Author Archives: lisa-reiter

Ich habe meinen Job gekündigt

Ich habe meinen Job gekündigt, um endlich meinen Traum zu leben!

Karriere

Ich habe meinen Job gekündigt, um meinen Traum zu leben

Schon lange träume ich davon, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Nun habe ich mich getraut - und das inmitten einer globalen Pandemie und den damit verbundenen Risiken. 

Schon lange hatte ich diesen Traum. Diesen einen Traum, im Job mein eigener Chef zu sein und selbstständig zu arbeiten. Schon lange spare ich für diesen Traum, um ihn mir irgendwann erfüllen zu können. Den Mut dafür, hatte ich jedoch lange Zeit nicht. Und nun wage ich doch den Schritt in die Selbstständigkeit. Über drei Jahre später, nachdem ich mein Gewerbe angemeldet habe. All das inmitten einer globalen Pandemie und einer damit einhergehenden Krise. 

Job kündigen selbstständig werden
Ich habe meinen Job gekündigt

Wie sich das Schicksal gefügt hat und ich doch zu 100% selbständig sein wollte

Zugegeben: während einer weltweiten Pandemie und einer damit einhergehenden Krise zu kündigen, wo die Wirtschaft ohnehin auf wackeligen Beinen steht, ist und war riskant. Mit meinem Job wog ich mich in Sicherheit. Er war alles andere als gefährdet und eigentlich hatte ich einen sicheren Arbeitsplatz. Plus: jeden Monat bekomme ich durch meinen fixen Job mein Gehalt auf mein Konto. Eine sehr sichere Angelegenheit somit. 

Vielleicht erklären mich einige für verrückt, dass ich das aufgegeben habe. Übel nehmen kann ich das natürlich keinem, denn wenn man sich die Zahl der steigenden Arbeitslosigkeit ansieht und wie andere Unternehmen kämpfen, mag das schon ein wager Schritt sein, den Job für die Selbständigkeit zu kündigen. 

Doch für mich war es quasi wie eine Fügung des Schicksals. Ich träumte schon lange davon, selbstständig zu sein und bin es ja eigentlich auch seit 2015. Allerdings war das immer nur eine Nebenbei-Geschichte, die auf Dauer auch ganz schön anstrengend geworden ist. Darüber hinaus ist es mir in all den Jahren nie gelungen, von meiner Selbstständigkeit zu leben. Die Gründe sind mir bekannt: ich habe zu wenig Zeit investiert, ich hatte zu wenig Vertrauen in mich und ich wusste einfach nicht, wie ich das anstellen sollte. Plus: ich wollte nicht ausschließlich von Social Media und meiner Tätigkeit als Bloggerin leben. Aber kommen wir noch einmal zur Fügung des Schicksals zurück. 

Viele Faktoren haben mitgespielt, die mir endlich den Schubser in die richtige Richtung gaben. Mit den Jahren habe ich gelernt, dass ich zwar gerne selbständig arbeiten möchte, ich es aber alleine nicht schaffe (oder es nicht alleine machen möchte). Zumindest nicht, wenn man meine Ziele genauer betrachtet. Schon länger wollte ich mit jemanden zusammen etwas aufziehen, bisher hat es allerdings nie gepasst, bis ich im August 2020 Bernd kennenlernte. 

Bernd, inzwischen guter Freund und Geschäftspartner, wurde mir von meinem Freund Daniel vorgestellt. Auch er befand sich in einem ähnlichen Hamsterrad, wie ich und wollte seinen Job kündigen. Eigentlich kam Bernd uns nur besuchen, weil Daniel Geburtstag hatte, doch dann entstand das Gespräch, dass wir eigentlich eine eigene Firma gründen könnten, da wir genau das gleiche Ziel hatten. Damals tat ich das jedoch noch als einen verrückten Plan ab, der ohnehin nicht Realität werden würde. Bis Bernd ein paar Wochen später wieder vor unserer Tür stand und den Firmennamen mit uns diskutieren wollte. 

...und auf einmal gab es FYNEST

Bernd hat das Gespräch zwischen uns an diesem Augustabend wohl ernster genommen, als ich. Okay, ihm war die Sache todernst, mit meinem Freund Daniel und mir eine Firma zu gründen. Und als wir so zusammensaßen, den Namen diskutierten, hatte auch ich meine erste Visionen, dass das tatsächlich etwas werden könnte. Wir haben übrigens eine Werbeagentur gegründet – und diese Art der Selbstständigkeit war mein Ziel. Doch ich wusste: es wird nicht möglich sein, eine eigene Werbeagentur aufzuziehen, die nur aus mir selbst besteht. Denn Werbeagenturen gibt es wie Sand am Meer. Ein breites Spektrum an Leistungen anbieten zu können, ist quasi Grundvoraussetzung, um reale Chancen am Markt zu haben. 

So habe ich gelernt, dass ich alleine keine ganze Werbeagentur sein kann, sondern nur eine wichtige Komponente, die ich mit meinen Stärken ausfülle: Branding, Fotografie, Content Creation und Social Media. Und jeder einzelne von uns bringt weitere Stärken mit. Daniel ist ein Kommunikationsgenie, Bernd der Meister im Webdesign. Inzwischen wird unser Team optimal ergänzt: mit David, einem weiteren tollen Fotografen, Angelina, die sich bestens mit Cinematics und Ads auskennt sowie Unternehmensstrategen und Marktforschern. 

Als wir mit FYNEST online gingen, war die Resonanz nicht wie erwartet. Eigentlich rechneten wir damit, dass es etwas dauern würde, bis die ganze Geschichte anläuft. Wir erschienen sofort ganz oben im Google Ranking, bekamen genügend Aufträge, um überleben zu können und hatten wundervolle Zusammenarbeiten. Und das verfrachtete mich auch weiter in die Doppelbelastung sowie in einen Zwiespalt. Plötzlich hatte ich drei Standbeine: meine Festanstellung, Instagram bzw. meinen Blog und FYNEST. Das mag vorerst wie eine Safety Zone klingen, aber es wurde mir zu viel. 

Es waren keine leichten Wochen, aber je mehr Aufträge bei FYNEST eintrudelten, je mehr Angebote unterschrieben wurden, umso mehr wurde ich in meiner Entscheidung bestärkt, mich nun voll und ganz auf FYNEST zu konzentrieren. Ergo: ich kündigte und aus FYNEST soll nun eine richtige Firma werden. Sprich: uns steht die Gründung mit unserer gewählten Rechtsform bald bevor. 

Traum

Wie es im Job nun weitergehen soll

Meine Kündigung fiel mir unglaublich schwer, da ich mich sehr wohl in der Firma fühlte, in der ich angestellt war. Darüber hinaus verstand ich mich gut mit meinem Chef (der übrigens von Tag 1 an über FYNEST informiert wurde) und auch mit meinen Arbeitskollegen. Doch als die Doppelbelastung allmählich zu viel wurde, musste ich mir ernsthaft die Frage stellen, was ich persönlich wirklich möchte. Auf Dauer wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen und so folge die Entscheidung, die ich schweren Herzens traf, zu kündigen. 

Doch da ich mich in meinem Job so etabliert habe und mit meinem Chef gut zusammenarbeite, einigten wir uns darauf, dass die Geschäftsbeziehung weiterhin bestehen soll, nur dass ich jetzt eben als Freelancerin die Projekte abwickle und nicht mehr als Angestellte. 

Die Entscheidung, mich nun zu 100% in die Selbstständigkeit zu wagen, machte ich übrigens nicht von heute auf morgen. Im Grunde genommen bereite ich mich schon jahrelang auf meine Selbstständigkeit vor. Wer weiß, vielleicht gibt es auch einige da draußen, die gerade vor ähnlichen Entscheidungen stehen oder auch irgendwann selbstständig sein möchten. Darum habe ich mir gedacht (auch um wieder aktiver auf dem Blog zu werden), euch ein bisschen in die ersten Schritte meiner Selbstständigkeit mitzunehmen. Das heißt, es folgen detaillierte Beiträge, u.a. wie ich mich auf die Selbstständigkeit vorbereitet habe usw. Gerne könnt ihr mir auch eure Fragen oder Themenschwerpunkte offenbare, die euch besonders interessieren. Ich freue mich auf jeden Fall auf die neue berufliche Herausforderung mit FYNEST und auch darauf, euch mitzunehmen. 

Du bist nicht das, was du studierst

Du bist nicht das, was du studierst

Neue Wege

Du bist nicht das, was du studierst

Du bist nicht das, was du studierst. Ich bin der beste Beweis dafür. 2017 habe ich mein Lehramtsstudium abgeschlossen. In die Schule hat es mich jedoch nicht gezogen. 

Pssst… ich verrate dir ein bislang streng gehütetes Geheimnis. Mit 25 hatte ich eine Sinnkrise. Eine Krise auf beruflicher Ebene. Frisch das Studium abgeschlossen, stand ich vor scheinbar verschlossenen Toren. Oder das, was sich dahinter befand. Die verschlossenen Toren des Ernst des Lebens. Okay, wir halten fest: erwachsen werden gehört zum Leben dazu. Irgendwann zu arbeiten auch. Und hey, ich bin ein typischer Millenial. Mit Zielen vor den Augen und Vorstellungen, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. 

