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Goodbye Casa Lillywood: was ich gelernt habe, als ich alleine lebte!

Goodbye Casa Lillywood

Was ich gelernt habe, als ich alleine lebte

Meine Zeit in Casa Lillywood geht dem Ende zu. Zwei Jahre lang habe ich alleine gelebt. In dieser Zeit habe ich viel gelernt. 

Mein erster Eindruck von Casa Lillywood

Juni 2018. Nervös betrete ich die Räumlichkeiten meiner ersten eigenen Wohnung. Viel kann ich mir darunter noch nicht vorstellen. Die Wohnung befindet sich noch im Rohbau. Es gibt keinen Parkettboden, keine Küche, keine Türen – NICHTS. Nur abgedeckte Fenster und Wände. Im Hintergrund Baustellengeräusche, die mir in den Ohren dröhnen. In mir macht sich ein Gefühl breit, das schwer zu beschreiben ist. Es ist eine Mischung aus Vorfreude, Angst, aber auch Unsicherheit. Die Wahl auf diese Wohnung fiel ziemlich unüberlegt, um ehrlich zu sein. Noch bevor ich die Wohnung betrat, habe ich bereits eine Erklärung unterschrieben, dass ich die Wohnung nehmen werde.

Obwohl ich mich tatsächlich auf den ersten Blick in die Wohnung verliebe, habe ich doch Zweifel, ob die Entscheidung richtig war. Ich lasse mir nichts anmerken. Irgendwie sieht es schon sehr klein aus, aber ich versuche, den Zweifel schnell beiseite zu schieben. Rede mir ein, dass ich einfach ein großes Haus gewohnt sei, in dem ich 26 Jahre meines Lebens verbrachte. 

Freude ist trotzdem irgendwie da. Endlich kann ich zu 100 Prozent auf eigenen Beinen stehen und um nichts in der Welt möchte ich diese Möglichkeit wieder hergeben. Es ist eine Mischung aus „ich kann es kaum noch erwarten“ und „ich muss mich wohl damit arrangieren.“ Und es mischt sich auch der Gedanke dazu, dass ich ohnehin nicht ewig in dieser Wohnung leben werde. 

2 Jahre alleine leben

Manchmal braucht es doch noch einen zweiten Eindruck

August 2018. Ich fahre wieder in die Wohnung, weil ich für meine Möbel dringend Abmessungen brauche, die mir die Hausverwaltung aus welchen Gründen auch immer nicht geben kann. Ich treffe mich mit meinem Makler und werde in die Wohnung gelassen. Und der zweite Eindruck ist wesentlich besser. Die Wohnung ist mit Ausnahme von der Küche voll ausgestattet. Endlich kann ich mir unter diesem kleinen 50 Quadratmeter Zuhause etwas vorstellen. Und aus meinen anfänglichen Zweifel wird nun pure Vorfreude. Die Angst ist trotzdem noch da: werde ich alleine zurechtkommen? 

2 Jahre alleine leben
2 Jahre alleine wohnen

Meine Erfahrungen und Learnings während ich alleine lebte

Ende September 2018: UMZUG! Casa Lillywood war nun offiziell mein Zuhause. Plötzlich war ich zu 100 Prozent eigenverantwortlich. Auch wenn ich 26 Jahre in meinem Elternhaus wohnte, so fiel mir die Eigenverantwortung gar nicht schwer. Ich bin seit meiner Matura finanziell unabhängig von meinen Eltern, finanzierte mir (mit Ausnahme vom Wohnen) alles selbst. 

Ich war mir bewusst, dass Wohnkosten ein enormer Brocken sein würden. Darüber hinaus verdiente ich in meinem ersten Jahr als Lehrerin nicht viel. Gedanken, ob ich über die Runden komme, machte ich mir schon, aber ich merkte schon im ersten Monat, dass ich ganz gut haushalten kann. Nebenbei hatte ich ja immer noch meine Selbstständigkeit. So war Verzicht quasi kein Thema für mich. Das war auch mein allererstes Learning und zwar, wie man richtig haushaltet und seine Finanzen einteilt. Zwar blieb mir wegen meines geringen Lehrereinkommens kaum etwas zum Wegsparen, aber ansonsten fehlte es mir an nichts. Sogar Reisen und neue Klamotten waren drin sowie ein ganz normales gesellschaftliches/soziales Leben mit Essen gehen und diversen Freizeitaktivitäten. 

Angst hatte ich ein bisschen vor einem erneuten Ausbruch meiner Essstörung. Alleine zu leben birgt viele Versuchungen, doch beim Einkaufen und meiner Ernährung blieb ich so konsequent, wie es mir nur möglich war. Dadurch habe ich gelernt, dass ich endlich stabil genug war und meine Essstörung nun wirklich keinen groben Einfluss mehr auf mich hat. Natürlich war es in Zeiten des Lockdowns wieder etwas schwieriger, doch da kamen ganz andere Komponente dazu, wie dass ich kaum mehr ein Sozialleben hatte. 

Auch wenn es „nur“ sieben Wochen waren, im Vergleich zu zwei Jahren, so habe ich besonders während der Zeit des Lockdowns am meisten gelernt. Es war die Zeit, in der ich mich wirklich zu 100% mit mir selbst beschäftigen musste. Es gab keine externen Ablenkungsfaktoren, sondern nur mich. Da wusste ich, dass ich zwar alleine zurechtkomme, ich aber dennoch ein starkes Umfeld um mich brauche, damit es mir gut geht. 

Vor der Coronazeit hat es mich immer wieder aufs Neue erstaunt, wie gut ich mit dem alleine leben klarkomme. Doch dann merkte ich, dass es eben doch nur funktionierte, weil ich zwar alleine, aber nicht einsam war. Schließlich traf ich mich sehr häufig mit meinen Freunden. Casa Lillywood war praktisch nur ein Rückzugsort, um mal für mich zu sein. Im Lockdown war es jedoch sehr, sehr, sehr einsam, weil ausschließlich Casa Lillywood mein Lebensmittelpunkt war.  

Und doch hat mich das alleine leben zu einer stärkeren Frau gemacht, als ich es davor war. Dennoch bin ich froh, dass das alleine wohnen nun allmählich sein Ende nimmt und ich bei meinem Freund mein neues Zuhause gefunden habe. Und dabei geht es hier gar nicht um sein Haus, in dem ich jetzt lebe, sondern um die Tatsache, dass ich mich in seiner Nähe daheim fühle, egal wo wir sind. Ein Gefühl, dass bei Casa Lillywood während des Lockdowns doch sehr abhanden gekommen ist. 

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Die Sache mit dem Älterwerden

Gedanken

Die Sache mit dem Älterwerden

Älterwerden gehört im Leben dazu. Doch in der Gesellschaft ist das - vor allem als Frau - nicht immer ganz so einfach. 

Wir haben Oktober. Somit ist es bis zu meinem Geburtstag nicht mehr weit. Es wird mein letzter 20er sein. Nächstes Jahr werde ich dreißig. Eine Zahl, vor der ich mich schon vor meinem 20. Geburtstag gefürchtet habe. Ich erinnere mich noch genau an meine Kindheit. Als ich klein war, war dreißig in meinen Augen steinalt. Als Jugendliche sah ich das genauso. Wahrscheinlich war eure kindliche/jugendliche Perspektive ähnlich. Die Angst davor ging lange nicht weg und blieb bis Mitte 20. 

Nur – je näher diese Zahl jetzt kommt, umso weniger stört sie mich. Ich lebe inzwischen ein Leben, mit dem ich vollkommen zufrieden bin. Auch wenn sich mein Leben Grund auf von dem Leben unterscheidet, welches ich mir in meinen Early 20s ausgemalt habe. Ich denke, wir alle haben bestimmte Zukunftsvorstellungen – insbesondere von dem, was wir bis zu unserem 30. Geburtstag erreicht haben möchten. 

Bei mir war es, wie bei so vielen anderen auch, die klassische Zukunftsvorstellung: mit 30 bin ich verheiratet, habe zwei Kinder und bereits eine steile berufliche Karriere. Und natürlich bringe ich meinen Top-Job mit Ehemann und Kind super unter den Hut. Ich würde in meinem Traumhaus mit Garten leben und würde ein teures Auto fahren. 

Tja, was ist von dem eingetreten? Gar nichts. Weder bin ich Mutter, noch bin ich beruflich dort, wo ich bereits sein möchte, noch fahre ich ein eigenes Auto (wobei, das soll bald kommen) und mein Traumhaus wurde auch noch nicht gebaut. Ich trage keinen Ehering am Finger und bin somit unverheiratet. Doch heute stört mich das viel weniger, denn wie bereits gesagt: ich lebe das Leben, mit dem ich voll und ganz zufrieden bin. 

