einer Zeitschrift vorgestellt wird. Und es ist schön, dass sich mein Umfeld so sehr für mich gefreut hat.

Das Bloggen hat mein Leben verändert – es bereichert. Ich darf das machen, was ich immer machen wollte: Schreiben. Und es gibt Menschen da draußen, die meine Worte gerne lesen und das seid ihr – meine Leser. Das Bloggen erfüllt mich voll und ganz und ich bin ganz gespannt, was noch alles auf mich zukommen wird.

Danke an euch alle!

Hier könnt ihr -falls ihr nicht an die Printversion rankommt- meinen Artikel durchlesen.

Übrigens: Diese Woche befinde ich mich in Budapest. Juhu! Wenn ihr diese Zeilen lest, bin ich bereits unterwegs. Wer nichts verpassen möchte, schaut am Besten bei Snapchat vorbei (lisalait). Aber auch auf Instagram werde ich euch mit neuesten Updates meiner Reise versorgen.

 

1 Month WordPress Update

1 Month WordPress

So erging es mir

Ja ist denn schon ein Monat vergangen? Unglaublich, aber wahr. Seit einem Monat hoste ich meinem Blog nun selbst. In diesem kleinen Update möchte ich euch erzählen, wie es mir bisher erging, welche Schwierigkeiten es gab, was gut gelungen ist, welche Steine mir in den Weg gelegt wurden und auch über einen neuen Abschnitt meines Bloggerdaseins möchte ich euch berichten.

 

Da hat es ganz schön gehapert!

In meinem ersten Blogpost, der auf das Selberhosten auf WordPress Bezug genommen hat, habe ich euch bereits über die kleinen Schwierigkeiten während des Umzugs erzählt. Darauf möchte ich nicht näher eingehen, aber wer es gerne nachlesen würde, kann das HIER tun.

Ich dachte, nach dem Umzug wären all diese Probleme überstanden und es würde zu keinen weiteren mehr kommen. Fehlanzeige! Das erste Problem hatte ich mit meinen Social Media Icons, die einfach nicht sichtbar werden wollten. Ich glaube, auf Instagram und Facebook habe ich ziemlich gejammert. Dank der Hilfe einer technikaffinen Bekanntschaft auf Facebook, wurde das Problem zweimal sofort behoben. An dieser Stelle: DANKE ARNE!

Ein weiteres Problem hat mir Bloglovin beschert! Lange Zeit wollten neue Postings nicht angezeigt werden. Außerdem hat die ganze Sache mit dem Konfigurieren nicht so wirklich funktioniert. Mit ein bisschen Nerven beim Support wurde das zum Glück auch hingebogen. Leider konnte ich mit GFC nicht mehr viel machen. Ich konnte den Blog zwar umleiten, aber neue Postings werden beim GFC Feed nicht angezeigt. Ich habe beschlossen, es dabei zu belassen.

Danach konnte ich mich plötzlich nicht mehr anmelden. Ein Herzinfarktmoment! Glücklicherweise hing das mit meinem anscheinend sehr gut funktionierten Sicherheitsplugin zusammen. Sobald es eine IP-Adresse nicht erkennt, wird man aus dem System geschmissen. Darum konnte ich bei einem Ortswechsel nicht mehr auf meinem Account zugreifen. Nun weiß ich, dass ich mich bei einem Ortswechsel temporär auf die Whitelist setzen muss und alles geht ohne große Schwierigkeiten.

Natürlich hatte ich auch Klickeinbußen. Es sind momentan deutlich weniger, aber das ist okay und damit habe ich auch gerechnet. Das größte Problem habe ich allerdings seit Donnerstag. Auch hier seid ihr Up to Date, falls ihr mir auf Instagram folgt. Leider hat mein MacBook sich dazu entschlossen, den Geist aufzugeben. Das Bloggen wird mir dadurch momentan sehr erschwert und kommt vor allem jetzt gerade ungelegen. Darum gab es gestern auch keinen Snapshot Sunday. Momentan schreibe ich auf einem älteren Laptop, den mir mein Schwager geliehen hat, aber auf Dauer ist das auch keine Lösung. Normalerweise hätte ich heute mehr Infos bezüglich meines MacBooks bekommen sollen, u.a. ob mehr kaputt ist oder ob „nur“ die Festplatte ausgetauscht werden soll. McShark hat sich noch nicht gemeldet, darum werde ich morgen in meiner Unipause vorbeischauen.

