Remember Liam Kowal: Don’t Drink & Drive

 

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Stell dir vor: Du bist Mutter oder Vater eines kleinen Kindes. Draußen scheint die Sonne, es ist ein wunderschöner Tag. Du beschließt, diesen Tag auszukosten, um mit deinem Kind einen kleinen Spaziergang zu machen. Du ziehst dein Kind an, setzt oder legst es in den Kinderwagen, gibst ihm sein Lieblingskuscheltier und schlenderst den Gehweg entlang. Keinen einzigen Gedanken verschwendest du daran, dass in wenigen Augenblicken etwas Schlimmes passieren wird. Es ist ein Spaziergang, wie jeder andere auch. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war.

Es ist kein schlimmer Albtraum, keine Illusion. Es ist bittere Realität. Ein schrecklicher Unfall, verursacht von einem betrunkenen Autofahrer oder einer betrunkenen Autofahrerin. Der Kinderwagen zweigeteilt. Das Lieblingskuscheltier deines Kindes liegt verloren auf der Straße. Dein Kind rührt sich nicht mehr. Heulende Sirenen erreichen den Unfallort. Die Ärzte versuchen alles menschenmögliche zu tun, um dein Kind zu retten. Doch letzten Endes müssen sie dir sagen, dass du dich von deinem Kind verabschieden musst und es nie wieder aufwachen wird.

 

Wenn dein Kind nie wieder aufwachen wird

Die Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr

Ich wünschte, ich könnte euch sagen, dass diese Geschichte erfunden ist. Irgendwelche zusammengeschusterten Wortfetzen. Ein Hirngespinst. Dass es nicht echt ist. Doch es ist Realität. Diese Geschichte ereignete sich Anfang September in den USA. Der kleine Liam Kowal, 15 Monate alt, wurde bei einem schrecklichen Verkehrsunfall getötet. Verursacht wurde dieser Unfall von einer unter Alkoholeinfluss stehenden 72-Jährigen. Sie hatte Liam und dessen junge Tante mit ihrem Fahrzeug erfasst und beide schwer verletzt. Anstatt zu helfen, wollte die Frau Fahrerflucht begehen, wurde aber gefasst. Während sich die Tante von den Verletzungen erholt, gibt es für ihren kleinen Neffen keine Rettung mehr. Im Krankenhaus wird er für hirntot erklärt. Wenig später werden die lebenserhaltenden Geräte abgestellt und seine Organe gespendet. Somit rettet der kleine Liam nach seinem Tod das Leben von anderen Kindern, die dringend eine Organspende benötigten.

Seit ich von diesem Vorfall gehört habe, beschäftigt er mich. Es ist selten, dass mich eine Nachricht so sehr berührt, wie diese hier. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht über diese Tragödie informiere. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Tante ein bisschen sentimentaler geworden bin, was kleine Kinder angeht. Fakt ist: Mich macht diese Geschichte unfassbar traurig. Ein kleines Kind, mitten aus dem Leben gerissen und das nur, weil sich eine betrunkene Frau hinters Steuer setzen musste. Dieser Unfall hätte ich nicht passieren müssen. Nein, er hätte nicht passieren dürfen. Denn Alkohol hat im Straßenverkehr nichts verloren. Im Grunde genommen ist es so einfach: Wenn ich trinke, fahre ich nicht. Wenn ich fahre, trinke ich nicht. Anscheinend laufen auf dieser Welt immer noch so gewissenlose Menschen herum, die das schlichtweg nicht kapieren wollen. Das macht mich unendlich traurig und wütend.

 

Promille und PS harmonieren nicht miteinander

Liams Eltern haben das Wichtigste in ihrem Leben verloren: Ihr eigen Fleisch und Blut. Liam durfte nur 15 Monate alt werden, wegen einer Frau, die ihren Alkoholkonsum nicht im Griff hat. Wegen einer Frau, die fahrlässiger nicht hätte handeln können. Einer älteren Frau, die in ihrem Leben so viele Erfahrungen sammeln durfte, aber einem Baby seine ganze Zeit weggenommen hat.

Alkohol zählt zu den größten Gefahren im Straßenverkehr. Bereits 0,3 Promille haben einen Einfluss auf unser Reaktionsvermögen. Selbst das Sehvermögen wird bereits leicht beeinträchtigt. 0,3 Promille entsprechen ungefähr einem kleinen Glas Bier (0,3 l) oder einem Glas Wein (1/8). Eine Menge, bei der sich viele Menschen noch hinters Steuer setzen. Ich persönlich verzichte vollkommen auf Alkohol, wenn ich fahre. Entweder ganz oder gar nicht. Weder ein kleines Bier oder ein Achtel Wein kommen infrage, wenn ich noch fahren muss. Egal, wann ich an diesem Tag fahre. War ich am Vorabend fort oder habe mehr getrunken, lasse ich auch am nächsten Tag das Auto in der Garage stehen. Weiß ich, dass ich am nächsten Tag ein Auto lenken muss, trinke ich nicht mehr, als ein Glas Wein oder ein Glas Bier.

 

Die Promillegrenze

Fakt ist: In Österreich darf man nach dem Konsum von einem Bier oder einem Glas Wein noch im Straßenverkehr mitmischen. Grundsätzlich gilt in Österreich die 0,5 Promille Grenze. Fahranfänger, Busfahrer und LKW-Lenker dürfen die 0,1 Promille nicht überschreiten. 0,1 Promille entstehen beispielsweise, wenn wir einen Apfel essen. Das heißt, es kann durchaus vorkommen, dass wir einen minimalen Promillegehalt im Blut haben, obwohl wir nichts getrunken haben. Keine Sorge, ihr könnt bedenkenlos so viele Äpfel essen, wie ihr wollt und danach noch mit dem Auto fahren.