Ich habe trotzdem einen tollen Job, fantastische Freunde, lebe in einer glücklichen Beziehung und mit meinem Freund sogar in einem kleinen Haus mitten in der Stadt, aber dennoch mit viel Grünflächen. Doch eine Sache gibt es trotzdem, die mich gewaltig stört: wenn ich ständig an meinen bevorstehenden 30. Geburtstag erinnert werde oder ich nicht mehr in meinen Zwanzigern sein darf, sondern schon in meinen „Fast Dreißigern“ bin.  

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Wie wir "Alters-Ängste" schüren

Wir sollten uns gegenseitig unterstützen, anstatt Zweifel hervorzurufen

Mir kommt vor: seit meinem 28. Geburtstag bin ich nicht mehr in meinen 20ern, sondern „fast 30“. Und das stört mein Vorhaben, im Hier und Jetzt zu leben. Versteht mich nicht falsch: ich finde es unfassbar wichtig, sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Bei mir persönlich ist es natürlich meine berufliche Karriere und das Haus, das ich gerne einmal bauen und in dem ich leben möchte. Mir ist klar, dass ich in der Hinsicht vorausschauend denken muss. Ich muss mich jetzt im Job beweisen, um mich hochzuarbeiten. Und ich muss jetzt Geld zur Seite legen, damit ich mir das Traumhaus erfüllen kann. Logisch. Das macht auch Sinn und ist wichtig. Doch was ich nicht mag: wenn man Witze über mein Alter macht oder mich damit aufzieht, dass mein 30. Geburtstag bei mir nicht mehr in allzu weiter Ferne ist. Denn Alter ist nur eine Zahl und nichts, was mich als Menschen oder als Frau ausmacht.  

Für viele Frauen (aber natürlich auch Männer) ist die 30 ein Graus. Kein Wunder. Unser gesellschaftliches Bild suggeriert uns, dass wir in unseren 20ern in den besten Jahren sind und es danach vorbei ist. Quasi als wären alle Chancen verspielt, sich selbst zu verwirklichen. 

Insbesondere uns Frauen wird ein hoher Druck auferlegt. Wenn wir mit 30 noch kinderlos sind, werden wir wohl keine mehr bekommen und unser Uterus vertrocknen (um es etwas überspitzt auszudrücken). Wenn wir mit 30 noch keinen Mann haben, werden wir als alte Jungfer (oder Catlady) enden (puh, was hatte ich für ein Glück, dass ich mit 28 noch einen abbekommen habe *sarkasmusover*). Und wenn wir mit 30 noch keine Top-Position im Job erreicht haben – oder bereits eine Boss Woman sind, werden wir beruflich wohl auch nichts mehr erreichen. Gerade das ist KEIN Female Empowerment – denn solche Aussagen kommen gemäß meiner Erfahrung leider meistens von Frauen selbst. Jedoch – sollten wir uns nicht eher unterstützen und beflügeln, anstatt bei der anderen mit solchen Aussagen Zweifel hervorzurufen? 

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden
Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Ich habe keine Angst, älter zu werden

...aber ich habe Angst davor, nicht genug erreicht zu haben

Gerade wenn mein Alter zum Thema wird, kommen plötzlich Ängste in mir auf. Zukunftsängste. Und nicht zu vergessen: Zweifel. Zweifel, ob ich alles in meinem Leben richtig gemacht habe. Oder auch Reue und Wehmut. Ich habe viel Zeit in meinen 20ern verloren. Einerseits durch die Magersucht, durch Therapien und Klinikaufenthalte. Durch die Tatsache, dass ich mich von meinen Freunden sozial isoliert habe. Eine Zeit, in der ich zu meinen liebsten Menschen oft gemein war, oder sie nicht an mich herangelassen habe. Zeit, die ich durch instabile Beziehungen verloren habe oder durch die langwierige Trauerzeit, nachdem mein Vater gestorben ist. 

Weder will ich jammern noch Mitleid, denn ich bin mir immer noch über die Privilegien bewusst, die mir zur Verfügung stehen. Doch meine Early 20s waren keine einfache Zeit für mich. Die meisten meiner Freunde jedoch konnten diese Zeit unbeschwerter genießen. Zugegeben: darum beneide ich sie. Ich wünschte mir, dass ich dieses Glück auch gehabt hätte. Natürlich weiß ich, dass ich selbst auch einiges dafür tun hätte können. Zum Beispiel, indem ich meine Recovery schon damals ernstgenommen hätte. Doch ich bin meinen Weg nunmal so gegangen, wie ich ihn gegangen bin. 

Aber jetzt geht es mir gut. Jetzt bin ich glücklich. Ich habe endlich die richtige berufliche Richtung gefunden. Eine Richtung, die ich weiterhin eifrig verfolgen möchte. Ich bin glücklich in meiner Beziehung und auch mit meiner Familie verstehe ich mich gut. Eigentlich lebe ich jetzt das unbeschwerte(re) Leben, das ich mir immer gewünscht habe. Plus: ich fange jetzt erst so richtig an, meinen Weg zu gehen, um meine Ziele zu erreichen. Denn es hat lange gedauert, um überhaupt die richtigen Ziele für mich herauszufinden. Um zu wissen, was ich auch tatsächlich aus meinem Leben machen und was ich erreichen möchte. Und gerade darum halte ich so stark daran fest, dass ich weiterhin in meinen 20ern und noch nicht in meinen 30ern bin. 

Ich will die letzten Jahre meiner 20er genießen dürfen, als eine Frau, die in ihren 20ern ist. Und ich will nicht das Gefühl haben, dass es jetzt schon zu spät ist, noch etwas zu erreichen. Jetzt, wo ich meine Weg erst so richtig aufgenommen habe. Ich will nicht an mir zweifeln. Schon gar nicht an dem Punkt, an dem ich gerade stehe. Ich verstehe weder, warum 30 gesellschaftlich auf einmal so verpönt ist, noch warum man sich so extrem viel darauf einbildet, wenn man von der 30 noch weit entfernt ist. Lasst uns doch lieber das Leben feiern und das Privileg, wenn wir Älterwerden dürfen. Denn das ist auch keine Selbstverständlichkeit.

Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden
Kolumne: Die Sache mit dem Älterwerden

Editorial: Lost in the Desert of Marrakech

Editorial

Lost in the Desert of Marrakech

Überwältigt. Ich bin immer noch überwältigt von den Eindrücken meiner Reise nach Marrakech. Ich wusste, dass mir der Besuch auf einem anderen Kontinent gefallen würde. Wie gut es mir dann tatsächlich gefiel, konnte ich nicht ahnen. 

Agafay - the Desert of Marrakech

Die Reise nach Marrakech hat etwas mit mir gemacht. Und dabei kann ich gar nicht mal beschreiben, was. Sie hat mich verändert. Nicht von Grund auf. Aber sie hat etwas mit mir gemacht. Obwohl ich nicht alleine nach Marrakech reiste, gab mir diese Reise dennoch genügend Anlässe, über viele Dinge grundlegend nachzudenken. Ein Ort hat mich dabei besonders tief in meine Gedankenwelt eindringen lassen. Die Rede is von der einzigartigen und atemberaubend schönen Agafay Wüste in Marrakech. 

Ruhe finden

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit, ist es schwer, Ruhe zu finden. Es ist auch schwer, Ruhe zu hören. Zu fühlen. Zu schmecken und zu riechen. Unser Planet lebt von Vergänglichkeit. Der Schnelllebigkeit. Wir haben nicht immer Zeit, uns zu sammeln. Wir haben auch nicht immer Zeit, uns mit unseren Gedanken auseinanderzusetzen oder mit Belastungen. Vielleicht, weil wir sie im Unterbewusstsein verdrängen. Oder weil wir sie aus unserem Leben gestrichen haben, obwohl sie immer noch präsent sind. Wir haben uns keine Zeit gegeben. Keine Ruhe. 

Du hast etwas mit mir gemacht

Marrakech, Agafay – du hast etwas mit mir gemacht. Ich durfte zum Ursprung zurückkehren. Erkennen, dass es noch viele Baustellen gibt. Es gibt nicht die passenden Worte, welche meine Gefühle beschreiben. Welche beschreiben, was ich gefühlt habe. Aber wenn schon diese Worte fehlen, war zumindest etwas ganz anderes da. Das Kribbeln, das ich gespürt habe, als ich mich 24 Stunden lang in der Agafay Steinwüste aufhielt. Und es fühlte sich ganz komisch an. Eigenartig. Wie loslassen. Aber dann doch noch ganz arg wie festhalten. Eine Mischung. Eine unbeschreibliche Mischung und ein Wechselbad. Doch eines spüre ich ganz genau: es ist etwas passiert, was schon längst hätte geschehen sollen. 