 

Das ist gut gelungen!

Das neue Lebensgefühl beim Bloggen ist unbeschreiblich. Ich habe so viel Freude dazugewonnen und liebe es nun noch mehr. Alleine deswegen war der Umzug wert! Ansonsten habe ich mich auf WordPress gut zurechtgefunden. Ich bin sehr froh, den Umzug gewagt zu haben. Es war -trotz kleiner Schwierigkeiten- die richtige Entscheidung. Mir ist bewusst, dass bestimmt noch Schwierigkeiten auf mich zukommen werden, aber das ist okay. Ich mache so gut wie alles alleine und bin eben nicht in allen Bereichen so bewandert, aber das kommt bestimmt mit der Gewohnheit. Ich bin mir sicher, ich werde noch viel dazulernen und das muss ich auch.

 

Ein neuer Abschnitt in meinem Bloggerleben!

Endlich darf ich es offiziell verkünden. Ich bin seit heute offizieller Teil der Madison Coco Familie und festes Teammitglied. Ihr findet nun zweimal im Monat einen Blogpost von mir auf Madison Coco. Ich freue mich auf diese Erfahrung und die neue Zusammenarbeit mit großartigen Bloggern.

Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Anekdoten aus dem Leben einer Studentin

Thoughts in Trieste

Unruhig wälze ich mich in meinem Bett. Meine Hand ertastet sich vorwärts, sucht und findet. Das Handy, welches an der letzten Ecke des Nachttisches liegt, nahe der Kante und droht, herunterzufallen. Bevor es soweit kommt, schnappe ich es mir und werfe einen Blick darauf. Das Ladekabel löst sich automatisch, während das gedämpfte Handylicht erstrahlt und mir erbarmungslos die Uhrzeit verrät: 05:15 Uhr morgens. 

Ich neige meinen Blick nach links. Seelenruhig schlummert meine Mutter im Bett nebenan. Ich kann nicht mehr schlafen. Ich drehe mich noch einmal nach rechts, dann wieder nach links und kneife meine Augen fest zusammen. Eine viel zu frühe Zeit, um aufzustehen, aber ich finde nicht den Weg zurück ins heiß ersehnte Land der Träume. Eigentlich bin ich noch müde, richtig schläfrig. Ich gähne, aber ich schaffe es nicht, wieder einzuschlafen. Die erste Nacht in einem fremden Bett – jedes Mal aufs Neue eine Umstellung.

 

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„It’s pretty early for getting up, isn’t it.“

The last minutes of darkness

Ich weiß, dass ich nicht mehr dazu in der Lage bin, noch ein paar Stunden Schlaf zu finden. Ich weiß auch, dass meine Mutter wenig begeistert davon sein wird, sie jetzt zu wecken, nur um mich vor einem Langeweiletief zu bewahren. Leise, fast schleichend stehe ich auf, suche meine Sachen zusammen und ziehe mich hastig, aber mucksmäuschenstill an. Ich schnappe mir meine Tasche, meinen Trenchcoat und meine Kamera. Draußen ist es immer noch dunkel, aber nicht mehr nachtdunkel, sondern dämmerdunkel. Ein neuer Morgen kündigt sich an. 

Gedankenverloren schleife ich meinen müden Körper zum Lift. Wie benommen drücke ich auf die „0“-Taste. Ächzend lehne ich mich an das kalte Glas des Liftes und fahre ruckartig nach unten. In der Hotellobby steht der Rezeptzionist. Vertieft in seinem Computer. Man sieht ihm an, dass er keine Lust hat, die Nachtschicht zu schieben, doch er lächelt freundlich, als ich aus dem Lift steige. „Good Morning! It’s pretty early for getting up, isn’t it?“, krächzt er mir mit müder Stimme entgegen, unter die sich sein italienischer Akzent mischt. Ich zwinge mich ebenfalls zu einem Lächeln und suche nach einer Antwort, warum ich so früh wach bin. „Yeah, I know. But I’d like to take some pictures of the sunrise at the harbor“, entgegne ich knapp. Viel zu früh, um Englisch zu reden. Ob das grammatikalisch richtig war, weiß ich nicht. Er scheint mich jedoch verstanden zu haben. Jedenfalls nickt er hastig. Vielleicht will er mich auch nur loswerden und weiter im Internet surfen.

 

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Kaffee? Kaffee? Kaaaaaffeeeeee!!!!