Die Vorstellungen, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll, waren bereits in jungen Jahren in meinen Visionen verankert. Doch dann wurde ich 19, machte die Matura und bekam nicht meinen Traumstudienplatz. Plan B existierte in meinen Hirnwindungen nicht. Wahrscheinlich irgendeine Fehlschaltung meiner Synapsen oder geschuldet der festen Überzeugung, dass Plan A schon irgendwie aufgehen wird. 

Nun, Plan A ging nicht auf und da ich mit 19 rückblickend recht unselbstständig war (damals war ich natürlich nicht der Meinung), musste das Studienangebot in unmittelbarer Nähe herhalten. Die Zeit drängte und ich entschied mich für ein Lehramtsstudium. Das war keine weise Wahl, aber eine solide Basis. 

Du bist nicht, was du studierst
Du bist nicht, was du studierst

Wenn du das falsche studierst

Oft ist es so, dass man im jungen Alter noch nicht wirklich weiß, was man möchte. Dass der Weg die lehrreichen Erkenntnisse bringen wird und es unglaublich häufig vorkommt, dass die erste Studienwahl nicht die richtige ist. Dass man sich unwissentlich für etwas inskribiert hat, was eigentlich gar nicht so die gewünschte Erfüllung bringt. Um ehrlich zu sein, ich wusste das schon am Tag meiner Inskribierung, dass ich KEINE Lehrerin werden möchte. Ich wusste nur, dass mir der Job Spaß machen könnte, aber dass ich das Studium eigentlich nur auswählte, weil sonst nichts anderes da war. Und ja, im Nachhinein traue ich mir auch das Eingeständnis, dass ich mich zu wenig informiert habe. 

Die Jahre vergingen und irgendwie siegte immer die Faulheit. Die Faulheit, mich über neue Studienrichtungen zu informieren und die Angebote zu durchforsten. Schließlich war ich schon inskribiert und das war bequem. Zusätzlich hatte ich durch meine Magersuchtserkrankung auch nicht mehr wirklich die Energie oder den Antrieb dafür, die Sache in die Hand zu nehmen. Plus: mein Abschluss schien in weiter Ferne zu sein und war für mich einfach nicht greifbar. 

Du bist nicht, was du studierst
Du bist nicht was du studierst

...dann kommt der Abschluss

Und ja, was passiert, wenn man studiert, brav die Seminare, Kurse und Vorlesungen besucht? Alle Prüfungen erledigt? Die Diplomarbeit schreibt und zur Diplomprüfung antritt? Richtig! Man wird fertig und hat den Abschluss in der Tasche. Bei mir hat es insgesamt sechs Jahre gedauert. Tja und dann stand ich da, 25 Jahre alt, mit einem Abschluss, der mir eigentlich gar nichts bringt. 

Ich habe dem Lehrerding wirklich eine Chance gegeben, habe unterrichtet, hatte Spaß, aber keine Erfüllung. Plus: meine Fächerkombination war eine noch -entschuldigt den Ausdruck- beschissenere Wahl, als mein Lehramtsstudium. No Jobs available. Super! ABER: meine Studienwahl hatte dennoch einen positiven Aspekt. Durch das trockene Lehramtsstudium fehlte mir der kreative Ausgleich. Et voila: My Café Au Lait war geboren. Ich bloggte, tippte mir die Finger wund und fotografierte. Ich machte hobbymäßig das, was ich eigentlich beruflich machen wollte. Irgendwann kam Instagram dazu, Social Media Marketing wurde schon während meines Studiums relevant und ich baute mir eine kleine Community auf. 

Nach meinem Unterrichtsjahr versuchte ich es einfach mit dieser Referenz. Ich wollte nichts unversucht lassen, also machte ich mir mein Blogger/Mikro-Influencer Portfolio zu eigen und siehe da, es hagelte Zusagen zum Bewerbungsgespräch und auch einige Jobzusagen. Ich fasste Fuß im Marketing, arbeite heute in einer Werbeagentur, werde fürs Kreativsein bezahlt und das ist sogar noch besser, als mein ursprünglicher Berufswunsch. Ich wollte nämlich Journalistin werden. Doch mein Blog hat mir auch gezeigt, dass der Weg eben die Erkenntnis bringt. Und so war die Leidenschaft für Fotografie, Storytelling und Layouten doch ein bisschen größer, als nur zu Schreiben. 

Du bist nicht, was du studierst

Warum es keine Sackgasse ist, wenn du das falsche studierst.

Ich weiß noch ganz genau, als ich die Einführungslehrveranstaltungen für das Unterrichtspraktikum absolviert habe. Eine oberschlaue Juristin vermittelte ganz charmant durch die Blume, dass man mit einem Lehramtsstudium nur Lehrer werden kann. Ergo: finden wir keinen Job an einer Schule, bleiben wir arbeitslos. Und das ist Bullshit. Oft glauben wir, dass uns durch unser Studium nur gewisse Berufsfelder offen stehen. In meinem Fall: Lehrerin.

Nun, arbeitslos bin ich heute nicht, aber ich arbeite auch nicht als Lehrerin. Der 27. März 2012 war mein Stichtag. Die Geburtstunde meines Blogs und die Weiterentwicklung in einer komplett neuen Berufssparte waren mein Schlüssel für einen Job außerhalb der Schule. Ich stand mit 25 also doch nicht mit nichts da, sondern habe mir ein Standbein während meines Studiums aufgebaut, wenn auch unbewusst. Darum mein Rat: probiere dich während des Studiums fleißig aus, mache Nebenjobs, schnuppere in verschiedene Berufe hinein, mache dir deine Talente zu eigen und vielleicht kannst du dir währenddessen auch ein kleines Nebengewerbe aufbauen. Nur weil du versehentlich das falsche studierst, ist deine berufliche Laufbahn noch nicht besiegelt. 

Ganz zum Schluss möchte ich noch eine Sache betonen: das Lehramtsstudium hat mir auch für meine jetzige Laufbahn einen Mehrwert gebracht. Vielleicht arbeite ich nicht an einer Schule, aber ich konnte mir nützliches Wissen in meinen Fächern aufbauen, die ich mir zu eigen machen kann. Ganz besonders liegen mir daher die Bereiche Tourismus, Reisen, Philosophie und Psychologie. Durch meine Schullaufbahn habe ich auch noch Kenntnisse im Bereich Gastronomie und Hotellerie. All das brauche ich auch in der Werbeagentur – denn für bestimmte KlientInnen kann dieses Wissen unglaublich relevant und wichtig sein. Das heißt, auch wenn du vermeintlich das falsche studierst, theoretisch kannst du dein Studium für andere Berufsfelder genauso brauchen. Darum, never give up und gib dich erst mit dem zufrieden, was dein Herz erfüllt. 

2020 – du warst ein spezielles Jahr

2020

Du warst ein spezielles Jahr

Mein spezielles Jahr 2020. Der Jahresrückblick in a Nutshell. 

Fast ein ganzes Jahr ist es her, als ich den ersten Blogbeitrag 2020 geschrieben habe. Am 01.01.2020 saß ich in meiner Wohnung in Casa Lillywood. Ich habe es mir in meinen Kopf gesetzt, 2020 meinen Blog wieder aufleben zu lassen. Obwohl es in den letzten Monaten wieder ruhiger am Blog geworden ist, so habe ich dieses Vorhaben tatsächlich umgesetzt und mehr Beiträge als in den Jahren davor veröffentlicht. 

Aber lassen wir den Blog einmal außen vor. Als ich damals in meiner Wohnung saß, dabei eine Tasse Tee schlürfte, während ich die Finger in die Tasten schlug, ahnte ich nicht, wie 2020 werden würde. Wir alle standen vor rosigen Aussichten, dass 2020 DAS Jahr werden würde. Wahrscheinlich ist es der besonderen Zahl geschuldet. Nun – besonders wurde das Jahr tatsächlich. 2020 war ein spezielles Jahr, doch bestimmt nicht DAS Jahr, das wir uns 2020 zu Jahresbeginn erwarteten. 

Ich kann mich kaum an ein Jahr erinnern, welches solche rasante Veränderungen mit sich brachte, wie 2020. Mit einer Krise hat keiner gerechnet. Ihr wahrscheinlich genauso wenig, wie ich. Doch womit ich auch nicht gerechnet habe: welche weiteren Veränderungen 2020 mit sich bringen wird. Als ich in meiner Wohnung saß, den ersten Blogpost des Jahres schrieb, war für mich eine Sache klar: in dieser Wohnung würde ich auch noch in den kommenden Jahren meine Blogposts tippen. 

Nun, das ist nicht ganz eingetreten. Casa Lillywood wurde aufgegeben. Meinen letzten Blogpost in diesem Jahr tippe ich in der Küche eines kleinen Hauses, in dem ich nun zusammen mit meinen Freund lebe. Das war bestimmt auch die größte Veränderung in diesem Jahr. Und die Veränderung, mit der ich am wenigsten gerechnet habe. 