Und weil mir immer noch die Worte fehlen. Weil ich immer noch nicht weiß, wie ich euch Marrakech aus meiner Perspektive vorstellen kann, gibt es ein Editorial. Aus Liebe zur Bildsprache, die ohnehin immer mehr aussagt, als Worte es je könnten. 

Where To Stay in Marrakech? Book A Riad!

Where to Stay in Marrakech

Book a Riad

Als wir uns für Marrakech als Urlaubsdestination entschieden hatten, war für uns von vornherein klar: wir nächtigen traditionell.

Kein Hotel, kein Schnickschnack. Ein authentisches Riad sollte es werden. Denn das Marokko Feeling sollte ehrlich und echt sein. Darum entschieden wir uns für ein Riad. Riads sind ehemalige Privathäuser, welche nun Gäste aufnehmen.

Wegen unseres Kurzausfluges in die Agafay Wüste entschieden wir uns dazu, in zwei verschiedenen Riads in der Medina (Altstadt Marrakechs) zu nächtigen. Beide zeigten so viele Ähnlichkeiten, hätten dennoch nicht unterschiedlicher sein können. Gebucht haben wir beide übrigens via Airbnb. Dort findet ihr wahnsinnig gute Angebote und dutzende Riads. 

Was sind Riads?

Alles rund um die marokkanischen Traditionshäuser

Riads sind städtische marokkanische Häuser mit einem begrünten Innenhof und Dachterrassen. Sie befinden sich in den verwinkelten Gassen der Medina. Hinter den Mauern verbirgt sich eine kleine Oase. Wegen dieser Pracht lohnt es sich, sich in ein Riad einzuquartieren. Es ist ruhig, trotzdem befindet man sich inmitten des traditionellen Lebens Marrakechs. Die Hektik der Medina wird hinter sich gelassen, obwohl diese nur wenige Fußmeter entfernt liegt. Hier wohnt man auf jeden Fall authentisch. 

Die Begrüßung

In beiden Riads wurden wir mit einem traditionell marokkanischen Minztee sowie Gebäck begrüßt. Anschließend wurden unsere Daten aufgenommen und wir checkten ein. In beiden Riads fühlten wir uns herzlich willkommen geheißen. So lässt sich Marrakech definitiv leben und erleben. 

Riad & Spa Azzouz

Riad & Spa Azzouz war das erste Riad, für welches wir uns entschieden hatten. Für marokkanische Verhältnisse zählt es eher zu den hochpreisigen Riads, ist für unsere westlichen Standards aber vollkommen leitbar. 

Zusätzlich bietet das Riad einen Shuffle Service an. Ich würde euch dringend empfehlen, diesen auch in Anspruch zu nehmen, wenn ihr nach Marrakech reist, denn das erspart euch viele Verwirrungen und Verirrungen. Umgerechnet bezahlt man 20 Euro pro Fahrt, welche beim Check-Out zu entrichten sind. Das ist vollkommen in Ordnung und günstig.

Es gibt auch die Möglichkeit, das Abendessen in den Riads dazu zu buchen, was extra Kosten verursacht. Das Frühstück ist jedoch im Preis inbegriffen und wir traditionell marokkanisch serviert. Da wir sehr spät in Marrakech landeten, entschieden wir uns, das Abendessen im Riad einzunehmen. Es gab ein drei Gänge Menü mit traditionellen Speisen. Es war wirklich lecker und somit ist es durchaus empfehlenswert. 

Unser Zimmer war klein, aber gemütlich. Sehr sauber, gepflegt und aufgeräumt. Kerstin und ich fühlten uns pudelwohl, aber nicht nur wegen der angenehmen Atmosphäre. Der Staff sorgte dafür, dass es uns an nichts fehlte. Auch ein Grund, ein Riad zu buchen. Man kommt mit den Mitarbeitern leicht ins Gespräch. Sie sind offen, interessiert (vor allem an deine westliche Kultur) und quatschen mit dir. Zusätzlich lernt man auch viel über ihre Kultur. Das hat mir gut gefallen. 

Ein weiterer Pluspunkt war der wunderschöne Pool auf der Dachterrasse. Zwar reichte die Dauer unseres Aufenthaltes nur zum Füße eintunken, aber dieser Pool, my Lord, könnte auch gerne bei mir daheim am Dach sein. 

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Riad & Spa Azzouz

4 derb azzouz 

400000 Marokko
Telefon: +212 5243-78048
Mehr Informationen: Auf den Stern klicken

Riad Le Rihani

Nach unserem Wüstenaufenthalt im Camp Scarabeo checkten wir im Riad „Le Rihani“ ein. Von der Architektur und Gestaltung unterschied sich das „Le Rihani“ vom „Riad & Spa Azzouz“ hinsichtlich der Farbgestaltung. Der Pool befand sich diesmal im Innenhof und nicht auf der Dachterrasse. Dafür fand man dort wunderschöne Liegebetten mit Himmel. Die Besonderheit: kein Zimmer glich dem anderen. 

Auch hier wurden wir sehr herzlich empfangen. Das Frühstück unterschied sich nicht von dem im Azzouz. Es gab Fladenbrot, Pfannkuchen, Feigen- und Orangenmarmelade, Honig, selbstgemachte Joghurt und Orangensaft sowie einen Obstsalat. 

Schwarzer Stein, kühlende Atmosphäre, gemütliches Bett. Das war unser Zimmer. Es gab diesmal sogar eine Badewanne, was beim ersten Riad nicht der Fall war. 

Get In Touch

Riad "Le Rihani"

Derb El Arsa, quartier 40000, Marokko

Telefon: +212 5243-83766
Mehr Infos: Klicke auf den Stern

Tipp für einen längeren Aufenthalt

Bei einem längeren Aufenthalt kann ich euch nur empfehlen, mehrere verschiedene Riads auszuprobieren. Die Auswahl ist gigantisch. Ein Riad ist schöner, als das andere und der Check-In ist überhaupt kein Stress. 

Wie ich trotz Trust Issues endlich bereit für eine Beziehung wurde!

Trust Issues

Wie ich trotzdem bereit für eine Beziehung wurde

Jahrelang war es für mich undenkbar, eine Beziehung einzugehen. Meine Trust Issues hinderten mich daran. Doch nun war ich trotz Vertrauensängsten trotzdem bereit für eine Beziehung. 

Im November habe ich euch erstmalig von meinen Trust Issues erzählt. Dank zahlreicher Negativerfahrungen haben sich diese in meinem Leben manifestiert. Sie entstanden nicht ausschließlich durch Liebesbeziehungen, sondern auch durch Freundschaften, die letztendlich enttäuschend endeten. Ich konnte Menschen nur noch schwer vertrauen. Generell hatte ich Schwierigkeiten, neue Menschen in mein Leben zu lassen. Dadurch, dass ich bereits einen tollen Freundeskreis aufgebaut habe, hatten meine Trust Issues weniger Einfluss auf Freundschaften. Bedürfnisse, neue Freundschaften zu schließen, habe ich nicht und damit bin ich zufrieden. 

Der größere Einfluss jedoch liegt bei Beziehungen. Meine Trust Issues verstärkten mein Misstrauen Männern gegenüber. Auf Dates zu gehen, fiel mir schwer. Außerdem wusste ich nicht, wie ich überhaupt Männer kennenlernen sollte. Tinder interessierte mich genauso wenig, wie das Nachtleben oder Parties. In der Coronazeit wurde das Ganze noch verstärkt, sodass ohnehin nur das Onlinedating übrig blieb.  

Trust Issues loswerden und bereit für eine Beziehung werden

Tindern aus Langeweile

Während der Quarantänezeit war mir oft langweilig. Somit reaktivierte ich meinen Tinder Account. Tatsächlich fing ich wieder damit an, zu interagieren. Interesse, mich mit den Männern tatsächlich zu treffen, hatte ich jedoch wenig. Meistens brach ich den Kontakt nach wenigen Konversationsversuchen ab. Ich konnte mich dafür einfach nicht begeistern. Kamen Datingvorschläge, lehnte ich diese ab oder besser gesagt: ich antwortete gar nicht mehr. Und dann gab es doch eine Ausnahme…

Wer mir auf Instagram folgt, wird es vielleicht schon mitbekommen haben: inzwischen bin ich in einer Beziehung. Ich bin glücklich. Sehr glücklich sogar. Ich mache kein Geheimnis daraus, wir uns kennengelernt haben: es war über Tinder – wie man sich heutzutage eben so kennenlernt. Und ich habe keine Ahnung, warum ich mich ausgerechnet mit ihm getroffen habe, mit all den anderen davor jedoch nicht. Allerdings war mein Freund der einzige, der nicht lange um den heißen Brei herum geredet hat. Er fragte mich sofort nach einem Date. Ich gab ihm meine Nummer, wenn auch etwas unsicher. Nach wenigen terminlichen Schwierigkeiten haben wir letztendlich doch ein Date zustande gebracht. 