In Eiseskälte vor verschlossenen Türen

Es ist immer noch dunkel, als ich das Haus verlasse. Plötzlich ist von dem, was gestern Nacht auf der Straße los war, nichts mehr übrig. Kein buntes Treiben mehr. Stattdessen Einsamkeit, aber keine richtige Stille. Man hört ein paar Autos und den Wind, der mir ins Gesicht peitscht. Ich ringe mich dazu durch, Luft zu holen. Das Atmen fällt mir schwer. War es gestern noch so drückend heiß, richtig schwül, ist es auf einmal bitterkalt. Zu kalt für meine Lungenfunktionen. Da ich aber nur mit Sauerstoff überleben kann, überwinde ich mich und ziehe die eisige Luft scharf ein. Die Kälte schmerzt in meinem Rachen und ich zittere, während ich die ersten Schritte gehe. Nach ein paar Metern drehe ich mich um und werfe einen Blick zum Hotel. Es ist so frisch draußen. Halte ich das überhaupt durch? Es wäre besser, wenn ich kehrt machen und zurück gehen würde. Ins warme Drinnen. Wenn ich jetzt weitergehen würde, würde ich es spätestens in fünf Minuten bereuen. Ich schließe die Augen und denke nach. Nein, ich gehe weiter. Ich kann es nicht ertragen, gelangweilt auf meinem Bett zu sitzen, während meine Mutter noch schläft. Ich hasse diese Warterei ohne Beschäftigung und ich bin mir sicher, dass der Schlaf meiner Mutter noch mindestens eine Stunde dauern würde. Ich gehe weiter. 

Ich bin hier in Italien. Irgendwo bekommt man immer einen Kaffee. Den brauche ich jetzt dringender den je. Nicht nur wegen meiner heruntergeschraubten Energie, sondern auch wegen der Kälte. Nichts, nada, niente hat offen. Ich stehe vor verschlossenen Türen. Mein Blick taxiert jedes Öffnungsschild, doch stets wird mir schriftlich mitgeteilt, dass sonntags erst ab 07:30 Uhr Kaffee verfügbar ist. Erbarmungslos. Ich schaue auf die Uhr. Es wird erst 6 Uhr. Gemein! Ein betrunkenes Pärchen kreuzt meinem Weg. Sie bleiben stehen, schauen mich an und brabbeln irgendetwas auf Italienisch. Ich seufze. „Lo so, il bar é chiuso“, werfe ich zurück und gehe weiter. Wo soll ich nur hin? Mir fällt ein: das Herzstück Triests habe ich noch gar nicht besucht – den Hafen!

 

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Trieste in the morning

Ein ganz besonderer Sonnenaufgang

Es beginnt immer mehr zu dämmern. Der Wind wird stärker, je näher ich an den Hafen komme. Das Meer tost. Salzige Luft strömt mir entgegen, sodass ich plötzlich nur noch Salz schmecke. Die Wellen brechen sich an den Brandungen und ich versuche angestrengt, mich von den starken Windstößen nicht forttragen zu lassen. Meine Hände sind wie Eiszapfen. So eisig waren sie das letzte Mal im Winter. Mir ist bitterkalt. Bibbernd suche ich nach meinem Handy, stecke die Ohrstöpsel in meine Ohren und mache Musik an – Italienische Musik. „Non farmi aspettare – Lass mich nicht warten.“ – Das denke ich mir auch gerade. Ich lausche der Musik, versuche die italienischen Wörter und Phrasen zu verstehen, doch im Endeffekt kann ich nur einzelne Wörter herauskristallisieren. Angestrengt bemühe ich mich, daraus Sätze zu formen. Ich verinnerliche mich. Was könnte das nur heißen? Ich habe wirklich viel verlernt. Sechs Jahre Italienisch unter dem Drill meiner strengen, aber herzlichen Lehrerin waren für die Fische.

Ich packe meine Kamera aus. So langsam kann ich damit beginnen, zu fotografieren. Das Licht ist ausreichend, um bereits das eine oder andere schöne Foto zu schießen. Einige Fischersleute tummeln sich bereits am Hafen. Sie starren mich an, so als wäre ich eine Aussätzige. Womöglich halten sie mich für eine Spinnerin. Ein junges Mädchen mit langen, blonden Haaren im Trenchcoat steht bibbernd am Ende des Stegs und versucht in aller Herrgottsfrühe Fotos zu machen. Aber so kalt es auch ist, ich fange an, diese Momente zu genießen. Plötzlich liebe ich diese Einsamkeit, denn ich habe Zeit, nachzudenken. Eine Träne bahnt sich entlang meine Wangen. Nicht, weil ich traurig bin, sondern weil mein Körper auf den Wind reagiert, der immer stärker wird. Trotzdem – der Moment wird magisch. 