Mein spezielles Jahr 2020
Mein spezielles Jahr 2020

2020 - spezielles Jahr und schöne Veränderungen

Ich kann und will 2020 keinen negativen Charakter verleihen. Natürlich ist die aktuelle Krise ein ernstzunehmender Zustand und wir wünschen uns wohl alle, dass sie bald vorbei ist. Wir werden sie auch in das neue Jahr mittragen, denn nur weil sich die Jahreszahl ändert, wird sich die aktuelle Lage nicht ändern. Und der Beginn der Coronakrise war eine ganz besonders schwere Zeit. Wir wussten alle nicht, was auf uns zukommt und wurden mit einer Wucht getroffen, die wir alle nicht erwartet hätten. Mich hat die Krise insofern getroffen, dass ich meinen Job verloren habe und ganze sieben Wochen sozial isoliert war. Getroffen habe ich niemanden. 

Ich weiß noch ganz genau, dass ich nach sieben Wochen Selbstisolation kurz vor einem mentalen Break Down stand. Ich rette mich selbst, indem ich meine Selbstisolation abbrach und zu meiner Familie nach Weiz flüchtete. Diese Entscheidung war lang und wohl überlegt. Ich habe sie nicht willkürlich getroffen, aber es war die richtige Entscheidung. 

Während meiner Zeit Zuhause hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich nutzte jeden Moment, um zu reflektieren und mir Fragen zu stellen, die mehr als notwendig waren. Dabei entfernte ich mich irgendwie auch von meiner neuen Heimatstadt Graz. Je mehr Tage vergingen, umso mehr merkte ich, dass mich das Leben in der Innenstadt eigentlich gar nicht so glücklich machte, wie ich es mir immer eingeredet hatte. Damals überlegte ich mir, wie es weitergehen sollte. Innerlich plante ich bereits meinen Umzug in eine Wohnung am Stadtrand – wenn ich es mir überhaupt leisten könnte, denn es gab ja noch das Problem, dass ich keinen Job hatte. Natürlich stand es auch wieder im Raum, zu meiner Mutter zu ziehen, sollte ich finanzielle Engpässe und Schwierigkeiten bekommen. 

Dazu kam es zum Glück nicht. Eigentlich ging seit meiner Flucht aus Graz alles wieder bergauf. Schnell fand ich einen neuen Job. Somit war mein Hauptproblem gelöst. Ich könnte mir meine Wohnung weiterhin leisten. Den Umzug behielt ich jedoch weiterhin in meinen Gedanken, doch bevor ich diese Pläne konkretisieren konnte, traf ich auch schon Daniel. 

Ihr müsst wissen, die Geschichte zwischen Daniel und mir ging unglaublich rasant. Obwohl ich auf unser Treffen anfangs überhaupt keine Lust hatte (er übrigens auch nicht – da wir uns schon beim Schreiben auf die Nerven gegangen sind), bin ich froh, dass ich hingegangen bin. Im Grunde genommen kann ich sagen, dass wir beide schon seit unserem ersten Date unzertrennlich waren. Liebe auf den ersten Blick war es nicht, aber Liebe am ersten Abend. Tja und wenn ich ehrlich bin, wohne ich schon seit dem ersten Date bei ihm. 

Klar, das stieß nicht sofort auf Begeisterung. Meine Freunde und auch die Familie waren in der Hinsicht kritischer. Okay, ich hatte die rosarote Brille auf und vielleicht war diese Entscheidung nicht ganz gut durchdacht. ABER es war das erste Mal, dass ich auf meine Herzgefühl gehört habe. Es hat sich richtig angefühlt. Jetzt, ein halbes Jahr später, bin ich froh über diese Entscheidung. Bereut habe ich es an keinem einzigen Tag. Es hat uns richtig zusammengeschweißt. Bis heute haben wir noch nie gestritten und es läuft gut zwischen uns.

Ihr müsst wissen: dass eine Beziehung das letzte war, womit ich gerechnet habe. Um ehrlich zu sein, habe ich mich schon damit abgefunden, dass es den richtigen Deckel für mich einfach nicht gibt und ich rechnete damit, alleine zu bleiben. Vor Daniel fiel es mir nämlich unglaublich schwer, mein Vertrauen herzuschenken. Das fällt mir auch noch heute schwer, aber er hat es irgendwie geschafft. Meine Beziehungen davor waren immer instabil und von Enttäuschungen geprägt. Ich war nun drei Jahre lang Single. Und das vor drei Jahren war eigentlich auch nur ein längeres Gspusi. Und vor dem war ich auch vier Jahre Single und dazwischen gab es auch nur Gspusis. Für mich ist es immer noch ein unglaubliches Gefühl, nun endlich doch den Richtigen gefunden zu haben. Und das ist Daniel mittlerweile für mich – der Richtige, den ich über alles liebe und ja, er ist die Liebe meines Lebens. 

Ich weiß, dass das viele immer noch zu früh finden, dass ich das von ihm behaupten kann. Doch in diesem Jahr habe ich auch noch eine wichtige Sache gelernt: wir beide führen diese Beziehung. Es wird immer Menschen geben, die unsere Wege nicht verstehen können. Und das ist okay. Ich für meinen Teil bin dankbar, für kritisch und reflektierte Freunde. Ich möchte auch gar nicht, dass sie alles bekräftigen, was ich tue. Aber genauso freut es mich, dass alle meine Entscheidungen akzeptieren und mir nur das Beste wünschen. 

Mein spezielles Jahr 2020
Mein spezielles Jahr 2020

2020 - mein spezielles Jahr, mein Schlusswort

Mit welchen Worten kann ich 2020 nun abschließen? Es ist schwierig. Einerseits hat mir 2020 ein paar Träume genommen, aber 2020 hat mir genauso ein paar Träume erfüllt. Ich lebe nun nicht mehr in der Innenstadt, aber immer noch in Graz – in einem Haus. Ohne nervige Nachbarn, ohne nervige Straße. Mehr Land. Mehr Natur. Und das tut so unendlich gut. Es ist schon ein guter Schritt in die Zukunft, die ich für mich haben möchte. Und dass ich das mit meinem Freund teilen kann, macht die Sache umso besser. Außerdem habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt und mir endlich ein eigenes Auto gekauft. 

Meine geplanten Reisen fielen alle ins Wasser. Dafür ergaben sich spontane Reisen mit meiner großen Liebe. Und diese werde ich in wunderschöner Erinnerung behalten. 

Ich habe meine Freunde nicht so oft gesehen, wie sonst, aber das Band dieser Freundschaften ist stärker geworden. Auch wenn ich sehr traurig war, dass sie an meinem Geburtstag nicht dabei waren, ich kann 365 Tage lang auf sie zählen und das ist wichtig. 

Es war ein verdammt spezielles Jahr. Aber ein Jahr, in dem ich viel gelernt habe und aus dem ich viel mitnehmen kann. 

Meine Gedanken über Weihnachten in der Krise

Weihnachten

Meine Gedanken über Weihnachten in der Krise

Die Corona Krise beeinflusst auch unser Weihnachtsfest. Weihnachten wird heuer definitiv anders. Mit euch teile ich nun meine Gedanken dazu. 

Seit über 8 Monaten hält uns die Corona Krise nun auf Trab. Während sich die Situation im Sommer lockerte, befinden wir uns jetzt wieder inmitten eines harten Lockdowns. Daniel und ich sind sogar aktuell in Quarantäne und dürfen das Haus bzw. unser Grundstück bis 2. Dezember nicht verlassen. Und da die Fallzahlen momentan erschreckender denn je sind, wird sich die Krise auch auf Weihnachten auswirken. 

Weihnachten wird heuer anders. Noch tapsen wir im Dunkeln, wissen nur über die ersten Einschränkungen Bescheid, beispielsweise dass es heuer keinen Glühweinausschank auf den Weihnachtsmärkten geben wird. Weihnachtsmärkte jedoch sollen stattfinden. Kunsthandwerk soll weiterhin ausgestellt und verkauft werden dürfen. Doch um ehrlich zu sein, ich habe das Gefühl, dass auch das noch am seidenen Faden hängt und der Lockdown sogar verlängert wird. 

Obwohl ich Weihnachten mag, ist es für mich jedes Jahr aufs neue schwer, in Weihnachtsstimmung zu kommen und ich bin mir ziemlich sicher, dass die aktuelle Krise auch einen Einfluss darauf haben wird. Es geht mir hier nicht um das Materielle oder um ein großes Weihnachtsfest, da wir sowieso immer im kleinen Kreis feiern. Weihnachten ist mir jedoch trotzdem heilig – und mir geht es vor allem um die Zeit, die ich mit meinen Lieben verbringe. Jährlich versuche ich mich von dem stressigen Weihnachtstrubel zu distanzieren, immer funktioniert das nicht. Was trotzdem funktioniert: die Treffen mit Freunde werden zu dieser Zeit häufiger, genauso wie mit der Familie. Und das werde ich vermissen. Das unbeschwerte Zusammensein mit meinen Lieben, denn wie das heuer aussehen soll, weiß ich noch nicht. 

Weihnachten in der Krise

Psychischer Stress und Materialismus zu Weihnachten

Für viele Menschen ist Weihnachten generell eine Zeit, welche auf die Psyche schlägt. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: Einsamkeit, aber auch finanzielle Schwierigkeiten zählen mitunter dazu. Das wird durch die Krise aufgrund einer höheren Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit etc. noch verstärkt. Und ich denke, gerade jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um sich von Materialismus zu distanzieren. 