Das lustige an der ganzen Sache ist jedoch, dass weder er noch ich richtig Lust auf das Date hatten. Um ehrlich zu sein: ich war kurz davor, abzusagen, überwand mich schlussendlich doch und seit diesem Tag ist nichts mehr so, wie es einmal war. Es ging schnell zwischen uns. Rasend schnell sogar. Normalerweise bin ich ein Mensch, der in puncto Beziehungen echt lange Zeit braucht – doch diesmal war es anders. 

Wie es trotz Trust Issues zu unserer Beziehung kam

Jetzt bleibt noch die Frage offen, wie es trotz Trust Issues zu unserer Beziehung kam. Zugegeben, ich ging erwartungslos zu diesem Date. Um ehrlich zu sein, hatte ich kurze Zeit davor noch meinem Ex nachgetrauert – und diese Trauerphase ging extrem lange. Doch in der Quarantänezeit fing ich damit an, mich von dieser Toxic Relationship endgültig zu lösen. Ich versuchte, meinen Frieden mit der Situation zu schließen und zu akzeptieren, dass es für uns einfach keine Zukunft gibt. Ich nahm es an, dass er mich enttäuscht hatte und hielt Abstand davon, die Zeit mit ihm schönzureden oder hochzupreisen. Etwas, das ich zuvor ständig tat. Ich habe einfach damit begonnen, reflektiert meine alten Beziehungen zu verarbeiten und damit aufgehört, die Negativerfahrungen von mir wegzuschieben. Ich habe darüber nachgedacht, aktiv dagegen angekämpft und mich dazu entschieden, dass es jetzt an der Zeit ist, das Geschehene zu akzeptieren und weiterzumachen. Es war an der Zeit, endlich wieder nach vorne zu schauen. Und dann trat auch schon mein Freund in mein Leben. 

Ich muss zugeben: als ich ihn das erste Mal traf, wollte ich keine feste Beziehung. Ich wollte einfach nur Leute kennenlernen. Leute kennenlernen im Sinne von lockeren Geschichten und Gspusis. Tja, der Plan ging nicht auf. Das zwischen ihm und mir war von Anfang an keine lockere Geschichte. Ob es Liebe auf den ersten Blick war, kann ich gar nicht beantworten. Doch die Anziehungskraft war schnell vorhanden. 

Ich hatte keine Angst davor, mich in ihn zu verlieben, denn ich redete mir die Überzeugung ein, Single zu bleiben. Tja, der Plan ging überhaupt nicht auf. Denn ohne darüber nachzudenken, habe ich mich auf ihn eingelassen und siehe da: wir haben für uns beschlossen, dass es etwas ernstes ist. Weil wir das beide wollen. Und ich frage mich: warum soll ich zwanghaft Single bleiben, wenn ich die Beziehung zu ihm will? Es würde keinen Sinn ergeben. 

Dass diese Beziehung nun überhaupt möglich ist, liegt einerseits daran, weil ich mich während der Quarantänezeit bereits von den alten Geschichten zu lösen begann und andererseits daran, weil ich jemanden kennengelernt habe, bei dem das Gefühl stimmte. Von Anfang an war da keine Skepsis vorhanden. Das hat mich darin bestärkt, nun diesen Schritt zu gehen und mich auf eine Beziehung einzulassen. Darum kann ich euch auch gar kein Patentrezept mitgeben, wie man Trust Issues loswird. Unterm Strich ist es jede Menge Arbeit, die mit viel Selbstreflexion einhergeht. Man muss sich einfach überwinden und sich mit den Problemen auseinandersetzen. Es ist wichtig, dass man es zulässt, die Dinge zu verarbeiten. Andernfalls wird man seine Trust Issues nicht los. 

Mein Mini Roadtrip quer über die Toskana

Travel with me

Mein kleiner Roadtrip quer über die Toskana

Relativ spontan entschieden wir uns, der Toskana einen Besuch abzustatten. Wir wollten einen kleinen Roadtrip über die einzigartige Landschaft machen und uns vom toskanischen Wein überzeugen. 

Unverhofft kommt oft. Eigentlich hatten mein Freund und ich geplant, das letzte Augustwochenende anders zu verbringen. Wir wollten ins Burgenland fahren. Für dieses gemeinsame Wochenende haben wir uns beide extra freigenommen. Es kam, wie es kommen musste. Unsere Pläne wurden gecancelt und so standen wir da. Beide mit freien Tagen, die wir gerne gemeinsam nutzen wollten, um irgendwo hinzufahren, aber keine Zieldestination. Ein Alternativplan musste her. 

Da wir nach unserem Triestaufenthalt noch einmal nach Italien wollten, es sich bis dato aber nie ergab, fiel die Wahl schnell auf diese Destination. Ich wollte unbedingt einen Teil von Italien sehen, an dem ich noch nie zuvor war: die Toskana. Okay, eigentlich wollte ich unbedingt nach Livorno, da ich von dem Spiagge Bianche gehört habe. Ich hatte diese Destination einst bei einer Influencerin gesehen und war verzaubert von dem weißen Strand. Besser könnte es doch gar nicht gehen, oder? Ein Strand mit karibischen Flair – und er ist auch noch mit dem Auto von Graz aus erreichbar. Letztendlich war der Spiagge Bianche jedoch eine richtige Enttäuschung. Warum, weshalb, wieso erkläre ich im Laufe dieses Beitrages. 

Dafür war die Toskana eine wahre Wucht und hat mehr geliefert, als ich erwartet habe. Tja, manchmal sollte man Erwartungen vielleicht doch niedrig schrauben. Die Toskana hat uns das auf jeden Fall bewiesen. Es war eine Reise mit viel Vino, La Dolce Vita und italienischem Flair. 

Von Florenz nach Livorno

Am Donnerstag fuhren wir am Nachmittag von Graz nach Florenz – unser erster Stopp. Allerdings verbrachten wir nur die Nacht dort, da die Strecke nach Livorno an diesem Tag doch zu weit gewesen wäre. Mein Freund hatte am Tag davor nämlich Nachtdienst und war dementsprechend geschlaucht. Viel gesehen haben wir von Florenz allerdings nicht, da wir wirklich nur über Nacht dort waren. 

Am nächsten Tag ging es mit dem Cabrio nach Livorno. Eigentlich benötigt man für die Strecke von Florenz nach Livorno ca. 2,5 Stunden. Bei uns wurde es ein bisschen länger, da wir uns bewusst gegen die Autostrada entschieden und lieber einen Panoramaweg fahren wollten. Wir hatten diese kleine Reise in die Toskana nämlich auch als Mini Roadtrip eingeplant und so wollten wir während der Fahrt auch etwas von der Landschaft sehen, anstelle der trostlosen Autostrada. Darüber hinaus sind diese Wege gebührenfrei, was man von der Autostrada leider nicht behaupten kann.

Le Spiagge Bianche in der Toskana

Le Spiagge Bianche

Le Spiagge Bianche, oder der weiße Strand, stand schon seit zwei Jahren auf meiner Bucket List. Dort habe ich ihn zum ersten Mal in einer Instagram Story einer Influencerin gesehen. Ich war sofort fasziniert, vor allem weil er leicht erreichbar zu sein schien. Zwei Jahre später hat es nun geklappt und was soll ich sagen? Mir ist es wichtig, ehrlich zu euch zu sein und ich würde euch nicht empfehlen, ihn zu besuchen. Nicht weil er grenzenlos überfüllt ist, sondern aus anderen Gründen. Bei mir war es ein klassischer Fall von: „Habe ich auf Instagram gesehen, sieht genial aus, ich muss hin.“ Dementsprechend habe ich mich nicht über den Strand informiert und mir lediglich die Route aus dem Internet gezogen. Sämtliche Informationen sind untergegangen. Als wir dort waren, sah es auf den ersten Blick natürlich genauso atemberaubend aus, wie auf den Bildern. Darum haben wir die Gelegenheit genutzt und zuvor selbst Bilder gemacht. Dass wir jedoch vor einer massiven Umweltsünde standen, wurde uns erst später bewusst. 

Das Wasser war zwar wunderschön, sah beim näheren Hinsehen aber irgendwie nach gebleichten Wasser aus. Wir googelten und erfuhren letztendlich, WARUM der Strand so weiß war. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Industrie, welche Bikarbonat (Soda) herstellt. Die Abwässer dieser Firma fließen in die Kanäle und sind dementsprechend verantwortlich für „den karibischen Flair“ des Strandes. Letztendlich haben wir uns dann einen natürlicheren Strand gesucht, bei dem das Wasser nicht gebleicht war. Unsere Gesundheit war uns dann doch wichtiger.