 

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Moments of loneliness

Die letzten Minuten alleine

So langsam halte ich die „Polarluft“ am Hafen nicht mehr aus. Ich beschließe, zurückzugehen. Es ist zwar immer noch früh, aber schon hell. Die Sonne will sich noch nicht so richtig zeigen. Ich werde ungeduldig und bin gar nicht mehr darauf fokussiert, den perfekten Sonnenaufgangschnappschuss einzusammeln. Stattdessen gehe ich erneut in mich, während ich gen Richtung Hauptplatz schlendere. Ich versuche, meinen Sommer und die Ferien Revue passieren zu lassen. Was ist nur alles passiert? Habe ich den Sommer so ausgekostet, wie ich das wollte und vorhatte? 

Mein Sommer begann mit einer Enttäuschung. Einer bitteren Enttäuschung, die mir schwer zugesetzt hat. An der ich lange zu knabbern hatte. Die gepaart war mit einer riesengroßen Angst, etwas zu verlieren, was ich nicht verlieren wollte. Eine Freundschaft stand auf der Kippe. Ich habe keine Ahnung, ob mein Gegenüber derselben Meinung war, doch ich fragte mich, ob ich unter diesen Umständen diese Freundschaft noch aufrecht erhalten könnte. Gesagt habe ich nie etwas. Ich habe darüber kein Sterbenswörtchen verloren. Habe geschwiegen. Ob das so gut war, kann ich im Nachhinein nicht beantworten, aber ich habe es geschafft, dieses Ereignis hinter mir zu lassen. Es hat sich alles zu dem gewendet, was es einmal war. Es ist wie früher – fast. Ich habe all die Enttäuschung zwar nicht vergessen, aber ich habe sie ad acta gelegt. Weil ich nichts verlieren will, was mir wichtig ist. Dafür habe ich gekämpft. Nicht aktiv, sondern passiv. 

Ich ziehe mein Handy aus meiner Tasche. Soll ich eine Nachricht schicken? Eventuell noch einmal das aufgreifen, was war. Was ich nicht angesprochen habe. Worüber ich geschwiegen habe. Jetzt, wo ich damit abgeschlossen habe, wäre es nicht mehr so schwer, ehrlich zu sein. Zu sagen, was man sich gedacht hat, was man gefühlt hat, als diese Wendung in meinem Leben oder besser gesagt in unserem Leben passierte, aber ich beschließe, es bleiben zu lassen. Wahrscheinlich würde das wieder viel mehr zerstören, als ich möchte. Dabei wollte ich darüber sprechen. Ich wollte es gar nicht so nach hinten schieben, aber Gelegenheiten, es zu tun, haben sich nie ergeben. Nicht weil ich mich nicht getraut habe. All das hat andere Gründe. Gründe, über die ich nicht mehr nachdenken möchte. 

Hastig stecke ich mein Handy zurück in die Manteltasche meines Trenchcoats. Die Musik läuft weiter, doch mittlerweile ist sie wieder zu meiner Standardplaylist voller Ed Sheeran Songs übergegangen. Ich streife noch durch die leeren Seitengassen. So langsam kommt wieder Leben in die Altstadt, auch wenn es nur die Stadtreinigung ist. Wehmütig spaziere ich zurück ins Hotel und versuche dabei, noch einige Momente fotografisch einzufangen. Die Zeit in Triest war kurz, aber sie war schön. Im Hotel ist meine Mutter bereits aus ihrem langen Dornröschenschlaf erwacht. Auch andere Mitglieder unserer Reisegruppe haben sich bereits in den Frühstücksraum begeben. Alle fragen mich, wo ich gewesen sei. „Ich habe nur den Sonnenaufgang am Hafen fotografiert“, murmle ich leise, schnappe mir einen Teller und lasse meine Gedanken kurz zu den Momenten am Hafen schweifen. Das, was ich gesagt habe, stimmt nur so halb. Habe ich ein gutes Foto vom Sonnenaufgang? Wahrscheinlich nicht. Aber ich habe neue Momente gesammelt und diese gehören nur mir. Mir ganz alleine. 

 

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