Ich selbst habe mein Konsumverhalten schon vor Jahren überdacht. Ich kaufe mir nicht jeden Monat neue Kleidung und Gespräche über materielle Dinge interessieren mich wenig. Instagram Accounts, die sich hauptsächlich mit materiellen Dingen beschäftigen, habe ich eigentlich kaum noch dabei und Mode- und Beautyblogs lese ich gar nicht mehr. Ab und zu gönne ich mir zwar auch was, aber immer bewusst und mit viel Wertschätzung. 

Das hat sich auch auf mein Schenkverhalten ausgewirkt. Ich verschenke am liebsten Zeit und Persönliches. Ich denke, die Krise bietet sich nun auch perfekt dazu an, um selbst über sein Konsumverhalten nachzudenken. Durch die hohe Arbeitslosigkeit oder Kurzarzbeit werden sich viele keine teuren Geschenke leisten können. Gerade jetzt ist es wichtig, sensibilisiert mit der ganzen Sache umzugehen. Denn an Weihnachten geht es nicht um den Konsum. Es geht nicht darum, wer das luxuriöseste Weihnachtsfest feiert, wer den prachtvollsten Baum hat, wer das Weihnachtsmenü mit den meisten Gängen hat usw. Und ich bitte euch, das zu bedenken, vor allem hinsichtlich dessen, was ihr nach außen tragt und in den sozialen Netzwerken teilt. 

Ich persönlich würde es pietätlos finden, wenn an Heilig Abend in den Instagramstories mit den teuersten Geschenken geprahlt wird. Ich kann die Freude hinter einem Geschenk verstehen, auch die Dankbarkeit. Aber ich denke, es muss nicht sein, dass man sich gegenseitig übertrumpfen muss, mit dem, was unter dem Baum liegt. 

Kinderwunsch

Kinderwunsch?! Keine Ahnung!

Kinderwunsch?!

Keine Ahnung!

Bei einem Q&A auf Instagram wurde ich oft gefragt, ob ich einen Kinderwunsch habe. Warum diese Frage für Frauen generell problematisch & schwierig ist und warum auch ich mir damit schwertue, verrate ich in diesem Blogbeitrag. 

Es gehört zum Bild des klassischen wie auch traditionellen Lebens dazu. Der Kinderwunsch bzw. die Familienplanung. Doch heutzutage haben sich unsere Blickwinkel verändert. Wir bestreiten nicht mehr den traditionellen Weg von Hochzeit, Haus bauen und Kinder kriegen. Inzwischen haben wir einen Wandel durchlebt, der von einem „klassischen Lebensweg“ abweicht. Frauen werden beim ersten Kind, wenn sie überhaupt eines möchten, immer älter. Unsere Wege sind anders. Unter anderem dauert es inzwischen auch länger, bis viele Frauen ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Ein Studium beispielsweise kostet Zeit. Dass man danach oder dazwischen noch ein bisschen unabhängig und frei sein möchte oder die ganze Energie in die berufliche Karriere steckt, ist völlig legitim. Aber nicht nur eine längere Ausbildungsdauer oder verschiedene berufliche Ziele sind Faktoren, die viele Frauen davon abhalten, früh Kinder zu bekommen. Manchmal fühlen sich Frauen in ihren 20ern schlicht und ergreifend noch nicht bereit dazu. Und wie es auch kommen mag oder welche Ursachen für die Entscheidung einer Frau im Bezug ihres Kinderwunsches zugrunde liegen, jede Frau hat das Recht, selbst zu entscheiden, wie sie mit dieser Geschichte umgeht. 

Und doch ist es insbesondere DIE EINE FRAGE, die oftmals Neugierde hervorruft. Vor allem wenn man sich, wie ich, in Richtung 30 bewegt und in einer Beziehung lebt. Aber auch Single Frauen müssen sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. Das kann ich aus meinen persönlichen Erfahrungen durchaus behaupten, denn im Grunde genommen war die Frage immer präsent. Während meines Single-Daseins eben in einem anderen Kontext. Die Frage nach Kindern. 

Kinderwunsch?

Warum die Fragen nach Kindern, Kinderwunsch und einer vermuteten Schwangerschaft tabu sein sollten...

Es ist nicht nur die Frage nach dem Kinderwunsch schwierig, sondern auch die Frage: „Bist du schwanger?“ – Egal aus welchen Anlässen sie auch hervorgehen möchten. Denn das Thema Kinder hat für jede Frau eine andere Bedeutung – für viele ist sie höchst emotional. Die Gründe fußen auf Tatsachen, die quasi jede Frau betreffen könnte. Dabei muss es sich noch nicht einmal um Fremde handeln oder Frauen, die uns weniger nahestehen. Auch auf die engste Freundin könnte zumindest eines der Dinge, die ich gleich aufzählen werde, zutreffen. 

Die Fragen nach dem Kinderwunsch oder einer vermuteten, aber nicht bestätigten Schwangerschaft, sind deswegen so schwierig und emotional, weil es nicht selbstverständlich ist, Kinder zu bekommen oder sie gesund auf die Welt zu bringen. Viele Paare versuchen jahrelang vergeblich, ein Baby zu zeugen. Andere Paare hingegen erlitten ein- oder mehrmals eine Fehlgeburt – eine schmerzliche Erfahrung. Andere Frauen hingegen möchten Kinder, aber haben noch keinen geeigneten Partner oder eine geeignete Partnerin gefunden. Wiederrum andere haben ihr Baby zur Adoption freigegeben. Und dann gibt es noch Frauen, welche sich einst in ihrem Leben für eine Abtreibung entschieden. Aus welchen Gründen auch immer: Vergewaltigung, Alter, das Kind ist nicht gesund usw. Solche Entscheidungen gehen uns nichts an und auch wenn es Abtreibungsgegner gibt, die solche Beweggründe so oder so ablehnen, wir brauchen nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, dass es eine quälende Erfahrung für eine Frau ist. 

Und dann gibt es Frauen, wie mich. Ob es für mich problematisch sein wird, Kinder zu bekommen, weiß ich nicht. Ich habe es noch nie versucht und auch den Drang danach verspüre ich aktuell nicht. Doch mein „Problem“ liegt in erster Linie auf dem Fakt, dass ich mit meinen 28 Jahren immer noch nicht weiß, ob ich Kinder bekommen möchte oder nicht. Weder steht dieser Entschluss für mich fest, noch fühle ich mich bereit dazu und doch werde ich unter Druck gesetzt, mich endlich zu entscheiden, ob ich kinderlos bleiben möchte oder nicht. 

Ende 20 und noch nicht bereit für ein Kind...

Auf Instagram habe ich ehrlich geteilt, wie meine Meinung dazu aussieht. Nämlich genauso, wie ich es eben beschrieben habe. Ich bin 28 und weiß nicht, ob ich Kinder haben möchte. Unerwartet kamen unzählige Reaktionen auf meine Story. Ich hatte noch nie so viele Antworten auf eine Story, wie auf diese. Viele Frauen reagierten verständnisvoll, erzählten mir, dass es ihnen gleich geht. Dass sie sich selbst oft unter Druck gesetzt fühlen, was das Thema „Kinderwunsch“ anbelangt. Wiederrum andere erzählten mir von ihren Erfahrungen, sehr jung Mutter geworden zu sein und dass sie oft gefragt wurden, ob das Kind denn „überhaupt gewollt sei.“ Auch das sind Fragen, die wir nicht zu stellen haben. Und dann gab es noch eine dritte Gruppe, die in mir erneut das Gefühl des Druckes erzeugten. Die mir erklärten, dass das reine Biologie ist und ab 35 die Risiken für Behinderungen beim Kind sowie Problemschwangerschaften steigen. 

Ich denke, jede Frau, die sich dazu entschließt, später ein Kind zu bekommen, ist sich der Risiken bewusst. Ich zumindest bin es. Auch wenn Biologie nicht mein stärkstes Fach war, es ist etwas hängen geblieben und ich weiß, dass es in diesem Alter schwieriger ist, ein Kind zu bekommen. Nicht nur mit dem Versuch, schwanger zu werden, sondern eben auch mit den damit verbundenen Risiken. Ob das nun verantwortungslos ist oder nicht, sei dahingestellt. Schwangerschaften habe ich noch nie als eine Leichtigkeit betrachtet. Für mich ist dieses Risiko eigentlich immer präsent, auch wenn man beim ersten Kind noch unter 30 ist. 

Und weil ich mir des Risikos bewusst bin, möchte ich nicht ständig daran erinnert werden. Ich persönlich betrachte mich als eine sehr gebildete und gut informierte Frau. Ich versuche stets, mein Wissen über den weiblichen Körper und vor allem meinen Körper zu erweitern und setze mich damit auch auseinander. Es ist nicht notwendig, von außen noch eine Klatsche zu bekommen, denn ja, es schürt Ängste, die ich vorher nicht hatte, als ich mich selbst mit dieser Thematik befasste. 

Ich bin nun fast am Ende meiner 20er angelangt. Und es ist nun einmal so, dass ich nicht weiß, ob ich irgendwann Kinder möchte, oder nicht. Dabei widerspreche ich den gesellschaftlichen Normen, aber ich weiß nun mittlerweile auch, dass es vielen so geht. Dass es vollkommen normal ist, wenn man mit Ende 20 noch nicht weiß, ob man Kinder möchte oder nicht. Ich fühle mich noch nicht bereit dazu, doch nur aus Angst, ich wäre irgendwann, wenn ich es möchte, zu alt dafür, will ich jetzt nicht um jeden Preis ein Kind haben. Denn DAS wäre verantwortungslos. 