Urlaub in der Toskana

Unser Aufenthalt in Livorno

Ansonsten ist Livorno wirklich ein malerisches Städtchen mit netten Lokalen direkt am Strand. Gegessen haben wir im „Il Cardellino“ mit einem atemberaubenden Ausblick über das Meer in Livorno. Kleiner Tipp: ich würde euch unbedingt empfehlen, vorab zu reservieren – egal, wo ihr in Livorno essen gehen möchtet. Wir hatten richtige Schwierigkeiten, noch einen freien Platz zu finden, hatten dann mit dem Lokal aber wirkliches Glück. Im Untergeschoss befindet sich das Restaurant, im Obergeschoss eine nette Bar, wo man ebenfalls Kleinigkeiten zu essen bekommt. Vom Preis her ist es natürlich etwas gehobener, aber das Essen war wirklich gut.

Übrigens: wenn ich am Meer urlaube, dann ist es die Zeit, wo ich meinen veganen Lebensstil komplett über den Haufen schmeiße und auch mal Fisch und Milchprodukte esse.  

Geschlafen haben wir im „Il Leopoldino“ – einem Hotel in unmittelbarer Nähe zum Meer. Für eine Nacht total in Ordnung, allerdings war das Frühstück dort nichts besonderes. Wegen der Coronabestimmungen wird hier – wie eigentlich überall momentan – das Essen serviert. Allerdings kann man sich nur vier Sachen aussuchen, die allesamt Miniportionen waren. Wurde ich satt? Nope!

Fischplatte in der Toskana
Essen gehen in der Toskana
Wein aus der Toskana
Nationalgericht in Livorno/Toskana

Buongiorno, Siena!

Da der Wettergott nicht gerade auf unserer Seite war, suchten wir ständig nach Destinationen in der Toskana, die nicht vom Regen heimgesucht waren. Am nächsten Tag hätte es in Livorno regnen sollen, darum wollten wir nicht bleiben. Es traf sich das ohnehin ganz gut, da wir spontan entschiedenen, mehrere toskanische Städte zu besuchen. Siena wurde uns dabei nicht nur empfohlen, es war auch die einzige Stadt, in der es nicht regnen sollte. 

Eigentlich benötigt man von Livorno nur knapp 2,5 Stunden nach Siena. Wir entschieden uns natürlich wieder für einen Umweg, um etwas von der Landschaft zu sehen. Darüber hinaus machten wir während der Fahrt einige Stops. Auch wenn die Fahrt wirklich fast den ganzen Tag in Anspruch genommen hat, es wurde nie langweilig. Einerseits weil es einfach wunderschön war, die landschaftliche Schönheit der Toskana mit eigenen Augen zu sehen, andererseits auch wegen den Stops. Wir hielten an einem kleinen Café mitten im Nirgendwo, machten Bilder inmitten unzähliger Olivenbäume und auch das Restaurant, in welchem wir zu Mittag gegessen haben, war quasi im Outback. Es ärgert mich ein bisschen, dass ich mir den Namen nicht gemerkt habe, denn dort habe ich die wohl besten Spaghetti meines Lebens gegessen. 

Sommer 2020

Castel di Pugna

Eine Nacht auf einem Weingut in der Toskana

Erst während der Fahrt nach Siena kümmerten wir uns um die Unterkunft. Wir wollten unsere Toskana-Reise nicht ohne Aufenthalt auf einem Weingut abschließen. An diesem Tag war das Glück auf unserer Seite. Ich entdeckte durch Zufall das Castel di Pugna, welches auf einem Hügel im Herzen Sienas liegt. Weil es online ein bisschen mühsam war, zu buchen, rief ich einfach an. 

Eigentlich wäre das Weingut ausgebucht gewesen, doch es gab eine kurzfristige Stornierung und somit bekamen wir ein wunderschönes Zimmer zu einem wirklich günstigen Preis. Wobei Zimmer in der Hinsicht auch eine kleine Untertreibung ist. Unsere Unterkunft war mit einer kleinen Wohnung gleichzusetzen. 

Außerdem werden auf dem Castel di Pugna Weinverkostungen angeboten (was bei einem Weingut natürlich Sinn macht). Darum entschieden wir uns nach einem kurzen Abstecher in die Altstadt Sienas (ich wollte unbedingt ein Eis haben), dass wir die Weintour mitmachen. Zuerst erfuhren wir mehr über die Geschichte des Weingutes, welches eines der ältesten Gebäude Sienas ist. Darüber hinaus wurden wir über die Weinfelder geführt, bis hin zur Kelterei und dem Weinkeller. Auf dem Weingut wird ausschließlich die Chianti Traube angebaut und gekeltert. Gelagert wird der Wein in Eichenholzfässer. Im Weinkeller befindet sich übrigens auch ein 60-jähriger Wein, welcher pro Flasche ca. 200 Euro kostet. Kein Schnäppchen somit :). 

Nach der Tour gab es noch eine Weinverkostung mit zwei verschiedenen Chiantiweinen. Wir bezahlten für die Weinverkostung insgesamt 20 Euro (10 pro Person). 

Am Abend gab es noch ein Barbecue. Ich muss ehrlich sagen, so schön das Areal auch ist und so toll unsere Unterkunft war, das Barbecue war nicht so besonders gut. Die Vorspeise (Zucchini Flan für mich, Antipasti für meinen Freund) konnte noch überzeugen. Die Tagliatelle als ersten Gang war auch noch okay und das Dessert war auch ganz gut, doch die Hauptspeise ließ zu Wünschen übrig. 

Was jedoch voll und ganz überzeugen konnte, war das Frühstück. Wir durften aus einer Liste alles auswählen, was wir wollten. Das Frühstück wurde uns an den Tisch gebracht und war einfach unfassbar gut. Das hat das Barbecue am Vorabend wieder wett gemacht. Außerdem war der Staff unglaublich freundlich und bemüht, insbesondere der Kellner beim Frühstück. 

Weingut Castel di Pugna Siena Toskana
Weinverkostung in der Toskana
Chianti Weintraube in der Toskana
Weinverkostung in der Toskana
Weinfeld in der Toskana mit Chianti Wein
Castel di Pugna in der Toskana
Detail des Castel Di Pugna in der Toskana

Wiederholungsbedarf? Definitiv!

Ob ich wieder in die Toskana reisen würde? Definitiv! Schließlich haben wir bei weitem nicht alles gesehen. Nicht jede Stadt wurde von uns besucht, nicht jede toskanische Spezialität probiert, wir haben vergessen, Wein einzukaufen und auch den Tourismushotspot Pisa mitsamt seinem schiefen Turm haben wir nicht gesehen. Darum herrscht definitiv Wiederholungsbedarf. Dass es sich lohnen wird, hat diese Reise mehr als gezeigt. 

Das war mein Sommer 2020

Throwback

Das war mein Sommer 2020

Es wird Herbst. Und weil es im Sommer relativ ruhig auf dem Blog war, gibt es heute meine Sommer Review 2020 für euch. 

Ich weiß. Tausende Male könnte ich noch erwähnen, dass Sommer 2020 anders war. Dass er sich von den Sommern davor unterschieden hat. Ich weiß. Ich könnte über die Reiseeinschränkungen jammern. Dass wir weniger Freiheiten hatten. Aber wir hatten ein paar kleine Freiheiten zu reisen. Die habe auch ich genutzt. Ich bin dankbar, dass ich Österreich kurzzeitig verlassen konnte. Ans Meer fahren konnte. Lange habe ich darüber nachgedacht, denn eigentlich war Sommer 2020 Österreich versprochen. Nun, so ganz eingehalten habe ich das nicht, auch wenn ich viel hin und her überlegt habe. Ich wäre wirklich gerne nach Tel Aviv geflogen. Oder nach Sardinien und London. Und ich weiß, darüber könnte ich mich auch beschweren. Aber das mache ich nicht. Warum? Weil Sommer für mich die positivste Zeit im Jahr ist. Eine Zeit, die dazu da ist, um sie zu genießen. Und beschweren kann ich mich wirklich nicht. Ich konnte ans Meer fahren – sogar zweimal. Ich durfte viel erleben. Sommer 2020 war trotzdem aufregend, wenn auch ein bisschen anders. Darum möchte ich heute ein kleines Sommer Review schreiben und euch über drei Monate voller Sommer, Sonne und Sonnenschein mitnehmen. Wie ich es schon damals einst getan habe – bei meiner Hommage an den Sommer. 

Und trotzdem hoffe ich weiter. Ich hoffe, dass Sommer 2021 wieder so unbeschwert wird, wie all die Sommer vor 2020. Und eines weiß ich noch: das werde ich noch viel, viel mehr zu schätzen wissen, als ich es früher ohnehin schon getan habe. 