Sollte es trotz einem Promillegehalt von unter 0,5 und über 0,1 Promille zu einem Unfall kommen, kann man vom Gericht als fahruntüchtig eingestuft werden. Das heißt: Auch 0,5 Promille können dir zur Last fallen. Ab 0,8 Promille steigt dann auch die Versicherung aus, sollte es zum Unfall kommen.

Obwohl ich den Unmut vieler Menschen auf mich ziehen werde: Ich selbst bin für eine 0,1 Promille Grenze für jeden. Auch wenn ein Glas Wein erlaubt ist, aber sollte es zum Unfall kommen, würde ich mich immer fragen, ob ich diesen Unfall verhindern hätte können, hätte ich nichts getrunken.

 

Don’t drink and drive!

Alkohol hat im Straßenverkehr nichts verloren! Die Geschichte von Liam hat dies wieder einmal deutlich gezeigt. In Andenken an Liam, haben die Eltern eine Stiftung gegründet. Damit wollen sie auf die Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr aufmerksam machen. Obwohl es ihnen Liam nicht zurückbringt, zeigen sie damit große Stärke, indem sie andere warnen.

Sag auf DU nein zu Alkohol im Straßenverkehr. Ich weiß, die Taxipreise sind Wucher. Aber nutze sie, wenn du etwas getrunken hast. Um dich und andere zu schützen!

 

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In Memory of

Liam Mikael Kowal

*25.05.2015
+ 03.09.2016
#RememberLiamKowal

 

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EN: Beginning of september 2016 a drunk driver crashed into 15-month old Liam Kowal and his aunt. In the hospital Liam was declared brain death and was taken off life support later then. The driver, a 72-year old drunk lady, flee the scene but couldn’t escape.

The blue ribbon is a sign for Liam Kowal, which also means „Don’t Drink and Drive“!!! I used a blue-white squared ribbon, because the theme of his memorial service was blue and white! Show your tribute to Liam and also post a picture with a blue ribbon on Instagram. Use the Hashtags: #rememberliam and/or #dontdrinkanddrive

Hier geht es zu einem Blogbeitrag von Liams Dad. 

 

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6 Comments

  1. Als ich den ersten Absatz las, hoffte ich noch, dass das nur eine Schockgeschichte sein soll – aber dann hast du mir diese Hoffnung ja genommen. Ich kann mich dir nur anschließen: Es hätte nicht passieren dürfen!

    Manchmal kann ich echt nicht nachvollziehen, wie man so gleichgültig sein kann. Einfach so sein Leben und -noch viel schlimmer- das anderer Personen aufs Spiel setzten, nur weil man trinken und fahren will?! Das geht doch nicht. Wofür gibt es denn Taxis und die Option, Alkohol einfach nicht zu trinken?

    Ich kann dir also nur zustimmen und bin auch für eine Verschärfung der Gesetze! Wenn man doch schon weiß, dass selbst ein Wert unter 0,5 das Reaktionsvermögen beeinträchtigt, dann sollte man sich auch dementsprechend verhalten müssen…

    Liebe Grüße

    • Nein, die Geschichte ist leider wahr 🙁

      Das kann ich auch nicht nachvollziehen. Ja genau, es gibt Taxis und in Städten auch die Nightlines. Ich frag mich echt, warum manche Menschen so blöd sind und es trotzdem tun.

  2. Ein toller Blog Lisa!
    Das Thema ist sooo ernst und wir müssen einfach alle mehr aufeinander aufpassen und den Slogan „don’t drink and drive“ leben bzw andere Mitmenschen darauf hinweisen! Ich kenne die Familie Kowal persönlich, habe jedoch den kleinen Liam leider nie persönlich kennen gelernt. Es ist eine unglaublich traurige Geschichte und auch mich verfolgt sie Tag und Nacht, insbesondere wenn ich meinen kleinen Sohn anschaue, der nur 2 Wochen älter ist als Liam.
    Ich wünsche Mishel und Marcus, dass sie lernen mit dem Verlust zu leben und dass sie ihr Vorhaben, in den USA zum Thema Alkohol am Steuer etwas zu bewegen, erfolgreich umsetzten können! Ich bin mir sicher Liam schaut ihnen dabei zu und ist unendlich stolz auf Mama und Papa!!

    • Hallo Katharina!

      Erstmals danke für dein liebes Kompliment.

      Da stimme ich dir voll und ganz zu. Das tut mir echt sehr Leid, dass du den kleinen Liam nicht kennenlernen konntest. Richte der Familie bitte aus, dass meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl bei ihnen ist.

      Das wünsche ich den beiden auch von ganzen Herzen.

  3. Dieser Beitrag bewegt sehr! Klasse geschrieben. Sehr einfühlsam und bestimmt. Viel zu wenige Menschen scheinen sich bewusst darüber zu sein, was Alkohol am Steuer bedeutet! Toll, dass Du dieses Thema anschneidest!

    Neri

    • Das stimmt, liebe Neri. Mich macht es immer noch sehr, sehr traurig. Auch die Tatsache, die du erwähnst. Leider ist es immer noch so. Es ist aber nicht nur der Alkohol. Manche Leute legen im Ortsgebiet einen Speed an den Tag, das ist ein Wahnsinn. Oder das Handy ist auch ein großes Problem.

      Klar, du kennst mich doch. Solche bewegenden Themen müssen einfach sein. Schade, dass meine Reichweite noch nicht so groß ist. Ich würde mir wünschen, dass gerade diese Themen mehr gelesen werden würden. Da bin ich ganz ehrlich.

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