Kinderwunsch

Wenn die anderen es besser wissen...

Ist es nun wirklich notwendig, ungefragt sein medizinisches Halbwissen weiterzugeben, nur weil man es wieder einmal besser weiß oder den Drang verspürt, seinen Senf abgeben zu müssen? Ich denke nicht. Viel wichtiger ist es, sensibel mit der Situation umzugehen. Zu lernen, dass uns die Familienplanung von anderen Menschen nichts angeht. Dass wir leben und einander leben lassen sollten. Es ist wichtig, dass wir die Wünsche von anderen Menschen akzeptieren sowie respektieren, denn wir sind es nicht, die das Kind letztendlich großziehen. Wir dürfen niemanden verurteilen, der noch keine konkreten Familienpläne hat – egal in welchem Alter. Denn wenn wir eines vermeiden sollten, dann ist es doch das, dass wir jemanden verletzen, vor den Kopf stoßen oder schlecht fühlen lassen. 

Kupferspirale

Die Kupferspirale – Erfahrungsbericht

Die Kupferspirale

Erfahrungsbericht

Im Juli habe ich mir die Kupferspirale einsetzen lassen. In diesem Beitrag berichte ich über meine Erfahrungen.  

Beim Thema Verhütung gehe ich keine Kompromisse ein. Es ist ein wichtiges Thema. Bisher musste ich mir jedoch nicht allzu viele Gedanken darüber machen. Ich habe immer mit Kondom verhütet, da in meinen letzten beiden Beziehungen ein anderes Verhütungsmittel aus diversen Gründen einfach nicht relevant war. Die Gründe muss ich auch nicht näher erläutern. 

Als ich meinen Freund im Juni kennengelernt habe, stand für mich jedoch gleich fest, dass ich nicht mehr mit Kondom verhüten möchte. Die Pille habe ich schon als Jugendliche abgelehnt. Es stand für mich einfach nicht zur Debatte, meinen Körper mit Hormonen vollzupumpen, darum war es auch immer mein Wunsch, eine hormonfreie Alternative zu finden. Schnell fiel die Entscheidung auf die Kupferspirale. Mir ist natürlich klar, dass es unzählige Beiträge auf Blogs gibt. Da man dort jedoch oft Horrorstories findet, habe ich mir gedacht, ich berichte von meinen Erfahrungen. 

Beschönigen werde ich hier allerdings auch nichts, trotzdem ist es mir wichtig festzuhalten, dass meine Erfahrungen mit der Kupferspirale weniger schlimm als erwartet waren/sind. 

Bevor ich die Kupferspirale bekommen habe...

Da sich die Kupferspirale in meinem Körper befindet, stellte es für mich eine Selbstverständlichkeit dar, mich auch umfassend darüber zu informieren. Immerhin wollte ich mir nicht willkürlich etwas einsetzen lassen. Zuerst habe ich die Eigenrecherche aufgenommen. Dabei kamen mir doch mehr Horrorstories unter, als gewünscht. Dennoch wollte ich auch noch ein Fachgespräch mit meiner Frauenärztin führen, das so oder so notwendig ist, wenn man sich die Kupferspirale einsetzen lassen möchte. Bereits Anfang Juli machte ich mir einen Termin zum Erstgespräch aus. 

Um ehrlich zu sein, war das Erstgespräch enttäuschend für mich. Meine Frauenärztin, die ich nun unter anderem wegen diesen Erfahrungen wechseln möchte, nahm sich kaum Zeit für mich. Im Endeffekt erklärte sie mir die Spirale genauso, wie ich es im Internet selbst nachlesen konnte. Nach 5-10 Minuten war das Gespräch vorbei. Sie hat nicht mal untersucht, ob die Kupferspirale geeignet für mich und meinen Körper ist. Dennoch fiel mein Entschluss für die Spirale und ich machte einen Termin aus. 

Der Eingriff und die Tage danach

Am 3. Tag meiner Menstruation wurde mir die Spirale eingesetzt. Einen Tag zuvor holte ich mir noch ein Medikament ab, welches das Einsetzen der Spirale erleichtern soll. Ein paar Stunden vor den Eingriff nahm ich die Tablette ein. Obwohl es bereits der dritte Tag meiner Menstruation war, hatte ich an diesem Tag starke Blutungen, welches die Frauenärztin auch nicht gerade freundlich kommentierte. Der Eingriff selbst hingegen war schnell vorbei, aber für mich persönlich unangenehm bis schmerzhaft. Dennoch waren die Schmerzen weitaus weniger schlimm, als erwartet, doch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren, wäre für mich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. 

Nach dem Eingriff stiegen die Schmerzen. Sie waren etwas stärker als meine „normalen“ Menstruationsbeschwerden, die bei mir doch schon ziemlich ausgeprägt, aber aushaltbar sind. Mein Freund nahm sich extra für meinen Eingriff für den Rest des Tages frei, holte mich ab und kümmerte sich darum, dass ich die Medikamente, welche mir nach dem Eingriff verschrieben wurden, bekomme. Den Rest des Tages verbrachte ich auf der Couch, um mich zu erholen. 

Mich zu schonen war an diesem Tag unglaublich wichtig, denn später wurden die Schmerzen noch etwas stärker und ich konnte auch nichts anderes machen, als auf der Couch zu liegen. Auch am nächsten Tag hatte ich noch Schmerzen, die aber bereits stark nachließen. Nachdem meine Periode vollkommen vorbei war, ging es mir auch wieder gut. 

Die Erfahrungen mit der Kupferspirale nach dem Eingriff

Meine Frauenärztin erklärte mir nach dem Eingriff, dass ich trotzdem zwei Wochen mit dem „ungeschützten“ Sex warten und bis zur Nachsorgeuntersuchung noch mit Kondom verhüten sollte. Zwar wird bereits unmittelbar nach dem Eingriff im Ultraschall überprüft, ob die Spirale auch richtig sitzt, doch durchaus wäre es noch möglich, dass sie verrutscht. Zwei Wochen später hatte ich dann meinen Nachsorgetermin und die Kupferspirale saß genau an der richtigen Stelle.

Seitdem ich die Kupferspirale habe, haben sich natürlich auch ein paar Dinge verändert. Meine Periode ist am ersten und zweiten Tag besonders stark, ich spüre meinen Eisprung intensiver und auch meine Menstruationsbeschwerden haben zugenommen. Mit Wärmflasche und Tee sowie leichten Schmerzmitteln bekomme ich das aber gut in den Griff. Schmerztabletten habe ich übrigens schon vor der Kupferspirale genommen, wenn ich Menstruationsbeschwerden hatte. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sich die stärkere Blutung am ersten und zweiten Tag schon sehr stark auf meine Energie auswirkt. Ich fühle mich an diesen Tagen besonders schlapp und mit mir ist wenig anzufangen. Das war davor nicht der Fall. 

Dafür wird meine Periode insbesondere am dritten Tag sehr, sehr schwach und die Blutungen bleiben bis zum Ende meiner Periode extrem leicht. Auch die Schmerzen sind danach nicht mehr vorhanden. Allerdings dauert meine Periode nun einen Tag länger und mein Zyklus hat sich um ein paar Tage verkürzt. Außerhalb meiner Menstruation und den wenigen Tagen davor spüre ich die Spirale nur dann, wenn ich dringend auf die Toilette muss. Eine volle Blase bedeutet leider auch Bauchschmerzen, was ich zuvor nie hatte. Die gehen aber sofort weg, wenn ich auf der Toilette war. 

Was ich dank der Kupferspirale gelernt habe

Zugegeben: ich habe mich wirklich verrückt gemacht, nachdem ich so unterschiedliche Erfahrungsberichte gelesen habe. Doch ich habe eine Sache gelernt: jede Frau ist anders, jeder Körper ist anders und darum reagieren wir auch unterschiedlich auf die Kupferspirale. Es ist ein Fehler, alles zu verallgemeinern. Ich habe Freundinnen, die richtige Probleme nach dem Einsetzen der Kupferspirale hatten, manche wiederum leben genauso, wie vorher und merken überhaupt keinen Unterschied. 

Bei mir kam es zu Veränderungen, die aber durchaus aushaltbar sind und die ich auch in Kauf nehme. Sie schränken meine Lebensqualität überhaupt nicht ein, da ich so oder so unter Menstruationsbeschwerden und PMS leide. Wesentlich stärker wurde der Schmerz nämlich nicht. Sie sind nach wie vor aushaltbar, wenn auch etwas intensiver. 

Was mir jedoch gefehlt hat: eine ausgiebige Beratung und Betreuung von meiner Frauenärztin, die ich deswegen nun auch wechseln werde. Erfahrungsberichte im Internet bzw. auf Blogs oder Instagram sind bestimmt nicht unwesentlich und dienen als wichtige Informationsquelle. Doch letztendlich ist es wichtig, dass ihr euch in Hände begebt, die wirklich wissen, was sie tun. Darum sucht euch einen Frauenarzt oder -ärztin, dem/der ihr wirklich vertrauen könnt, der/die sich Zeit für euch nimmt, euch ordentlich durchcheckt und euch so auch sagen kann, ob die Kupferspirale für euch geeignet ist oder nicht. 