Simones Birthday

Begonnen hat der Sommer mit dem Geburtstag einer tollen jungen Frau. Simone wurde 26 Jahre alt und hat zu einem Summer Picknick in den Stadtpark geladen. Mehrere Gruppen wurden zusammengeworfen und trotzdem hat es super harmoniert. Man hat sich gut verstanden und auf dieser Basis haben wir Simone hoffentlich einen wunderschönen Geburtstag beschert. 

Bei Bowle, einer guten Jause und Kuchen sowie warmen Temperaturen war das für mich der perfekte Einstieg in den Sommer 2020. Das war zwar leider das einzige Picknick, das wir machten (obwohl mehrere geplant waren), aber es war wirklich sehr schön. 

Ausflug nach Triest

Am Tag darauf ging es für mich auch schon nach Triest. Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht einmal selbst davon bzw. hatte ich damit null gerechnet. Ich war zu dem Zeitpunkt wirklich sehr frisch mit meinem Freund zusammen und es war seine spontane Idee. 

Eigentlich dachte ich mir, dass ich den Sommer wohl komplett in Österreich verbringen würde. Tja, falsch gedacht. Ich war gespannt, wie es in Italien werden würde, wie sehr man die Corona Krise merkt – und ja, man hat sie gemerkt. Trotzdem war es auf den Straßen lebhaft. Die Lokale waren gut gefüllt, doch jeder trug eine Maske und hielt Sicherheitsabstand. 

Wir stiegen im Grand Hotel Duchi D’Aosta direkt am Piazza dell’Unitá d’Italia ab – der größte Platz in Triest. Darum wird er auch als Piazza Grande bezeichnet. Darunter befindet sich direkt Harry’s Bar, die euch bestimmt schon einmal aufgefallen ist, wenn ihr bereits in Triest wart. Dort gab es am nächsten Tag dann auch das Frühstück, das wegen den Auflagen serviert wurde (normalerweise gibt es ein Buffet). 

Nach dem Frühstück machten wir noch einen Abstecher in eine Beach Bar in Portopiccolo. Das war wirklich der perfekte Abschluss. Obwohl es nicht einmal 24 Stunden waren, war es wirklich super entspannt und ich würde es jederzeit wieder machen. 

Mädelszeit in Wien

Mit den Mädels ging es Anfang Juli nach Wien. Meine Freundin Simone träumt schon seit ihrem 19. Lebensjahr von einer YSL Tasche. Gemeinsam mit uns wollte sie sich die Tasche endlich gönnen. Und so fuhr ein Haufen an Crazy Chicks in die österreichische Landeshauptstadt und da gab es nicht nur eine Designertasche, sondern auch richtig leckeres Frühstück im „Motto am Fluss.“ 

Sommer 2020
Sommer 2020

Im August ging es nach Hallstatt

Hallstatt hatte ich schon seit längerer Zeit wieder auf meiner Bucket List. Das letzte Mal war ich als 10-jährige im Rahmen einer Schullandwoche dort. Somit habe ich das Örtchen auch nicht wirklich kennengelernt. 

Ich kann mir nur mehr an ein paar Einzelheiten erinnern. Beispielsweise dass wir im Salzbergwerk waren und es dort eine coole Rutsche gab. Und dass wir uns bei einem alten Souvenirshop einen Hallstatt-Teddybären gekauft haben. 

In den Jahren ist Hallstatt immer populärer geworden. Natürlich reizte mich ein Besuch, doch wegen den Touristenströmen hatte ich meistens dann doch keine Lust darauf. Ich mag es einfach nicht, mich inmitten großer Menschenansammlungen vorzufinden, auch wenn sich das manchmal beim Reisen ohnehin nicht vermeiden lässt. Meine Reise nach Rom ist hierfür wohl das allerbeste Beispiel. 

In diesem Sommer haben wir aber die ruhigere Tourismuslage genutzt und sind einfach spontan hingefahren. Für meinen Geschmack war aber trotzdem recht viel los und unglaublich viel Gewusel, sodass ich eigentlich gar nicht wissen möchte, wie viel los gewesen wäre, würde es momentan keine Reisebeschränkungen geben.

Dennoch war es wirklich wunderschön, mal wieder kurzzeitig aus Graz rauszukommen, auch wenn das Wetter wirklich zu wünschen übrig ließ und es während der Fahrt nach Hallstatt ständig geregnet hat. 

Wir waren nur ein paar Stunden dort, aber es hat sich definitiv gelohnt, denn Hallstatt hat mich wirklich mit seinem Charme verzaubert.  

Ausprobiert

Cook Moon Graz (Taiwanesisch)

Subarashii im Pfauengarten

Splish Splash

...einige wenige Male habe ich auch das Pool Life genossen

Sommer 2020

Nicht gezeigte Lieblingsbilder

Sommer 2020
Sommer 2020
Sommer 2020
Sommer 2020
Sommer 2020
Sommer 2020
Sommer 2020

Last but not least: Toskana

Den perfekten Sommerabschluss hatten mein Freund und ich wieder in Italien, somit quasi dort, wo unser (gemeinsame) Sommer auch begonnen hat. Dazu möchte ich allerdings nicht mehr viel sagen, denn für die Toskana habe ich einen eigenen Beitrag geplant. Aber einen kleinen Vorgeschmack möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. 

Sommer 2020
Sommer 2020

Die besten veganen Iced Coffee Rezepte

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Die besten veganen Iced Coffee Rezepte

Sommer Zeit ist Iced Coffee Zeit. Heute teile ich die besten veganen Rezepte mit euch. 

*Disclaimer: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit De’Longhi. Die Meinung, die ich hier vertrete, ist zu 100% meine eigene! 

Gibt es etwas schöneres, als im Sommer den Feierabend bei einem Iced Coffee ausklingen zu lassen? Wahrscheinlich nicht. Für mich gibt es nichts besseres, als nach einem langen Arbeitszeit die Füße hochzulegen und einen Iced Coffee zu trinken. Da Abwechslung bei mir sehr willkommen ist und ich mich schnell mit einem Rezept langweile, tüftle ich gerne herum und kreiere immer wieder neue Drinks. Eh klar, Vielfalt im Geschmackserlebnis muss sein. 

In Zusammenarbeit mit De’Longhi durfte ich etwas ganz Besonderes für euch erstellen. Ein Booklet mit den besten veganen Iced Coffee Rezepten zum Download. Alle Rezepte, die ich für euch kredenzt habe, findet ihr darin. Aber nicht nur das. Das Booklet enthält noch wesentlich mehr für euch.  

Iced Coffee Beans
Iced Coffee and Summertime

Das Iced Coffee Booklet

Vor wenigen Wochen hatte ich das Vergnügen, meine neue Kaffeemaschine von De’Longhi in Empfang zu nehmen. Bei dem Schmuckstück handelt es sich um die De’Longhi EC 850M Espressomaschine. Für mich ein kleines Zeitersparnis, da diese Espressomaschine dazu in der Lage ist, die Milch automatisch aufzuschäumen. Früher habe ich die Milch noch manuell aufgeschäumt – mit der Dampfdüse. Obwohl ich das natürlich nach wie vor sehr schätze und es gerade bei Latte Art notwendig ist, die Milch selbst im Milchkännchen aufzuschäumen, bin ich froh, dass ich durch meine neue Espressomaschine morgens wesentlich weniger Zeitaufwand habe und trotzdem meinen Cappuccino genießen kann.  

Mit diesem Baby als neue Verstärkung in der Küche, habe ich mich gleich ans Werk gemacht und an Iced Coffee Rezepten getüftelt. So entstand auch das Iced Coffee Booklet. Da ein reines Rezept Booklet viel zu langweilig ist und ich mehr aus diesem Projekt herausholen wollte, findet ihr in meinem Iced Coffee Booklet zusätzlich nützliche Informationen zur De’Longhi EC 850 M Espressomaschine sowie Wissenswertes über Robusta und Arabicabohnen. Vielleicht habt ihr euch selbst schon einmal gefragt, worin der Unterschied liegt. 

Last but not least stelle ich euch Meine Favoriten vor, wenn es um vegane Milchalternativen geht. Wie ihr wisst, versuche ich Milch so gut es geht zu vermeiden, da ich eine Milcheiweißunverträglichkeit habe. Da es jedoch nicht so einfach ist, die perfekte vegane Alternative zu finden, die sich auch noch gut aufschäumen lässt, habe ich mir gedacht, ich teile meine Empfehlungen mit euch. So habt ihr eine größere Auswahl und müsst euch nicht auf Sojamilch beschränken, die sich -wie wir ja ohnehin alle wissen- immer problemlos aufschäumen lässt. ABER: da geht noch mehr. 

