Wie ich trotz Trust Issues endlich bereit für eine Beziehung wurde!

Trust Issues

Wie ich trotzdem bereit für eine Beziehung wurde

Jahrelang war es für mich undenkbar, eine Beziehung einzugehen. Meine Trust Issues hinderten mich daran. Doch nun war ich trotz Vertrauensängsten trotzdem bereit für eine Beziehung. 

Im November habe ich euch erstmalig von meinen Trust Issues erzählt. Dank zahlreicher Negativerfahrungen haben sich diese in meinem Leben manifestiert. Sie entstanden nicht ausschließlich durch Liebesbeziehungen, sondern auch durch Freundschaften, die letztendlich enttäuschend endeten. Ich konnte Menschen nur noch schwer vertrauen. Generell hatte ich Schwierigkeiten, neue Menschen in mein Leben zu lassen. Dadurch, dass ich bereits einen tollen Freundeskreis aufgebaut habe, hatten meine Trust Issues weniger Einfluss auf Freundschaften. Bedürfnisse, neue Freundschaften zu schließen, habe ich nicht und damit bin ich zufrieden. 

Der größere Einfluss jedoch liegt bei Beziehungen. Meine Trust Issues verstärkten mein Misstrauen Männern gegenüber. Auf Dates zu gehen, fiel mir schwer. Außerdem wusste ich nicht, wie ich überhaupt Männer kennenlernen sollte. Tinder interessierte mich genauso wenig, wie das Nachtleben oder Parties. In der Coronazeit wurde das Ganze noch verstärkt, sodass ohnehin nur das Onlinedating übrig blieb.  

Trust Issues loswerden und bereit für eine Beziehung werden

Tindern aus Langeweile

Während der Quarantänezeit war mir oft langweilig. Somit reaktivierte ich meinen Tinder Account. Tatsächlich fing ich wieder damit an, zu interagieren. Interesse, mich mit den Männern tatsächlich zu treffen, hatte ich jedoch wenig. Meistens brach ich den Kontakt nach wenigen Konversationsversuchen ab. Ich konnte mich dafür einfach nicht begeistern. Kamen Datingvorschläge, lehnte ich diese ab oder besser gesagt: ich antwortete gar nicht mehr. Und dann gab es doch eine Ausnahme…

Wer mir auf Instagram folgt, wird es vielleicht schon mitbekommen haben: inzwischen bin ich in einer Beziehung. Ich bin glücklich. Sehr glücklich sogar. Ich mache kein Geheimnis daraus, wir uns kennengelernt haben: es war über Tinder – wie man sich heutzutage eben so kennenlernt. Und ich habe keine Ahnung, warum ich mich ausgerechnet mit ihm getroffen habe, mit all den anderen davor jedoch nicht. Allerdings war mein Freund der einzige, der nicht lange um den heißen Brei herum geredet hat. Er fragte mich sofort nach einem Date. Ich gab ihm meine Nummer, wenn auch etwas unsicher. Nach wenigen terminlichen Schwierigkeiten haben wir letztendlich doch ein Date zustande gebracht. 

Das lustige an der ganzen Sache ist jedoch, dass weder er noch ich richtig Lust auf das Date hatten. Um ehrlich zu sein: ich war kurz davor, abzusagen, überwand mich schlussendlich doch und seit diesem Tag ist nichts mehr so, wie es einmal war. Es ging schnell zwischen uns. Rasend schnell sogar. Normalerweise bin ich ein Mensch, der in puncto Beziehungen echt lange Zeit braucht – doch diesmal war es anders. 

Wie es trotz Trust Issues zu unserer Beziehung kam

Jetzt bleibt noch die Frage offen, wie es trotz Trust Issues zu unserer Beziehung kam. Zugegeben, ich ging erwartungslos zu diesem Date. Um ehrlich zu sein, hatte ich kurze Zeit davor noch meinem Ex nachgetrauert – und diese Trauerphase ging extrem lange. Doch in der Quarantänezeit fing ich damit an, mich von dieser Toxic Relationship endgültig zu lösen. Ich versuchte, meinen Frieden mit der Situation zu schließen und zu akzeptieren, dass es für uns einfach keine Zukunft gibt. Ich nahm es an, dass er mich enttäuscht hatte und hielt Abstand davon, die Zeit mit ihm schönzureden oder hochzupreisen. Etwas, das ich zuvor ständig tat. Ich habe einfach damit begonnen, reflektiert meine alten Beziehungen zu verarbeiten und damit aufgehört, die Negativerfahrungen von mir wegzuschieben. Ich habe darüber nachgedacht, aktiv dagegen angekämpft und mich dazu entschieden, dass es jetzt an der Zeit ist, das Geschehene zu akzeptieren und weiterzumachen. Es war an der Zeit, endlich wieder nach vorne zu schauen. Und dann trat auch schon mein Freund in mein Leben. 

Ich muss zugeben: als ich ihn das erste Mal traf, wollte ich keine feste Beziehung. Ich wollte einfach nur Leute kennenlernen. Leute kennenlernen im Sinne von lockeren Geschichten und Gspusis. Tja, der Plan ging nicht auf. Das zwischen ihm und mir war von Anfang an keine lockere Geschichte. Ob es Liebe auf den ersten Blick war, kann ich gar nicht beantworten. Doch die Anziehungskraft war schnell vorhanden. 

Ich hatte keine Angst davor, mich in ihn zu verlieben, denn ich redete mir die Überzeugung ein, Single zu bleiben. Tja, der Plan ging überhaupt nicht auf. Denn ohne darüber nachzudenken, habe ich mich auf ihn eingelassen und siehe da: wir haben für uns beschlossen, dass es etwas ernstes ist. Weil wir das beide wollen. Und ich frage mich: warum soll ich zwanghaft Single bleiben, wenn ich die Beziehung zu ihm will? Es würde keinen Sinn ergeben. 

Dass diese Beziehung nun überhaupt möglich ist, liegt einerseits daran, weil ich mich während der Quarantänezeit bereits von den alten Geschichten zu lösen begann und andererseits daran, weil ich jemanden kennengelernt habe, bei dem das Gefühl stimmte. Von Anfang an war da keine Skepsis vorhanden. Das hat mich darin bestärkt, nun diesen Schritt zu gehen und mich auf eine Beziehung einzulassen. Darum kann ich euch auch gar kein Patentrezept mitgeben, wie man Trust Issues loswird. Unterm Strich ist es jede Menge Arbeit, die mit viel Selbstreflexion einhergeht. Man muss sich einfach überwinden und sich mit den Problemen auseinandersetzen. Es ist wichtig, dass man es zulässt, die Dinge zu verarbeiten. Andernfalls wird man seine Trust Issues nicht los. 

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