Laufmotivation: was mich wirklich antreibt

Laufmotivation

Was mich wirklich antreibt

Obwohl Laufen meine Lieblingssportart ist (ja, wirklich), habe ich es nicht immer so mit meiner Laufmotivation. Heute verrate ich dir, was mich wirklich antreibt. 

Laufmotivation

Zwischen dem inneren Schweinehund und Bewegungsdrang

In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich mich zu einer leidenschaftlichen Läuferin gemausert. Unfassbar, wenn man bedenkt, dass ich als 10-jährige bei einem Schülerlauf fast nicht ans Ziel kam und den letzten Platz belegte. Damals betrug die Distanz -wenn überhaupt- nicht einmal 2 km. Heute laufe ich längere Strecken problemlos. 7 km sind Standard, manchmal sind sie kürzer, manchmal richtig ausgedehnt. Die wichtigste Sache ist jedoch: ich habe Spaß dabei.

Doch die Laufmotivation ist bei mir nicht immer gegeben. Meistens kostet mich jeder Lauf Überwindung – aus den unterschiedlichsten Gründen:

  • ich bin müde
  • das Wetter passt nicht (zu heiß, zu kalt, Regen, Schnee)
  • ich fühle mich lustlos
  • oder ich habe keine Kraft.

Letzteres ist für mich wirklich ein Grund, zu pausieren und nicht laufen zu gehen. Doch manchmal fällt es mir schwer, zwischen Lustlosigkeit und Kraftlosigkeit zu unterscheiden. Je besser wir unseren Körper kennen, umso besser können wir auch einschätzen, ob wir kraft- oder lustlos sind. 

Den Wind aus den Segeln nehmen

Laufen ohne Druck und Konkurrenzdenken

Oft habe ich mich beim Laufen unter Druck gesetzt. Gerade bei meiner Lieblingssportart sind mein Konkurrenzdenken und mein Wettbewerbsdrang unfassbar ausgeprägt. Regelmäßig muss ich mich selbst bremsen, denn in erster Linie geht es um Bewegung. Sich zu bewegen ist ein gutes Hauptziel, um die persönliche Laufmotivation zu steigern. Frei nach dem Motto: „Ich WILL mich bewegen!“ 

Natürlich sieht die ganze Sache als professioneller Läufer anders aus. Aber ich gehe mal davon aus, dass sich kein professioneller Läufer Tipps bei mir holt. 

Bereits mehrmals habe ich miterlebt, dass sich viele Läufer hauptsächlich auf ihre Pace fokussieren. Bei der Pace handelt es sich um die Laufgeschwindigkeit, sprich wie viel Zeit für einen Kilometer benötigt wird. Ich liege derzeit bei 05:37 min/km. Eigentlich ziemlich schnell. Doch die Pace der anderen sollte nie ein Fokuspunkt sein. 

Seitdem ich aufgehört habe, das Laufen als Konkurrenzsport zu betrachten, habe ich an Laufmotivation dazu gewonnen. Vor allem liegt der Kern der Wahrheit auch darin, dass Pace nicht alles ist. Vernachlässigen sollte man sie trotzdem nicht. Beim Trainingseffekt spielt sie eine wichtige Rolle. Das heißt: wird zu langsam gelaufen, wird kein optimaler Trainingseffekt erzielt. Das gleiche Schema gilt aber auch, wenn zu schnell gelaufen wird. Bei einer Überanstrengung droht im schlimmsten Fall sogar das Übertraining. Übertraining gilt es zu vermeiden – ansonsten kann es schnell zu einer Zwangspause oder permanenter Müdigkeit kommen. 

Merke: deine eigene Pace ist schnell genug. Laufe so, dass du den Lauf gut durchhältst und führe die Läufe je nach Trainingseinheit (Intervall-Läufe, Langstreckenläufe etc.) in geeigneter Intensität aus, damit du überhaupt einen Trainingseffekt erzielen kannst. 

Ich persönlich habe mein optimales Lauftempo herausgefunden, indem ich nach Körpergefühl laufe. Das benötigt natürlich eine gehörige Portion an Erfahrung und Fingerspitzengefühl, aber ich bin drangeblieben und kann mich inzwischen gut einschätzen. Auch die Herzfrequenz ist ein guter Orientierungspunkt, um das persönliche Tempo zu definieren.      

Tipps zur Laufmotivation

Trainiere dein Mindset und schaffe dir Rituale

Mit Psychologie zur Laufmotivation

Da Motivation von unserer Psyche ausgeht, war es für mich naheliegend, mein Mindset lauftauglich zu machen. Ich habe einige Denkmuster, Verhaltensweisen und Rituale entwickelt, die meine Laufmotivation boosten. Diese sind ganz simpel. Manchmal trickse ich mich sogar selbst damit aus. Heute möchte ich diese Tipps teilen, die für alle umsetzbar sind: 

1. Erstelle dir eine Playlist

HALT! Bitte nicht gelangweilt weg klicken. Denn ob ihr es glaubt oder nicht: die Erstellung einer Lauf- bzw. Sportplaylist kann zur richtigen Wissenschaft werden. Musik hat eine enorme Einflusskraft auf meine Läufe. Beispielsweise vermeide ich Drum & Bass Songs, weil mich diese immer schneller laufen lassen, als ich kann. Erstellt für den Anfang eine Playlist mit Songs, die auch mit eurem Lauftempo korrelieren. Was jedoch noch hilft: malt euch eine Geschichte zu dem Song aus. 

Ich habe ein paar Songs auf meiner Playlist, zu denen ich mir eine bestimmte Geschichte ausgedacht habe. Diese Geschichten habe ich inzwischen in meinem Kopf manifestiert und sind im Zusammenhang mit den Songs jederzeit abrufbar. Quasi: Gehirnjogging fürs Joggen. Die Geschichten können Zukunftsvisionen oder auch schöne Erinnerungen sein, die ihr im Kopf durchspielt. Wenn ich merke, dass ich mich zu stark auf den Lauf fokussiere und mich dieser ergo dessen anstrengt, gebe ich diese Songs rein, um mit meinen Gedanken abzudriften. Das hilft mir, meine Laufmotivation aufrecht zu erhalten.  

2. An das Gefühl danach denken

Das Gefühl danach ist inzwischen einer der Hauptgründe, warum ich laufen gehe. Ja, wirklich. Das Gefühl nach einem Lauf ist unbeschreiblich angenehm, sodass mich alleine der Gedanke daran motiviert, mir meine Laufschuhe anzuziehen. 

3. Du machst es für dich, deine Gesundheit und nicht, um abzunehmen

Zugegeben: eigentlich habe ich mit dem Laufen angefangen, um möglichst viele Kalorien zu verbrennen. Das hat ganz schön auf meine Laufmotivation gedrückt. Inzwischen habe ich mir andere Motive gesucht, warum ich laufen gehe. Darüber hinaus bin ich auch nicht mehr allzu streng mit mir und bin nicht böse auf mich, wenn der eine oder andere Lauf weniger gut funktioniert. Das gehört dazu. Mein Hauptmotiv, warum ich laufen gehe: ich weiß, dass mein Körper Bewegung braucht und das ihm diese gut tut. 

4. Pausen sind erlaubt, nicht verboten

Oft fällt es mir schwer, mir Pausen einzugestehen. Aber manchmal sind Pausen während einem Lauf notwendig. Obwohl ich hinsichtlich des Laufsports mittlerweile gut trainiert bin, muss auch ich manchmal Geh-, Steh- oder Sitzpausen einlegen. Das kann bereits nach 2 km oder nach +8 km der Fall sein. Früher habe ich mich immer dazu gezwungen, weiterzulaufen. Pausen waren nicht erlaubt. Heute hingegen nehme ich sie mir bei einer Überanstrengung. Das macht meinen Lauf nicht weniger effizient. Im Übrigen stoppe ich dann meine Running App, wenn ich pausiere. 

5. Sich zu nichts zwingen

Wenn ich früher Assoziationen zu Laufsport herstellen musste, dann war „Zwang“ oft ein Top-Begriff. Ich habe mich schlichtweg gezwungen. Gezwungen, ständig schneller zu laufen, mehr zu laufen, größere Distanzen zurückzulegen – es überhaupt zu tun. Und wie ich bei Punkt 4 bereits geschrieben habe, habe ich mich auch gezwungen, weiterzumachen, obwohl ich nicht mehr konnte. Heute nehme ich mir den Wind aus den Segeln und setze mich nicht mehr unter Druck. Ich laufe nach Gefühl. Gerade Druck und Zwang zerstören die Laufmotivation.

6. Laufe nur dann, wenn du Kraft hast

Wenn du merkst, dass dir die Kraft ausgeht oder du dich generell kraftlos fühlst, dann lasse den Lauf lieber bleiben. Das geht auch mit dem Punkt 5 einher. Ich denke, sich zum Lauf zu zwingen, vor allem dann, wenn die Kraft fehlt, ist der falsche Ansatz, die Laufmotivation oder die Liebe zum Laufen zu pushen. 

Im Herbst und Winter die richtige Laufmotivation finden

Lustlosigkeit vs. Kraftlosigkeit

Höre und spüre deiner Laufmotivation zuliebe in dich hinein

Manchmal interpretieren wir Lustlosigkeit als Kraftlosigkeit. Wir fühlen uns müde und nehmen die Lustlosigkeit falsch wahr. Wir bilden uns ein, dass wir keine Kraft für einen Lauf haben. Um die Lustlosigkeit von der Kraftlosigkeit unterscheiden zu können, ist es wichtig, dass wir uns selbst gut kennen und einschätzen können. 