Kaffeemaschine um Iced Coffee zuzubereiten
3 Shades of Iced Coffee

Diese Iced Coffee Rezepte

findet ihr in meinem Booklet

Cashew Frappuccino

Cashew | Crushed Ice | Vanilla 

Coco-Oat-Iced-Coffee

Coconut | Oat | Ice cream

Almond Coffee Shake

Almond milk | almond butter | ice cubes 

Viel Spaß beim Schmökern

Life Update #22: Die Zeit nach Corona

Life Update #22

Die Zeit nach Corona

Nach Corona ist viel passiert. Da mein letztes Life Update schon ein Weilchen her ist, gibt es heute nach langer Zeit wieder einmal Neuigkeiten aus meinem Leben. 

Endlich ist er da! SOMMER! Und dieses Jahr scheint er -den Umständen zu Trotz- vielversprechend zu werden. Ich kann es immer wieder aufs Neue betonen: Sommer ist ein ganz anderes Lebensgefühl. Alles, was ich erlebe, spüre ich intensiver, sodass ich gegen Ende des Sommers meistens wehmütig werde und mich über den bevorstehenden Herbst beklage. Dieses Jahr ist es anders. Zwar will ich natürlich nicht, dass der Sommer wieder so schnell vorübergehen wird, aber ich freue mich absolut auf das, was das restliche Jahr und darüber hinaus noch für mich bereithalten wird. Aber erstmals wird der Sommer genossen. 

Das bringt mich auch dazu, euch nach langer Zeit mal wieder mit einem Life Update zu beglücken. Es ist ja doch relativ viel passiert. Reflektiert habe ich das immer in meinen Postings, aber in ein Life Update habe ich all das schon lange nicht mehr zusammengefasst. Höchste Zeit für mein Life Update „Hashtag ich habe die Zahl, das wievielte Update das nun ist, schon längst vergessen.“ Nachtrag: ich bin draufgekommen, dass es nun das 22. Life Update ist und ich schon seit über anderthalb Jahren nicht mehr geupdatet habe. Oops! 

PS: Ich mache das Life Update auch deswegen, weil ich diese Fotos so schön finde und mir partout nichts einfallen wollte, zu welchen anderen Texten sie passen könnten. Wie ihr wisst, schreibe ich ja eher immer melancholischere Texte – meine Bilder passen da selten dazu. Zurzeit bin ich einfach nur megahappy und so happy, wie ich auf diesen Bildern erst bin, war ich schon lange nicht mehr. 

Life Update: Die Zeit nach Corona
Life Update: Die Zeit nach Corona

So Lisa, nun erzähl mal...

Gut, wo soll ich beginnen? Ich muss sagen, dass mir das Life Update überhaupt nicht leicht von der Hand geht, weil sich in meinem Kopf eine Masse an Hirngatsch angesammelt hat. Ich bin gerade dabei, die Zeit, die ich durchlebe, zu sortieren, reflektieren und auch irgendwie einen klaren Gedanken zu fassen. Ich könnte Bäume ausreißen. Ich bin einfach überglücklich, gleichzeitig auch so dankbar, wie bergauf es momentan in meinem Leben geht. Dadurch leidet zwar meine Kreativität, weil ich irgendwie sehr fokussiert auf all das bin, was sich gerade in meinem Leben so abspielt, aber ganz ehrlich: ich kann damit leben. Denn dieses Lebensgefühl, das ich gerade durchlebe, ist es allemal wert. 

Diesmal behandle ich auch nicht meine gewohnten Themen auf Social Media. Texte mit ernsten Hintergrund fallen mir schwer. Vielleicht weil ich mich damit momentan weniger auseinandersetzen mag und einfach nur den Moment genießen will. Ich gebe es sogar ehrlich zu, dass meine Captions ein bisserl flach geworden sind, aber momentan kann ich mich einfach schlecht auf Texte fokussieren, die zum Nachdenken anregen sollen. 

Natürlich will ich weiterhin meine Themen behandeln, die vor allem einen ernsteren und tiefgründigeren Hintergrund haben. Die von Selbstliebe, Selbstzweifel und Körperbewusstsein handeln. Von meiner Magersucht und der Recovery. Von meinen Höhen und Tiefen. Doch die Wahrheit ist: ich laufe wie ein dauergrinsender Vollhonk durch Die Welt und könnte bei all dem, was gerade so passiert, noch breiter grinsen.

Was macht mich denn nun so glücklich? Hmm…. 

Life Update: Die Zeit nach Corona
Life Update: Die Zeit nach Corona

Mein Leben!!!

Im Endeffekt beantwortet das alles. Mein Leben, so wie es gerade ist, macht mich glücklich. Nach Corona und der damit verbundenen Quarantänezeit, hätte ich mir nicht gedacht, dass es wieder so bergauf gehen würde. Es war keine leichte Zeit, die ich in der sozialen Isolation erlebte. Sieben Woche ohne menschliche Nähe haben Spuren hinterlassen und mich wieder ein bisschen in meinem Schneckenhaus eingeschlossen. Und ich beschönige nichts: mir ging es mies. Richtig mies. Nicht weil ich Angst vor Corona hatte, ganz im Gegenteil. Aber diese Isoliertheit tat weh und war schwer erträglich.

Trotzdem habe ich versucht, mein Gesicht insbesondere auf Social Media etwas zu wahren und wenig zu zeigen, wie es mir wirklich ging. Nur durch meine Texte habe ich anklingen lassen, dass nicht alles in bester Ordnung ist. Ich kann wirklich gut alleine sein. Was ich jedoch nicht kann: einsam sein. Und mit Corona kam die Einsamkeit. Doch irgendwann brauche ich meine zwischenmenschlichen Kontakte. Und zwar mit Menschen, die Teil meines Lebens sind. Da reicht ein kurzes „Hallo“ zur Supermarktkassiererin auch nicht aus, um mein Bedürfnis an sozialer Interaktion zu decken. 

Durch die Corona Krise verlor ich auch meinen Job. Ich habe geweint. Die Welt nicht mehr verstanden. Warum? Was mache ich jetzt? Finde ich inmitten einer Pandemie und der daraus hervorgehenden Krise überhaupt noch einen Job? Letztendlich hat sich herausgestellt, dass das das Beste war, was mir in beruflicher Hinsicht passieren hätte können. Ich mochte meine alte Firma, insbesondere meine Kollegen. Auch mein Chef war sehr nett. Mir fehlte es an nichts! DOCH: es war zwar die Position in der ich mich sehe (Online Marketing Managerin), aber die Branche (Industrie) hat nicht zu mir gepasst. Und dann fand ich mich plötzlich in einer Werbeagentur wieder. Seitdem ich meine Leidenschaft für Markt- und Werbekommunikation entdeckt habe, wollte ich immer in einer Agentur arbeiten. And HERE I AM!

Life Update: Die Zeit nach Corona
Life Update: Die Zeit nach Corona

Zwischen Agentur Lifestyle und dem totalen Chaos

Natürlich möchte ich euch nicht vorenthalten, wie mein Arbeitsalltag in der Agentur ist. Es ist ein Job ganz nach meinem Geschmack. Ich habe von Tag 1 die perfekte Ausstattung bekommen, eben alles was ich brauche. Ich darf Home Office machen (und das nicht nur wegen Corona, sondern es steht generell in meinem Dienstvertrag), habe Meetings, darf mich kreativ austoben und meine Meinung wird wertgeschätzt. Ich fühle mich in dieser Firma gut aufgehoben, nicht nur wegen all den Vorteilen oder unseren Office Dogs, sondern vor allem weil ich mich wirklich ernstgenommen fühle. Ich bin ein Teil davon und bekomme jeden Tag aufs Neue die Bestätigung, warum ich eingestellt wurde.  

Mein Privatleben hingegen ist ein bisschen chaotisch und von einem umfangreichen Freizeitangebot geprägt. Die Herausforderung dabei ist, mir natürlich so wenig Freizeitstress wie möglich zu machen. Bis jetzt gelingt es ganz gut. Generell fühle ich mich echt ausgeglichen und freue mich irrsinnig auf den Sommer. Es steht viel in Planung. Am meisten freue ich mich natürlich auf den Besuch meiner Freundin Vanessa, die geplante Yogastunde und auf die Geburtstagsfeier meiner Nichte. Und all das ist bestimmt noch nicht das Ende vom Lied.  

Wenn Sexismus einfach nicht aufhören will

Storytime

Wenn Sexismus einfach nicht aufhören will

Unsere Gesellschaft hat ein generelles Diskriminierungsproblem. Sexismus ist eines davon. 