Ich persönlich finde es jedoch meistens nur dann raus, wenn ich mir wirklich die Laufschuhe anziehe und ausprobiere, ob ich kraft- oder lustlos bin. Im Endeffekt merke ich das schon nach ein paar Meter. Hinsichtlich dessen hilft wirklich nur eines: den inneren Schweinehund überwinden und es austesten. Man merkt, ob man wirklich keine Kraft hatte oder ein anderes Problem ursächlich für die fehlende Motivation war. Solltet ihr spüren, dass euch tatsächlich die Energiereserven fehlen, dann brecht den Lauf ab und wandelt ihn lieber in einen entspannten Spaziergang um oder kehrt nach Hause zurück. 

Goodbye Casa Lillywood: was ich gelernt habe, als ich alleine lebte!

Goodbye Casa Lillywood

Was ich gelernt habe, als ich alleine lebte

Meine Zeit in Casa Lillywood geht dem Ende zu. Zwei Jahre lang habe ich alleine gelebt. In dieser Zeit habe ich viel gelernt. 

Mein erster Eindruck von Casa Lillywood

Juni 2018. Nervös betrete ich die Räumlichkeiten meiner ersten eigenen Wohnung. Viel kann ich mir darunter noch nicht vorstellen. Die Wohnung befindet sich noch im Rohbau. Es gibt keinen Parkettboden, keine Küche, keine Türen – NICHTS. Nur abgedeckte Fenster und Wände. Im Hintergrund Baustellengeräusche, die mir in den Ohren dröhnen. In mir macht sich ein Gefühl breit, das schwer zu beschreiben ist. Es ist eine Mischung aus Vorfreude, Angst, aber auch Unsicherheit. Die Wahl auf diese Wohnung fiel ziemlich unüberlegt, um ehrlich zu sein. Noch bevor ich die Wohnung betrat, habe ich bereits eine Erklärung unterschrieben, dass ich die Wohnung nehmen werde.

Obwohl ich mich tatsächlich auf den ersten Blick in die Wohnung verliebe, habe ich doch Zweifel, ob die Entscheidung richtig war. Ich lasse mir nichts anmerken. Irgendwie sieht es schon sehr klein aus, aber ich versuche, den Zweifel schnell beiseite zu schieben. Rede mir ein, dass ich einfach ein großes Haus gewohnt sei, in dem ich 26 Jahre meines Lebens verbrachte. 

Freude ist trotzdem irgendwie da. Endlich kann ich zu 100 Prozent auf eigenen Beinen stehen und um nichts in der Welt möchte ich diese Möglichkeit wieder hergeben. Es ist eine Mischung aus „ich kann es kaum noch erwarten“ und „ich muss mich wohl damit arrangieren.“ Und es mischt sich auch der Gedanke dazu, dass ich ohnehin nicht ewig in dieser Wohnung leben werde. 

2 Jahre alleine leben

Manchmal braucht es doch noch einen zweiten Eindruck

August 2018. Ich fahre wieder in die Wohnung, weil ich für meine Möbel dringend Abmessungen brauche, die mir die Hausverwaltung aus welchen Gründen auch immer nicht geben kann. Ich treffe mich mit meinem Makler und werde in die Wohnung gelassen. Und der zweite Eindruck ist wesentlich besser. Die Wohnung ist mit Ausnahme von der Küche voll ausgestattet. Endlich kann ich mir unter diesem kleinen 50 Quadratmeter Zuhause etwas vorstellen. Und aus meinen anfänglichen Zweifel wird nun pure Vorfreude. Die Angst ist trotzdem noch da: werde ich alleine zurechtkommen? 

2 Jahre alleine leben
2 Jahre alleine wohnen

Meine Erfahrungen und Learnings während ich alleine lebte

Ende September 2018: UMZUG! Casa Lillywood war nun offiziell mein Zuhause. Plötzlich war ich zu 100 Prozent eigenverantwortlich. Auch wenn ich 26 Jahre in meinem Elternhaus wohnte, so fiel mir die Eigenverantwortung gar nicht schwer. Ich bin seit meiner Matura finanziell unabhängig von meinen Eltern, finanzierte mir (mit Ausnahme vom Wohnen) alles selbst. 

Ich war mir bewusst, dass Wohnkosten ein enormer Brocken sein würden. Darüber hinaus verdiente ich in meinem ersten Jahr als Lehrerin nicht viel. Gedanken, ob ich über die Runden komme, machte ich mir schon, aber ich merkte schon im ersten Monat, dass ich ganz gut haushalten kann. Nebenbei hatte ich ja immer noch meine Selbstständigkeit. So war Verzicht quasi kein Thema für mich. Das war auch mein allererstes Learning und zwar, wie man richtig haushaltet und seine Finanzen einteilt. Zwar blieb mir wegen meines geringen Lehrereinkommens kaum etwas zum Wegsparen, aber ansonsten fehlte es mir an nichts. Sogar Reisen und neue Klamotten waren drin sowie ein ganz normales gesellschaftliches/soziales Leben mit Essen gehen und diversen Freizeitaktivitäten. 

Angst hatte ich ein bisschen vor einem erneuten Ausbruch meiner Essstörung. Alleine zu leben birgt viele Versuchungen, doch beim Einkaufen und meiner Ernährung blieb ich so konsequent, wie es mir nur möglich war. Dadurch habe ich gelernt, dass ich endlich stabil genug war und meine Essstörung nun wirklich keinen groben Einfluss mehr auf mich hat. Natürlich war es in Zeiten des Lockdowns wieder etwas schwieriger, doch da kamen ganz andere Komponente dazu, wie dass ich kaum mehr ein Sozialleben hatte. 

Auch wenn es „nur“ sieben Wochen waren, im Vergleich zu zwei Jahren, so habe ich besonders während der Zeit des Lockdowns am meisten gelernt. Es war die Zeit, in der ich mich wirklich zu 100% mit mir selbst beschäftigen musste. Es gab keine externen Ablenkungsfaktoren, sondern nur mich. Da wusste ich, dass ich zwar alleine zurechtkomme, ich aber dennoch ein starkes Umfeld um mich brauche, damit es mir gut geht. 

Vor der Coronazeit hat es mich immer wieder aufs Neue erstaunt, wie gut ich mit dem alleine leben klarkomme. Doch dann merkte ich, dass es eben doch nur funktionierte, weil ich zwar alleine, aber nicht einsam war. Schließlich traf ich mich sehr häufig mit meinen Freunden. Casa Lillywood war praktisch nur ein Rückzugsort, um mal für mich zu sein. Im Lockdown war es jedoch sehr, sehr, sehr einsam, weil ausschließlich Casa Lillywood mein Lebensmittelpunkt war.  

Und doch hat mich das alleine leben zu einer stärkeren Frau gemacht, als ich es davor war. Dennoch bin ich froh, dass das alleine wohnen nun allmählich sein Ende nimmt und ich bei meinem Freund mein neues Zuhause gefunden habe. Und dabei geht es hier gar nicht um sein Haus, in dem ich jetzt lebe, sondern um die Tatsache, dass ich mich in seiner Nähe daheim fühle, egal wo wir sind. Ein Gefühl, dass bei Casa Lillywood während des Lockdowns doch sehr abhanden gekommen ist. 

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Die Sache mit dem Älterwerden

Gedanken

Die Sache mit dem Älterwerden

Älterwerden gehört im Leben dazu. Doch in der Gesellschaft ist das - vor allem als Frau - nicht immer ganz so einfach. 

Wir haben Oktober. Somit ist es bis zu meinem Geburtstag nicht mehr weit. Es wird mein letzter 20er sein. Nächstes Jahr werde ich dreißig. Eine Zahl, vor der ich mich schon vor meinem 20. Geburtstag gefürchtet habe. Ich erinnere mich noch genau an meine Kindheit. Als ich klein war, war dreißig in meinen Augen steinalt. Als Jugendliche sah ich das genauso. Wahrscheinlich war eure kindliche/jugendliche Perspektive ähnlich. Die Angst davor ging lange nicht weg und blieb bis Mitte 20. 

Nur – je näher diese Zahl jetzt kommt, umso weniger stört sie mich. Ich lebe inzwischen ein Leben, mit dem ich vollkommen zufrieden bin. Auch wenn sich mein Leben Grund auf von dem Leben unterscheidet, welches ich mir in meinen Early 20s ausgemalt habe. Ich denke, wir alle haben bestimmte Zukunftsvorstellungen – insbesondere von dem, was wir bis zu unserem 30. Geburtstag erreicht haben möchten. 

Bei mir war es, wie bei so vielen anderen auch, die klassische Zukunftsvorstellung: mit 30 bin ich verheiratet, habe zwei Kinder und bereits eine steile berufliche Karriere. Und natürlich bringe ich meinen Top-Job mit Ehemann und Kind super unter den Hut. Ich würde in meinem Traumhaus mit Garten leben und würde ein teures Auto fahren. 

Tja, was ist von dem eingetreten? Gar nichts. Weder bin ich Mutter, noch bin ich beruflich dort, wo ich bereits sein möchte, noch fahre ich ein eigenes Auto (wobei, das soll bald kommen) und mein Traumhaus wurde auch noch nicht gebaut. Ich trage keinen Ehering am Finger und bin somit unverheiratet. Doch heute stört mich das viel weniger, denn wie bereits gesagt: ich lebe das Leben, mit dem ich voll und ganz zufrieden bin. 

Ich habe trotzdem einen tollen Job, fantastische Freunde, lebe in einer glücklichen Beziehung und mit meinem Freund sogar in einem kleinen Haus mitten in der Stadt, aber dennoch mit viel Grünflächen. Doch eine Sache gibt es trotzdem, die mich gewaltig stört: wenn ich ständig an meinen bevorstehenden 30. Geburtstag erinnert werde oder ich nicht mehr in meinen Zwanzigern sein darf, sondern schon in meinen „Fast Dreißigern“ bin.  

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Wie wir "Alters-Ängste" schüren

Wir sollten uns gegenseitig unterstützen, anstatt Zweifel hervorzurufen

Mir kommt vor: seit meinem 28. Geburtstag bin ich nicht mehr in meinen 20ern, sondern „fast 30“. Und das stört mein Vorhaben, im Hier und Jetzt zu leben. Versteht mich nicht falsch: ich finde es unfassbar wichtig, sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Bei mir persönlich ist es natürlich meine berufliche Karriere und das Haus, das ich gerne einmal bauen und in dem ich leben möchte. Mir ist klar, dass ich in der Hinsicht vorausschauend denken muss. Ich muss mich jetzt im Job beweisen, um mich hochzuarbeiten. Und ich muss jetzt Geld zur Seite legen, damit ich mir das Traumhaus erfüllen kann. Logisch. Das macht auch Sinn und ist wichtig. Doch was ich nicht mag: wenn man Witze über mein Alter macht oder mich damit aufzieht, dass mein 30. Geburtstag bei mir nicht mehr in allzu weiter Ferne ist. Denn Alter ist nur eine Zahl und nichts, was mich als Menschen oder als Frau ausmacht.  

Für viele Frauen (aber natürlich auch Männer) ist die 30 ein Graus. Kein Wunder. Unser gesellschaftliches Bild suggeriert uns, dass wir in unseren 20ern in den besten Jahren sind und es danach vorbei ist. Quasi als wären alle Chancen verspielt, sich selbst zu verwirklichen. 

Insbesondere uns Frauen wird ein hoher Druck auferlegt. Wenn wir mit 30 noch kinderlos sind, werden wir wohl keine mehr bekommen und unser Uterus vertrocknen (um es etwas überspitzt auszudrücken). Wenn wir mit 30 noch keinen Mann haben, werden wir als alte Jungfer (oder Catlady) enden (puh, was hatte ich für ein Glück, dass ich mit 28 noch einen abbekommen habe *sarkasmusover*). Und wenn wir mit 30 noch keine Top-Position im Job erreicht haben – oder bereits eine Boss Woman sind, werden wir beruflich wohl auch nichts mehr erreichen. Gerade das ist KEIN Female Empowerment – denn solche Aussagen kommen gemäß meiner Erfahrung leider meistens von Frauen selbst. Jedoch – sollten wir uns nicht eher unterstützen und beflügeln, anstatt bei der anderen mit solchen Aussagen Zweifel hervorzurufen? 

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden
Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Ich habe keine Angst, älter zu werden

...aber ich habe Angst davor, nicht genug erreicht zu haben

Gerade wenn mein Alter zum Thema wird, kommen plötzlich Ängste in mir auf. Zukunftsängste. Und nicht zu vergessen: Zweifel. Zweifel, ob ich alles in meinem Leben richtig gemacht habe. Oder auch Reue und Wehmut. Ich habe viel Zeit in meinen 20ern verloren. Einerseits durch die Magersucht, durch Therapien und Klinikaufenthalte. Durch die Tatsache, dass ich mich von meinen Freunden sozial isoliert habe. Eine Zeit, in der ich zu meinen liebsten Menschen oft gemein war, oder sie nicht an mich herangelassen habe. Zeit, die ich durch instabile Beziehungen verloren habe oder durch die langwierige Trauerzeit, nachdem mein Vater gestorben ist. 

Weder will ich jammern noch Mitleid, denn ich bin mir immer noch über die Privilegien bewusst, die mir zur Verfügung stehen. Doch meine Early 20s waren keine einfache Zeit für mich. Die meisten meiner Freunde jedoch konnten diese Zeit unbeschwerter genießen. Zugegeben: darum beneide ich sie. Ich wünschte mir, dass ich dieses Glück auch gehabt hätte. Natürlich weiß ich, dass ich selbst auch einiges dafür tun hätte können. Zum Beispiel, indem ich meine Recovery schon damals ernstgenommen hätte. Doch ich bin meinen Weg nunmal so gegangen, wie ich ihn gegangen bin. 

Aber jetzt geht es mir gut. Jetzt bin ich glücklich. Ich habe endlich die richtige berufliche Richtung gefunden. Eine Richtung, die ich weiterhin eifrig verfolgen möchte. Ich bin glücklich in meiner Beziehung und auch mit meiner Familie verstehe ich mich gut. Eigentlich lebe ich jetzt das unbeschwerte(re) Leben, das ich mir immer gewünscht habe. Plus: ich fange jetzt erst so richtig an, meinen Weg zu gehen, um meine Ziele zu erreichen. Denn es hat lange gedauert, um überhaupt die richtigen Ziele für mich herauszufinden. Um zu wissen, was ich auch tatsächlich aus meinem Leben machen und was ich erreichen möchte. Und gerade darum halte ich so stark daran fest, dass ich weiterhin in meinen 20ern und noch nicht in meinen 30ern bin. 

Ich will die letzten Jahre meiner 20er genießen dürfen, als eine Frau, die in ihren 20ern ist. Und ich will nicht das Gefühl haben, dass es jetzt schon zu spät ist, noch etwas zu erreichen. Jetzt, wo ich meine Weg erst so richtig aufgenommen habe. Ich will nicht an mir zweifeln. Schon gar nicht an dem Punkt, an dem ich gerade stehe. Ich verstehe weder, warum 30 gesellschaftlich auf einmal so verpönt ist, noch warum man sich so extrem viel darauf einbildet, wenn man von der 30 noch weit entfernt ist. Lasst uns doch lieber das Leben feiern und das Privileg, wenn wir Älterwerden dürfen. Denn das ist auch keine Selbstverständlichkeit.

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden
Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Editorial: Lost in the Desert of Marrakech

Editorial

Lost in the Desert of Marrakech

Überwältigt. Ich bin immer noch überwältigt von den Eindrücken meiner Reise nach Marrakech. Ich wusste, dass mir der Besuch auf einem anderen Kontinent gefallen würde. Wie gut es mir dann tatsächlich gefiel, konnte ich nicht ahnen. 

Agafay - the Desert of Marrakech

Die Reise nach Marrakech hat etwas mit mir gemacht. Und dabei kann ich gar nicht mal beschreiben, was. Sie hat mich verändert. Nicht von Grund auf. Aber sie hat etwas mit mir gemacht. Obwohl ich nicht alleine nach Marrakech reiste, gab mir diese Reise dennoch genügend Anlässe, über viele Dinge grundlegend nachzudenken. Ein Ort hat mich dabei besonders tief in meine Gedankenwelt eindringen lassen. Die Rede is von der einzigartigen und atemberaubend schönen Agafay Wüste in Marrakech. 

Ruhe finden

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit, ist es schwer, Ruhe zu finden. Es ist auch schwer, Ruhe zu hören. Zu fühlen. Zu schmecken und zu riechen. Unser Planet lebt von Vergänglichkeit. Der Schnelllebigkeit. Wir haben nicht immer Zeit, uns zu sammeln. Wir haben auch nicht immer Zeit, uns mit unseren Gedanken auseinanderzusetzen oder mit Belastungen. Vielleicht, weil wir sie im Unterbewusstsein verdrängen. Oder weil wir sie aus unserem Leben gestrichen haben, obwohl sie immer noch präsent sind. Wir haben uns keine Zeit gegeben. Keine Ruhe. 

Du hast etwas mit mir gemacht

Marrakech, Agafay – du hast etwas mit mir gemacht. Ich durfte zum Ursprung zurückkehren. Erkennen, dass es noch viele Baustellen gibt. Es gibt nicht die passenden Worte, welche meine Gefühle beschreiben. Welche beschreiben, was ich gefühlt habe. Aber wenn schon diese Worte fehlen, war zumindest etwas ganz anderes da. Das Kribbeln, das ich gespürt habe, als ich mich 24 Stunden lang in der Agafay Steinwüste aufhielt. Und es fühlte sich ganz komisch an. Eigenartig. Wie loslassen. Aber dann doch noch ganz arg wie festhalten. Eine Mischung. Eine unbeschreibliche Mischung und ein Wechselbad. Doch eines spüre ich ganz genau: es ist etwas passiert, was schon längst hätte geschehen sollen. 

Und weil mir immer noch die Worte fehlen. Weil ich immer noch nicht weiß, wie ich euch Marrakech aus meiner Perspektive vorstellen kann, gibt es ein Editorial. Aus Liebe zur Bildsprache, die ohnehin immer mehr aussagt, als Worte es je könnten. 

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