„Würdest du Schuhe tragen, wenn du keine Füße hättest?“ Es war weit über Mitternacht. Die Stimmung in dem viel zu engen Lokal gelangte zum Höhepunkt. Die stickig heiße Luft fühlte sich unangenehm in meinen Lungen an. Vor mir stand ein Typ, einen Kopf größer als ich, mit einem Plastikbecher in der Hand. Der billig gestreckte Himbeerspritzer leuchtete rot hindurch. Seine durch den Alkohol glasigen Augen taxierten mich. Ich konnte nicht so schnell schalten, sodass ich ihn nicht ignorierte. Es wäre wahrscheinlich die bessere Reaktion gewesen. Stattdessen antworte ich wie automatisiert. „Nein“, entgegnete ich damals im Alter von circa 17-18 Jahren. Er grinste dreckig. „Warum trägst DU dann einen BH?“

Es sind Aussagen, wie diese, warum ich meine kleinen Brüste hasste. Diese Aussage hat mich ausschließlich darauf reduziert, was sich unter meinem Oberteil versteckte. So wurde meine Unsicherheit gegenüber mir nur weiter verstärkt. Plötzlich hatte ich neben meinem Bauch eine weitere „Problemzone“. Diese „Problemzone“ hatte sogar mehr mit mir als Frau zu tun, als mein Bauch. Wegen ihrer kleinen Größe fühlte ich mich plötzlich weniger weiblich. Heute weiß ich, dass er mich genau deswegen reduziert hat. Nicht weil ich kleine Brüste habe, sondern weil ich eine Frau bin. Und das brachte er damit zum Ausdruck, indem er mein wahrscheinlich (in seinen Augen) weiblichstes Merkmal ins Spiel brachte. Er hätte mich auch auf meine Brüste reduziert, wenn sie groß gewesen wären oder asymmetrisch. Ihm wäre sicherlich ein passender Spruch eingefallen. Die Form meiner Oberweite spielte keine Rolle, als er mich beleidigend angriff. Es ging ihm nur darum, seine patriarchale Macht auszuspielen. Zu zeigen, dass er der große, tolle Mann ist und ich ihm als Frau untergeordnet bin.

Wenn ich heute darüber nachdenke, dann wird mir klar: DAS WAR SEXISMUS! Sexismus in seiner puren Form. Sexismus, wie ich ihn regelmäßig, nein, fast schon täglich erlebe. Auch wenn ich mich damals weniger weiblich fühlte und sich das lange mitgezogen hat, so hat er eigentlich genau das angegriffen: meine Weiblichkeit. Er hat mir gezeigt, dass er keinen Respekt vor mir als Frau hatte. Dass er in mir nichts anderes gesehen hat, als einen weiblichen Körper, den er als Mann bewerten „darf“ – denn das ist seine Freiheit und sein gutes Recht als Mann, gab er mir zu spüren.  

Sexismus an Frauen
Frauen, die Sexismus erleben mussten

Sexismus JEDEN TAG!

Als ich vorhin geschrieben habe, dass ich Sexismus so gut wie jeden Tag erlebe, dann war das nicht übertrieben. Wenn ich sage, dass ich ihn fast jeden Tag an mir selbst erlebe, dann übertreibe ich damit genauso wenig. Es beginnt mit anzüglichen Kommentaren auf meiner Instagram Story. Zeige ich mein Gesicht oder irgendetwas von meinem Körper, kann ich mir sicher sein, dass ich dafür einen sexistischen Kommentar bekomme. Darauf gehe ich nicht ein, obwohl es mich wütend macht. Selbst Flammen, Auberginen, Pfirsich und Wasserspritzer Emojis von fremden Männern machen mich wütend, denn die Message ist klar. Nein, ich bin keine männerhassende Feministin, die sich über die kleinste Kleinigkeit aufregt, aber sobald ich mich durch Handlungen von außen unwohl fühle, weiß ich, dass etwas nicht stimmt und rechtens ist. Natürlich kann man jetzt den Finger auf mich zeigen, mich auslachen und mir vorwerfen, dass ich übertreibe, denn es ist schwierig. Es ist schwierig, herauszufinden, wo Sexismus überhaupt beginnt, wo die Grenze verschwimmt und wie klar man Sexismus überhaupt definieren kann. Und das möchte ich an dieser Stelle gar nicht thematisieren, aber ich finde solche Emojis von fremden Leuten unangebracht. 

Durch Social Media ist die Wahrscheinlichkeit, Sexismus jeden Tag zu erleben, extrem hoch. Aber nicht nur Social Media ist das Epizentrum für Sexismus. Denn ich erlebe Sexismus auch auf der Straße mehrmals die Woche. Durch Corona hat der Street-Sexism für mich zwar tendenziell abgenommen, aber seitdem ich wieder unter Leuten bin, häufen sie sich. Erst diese Woche passierte es, was mir tief unter die Haut ging. Ich bin blöde Sprüche gewöhnt, ich bin es gewöhnt, wenn Autos langsamer an mir vorbei fahren, ich angehupt oder angegafft werde. Aber noch nie hat jemand zu mir gesagt: „Eeeh Bitch, deine Lippen sind zum *das Verb möchte ich zensiert halten* gemacht.“ – Und das auf offener Straße am helllichten Tag. 

...es passiert immer wieder - auch von Frauen

Sexismus ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Erst vor wenigen Wochen machten Joko und Klaas in ihrer „Ausstellung“ namens „Männerwelten“ darauf aufmerksam. Sexismus zu erleben, ist jedes Mal aufs Neue unangenehm. 

Vielleicht fragt man sich als Mann an dieser Stelle: „Ja, was darf ich denn jetzt noch, wenn sich Frauen über jede Annäherung aufregen?“ Ich glaube, zu der angemessenen Antwort gelangt jeder, der imstande ist, zu denken und nachzudenken. Es heißt nicht, dass es Männern nicht mehr erlaubt sei, Frauen anzusprechen oder sie auf einen Drink einzuladen, aber es gibt ein Adjektiv, welches sich „respektvoll“ nennt. Ein respektvolles Kennenlernen ist keine „Angriff“ aus dem Auto heraus, sondern ein nettes Ansprechen ohne eine Frau auf ihr Äußeres zu reduzieren. Ohne Berührung, ohne dreckiges Grinsen, ohne Spitznamen, wie „Puppi“, „Weibi“ oder „Baby.“ Wildfremde Frauen vom Auto heraus anzuhupen, sodass ihr das Smartphone fast aus den Händen gleitet, ist genauso daneben, wie langsamer vorbeizufahren und auf die Frau zu stieren. 

Und wie ich oben gesagt habe: ich bin keine männerhassende Emanze, aber ich lebe emanzipiert und vertrete feministische Werte. In der Hinsicht ist es wichtig, reflektiert zu denken und den Tatsachen ins Auge zu blicken. Nicht nur Männer sind die Übeltäter, auch Frauen können durch sexistischen Äußerungen Negativität hervorrufen. Mir selbst wurde nicht nur von Männern Sexismus gegenüber gebracht, sondern auch von Frauen. Sogar eine Frau, die Pädagogin ist und als Lehrerin die Aufgabe hat, Kindern und Jugendliche tolerante Werte zu vermitteln, hat mich sexistisch degradiert. Frauen können genauso sexistisch gegenüber Männern sein, was sich unter anderem auch durch vollkommen unangebrachte Anmachsprüche oder durch das ungefragte antasten des Sixpacks äußern kann. Das waren jetzt natürlich nur Beispiele, die mir auf die Schnelle eingefallen sind. 

Ich denke, beim Thema Sexismus dürfen wir kein Geschlecht ausnehmen. Mir selbst fällt natürlich der Sexismus gegenüber Frauen verstärkter auf, weil ich selbst eine Frau bin und diesen auch als Frau zu spüren bekomme. 

Stop the sexism and stop discriminate people

Ich bin immer noch der Überzeugung, dass wir mit Aufklärung, Erziehung und Bildung einen wesentlichen Beitrag dazu leisten können, um Sexismus zu minimieren. Dass er ganz weggeht, bezweifle ich, aber in eine richtige Richtung können wir durchaus gehen. Niemand muss es einfach so hinnehmen, wenn sie/er Sexismus erfährt und ich spreche dabei bewusst von allen Geschlechtern. Es erfordert Mut, diese unangenehmen Themen zur Sprache zu bringen, doch nur wenn Stimmen erhoben werden, können wir auf das Problem aufmerksam machen und zum Umdenken anregen. 

Sexismus ist natürlich nur ein Teilbereich der ganzen Diskriminierungsschiene. Unsere Gesellschaft hat ein generelles Diskrimierungsproblem. Doch es fühlt sich so an, als wäre 2020 ein Jahr der Aufklärung, wo Diskriminierung in allen Facetten endlich zur Sprache gebracht wird. Das wollte ich als Abschlusswort zu diesem Beitrag unbedingt noch erwähnen.